Unsere Seelen bei Nacht

von Kent Haruf 
4,3 Sterne bei131 Bewertungen
Unsere Seelen bei Nacht
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (108):
Lakritzschneckes avatar

Kleine, etwas ungewöhnliche Geschichte über ein älteres Paar, das gar keins sein wollte.

Kritisch (3):
wunderliteraturs avatar

Eigentlich schöne Botschaft, aber die Umsetzung war mir zu oberflächlich.

Alle 131 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Unsere Seelen bei Nacht"

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte. Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung sorgt für Aufsehen in dem Städtchen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257069860
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:22.03.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.03.2017 bei Diogenes erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    BirPetvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wunderschöne kleine Geschichte über die seelische Verbundenheit und Liebe zweier Personen
    Egal welches Alter, für eine zweite Chance ist es nie zu spät

    Der Titel zog mich an, die beiden Worte Nacht und Seele haben eine magische Anziehungskraft auf mich, der Klappentext war ein weiterer Punkt und dann las ich den ersten Satz und wußte, dass ich dieses Buch lesen will.
    Direkt mit dem ersten Satz ist man mitten im Geschehen, die Protagonisten werden genannt, ein Abend kurz vor Eintreten der Dunkelheit erscheint vorm inneren Auge und eine alte Dame, die vor einer Haustüre steht und dort klingelt. Ich musste einfach weiterlesen.
    In der Hauptsache besteht das Buch aus Dialogen zwischen Addie und Louis. 
    Addie ist 70 Jahre alt, Witwe und ausser ihrem Sohn Gene und ihrem Enkel Jamie gibt es keine Verwandten. Gene wohnt allerdings auch weit entfernt. Addie`s verstorbener Mann war zweimal in Folge Bürgermeister der Kleinstadt Holt und alleine dadurch ist sie den anderen Bewohnern nicht unbekannt.
    Louis ist über 70 und ebenfalls wie Addie Rentner und Witwer, seine Frau Diane starb nach langer Krankheit und Addie und Diane waren sich oberflächlich bekannt. Louis hat eine Tochter, Holly.
    Beide genießen ihr Dasein, die Ruhe und haben Spaß am Leben, jedoch fühlen sich beide einsam, alleine gewiss nicht, aber vor allem die Nächte sind zu still, zu dunkel, niemand ist da der sie wärmt und eine Wärmflasche ersetzt keine menschliche Wärme.
    Addie in ihrer ungezwungenen und herzlichen Art bekommt Louis davon überzeugt, dass es wirklich sehr schön wäre. Die beiden haben vorher nichts miteinander zu tun gehabt, was Louis sehr überrascht und leicht überrumpelt. Er ruft Addie wenige Tage nach ihrem Besuch an und fragt, ob das Angebot noch steht, denn er brauchte etwas Bedenkzeit und natürlich steht es noch. So verbringen also ihre erste gemeinsame Nacht miteinander. In der Dämmerung schleicht sich Louis zu Addie und im Morgengrauen verschwindet er wieder. Aber dies bleibt von der Nachbarschaft nicht unentdeckt.
    Was die anderen Bewohner der Kleinstadt zu dieser besonderen Freundschaft und schließlich auch Liebe sagen, ist Addie und Louis egal, aber als dann auch noch Gene und Holly ihren Unmut kundtun über das Privatleben ihrer Eltern, ist es nicht so leicht zu überhören.
    Die Sprache ist ist natürlich, leicht und authentisch, der Fokus aufs Wesentliche gelegt ohne Schnörkeleien. Es ist einfach dem Buch zu folgen, die Tatsache, dass es keine Anführungszeichen gibt bei den Dialogen anfangs verwirrend, aber schnell vergessen.
    Der offene, ehrliche, unverblümte, humorvolle und charmante Austausch ist faszinierend und beeindruckend. Es ist schön und interessant den beiden zu folgen, sie zu begleiten, wie aus Nachbarn schließlich verbundene Seelen werden.

    Ein wunderschönes, ruhiges Buch und eine bewegende Geschichte zweier alter Menschen, die das Leben nehmen, wie es ist und sich das Glück und eine 2. Chance im Alter gönnen.
    Ein Buch für Jung und Alt, voller Hoffnung und ohne pure rosa Wolken, denn alles Schöne hat auch eine Kehrseite. 
    Klare Leseempfehlung.

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    buecher-beas avatar
    buecher-beavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine rührende Geschichte über Menschen, die sich trauen, aus Konventionen auszubrechen.
    Die heilende Wirkung von Familienbetten

    Holt/ Colorado: Eines Tages steht die Nachbarin Addie an der Tür von Louis und macht ihm ein komisches Angebot. Sie möchte die Nächte mit ihm verbringen. Nur reden, kein Sex. Damit man nicht so allein ist. Denn die Nächte sind am schlimmsten.
    Das Abkommen bleibt nicht unbemerkt und erntet in der Kleinstadt Häme und Skepsis. Als dann Addies Enkel Jamie (6)  den Sommer bei ihnen verbringt und sie für ihn einen Hund anschaffen, damit er die Trennung seiner Eltern verarbeiten kann,  fordern die Kinder ihre Eltern ebenfalls auf, dieses peinliche, unerhörte Tun zu lassen.

    Eine rührende Geschichte über einen wundervolles Jahr, einen harmonischen Sommer, über Menschen, die sich trauen, aus Konventionen auszubrechen und über die anderen Menschen, die deswegen entweder verunsichert oder mit Hoffnung gefüllt werden.

    Ob die heilende Wirkung von Familienbetten sich verändert hätte, wenn ich statt 137 alle 208 Seiten zu lesen gehabt hätte, werde ich noch einmal überprüfen.

    Nominiert für das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhändler (Woche der unabhängigen Buchhandlungen) 2017.

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    Janine2610s avatar
    Janine2610vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Anfangs noch etwas langweilig, aber die Charaktere hat man schnell liebgewonnen und dann wird auch die Geschichte besser. ;)
    Ein unaufgeregter Roman

    Der Klappentext:

    Dies ist eine Liebesgeschichte.
    Addie Moore und Louis Waters wohnen nur ein paar Häuser voneinander entfernt und kennen sich seit vielen Jahren, wenn auch nicht besonders gut. Beide sind um die siebzig, beide sind verwitwet und leben allein.
    Eines Abends klingelt Addie bei Louis und macht ihm einen Vorschlag: Ob sie nicht ab und zu die Nacht zusammen verbringen wollen? Denn nachts ist die Einsamkeit am schlimmsten. Es geht nicht um Sex, sondern um Nähe und Geborgenheit.
    Louis ist zunächst verblüfft, doch er will es versuchen. Bald geht er jeden Abend zu Addie und übernachtet bei ihr. Sie liegen im Dunkeln nebeneinander, unterhalten sich und lernen sich immer besser kennen. Zwischen den beiden entsteht eine innige Verbindung und schließlich auch eine Liebe. Dass die gesamte Kleinstadt sich das Maul über sie zerreißt, ist ihnen egal. Dass ihre Kinder die Beziehung nicht gutheißen, schon weniger - aber sie wollen sich ihr Glück dadurch nicht verderben lassen.

    Meine Meinung:

    Der Roman Unsere Seelen bei Nacht von dem bereits 2014 verstorbenen Autor Kent Haruf umfasst nur 197 Seiten, und selbst auf diesen wenigen Seiten findet sich nicht so viel Geschichte (wegen der großen Text-Aussparung an den Rändern und den vielen kurzen Kapiteln), weswegen man mit dem Büchlein schnell fertig sein dürfte. Gerade deswegen finde ich es bei derartigen Büchern wichtig, dass mich der Inhalt schnell abholen und überzeugen kann. Leider waren mir die ersten 20 Seiten noch etwas zu zäh. Die Geschichte hat nämlich erst langsam an Fahrt aufgenommen. Und zwar frühestens dann, als man die beiden Charaktere Addie und Louis näher kennengelernt hat. Sodann wurde es endlich interessanter für mich, also ich wollte das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie sich die Beziehung der beiden Senioren weiterentwickelt.

    Dass die Leute gerne mal lästern und hinter dem Rücken über einen herziehen, ist wahrscheinlich rund um den Globus in den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten Thema. So auch im fiktionalen Holt in den USA. Genau das ist nämlich die Hauptthematik in diesem Roman. Besonders interessant ist es in diesem Fall deshalb, weil es um zwei betagtere Menschen geht, von denen der eine mitten in der Nacht anfängt ins Haus der anderen zu schlüpfen - und das bekommt scheinbar jeder in der Nachbarschaft mit. Für viele scheinen diese nächtlichen "Ausflüge" ein Problem zu sein. Da dies aber aus vollkommen harmlosen Gründen geschieht, können und wollen die Protagonisten sich dadurch nicht beirren lassen ...
    Einerseits geht es also um das Gerede der Leute mit all seinen möglichen negativen Auswirkungen, ganz speziell, was die eigene Familie, sprich den Sohn und Enkel von Addie betrifft. (Dabei spielt auch Erpressung eine Rolle!)
    Und andererseits kann man bei dieser Lektüre lernen zu verstehen, was es bedeutet, älter zu werden, den Partner an den Tod zu verlieren und mit der damit einhergehenden Einsamkeit umzugehen. Addie und Louis haben ihre Situation bestmöglich zu lösen versucht - und dabei gab es die eine oder andere erheiternde, aber bestimmt auch traurige Szene, die mich ans Buch fesseln konnte.
    Unsere Seelen bei Nacht ist eine in ruhigem Ton geschriebene Geschichte über zwei Menschen, die an ihrem Lebensabend noch zueinander finden und sich über alle Hindernisse hinwegsetzen, um zusammen sein zu können - auch wenn dies schlussendlich nur mehr über intime Gespräche geschehen kann ...

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    Bücherfüllhorn-Blogs avatar
    Bücherfüllhorn-Blogvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Man muss „Die Seelen der Nacht“ zwischen den Zeilen, zwischen dem Alltäglichen der Geschichte suchen.
    Man muss „Die Seelen der Nacht“ zwischen den Zeilen, zwischen dem Alltäglichen der Geschichte suchen

    Diese Frage, die Addie Louis stellt, fordert eine gehörige Portion Mut. Den Mut zu haben, diese Frage auszusprechen. Das Risiko einzugehen, ausgelacht zu werden oder eine Abfuhr zu erhalten. Aber Addie setzt alles auf eine Karte. Sie ist 70 Jahre alt, sie ist doch frei. Oder? Was soll man sich mit 70 Jahren noch vorschreiben lassen? Aus einer ungewöhnlichen platonischen Idee und Freundschaft wächst sachte mehr.

    Ich hatte mir die Erzählsprache irgendwie „beseelt“ und „lyrisch“ vorgestellt, aber das genau Gegenteil war der Fall: Die Sprache war so klar und scharf, dass sie genau den Finger in die Wunde legen konnte. Das macht auch den Reiz dieser Geschichte aus. Es gibt keine Schnörkel, die Geschichte zeigt das wahre Leben. Nüchtern, klar und deutlich. Und das ist nicht immer schön oder frei von Neidern. Im Gegenteil. Was für Unterstellungen und Überlegungen da von anderen angestellt werden, ist allzu menschlich. Nicht schön, aber menschlich.

    So muss ich gestehen, dass mich gerade diese Sprache auch nicht in dem Sinn „packen“ konnte. Ich meine, mir ging es schon an Substanz, wie ehrlich die Szenen gerade in den ersten Nächten waren. Da ist man als Leser voll dabei, wenn alles noch so neu ist, und es genauso wie im echten Leben unrund läuft und man sich vielleicht auch einige Momente unbehaglich fühlt. Mir fehlten da einfach die Emotionen, die Seelen bei Nacht, die ich mir zwischen den Zeilen mühsam suchen musste. Es ist ein starker Kontrast, die harte und sterile Sprache und die „unausgesprochene Schönheit dieser Augenblicke“ zwischen  diesen beiden Menschen. Deswegen lässt mich die Geschichte auch etwas ratlos zurück. Die Einfachheit der Sprache kann man vielleicht auf zweierlei Arten interpretieren. Zum einen, dass die Sprache einfach so ist und die Realität im realsten Licht erscheint, ohne irgendwelche heimlich verpackten Botschaften. Oder aber, das die Sprache im Kontrast zu der Handlung steht und jeder Leser angeregt werden soll, hinter die Erzählsprache zu sehen.

    Insgesamt kam die Botschaft dieser Geschichte bei mir an, ich hätte sie mir allerdings doch schöner verpackt gewünscht. Aber ich kann anerkennen, dass durch diese einfache Sprache, die Geschichte ungerade im besten Sinne wird, also Ecken und Kanten hat, wo sie sonst wohl zu gefällig geworden wäre. Deswegen passt auch das „ungerade“ Ende irgendwie dazu.

     

    Alles in allem: „Die Seelen der Nacht“ muss man zwischen den Zeilen, zwischen dem Alltäglichen der Geschichte suchen. Man findet sie in dem, was nicht geschrieben steht.

     

    Sterne: Die Geschichte lässt mich ein wenig ratlos zurück, denn die Erzählsprache ist relativ einfach. Ich kann es drehen und wenden wie ich will und ich kann dazu zwei Arten der Interpretation herbeizaubern. Die Idee an sich hätte locker fünf Sterne verdient. Aber bei mir bleibt dennoch eine leichte Enttäuschung über die vordergründig einfache Erzählsprache. Und deswegen vergebe ich, trotz der Botschaft der Geschichte, nur drei Sterne.

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    Marakkarams avatar
    Marakkaramvor einem Jahr
    Eine ruhige Geschichte

    "Es geht nicht um Sex. Es geht darum, die Nacht zu überstehen. Zu reden,  zusammen im Bett zu liegen. Die ganze Nacht."

    Als Addie eines Tages vor seiner Tür steht, um ihm ultranervös einen Vorschlag zu unterbreiten, ist Louis etwas überrascht; so gut kennen sie sich ja eigentlich gar nicht. Aber was spricht schon dagegen zusammen die Nacht zu verbringen, um zu reden, einzuschlafen, einfach die Einsamkeit zu vertreiben...

    Sie sind beide schon länger verwitwet. Nur, wie wird ihr Umfeld reagieren, ob man es lang geheimhalten kann?

    Und so macht sich Louis eines Abends mit einer kleinen Papiertüte, in der sich seine Zahnbürste und der Pyjama befindet, etwas nervös auf den Weg zu Addies Haus.

                                                ~ * ~ * ~ *

    Dieses Büchlein ist ein Kleinod, eine ganz ruhig erzählte Geschichte einer späten Liebe und das Alter, ein Rückblick auf Erfahrungen und Fehler und das was Beziehungen ausmacht. Aber auch darüber, wie unser Umfeld, Nachbarn, Kinder und Freunde uns täglich beeinflussen. In wie weit lassen wir uns in unsere Entscheidungen reinreden, was ist uns wichtig und wofür kämpfen wir....

    Kent Haruf erzählt in einer sehr klaren, schnörkellosen Weise und dennoch steckt so viel Gefühl und Emotionen zwischen den Zeilen. Berührend, aber fernab von Rührseeligkeit.

    Fazit: Eine kleine, feine Geschichte über das Leben und Lieben im Alter, die bewegt.

    Kommentare: 1
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    BellaBenders avatar
    BellaBendervor einem Jahr
    Angenehmer Schreibstil, inhaltlich & emotional enttäuschend

    Ich erhielt "Unsere Seelen bei Nacht" als Geschenk und freute mich zunächst darüber, dass keine 0815 - Beziehungsgeschichte erzählt werden sollte und hoffte auf eine literarische Auseinandersetzung mit dem Altern. Leider kam mir die Beziehung zwischen den Protagonisten, die romantisch erscheinen soll, eher unterkühlt und unecht vor. Dennoch muss ich dem Autor Kent Haruf ein Lob für seinen ungekünstelten, klaren Schreibstil aussprechen.

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    signorinasvenjas avatar
    signorinasvenjavor einem Jahr
    Gespräche bei Nacht

    Kent Haruf erzählt in seinem letzten Roman 'unsere Seelen bei Nacht' eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Zwei Menschen haben ihr Leben eigentlich schon gelebt. Aber es ist für Sie nicht zu spät sich nochmal auf etwas Neues einzulassen. Ganz ohne Kitsch, sondern unaufdringlich wird hier eine liebenswürdige Botschaft überbracht: jeder hat auch im Alter ein Recht auf Glück und Liebe. Haruf buchstabiert nichts aus, durch die Schlicht- und Einfachheit seiner Texte lässt er einem viel Platz für eigene Gedanken. Das Ende hat mir leider nicht ganz so gut gefallen. Ich hätte mir einen positiveren Ausgang der schönen Geschichte gewünscht. Daher ein Stern weniger. Trotzdem ist das ganze Buch angenehm und leicht zu lesen. Ein Roman den ich gerne weiterempfehle!

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    Schwaetzchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine berührende Geschichte.
    Für Veränderungen ist es nie zu spät.

    Für Veränderungen ist es nie zu spät.


    „Unsere Seelen bei Nacht“ ist eine berührende Geschichte über zwei Menschen die versuchen ein kleines bisschen Glück einzufangen und es festzuhalten.

    Eine Fau (Addie Moore) und ein Mann (Louis Waters) haben jeweils ihre Leben gelebt. Nun sind beide seit einiger Zeit verwitwet. Sie kennen sich flüchtig, sie wohnen nur ein paar Häuser voneinander entfernt. Eines Tages besucht Addie Moore Louis Waters und bittet ihn bei ihr zu übernachten, weil sie die Einsamkeit in den Nächten nicht länger ertragen möchte. Es geht ihr dabei nicht um Sex, sondern um die Nähe zu einem Menschen, dem sie vertrauen, mit dem sie reden kann.

    Nicht nur die Bewohner des kleines Städtchens Holt in Colorado sind von dieser Verbindung irritiert, sondern auch die erwachsenen Kinder der beiden.

    Dieser Roman ist in einer knappen und sachlichen Sprache geschrieben, die zur Geschichte sehr gut passt.   

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    cosima73s avatar
    cosima73vor einem Jahr
    Ein wunderbar berührendes Buch

    Addie Moore und Louis Waters leben im kleinen Städtchen Holt, nur wenige Häuser voneinander, trotzdem kennen sie sich nur oberflächlich. Beide sind allein, ihre Partner sind verstorben, die Kinder längst ausgezogen. Eines Tages klingelt Addie bei Louis und stellt ihm eine ungewöhnliche Frage: Ob er nicht ab und an für die Nacht zu ihr käme, damit sie einfach im Dunkeln nebeneinander liegen, reden und dann nicht allein einschlafen könnten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Kent Haruf ist mit Unsere Seelen bei Nacht eine wunderbare Liebesgeschichte gelungen, die auf Kitsch und Romantik vollständig verzichtet und durch ihre stille Ehrlichkeit und Tiefe besticht. Die Geschichte zweier Menschen, die sich ihr Leben erzählen und all die Werte leben, die eine gute Beziehung ausmachen, geht zu Herzen. Erzählt wird die Geschichte im Aufsatzstil, in einer einfachen und eingängigen Sprache. Der Leser fühlt sich immer mittendrin, so unmittelbar und authentisch wird das Leben dieser beiden Menschen vermittelt.

    Unsere Seelen bei Nacht ist die Geschichte einer späten Liebe, es ist aber auch eine Geschichte darüber, was Beziehungen ausmacht, eine Geschichte über die Fehler, die man in Beziehungen macht, eine Geschichte über das Leben. Der Mensch ist nie allein, er wird immer von anderen Menschen beeinflusst und in seinem Handeln geprägt oder gesteuert. Auch wenn sich Addie anfänglich vornimmt, nichts darauf zu geben, was andere denken, so muss sie doch lernen, dass das nicht ganz so leicht ist – irgendwann wird sie vor die Wahl gestellt und muss sich entscheiden.

    Fazit:
    Ein feinfühliges, tiefgründiges, leises, einnehmendes Buch über die Liebe, das Leben und darüber, was Menschen prägt und sie leitet. Sehr empfehlenswert.

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    buchernarrvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wie man der Einsamkeit im Alter den Rücken kehrt
    Wie man der Einsamkeit im Alter den Rücken kehrt

    Zwei verwitwete Menschen finden im Alter zueinander mit einer gefühlvollen und rührenden Art und Weise. Addie, 70, klopft eines Abends an der Tür ihres Nachbarn Luis und schlägt ihm vor die Nacht gemeinsam zu verbringen. Dieser Vorschlag hat nichts mit körperlichem Bedürfnis zu tun sondern ganz einfach um etwas Nähe und Geborgenheit, die man mit dem älter werden oft vermisst, falls der Partner früh verstorben ist. Dass man im Alter nicht alleine bleiben muss, erzählt diese Geschichte sehr rührend und zeigt wie wichtig der Kontakt zu anderen Menschen ist, egal ob man jung oder schon älter ist. 
    Doch leider bleiben diese nächtlichen Plaudereien nicht geheim, die Missgunst der Leute macht sich breit und man sieht wieder mal die Kleinlichkeit der Leute unserer Gesselschaft aber auch oftmals unserer eigenen Familie, was natürlich sehr schade ist. Deshalb regt dieses Buch auch zun Nachdenken an, denn man sollte nicht voreingenommen der älteren Generation gegenüber sein und keine voreiligen Entschlüsse ziehen über ein Verhalten in das man sich manchmal nicht hineinversetzen kann. Lesenswert! 

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