Kenneth Oppel Ein dunkler Wille

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Inhaltsangabe zu „Ein dunkler Wille“ von Kenneth Oppel

Victor Frankenstein hat die schlimmste Niederlage seines jungen Lebens erfahren: Trotz aller Anstrengungen um das Elixier des Lebens konnte er den Tod seines geliebten Zwillingsbruders Konrad nicht verhindern. §Doch ist das ein Grund aufzugeben? Nicht für Victor Frankenstein ...§Nach Konrads Tod schwört Victor Frankenstein all seinen Leidenschaften ab: Nie wieder will er sich mit der Alchemie befassen. Nie mehr wird er Elizabeth bedrängen, die doch nur Konrad liebt. Aus, vorbei! In seiner Verzweiflung verbrennt er die Bestände der Dunklen Bibliothek. Allein ein eisernes Buch widersteht dem Feuer und verheißt einen Zugang zur Welt der Toten. Victor ist elektrisiert: Wird er dort seinen Bruder wiederfinden? Ihn vielleicht ins Leben zurückholen können? Vergessen sind alle guten Vorsätze: Zusammen mit Elizabeth wagt Victor den Schritt in die Totenwelt. Sie entdecken Faszinierendes und merken zu spät, dass eine uralte Macht ihr Kommen bereits hungrig erwartet hat ...

Wurde mir etwas zu absurd... Als Fantasyroman in Ordnung, doch nicht mit Frankenstein, "dem Wissenschaftler"

— Loki_Laufeyson
Loki_Laufeyson

Hab mich so auf dieses Buch gefreut und jetzt lese ich es mit Begeisterung! Gefällt mir sehr, sehr gut! =)

— Tintenmeer
Tintenmeer

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  • Ein dunkler Wille

    Ein dunkler Wille
    KleinerVampir

    KleinerVampir

    02. July 2013 um 15:59

    Buchinhalt: Trotz des Elixiers des Lebens konnte Victor seinen geliebten Bruder Konrad nicht vor dem Tode bewahren und so ist der junge Victor nun am Boden zerstört. All die Hoffnung auf die Dunkle Bibliothek waren scheinbar für die Katz‘, Victor hat die Nase voll von der Alchimie und verbrennt kurzerhand alle Bücher, um nichts mehr damit zu tun haben zu müssen. Doch ein Buch trotzt den Flammen: es steckt in einem feuerfesten Behälter. Das Buch soll angeblich den Weg ins Totenreich weisen! Neue Hoffnung keimt in Victor und er macht sich auf ins Reich der Toten, um Konrad zurückzuholen oder es zumindest zu versuchen. Doch man bräuchte einen neuen Körper für Konrad … Im Totenreich schließlich wartet eine uralte Macht und sinnt auf Befreiung – Victor ahnt nichts von der drohenden Gefahr, der er direkt in die Arme läuft…   Persönlicher Eindruck: Im zweiten Teil um die beiden Frankenstein-Zwillinge nimmt die Geschichte eigene Fahrt auf und entfernt sich von der herkömmlichen, bekannten Frankenstein-Geschichte, die Mary Shelley erzählte. Die Entwicklung der Figuren und der zunehmend eigenständige Charakter des Romans ist gut sichtbar und schon bald steckt man mitten in einer spannenden und mitunter angenehm-gruseligen Story. Victor, verzweifelt durch den Tod seines geliebten Bruders, ist hin und her gerissen zwischen Hoffnungslosigkeit und nicht-loslassen-Können – er klammert sich an jeden Strohhalm und so ist nicht verwunderlich, dass er sich sofort auf den Weg macht, als er den Schlüssel zum Reich der Toten in Händen hält. Ungeachtet jeglicher Gefahr und nahezu blind gegenüber rationalem Denken macht er sich auf die abenteuerliche Suche. Man kann Victors Handlungsweisen durchaus nachvollziehen – gerade durch die ich-Perspektive schafft der Autor hier zusätzliches Identifikationspotential. Im Vergleich zum ersten Band hat sich auch der angenehme Schreibstil durchaus entwickelt und größere Längen, wie noch in Band 1 vorhanden, fehlen fast völlig. Lesen sollte man allerdings nur mit den Vorkenntnissen aus dem ersten Teil – ohne wird man heillos überfahren, da die Geschichte nahtlos anknüpft. Selbst mit Vorkenntnissen hatte ich zuerst etwas Mühe, mich wieder in die Geschichte hinein zu finden. Letztendlich wurde ich mit Spannung, Mystery, okkulten Elementen und wohligem Grusel gut unterhalten und kann das Buch getrost weiter empfehlen. Frankenstein, wie man ihn noch nicht kennt – sehr lesenswert!  

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  • Düster und schauriger als sein Vorgänger!

    Ein dunkler Wille
    SharonsBuecherparadies

    SharonsBuecherparadies

    21. June 2013 um 16:03

    Wie bereits oben erwähnt, danke ich hier dem Beltz & Gelberg Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. Dies ist der zweite Teil der Brüder Frankenstein Reihe. Die Geschichte knüpft gleich an den ersten Teil an und daher könnten eventuell Spoiler enthalten sein. Es ist hier von Vorteil die Vorgeschichte, also Band 1 zu kennen!   Es beginnt damit, dass Victor es nicht fassen kann, dass all seine Bemühungen umsonst waren. Denn trotz des Elixiers des Lebens konnte er seinen Bruder nicht retten. Konrad ist nicht mehr da. In seiner Trauer und seiner Wut verbrennt er jedes einzelne Buch, doch eines kann sich den Flammen widersetzen und so stellt er fest, dass dieses den Weg in das Reich der Toten beschreibt. Ist dies der Weg zu seinem toten Bruder? Gibt es eine Chance ihn wiederzusehen?   Genau wie auch im ersten Band, habe ich mich hier in das Buch sehr gut und schnell rein finden können. Es ist wieder flüssig und im jugendlichen Stil geschrieben. Ich konnte das Buch wieder nicht aus der Hand legen, da es mir so sehr gefiel und mich mit seiner Spannung richtig in sich zog. Es ging in den Kapiteln wirklich so rasant her, dass es kaum ruhig wurde und man als Leser immer mitten im Geschehen drin war. Ein Ausatmen, ohne dass wieder die nächste spannende Situation kam, gab es nicht. Diesmal geht es hier auch eher um den okkulten Teil in der Geschichte. Allein das machte die Handlung einfach noch packender, als es schon im ersten Teil der Fall war. Ich konnte mich in Victor wieder total hineinversetzen, litt mit ihm, lachte mit ihm und konnte seine Handlungen und Taten sehr gut nachvollziehen. Auch die Liebesgeschichte nimmt hier wieder einen großen Teil ein, jedoch wurde dieser vom Autor nur beiläufig behandelt und nicht in den Vordergrund geschoben. Das fand ich sehr positiv. Die Geschichte wird wieder aus Sicht von Victor erzählt, so ist man immer irgendwie live dabei. Auch die Charaktere gefielen mir wieder sehr gut. Victor ist einfach ein absolut abwechslungsreicher und toller Charakter. Er hat es mir von Anfang an wirklich angetan. Er ist gefühlvoll und leidet sehr unter dem Tod seines Bruders. Auch Elizabeth trauert um Konrad und ist bei ihren Gefühlen zwischen den Beiden hin und her gerissen. Dieses Buch ist eine gekonnte und düstere Fortsetzung der Brüder Frankenstein und verdient einfach gelesen zu werden. - Cover: 4/5 - Story: 5/5 - Schreibstil: 5/5 - Emotionen: 5/5 - Charaktere: 5/5 - Gesamt: 5/5 Palmen! http://sharonsbuecher.blogspot.de

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  • Eine Fortsetzung, die sich gegenüber dem ersten Band deutlich gesteigert hat

    Ein dunkler Wille
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. April 2013 um 10:30

    Mehr meiner Rezensionen findet ihr auf meinem Blog: Anima Libri - Buchseele Ich muss sagen, dass mir das zweite Buch, das Oppel rund um das Leben des jungen Victor Frankenstein geschrieben hat, deutlich besser gefallen hat, als der erste Band “Düsteres Verlangen”. Der erste Band wirkte auf mich zu sehr wie ein billiger Abklatsch der originalen Frankenstein-Geschichte von Mary Shelley, allerdings gab es bereits während des ersten Bands deutliche Entwicklungen bezüglich des Schreibstils und auch der Charaktere. Und genau diese Entwicklung wurde hier im zweiten Band fortgesetzt. Zu Beginn des Buchs ist Victor Frankenstein erstaunlich, nun ja, kleinlaut. Der Tod seines Zwillingsbruders hat ihn deutlich spürbar mitgenommen, wobei man sich manchmal fragt, in wie weit es wirklich der Verlust ist, der ihm zu schaffen macht, oder ob da nicht doch eher das durch das eigene Versagen stark angeschlagene Ego spricht. So oder so ist er ungewöhnlich gefühlvoll und auch recht passiv. Das legt sich allerdings schnell wieder und Victor läuft zu ungeahnt unsympathischen Hochtouren auf. Er wirkt dabei deutlich reifer und erwachsener als im ersten Band, wodurch es mir sehr viel leichter viel ihn mit Shelleys Frankenstein in Verbindung zu bringen, denn dieses Gefühl der “Karikatur”, das ich im ersten Band hatte, fällt weg. Sympathisch ist Victor wie gesagt nicht. Aber dafür ist er faszinierend und zwar deshalb, da seine Handlungen und Gefühle und Gedanken, egal wie unsympathisch sie sind, doch nachvollziehbar bleiben. Und mich hat eben der deutlich düsterere Ton dieses zweiten Bandes begeistert, denn er passt hervorragend zur Geschichte und ergänzt die Charaktere, die hier allesamt, nicht nur Victor, reifer und erwachsener sind, perfekt. Alles in allem hat mich Kenneth Oppel mit dieser Fortsetzung deutlich mehr überzeugen können als mit dem Serienauftakt. Ein wirklich gutes Buch, wenn auch sehr düster, aber genau so sollte es bei dieser Thematik ja auch sein.

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    -Favola-

    -Favola-

    14. March 2013 um 23:55

    Nach dem Tod von Konrad werden im Hause Frankenstein alle Bücher aus der dunklen Bibliothek verbrannt und die Türen zum Brunnen sollen zugemauert werden. Das Elixier des Lebens, das die Jugendlichen gebraut hatten, hatte versagt und niemand soll mehr in die Versuchung kommen, seine alchemistischen Fähigkeiten zu testen. Auch der zweite Band ist aus der ich-Perspektive von Victor geschrieben. Zu Beginn erleben wir einen ganz anderen Victor. Er ist viel sensibler und leidet stark unter dem Verlust seines Zwillingsbruder. Erst als ihm das metallene Buch in den Überresten der dunklen Bibliothek in die Hände fällt, erwacht sein Lebensgeist und sein Ehrgeiz wieder. Er möchte unbedingt mit Konrad Kontakt aufnehmen und ihn zurückholen. Seine alten Charakterzüge treten wieder zu Tage und auch im Handeln fällt er rasch wieder ins alte Schema. Victor ist für mich nicht wirklich ein sympathischer Protagonist, denn seine Besessenheit und sein Egoismus schrecken einen zeitweise etwas ab. Es ist aber sehr spannend, einen Einblick in seine Psyche zu erhalten. Seine Zerrissenheit bekommt man oft zu spüren. Auf der einen Seite möchte er Konrad unter allen Umständen zurück haben, auf der anderen Seite erkennt er auch Vorteile, denn ohne seinen Bruder rechnet er sich grosse Chancen bei Elizabeth aus. So ging es mir auch mit ihm: Ich entwickelte eine regelrechte Hassliebe zu ihm. Elizabeth ist nach Konrads Tod auch am Boden zerstört. Sie überlegt sogar, in ein Kloster einzutreten. Und doch ist sie hin- und hergerissen. Auf der einen Seite möchte sie Konrad ruhen lassen, auf der anderen Seite möchte sie ihn natürlich wieder an ihrer Seite haben. Und dann muss sie sich auch noch eingestehen, dass ihr Victor doch nicht ganz gleichgültig ist. Der ängstliche, schüchterne Henry macht in diesem Buch die grösste Entwicklung durch. Er wirkt immer geerdet und war mir am sympathischsten. Nachdem Victor mit der Alchemie gescheitert war, tauchen wir in diesem Teil ins Okkulte ein. Zusammen mit Elizabeth und Henry betritt er das Totenreich und versucht mit allen Mitteln, Konrad ins Leben zurückzuholen. Doch soll man dem Lauf des Lebens wirklich ins Handwerk pfuschen? Soll man wirklich alle Geister wecken? Kenneth Oppels Schreibstil ist auch in diesem Band sehr flüssig und sehr kurzweilig. Wo es in Band eins noch die eine oder andere Durststrecke gab, vermag er in "Ein dunkler Wille" den Spannungsbogen während der ganzen Geschichte aufrecht zu halten. Die Atmosphäre empfand ich noch dichter und auch hier schafft es der Autor mich mit überraschenden Wendungen zu fesseln. Auch das Cover des zweiten Bandes ist sehr gelungen. Mir gefällt es wegen der Farbe sogar noch besser als das erste. Wieder wurde mit einem Tintenklecksbild gearbeitet, in dem man bei näherer Betrachtung einiges aus der Geschichte entdecken kann . . . Protagonisten und vor allem kann man auch die Form eines Schmetterlings erkennen. Diese kleinen Tiere bekommen in diesem Buch eine spezielle Rolle zugeteilt . . . Fazit: Mit "Ein dunkler Wille" ist es Kenneth Oppel gelungen, dem Vorgänger noch ein Tüpfchen aufzusetzen. Das Buch war spannender, die Atmosphäre noch dichter und düsterer, die facettenreichen Charakteren überzeugten und die Exkurse ins Okkulte waren einfach faszinierend. Ich bin schon gespannt, in welchen Wissenschaftszweig wir im dritten Band eintauchen. Auch der moderne Frankenstein ist definitiv eine Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    Manja82

    Manja82

    13. March 2013 um 15:51

    Kurzbeschreibung: Victor Frankenstein hat die schlimmste Niederlage seines jungen Lebens erfahren: Trotz aller Anstrengungen um das Elixier des Lebens konnte er den Tod seines geliebten Zwillingsbruders Konrad nicht verhindern. Doch ist das ein Grund aufzugeben? Nicht für Victor Frankenstein ... Nach Konrads Tod schwört Victor Frankenstein all seinen Leidenschaften ab: Nie wieder will er sich mit der Alchemie befassen. Nie mehr wird er Elizabeth bedrängen, die doch nur Konrad liebt. Aus, vorbei! In seiner Verzweiflung verbrennt er die Bestände der Dunklen Bibliothek. Allein ein eisernes Buch widersteht dem Feuer – und verheißt einen Zugang zur Welt der Toten. Victor ist elektrisiert: Wird er dort seinen Bruder wiederfinden? Ihn vielleicht ins Leben zurückholen können? Vergessen sind alle guten Vorsätze: Zusammen mit Elizabeth wagt Victor den Schritt in die Totenwelt. Sie entdecken Faszinierendes – und merken zu spät, dass eine uralte Macht ihr Kommen bereits hungrig erwartet hat... (Quelle: Beltz & Gelberg Verlag) Meine Meinung: Nach Konrads Tod ist Victor nicht mehr wiederzuerkennen. Er ist verzweifelt, denn nichts ist mehr wie es mal war. Auf Victors Anweisung hin werden sämtliche Bücher der schwarzen Bibliothek verbrannt. Nur ein Buch, ein rotes metallenes, widersteht den Flammen vehement. Victor wird von diesem Buch magisch angezogen. Im Buch gibt es Anweisungen wie man das Hexenbrett bauen kann. Damit könnte man mit den Toten kommunizieren. Victor baut es und probiert es aus, wobei er von Elizabeth überrascht wird. Er kann sie überzeugen und sie hilft ihm. Sein Vorhaben scheint wirklich zu gelingen, denn das Pendel schlägt aus. Victor schreibt die Buchstaben rasch mit, doch es scheint alles sehr wirr zu sein. Dann aber entdeckt er eine Botschaft. Die beiden weihen schließlich Henry ein, der ihnen glaubt. Gemeinsam kommen die drei wenig später einem wohl behüteten Geheimnis auf die Spur und nun haben sie Zugang zur Totenwelt. Dabei entdecken sie etwas, das wohl lieber doch verborgen geblieben wäre … „Ein dunkler Wille“ stammt aus der Feder des Autors Kenneth Oppel. Bei diesem Roman handelt es sich um die Fortsetzung von „Düsteres Verlangen“. Die auftauchenden Charaktere sind bereits bekannt aus dem ersten Teil. Hier wirken sie aber viel reifer als noch in „Düsteres Verlangen“, was vor allem den dortigen Ereignissen zuzuschreiben ist. Victor ist zu Beginn der Geschichte gefühlvoller als man ihn bisher kannte. Er leidet sehr unter dem Tod seines Bruders Konrad, fehlt ihm doch nun eine Vertrauensperson. Allerdings bleibt diese ruhigere Seite von Victor nicht lange, sobald er das Hexenbrett gebaut hat wird er wieder mutiger und will unbedingt mit den Toten kommunizieren. Sein Ehrgeiz ist wieder geweckt und er wird auch wieder draufgängerisch. Diese Wankelmütigkeit von Victor kann dem Leser ganz schön zu schaffen machen, weiß man doch nicht wirklich wie man ihn nun nehmen soll. Elizabeth trauert auch sehr um Konrad. Sie geht sogar so weit das sie kurz davor ist ins Kloster zu gehen. Sie hat Gefühle für ihn, kann ihm aber nur in der Totenwelt noch begegnen. Das macht ihr zu schaffen. Doch Elizabeth fühlt sich auch zu Victor hingezogen, ist hin und hergerissen. Henry ist der Charakter des Buches, der die größte Entwicklung gemacht hat. War er einst noch schutzbedürftig, so geht er jetzt eher aus sich heraus und wagt auch mal etwas. Das macht ihn sehr sympathisch. Der Schreibstil des Autors ist bekannt flüssig und das Buch lässt sich sehr gut lesen. Die Geschichte wird wieder aus Sicht von Victor in der Ich-Perspektive geschildert. So erlebt man als Leser alles hautnah mit, hat direkten Zugang zu seinen Gedanken und Gefühlen. Die Handlung ist allgemein betrachtet viel düsterer als in „Düsteres Verlangen“. Sie ist spannend und stets nachvollziehbar. Das Erzähltempo ist in diesem zweiten Teil auch wesentlich höher als noch im ersten. Ständig passiert etwas, man ist richtig gehend gefesselt. Das Ende des Buches ist alles in allem zufriedenstellend. Die Geschichte ist abgeschlossen aber es gibt noch Potential für einen dritten Teil. Fazit: „Ein dunkler Wille: Das Schicksal der Brüder Frankenstein“ von Kenneth Oppel ist eine sehr gelungene Fortsetzung der Geschichte um die Frankenstein Brüder. Der Roman ist dieses Mal düsterer und schauriger als sein Vorgänger, doch das bekommt der Handlung sehr gut. Wer Band 1 schon mochte, der sollte sich diesen nicht entgehen lassen! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    Tintenmeer

    Tintenmeer

    08. March 2013 um 18:27

    Rezension: Nach dem Tod seines Bruders ist Victor Frankenstein am Boden zerstört. Er hatte alle Hoffnungen in die alchemistischen Versprechen der Bücher aus der Dunklen Bibliothek gesetzt. Seine Freunde und er haben sich in wahnwitzige Abenteuer gestürzt und er hat schließlich sogar zwei Finger geopfert, um die Ingredienzien für das sagenumwobene Elixier des Lebens zusammenzutragen. Doch alles war umsonst. In wütender Enttäuschung trägt Victor mit seinem Vater alle Bücher und alchemistischen Utensilien zusammen und verbrennt diese. Nur ein Gegenstand trotz den Flammen: ein Buch aus Metall und mit seiner Hilfe schafft es Victor, in die Welt der Toten einzutreten. Dort wartet Konrad noch immer auf seine Erlösung. Victor und seine Freunde fassen einen wahnwitzigen Plan: Um Konrad zurückzubringen, bräuchte man ja nur einen Körper … Der erste Teil der Geschichte um die beiden Brüder Frankenstein hat mich schon so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, und ebenso erging es mir auch mit dem zweiten. Auch hier erwartet den Leser wieder eine superspannende Schauergeschichte, die dieses Mal etwas geradliniger verläuft. Wo im ersten Teil noch drei völlig verschiedene Aufgaben auf die Protagonisten warteten, gibt es hier nur eine, was bewirkt, dass sich die Spannung recht schnell aufbaut und ohne „Verschnaufpause“ weiter zuspitzt. Wieder erzählt Victor aus der Ich-Perspektive, anders als beim ersten Teil empfand ich den Charakter nun aber viel stärker auf sich selbst fixiert. Ich hatte das Gefühl, dass er die Fähigkeit verliert, die anderen Figuren und ihre Handlungen zu analysieren, was die Komplexität der Geschichte etwas einschränkte. Andererseits scheint diese Entwicklung Victors nur konsequent zu sein. Weder Alchemie noch die Naturwissenschaften konnten Konrads Leben retten und so hat er mit einem Schlag den Glauben an beides verloren. Nun sucht Victor Ersatz und den findet er sehr schnell im Bereich des Okkulten. Dadurch, dass sich seine Ansichten verändern, verändert er auch sein Wesen. Zwar betet er Elizabeth noch immer an und versucht, sie von sich zu überzeugen. Immer öfter hat er jedoch den Gedanken, dass sie ihn vermutlich nie so lieben kann, wie er es gern möchte – aber auch, dass er sie vielleicht nicht so liebt, wie er glaubt. Die Intensität seiner Leidenschaft muss unweigerlich abnehmen. Etwas anderes wird jedoch stärker. Seine Gedanken werden fanatischer, abstruser, verrückter – und am Ende von Teil zwei scheint schon ein wahnsinniges Funkeln in seinen Augen zu liegen. Diese Wandlung zu beobachten, fand ich wirklich sehr spannend. Dadurch, dass Victor seine Erzählung mehr auf sich selbst und seine Gedankenwelt konzentriert, bleiben Elizabeth und Henry dieses Mal ein wenig blass, was nicht heißen soll, dass beide keine Entwicklung durchmachen würden. Allerdings empfand ich die von Henry als drastischer. Das, was sich in Teil eins schon angekündigt hat, wird weiter fortgeführt. Der zarte Dichter gewinnt mehr und mehr an Selbstvertrauen und bleibt seiner Rolle als Retter in der Not durchaus treu. Außerdem bringt er ein paar überraschende neue Fähigkeiten mit. Elisabeth trauert um ihren Geliebten Konrad, spielt sogar mit dem Gedanken, ins Kloster zu gehen. Noch immer ist ihr der Glaube und die Hoffnung in Gott sehr wichtig, doch man merkt nach und nach, dass dieser sie zu verlassen droht. Spätestens, als sie Victors gotteslästerlichen Plänen zustimmt, öffnet sie sich für das Böse. Ihre Wandlung ist eher unterschwellig, doch es wird deutlich, dass auch die liebe und treue Elisabeth eine sehr dunkle Seite haben kann. Leider ist bisher noch nicht sicher, dass es einen dritten Band dieser Reihe geben wird, allerdings gibt es nach dem zweiten Teil meiner Meinung nach noch immer ein großes Potenzial. Zwar ist die Geschichte abgeschlossen, dennoch ist Victor noch nicht ganz dort angekommen, wo einmal sein literarisches Vorbild landen wird. Der Weg dahin bietet sicherlich noch fesselnde, tragische und wahnwitzige Abenteuer. Fazit: „Ein dunkler Wille“ von Kenneth Oppel führt die fesselnde Schauergeschichte fort, die mit „Düsteres Verlangen“ begann. Die Abgründe und der Wahnsinn, die das erste Buch so überaus interessant gemacht haben, werden der Leserschaft auch hier wieder geboten – und noch mehr. Victor ist und bleibt einfach eine sehr komplexe, schwer durchschaubare Figur, die dieser Geschichte einen besonderen Reiz verleiht. Der Wahnsinn sickert unterschwellig und leise in seine Gedankenwelt und ich bin wirklich gespannt, wann er die Oberhand gewinnt. Jeder, der den ersten Teil mochte, wird den zweiten Band um die Brüder Victor und Konrad Frankenstein lieben!

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    Selene87

    Selene87

    07. March 2013 um 19:36

    Die Geschichte um den jungen Victor Frankenstein wird wirklich toll fortgeführt. Nicht ein einziges Mal kam es mir zu langatmig oder uninteressant vor. Ich könnte mir die Bücher auch gut in einer Verfilmung vorstellen. Der Film spult sich jedenfalls sehr leicht im Kopf ab beim Lesen. Einzig ein bisschen mehr Abwechslung in den Settings hätte ich mir gewünscht. Da wurde man vom ersten Band verwöhnt. Immerhin begleitete man da die Charaktere durchs Schloss, durch unterirdische Höhlen, in finstere Häuser u bekommt noch eine Verfolgungsjagd auf dem Wasser geboten. Dagegen war der zweite Band "örtlich" etwas eingeschränkter.

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    DieKirsche

    DieKirsche

    01. March 2013 um 16:04

    Optisch passt Band zwei vom Titelmotiv sehr gut zu seinem Vorgänger. Die Farbe des Covers gefällt mir zwar sehr gut, ist aber ganz anders als das kühle Weiß von 'Düsteres Verlangen'. Dafür spielt es auf den Inhalt des Buches an, was wieder sehr gelungen ist. Als Titelmotiv wird wieder ein Rorschachtestgewählt, in dem man einiges Erkennen kann. Insbesondere die Schmetterlingsform gefällt mir hier gut, da sie wirklich viel mit dem Inhalt des Buches gemein hat. Nach den Ereignissen aus Band eins sollte man meinen die drei Hauptfiguren hätten ein wenig dazugelernt und würden die Toten ruhen lassen - doch falsch gedacht. Nach wie vor ist Victor von der Idee besessen, seinen Bruder ins Leben zurückzuholen. Doch auch seine Freunde Henry und Elizabeth lassen sich nicht lange bitten und schon ist man wieder mitten drin im Geschehen. In 'Ein dunkler Wille' ist alles ein wenig düsterer geworden und auch die Charaktere sind bedingt durch die Ereignisse der Vergangenheit weniger unschuldig und wirken reifer. Zum Teil ist es schwer, die Figuren zu mögen. Man kann ihre Handlungen zwar nachvollziehen, doch weisen sie zum Teil recht unsympathische Charaktereigenschaften auf, die ein wenig abschreckend wirken. Durch eine straffe Erzählweise wird dieser Mangel aber nicht allzu groß. Allgemein kann man sagen, dass das Tempo in diesem Buch höher ist und vieles Schlag auf Schlag geschieht. Das hält die Spannung recht gut hoch, manchmal hätte ich mir aber durchaus auch einen etwas ruhigeren Erzählstil gewünscht. Zu den Ereignissen selbst kann man kaum etwas sagen, ohne zu spoilern. Daher nur soviel: Es ist wieder sehr düster und zum Teil deutlich unheimlicher. Es gab mehrere Szenen in denen mein Herz wirklich mal einen Zacken zugelegt hat. Die Geschichte selbst gefiel mir auch sehr gut, wobei ich die Idee, über die Jugendjahre von Victor Frankenstein zu schreiben, eh sehr interessant finde. Leider wird zum Ende hin wenig erklärt und einige Fragen bleiben offen. Ich hätte erwartet, dass einige Ereignisse aus "Düsteres Verlangen" noch einmal näher beleuchtet werden und auch dass die Geschehnisse am Ende dieses Buchs etwas detaillierter reflektiert worden wären. Dem ist nicht so, was ich recht schade finde, da die Reihe mit diesem Band abgeschlossen ist. Dennoch ist auch dieses Buch atmosphärisch wieder dicht geschrieben und unterhält den Leser sehr gut mit einer möglichen Vorgeschichte von Frankenstein. FAZIT: Man macht sicher nichts falsch, wenn man Band eins mochte, auch Band zwei zu lesen. Deutlich düsterer und schauriger geht es mit einer interessanten Geschichte weiter. Kenneth Oppel schafft es dabei gekonnt, verschiedene Aspekte wie Liebe, Freundschaft, Ehrgeiz, Machtstreben und Eifersucht zu einer spannenden Jugendgeschichte zu verpacken. Schade, dass der Leser am Ende nicht mehr viel erfährt. So wirkt das Ende etwas überhastet. Aber dennoch eine wirklich lohnenswerte Lektüre!

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    leselurch

    leselurch

    04. February 2013 um 12:45

    Worum geht's? Konrad ist fort. Victor kann nicht fassen, dass all seine Bemühungen, all seine Opfer tatsächlich umsonst gewesen waren. Denn obwohl es ihm gelang, das Elixier des Lebens herzustellen, konnte er das Leben seines Bruders nicht retten. Diese irrsinnige Alchemie - nichts als Humbug! Voller Wut und Verzweiflung verbrennt Victor jedes einzelne Buch aus der Dunklen Bibliothek. Er will nichts mehr mit diesem Unsinn zu tun haben! Doch dann entdeckt Victor in den Trümmern ein seltsames Buch, das den Flammen widerstanden hat. Bei genauerer Betrachtung erkennt Victor, dass es gar kein Schriftwerk ist, sondern ein feuerfestes Behältnis aus Metall. Es beschützt ein Buch, das dem Leser den Weg ins Reich der Toten aufzeigt. Augenblicklich entflammt Victors Faszination und Leidenschaft, denn er wittert eine neue Chance, seinen geliebten Bruder wiederzusehen - und zurückzuholen. Zusammen mit seinen Freunden Elizabeth und Henry macht sich Victor auf die Reise ins Totenreich. Noch ahnen sie nicht, dass sie der Gefahr damit genau in die Arme laufen... . Kaufgrund: "Düsteres Verlangen", der erste Band der "Frankenstein"-Neuerzählung von Kenneth Oppel, hat einen festen Platz in meinem Leserherz. Die Geschichte um Victor und seine Suche nach dem Elixier des Lebens hat mich fasziniert und begeistert und deshalb war es nur selbstverständlich, dass auch die Fortsetzung "Ein dunkler Wille" bei Erscheinen augenblicklich verschlungen werden musste. . Meine Meinung: Das Abenteuer des jungen Victor Frankenstein geht weiter: Ein Monat ist vergangen, seit er seinen Bruder Konrad verloren und der Alchemie abgeschworen hat. Wut, Trauer und Verzweiflung haben sich in seinem Herzen eingenistet, sein Versagen belastet sein Gewissen. Doch dann entdeckt er ein Buch, das ihm den Zugang zum Welt der Toten verspricht, und Victor hat ein neues Ziel vor Augen. Sein Ehrgeiz entflammt erneut. Wird es ihm diesmal gelingen, Konrad zu retten? Getrieben von dem unbändigen Wunsch eines "Happy Ends" für die Frankenstein-Zwillinge ist man als Leser bereits nach den ersten Sätzen wieder völlig im Geschehen gefangen und kann das Buch nicht beiseite legen, ehe man eine Antwort auf diese Frage erhalten hat. . Durch kurze Erinnerungen der verschiedenen Charaktere zu Beginn des Romans findet man auch nach einer langen Lesepause schnell wieder in die Geschichte hinein. Die Handlung legt rasch ein schnelles Tempo an den Tag, passt sich aber immer Victors Gemütslage an. Hat der ehrgeizige Protagonist eine neue Idee, die seinen Bruder retten könnte, überschlagen sich nicht nur seine Gedanken, sondern auch die Ereignisse, während es in seinen nachdenklichen Phasen eher ruhig zugeht. Erneut sind es vornehmlich die Gedankengänge des Protagonisten Victor, die einen als Leser so sehr an die Seiten fesseln. Durch Victor als Ich-Erzähler der Geschichte bekommt man einen eindringlichen und intensiven Einblick in seine Gefühle und Gedanken, die einen berühren und erschrecken, anziehen und abstoßen, vor allem aber faszinieren. . "Ein dunkler Wille" unterscheidet sich stark von seinem Vorgänger "Düsteres Verlangen", denn diesmal schlägt Kenneth Oppel eine ganz andere Richtung ein. Es geht nicht mehr um naturwissenschaftliche Phänomene oder Alchemie, sondern um okkulte Techniken, die Victor den Zutritt zur Welt der Toten ermöglichen. Dies schlägt sich maßgeblich auf die gesamte Atmosphäre des Romans aus. Während man zwischen den Seiten versinkt, verspürt man zwar noch immer die gleiche Faszination und Spannung wie im ersten Teil der Reihe, doch nun definiert auch ein magischer und mysteriöser Ton die Stimmung des Buches. Dadurch erhält "Ein dunkler Wille" seinen ganz besonderen Reiz. . Insgesamt hält sich der Autor nicht mehr ganz so stark an die Romanvorlage von Mary Shelley. Hat er im ersten Teil noch viele von Shelleys Ideen, Charakteren und Handlungssträngen detailgetreu übernommen und sie mit einer eigenen Geschichte verbunden, lässt er sich nun in "Ein dunkler Wille" mehr Freiheiten. Kenneth Oppel hat sich für die Handlung des zweiten Bandes einen eigenen, übersinnlichen Verlauf ausgedacht, der nur noch wenig mit dem Original "Frankenstein" zu tun hat. Trotzdem sind einige Parallelen zu erkennen, denn gänzlich trennt er sich nicht von Shelleys Romanvorlage; er geht bloß anders mit ihr um. Statt seinen Roman möglichst nah am Original entlangzuführen, wählt er nun gezielt einige Aspekte und Handlungsstränge aus "Frankenstein" aus und lässt sie geschickt in seine eigene Geschichte einfließen. Außerdem orientiert sich Kenneth Oppel nun noch an einer weiteren Erzählung. Denn was Kenneth Oppel für seine Geschichte an Hintergrundinformationen braucht, aber nicht in Mary Shelleys "Frankenstein" findet, entnimmt er jener Sage, die auch in Shelleys Original eine Rolle spielt: dem Mythos um Prometheus, dem Schöpfer der Menschen. . Mit der letzten Seite ist auch die Handlung des Romans abgeschlossen, aber alle offenen Fragen sind damit leider nicht beantwortet. Als Leser werden einem dem Lesen noch einige Dinge im Kopf herumschwirren, deren Auflösung man gerne schwarz auf weiß auf den Seiten des Romans gefunden hätte. Ob Kenneth Oppel noch an einem dritten Band der Reihe schreiben wird, ist mir bisher nicht bekannt - aber ich drücke den anderen Fans von Victor und mir ganz fest die Daumen! . Victor übernimmt auch im zweiten Band der Reihe die Rolle des Protagonisten und Erzählers. Er ist ein zwiespältiger Charakter, der mehr als ein Gesicht besitzt und nicht auf eine feste Persönlichkeit reduziert werden kann. In "Düsteres Verlangen" hat man den jungen Frankenstein zunächst als hitzköpfigen und impulsiven jungen Mann kennengelernt, der einem erst mit der Zeit sein Herz öffnete und sympathisch wurde. Diesmal ist es genau andersrum. In "Ein dunkler Wille" begleitet man den gefühlvollen Victor, der so sehr unter dem Tod seines Bruders leidet, dass man ihn kaum noch wiedererkennt. Doch als er erneut eine Chance wittert, Konrad zu retten, entfacht erneut sein Feuer. Gepackt von neuer Motivation, einem neuen Ziel vor Augen, stürzt Victor sich in die einladenden Arme der unberechenbaren Magie. Als Leser sorgt man sich schnell um ihn und seinen wankelmütigen Charakter. Wird er es diesmal schaffen, stark zu bleiben? Leidet er wirklich unter Konrads Tod - oder doch eher unter seinem eigenen Versagen? Und wann wird aus einer Leidenschaft Besessenheit? . Das Reich der Toten lockt nicht nur Victor, auch Elizabeth und Henry scheinen seinem Reiz zu verfallen. Der neue Handlungsort lässt neue Seiten ihrer Persönlichkeiten zutage treten, denn er verändert sie, macht sie stärker, selbstbewusster, besser. Besonders Henry legt plötzlich Charakterzüge an den Tag, die man dem unsicheren Schreiberling niemals zugetraut hätte. Kenneth Oppel spielt mit seinen Charakteren, fordert sie heraus und bringt sie an seine Grenzen! (Anmerkung meinerseits: Obwohl Kenneth Oppel sich in diesem Band nicht so stark an die Romanvorlage hält, hat er sich trotzdem dagegen entschieden, den buckligen Diener Igor als Figur in sein Werk mit einfließen zu lassen. Schade...) . Die Liebesgeschichte nimmt in "Ein dunkler Wille" einen größeren Part der Handlung ein; allerdings nicht so, wie man es vermuten könnte. Romantik spielt für Kenneth Oppel in seiner Reihe um die Frankenstein-Zwillinge nämlich nur bedingt eine Rolle. Vielmehr legt es der Autor darauf an, die verschiedenen Facetten der Liebe, ihre Konsequenzen und ihre Auswirkungen auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten aufzuzeigen. Victor hat unter dem mächtigen Gefühl am meisten zu leiden: Wen liebt er mehr? Seinen Bruder Konrad - oder Elizabeth? Victor muss die Antwort auf diese prekäre Frage finden, denn sie wird es sein, die seine Entscheidungen für ihn trifft. . Cover: Wow! Ich war bereits ein großer Fan des ersten Covers, aber dieses Titelbild gefällt mir noch viel besser! Erneut haben sich die Grafiker einen Tintenklecks ausgedacht, in dem die wichtigsten Personen des Romans zu finden sind. Außerdem erkennt man darin einen Schmetterling, jenes Wesen, dass eine wichtige Rolle in Victors zweitem Abenteuer einnehmen wird. Das kräftige Rot im Hintergrund kommt großartig zur Geltung und unterstreicht die mysteriöse Atmosphäre des Covers. . Fazit: "Ein dunkler Wille", der zweite Band der Geschichte um die Frankenstein-Zwillinge von Kenneth Oppel, ist eine großartige Fortsetzung, die "Düsteres Verlangen" in nichts nachsteht. Obwohl die Handlung eine ganz andere Richtung einschlägt und der Autor nun eine mystische und magische Note in die Atmosphäre einwebt, bleibt es spannend und mitreißend. Auch die Charaktere überzeugen mit ihren neuen Facetten. Protagonist Victor ist und bleibt jedoch das Highlight der Reihe und kann den Leser mit den faszinierenden Einblicken in seine Psyche vollkommen an die Seiten fesseln. Ich vergebe sehr gute 4 Sterne und hoffe inständig, dass Kenneth Oppel an einem dritten Band schreiben wird!

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  • Rezension zu "Ein dunkler Wille" von Kenneth Oppel

    Ein dunkler Wille
    his_and_her_books

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    04. February 2013 um 06:33

    Zitat: "Ein Tropfen Blut quoll aus meinem Finger auf das Schmuckstück und sofort wurde das Ding in meiner Hand zu etwas Lebendigem." (S. 15) "Immer schneller wächst die Kreatur heran, sieht jede Sekunde mehr aus wie ein Mensch. Seine Haut ist nicht länger lehmig, sondern nach Farbe und Beschaffenheit menschlich." (S. 133) "Ich kratzte mich an der Stirn und wurde irgendwie das Gefühl nicht los, dass wir einen Fehler begangen hatten, aber der konnte jetzt nicht mehr rückgängig gemacht werden." (S. 167) Inhalt: Nach dem Tod seines Bruders ist Victor völlig verzweifelt. Konrad war fester Bestandteil seines Lebens, sein Vertrauter. Und nun ist er plötzlich nicht mehr da. Kurze Zeit nach Konrads Tod werden auf Geheiß seines Vaters sämtliche Bücher und Phiolen aus der schwarzen Bibliothek verbrannt. Nur ein metallenes rotes Buch hat das Flammeninferno unbeschadet überstanden. Victor findet dieses Buch und wird davon sofort wie magisch angezogen. In dem Buch findet Victor Anweisungen für das Hexenbrett. Damit soll man mit den Toten kommunizieren können! Es liegt in Victors Natur, dass seine Begeisterung für manche Dinge gegen jegliche Bedenken die Oberhand gewinnt. Beim Versuch, das Hexenbrett in seinem Zimmer auszuprobieren, wird Victor von Elizabeth überrascht. Er kann sie davon überzeugen, den Versuch zu wagen. Immerhin schreckt Elizabeth vor Herausforderungen nie zurück. Tatsächlich scheint das Vorhaben zu gelingen! Das Pendel des Hexenbretts schlägt aus... Hastig notieren Victor und Elizabeth die Buchstaben, auf die das Pendel zeigt. Erst erscheint alles wirr, doch schließlich kann Victor eine Botschaft entziffern. Am nächsten Tag erzählen sie Henry von diesem Erlebnis. Natürlich ist Henry skeptisch. Aber er scheint ihnen zu glauben. Kurz darauf kommen Elizabeth, Henry und Victor einem gut gehütetem Geheimnis auf die Spur. Jetzt haben sie Zugang zur Welt der Toten! Dort stoßen sie allerdings auf etwas, was besser unentdeckt geblieben wäre... Meinung: Es ist meiner Meinung nach immer schwer, eine Fortsetzung zu einem wirklich guten ersten Teil zu schreiben. Kenneth Oppel ist dies allerdings eindrucksvoll gelungen! Seine Ideen für diesen zweiten Band und die Umsetzung haben hier einfach eine Geschichte entstehen lassen, die gelesen werden muss. Alles ist stimmig, jede Seite verspricht Spannung und Unterhaltung! Mehr kann man von einem guten Buch ganz einfach nicht erwarten... Auch wenn der erste Teil nun schon einige Zeit zurück liegt, hat es der Auto nicht versäumt, wichtige Geschehnisse aus dem ersten Band nochmals kurz rückblickend zu betrachten. Diese Schreibweise hat mir auf jeden Fall dazu verholfen, wieder schnell in diesen spannenden Plot einsteigen zu können. Herr Oppel brachte mir die Geschichte aus Victors Sicht in der Vergangenheitsform nahe. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb ich mich immer sehr direkt am Geschehen und an den Protagonisten fühlte. Und die Charaktere in diesem Buch sind einfach einzigartig! Victor, der Draufgänger, der Weltverbesserer, und manchmal auch der Taktiker... Mit besseren Eigenschaften kann man ihn eigentlich kaum beschreiben! Hautnah fühlt man mit ihm, erlebt seine Gedanken und versteht auch seine Handlungen. Einerseits so, wie man sich jemanden vorstellt, der Geschöpfe erschafft oder erschaffen will und jede Herausforderung annimmt. Andererseits erlebt man Victor eben doch als Menschen mit echten Gefühlen... In einigen Szenen hat er mich definitiv überrascht! Elizabeth ist natürlich mein Herzblatt in diesem Buch. Auch sie fühlt sich hin- und hergerissen. Da sind einerseits ihre wirklich starken Gefühle für Konrad, dem sie nun in der Totenwelt begegnen aber nicht näher kommen kann. Andererseits hat sie dort auch diesen animalischen Instinkt, der sie zu Victor treibt. So richtig kann sie sich nicht entscheiden und so manches Mal war ich doch aufgrund ihrer Reaktionen zumindest erstaunt. Aber nach wie vor bleibt sie eindeutig meine Herzdame. Der Protagonist mit der größten Entwicklung ist für mich jedoch eindeutig Henry. Hat man ihn im ersten Teil noch als schutzbedürftig und mitleiderregend erlebt, kann man nun eine völlig andere Seite an ihm entdecken. Aber gerade bei ihm möchte ich eigentlich nicht zu viel verraten. Lest es selbst! Allein Henry ist es schon wert, dieses Buch gelesen zu haben... Ich kann mich an keine Stelle in der Geschichte erinnern, an der ich mich von Langeweile getrieben sah. Im Endeffekt war eine durchgehende Spannung mit nachvollziehbaren Handlungen zu verspüren, die mich durch die Seiten rasen ließ. Ganz, ganz kleine Unebenheiten verflogen zu Nebensächlichkeiten und ich hatte einen vollkommenen Lesegenuss! Der Autor hat mich mit einem zufiedenstellenden Ende zurückgelassen; Potential für eine eine Fortsetzung ist aber definitiv vorhanden! Urteil: Solange ich auch überlege, ich finde einfach kaum etwas, was ich an diesem Buch zu bemängeln hätte. Für diesen wirklich guten zweiten Band muss ich ganz einfach 5 Bücher vergeben. Ich bin eindeutig dem Frankenstein-Wahn verfallen... Für alle Fans spannender Abwechslungen, die sich nicht auf das klassische Genre versteift haben und Überraschungen lieben. Ein Must-Read für alle, die bereits vom ersten Teil begeistert waren... Die Serie: 1. Düsteres Verlangen - Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein 2. Ein dunkler Wille - Das Schicksal der Brüder Frankenstein 3. laut Autor wird evtl. noch ein dritter Teil erscheinen © his-and-her-books.blogspot.de

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