Kerstin Decker

 4.1 Sterne bei 60 Bewertungen

Lebenslauf von Kerstin Decker

Kerstin Decker, 1962 in Leipzig geboren, entschied sich nach einer Ausbildung zur Verkäuferin, Journalistik und Philosophie zu studieren. Anschließend begann sie für den "Tagesspiegel" und die taz zu schreiben und widmete sich nebenbei der Schriftstellerei. So konnte sie in den letzten Jahren zahlreiche Bücher veröffentlichen, unter anderem "Nietzsche und Wagner. Geschichten einer Hassliebe" und "Richard Wagner. Mit den Augen seiner Hunde betrachtet". Kerstin Decker lebt heute in Berlin.

Neue Bücher

Die Schwester

 (4)
Neu erschienen am 04.09.2018 als Taschenbuch bei Piper.

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Franziska zu Reventlow

Franziska zu Reventlow

 (18)
Erschienen am 01.06.2018
Mein Herz - Niemandem

Mein Herz - Niemandem

 (6)
Erschienen am 13.10.2010
Lou Andreas-Salomé

Lou Andreas-Salomé

 (5)
Erschienen am 10.08.2012
Heinrich Heine

Heinrich Heine

 (4)
Erschienen am 12.07.2007
Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker

 (4)
Erschienen am 11.02.2009
Die Schwester

Die Schwester

 (4)
Erschienen am 04.09.2018

Neue Rezensionen zu Kerstin Decker

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TochterAlices avatar

Rezension zu "Franziska zu Reventlow" von Kerstin Decker

Einen eigenen Weg
TochterAlicevor 2 Monaten

ging Franziska zu Reventlow, Tochter verarmter Adliger aus Norddeutschland, schon früh und wollte sich in kein Schema pressen lassen, sich keinen Konventionen unterwerfen. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - Franziska starb bereits 1918 im Alter von 46 Jahren kam dies nicht vor und wurde von ihrem Umfeld, allen voran von ihren Eltern, als Zumutung empfunden.

Von der Familie mehr oder weniger verstoßen, heiratete die intelligente Frau, der die Philosophie und die Literatur näher als herkömmliche weibliche Tugenden waren, früh, wurde aber mit ihrem Mann, der ihr zunächst von Herzen zugeneigt war, auch nicht glücklich.

Denn sie wollte mehr: sie wollte sich alles nehmen, was ihr Herz begehrte, jedes Vergnügen und damit auch jeden Mann. So fand sie sich bald als Geschiedene und ledige Mutter wieder, umgeben von einer Reihe von Galanen, aber auch Gesinnungsfreunden, von derenf finanzieller Großzügigkeit sie bald vollkommen abhängig war. Offen ging sie durchs Leben, schrieb Romane, philosophierte, schauspielerte - und fand sich doch immer wieder am Rande der Gesellschaft.

Eine Frau, die ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben leben wollte - doch war sie es oft genug selbst, die sich Hindernisse in den Weg legte, es sich schwer und schwerer machte.

Als schwere Kost empfand ich auch die vorliegende Biographie von Kerstin Decker, die in einem aus meiner Sicht stellenweise sperrigen Stil verfasst wurde. Freunde philosophischer Gedanken kommen möglicherweise auf ihre Kosten, denn zahlreiche Passagen beinhalten diese Thematik.

Für mich waren die Erläuterungen wenig übersichtlich, mir fehlte ein ausführliches Personenverzeichnis mit Erläuterungen sowie eine Zeittafel zur Einbettung von Franziska von Reventlows Leben in die historischen Entwicklungen jener Zeit. Eine ungewöhnliche Frau - die mir durch diese Lektüre jedoch nicht näher gebracht wurde. Schade!

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Martinchens avatar

Rezension zu "Franziska zu Reventlow" von Kerstin Decker

Ungewöhnliche Biografie einer außergewöhnlichen Frau
Martinchenvor 3 Monaten

"Sie war der Stern der Münchner Boheme, Virtuosin der freien Liebe, Avantgardistin der Alleinerziehenden, Vorläuferin des modernen intellektuellen Prekariats und nicht zuletzt eine bis heute unterschätzte Schriftstellerin. Man hat in ihr die Urgroßmutter der sexuellen Revolution identifiziert, aber den Preis übersehen, den sie zahlte. Sie starb vor hundert Jahren, doch vielleicht war sie die erste Frau von heute: Fanny Liane Wilhelmine Sophie Auguste Adrienne Comtesse zu Reventlow aus Husum an der Nordsee, das schwarze Schaf ihrer Familie." - soweit der Klappentext.

Vom Schutzumschlag schaut dem Leser Franziska zu Reventlow entgegen, eine schöne Frau mit großen Augen. Der Titel nimmt den Farbton des festes Einbandes, ein schönes dunkles Türkis, auf. Ein Lesebändchen im passenden Farbton unterstreicht die Hochwertigkeit des Buches.

Kerstin Decker, Jahrgang 1962, ist promovierte Philosophin und lebt in Berlin. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Im Berlin Verlag sind neben dem vorliegenden Buch "Meine Farm in Afrika. Das Leben der Frieda von Bülow" und "Die Schwester. Das Leben der Elisabeth Förster-Nietzsche" erschienen. (Quelle: Klappentext).

Die Autorin hat sich intensiv mit dem Leben Franziska zu Reventlows auseinandergesetzt, wie sich unschwer anhand der genannten Quellen und Literatur sowie einer Vielzahl von Zitaten erkennen lässt. Vielfach kommt die Beschriebene selbst zu Wort, vor allem aus ihrem autobiografischen Roman "Ellen Olestjerne", der viel über sie verrät. In diesen Passagen nimmt die Autorin Franziskas Sprache auf und findet ähnliche Wendungen.

Franziska zu Reventlow hatte ein bewegtes und spannendes Leben, insbesondere vor dem Hintergrund der Zeit. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass die vielen Bezeichnungen im Klappentext nur bedingt zutreffen, denn in meinen Augen ging es ihr immer nur um sich selbst, nicht um die Lage der Frauen insgesamt. Ihre Freiheit wurde durch die nahezu ständigen Geldsorgen eingeschränkt.

Kerstin Deckers Stil ist, zumindest in dieser Biografie, nicht immer leicht zu lesen. Viele philosophische Einschübe fordern den Leser, die sich auch mit dem Gedankengut der Männer in Franziska zu Reventlows Leben befassen. Und Männer gab es mehr als genug, darunter Rainer Maria Rilke, Ludwig Klages und Karl Wolfskehl. Mir war beim Lesen nicht immer klar, von welchem Jahr die Rede war.

Für diese Biografie hätte ich mir einen Anhang gewünscht, der mehr liefert als die vorhandenen Anmerkungen und die Quellen und Literatur: einen Lebenslauf von Franziska zu Reventlow und eine Liste mit den Namen ihrer wichtigsten Wegbegleiter mit einigen kurzen Informationen. Ein paar Fotos wären eine schöne Ergänzung gewesen.

Fazit: eine sehr ungewöhnliche Biografie über eine außergewöhnliche Frau

 

Kommentare: 2
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Suszis avatar

Rezension zu "Franziska zu Reventlow" von Kerstin Decker

Ein Leben am Limit
Suszivor 3 Monaten

Es fällt mir sehr schwer dieses Buch zu beurteilen. Für mich liest es sich schwierig und ich kann es auch nicht in einem „Guss“ lesen, da es nicht unbedingt „leichte Kost“ ist. Das Gelesene möchte ich immer erst noch überdenken und versuchen zu verstehen, bevor ich mich dem nächsten Kapitel zuwende. Hervorzuheben ist die Verwendung zahlreicher Zitate bzw. Notizen, die von einer enormen Recherche zeugt.

Auf jeden Fall ist Franziska zu Reventlow eine sehr interessante Frau, die nicht in ihre Zeit passte und auch ständig dagegen rebellierte anstatt sich anzupassen. Teilweise finde ich ihre Einstellung jedoch  sehr egoistisch und kurzsichtig – zumal sie Verantwortung für ein Kind hat. Es ist mir unverständlich, dass sie mit ihrer Lebenseinstellung und Schnorrerei so durchs Leben kam, zumal es für ihre Freunde/Lover/Bekannten sicher nicht immer einfach war, mit ihr umzugehen und Dank nicht immer zu erwarten war. Man hat den Eindruck eines flatterhaften Schmetterlings, der von Blüte zu Blüte huscht und sich nur das Beste heraussucht.

Problematisch für mich beim Lesen waren weiterhin die vielen verschiedenen Männer – zum Teil namentlich, zum Teil mit „Deck“- bzw. Spitznamen benannt. Es war nicht immer einfach, da noch durchzublicken. Eine Übersicht dazu sowie eine kurze Zusammenfassung zu ihrer Biografie/Lebensabschnitte wäre wünschenswert gewesen um das ganze besser einordnen zu können.

FAZIT:

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Gespräche aus der Community

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Berlin_Verlags avatar
»Ich finde, daß ihr Leben eins von denen ist, die erzählt werden müssen.«
Rainer Maria Rilke

Herzlich laden wir Euch ein zu unserer Leserunde, in der es um eine der außergewöhnlichsten Frauen der deutschen Literatur geht: Franziska zu Reventlow, die vor genau 100 Jahren starb. Spannend und mit großer Sensibilität erzählt Kerstin Decker vom abenteuerlichen Leben der »gefallenen Gräfin« in nie endender Liebes- und Geldnot. Mehr über das Buch und dieses ungewöhnliche Leben, das uns heute so viel zu sagen hat, erzählen wir Euch unten, hier ein kurzer Hinweis, wie Ihr an der Verlosung der 20 Bücher, die wir zur Verfügung stellen, teilnehmen könnt:
Schreibt uns, was ihr am Leben Franziska zu Reventlow interessant findet und weshalb Ihr gerne mitmachen möchtet. Bewerben könnt Ihr Euch bis zum 6. Juli, damit Ihr das Buch zum 100. Todestag in Händen halten könnt.

Wir freuen uns sehr auf Eure Leseeindrücke und Meinungen und wünschen viel Glück!

Herzliche Grüße

Euer
Berlin Verlag

ZUM BUCH

Sie war der Stern der Münchner Boheme, Avantgardistin der Alleinerziehenden, Vorläuferin des modernen intellektuellen Prekariats, Virtuosin der freien Liebe. Sie starb vor genau 100 Jahren, aber vielleicht war sie die erste Frau von heute: Fanny Comtesse zu Reventlow aus Husum an der Nordsee, das schwarze Schaf ihrer Familie.

Am 25. Juli 1918 stürzt Franziska zu Reventlow in Locarno vom Fahrrad. Nach einer Notoperation stirbt sie am frühen Morgen des 26. Juli 1918 an Herzversagen - 47 Jahre alt. Zeile um Zeile hatte sie sich ihren spärlichen Lebensunterhalt erschrieben, im Akkord übersetzend, aber auch als Autorin meist autobiografischer Romane. Sie fand es verantwortungslos, an Männern, die ihr gefielen, vorüberzugehen. Sie streifte manchen intim, den man immer noch kennt, etwa Rainer Maria Rilke, Karl Wolfskehl oder Ludwig Klages. Zum ersten Mal wird die Biografie ihrer Lieben erzählt, denn auch Lieben sind Lebewesen: Sie werden geboren, reifen und sterben, aber nicht alle. In Kerstin Deckers ebenso tragischem wie komischen Bericht dieses Lebens bleibt vom Bild der robusten Männersammlerin fast nichts übrig, zugleich entsteht ein einzigartiges Mutter-Kind-Porträt.

Wer war diese gefallene Gräfin in nie endender Liebes- und Geldnot, die eine so weltüberlegen-hochironische Prosa schrieb, dass es den Männern schwerfiel, an eine Autorin zu glauben?

»… sie wusste, was Freiheit bedeutet.«

Erich Mühsam

ZUR AUTORIN

Kerstin Decker wurde geboren 1962 in Leipzig geboren und ist promovierte Philosophin und Autorin des »Tagesspiegel«. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter »Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich« und »Nietzsche und Wagner. Geschichte einer Hassliebe«. Im Berlin Verlag erschien 2015 »Meine Farm in Afrika. Das Leben der Frieda von Bülow« und 2016 »Die Schwester. Das Leben der Elisabeth-Förster-Nietzsche«. Kerstin Decker lebt in Berlin.
A
Letzter Beitrag von  Annette126vor 2 Monaten
Schön, das Du mitgemacht hast und es Dich gibt.😊
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Berlin_Verlags avatar

Das Leben der deutschen Tania Blixen


Liebe Lesefreunde,

heute wollen wir etwas Neues versuchen und euch zu einer Sachbuchrunde einladen – doch keine Angst, Kerstin Deckers Biographie über Frieda von Bülow, eine der widersprüchlichsten Frauen des 19. Jahrhunderts, entführt euch kenntnisreich in die bisweilen haarsträubende Welt des deutschen Kolonialismus:

Bin ich ein Sekundärtalent, eine zweitrangige Begabung? Die spätere Schöpferin des »deutschen Kolonialromans« Frieda von Bülow neigt dazu, diese Frage zu bejahen. Doch dann tritt ein Mann in ihr Leben, der ihr mit Nietzsche sagt: Werde, der du bist!

»Meine Farm in Afrika« berichtet von einer Frau, die im fremden Land nicht als Eroberin auftritt, sondern gemeinsam mit den Einheimischen ein neues Leben beginnen will. Das Buch taucht tief ein in ein fast vergessenes, äußerst widersprüchliches Kapitel deutscher Geschichte. Es entsteht das Tableau einer Gesellschaft, getragen von Menschen Anfang dreißig, vornehmlich Adligen, die sich gleichsam auf exterritorialem Gebiet neu erfinden wollten: Wir sind zwar Deutsche, aber wir haben es satt, der Poet unter den Völkern zu sein! Aktion statt Traum!

Kerstin Decker erzählt mit viel Gespür für die Charaktere und die skurrilen Züge einer Zeit, in der es möglich war, die höchste Erhebung Afrikas auf den Namen Kaiser-Wilhelm-Spitze zu taufen.

Wir freuen uns auf eure Bewerbung in Form einer kurzen Einschätzung der Leseprobe!

Euer Berlin Verlag
Sicks avatar
Letzter Beitrag von  Sickvor 3 Jahren
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Zusätzliche Informationen

Kerstin Decker wurde am 22. November 1962 in Leipzig (Deutschland) geboren.

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