Kategorie: Abenteuer | Freundschaft | Phantastik | Spannung
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Besonderheit: Vereint große Kreativität der Handlungselemente mit gängigen Motiven einschlägiger Abenteuergeschichten (z.B. Schatzinsel) und nahbaren, mitreißenden Charakteren
Worum dreht sich die Handlung?: Matt Cruse, Steward auf dem Passagierzeppelin „Aurora“ hat einen großen Traum: Er würde gern selbst Luftschiffe fliegen. Den größten Teil seines Lebens hat er in der Luft verbracht, ja, ist sogar dort geboren worden. Die teure Luftfahrtakademie kann er sich aber nicht leisten. So muss er sich tagtäglich um die Bedürfnisse der Passagiere kümmern. Während eines zunächst gewöhnlichen Passagierflugs macht ihm besonders die eigenwillige Kate Probleme, eine angehende Naturforscherin, die niemand ernst nimmt. Deshalb hat sie sich auf eigene Faust aufgemacht, das Forschungserbe ihres Großvaters anzutreten – und Matt wird, zunächst mehr unfreiwillig, in dieses Abenteuer hineingezogen. Die Suche nach den sogenannten, phantastisch wirkenden Wolkenpanthern gestaltet sich als schwierig – doch bald überschlagen sich die Ereignisse. Luftpiraten, Havarie und unglaubliche Entdeckungen auf entlegenen Inseln sorgen für mehr Aufregung, als sich Matt jemals gewünscht hätte.
Große Themen im Hintergrund: Entdeckungslust | Freundschaft | Selbstvertrauen | Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit
Teilbewertung (Legende *= hat mich nicht überzeugt, **= ausbaufähig, ***=solide/gut zu lesen, ****= sehr gut/klare Empfehlung, *****= exzellent/schwer zu erreichen):
- Handlung *****
Die Handlung ist linear aufgebaut (mit Ausnahme eines kurzen Rückblickes) und gut zu überblicken, wie es sich für einen „klassischen“ Abenteuerroman ziemt. Dabei besticht sie jedoch durch Abwechslungsreichtum, unerwartete Wendungen und Kreativität, denn das ganze Buch spielt in einer Parallelwelt, die sich grob am Stand des späten neunzehnten Jahrhunderts orientiert, jedoch mit deutlichen Abweichungen. Bekannte Abenteuergeschichtenelemente werden erfrischend aufgearbeitet und gut in das ungewöhnliche Setting eingearbeitet. Zu keinem Moment gibt es Längen, die von dem Buch auch nicht getragen werden könnten. Das Genre und der Anspruch des Buches sind klar und werden nicht überstrapaziert und sehr angemessen umgesetzt. Neben der spannungsreichen Haupthandlung geht es auch um die innere Entwicklung der Hauptcharaktere, die ebenfalls nachvollziehbar und angenehm beschrieben wird.
- Aufbau ****
Die Handlung gliedert sich in klar erkennbare Abschnitte ein, durch die sich die Haupthandlung und Charakterentwicklung zieht. Die Teile sind harmonisch gewichtet und jeweils weder zu ausladend noch zu knapp geschildert.
- Charakterzeichnung *****
Den Charakteren wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet als in den meisten "klassischen" Abenteuerromanen. Sie sind sehr zugänglich und sehr sympathisch, ohne perfekt zu wirken. Die Schwächen und unangenehmen Seiten werden gut integriert. Es sind keine sehr tiefgründigen Charaktere, aber für dieses Buch sind sie sehr gut geeignet. Alle sind recht unterschiedlich und die Charakterzeichnung (und Eigenwilligkeit) wird konsequent durchgehalten, die Entwicklung geschieht langsam und wird oft eher indirekt geschildert. Man fühlt sich mit den Charakteren wohl, folgt gern ihren Gefühlen und Gedanken (selbst, wenn man selbst deutlich anders gehandelt hätte) und wird durch sie tief in das Setting und die Handlung des Buches eingesogen.
- Sprache und Stil *****
Die verwendete Sprache ist wie die Charaktere auch leicht, angenehm und manchmal eigenwillig. Dabei ist sie detailreich, nicht anstrengend und sehr atmosphärisch und bildhaft. Das Erzähltempo ist schnell.
Der Stil passt perfekt zur Geschichte und sorgt für ein spannendes Leseerlebnis zum Abtauchen. Die Themen Forschung, Luftfahrt und Suche nach Anerkennung werden ohne Schwere oder Kompliziertheit natürlich in die Handlung integriert. Obwohl es ein moderner Jugendabenteuerroman mit Fantasyelementen ist, kommt es ohne die meisten typischen Anzeichen moderner Jugendfantasy aus – keine Auserwählten, keine Götter, keine Magie. Einfach nur ein Abenteuer in einer anderen Welt, das interessanterweise selbst in den hoffnungslosen Situationen nie ins düstere abgleitet. Die "klassischen" Abenteuerromanelemente werden behutsam aufgegriffen und in den modernen Erzählstil eingefügt - die Unpersönlichkeit oder beiläufige Gewalt, die ich in dem Genre hin und wieder störend finde, fehlt hier erfreulicherweise völlig.
- Zielgruppe(n)
Menschen, die Lust haben, in ein kurzes, aber aufregendes Fantasyabenteuer zu abzutauchen und Lust haben, sich mental hoch in die Luft zu erheben und nach phantastischen Kreaturen zu suchen. Wer schwere Themen und viel Reflexionsvorlage in Büchern unbedingt braucht, könnte enttäuscht sein. Auch tiefe Charaktere sind hier nicht zu finden, dafür aber eigenwillige und sympathische Protagonisten, die gut miteinander interagieren und in die man sich hineinversetzen kann. Etwas für Leute, die mit dem leichten, mitreißenden Stil und schnellen Erzähltempo sympathisieren.
- Fazit *****
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es funktioniert sehr gut als spannender, unterhaltsamer Fantasyroman voller kreativer Ideen. Ich habe bis jetzt kaum ein anderes Abenteuerbuch gefunden, das mich so mitgenommen hat. Hier ist nichts überflüssig, alles passt zusammen und der sehr leichte Stil (ohne dabei belanglos oder naiv zu wirken, die Charaktere haben durchaus ihre Probleme) bietet mir eine willkommene Abwechslung zu der doch oft eher schwereren Kost in meinem Bücherregal. Das Buch ist sehr atmosphärisch und saugt einen förmlich in die Handlung hinein. Die Charaktere sind sympathisch, ohne dabei langweilig und übertrieben zu sein. Werde ich immer wieder gern lesen.