Keri Hulme Unter dem Tagmond

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Inhaltsangabe zu „Unter dem Tagmond“ von Keri Hulme

Dieses Buch ist beseelt von der Mythen- und Symbolwelt der Maori. Es ist ein heftiges, in mehrfacher Hinsicht verstörendes Buch und spielt in einer entlegenen Gegend an der Küste Neuseelands, einer urwüchsigen, von Stürmen und Regen heimgesuchten Landschaft. Im Zentrum der Geschichte stehen drei Menschen, eine Frau, ein Mann, ein Junge, die eine seltsame Art von Familie bilden, ohne zusammenzugehören, alle drei von ihren eigentlichen Möglichkeiten abgeschnittene, gebrochene Figuren. Zwischen ihnen kommt es in einem schicksalhaften Prozeß der Annäherungen und Mißverständnisse zu einem verzweiflungsvollen Drama widerstreitender Gefühle, und erst nachdem sie alle ihre individuellen Höllen durchmessen haben, finden sie ihre Form des Zusammenlebens, dessen Schilderung freilich mythisch, fast religiös überhöht ist. Keri Hulme hat ein ungewöhnliches, äußerst eindrucksvolles Buch geschrieben über die Verlorenheit des einzelnen.

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  • Rezension zu "Unter dem Tagmond" von Keri Hulme

    Unter dem Tagmond

    ladymarion

    Kerewin, Anfang 30, ist zu einem Achtel Maori, wie sie von sich selber sagt, mit weißer Haut und braunem Haar. Sie hat sich vor Jahren mit ihrer Familie überworfen und lebt nun ganz allein und zurückgezogen in ihrem selbstgebauten Turm in Neuseeland. Sie ist stolz und unnahbar nach außen, zerrissen und verloren im Inneren. Sie will in Ruhe gelassen werden. Früher einmal war sie eine geniale Malerin, doch diese Gabe glaubt sie verloren zu haben. Eines Tages sitzt ein kleiner, blonder Junge in ihrem Fenster, Simon. Simon ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schiffbrüchiger. Er kann nicht sprechen, doch er dringt mit einer Intensität in Kerewins Leben ein, die sie selbst nicht versteht. Wie sich herausstellt, ist Simon der Pflegesohn von Joe, einem Maori, der Kerewin vor Kurzem in einer Bar aufgefallen ist. Diese drei Menschen sind jeder auf seine Weise Verlorene. Sie sind entwurzelt, haben aber scheinbar jeder einen Weg gefunden, damit umzugehen. Kerewin durch ihre Unnahbarkeit und ihren Zynismus, Simon dadurch, dass er sich Freiräume schafft, indem er herumstreunt und Joe durch seine hingebungsvolle Liebe zu Simon. Doch hinter der Fassade tun sich Abgründe voller Gewalt, Hass, Angst und Verzweiflung auf, aber auch voller Hoffnung, Hingabe, Verständnis und Vergebung. Kerewin, Joe und Simon kämpfen mit sich selbst, miteinander und versuchen ihren „Platz“ auf der Welt zu finden. Die Mythenwelt der Maori hat bei der Suche der drei Menschen nach sich selbst einen entscheidenden Anteil. Keri Hulmes Buch ist außergewöhnlich. Es erzählt nicht einfach eine Geschichte. Der Leser taucht tief in die Gedanken und Gefühle der Hauptpersonen ein. Nicht immer sind deren Ansichten und Handlungen verständlich und nachvollziehbar, oft sind sie verstörend, erschreckend und beängstigend. Das Buch ist ein einziges Wechselbad der Gefühle. Kaum glaubt man etwas verstanden zu haben, kehrt es sich prompt ins Gegenteil um. Letztlich ist es jedoch nicht entscheidend, wie die Figuren in diesem Buch handeln, sondern wie sie in ihrem Innersten empfinden und sich entwickeln. Dieses Buch kann und muss man nicht mit dem Verstand verstehen. Man kann es nur absorbieren, es aufsaugen und fühlen.

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  • Rezension zu "Unter dem Tagmond" von Keri Hulme

    Unter dem Tagmond

    Bellami

     

    • 2
  • Rezension zu "Unter dem Tagmond" von Keri Hulme

    Unter dem Tagmond

    rallus

    In Neuseeland ist die Amtssprache Englisch, Te Rao Maori und - als einziges Land der Erde - die neuseeländische Gebärdensprache. Maori wird nur von einem relativ geringen Teil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv gesprochen, zur Entstehungszeit des Buches war es auch noch keine Amtssprache. The Bone People - zu Deutsch "Unter dem Tagmond" - bezeichnet eigentlich die Menschen die zu ihrem Ursprung zurückkehren. In diesem Buch geht es um drei Personen die genau dieses versuchen, miteinander, alleine, mal mehr erfolgreich, mal weniger, mal Ebbe, mal Flut. Kerewin, die stark autobiografische Züge der Autorin trägt, ist Mitte Ende 20, lebt alleine in einem Turm und hat sich mit ihrer Familie, ihren Wurzeln entzweit. Joe ist 33 hat seine Frau und sein Kind verloren, aber einen Sohn dazubekommen nämlich Simon der bei einem Bootsunfall der einzige Überlebende ist, aber nicht sprechen kann und nichts über seine Vergangenheit kennt. Es ist eine Reise in dem ich in den Gedanken der drei Personen teilhabe, an ihren Gefühlen, ihren Zweifeln, ihrer Freuden. Alle vereint ihr wurzelloses Leben und ihre Liebe zueinander. Sie bewegen sich wie in einer Spirale aufeinander zu und wieder voneinander weg, die Spirale bewegt sich wie ein Irrgarten, oder eine Muschel, in die Tiefe. Ka Tata Te po - und die Nacht wird kommen und die Nacht kam. Nach dem die Nacht kam wird jeder durch das Land und die Wurzeln geheilt, jeder erlebt eine Traumreise und erfährt seine Bestimmung. Das Buch ist schwer zu fassen, ich musste es leben, spüren, mich versinken lassen, die Erde, den Mythos ansatzweise ertasten. Als Europäer fällt mir das viel schwerer, ich spüre meine eigene Wurzellosigkeit. Es ist kein Buch zum Lesen, ich musste es Erleben. Danke an Keri Hulme für dieses unglaublich bereichernde Buch, danke an Susanne dass sie mir es nähergebracht hat. Ka pai, e hoa. Ich werde es in mir tragen. Ka maharatia tenei i ahau e ora ana!

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    • 2

    ladymarion

    28. March 2011 um 09:12
  • Rezension zu "Unter dem Tagmond" von Keri Hulme

    Unter dem Tagmond

    Readyforbooks

    27. March 2011 um 21:06

    Tolle, mysteriöse geschichte über einen Jungen der plötzlich nackt im Wohnzimmer einer ihm vollkommen fremden Frau steht. Der Junge spricht nicht und so beginnt eine Abenteuerliche, herzzereissende Geschichte von Liebe, Hass, Einsamkeit hinter der Kulisse Neuseelands

  • Rezension zu "Unter dem Tagmond" von Keri Hulme

    Unter dem Tagmond

    leselust

    10. December 2009 um 19:33

    spannender Roman um eine seltsame Freundschaft, Grausamkeit, Rührung um ein schiffbrüchiges Kind, zarte Liebe, seltsame Mythen - das ist ein Buch zum sofort Durchlesen

  • Rezension zu "Unter dem Tagmond" von Keri Hulme

    Unter dem Tagmond

    ginster

    14. June 2007 um 16:55

    Neuseeland, Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. Es ist eine merkwürdige, schicksalhafte Freundschaft, die sich da fast wider Willen zwischen Joe, dem vereinsamten Fabrikarbeiter, Simon, dem höchstens achtjährigen Stummen und Kerewin, der Einsiedlerin im selbst gebauten Turm, entwickelt. Sie alle verbindet, dass sie von ihren Wurzeln abgeschnitten sind. Simon wurde schiffbrüchig von Joe entdeckt und als Sohn angenommen. Er schwänzt die Schule, klaut und zerstört: kein einfaches Kind. Seine Herkunft ist unbekannt, sein Leben ist gezeichnet durch alte Narben, die auf frühe Misshandlungen hindeuten, Ängste, Alpträume und einen überaus wachen Verstand. Joe, Halb-Maori, nach Maori-Art von seiner Großmutter aufgezogen, lebt inzwischen wie einer der verachteten Weißen. Nachdem seine Frau und sein Sohn starben, blieb ihm nichts mehr, was wirklich etwas bedeutet. Er liebt Simon innig und prügelt ihn brutal, weil er mit ihm – und mit sich – nicht fertig wird. Ebenfalls von Maori-Abstammung ist Kerewin, Malerin, Intellektuelle. Sie, die Außenseiterin, hat durch einen bösen Streit ihre Familie verloren. Bewusst einsam lebend, eröffnen sich ihrem schweifenden Geist Welten und Dimensionen – aber sie kann ihr Innerstes nicht mehr ausdrücken und ertränkt die Verzweiflung vorwiegend in Whisky. Alles beginnt mit Simon, der sich in Kerewins Turm einschleicht. Was am Anfang nach einem behutsamen, freundschaftlichen Annähern und Umeinander-Werben der drei so unterschiedlichen Charaktere aussieht, entwickelt sich zur Katastrophe. Alles bricht zusammen. Aber die Umwälzungen setzen den Heilungsprozess in Gang: die unsichtbare Welt nimmt sich ihrer an. Joe erhält eine neue Aufgabe im Leben, Kerewin bekennt sich zu ihrer Verbundenheit mit Joe und Simon und knüpft die Verbindungen zu ihrem Maoritum neu. Sogar für Simon, der mit aller Kraft zu Kerewin und Joe zurückwill, findet sich ein Weg. Mit einem großen Fest in dem rund um die Ruinen von Kerewins Turm neu erbauten Muschelhaus endet der Kreis der Spirale: "Das Ende – oder der Anfang." "Aotearoa", das "leuchtend helle Land" heißt Neuseeland in der Sprache der Maori, deren Kultur von den Weißen, den "Pakeha", im modernen Neuseeland längst an den Rand gedrängt wurde. Trotzdem ist dieser Roman keine Klage über ein dahingegangenes Paradies. Keri Hulme beschreibt Entfremdung und Entwurzelung, aber auch die Möglichkeit, wieder ganz zu werden, heil zu werden: das eigene Erbe anzunehmen und im Alltag zu tun, was getan werden muss, sei es auch noch so unbedeutend. Nach den Angaben Keri Hulmes erwuchs ihr Erstling, "Unter dem Tagmond", innerhalb von zwölf Jahren aus einer nicht zu bändigenden Kurzgeschichte. Stimmt: dieses 1985 mit dem Booker-Preis (Englands bedeutendstem Literaturpreis) ausgezeichnete Werk ist kein Roman im herkömmlichen Sinn. Sperrig, wuchernd, fremd, anstrengend – aber, wie ich finde, unendlich faszinierend. Nicht zuletzt wegen der eindringlichen Landschaftsschilderungen, die die Inseln Neuseelands nicht als austauschbare Kulisse für eine aufgesetzte Handlung präsentieren, sondern als tief empfundene Heimat. Also nicht unbedingt ein Schmöker, den man in einem Rutsch durchliest, sondern ein anspruchsvolles, durchkomponiertes Buch, dessen Verästelungen öfter mal eine Pause fordern, bevor der Brocken, den man zu schlucken hat, zu groß wird. Und – last but not least – auch ein Roman voller Magie und Mystik und Hintergründigkeit vom anderen Ende der Welt. Ich möchte dieses außergewöhnliche Buch in meinem Regal nicht missen.

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