Kenizé Mourad Die Stadt aus Gold und Silber

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Inhaltsangabe zu „Die Stadt aus Gold und Silber“ von Kenizé Mourad

Ein bewegendes Epos, eine legendäre Frau und eine vergessene Welt Indien 1856. Im Harem von Lakhnau herrscht blankes Entsetzen. Britische Soldaten haben den Palast gestürmt und vertreiben die Favoritinnen aus ihren Gemächern. Nur eine Frau stellt sich dem englischen Besatzer: Hazrat Mahal, das zur Königin aufgestiegene Waisenmädchen. Sie ist ebenso schön wie entschieden, ihre Heimat zu retten. An ihrer Seite kämpft der treue Radscha Jai Lal, der für sie alles opfern würde. Zwei Jahre lang ist Hazrat die Seele des Widerstands, bis die Briten ihr ein unmoralisches Angebot machen …

Fazit: Für Indien-Fans ist dieses Buch sicherlich ein absolutes Muss, besonders wenn man sich für die Geschichte Indiens während der Kolonialherrschaft interessiert.

— Bellexr
Bellexr

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  • Wanderbuch: Kenizé Mourad- Die Stadt aus Gold und Silber

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Jana-meinewelt

    Jana-meinewelt

    Hallo ihr Lieben, ich würde gerne ein Wanderbuch rumgehen lassen! Kurzbeschreibung vom Buch: Indien 1856. Im Harem von Lakhnau herrscht blankes Entsetzen. Britische Soldaten haben den Palast gestürmt und vertreiben die Favoritinnen aus ihren Gemächern. Nur eine Frau stellt sich dem englischen Besatzer: Hazrat Mahal, das zur Königin aufgestiegene Waisenmädchen. Sie ist ebenso schön wie entschieden, ihre Heimat zu retten. An ihrer Seite kämpft der treue Radscha Jai Lal, der für sie alles opfern würde. Zwei Jahre lang ist Hazrat die Seele des Widerstands, bis die Briten ihr ein unmoralisches Angebot machen … 1) Ihr habt 2 Wochen Zeit um das Buch zu lesen. Nach 2 1/2 Wochen sollte es dann spätestens verschickt sein! 2) Ihr müsst euch selber um die Adresse eures Nachfolgers kümmern! 3) Bitte kommentiert hier, wann das Buch bei euch angekommen ist und wann ihr es losschickt! Wenn ihr mitlesen wollt, schreibt einfach kurz einen Kommentar ;) Die Zahl ist auf 15 Leser begrenzt! Teilnehmer: 1.Moni-Que angekommen/verschickt! 2.melanie_reichert angekommen/verschickt! 3.schokoloko29 4.reading-books 5.Mone80 6. 7. ...

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Infinity_Books

    Infinity_Books

    17. October 2012 um 23:38

    .:Empfehlung:. Es ist gar nicht einfach für dieses einmalige Buch die richtigen Worte zu finden, ich bin immer noch ganz ergriffen denn die Geschichte der jungen Muhammadi die man später nur noch als Begum Hazrat Mahal "Seele der Revolte" verehrt ist eine, die man nicht so leicht vergessen kann. Voller Bewunderung und Respekt für sie, wie sie ihr Volk in Freiheit führen und leben lassen möchte bin ich am Ende des Buches so voller Mitgefühl das mir ehrlich gesagt die Tränen kamen. Denn trotz der großen Taten und Leiden die sie über sich ergehen lassen musste ist es einfach unheimlich traurig das sie nicht einfach liebende Frau und Mutter sein konnte, wie es für uns heute völlig zur Normalität geworden ist. Dieses Buch ist sicher nicht für jeden etwas, denn viele Geschichtliche Daten und Hintergründe ziehen sich durch das Buch, doch ich kann jedem nur immer wieder sagen das es sich lohnt jede einzelne Zeile, jede einzelne Seite zu lesen und mit ihr den Weg zu gehen der so beeindruckend ist. .:Fazit:. [Vorsicht Spoiler!] Muhammadi wird in ärmlichen Verhältnissen geboren und hat in ihrer Jugend schon so viel Leid erlebt. Dies ist grundsätzlich eigentlich der erste tiefere Einblick in die Lebensweise Indiens die ich selbst zwar niemals leben, aber respektieren kann. Sie findet ihren Weg in den Harem des Königs von Awadh, des Wajid Ali Shahs, dieser wird vom Volk geliebt und bewundert, ist jedoch eher der Poet und friedvolle Mensch. Die Ostindiengesellschaft ist es, die den Vertrag der mit Awadh geschlossen wurde irgendwie umgehen will um sich den Staat an zu eigenen. Immer wieder gibt es fadenscheinige Gründe um den König seiner Macht zu berauben. Muhammadi gebiert ihm einen Sohn und wird somit zu einer Königsmutter und erhält den neuen Namen Hazrat Mahal. Mit ihrem Diener Mammoo Khan der immer an ihrer Seite ist hält sie sich auf dem laufenden was im Staate passiert, denn schon damals als sie noch nicht Rajmata eine Regentin und Königin ist, interessiert sie sich für die Geschicke und politischen Entwicklungen für die sich ihr Mann so wenig zu interessieren scheint. Es ist anfangs sehr verwirrend, denn die ganzen unbekannten Namen und Titel in Indien sind nicht so einfach aber man gewöhnt sich im laufe des Buches daran. Ebenfalls an die für mich irritierende Lebensweise, ein Harem ist etwas normales dort, was hier in Deutschland völlig undenklich wäre. Die Frauen dort sprechen niemals offen mit einem Mann, sind stets verschleiert und oft durch eine Trennwand von dem Mann mit dem sie reden abgeschirmt. Um so erstaunter war ich, als ich las, dass eine Mutter eines minderjährigen Sohnes der König wird automatisch Regentin ist, bis zur Vollendung der Volljährigkeit. Einerseits sprechen die Männer in diesem Land den Frauen so wenig zu, doch folgen sie eben dieser durch jede Freud und jedes Leid. Erstaunlich. Ich habe schnell gemerkt, das es wie in fast jedem Krieg nicht nur um Macht und Geld sondern auch um den Glauben geht. Die Intoleranz jedem Menschen selbst zu gestatten zu wählen und nur das EIGENE als Richtig auf zu zwingen. Als der König vermeindlich aufbricht um nach der Annexion Awadhs bei der Königin Elisabeth in England vor zu sprechen wird er in Fort Williams festgehalten. Doch Hazrat Mahal weiß, dass er wohl niemals vorgehabt haben mag weiter zu gehen und für sein Volk zu kämpfen. Das Volk benötigt einen König um Mut zu fassen und man setzt vorläufig den damals 12 jährigen Sohn Hazrat Mahals, Birjis Qadar, auf den Thron. Dieser wird schnell vom Volk verehrt und auch Hazrat Mahal als neue Rajmata wird vom Diesem anerkannt und geliebt. Doch nicht Jeder ist mit ihnen einverstanden, so hat sie nicht nur den Briten die Stirn zu bieten sondern auch einigen eigenen Leuten, was ich niemals verstehen werde. Wenn das eigene Land im Krieg ist, wie kann man sich nur gegenseitig bekriegen und sich schwächen. Bis zur Mitte des Buches ist es Viel, dass vorweg erzählt und gesagt werden muss, doch dann beginnt der Krieg, die Revolution, das Volk kämpft um die Freiheit an der Seite von König und Königsmutter. An dieser Seite steht ebenfalls der Radscha Jai Lal Singh und bespricht jeden Schritt mit ihr. Ein intelligenter und kluger Kopf der sich nichts zu eben diesem steigen lässt. Er ist ebenso wie ich beeindruckt von der jungen klugen, intelligenten und schönen Frau die es versteht politisch geschickte Schritte ein zu leiten. Das Buch ist mit den jeweiligen Daten der Schlachten versehen und erzählt so die 2 Jahre lange Revolte. Dies lässt das Buch rasant an Fahrt auf nehmen und man hängt nur noch mit den Lippen an dem Buch um auch ja nichts zu verpassen. Unglaubliche Massaker und Blutvergießen folgen, monatelang, in denen nur wenig Freude bleibt. Für Hazrat in Form der aufkeimenden Liebe zum Radscha Jai Lals. Doch immer weniger Zeit hat sie für ihren Sohn der seinerseits die Last eines Königs trägt. Es ist einfach überwältigend was in all der Zeit passiert, Bündnisse, Spionage, Verrat... Doch diese Frau hat bis zuletzt gekämpft. Ich will nicht direkt das Ende verraten, denn damit würde ich dieses Mal wirklich zu viel preis geben, ich lege euch dieses grandiose Werk das ebenfalls "Das Buch von Gold und Silber" zu nennen sein sollte, sehr ans Herz.

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Jana-meinewelt

    Jana-meinewelt

    14. October 2012 um 14:08

    Cover: Das Cover hat mich wirklich sehr angesprochen. Ich finde, dass der schöne Goldton und die Ornamente auf dem Cover wirklich gut zum Land und zur Kultur Indiens passen. Man fühlte sich gleich, als wäre man woanders. Man wusste, dass es irgendwo im Orient liegt und eine historische Geschichte ist. Ich finde es klasse! Details und meine Meinung: Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich noch nie zuvor ein historisches Buch gelesen habe. Zwar hab ich ab und zu einen Highlander-Roman gelesen, aber nie eines, wo es so sehr um Geschichte ging. Aber es hat mir dennoch ganz gut gefallen. Es war informativ und interessant, wenn auch an manchen Stellen einfach zu wenig Spannung herrschte, sodass ich das Buch ein paar Mal zur Seite legen musste, bevor ich mich dann doch dazu aufraffen konnte, es weiter zu lesen. Aber ich muss mich sagen, es hat sich gelohnt und ich bin froh, dass ich es zu Ende gelesen habe. Ganz besonders hat mir die Protagonistin Hazrat Mahal gefallen. Sie ist eine unglaubliche Frau und ich hab sie von Anfang an bewundert. Sie ist eine wirklich klasse Frau, die für die als Regentin für die Freiheit Indiens kämpft. Und sie ist sehr facettenreich, findet aber irgendwie immer das Richtige maß. Sie hat ein gutes Herz, kämpft für das Volk, statt für sich selbst, versucht sich immer gut um ihren Sohn zu kümmern und tut einfach immer ihr Bestes. Und obwohl sie eine Frau ist, kämpft sie politisch mehr als der eigentliche König. Doch worum geht es eigentlich? Um die Freiheit Indiens. Um die Freiheit, um die sie schon vor Ghandi gekämpft haben. Dabei werden die Geschehnisse oftmals sehr brutal und grausam erläutert. Man kann sich also ein gutes Bild davon schaffen, wie sehr die Inder unter den Briten litten und wie wenig Verständnis die Briten für sie hatten. Dieser Einblick in eine andere Zeit und Kultur war so spannend und schockierend, dass ich manchmal echt dachte: Was sind das für Menschen? Doch Hazrat Mahal war nicht immer Regentin, denn der Herrscher des indischen Fürstenstaates Awadh Wajid Ali Shah reist nach England, um sein Recht bei der Königin einzufordern, da er nach Meinung der Briten nicht in der Lage ist zu regieren. Doch leider blieb es nicht dabei, denn er wurde verbannt und inhaftiert. Somit blieb dem Staat Awadh nicht anderes übrig, als ihn unter Führung des 12-Jährigen Sohnes Birjis Quadar und seiner Mutter, die eben keine Andere als Hazrat Mahal ist, zu bringen. Nicht wirklich schlecht für Indien, denn zu dieser Zeit passiert vieles und man kann sagen, dass Hazrat Mahal einen wichtigen Bestandteil in der Geschichte Ghandi's spielt. Fazit: Eine interessante und facettenreiche Geschichte, die wirklich informativ ist. Wenn auch für mich ein wenig zu Informativ, dass es manchmal einfach wie ein Text aus einem Geschichtsbuch wirken kann und einfach ein sehr komplexes Zeitdokument. Dennoch war ich nicht abgeneigt das Buch zu Ende zu lesen. Ich habe mir dabei wirklich viele Gedanken gemacht und konnte ganz in die Erlebnisse eintauchen. http://jana-meinewelt.blogspot.de

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    larissawolf

    larissawolf

    03. October 2012 um 13:20

    www.laris-buecherkiste.blogspot.de Erster Satz: Im Jahr 1856 wird Indien von der englischen Ostindiengesellschaft beherrscht. Meine Meinung: Buchgestaltung: Buch ist in wunderschönen Gelb- und Orangetönen gestaltet und spiegelt den Reichtum Lakhnaus wider. Sehr schönes Cover! Handlung: Jeder weiß von Indiens Kampf um seine Freiheit unter der Kolonialmacht England, doch meistens wird nur Ghandi damit in Verbindung gebracht. Doch schon ein Jahrhundert vor dessen Wirken, hat sich das indische Volk gegen seine Unterdrücker aufbegehrt und zwar unter der Führung der einzigartigen Regentin Hazrat Mahal, die heute kaum einer kennt. Als Waisenmädchen aufgewachsen, kommt sie dank ihrer Schönheit und ihrer Dichtkünste an den Hof des Herrschers und wird in dessen Harem aufgenommen. Sie bekommt einen Sohn und bewundert ihren künstlerisch begabten König, der von seinen Untertanen geliebt wird. Doch als die Briten ihre Versprechungen gegenüber dem König brechen und dessen Reich annektieren wollen, unternimmt der König und seine Mutter und die ältesten Söhne eine lange Reise an den Hof von Königin Viktoria, um für ihre Stadt Gnade zu erbitten. Doch dies haben die Briten auf keinen Fall vor, denn Lakhnau ist voller Reichtum. Überall im Reich sind die Menschen unzufrieden mit der zunehmenden Unterdrückung durch die Ostindiengesellschaft und es kommt zu immer größeren Rebellionen. Da das Volk aber einen Herrscher braucht, wird Hazrats zehnjähriger Sohn zum König und sie zur Rajmata (Königinmutter) und somit zur Regentin gekrönt. Anfangs bin ich nur schwer in die Geschichte reingekommen, es tauchen sehr viele verschiedene Personen und Orte auf, so dass man leicht durcheinander gerät. Da es sich um historisch reale Personen handelt, übernimmt die Autorin auch hin und wieder belegte Zitate, die das ganze Buch sehr authentisch machen. Dadurch kommt auch viel Spannung auf, man fiebert dauernd mit und hofft auf ein gutes Ende. Das Buch rüttelt den Leser auf, es ist wirklich schockierend, mit welcher Grausamkeit die Briten in ihren Kolonien vorgegangen sind. Natürlich lässt sich sowas auf alle Kolonialmächte übertragen, was doch sehr erschreckend ist und nicht verschwiegen oder heruntergespielt werden sollte! Es ist mir nach diesem Buch absolut kein Wunder mehr, dass viele islamischen und hinduistischen Völker die Briten hassen ... Teilweise erinnerte mich das Buch mehr an ein Sachbuch als an ein Roman, was aber nicht negativ ist. Die Ereignisse der drei Jahre werden teilweise mehr oder weniger detailliert behandelt, somit erhält man einen guten Einblick in die Anfänge der indischen Widerstände gegen ihre Kolonialherren. Charaktere: Hazrat Mahal ist eine unglaublich starke Frau, Regentin und Mutter. Es ist wirklich sehr schade, dass sie in der Weltgeschichte so unbekannt ist, obwohl sie die Bedingungen für Ghandi und seinen Widerstand geschaffen hat. Unter ihrer Herrschaft wäre es den Indern fast gelungen, die Briten aus ihrem Land zu vertreiben und wieder eine tolerante und eigene Kultur aufzubauen. Ihre Persönlichkeit hat mich sehr überzeugt, sie ist bereit sich für ihr Volk zu opfern, obwohl sie ihren eigenen Kopf hätte retten können. Hazrat ist vielleicht nicht immer die fürsorglichste Mutter, aber sie versucht ihr Bestes und das, obwohl sie gleichzeitig noch Regentin und Kriegsführerin/ Strategin ist. Sie ist wirklich bewundernswert! Sie hält ihren Platz in einer Männerwelt und räumt mit allen Vorurteilen einer weiblichen Regentin auf. Im Roman kommt es auch zu einer Liebesgeschichte, die sehr schön ist, trotz aller äußeren Widrigkeiten. Die starke Hazrat hilft dem Volk viel mehr, als es der eigentliche König mit seinem schwachen politischen Geschick jemals könnte! Sprache: Am Anfang und auch noch in der Mitte war ich oftmals etwas verwirrt, aufgrund der vielen verschiedenen Personen. Aber bis auf diese Stellen, hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Die Autorin verbindet viele verschiedene Perspektiven, teils von Briten und teils von Indern. Somit erhält man einen guten Rundumblick über alle Geschehnisse, und kann es von verschiedenen Fronten beleuchten. Denn nur so versteht man die Gedanken und Motive beider Seiten! Mein Fazit: Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Frau im Kampf um die Freiheit ihres Volkes! Authentisch und spannend, mit realen Persönlichkeiten der Geschichte Indiens und Großbritanniens! Jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert, insbesonders indische Geschichte und den Widerstand gegen die Kolonialmacht England.

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Klusi

    Klusi

    25. September 2012 um 12:49

    Die Handlung des Romans spielt um die Zeit zwischen 1856 und 1859, beginnend bei der Annexion des indischen Fürstenstaates Awadh, der bis dahin unter der Herrschaft von Wajid Ali Shah stand. Diesem wurde von den Briten die Fähigkeit aberkannt, vernünftig zu regieren, und so war die Ostindiengesellschaft bestrebt, den Staat zu annektieren, wie es das Schicksal vieler kolonialisierter Gebiete zur damaligen Zeit war. Awadhs Herrscher beschloss, selbst nach England zu reisen, um sein Recht bei der Königin persönlich einzufordern. Wenig später erfuhr seine zurück gebliebene Familie, dass er inhaftiert und nach Kalkutta ins Exil verbannt worden war. Um dem Staat Awadh vorübergehend wieder eine Führung zu geben, bringt Wajid Ali Shas vierte Ehefrau, die Begum Hazrat Mahal, ihren 12-jährigen Sohn Birjis Quadar auf den Thron. Sie ist die Hauptperson dieser Geschichte, eine charismatische Frau, der ihr Volk am Herzen liegt, da das frühere Waisenmädchen selbst aus einfachen Verhältnissen stammt. Ihre Handlungen und Entscheidungen, die sie als Regentin, im Namen ihres Sohnes, für ihr Land trifft, ziehen sich wie eine Leitlinie durch das ganze Buch. In dem Radscha Jai Lal findet sie einen treuen Vertrauten und Mitkämpfer. Die Ostindiencompany war nicht darauf gefasst, dass sich die Bevölkerung gegen die Engländer stellen würde, denn die Verantwortlichen hatten sich Dankbarkeit von den angeblich Ausgebeuteten erwartet. Aber überall im Land brodelt es und kommt zu Unruhen, die sich 1857 zu einem blutigen Aufstand ausweiten. Hindus und Moslems ziehen gemeinsam an einem Strang, um ihren Unterdrückern die Stirn zu bieten. Betrachtet man die prachtvoll-orientalische Covergestaltung, erwartet man eher eine märchenhafte, exotische Geschichte. Aber der erste Eindruck täuscht. Die Handlung ist alles andere als glänzend, phantastisch oder prachtvoll. Die Autorin schildert sehr real die politischen Unruhen und die erbitterten Kämpfe eines Volkes, für die Freiheit und gegen die Bevormundung und Arroganz ihrer Kolonialherren. Es werden die Beweggründe beider Seiten betrachtet, denn anfangs waren die Inder den Briten gegenüber eher friedfertig und freundschaftlich gesonnen. Die Umstände, die zur gewalttätigen Eskalation führten, waren vielfältig und komplex. Im Verlauf der Handlung werden sie sehr ausführlich dargelegt. Es geht nicht allein um die reichen Schätze des Landes, sondern auch um radikale Missionierungsversuche, um Unverständnis und Respektlosigkeit gegenüber den Bräuchen und dem Glauben der Einheimischen. Folgendes Zitat aus dem Buch bringt es in wenigen Worten auf den Punkt: „Die Stärkeren machen sich selten die Mühe, die von ihnen Dominierten zu verstehen sie konzentrieren sich auf Details, die sie lächerlich und schockierend finden, und das bestärkt sie noch in ihrem Vorurteil. Doch wenn man ihnen etwas zu erklären versucht oder ihnen sogar beweisen kann, dass sie sich irren, dann sträuben sie sich und brechen das Gespräch ab.“ Die im Präsens gehaltene Erzählung wirkte auf mich eher wie eine sachliche Berichterstattung. Sie zeugt von aufwändiger Recherche, und die Autorin verfügt über immense Kenntnisse der damaligen Geschichte. Ihre Ausführungen zu den Kämpfen und brutalen Übergriffen sind sehr detailliert und machen das Ausmaß des Schreckens für die Bevölkerung deutlich. Für mein Empfinden handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen kurzweiligen Unterhaltungsroman (unterhaltsam fand ich die ständigen Gefechte und Auseinandersetzungen beileibe nicht), sondern es wirkt auf mich eher wie ein historisches, erschütterndes Zeitdokument, mit fiktiven Elementen. Leser, die sich für Indiens Vergangenheit interessieren, werden in diesem Buch einen wahren Fundus an Wissen entdecken, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um einen Roman mit sehr komplexer Handlung und vielen, größtenteils historisch realen Personen handelt, ist die Darstellung der einzelnen Charaktere leider etwas zu kurz gekommen.

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Bellexr

    Bellexr

    23. September 2012 um 19:36

    Die Seele des Widerstands . Als vierte Frau des Königs von Awadh lebt die junge Hazrat Mahal wohlbehütet im Harem von Lakhnau. Doch hiermit ist es vorbei als das britische Königreich am 07. Februar 1856 nun auch die Stadt aus Gold und Silber annektiert. Der König flieht nach Kalkutta ins Exil und Hazrat wie auch die anderen Ehefrauen und Favoritinnen von König Wajid Ali Shah sehen sich den britischen Besatzern gegenüber, die sie schon bald aus dem Palast vertreiben. Zusammen mit Radscha Jai Lal organisiert Hazrat den Widerstand und nimmt als Regentin von Awadh den Kampf gegen die übermächtigen Kolonialherrn auf. . Man merkt praktisch von der ersten Seite an, dass Kenizé Mourad sich bestens mit der Geschichte Indiens während der Kolonialherrschaft Englands durch die Ostindiengesellschaft auskennt und hier ganz besonders mit der Annexion des nordindischen Reiches Awadh. Viele historisch belegte Zitate lässt die Autorin zudem immer wieder in den Roman mit einfließen, die durch Sternchen gekennzeichnet sind und natürlich verwendet sie viele indische Fachbegriffe und Fremdwörter, die im Glossar nachgelesen werden können. . Prall und bildhaft beschreibt die Autorin zumeist das Leben der jungen Hazrat Mahal (1820 – 1879), die als Waisenmädchen mehr durch Zufall von Kurtisanen aufgenommen wird und hierdurch bald Kontakt zum Palast erhält. Durch ihr selbstsicheres Auftreten fällt sie dem König auf, der sie schon bald zu seiner vierten Frau nimmt. Hazrat ist im Harem eher eine Außenseiterin; lieber dichtet und liest sie als sich dem Klatsch und Tratsch der übrigen Frauen anzuschließen. Mithilfe ihres Eunuchen ist Hazrath zudem immer über die aktuellen politischen Geschehnisse in Lakhnau informiert; Mammoo ist ihr Auge und ihr Ohr in der Stadt. . Anschaulich erzählt Kenizé Mourad, wie sich das Leben Ende des 19. Jahrhunderts in Indien unter der Kolonialherrschaft Englands gestaltet hat. Sehr deutlich schildert sie die Überheblichkeit und die Arroganz, welche die Ostindiengesellschaft gegenüber den Einwohnern Indiens an den Tag legen; für diese sind sie nur „die Eingeborenen“, „die Neger“, Bedienstete eben, die nicht weiter beachtet werden müssen. Besonders nach der Annexion bekommt das indische Volk dies massiv zu spüren, sie werden überhaupt nicht mehr respektiert, gedemütigt, ihrem Stolz beraubt, schamlos ausgebeutet und wahllos ermordet. . Das hervorragend funktionierende Wirtschaftssystem, welches bisher im Königreich Awadh sehr erfolgreich war und auch armen Menschen ein recht sorgenfreies Leben garantierte, bricht binnen kürzester Zeit zusammen. Zudem lebten bisher Hindus und Muslime friedlich miteinander und selbst Christen wurden voll und ganz respektiert. Dies ändert sich durch die Machtübernahme der Briten ebenfalls durch ihre Art der Christianisierung. . Kenizé Mourad ist ein opulenter und praller Roman gelungen, doch stellenweise gibt die Autorin einfach den historischen, trockenen Fakten zu viel Raum, sodass man stellenweise das Gefühl hat, mehr ein Geschichtsbuch anstelle eines Historischen Romans zu lesen. Gerade als die Ereignisse anfangen sich zu überschlagen und die Erzählstränge ständig zwischen der britischen Armee und der Regentin von Awadh wechseln, wirkt der Erzählstil oft schon sehr sachlich und distanziert. . Dies war auch mit ein Grund, dass Hazrat Mahal, wie auch Mammoo oder Radscha Jai Lal und auch die britischen Mitwirkenden, hier besonders natürlich Sir Henry Lawrence, für mich keine richtigen Konturen annahmen, stellenweise kamen sie mir wie Statisten vor, die nun mal bei den historischen Geschehnissen dabei waren, aber ein Mitfiebern fand – zumindest bei mir – kaum statt. . Fazit: Für Indien-Fans ist dieses Buch sicherlich ein absolutes Muss, besonders wenn man sich für die Geschichte Indiens während der Kolonialherrschaft interessiert.

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Nivija

    Nivija

    Kenizé Mourad »Die Stadt aus Gold und Silber» Rezension: Nordindien, im Jahr 1856: Mummahadi ist ein aufgewecktes und hübsches Mädchen, hinein geboren in eine Handwerkerfamilie und durch den frühen Tod ihrer Mutter an ein hartes Leben mit viel Arbeit gewöhnt. Als sie aber auch noch im Alter von 12 Jahren zur Vollwaise wird, sieht sie ihre Zukunft in den Elendsvierteln der Stadt liegen. Doch sie hat Glück im Unglück, denn die Familie eines Onkels nimmt sich ihrer an. Im Haushalt ihrer Verwandten genießt sie wenig Wohlwollen, denn ein Esser mehr macht es schwerer für die arme Familie. Eines Tages stehen 2 bekannte Kurtisanen vor der Tür und entdecken das ausgemergelte, aber wunderhübsche Kind. Gegen eine beachtliche Ablösesumme wechselt Mummahadi ihr Zuhause und wird fortan von den beiden Frauen zur Kurtisane ausgebildet. Nach 2 harten Jahren, in denen sie die wichtigen Regeln und Künste als Unterhalterin erlernt hat, wird sie am Hof des Königs vorgestellt und die Hoffnung ist groß, dass sie gegen eine gebührende Belohnung ein Neuzugang für den königlichen Harem werden könnte. Doch zum Entsetzen der beiden Frauen punktet Mummahadi nicht mit guten Benehmen und unterwürfigen Verhalten, sondern benimmt sich wider Erwarten aufmüpfig und kratzbürstig. Der junge König ist verblüfft über dieses eigenwillige Mädchen, das ihn mit ihrer natürlichen, direkten und kompromittierenden Art fasziniert. Noch am selben Abend entspinnt sich eine zarte Bande zwischen den beiden, denn nicht nur der König ist der Poesie und dem Theater sehr zugetan, auch Mummahadi liebt poetische Wortspiele und Schauspiele. Doch so sehr sich die beiden auch mehr Zeit für einander wünschen, können sie ihrer Sehnsucht keinen Raum geben. Das Leben und die Regeln im Harem sind für die 14-jährige Mummahadi erdrückend und von den Ehefrauen des Königs wird sie mit Spott und Hohn übersät und ausgegrenzt. Immer mehr flüchtet sie sich in die Momente, in denen sie dichten kann und die wenigen Stunden, in denen sie der König zu sich in‘s Bett holt. In dieser Zeit teilt sie nicht nur die Fleischeslust mit ihm, sondern sie können sich auch stundenlang am Austausch zu Literatur und Philologie laben. Kurz darauf wird sich die ganze Welt, sowohl in, als auch vor den Palastmauern verändern. Mit einem Geschenk des Himmels, denn sie trägt ein Kind unter ihrem Herzen, sollte sich ihre Stellung innerhalb der Hierarchie bald erheblich verbessern. Doch dann stürzen dramatische Veränderung der politischen Lage und der Lebensverhältnisse über das Königreich Awadh herein. Plötzlich scheint alles aus den Fugen zu geraten und es gilt seinen Platz im Umbruch zu finden. Sie wird ein wichtiger Teil der großen Revolte im Kampf für Indien und seine Rechte.... Mein Fazit: Kenizé Mourad hat schon einige historische Romane geschrieben, allerdings war ich bisher mit keinem ihrer Werke vertraut, da dieses Genre eher weniger zu meinem bevorzugten Lesestoff gehört. Mein erstes Buch von ihr hat mir deshalb gefallen, weil ich Einblicke in eine mir bisher unbekannte, aber wichtige Epoche der indischen Geschichte bekam. Gleich im Prolog wird man mit einem beeindruckenden Zitat, einem geschichtlichen Überblick und dem Hinweis, dass es sich um einen Roman mit Vorlage zu realen Personen und Ereignissen handelt, empfangen und eingestimmt. Dadurch war meine Neugierde geweckt, welche Frau eine solch wirkungsreiche Rolle im 19. Jahrhundert in Nordindien gespielt hat, dass ihr auf diesem Weg nun ein ganzes Buch zuteil wurde. Mit „Die Stadt aus Gold und Silber“ tritt man eine Zeitreise in die konfliktreiche Vergangenheit Indiens an. Auch wenn der Titel und die Aufmachung des Covers erstmal auf eine eher leichte, verspielte Lektüre (ala Bollywood) schliessen lassen könnten, so wird spätestens beim Lesen des Klappentext klar, dass es eines dieser Bücher ist, die einen ganz nah an die Biografie einer Legende führen und eine geballte Ladung Kraft haben, vergleichbar mit einem Epos. Dem Leser wird die Möglichkeit geboten, einzutauchen in eine umfassende und gut recherchierten Handlung, die weitreichend auf originalen Überlieferungen und Dokumenten basierend, ausgearbeitet wurde. Es ist eine Hommage an eine starke Staatsfrau, Strategin, Ehefrau und Mutter, die geboren in einfachsten Verhältnissen, durch einige glückliche Fügungen im Leben ihre Bestimmung und ihren Dienst in die Hände der Volkes legen konnte. Auf der anderen Seite erfährt man einiges über die Ostindiengeselllschaft, einem der britischen Krone angehörender Handelskontor, der die beginnenden Zerwürfnisse innerhalb der indischen Mogulreiche im vorletzten Jahrhundert zu ihren Gunsten zu nutzen wussten und dadurch in einer starken Position für verlockende Angebote war, die den Indern viele Freiheiten nahmen und deren Einwilligung sie noch Jahrzehnte danach teuer bezahlen sollten. Aber auch das Thema „Miteinander der Religionen“ spielt eine wichtige Rolle, handelt es sich doch bei Indien um einen Vielvölkerstaat, in dem unzählige Religionen praktiziert und verschiedenste Götter angebetet werden. Das Buch erzählt die Geschichte von Mummahadi (später dann Begum Hazrat Mahal), die zukünftige Ehefrau des Königs, der man zuerst als Kind begegnet und sie dann auf verschiedenen Stationen ihres Lebensweg durch die Arbeiterschicht, gefolgt von der harten Ausbildung zur Kurtisane bis zur Aufnahme in den Harem im wohlhabenden Königreich Awadh weiter begleitet. Man bekommt interessante Einblicke in die zur damaligen Zeit üblichen Sitten und Umgangsformen verschiedener Schichten, z.B. die des Kastensystems und die damit verbundenen strikten Verhaltensregeln, als auch die drakonischen Strafen bei Verstößen. Dieser Roman bringt uns den Kampf und die Auflehnung der Staaten gegen die Annexion großer Teile Indiens durch die Briten nahe, die Korruption, die Rebellion, die Aufstände, als auch der späte Versuch ein Arrangement des Miteinanders zu erwirken. Mit dem Buch bekommt man Einblicke in das Leben und Handeln der Begum Hazrat Mahal, die schon als Kind eine willensstarke, ehrgeizige und gerechtigkeitsliebende Persönlichkeit besitzt und diese Charakterzüge verhelfen ihr auch in den beschriebenen Jahren zu einem ereignisreichen Lebenslauf, der ihr bis in die Gegenwart einen Platz als Heldin und Kämpferin für die Unabhängigkeit Indiens im Herzen ihrer Landsleute beschert hat. Aber auch die anderen Charaktere, ihr Mann – der König Wajid Ali Shah, ihr treuer Diener – Eunuch Mammoo, wie auch die wichtigen Männer des Widerstands allen voran Radscha Jai Lal haben mit ihrer Einzigartigkeit die Geschichte bereichert und für mich waren sie, jeder auf seine Art, Helden mit starker Ausstrahlung und einem idealistischen Weg. Vom Erzählstil war ich trotz der Schwere und Dramatik des Themas positiv überrascht. Kenizé Mourad findet die richtigen Worte um farbenfroh und mitreissend zu schildern und den Leser neugierig zu machen auf diese Kultur und die damalige Zeit, eine espritreiche Lebensgeschichte zu entdecken, die auch hier stark von Abhängigkeiten und Sitten eingeschnürt wird. Am Anfang war ich von den wechselnden und teilweise mehreren Namen/ Titeln zu einer Person etwas abgelenkt und irritiert, sodass ich immer wieder das Glossar mit allen wichtigen Erläuterungen nutzen musste. Aber irgendwann hatte ich dann keine Probleme mehr und ich konnte dem Wechseln folgen. Durch die facettenreiche Verknüpfung der privaten und geschichtlichen Ereignisse der Zeit und die lockere Art die Geschichte zu erzählen, empfand ich das erste Drittel wirklich sehr temporeich und spannend. Hier kam die Handlung gut voran und es machte Spass die neue Welt am Hof, im Harem und später als Gattin des Königs zu erkunden. Allerdings verliert sich die Autorin dann im mittleren Teil in einem Geschichtsbuch typischen Verlauf mit fast chronologischen Aufzählungen zu Kampfhandlungen und strategischen Planungen, die sicher wichtige Eckpunkte sind, mir aber dann in einem Roman zu exzessiv waren und es deshalb für einen längeren Teil öde wurde. Dadurch hat sich dann auch die Leselust merklich gedämpft und den Fortgang der Geschichte empfand ich somit zunehmend zäh. Jedoch kam zum Ende hin noch mal mehr Bewegung in die Handlung, denn hier fand die Autorin wieder in den vom Anfang gewohnten Erzählstil zurück und es gab endlich noch erwartete Aufschlüsse bezüglich einiger Schicksale der Hauptpersonen. Leider wurde hier dann an der Tiefe der Ausarbeitung gespart, so dass teilweise zu schnell über einzelne Sachen hinweg gegangen wurde, die ich mir noch mehr genauer gewünscht hätte. Schade, denn so hatte ich nach dem Zuschlagen nicht ganz das befriedigende Gefühl, dass ich nach dem ersten Teil des Buches hatte. Kurz gesagt: Ein lehrreiches, aber genauso intensives und unterhaltsames Epos, das den Beginn der Besatzungszeit Indiens, als auch einer starken Kämpferin mit Wurzeln aus dem einfachen Volk nachzeichnet. Der Roman fühlt sich aufgrund der ausgezeichneten Recherche nicht nur sehr echt an, sondern ist es zu großen Teilen auch. Negativ empfand die zu lehrbuchhafte und umfangreiche Ausarbeitung der Teile des Widerstands und der Revolte und das oberflächliche, schnelle Ende. Dieses Buch ist aber auf jeden Fall lesenswert, um seine Kenntnisse und Einblicke zur Zeit der Annexion durch die Briten in Indien zu bekommen oder aufzufrischen. Wer historische Romane, das Land Indien und königliches Flair in Romanen liebt (und es dabei nicht auf Bollywood gefärbte Romanzen abgesehen hat), wird mit diesem Buch unterhaltsame Lektüre finden.

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. August 2012 um 12:58

    Ab und an packt es mich doch: das Historienfieber!!! Es ist unnachgiebig und sehr heftig. Eigentlich lese ich nicht gerne historische Bücher, denn sie sind mir meist zu zäh und es kommen mir zu viele geschichtliche Daten und Fakten darin vor und ich fühle mich dann wie auf die Schulbank zurück versetzt. Aber ab und zu habe ich das Glück das bei mir ein historisches Buch landet, dass doch ganz gut zu sein scheint und nicht so stark auf Daten und Fakten abzielt. So bin ich dieses Mal auch mehr oder weniger zufällig auf das Buch Gold und Silber gestoßen. Erst lag es da und sah recht nett aus, das war es dann aber auch schon. Der Anfang lies mich keine Höhenflüge machen und so wollte ich recht genervt wieder aufgeben. Aber das tat ich nicht sondern las weiter und was siehe man da??? Ein Buch das mich fesseln konnte ! Dieses Buch spielt in Indien und war daher erst mal neues Gebiet für mich. Es geht in diesem Buch um die Lebensgeschichte der Begum Hazrat Mahal, die als einfache Handwerkstochter geboren wurde und zur vierten Frau des Shas Wajid Ali. Sie wird Mutter und die Seele der Revolte, der Stolz der Frauen. Hier wird ein wahres historisches Ereignis erzählt, das mit einer wahren Heldin aufwartet und mich so noch mehr bibbern und mitfiebern lies. Natürlich wurden sich hier und da ein paar Freiheiten erlaubt um einen Roman und keine Biografie zu schreiben. Aber das hat mir noch besser gefallen. Hazrat ist eine junge Frau die sich nicht so gibt, wie es von ihr erwartet wird. Sie liest, schreibt Gedichte und liebt Abenteuer und man kann sie sich nicht als Frau die Frau von Shas Wajid Ali vorstellen, aber sie wird es und als bestimmte Umstände dazu führen, dass sie die Regentschaft übernimmt, kann sie bestimmen und muss einen schrecklichen Krieg leiten. Dies tut sie mit Mut und sehr viel Kraft und steigt so Stück für Stück zu einer sehr Bedeutenden Person auf. Dieses Buch ist Bildgewalt pur. Wir sehen die Prachtbauten direkt vor uns, können alles genau betrachten und haben das Gefühl ein Teil dieser Stadt aus Gold und Silber zu sein. Wir sehen die wundervollen Gemächer, fühlen Stoffe, schmecken exotische Speisen und erfahren so Stück für Stück welcher Opulenz diese Menschen sich damals hingaben. Begreifen aber auch schnell, dass alles stark vom Neid und Intrigen geprägt war und wurde und dass man nicht jedem trauen konnte, oder am Besten traute man nur sich selbst. Und dann können wir darüber weinen wie herrschsüchtig und geldgierig die Briten über Indien her vielen. Wie sie Stück für Stück alles an sich rissen und versuchten einem Volk mit wundervollen Riten und einer sehr starken Religion alles zu verbieten und ihnen das Leben der Briten aufzwingen wollten. Zwischen diesen Zerwürfnissen, diesem Krieg und der Revolte einer starken Frau entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte und eine Heldengeschichte die niemals in Vergessenheit geraten darf. Fazit: Ich bin berauscht mit allen meinen Sinnen. Dieses Buch ist ein Rausch der Gefühle und Emotionen, wir können nicht glauben was wir lesen, auch wenn wir darüber Bescheid wissen und auch wissen, dass es sich wirklich so zugetragen hat. Wir können nicht verstehen wieso Menschen sich immer wieder gegen fremde Besatzer wehren müssen und wieso Großmächte immer wieder versuchen kleinere Völker zu unterjochen. Doch wir lesen auch über die Revolten einer jungen und starken Frau, die versucht ihr Land zu schützen und zur Heldin einer ganzen Nation aufsteigt. Ein wundervolles Buch, dass ich allen empfehlen kann, die historische Bücher lieben oder damit beginnen möchten.

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  • Rezension zu "Die Stadt aus Gold und Silber" von Kenizé Mourad

    Die Stadt aus Gold und Silber
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    20. June 2012 um 14:30

    Historische Ereignisse im Gewand eines historischen Romans „Die Annexion Awadhs ruft in ganz Indien Empörung hervor. Jedermann betrachtet diese Annexion schlicht und einfach als Diebstahl. Wenn die Engländer fähig sind, den treuesten Verbündeten zu berauben, dann sind sie zu allem fähig“. Kenizé Mourad führt den Leser nach Indien, in die Zeit der Kolonialherrschaft Englands durch die Ostindiengesellschaft. 1856 sind die Verhältnisse scheinbar völlig geklärt, da greifen die Engländer noch einmal richtig zu und annektieren das Königreich Awadh, dessen Hauptstadt weit bekannt ist als die „Stadt aus Gold und Silber“, von verführerischem Reichtum, dem die Kolonialherren nicht widerstehen können und wollen. Awadhs König flieht mit seinem Hofstaat und mit ihm seine neue Frau, die schöne Hazrat. Deren Traum aus 1001 Nacht, vom Waisenmädchen zur Königin zu werden, steht nun vor den Trümmern. Doch Hazrat ist kein einfaches, tumbes Mädchen, dass nur durch sein Aussehen glänzt. Einen unbeugsamen, harten Kern trägt die junge Frau des Königs in sich und stellt sich mit an die Spitze des Widerstands gegen den übermächtigen Gegner England. Einem Weg, auf dem sie zunächst Verbündete sucht und mit ihrer Art auch gewinnt, allen voran den Radscha Jai Lal. „Ich wollte sie persönlich sprechen, weil es dringend ist. Der König ist in Lebensgefahr. Sie und ich, wir kennen ihn gut genug, um zu wissen, dass er die Gefangenschaft nicht ertragen wird. Sie sind sein treuester Freund. Haben Sie einen Plan?“. Ein Widerstand, der nicht nur in heimlichen Fluchtplänen oder Ränkeschmieden sich erschöpft, sondern der sich zu einem bewaffneten Volksaufstand ausweitet. Der Befehlshaber der Briten, Sir Henry Lawrence, begeht den Fehler, sich mit zu wenigen Männern in eine offene Schlacht zu wagen, ein Ereignis, das dem Widerstand noch mehr Auftrieb einbringen wird. Aber das ist erst der Auftakt. Der englische General Campbell erbittet massive Verstärkung aus England und die Kämpfe ziehen sich dahin, ebenso wie das gegenseitige Werben um Unterstützer. Je verfahrener die Situation wird, desto mehr sehen sich die Engländer genötigt, „das Problem zu lösen“ bis dahin, Hazrat ein heimliches Angebot zu unterbreiten. Kenizé Mourad kennt die Geschichte um Annexion und Widerstand Awadhs bis ins Kleinste Detail, scheint es. Weniger die abenteuerlichen oder persönlichen Schilderungen sind es, die ihrem Roman den roten Faden geben, sondern wie in einem geschichtlichen Lehrbuch legt sie den Konflikt, die Kämpfe, die politischen Verhandlungen und den erbitterten Widerstand vor die Augen des Lesers. Dies wirkt über mache Strecken im Buch doch ein wenig trocken, auch wenn Mourad sich einer einfachen Sprache bedient und die Handlung damit durchaus temporeich voranbringt. Die Verflechtungen der Geschichte Hazrats, ihre persönlichen Träume, ihre Ehe, all dies taucht in diesem Buch eher als Rahmenhandlung auf und nicht als das Eigentliche, welches die Geschichte trägt. Alles in allem legt Kenizé Mourad eine vor allem historische Erzählung über tatsächliche Ereignisse vor, denen sie einen Rahmen aus der persönlichen Geschichte der Widerstandsführer in Hazrat mit auf den Weg gibt. Gut zu lesen, kenntnisreich, doch für einen Roman birgt das Buch zuwenig an Entwicklungen der beteiligten Personen und auch zu wenig an einer „Spannungskurve der Geschichte der beteiligten Personen.

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