Kena Hüsers

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Mondrausch, Postfaktisch bin ich ne Niete und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Kena Hüsers

Mondrausch

Mondrausch

 (2)
Erschienen am 09.09.2016
Postfaktisch bin ich ne Niete

Postfaktisch bin ich ne Niete

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Erschienen am 25.04.2018
Mondsüchtig

Mondsüchtig

 (0)
Erschienen am 15.06.2015

Neue Rezensionen zu Kena Hüsers

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AntoniaGuender-Freytags avatar

Rezension zu "Mondrausch" von Kena Hüsers

Zauberhafte Nächte
AntoniaGuender-Freytagvor 2 Jahren

Klappentext:
Seit dem Tod ihres Bruders lebt Hannah in selbst gewählter Isolationshaft. Nur einmal im Jahr fährt sie nach Fehmarn, um dort den Mond anzustarren, die Wellen zu beobachten und die Welt um sich herum zu verfluchen. So kann es nicht weitergehen, beschließt sie im Alter von 37 Jahren und nimmt während ihres Urlaubs den Kampf gegen die Einsamkeit auf. Dabei versuchen ihr Marc, Anke und David - drei Urlauber, die sie zufällig kennenlernt - zu helfen. Vom Einsiedler Derk, dem sie am Strand begegnet, wird sie in die Isolation zurückgezogen. Das mysteriöse Erscheinen und Verschwinden des Mannes, lässt Hannah an ihrem Verstand zweifeln. Die rational denkende Frau versucht, sich Derk als Traumbild zu erklären. Als imaginären Freund, den sie sich selbst erschaffen hat. Als David und Anke frühzeitig den Urlaub abbrechen und die Insel verlassen, muss Hannah das Geheimnis um Derk mit Marc alleine lösen. Dabei kommt es zu einer unerwarteten Wende, die auch Marc immer tiefer in die Geschehnisse hineinzieht.

Das Buch hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Geschichte zieht einen in Bann, man will wissen, was sich hinter allem verbirgt.
Ich konnte mich gut in die Personen hineinversetzen und hatte kein Problem in die Geschichte zu finden.
Frau Hüsers Sprache wechselt wunderbar von dem saloppen Gespräch unter tags und der sehnsuchtsvollen Sprache, die fast lyrisch wirkt, in der Nacht. Ich fühlte mich manchmal sogar an "den kleinen Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry erinnert oder an Sophies Welt von Jostein Gaarder.
Dazu muss ich sagen, dass mir kein einziger Rechtschreibfehler aufgefallen ist, was ich, im Anbetracht, dass Frau Hüsers das Werk in Eigenregie herausgebracht hat, besonders erwähnenswert finde. (Gemeckert wird über Selbstpublisher genug, da sollte man das auch lobend erwähnen!)
Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen, alleine der Anfang war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Die Ausflüge ins Plattdeutsch des Nordens und auch das erste Auftreten von Hannah ließen mich zuerst innerlich etwas zurücktreten. Erst als sie auf Fehmann ankam und der Mond am Himmel stand, konnte ich mich entspannt/gespannt zurücklehnen und das Buch genießen.
Ein Fantasybuch? Ein Thriller? Eine Suche nach sich Selbst? Eigentlich alles zusammen. Und das ist es, was Mondrausch für mich einzigartig macht! Ich bin schon gespannt auf neue Bücher der Autorin!

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Sophiechristinas avatar

Rezension zu "Mondrausch" von Kena Hüsers

Eine durchaus gelungene Neuauflage von Kena Hüsers
Sophiechristinavor 2 Jahren

Ich habe die Erstauflage (ein Geschenk der Autorin) gelesen und möchte erst einmal zu ihrer gelungenen Neuveröffentlichung gratulieren und ihr jetzt die verdienten fünf Sterne geben.
Das neue Cover ist absolut gelungen, es hat etwas mystisches, so wie der Roman von Kena Hüsers, die Titelauswahl ist kurz und knapp, was mich, wenn ich das Buch nicht kennen würde, zum Kauf motiviert hätte.

Das Buch ist leicht zu lesen, dennoch fehlt es nicht an Spannung. Gekonnt wurde ich in den Bann gezogen, denn ich wollte wissen, ob Hannah, eine introvertierte, in ihrem Leben unzufriedene Frau, es schafft, sich anderen zu öffnen. Ich als Leserin bin mitgegangen, konnte mitfühlen, wie sich die Geschichte entwickelt hat.

Ein Buch das ich durchaus weiterempfehlen kann.

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Gespräche aus der Community

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KenaHs avatar
Ich mag die feindlichen Rezensionen.
Da sieht man erst einmal, wie weit wir sind, sich nahe zu sein. Seit 30 Jahren ist dies meine Philosophie.
50 Stunden wöchentlich als Freiberuflerin arbeiten zu müssen, um ab 2014 am Existenzminimum zu kleben, halfen mir raus. Was für eine Peinlichkeit, obwohl man täglich rund um die Uhr arbeitete,  das Jobcenter bemühen zu müssen, um sich dort noch "antreten" lassen zu müssen, wo doch gar keine Kapazität mehr frei war. Die freiberuflichen Jobs wurden immer und immer mehr unterbezahlt, und dafür musste ich mich rechtfertigen!  Obwohl ich jeden lausig bezahlten Job annahm, das Leben vergass!  Und dann gucken alle: Die macht ja nix! Dabei macht sie mehr als die anderen.

Rauskommen aus der Mühle. Den Mut haben, es zu ändern.
Haus in der Uckermark saniert (Eigenleistung), FeWos aufgebaut, hier den Job gefunden, den ich immer suchte (unscheinbare Zeitung. Interview mit Einheimschen, Touri-Infos etc.). Ist doch egal. Muss ja nicht auf dem roten Teppich laufen. Will ja nur Spaß mit Einkommen  verbinden, damit ich nicht wieder mein Haus verliere.
Nachbarn genial, hilfsbereit. Heute Bohnen, Petersilie, Früh-Äpfel, Salbei beim Nachbarn geerntet, dafür selbstgesiedete Seife getauscht. Kirschmarmelade von mir gegen Basilikum. Ich hab Holunderblüten-Sirup im Keller, mache sogar unsere Butter, den Wein und das Bier selbst. Gibt auch gute Tauschgeeschäfte. Habe im Kühlfach Kräuter für den Winter und haufenweise Treber für Brot.  Geschweige von dem Reh, das mir der Förster geschenkt hat.. :-)
Ich bin dort, wo ich in den 70er Jahren mal war. Angekommen, sozusagen. :-)
In meinem neuen Buch geht es um geistigen Konsum. Seminare, Workshops und all das Gedöns. :-) Als ehemalige Heilpraktikerin hab ich da ne Menge zu berichten.
Zum Thema
KenaHs avatar
08.09. – Ein Tag vor dem Supervollmond

 Hannahs Blick lag reglos auf der Digitaluhr an der Wand. Seit zehn Minuten imitierte ihr Hirn ein Ticktack, das dieses leblose Ding selbst nicht erzeugen konnte. Mit jedem Ticktack fühlte Hannah, wie die Uhr sich immer mehr vor ihren Augen auflöste und sie selbst in einen Tagtraum entschwand. Die Ostsee lag klar vor ihr, als könnte sie darin baden. Der Computer auf ihrem Schreibtisch hatte seine Macht verloren. All die Antragsteller, die auf Hartz IV warteten, waren ihr egal. Sie glitt tiefer in den Traum hinein. Hörte die Möwen kreischen, spürte den Wind auf ihrer Haut und schmeckte die salzige Luft auf ihren Lippen. Ein kleiner Teil von ihr blieb im Büro und forderte sie zur Arbeit auf. Sie wollte ihn jedoch nicht über ihren Tagtraum siegen lassen.

Hannah hatte schon längst den Glauben an die Behörde, für die sie arbeitete, verloren und ihren Job nur noch als Einnahmequelle gesehen, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestritt. Mechanisch arbeitete sie sich täglich durch die immer größer werdende Lawine aus Anträgen, die sie ordnete, auf Vollständigkeit prüfte und in die Fachanwendung eingab. Für Hannah beruhte ihre eigene Arbeitsberechtigung nur auf dem Elend anderer Menschen, die täglich in ihrem Büro saßen und denen verzweifelt bewusst wurde, dass ihnen ab jetzt kein Cent mehr für Vergnügungen blieb. Es gab keinen fröhlichen Blumenstrauß mehr am Sonntagmorgen auf dem Frühstückstisch. Keine spontanen Einladungen, die bei Wein und Essen zu anregenden Gesprächen führten. Ab jetzt würden sich die meisten Gespräche nur noch ums Geld drehen, weil die finanzielle Lage allgegenwärtig war. Keine Ausflüge mit den Kindern, keine großen Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke für die Kleinen. Statt des Kinobesuchs gab es nun Fernsehen, der Urlaub wurde gegen Armutsstress getauscht. Manchmal fühlte sich Hannah hilflos gegenüber der Macht des Geldes. Glück gab es angeblich nur für Menschen, die hart arbeiteten und ihren Lebensunterhalt selbst bestritten. Da sie diese Bedingung erfüllte, fragte sie sich, warum sie selbst kein Glück verspürte?

Manchmal war sie erstaunt, gab es doch erfinderische Eltern, die trotz der geringen Zuschüsse vom Staat die Familie glücklich zusammenhielten. Bemühte Eltern, die sich selbst zu helfen wussten. In diesen Familien wurden abends Märchen erfunden, alte Brettspiele vom Flohmarkt gekauft und Bücher aus der Bücherei ausgeliehen. Hier wurde gemeinsam gekocht, gebastelt und alte Möbel aufgebessert. Selten erlebte Hannah, dass eine Familie so zusammenhielt und das Beste aus der Situation herausholte. Die meisten Familien zerbrachen an dem Unglück der Langzeitarbeitslosigkeit.

Wer war an diesem Dilemma schuld? Der Mensch selbst? Das System, in dem er lebte oder schlicht und ergreifend die Industrie mit ihren vielen Verlockungen? Verführerische Errungenschaften der Technik, die den Menschen vor Fernsehern und Computern festnagelten, mit dem Smartphone in der Hand durch Einkaufszentren laufen ließen, in denen die neueste Mode süßlich winkte. Wer hielt noch an, schaute von seinem Smartphone auf, begrüßte eine fremde Person und kam mit ihr ins Gespräch? Sind dies nicht die wahren Freuden im Leben? Hannah konnte es selbst nicht richtig einschätzen. War sie doch ein menschenscheuer Einzelgänger, der eher verächtlich über seine Spezies nachdachte. Sie schaffte es nur in wenigen Augenblicken ihres Lebens, ihre eigene Verschlossenheit zu überwinden. Beispielsweise im Urlaub, wenn sie auf Fehmarn bei ihrer Tante Erika und ihrem Onkel Heinz einige Tage oder Wochen verbrachte. Zwei Menschen, die sich stets um sie bemühten und ihr ein Zuhause gaben, als ihr eigenes in jungen Jahren zerbrach.

Ticktack sprach ihr Hirn, während sich die dunklen Wellen am Strand brachen und der helle Vollmond am Himmel immer wieder durch die Wolkendecke trat. Hannah schloss die Augen, gab sich dem Ostseewind und der salzigen Luft noch mehr hin. Das Büro löste sich auf. Hannah streckte sich aus und fühlte den kalten, großen Findling, auf dem sie jetzt gedanklich lag. Er war glatt und feucht. Sie strich mit ihren Händen darüber und nahm den feinen Salzstaub war, der sich auf ihren Fingern bildete. Die Blätter aus dem kleinen Wald hinter ihr rauschten, als wollten sie eine Geschichte erzählen. Die Wolken zogen vorbei und bildeten Schatten auf ihrem Gesicht, die die Augen unter den Lidern noch mehr verdunkelten. Sie sah Farben, die sich zu kleinen Mustern vereinten, wie in einem Kaleidoskop. Dann wiederum spürte sie, wie sich vom Wind die Haare auf dem Oberarm aufrichteten und sich eine Gänsehaut bildete. Sie nahm den Sand unter den Füßen war. Die obere Schicht war noch warm vom Tag, weiter unten wurde der Sand kühler und feuchter. Hannah fühlte sich geborgen. Als würde sie durch die Zeit reisen und alle Gefühle aufnehmen, die je ein Mensch wahrnahm, der irgendwann einmal in den Abend- oder Nachtstunden am Strand unter dem Mond lag. Sie fühlte sich eins mit der Natur, der Vergangenheit und der Zukunft. Als gäbe es keine Zeit, kein Ich und kein Du. Das Hier und Jetzt wurde von einem schwarzen Loch aufgesogen und vermischt, bis es nur noch ein Ewig und Immer gab. Hannah fühlte sich frei.

 

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