Kenzaburô Ôe Sayonara, meine Bücher

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Inhaltsangabe zu „Sayonara, meine Bücher“ von Kenzaburô Ôe

Kogito ist verletzt - ein Gewaltakt hat ihn aus der Bahn geworfen. In schlaflosen Nächten und den Gesprächen mit seinem Freund Shigeru lässt er sein Leben Revue passieren. Fragen nach seiner schriftstellerischen Identität kommen auf, Erinnerungen an seine Kindheit, an das Haus in den Bergen und an die Großmutter, die ihm die Geschichten der Gegend erzählte. Kogito steht am Ende seines Lebens, wäre es nicht an der Zeit, mit dem Schreiben aufzuhören, sich von den eigenen wie von den fremden Büchern zu verabschieden? ›Sayonara, meine Bücher‹ beleuchtet auf bewegende Weise den Werdegang eines der bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit und ist zugleich eine anregende und überraschende Hommage an die Welt der Bücher.

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  • Rezension zu "Sayonara, meine Bücher" von Kenzaburo Oe

    Sayonara, meine Bücher

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 15:18

    "In meinem Ende ist mein Anfang"- oder Kenzaburo Oes "Robinson-Roman" Kogito Chôkô, erfolgreicher Schriftsteller und klar erkennbar als ein Alter Ego des Autors, ist nach einem gegen ihn verübten Akt der Gewalt auf dem Weg der physischen Besserung, als sein alter Freund Shigeru in seinem Krankenhauszimmer auftaucht und die verlorengegangene Freundschaft wieder aufleben lässt. Kogitos Familie und Shigeru schlagen ihm vor, den Sommer zusammen mit Shigeru in Kogitos von Shigeru gebautem Haus in Kita-Karu zu verbringen. Shigeru verlegt seine Basisstation nach Kita-Kara und verschiedene junge Leute finden sich daraufhin dort ein: Wladimir und Shinshin, Takeshi und Takechan, sowie Neio. Meisterhaft verwebt Kenzaburo Oe verschiedene Ideen; einerseits wird in langen Gesprächen von Kogito und Shigeru hoch geschätzte Literatur (u.a. T. S. Eliot, Dostojewski- Böse Geister sowie Verbrechen und Strafe, Louis-Ferdinand Céline- Reise ans Ende der Nacht) erörtert, gleichzeitig ist dieser Roman auch ein Abschiednehmen von den Geistern (also den verstorbenen Freunden) und von seiner Jugend. Ein weiterer Erzählstrang ist überraschenderweise die Planung eines terroristischen Akts (hier wird auch eine Verbindung zu Yukio Mishima gelegt) durch die Anwesenden, allen voran Shigeru als Leiter des Projekts. Kogito wird quasi in diese Gruppe hineingezwungen, sogar unter Hausarrest gestellt. Diese Entwicklung ist auch der Auslöser für ein Wiederaufleben der Schreiblust Kogitos nach jahrelanger Schreibhemmung, der nun, durch Shigera an eine frühere Idee eines "Robinson-Romans" (mit einer Entwicklung der beiden Hauptfiguren á la Louis-Ferdinand Céline- Robinson und Bardamu aus "Reise ans Ende der Nacht", deren Schicksale und Wege sich nur an ganz bestimmten, dafür aber immer strategisch wichtigen Stellen kreuzen) erinnert, diese Romanidee auferstehen lässt. Was zuerst unvereinbar und zu breit gefächert scheint, wird von Kenzaburo Oe auf geniale Art und Weise vereint und fügt sich zu einem wunderbaren Roman zusammen. Viel Philosophie, viel Poesie und Kenzaburo Oes wunderbare Prosa ergeben ein großartiges Buch, ein Roman, der nachklingt, der eine Art Abschied ist, Abschied von Freunden, vor allem aber auch ein beeindruckender Abschied von der Literatur. Die Idee der Hauptfiguren wird in Wahrheit zur Form des Romans, denn das, was Kogito mit seinem Robinson-Roman will, schafft Kenzaburo Oe mit "Sayonara, meine Bücher" und schließt den Kreis zu seinen literarischen Anfängen, bevor er sich mit einer Verbeugung- "Lebe wohl, Buch! Wie die Augen des Sterbenden müssen sich auch die imaginären Augen eines Tages schließen" (Vladimir Nabokov "Die Gabe") verabschiedet. Ein vielschichtiger Roman, ein beeindruckendes Leseerlebnis, kurz: großartige Literatur.

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