Kenzaburô Ôe Reisst die Knospen ab...

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Inhaltsangabe zu „Reisst die Knospen ab...“ von Kenzaburô Ôe

Japan während des Zweiten Weltkriegs. Eine Gruppe heranwachsender Jungen soll aus einer Erziehungsanstalt wegen drohender Bombenangriffe evakuiert werden. Man bringt sie in ein entlegenes Bergdorf. Aus Angst vor einer Seuche fliehen die Dorfbewohner aber und versperren den Jungen den einzigen Fluchtweg über eine Schlucht. Nach anfänglicher Beklemmung beginnt die Gruppe - ähnlich wie in Goldings Herr der Fliegen - ihr Überleben zu organisieren. Sie brechen in die verlassenen Häuser ein, versorgen sich mit Lebensmitteln und ergreifen vom Dorf Besitz. Doch dieser anarchisch-paradiesische Zustand einer solidarischen Kindergemeinschaft findet ein jähes Ende, als die Dorfbewohner zurückkehren. Sie etablieren erneut ihr Erwachsenenregime. Dieser Roman von Kindern 'in einer Zeit des Tötens' ist ein hochpoetisches und zeitloses Buch. Ein Roman, der 'über die Grenzen von Sprache und Kultur hinweg kommuniziert, eine Poesie reich an neuen Beobachtungen und prägnanten Bildern', wie es in der Nobelpreislaudation von 1994 heißt. 'Ich wollte von der Angst der Kinder schreiben, ihrer Angst vor der Natur und ihrer Angst vor dem Krieg.' Kenzaburo Oe

Etwas schwieriger Stil, aber Oe nutzt die Worte derart, dass sie teilweise sich ins Herz bohren!

— BuchHans
BuchHans

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  • Rezension zu "Reisst die Knospen ab..." von Kenzaburo Oe

    Reisst die Knospen ab...
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. May 2012 um 19:26

    Während des zweiten Weltkrieges wird eine Gruppe Jugendlicher aus einer Besserungsanstalt evakuiert und in ein Dorf in den Bergen gebracht. Die Schikane durch die dortigen Bewohner dauert allerdings nur kurz; der scheinbare Ausbruch einer Seuche vertreibt die Bevölkerung, die den Jugen den einzigen Weg aus dem Dorf hinaus versperrt. Eingeschlossen versuchen sie, ein selbstständiges Leben zu beginnen. Doch als die Seuche erneut ausbricht, kommt in der Gruppe Panik auf. Kenzaburo Oe ist nicht gerade ein zimperlicher Autor. Auch in Reißt die Knospen ab... schildert er Gewalt und Sexualität wieder in aller Deutlichkeit und von beidem bietet dieser Roman eine ganze Menge. Was entsteht ist ein düsteres Bild der menschlichen Gesellschaft, in der kaum einmal Rücksicht aufeinander genommen wird und in der das Glück jugendlicher Liebe Augenblicke später durch Gewalt zerstört werden kann. Bezeichnend, das den Jungen aus der Besserungsanstalt nicht ein einziges mal die Chance auf Besserung gegeben wird. Zugleich erzählt Oe aber auch mit viel Empathie für seine jugendlichen Charaktere, schildert ihre Sorgen und Nöte. Wie gewöhnlich werden dem europäischen Leser einige seltsam anmutende Metaphern, merkwürdige Vergleiche und ähnliches auffallen, natürlich durch die fremde Sprache und Kultur bedingt und letzten Endes Geschmackssache. Tatsächlich ärgerlich sind aber die sich häufenden Wiederholungen, so wird, nur ein Beispiel, das Wort "obszön" streckenweise recht inflationär gebraucht. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, ob dies ein Fehler des Autors oder des Übersetzers ist, in jedem Fall ist es aber störend. Auch die immer wieder auftauchenden sexuellen Themen wirken mitunter deplaziert. Es war sicherlich im Sinn des Autors, die Reduzierung der Welt der Jungen auf Gewalt und Sex darzustellen, dennoch wirkt dies in der Häufung auf mich übertrieben. Reißt die Knospen ab... bleibt ein überaus lesenswerter Roman, wenn auch nicht für zartbesaitete. Ein paar gemütliche Stunden unter dem Sonnenschirm verbringt man, wie oft bei Oe, mit diesem Buch aber ganz sicher nicht.

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  • Rezension zu "Reisst die Knospen ab..." von Kenzaburo Oe

    Reisst die Knospen ab...
    Lax

    Lax

    09. March 2011 um 16:05

    „Reißt die Knospen ab...“ erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die während des zweiten Weltkrieges abgeschottet in einem Dorf leben müssen. Dieses frühe Werk von Oe ist blass und vermag nicht zu fesseln. Kenzaburo Oe wurde 1935 in einem kleinen japanischen Dorf geboren. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges zog es ihn zum Studium nach Tokio, wo er sich mit dem Schreiben anfing. 1958 veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte und kurz darauf den Roman „Reißt die Knospen ab...“ Wie in vielen Werken von Oe handelt auch dieser Roman von den Auswirkungen des Krieges und Gewaltherrschaften auf die Menschen. „Zudem trug er eine Arbeiterjacke anstelle der extrem obszönen und sexuelle Lust ausstrahlenden Uniform des Krieges.“ Auch gibt es einige eklige und brutale Szenen, die die Grausamkeit drastisch darstellen. Erzählt wird die Geschichte von einer Gruppe schwer erziehbarer Jugendlicher, die für die Dorfbewohner nichts weiter als Tiere sind, die eingesperrt werden müssen. Als jedoch eine Seuche ausbricht, fliehen die Dorfbewohner und überlassen die Jugendlichen ihrem Schicksal. Doch die Jungen fühlen sich zum ersten Mal wirklich frei von den Zwängen der Gesellschaft. Doch die Freiheit ist nur ein Trugbild. „Ich bin nicht frei, und ihr seid es auch nicht...Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten.“ Die Geschichte vermag nicht wirklich zu fesseln, was zum einen an den oft sperrigen Sätzen liegen mag. „Dann, nach einer kurzen Weile, begann es über der Straße, auf der wir umherspazierten, in den dichten Baumkronen zu rascheln, was uns zeigte, daß der Wind nun auch über uns wehte.“ Zum anderen liegt es auch an der Erzähl-Perspektive. Der Erzähler der Geschichte ist ein Junge, der sehr oft in der Wir-Form redet und dadurch wirkt die Geschichte distanziert. Außerdem kann Oe, wie er es zum Beispiel in „Stolz der Toten“ zeigt, eine düstere Atmosphäre übermitteln, in der sehr viele Metaphern stecken und für jeden Leser etwas anderes bedeuten. Hier erklärt er oft unnötigerweise. „Die Blockade des Lorengleises war eine Art Symbol. Es stand für die geballte Feindseligkeit der Bauern in den zahlreichen Dörfern, die das Tal umgaben, in dem wir eingeschlossen waren; es stand für die starrsinnige, dicke Mauer, die wir niemals passieren konnten.“ Höhepunkte in der Geschichte verblassen und bleiben kaum in Erinnerung. Doch was zurückbleibt ist Oes Mahnung an uns erwachsene Menschen, die wir doch meinen die Regeln menschlichen Lebens zu kennen. Doch sind es oft die Kinder, die wissen was richtig und was falsch ist. „...daß sich tief in meinem Körper ein Gefühl regte, wie eine Knospe, freundschaftlich, und voller Wärme.“ Kenzaburo Oe erhielt 1994 den Nobelpreis für Literatur.

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  • Rezension zu "Reisst die Knospen ab..." von Kenzaburo Oe

    Reisst die Knospen ab...
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. August 2010 um 18:59

    Ich kann dir berichten was ich und meine Kameraden während unserer Flucht vor dem Krieg erlebt haben. Ich kann dir erzählen, wie wir von Gefangenen zu Besetzern wurden, in Häuser einbrachen, wie ich mich zum ersten Mal verliebt hatte, mein Bruder einen Fasan fing und wir ein Fest feierten. Aber auch, wie wir ein Grab aushoben, verprügelt wurden, wie ich meine Geliebte und meinen Bruder verlor und letztendlich von meinen Freunden im Stich gelassen wurde.  Wenn du meine Geschichte, die selten eine beglückende und heitere ist, hören willst dann erzähle ich sie dir. Aber ich warne dich besser zuvor, dass meine Abenteuer dir danach wohl immer im Kopf herumspuken werden. Vielleicht auch nur im Hinterkopf aber vergessen können, wirst du Sie ebenso wenig wie ich Sie vergessen kann.

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  • Rezension zu "Reißt die Knospen ab . . ." von Kenzaburo Oe

    Reisst die Knospen ab...
    MarionCAFKA

    MarionCAFKA

    05. December 2007 um 13:00

    Unser Ausflug in die asiatische Literatur

  • Rezension zu "Reisst die Knospen ab..." von Kenzaburo Oe

    Reisst die Knospen ab...
    IREADmedia

    IREADmedia

    19. March 2007 um 14:38

    Oe erzählt über eine Gruppe von heranwachsenden Jungen im Japan des Zweiten Weltkriegs. Eine Gruppe von Jugendlichen wird aus einer Besserungsanstalt evakuiert und in ein abgelegenes Dorf gebracht. Die Dorfbewohner, die sie eigentlich bewachen sollen, fliehen aus Angst, die Jungen hätten eine Seuche eingeschleppt. Sie lassen die Jungen nicht nur im Stich, sondern verbarrikadieren ihnen auch den einzigen Fluchtweg über eine Schlucht. Aus dieser beklemmenden Situation entwickelt sich die Geschichte. Sehr düster, sehr existentialistisch und absolut zeitlos.

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