Kent Haruf Unsere Seelen bei Nacht

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Inhaltsangabe zu „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis, der seit dem Tod seiner Frau ebenfalls allein lebt. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihr Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst.

berührend und sehr nachdenklich

— alupus
alupus

Wunderbare Geschichte über zwei ältere Herrschaften, die sich gegen die Einsamkeit verbünden. Hervorragend gelesen von Ulrich Noethen!

— FrolleinJott
FrolleinJott

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  • Meisterwerk über Liebe im Alter

    Unsere Seelen bei Nacht
    Pongokater

    Pongokater

    03. September 2017 um 17:23

    Hymnisch waren die Rezension im deutschen Feuilleton über dieses Buch. Aus meiner Sicht völlig zu Recht. Ulrich Noethen liest die Geschichte von einer sich langsam entwickelnden Liebe im Alter mit großem Einfühlungsvermögen. Mit zarten Strichen zeichnet Haruf die Entwicklung einer letzten Liebe, ihr vorläufiges Scheitern, und eine letzte Hoffnung auf Fortsetzung. Bewegend nicht nur für Alte, sondern alle, die es mal werden.

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  • Warum sind erwachsene Kinder so?

    Unsere Seelen bei Nacht
    alupus

    alupus

    23. August 2017 um 18:09

    Unsere Seelen bei Nacht   Warum sind erwachsene Kinder so? Klappentext: Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis, der nach dem Tod seiner Frau ebenfalls allein lebt. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihr Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst. Das Bändchen umfasst 208 Seiten. Meine Meinung: Kent Haruf schrieb dieses Bändchen 2014 vor seinem Tod. Er schrieb es leicht verständlich und es ist daher gut zu lesen. Es war für mich etwas verwunderlich, dass die Beiden, nach einem Getränk, schon zu Bett gingen. Das erinnerte mich an meine Großeltern, die auch mit den Hühnern ins Bett gingen, allerdings hörten sie noch eiweisen Hörspiel oder Konzert im Radio. (Damals gab es noch keinen Fernseher.) Ich bewundere Addie für ihren Mut, Louis zu fragen, denn ich, im gleichen Alter, hätte es mich nie getraut. Es entstand eine Vertrautheit, die ich sehr berührend fand. Alles hätte so schön sein können, aber plötzlich hat Addie ihren 5jährigen Enkel Jamie zu Gast. Louis kümmert sich rührend um ihn und gibt Jamie das Gefühl, dass er geliebt wird. Plötzlich taucht Gene, Addies Sohn auf. Er ist entsetzt, dass ein „fremder Mann“ nachts bei seiner Mutter liegt. So kommt es am Ende so, wie es kommen musste. Fazit: Dieses ist ein sehr eindrucksvolles Buch, was mich doch sehr beschäftigte. Es zeigt aber auch, dass erwachsene Kinder glauben, ihren Eltern Vorschriften  zu machen. Es geht teilweise so weit, dass die Eltern Angst vor ihren Kindern haben. Dies müsste doch nicht sein, aber oft trauen sich die Eltern nicht, mit ihren Kindern vernünftig zu reden, wobei umgekehrt es genauso ist. Den Kindern ist oft nicht klar, dass auch sie eines Tages alt werden und das ist wohl das Hauptproblem.        

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  • Die Einsamkeit der Nacht

    Unsere Seelen bei Nacht
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    21. August 2017 um 13:03

    »Am nächsten Tag ging Louis zum Friseur in der Main Street, ließ sich das Haar raspelkurz schneiden, zu einer Art Igelschnitt, und fragte den Friseur, ob er seine Kunden auch rasiere. Der Friseur sagte ja, und so ließ er sich obendrein eine Rasur verpassen. Dann ging er nach Hause, rief Addie an und sagte: ›Ich würde gern heute Abend vorbeikommen, wenn das noch gilt.‹ – ›Ja, es gilt‹, sagte sie.«Addie und Louis, beide Anfang siebzig, verwitwet, sind Nachbarn aus Parallelstraßen, wohnen je in einem Einfamilienhaus mit Garten. Man kennt sich, aber gut befreundet ist man nicht. Addie war mit der verstorbenen Frau von Louis befreundet, nachbarlich. Eines Tages steht Addie vor Louis Tür, macht ein Angebot: Sie würde es angenehm empfinden, wenn Louis bei ihr regelmäßig übernachten würde. Zusammen etwas essen, einen Drink nehmen, reden, im Bett nebeneinanderliegen, die Hand halten und reden. Die Nacht, das Dunkel, die Einsamkeit überstehen. Keinen Sex, meint Addie, nur reden. Louis überlegt kurz und willigt ein. Behutsam beginnen die Gespräche, und beiden gefällt die Zweisamkeit, die sie auch auf Aktivitäten tagsüber ausweiten. Addie sagt, sie sei alt genug, dass es ihr egal sei, was andere Leute über sie reden. Kurz darauf ruft der Sohn von Addie an, seine Frau sei ausgezogen und er wisse nicht, wie er, berufstätig, den Sohn betreuen soll. Ob Addie ihn bis zur Einschulung nehmen könne. Und so beginnt eine feine Zeit zu dritt, auch im Bett, denn der Enkel hat Angst allein. Louis kommt auf die Idee, Jamie einen Hund zu besorgen. Fortan schläft der Junge in seinem Zimmer, zusammen mit dem Hund. Louis kümmert sich rührend um Jamie, das Trio fährt sogar zum Zelten in den Nationalpark, sie gehen zu Baseballspielen, üben im Garten mit Handschuh und Schläger. Der Junge vergisst fast sein Handy, hat das erste Mal Kontakt mit Sport und Natur. Manche Nachbarn des kleinen Kaffs in der Nähe von Denver finden es cool, was sich die Alten trauen, andere finden das Benehmen verwerflich. Der Sohn von Addie ist moralisch empört, letztendlich hat er nur Angst, dass Louis scharf darauf ist, Addie zu heiraten, um das Erbe anzutreten. Das hat Louis gar nicht nötig! Der Sohn verbietet seiner Mutter den Umgang mit Louis, setzt sie mit Entzug des Enkels unter Druck, sie dürfen nicht einmal mehr miteinander telefonieren. Falls jemand eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, den muss ich enttäuschen. Kent Haruf schreibt mit Empathie, zeichnet seine Figuren scharf. Kleine Rückblicke mit Melancholie ins vergangene Leben, das nicht immer so heile war, wie es nach außen wirkte, und der banale Alltag von alten Menschen, die sich das Glück nehmen, das die Intoleranz der Moral ihnen vorenthalten will, wird hier ausgebreitet. Glücklich sein kann man nicht alleine. Ein Partner, mit dem man seine Gedanken teilt, seine Erinnerungen, den man spürt in der Nacht, händchenhaltend schlafen die beiden ein, friedvoll, ohne Albträume. Ein Kammerspiel, ein Buch, das sicher als Theaterstück eine große Wirkung erzielen würde. Die Sprache ist reduziert, auf den Punkt gebracht. Es gibt kein pathetisches Geschwafel. Genau das macht diesen kleinen Roman so eindringlich. Eine Geschichte, die überall auf der Welt passiert. Ein Appell gegen die Einsamkeit und für ein glückliches Leben im Alter. Egoistische Kinder, die den Eltern die Einsamkeit verordnen, kein »neues Elternteil« akzeptieren wollen. Neid auf das späte Glück der Alten, Angst um das Erbe. Wenn du einsam bist, komm zu mir! Ein Argument, das gerne verteilt wird. Nehmt das Angebot an und geht den Kindern richtig auf den Keks! Vielleicht kapieren sie es dann!

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  • Seine Stimme verlieht einem wunderbaren Buch noch eine spezielle Note und Adel

    Unsere Seelen bei Nacht
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. March 2017 um 11:17

    Ich bin froh diesen amerikanischen Schriftsteller mit seinem hier vorliegenden bei Diogenes in Zürich erschienenen letzten Roman kennengelernt zu haben.„Unsere Seelen bei Nacht“ erschien in den USA als Kent Harufs fünfter Roman, kurz bevor er starb. Sein Roman „Flüchtiges Glück“ wurde 2001 bei BTB verlegt, ansonsten erschien keiner seiner Romane bisher auf Deutsch. Ich hoffe, dass Diogenes in den nächsten Jahren auch seine ersten vier Bücher dem deutschsprachigen Publikum zugänglich machen wird. Nach der Lektüre des vorliegenden Romans muss ich sagen, es wäre eine Bereicherung.Kent Harufs Romane spielen alle in der fiktiven Kleinstadt Holt in der Prärie des US-Bundesstaats Colorado, die wahrscheinlich viel Ähnlichkeit hat mit der Stadt, in der er mit seiner Familie als Lehrer und Autor lebte.„Unsere Seelen bei Nacht“ erzählt auf knappen 200 Seiten die späte Liebesgeschichte eines verwitweten alten Mannes und einer verwitweten alten Frau. Beide sind um die 70 Jahre alt, leben seit Jahrzehnten als Nachbarn in Holt und haben in der Vergangenheit nur peripher am Leben des jeweils anderen teilgenommen.„Und dann kann der Tag, an dem Addie Moore bei Louis Waters klingelte.“ So direkt springt der Roman in das Geschehen hinein. Addie Moore besucht ihren überraschten Nachbarn, um ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag zu machen. Da sie ihn sympathisch finde und er sicher so wie sie selbst auch abends sehr allein sei, bittet sie ihn, an einigen Abenden in der Woche zu ihr zu kommen, einfach neben ihr im Bett zu liegen und sich mit ihr zu unterhalten bis sie einschlafen. Es geht ihr überhaupt nicht um Sex oder so etwas, betont sie. „Es geht darum, die Nacht zu überstehen. Zu reden, zusammen im Bett zu liegen. Die ganze Nacht.“Louis, selbst sehr einsam, findet Addie sympathisch und lässt sich auf ihren Vorschlag ein. Schon nach wenigen Tagen möchten sie ihre nächtlichen Besuche nicht mehr missen und sie lernen auch tapfer mit dem Gerede der Leute in einer Kleinstadt umzugehen, in der sich so etwas schnell rumspricht.Sie erzählen sich aus ihrem Leben, von den Freuden, den Schicksalsschlägen, den Fehlern und der Last der Schuld. In ganz kurzen Kapiteln erzählt Kent Haruf  von dem, was sie miteinander reden, unternehmen und tun. Ihm gelingt es, dieses wunderbare späte Glück eines ganz normalen Alltags in eine einfache und schöne Sprache zu fassen, die genau das ausstrahlt, was die beiden alten Menschen miteinander erleben.Als Addies Enkel Jamie von ihrem Sohn Gene abgeliefert wird, weil seine Frau sich von ihm getrennt hat, kümmern sich die beiden rührend und liebevoll um das verstörte Kind. Louis kauft Jamie einen Hund und das Kind blüht auf.  Es partizipiert von der Wärme und der Liebe der beiden. Doch als Genes Frau es noch einmal mit ihrem Mann versuchen will, muss Jamie zurück nach Hause. Dort weint er wieder viel, und weil Gene den beiden Alten die Schuld gibt (er selbst hat für seinen  Sohn keine wirkliche Liebe übrig), verlangt er von seiner Mutter, die Beziehung zu Louis aufzugeben, ansonsten entziehe er ihr den Kontakt zu ihrem Enkel.Eine schwere Belastung für Addie und Louis. Doch es scheint, dass sie miteinander so stark geworden sind, dass sie auch das aushalten.Ein bewegender Roman über ein spätes Glück, aber auch über eine Umwelt, die aus Neid und Missgunst es immer wieder torpedieren will.In der ungekürzten Lesung des bekannten Schauspielers Ulrich Noethen kommt die Atmosphäre des Dorfes Holt in einer ganz besonderen Weise zur Geltung. Seine Stimme verlieht einem wunderbaren Buch noch eine spezielle Note und Adel.

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