Lied der Weite

von Kent Haruf 
4,4 Sterne bei149 Bewertungen
Lied der Weite
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (131):
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Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich kann es mir gut vorstellen, dass es einmal zu den US-amerikanischen Klassikern zählen wird.

Kritisch (6):
Alina97s avatar

Leider einfach nur langweilig:(

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Inhaltsangabe zu "Lied der Weite"

Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet ihre Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt. Vom Autor des Bestsellers ›Unsere Seelen bei Nacht‹.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257070170
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:12.01.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 3 Monaten
    Das Leben in einer Kleinstadt

    Wenn mir mal ein Buch eines mir nicht bekannten Autors gefallen hat, dann  bin ich nicht abgeneigt mir auch noch andere Bücher zu besorgen. Leider  ist der Autor Kent Haruf bereits verstorben, aber es gibt immerhin einige wenige  Bücher von ihm. Nachdem ich "Unsere Seelen bei Nacht"  gelesen hatte, wollte ich natürlich auch diesen Roman lesen, der auch in der  fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado spielte.

    Kent Haruf beginnt den Roman über das Leben, Leiden und Lieben von sehr  unterschiedlichen Menschen und Kindern in einer ganz normalen amerikanischen  Kleinstadt zu schreiben. In weiteren Roman setzt er Geschichten aus dieser  Kleinstadt fort. Es geht hier um das Schicksal des 17- jährigen Mädchens  Victoria Roubideaux, die ungewollt schwanger geworden, von ihrer  Mutter aus  dem Haus geworfen wird. Victoria flüchtet sich zu Maggie Jones, eine Lehrerin ihrer  Schule, die sie zunächst tröstet und verständnisvoll bei sich und ihrem Vater aufnimmt.  Zur gleichen Zeit gerät die Ehe vom Maggies Lehrerkollegen Guthrie in die Krise  und Haruf verfolgt sehr einfühlsam, wie sich die Krankheit der Mutter auf Guthrie und  seine beiden Jungs Ike und Bobby auswirkt. Immerhin sind diese noch nicht mal  10 Jahre alt.

    Einige Meilen außerhalb der Stadt leben die beiden älteren Brüder McPherson sehr  abgeschieden und unerfahren auf einer Farm. Sie leben von der Viehzucht seit  sie alleine aufwuchsen. Maggie Jones bringt Victoria Roubideaux bei diesen beiden  alten liebenswerten aber kauzigen Männern unter.

    Für mich zeigte sich immer eine gewisse Spannung und Angst um diese Menschen, die  sich ihr Leben eingerichtet hatten. Sehr bewegend und persönlich werden die Menschen  hier. Man schaut buchstäblich in ihre Häuser und lebt und empfindet mit ihnen. Ob  Einsamkeit oder Angst vor der Zukunft, alles vorhanden. Absolute Lese-Empfehlung meinerseits.

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    sydneysider47s avatar
    sydneysider47vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich kann es mir gut vorstellen, dass es einmal zu den US-amerikanischen Klassikern zählen wird.
    Ein ruhig erzähltes Buch, das das Zeug zum Klassiker hat

    Worum geht es?

    Der Roman spielt in der fiktiven US-amerikanischen Kleinstadt Holt und erzählt von einigen Menschen, die dort wohnen, und ihrem Schicksal.

    Da gibt es die Brüder Ike und Bobby. Ihr Vater Tom Guthrie ist Lehrer und versucht, sich so gut wie möglich um seine Jungs zu kümmern. Denn seiner Frau Ella wurde ihr Leben als Mutter und Ehefrau zu viel. Sie zieht weg von ihrem Mann und ihren Söhnen, zuerst in ein anderes Haus, schließlich nach Denver. Ike und Bobby sind sehr selbständig. Sie verdienen sich etwas Geld und schließen diverse Bekanntschaften.

    Weiterhin erfährt der Leser von Victoria Roubideaux. Sie ist 17 Jahre, schwanger geworden nach einem Abenteuer mit Dwayne. Ihre Mutter wirft sie deswegen raus. Maggie Jones, eine Lehrerin, kümmert sich um Victoria und lässt sie bei sich wohnen. Doch Maggies Vater kommt mit dieser Tatsache nicht klar – und deswegen muss Maggie für Victoria eine andere Bleibe finden.

    Tom Guthrie hat in der Schule Probleme mit dem Schüler Beckman und dessen Eltern. Sie finden, dass Tom Guthrie ihren Sohn ungerecht bewertet hat.

    Die beiden Brüder McPherson haben eine Farm. Sie haben nie geheiratet, ihr Lebensinhalt sind ihre Rinder und die Landwirtschaft.

     

    Meine Meinung:

    Da ich „Unsere Seelen bei Nacht“ des Autors Kent Haruf schon sehr gut fand, wollte ich auch sein Buch „Lied der Weite“ lesen. Glücklicherweise hat unsere Bücherei im Ort es zum Ausleihen da und deswegen konnte ich es auch lesen.

    Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben (also keine Ich-Erzähler). Die Kapitel sind nur mit den Namen der Personen beschriftet, die eine Hauptrolle darin spielen.

    Gibt es wörtliche Rede, so ist sie nicht mit Anführungsstrichen gekennzeichnet.

    Am Anfang liest sich das Buch etwas schleppend, denn man lernt als Leser verschiedene Charaktere kennen, weiß aber nicht, wie diese miteinander zusammenhängen und warum über sie erzählt wird. Im Laufe der Lektüre wird das jedoch klar – und als Leser wird man vertraut mit Ike und Bobby, ihrem Vater Tom Guthrie, Victoria Roubideaux und den Brüdern McPherson. Dann liest sich auch das Buch schneller und leichter.

    Ich nehme mal an, dass die Handlung des Romans in den 1950er- oder 1960er-Jahren spielt. Die Leute in Holt sind fixiert auf ihre Probleme, nur selten kommen sie aus diesem Ort heraus. Viele der Charaktere sind sympathisch, ihr Schicksal berührt und man will wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Deswegen liest man das Buch. Ich wollte beispielsweise wissen, wie es mit Victorias Schwangerschaft weitergeht und ob Ella sich noch einmal entschließt, zu ihrer Familie zurückzukehren.

    Der Erzählton ist ruhig – man merkt aber schnell, welch große Probleme die Protagonisten haben. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich kann es mir gut vorstellen, dass es einmal zu den US-amerikanischen Klassikern zählen wird. Empfehlen kann ich das Buch allen Lesern, die sich für US-amerikanische Literatur interessieren, und auch Lesekreisen, die sich mit solcher Literatur befassen.

    Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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    Mira20s avatar
    Mira20vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Trotz des melancholischen Grundton ein hoffnungsvolles Buch!
    Trotz des eher melancholischen Ton ein hoffnungsvolles Buch!

    Diese Lektüre konnte mich stilistisch wie auch inhaltlich voll und ganz überzeugen. Mehrere schlichte, menschliche Geschichten treffen aufeinander. Einzeln betrachtet sind sie gar nicht aussergewöhnlich. Ihre Komponenten aber sind schön miteinander verwoben und bilden ein intensives Spannungsfeld.


    Als die 17-jährige, schwangere Victoria von der eigenen Mutter auf die Strasse gestellt wird, kommt Hilfe von ungewöhnlicher Seite. Ein altes Brüderpaar, das auf einer abgelegener Farm lebt, erklärt sich bereit, das junge Mädchen bei sich aufzunehmen. Eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft entsteht.

    Aber der Leser lernt noch mehr einsame und verlassene Menschen aus dem fiktiven Holt kennen. Der Autor verwebt die Schicksalsstränge immer mehr ineinander. Besonders die Brüder Ike und Bobby, beide neugierige Jungs, die viel sehen und beobachten, wachsen dem Leser ans Herz. Auch sie wurden verlassen, denn ihre Mutter ist ausgezogen. Ihr Leidensdruck ist riesig.
    Einige der Szenen sind bitter. Das schmerzt den Leser, vor allem weil die Opfer die Kinder sind.

    Das Einfühlungsvermögen bleibt voll und ganz dem Leser überlassen. Der Autor beschreibt Bilder und Situationen und lässt die Protagonisten in eher kurzen Dialoge miteinander sprechen. Dabei geben sie nur wenig von ihren Gefühlen preis. Die Bilder sind aber sehr stark und aussagekräftig.

    Das Buch handelt von einsamen, verlassenen Menschen, die aber alle Hilfe und Zuwendung von ungewöhnlicher Seite erhalten. Offen bleibt einzig, wer denn schlussendlich wem geholfen hat!

    Dieses Buch sucht seine Leser und ist aussergewöhnlich. Es ist keine Zwischendurch-Lektüre, obwohl einmal angefangen, es sehr schnell ausgelesen ist.

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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Es steckt viel Weisheit und Menschenliebe in diesem Buch. E
    Das Lied der Weite

    In Kent Harufs Roman „Lied der Weite“ ist die Kleinstadt Holt in Colorado Mittelpunkt und Hauptperson gleichzeitig. Die Geschichte spielt in einer ungenannten Zeit, auf Grund der Beschreibung von Technik würde ich die frühen 60iger Jahre annehmen. Es sind wenige Figuren die dieses Buch prägen, in einzelnen den einzelnen Kapiteln werden sie jeweils in den Vordergrund gestellt um dann zum Ende doch zu einem Ganzen zu werden.

    Da ist die 17jährige Victoria, die ungewollt schwanger wurde und von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird. Sie vertraut sich ihrer Lehrerin Maggie Jones an. Die bringt Victoria bei zwei alten Farmerbrüdern, den MacPhersons unter, die unbeeindruckt vom Lauf der Jahre ihr Land bestellen. Sie sind ein wenig eigenbrötlerisch und kauzig, aber von einer anrührenden Menschlichkeit.

    Dann gibt es noch Tom Guthrie, Lehrerkollege von Maggie, der mit seinen zwei Söhnen allein lebt. Seine Frau litt schon sehr lange unter Depressionen und hat die Familie verlassen um bei ihrer Schwester zu leben. Tom hilft ab und zu auf der Farm der MacPherson, dort halten sich auch seine zwei Söhne gerne auf. In der Schule hat Tom ziemlich Probleme, denn einer seiner Schüler, der verwöhnte Sohn der Beckmans, spielt gedeckt von seinen einflussreichen Eltern und einer konfliktscheuen Schulleitung übel auf. Mit Maggie verbindet ihn wohl mehr, als nur der gemeinsame Arbeitgeber.
    Sicher sind die MacPhersons die Personen, die mir am stärksten im Gedächtnis bleiben werden. Unbeirrt, gütig und wortkarg nehmen sie sich des jungen Mädchens an und verändern sich zu ihrer eigenen Überraschung zu einer Art liebevoller Ersatzonkels für Victoria, der Wohl ihnen bald sehr wichtig wird.

    Es gibt keine großen Spannungsbögen in diesem Buch, die Stadt und ihre Menschen mit allen ihren zwischenmenschlichen Problemen werden wie in einer Chronik erzählt. Sehr ruhig, sehr zurückgenommen und immer sehr einfühlsam. Wenn es auf den ersten Blick auch wie eine schlichte Erzählung wirkt, steckt doch so viel Weisheit und Menschenliebe in den Zeilen, dass es mir noch lange im Gedächtnis blieb. Vielleicht hat mich das Buch deshalb so beeindruckt, weil es wie aus der Zeit gefallen scheint und doch zeitlos aktuell ist.

    Kent Haruf ist leider schon verstorben, sein Werk deshalb auch überschaubar, aber nicht zu übersehen.



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    pardenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ruhiger Roman wie von goldenem Licht durchdrungen - menschlich, eindringlich, berührend, und ein Licht gegen die Einsamkeit im Leben...
    Menschlich, eindringlich, berührend...

    MENSCHLICH, EINDRINGLICH, BERÜHREND...

    Holt, eine Kleinstadt in Colorado, ist der Schauplatz des Geschehens, das Kent Haruf hier vor den Augen des Lesers ausbreitet. Ländlich die Umgebung, karg die Landschaft, spielend etwa in den 60er oder 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, agieren hier nur ein paar wenige Figuren.

    Victoria beispielsweise, eine 17jährige Schülerin, wird von ihrer Mutter rausgeschmissen, als diese bemerkt, dass ihre Tochter schwanger ist. Weil ihr nichts anderes einfällt, sucht Victoria in ihrer Not ihre Lehrerin Maggie Jones auf, die das Mädchen zunächst bei sich schlafen lässt. Doch Maggie betreut auch ihren dementen Vater, der durch die ihm fremde Schülerin sehr in Aufregung gerät. Und so kommt Victoria schließlich auf einer Kuhfarm abseits der Stadt unter, bei den zwei alten McPheron-Brüdern. Die beiden leben seit dem Tod ihrer Eltern alleine auf der Farm und wissen nicht so recht, wie sie mit der veränderten Situation umgehen sollen. Doch schwangere Mädchen und trächtige Kühe - ist das nicht irgendwie ähnlich?

    Maggie Jones Kollege Tom Guthrie hat seine ganz eigenen Probleme. Seine schwer depressive Frau verlässt die Familie und lässt ihn mit ihren beiden Söhnen Ike und Bobby allein zurück. In der Schule gibt es Schwierigkeiten mit einem aufsässigen Schüler, und so ganz nebenher muss Guthrie nun den Haushalt alleine schmeißen und für die beiden Kinder da sein. Die beiden 9- und 10-jährigen Jungen sind nun oft auf sich alleine gestellt und machen dabei nicht nur angenehme Erfahrungen...

    Durch einen stetigen Wechsel der Perspektiven bringt Kent Haruf dem Leser behutsam die Charaktere näher, verflicht ihre Geschichten miteinander und webt daraus eine leise Geschichte der Begegnungen. Der Schreibstil ist dabei eher sachlich und fast nüchtern, so dass die Erzählung nie ins Kitschige oder Dramatische abzugleiten droht. Und doch wuchsen mir die Figuren beim Lesen zusehends ans Herz, und von Anfang an hatte ich das Gefühl, als sei die Szenerie von einem goldenen Licht durchflutet, das selbst Schrecknisse warm zu beleuchten vermochte.

    Kent Haruf zeichnet hier beileibe keine heile Welt - hier hat jeder sein Päckchen zu tragen und kommt mit den Widrigkeiten des Lebens in Berührung. Doch ist die Erzählung durchdrungen von etwas Hoffnungsvollen, das hinter den Schrecknissen einen neuen Weg ahnen lässt und das in den Begegnungen auch der Einsamkeit im Leben entgegentritt.

    Für mich meine erste Begegnung mit einem Roman des leider bereits verstorbenen Kent Haruf - aber ganz sicher nicht die letzte. Dieses Buch gehört in jedem Fall zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr!


    © Parden

    Kommentare: 5
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    A
    amena25vor 7 Monaten
    Melancholisch und poetisch

    Als die siebzehnjährige, schwangere Victoria Roubideaux von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird, nimmt sie ihre Lehrerin Maggie Jones zunächst bei sich auf. Doch Maggie hat auch ihren demenzkranken Vater zu pflegen, und so überredet sie die beiden alten Brüder McPheron, Victoria auf ihrer Farm aufzunehmen. Für die beiden über Siebzigjährigen eine echte Herausforderung, haben sie doch immer nur zusammen, ohne Frau im Haushalt gelebt und kennen sich auch besser mit Vieh als mit Menschen aus.

    Der leider 2014 verstorbene Autor Kent Haruf erzählt geradlinig, unprätentiös, fast schon sachlich. Doch hinter dem scheinbar einfachen Erzählstil offenbart sich eine ganz eigene Poesie. Die Menschen in Kent Harufs Roman wirken oft einsam, melancholisch. Dennoch funkeln immer wieder hoffnungsfrohe und komische Momente auf.

    Herzzerreißend, gerade durch die nüchterne Sachlichkeit, wirkt z.B. der Moment, als Victoria nach der Schule nach Hause kommt und ihre Mutter ihr einfach die Tür nicht mehr öffnet. Großartig dagegen der Moment, als die Brüder McPheron mit dem schwangeren Mädchen über Getreide und Schweinebäuche sprechen, nur um Konversation zu betreiben und ihr – auf ihre Art - Geborgenheit zu vermitteln.

    Tom Guthrie, Lehrerkollege von Maggie Jones, lebt allein mit seinen zwei Söhnen, nachdem die schwer depressive Mutter die Familie verlassen hat. Ergreifend wird in kleinen Szenen geschildert, wie die beiden neun- und zehnjährigen Jungen mit diesem Verlassenwerden umgehen. Während Maggie Jones und Tom Guthrie sich näher kommen, lernt Victoria behutsam, ihren eigenen Weg zu gehen.

    Die kurzen, episodenhaften Kapitel, die jeweils andere Figuren ins Zentrum rücken, wirken wie Ausschnitte aus einem Mosaik, das erst nach und nach zu einem bedeutsamen Ganzen zusammenwächst. Ein stiller, oft traurig-melancholischer Roman, der bewegend und poetisch von Menschlichkeit, Güte, Freundschaft und Liebe erzählt.

     

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    MissTalchenvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein einprägsames Buch, das uns in zarten Tönen und einem gekonnten Schreibstil abermals nach Holt entführt.
    Einprägsames Jahreshighlight

    "Meine Mama hat immer gesagt, in allem steckt eine Lehre, man muss nur Augen haben, sie zu sehen, sagte Buster. Da hat sie recht gehabt, sagte Guthrie. Deine Mutter war eine kluge Frau."

    Nach „Unsere Seelen bei Nacht“, musste ich dieses „neue“ Buch des Autors lesen und freue mich sehr, dass ich es im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt bekam.

    Zur Story: Als die minderjährige Victoria erfährt, dass sie schwanger ist und daraufhin von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird, weiß sie nicht, wohin. Zum Glück hat ihre Lehrerin Maggie Jones gute Verbindungen im Ort und kann sie bei den alten McPheron-Brüdern auf ihrem Hof unterbringen. Ein gefundenes Fressen für die Klatschgemeinde!
    Auch die jungen Brüder Bobby und Ike machen eine harte Zeit durch, das hingegen scheint niemanden so recht zu interessieren. Schnell wird deutlich, wie viel Schaden zu viel und zu wenig Aufmerksamkeit gleichermaßen anrichten kann.

    Meine Meinung: Mit „Lied der Weite“ wurde nun das 2. Buch aus der Feder des leider bereits verstorbenen, amerikanischen Autors in einer Neuauflage ins Deutsche übersetzt. Wie alle seine Bücher, spielt auch dieses in der Kleinstadt Holt und transportiert dabei so viel mehr, als den typisch amerikanischen Kleinstadtflair.

    Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer, da auf die Kennzeichnung der wörtlichen Rede abermals verzichtet wird. Im weiteren Verlauf habe ich mich daran aber größtenteils gewöhnt. Nichts desto trotz ist das Buch auch dadurch von Zeit zu Zeit etwas verwirrend, was den Leser aber um so mehr dazu auffordert, tatsächlich über die Handlung nachzudenken.

    Die Figuren sind in ihrer Art meist sehr eigenwillig, aber man bekommt dennoch schnell ein Gefühl für ihre Persönlichkeit, das man jedoch angesichts der Handlung von Zeit zu Zeit überprüfen muss.

    Dabei greift der Autor auf einen nüchternen, ausschließlich beobachtenden Schreibstil zurück, der um so mehr Reaktionen beim Leser provoziert. So werden in wenigen, einfachen Worten und leisen Tönen viele tiefgreifende Gesellschaftsthemen dargestellt.
    Außerdem verleiht das gekonnte Spiel mit Parallelen der Handlung eine 2. Dimension.

    Die häufigen Perspektivwechsel werden dabei geschickt eingesetzt ohne gekünstelt zu wirken oder zwanghaft Spannung zu erzeugen.

    All das machte das Buch für mich zu einem sehr besonderem Buch und Jahreshighlight.

    Achtung: Enthält gewalttätige Szenen gegenüber Tieren!

    Mein Fazit: Ein einprägsames Buch, das uns in zarten Tönen und einem gekonnten Schreibstil abermals nach Holt entführt.

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    RubyKairovor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Eine kleine feine Lektüre bewegend und einfühlsam erzählt ...
    Geradlinig, menschlich, bewegend – ein Roman, der mitten ins Herz trifft.

              Wer die Weite sucht, ist in Colorado genau richtig. Wer gegen Konventionen verstößt, eher nicht. Das bekommt die 17 - jährige Victoria Roubideaux zu spüren, als sie schwanger wird. Ihre Mutter setzt sie vor die Tür. Lehrerin Maggie gelingt es, die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, zu überreden, Victoria bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt. Es dauert bis die drei miteinander können. Dann taucht der Vater des Babys auf.... Ein Fehltritt mit Folgen. Was für eine schöne, warme, großartige Geschichte, es geht in der liebevollen Erzählung um mehr: um Geborgenheit, Einsamkeit, Spießigkeit, Familienbande, Mut, Anpassung, Freiheit, Schicksalsschläge und vor allem um die altersunabhängige Liebe und Zuneigung. Über die heuchlerische Moral ihrer Umgebung sind sie erhaben. Eben diese Botschaft bringt Kent Haruf treffend zum Ausdruck. Die Geschichte entwickelt sich allmählich und zeichnet sich durch die besondere Erzählkunst sowie schöne Dialoge aus. Niemals ist sie kitschig oder sentimental. Vor allem ist sie eines nicht: Nicht zu Ende, wenn die letzte Seite gelesen ist. Sie werden sicher darüber nachdenken oder gar über diesen 'Fehltritt mit Folgen' diskutieren wollen. Kent Haruf zeichnet detailreich und unterhaltsam sein Bild der fiktiven Kleinstadt Holt und ihrer Bewohner, vergisst aber nie die erzählerische Empathie. Ein Roman zum schmökern aber vorallem zum nachdenken. Klar, ohne großen Schnickschnack, aber dennoch mit so viel Gefühl zwischen den Zeilen. Diese Geschichte klingt lange nach. Eine kleine feine Lektüre bewegend und einfühlsam erzählt ...
           

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    DanielaAlges avatar
    DanielaAlgevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: eine einfache und wunderschöne Geschichte
    Einfach, ruhig, lesenswert


    Ich bin ganz begeistert von dieser einfachen Geschichte. Ohne Pomp und Aktion beschreibt Kent Haruf das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt.


    Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte verbinden sich in dieser Story zu einem Ensemble, das in jedem Dorf aufeinander treffen könnte. Die unterschiedlichen Perspektiven zeigen Menschen, die ich alle authentisch fand, und die mich alle auf ihre Art berührten.


    Zwei alte ledige Viehzüchter nehmen eine schwangere Siebzehnjährige bei sich auf. Wortkarg, unbeholfen. Ich konnte sie mir so gut vorstellen.


    Die Geschichte ist bewegend und berührend, weil sie so einfach ist. Ich werde gerne noch mehr von Kent Haruf lesen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Absolut begeistert!
    Interessant und absolut lesenswert!

    Das Lied der Weite von Kent Haruf ist ein sensibler Roman über eine Handvoll Menschen in der Kleinstadt Hold in Colorado, USA.
    Es geht um Guthrie, alleinerziehender Vater zweier Söhne und Lehrer einer Schule mit mindestens einem schwierigen Schüler. Es geht um die Söhne Ike und Bobby, irgendwie auf sich allein gestellt müssen sie sich in ihrem Umfeld behaupten und beobachten Victoria. Es geht um Victoria, werdende junge Mutter auf der Suche nach einem beständigen Zuhause, dass sie bei den Mc Pherons Brüdern nach und nach findet. Es geht um die Mc Pherons Brüder, die ohne Frauen nun im hohen Alter ihre Farm verwalten.
    Das Buch ist aus der Erzählperspektive geschrieben und stellt einfühlsam die mitunter schwierigen Leben der einzelnen Charaktere dar, ohne zu dramatisieren. Es benötigt keinen Spannungsaufbau um weiterzulesen. Vielmehr fühlt man sich in die Personen ein und lebt ein Stück weit mit ihnen mit.
    Aus meiner Sicht hat sich gelohnt, jede einzelne Zeile zu lesen und ich kann nur jedem empfehlen einfach mal dieses Buch zu lesen, welches man zunächst nicht konkretisieren kann und man es doch schon nach den ersten Seiten mag.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    Intensive und herzerwärmende Geschichte

    Man sagt, das echte Herz der USA schlägt nicht in den großen Städten sondern in den ganz kleinen Dörfern mitten in den Prärien. Die Landschaft und die Einsamkeit prägt das Leben der Menschen und macht sie zu echten Kämpfern mit einem weichen Kern.
    Der Roman "Lied der Weite" von dem US-amerikanischen Schriftsteller Kent Haruf porträtiert das Wesen so einer Gemeinschaft und zeigt, was für deren Bewohner wirklich zählt: Freundschaft, Liebe und Gutmütigkeit.
    Möchtet ihr nach Colorado mitkommen und diese besonderen Menschen kennenlernen?
    Dann müsst ihr unbedingt an dieser Leserunde teilnehmen!

    Zum Inhalt
    Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Die siebzehnjährige Victoria Roubideaux ist schwanger. Den Vater des Kindes, eine Sommerliebe, kennt sie kaum. Aber sie will das Kind unbedingt zur Welt bringen, auch wenn ihre Mutter sie deswegen aus dem Haus geworfen hat. Durch die Vermittlung ihrer Lehrerin Maggie Jones kommt Victoria auf der Farm von Raymond und Harold McPheron unter, zwei rauhbeinigen, unverheirateten alten Viehzüchtern, die mehr Ahnung von Kühen als von Menschen haben. Doch je größer Victorias Bauch wird, desto weniger klar wird gleichzeitig, wem mit diesem Arrangement mehr geholfen ist: dem Mädchen oder den alten Herren. Es ist möglich, die Einsamkeit zu durchbrechen – auch für Maggie, die ihren betagten Vater pflegt, auch für ihren Lehrerkollegen Tom Guthrie und seine beiden Söhne, die von ihrer Mutter verlassen wurden. Davon erzählt auf ergreifende Weise Kent Harufs bekanntester Roman.


    Lust auf eine Leseprobe?

    Zum Autor
    Kent Haruf (1943–2014) war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award (für "Lied der Weite") ausgezeichnet. Sein letzter Roman "Unsere Seelen bei Nacht" wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt.

    Wie verläuft Victorias Leben auf dem Bauernhof der beiden alten Männer? Wie reagieren die Bewohner des kleinen Ortes Holt darauf?
    Zusammen mit Diogenes verlosen wir 50 Exemplare von "Lied der Weite" unter allen, die erfahren möchten, wie es Victoria und den anderen Bewohnern von Holt ergeht.
    Wenn ihr Lust habt, euch über dieses herzerwärmende Buch in Rahmen einer Leserunde auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben, dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 21.01., und antwortet auf folgende Frage:

    Victoria ist 17 und schwanger. Ihre einzige Rettung sind zwei ältere Männer, die einen Bauernhof betreiben.
    Denkt ihr, das Zusamenleben von so unterschiedlichen Menchen kann gut laufen?
    Vielleicht kennt ihr auch ähnliche Fälle. Erzählt uns darüber!


    20 Exemplare haben wir für Blogger reserviert. Gebt also bitte gegebenenfalls eure Blogadressen bei eurer Bewerbung mit!

    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

    * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
    MissTalchens avatar
    Letzter Beitrag von  MissTalchenvor 7 Monaten
    Entschuldigung, die Rezension zu dem Buch habe ich total vergessen, aber hier ist sie nun endlich und ist in ähnlicher Form auch auf Amazon zu finden:

    https://www.lovelybooks.de/autor/Kent-Haruf/Lied-der-Weite-1499524846-w/rezension/1547245128/

    Vielen lieben Dank, dass ich mitlesen durfte und auch an den Verlag für das umfangreiche Paket.
    Außerdemdem möchte ich mich bei allen Teilnehmern für ihre Diskussionsbereitschaft danken. Ich habe gesehen, dass viele von dem Umfang der Beiträge erschlagen waren. Ich muss zugeben, das war ich anfangs auch, habe mir aber die Mühe gemacht und jeden einzelnen Beitrag durchgelesen.
    Auch an dich, liebe aba, ein riesig großes Dankeschön. Du legst in deinen Leserunden Wert auf echte Diskussionen und das ist meiner Meinung nach so viel bereichernder als jede kleinere, schnelllebige Leserunde. Danke dafür!
    Zur Leserunde

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