Kenzaburô Ôe Stolz der Toten

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Inhaltsangabe zu „Stolz der Toten“ von Kenzaburô Ôe

In seinen Romanen, Erzählungen, Essays geht es immer um Ekel, Grausamkeit und vor allem und immer wieder um die moralische Labilität der Mitglieder der Nachkriegsgesellschaft. In der vorliegenden Erzählung fällt einem Romanistikstudenten und seiner Kollegin von der Anglistik eine besonders makabre Arbeit zu. In der Prosektur einer Universitätsklinik müssen sie Leichen aus einem Alkohol-Bassin in ein anderes umladen. (Die Studentin benötigt das Geld für die Kosten einer Schwangerschaftsunterbrechung - in Japan durchaus legal.) Nicht nur der Job ist widerwärtig, sondern auch der Auftraggeber, ein Medizinprofessor. Nach Beendigung der Arbeit erfahren die Werkstudenten, daß ihre Mühe vergeblich war. Die Leichen sollten gar nicht mehr zur Forschung oder Ausbildung verwendet, sondern im Krematorium verbrannt werden. Es bleibt ungewiß, ob ihnen ihr Arbeitslohn überhaupt ausbezahlt wird.

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  • Rezension zu "Stolz der Toten" von Kenzaburo Oe

    Stolz der Toten

    Lax

    05. December 2010 um 18:16

    Zwei Studenten sollen die in Alkohol gelagerten Toten in ein neues Becken umlagern. Die Arbeit wird sie beide verändern. Diese kurze von Kenzaburo Oe 1958 geschriebene Erzählung zieht den Leser von Beginn in die düstere Welt der Toten. „In dunkelbraune Flüssigkeit getaucht, mit verschlungenen Armen, die Köpfe aneinanderdrängend, treiben wie eine einzige Masse die Toten herauf, um allmählich wieder zu versinken. Sie sind eingehüllt in ihre erdfarbene geschmeidige Haut..“ Der Leser spürt die unheilvolle Atmosphäre in dem Leichenkonservierungsraum, sieht die unbekannten Toten, in dem Becken schwimmen. „Ekeln sie sich jetzt schon?“ Ausgerüstet mit Gummimantel- und Stiefel angeln die jungen Studenten, männlich und weiblich, nach den Leibern in dem Becken und werden von dem älteren Verwalter bei der Arbeit begleitet. Er kennt die Toten, die schon seit geraumer Zeit in dem Becken verweilen und nach und nach auf den Boden sinken. „Was auf dem Grund ist, weiß man gar nicht.“ Die Umlagerung geht langsam voran und der Student beginnt über die Toten nachzudenken. Sie sind für ihn Gegenstände ohne Seele. Doch die Toten können auch erzählen. Sie erzählen von dem Krieg und der Verantwortung der Jungen. „Wir toten können nur noch zuschauen und kritisieren.“ Die Umsetzung der Toten wird das Leben aller drei beteiligten verändern. Der Student merkt, dass auch manche Lebende in einen Schleim gehüllt sind. „Warum war es nur so schwer mit einem Lebenden zu sprechen?“ Die Studentin erzählt, dass sie schwanger ist und das Kind eigentlich nicht bekommen will. Der Verwalter empfindet seine Arbeit als überflüssig und bangt später um eben diesen Job. Kenzaburo Oe behandelt in dieser nur achtundsiebzig Seiten langen Erzählung die Schrecken des zweiten Weltkrieges, aber vor allem fragt er nach der Seele des Menschen und unser Verhältnis zu anderen Menschen. Der Schriftsteller wurde 1935 geboren und schrieb seine Abschlussarbeit an der Universität über Jean-Paul Sartre. Er hat mehre Romane und Essays geschrieben und er wurde mit vielen Preisen dafür ausgezeichnet. 1994 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

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