Kenzaburô Ôe

 4.1 Sterne bei 167 Bewertungen
Autor von Reisst die Knospen ab..., Eine persönliche Erfahrung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kenzaburô Ôe

Kenzaburô Ôe, geboren 1935 auf der Insel Shikoku, Romanistik-Studium an der Tokyo University mit einer Abschlussarbeit über Sartre. Er schrieb Essays, Geschichten und Romane. Mit 23 Jahren erhielt Ôe den renommierten Akutagawa-Preis, es folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen – darunter 1994 der Nobelpreis für Literatur. Ôe lebt in Tokio. Zuletzt ist von ihm der Roman »Licht scheint auf mein Dach« erschienen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kenzaburô Ôe

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Cover des Buches Reisst die Knospen ab... (ISBN: 9783596144198)

Reisst die Knospen ab...

 (30)
Erschienen am 01.06.1999
Cover des Buches Eine persönliche Erfahrung (ISBN: 9783518383421)

Eine persönliche Erfahrung

 (27)
Erschienen am 16.05.2007
Cover des Buches Stolz der Toten (ISBN: 9783596128662)

Stolz der Toten

 (17)
Erschienen am 01.10.1994
Cover des Buches Der kluge Regenbaum (ISBN: 9783596132355)

Der kluge Regenbaum

 (8)
Erschienen am 01.12.1996
Cover des Buches Sayonara, meine Bücher (ISBN: 9783100552136)

Sayonara, meine Bücher

 (8)
Erschienen am 12.08.2008
Cover des Buches Grüner Baum in Flammen (ISBN: 9783100552068)

Grüner Baum in Flammen

 (7)
Erschienen am 12.10.2000
Cover des Buches Therapiestation (ISBN: 9783596184187)

Therapiestation

 (7)
Erschienen am 11.02.2011

Neue Rezensionen zu Kenzaburô Ôe

Neu

Rezension zu "Stille Tage" von Kenzaburô Ôe

Konnte mich nicht damit anfreunden
Paperboatvor 10 Monaten

In Kenzaburo Ōes „Stille Tage“ geht es um die junge Ma-chan, die sich während der Abwesenheit ihrer Eltern um ihre beiden Brüder I-Ah und O-chan kümmert. Ihr Vater, der sich von einer Krise im weit entfernten Kalifornien zu erholen versucht, und dessen Frau bürden ihrer Tochter eine große Verantwortung auf. Kann O-chan sich weitesgehend selbst beschäftigen und zeichnet sich im Roman eher durch dezente Abwesenheit aus, da er häufig zurückgezogen für die Aufnahme an der Oberschule lernt, bedarf der geistig behinderte Buder I-Ah besonderer Aufmerksamkeit durch die Schwester.

Japanliteratur.net resümiert über das Buch:
"Auch wenn gleich das erste Kapitel recht spannend einsteigt, enthält das Buch doch größtenteils sehr langatmige Passagen: Es wird viel, fast zu viel über alles reflektiert und auch zu viel diskutiert."

Und das ist auch mein Eindruck. Nachdem im ersten Kapitel Ma-chan einen Sittenstrolch überführt, über den in vorangegangenen Passagen diskutiert wird, und man befürchtet, es könnte ein Junge aus der Behindertenwerkstatt oder auch I-Ah selbst sein, nimmt der Grad der Spannung und Unterhaltung merklich ab. Irgendwann vor Seite 100 habe ich das Buch in einer seitenlangen Diskussion über einen Film abgebrochen, den die Geschwister gesehen haben und nun nicht nur untereinander diskutieren, sondern auch mit dem Onkel und dessen Frau, die sich den Film ebenfalls angesehen haben. Es war mir dann einfach zu ermüdend mich weiter damit zu befassen, zudem ich auch bereits vorher gemerkt habe, dass ich Passagen immer wieder doppelt lesen musste, weil ich sie zuvor gedankenverloren überflogen habe.

Das Buch wird im öffentlichen Bücherschrank hoffentlich jemand anderen glücklicher machen als mich, und vielleicht finde ich von dem Autor ja irgendwann ein Buch, das mir besser gefällt.

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D

Rezension zu "Eine persönliche Erfahrung" von Kenzaburô Ôe

Wie leben in einer Extremsituation?
DeepThoughtvor 2 Jahren

Erstveröffentlichung: 1964 
Rezension basiert auf der Übersetzung von Siegfried Schaarschmidt für den für den Suhrkamp Verlag, 1972

Inhalt

Mit der Behinderung seines neugeborenen Sohnes konfrontiert, erwartet und ersehnt die Hauptperson, ein 27-jähriger Mann mit dem Spitznamen Bird, den Tod des ungeliebten Säuglings. Während er seine im Krankenhaus liegende Frau über die tatsächliche Erkrankung des Kindes im Ungewissen lässt,  weist er im Einvernehmen mit der Schwiegermutter an, das von ihm selbst “Monster-Baby“ genannte Kind mit Zuckerwasser statt Milch zu füttern, um den Schwächetod herbeizuführen und es vor einer lediglich „pflanzenhaften Existenz“ zu bewahren. Die folgende Zeit, in der das Kind zwischen Leben und Tod steht und unklar ist, ob es eventuell mit einer Operation gerettet werden kann, verbringt er vorwiegend mit einer Studienfreundin. Bird übernachtet in ihrer Wohnung, geht mit ihr eine sexuelle Beziehung ein, und schließlich planen sie gemeinsam die von ihm langgewünschte Reise nach Afrika.

Beschreibung

Der Roman verdichtet sich auf wenige Tage nach der Geburt des behinderten Kindes und wird fast komplett aus der Sicht der Hauptperson beschrieben. Schilderungen zurückliegender Erlebnisse Birds sowie der Ereignisse und Dialoge in diesen Tagen werden stets verbunden mit seiner Wahrnehmung und Bewertung. So rücken die Leser ganz nah an den jungen Vater heran und bekommt einen sehr authentischen, ungeschönten Einblick in seine Persönlichkeit, die vor allem von Selbstzweifeln, Scham und Schuldgefühlen geprägt ist. Als Bird im Laufe des Romans mehrfach damit konfrontiert wird, dass er mit seinem Verhalten den Tod seines Kindes verschulde, reagiert er entweder abweisend, behauptet, im Interesse Aller – auch des Kindes selber – zu handeln oder stilisiert sich zum Opfer, das alleine die Bürde der Schuld auf sich nehme. Das Verhalten anderer Menschen deutet er zumeist als ausschließliches Resultat einer geringschätzigen Meinung über ihn, ohne sich gegen diese zum Teil lediglich vermeintlichen Herabsetzungen auflehnen zu können. Dass er durchaus Freunde hat, etwa von Schülern und Kollegen auch respektiert und in einer kuriosen Nebenhandlung – ein russischer Gesandter weigert sich, seine japanische Geliebte zu verlassen und in die Gesandtschaft zurückzukehren – ihm allein die Vermeidung eines möglichen internationalen Skandals zugetraut wird, vermag er nicht, sich positiv anzurechnen.

Das alles schildert der Literaturnobelpreisträger Kenzaburō Ōe in einer sehr sachlichen Sprache, die die Unfähigkeit der meisten Beteiligten, Emotionen zuzulassen und zu äußern, meisterhaft Weise spiegelt. Indem der Roman die subjektiven Sichtweisen und Wahrnehmungen des überforderten jungen Mannes radikal übernimmt, entsteht zugleich der denkbar größte Kontrast zur konzentrierten Ausdrucksform des Romans, da Bird in seinen Neigung zu sprunghaften Assoziationen und Gedankenströmen genau zu dieser Aufmerksamkeit unfähig scheint.     

Durch die wertungsfreie Übernahme der Empfindungen und Gedanken von Bird erhält der Roman einen nahezu dokumentarischen Charakter. Dass die Hauptfigur – auch aufgrund der Reaktion einiger Ärzte und der Schwiegermutter – ohne längeres Zögern bereit ist, sein Kind ohne Rücksprache mit der Mutter wegen der Behinderung und der damit verbundenen möglichen Belastung und „Schande“  sterben zu lassen, zwingt die Leser, sich hierzu zu positionieren. Birds Verhalten könnte als obszön und ungeheure Provokation des Autors angesehen werden. Zu beachten, dass die persönliche Erfahrung Ōes aufgrund der Geburt seines behinderten eigenes Kindes den Anlass zu dem Roman gab, die Hauptfigur, ihre Empfindungen und Handlungen aber fiktiv sind.   

Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass der Roman aus dem Roman 1964 stammt und in Japan angesiedelt ist. Der Roman erweist deshalb auch als Zeugnis seiner Zeit und der Gesellschaft, in der er spielt.  

Fazit

„Eine persönliche Erfahrung“ besitzt eine Allgemeingültigkeit, die Lesern mit großer Wucht elementare Fragen des Lebens stellt und sie herausfordert, unbequeme Überlegungen zu einer Extremsituation anzustellen. Das Werk setzt aber auch die Bereitschaft der Leser voraus, für eine ganz eigene persönliche Erfahrung offen zu sein. 


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Rezension zu "Therapiestation" von Kenzaburô Ôe

Gesellschaftliche Umwälzung
dominonavor 6 Jahren

Der Planet Erde wird aufgegeben, die Schwachen werden zurückgelassen und es sollte eine neue Erde gegschaffen werden - so der Plan, aber nach 10 Jahren kommen die Raumschiffe zurück und die Passagiere sind nicht einen Tag gealtert. Dann wird offenbar, dass in sogenannten Therapiestationen neue Menschen generiert wurden, die nun eine neue Generation Mensch erschaffen sollen...Liebe bleibt da auf der Strecke.
Ich muss ehrlich sagen, diese Art der Literatur liegt mir nicht besonders. Ich mag zwar die Idee, aber das war auch schon alles. Es ist unpersönlich, schon fast unnahbar geschrieben. Eindeutig nicht mein Fall.

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