Kenneth Powell Gewagte Konstruktionen

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Inhaltsangabe zu „Gewagte Konstruktionen“ von Kenneth Powell

Immer wieder beeindrucken uns aufregende Bauwerke in aller Welt. Die Kuppel des Domes von Florenz, der die Stadt weithin überragt, der Eiffelturm in Paris, Istanbuls prächtige Süleymaniye-Moschee, das Taj Mahal im indischen Agra oder Australiens Sydney Opera – sie alle wurden zum Wahrzeichen ihrer Stadt. Auch Kirchenbauten wie die Sagrada Familia in Barcelona und die St. Paul's Cathedral in London, Museumsbauten wie das Getty Museum in Bilbao oder die Berliner Museumsinsel imponieren Jahr für Jahr Millionen Besuchern. Doch wer weiß schon, wer all diese beeindruckenden Gebäude schuf? Leicht war es nicht sie zu verwirklichen, denn sie gingen mit technischen Innovationen einher, die die meisten Zeitgenossen für unvorstellbar hielten. Herausragende Persönlichkeiten mit unkonventionellen Ideen waren gefragt, die sich durch an Aberwitz grenzenden Mut und häufig auch langem Durchhaltevermögen auszeichneten.

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  • Rezension zu "Gewagte Konstruktionen" von Kenneth Powell

    Gewagte Konstruktionen

    HeikeG

    13. October 2012 um 17:04

    Pioniere und Visionäre . Vor knapp 2100 Jahren wurde der Begriff Architektur das erste Mal definiert. Der römische Architekt Vitruv (Marcus Vitruvius Pollio) erklärt ihn in seinen "Zehn Büchern über Architektur" als das Zusammenspiel von Baukunst und Technik, also die Kunst des Baumeisters und des Ingenieurs. Diese Kunst vereint ein gemeinsames Ziel: aus allen "Wichtigkeiten" logische Antworten entwickeln, um unter Beachtung der drei Kriterien der Architektur - Nützlichkeit, Festigkeit und Harmonie - ein stimmiges Ganzes herzustellen, das Ergebnis der Analysen, Skizzen und Modelle in Bauplänen aufzuzeichnen und "Schönheit zu vermaßen" (aus G. Fischer: "Vitruv NEU oder Was ist Architektur"). Daher gehört der Slogan "Auf guten Ideen gebaut" nicht umsonst zum Leitspruch vieler Architekturbüros. . Um diese "Stein gewordene Ideen" und ihre Erschaffer geht es in dem Buch, das von dem Journalisten und Autor zahlreicher Bücher über Architektur Kenneth Paul herausgegeben wurde. Gegliedert ist das Buch in vier große Abschnitte, beginnend mit den "Pionieren des Bauens", über das "Zeitalter des Eisens" und "Beton und Stahl" bis hin zu den "Neuen Visionen". Filippo Brunelleschi, der Vater der Renaissance-Architektur, führt den illustren Reigen der Baumeister, Universalgelehrten und Architekten an. Sein bekanntestes Zeugnis steht als markantes Wahrzeichen in Florenz - die Kuppel von Santa Maria del Fiori. Ihm folgen in chronologischer Reihenfolge 39 weitere "Kollegen", von denen Gustave Eiffel, Antoni Gaudí, Mies van der Rohe, Le Corbusier oder Norman Foster allseits bekannt sein dürften. Aber auch weniger populäre Baumeister, die mit ihren Werken zeitlose Schönheit in die Städte der Welt setzten, werden gewürdigt. So zum Beispiel der Meisterarchitekt des Osmanischen Reichs Sinan (1494? - 1588), der Stadtarchitekt von Paris Victor Baltard (1805 - 1874), der Wolkenkratzerkonstrukteur Louis H. Sullivan (1832 - 1907) oder den Schöpfer ikonischer Bauten voller Ausdruckskraft Frank Gehry (geb. 1929). . 22 verschiedene Beiträge von Kunsthistorikern und Kunstgeschichtlern, von Architekten und Architekturhistorikern aus der ganzen Welt sind in diesem Buch vereint, die den Leser kompetent und übersichtlich informieren. Sie stellen den jeweiligen Baumeister biografisch vor, vermitteln in Bild und Text um dessen Materie gewordene Visionen und gehen auf die historischen und geistigen Grundlagen der jeweiligen Epoche ein. Wenn man mit dem letzten Architekten - den Japaner Kengo Kuma (geb. 1954) - und seiner Architektur der Materialität und Immaterialität das Buch schließt, bleibt ein tiefer Eindruck zurück, wie sich die Geschichte des Bauens langsam wandelt: Von dem Jahrhunderte langen Bemühen, die Natur zu zähmen und die Welt zu gestalten, hin zu einer neuen, heute vordringlichen Aufgabe: "sicherzustellen, dass menschliches Leben auch in den kommenden Jahrhunderten noch eine Zukunft hat. Architekten und Ingenieure spielen dabei eine entscheidende Rolle: Ihre Bauwerke müssen dazu beitragen, unseren Planeten vor irreversiblen Umweltschäden zu bewahren." . Fazit: "Ob aus Eisen oder Stein, von unbekannten Baumeistern, gefeierten Architekturgenies oder kühnen Ingenieuren - jedem Bauwerk liegt eine Idee zugrunde", schrieb die Kunsthistorikerin Isabel Krahl. Einige der spannendsten Ideenfinder und -umsetzer in der Architekturgeschichte kann der Leser in diesem Kompendium kennenlernen und sich mit ihnen, ihren Grundlagen und Vernetzungen beschäftigen. Denn "Werke dauern lange, so lange, wie sie uns beschäftigen. Je länger sie dauern, umso reicher können sie werden.", formulierte der deutsche Architekt und Hochschullehrer Günter Behnisch. Und weiter: "Was fertig ist, was niemanden mehr berührt, ist am Ende." Oder um es mit Johann Wolfgang von Goethe zu sagen: "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."

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