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Berlin_Verlag

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Das Leben der deutschen Tania Blixen


Liebe Lesefreunde,

heute wollen wir etwas Neues versuchen und euch zu einer Sachbuchrunde einladen – doch keine Angst, Kerstin Deckers Biographie über Frieda von Bülow, eine der widersprüchlichsten Frauen des 19. Jahrhunderts, entführt euch kenntnisreich in die bisweilen haarsträubende Welt des deutschen Kolonialismus:

Bin ich ein Sekundärtalent, eine zweitrangige Begabung? Die spätere Schöpferin des »deutschen Kolonialromans« Frieda von Bülow neigt dazu, diese Frage zu bejahen. Doch dann tritt ein Mann in ihr Leben, der ihr mit Nietzsche sagt: Werde, der du bist!

»Meine Farm in Afrika« berichtet von einer Frau, die im fremden Land nicht als Eroberin auftritt, sondern gemeinsam mit den Einheimischen ein neues Leben beginnen will. Das Buch taucht tief ein in ein fast vergessenes, äußerst widersprüchliches Kapitel deutscher Geschichte. Es entsteht das Tableau einer Gesellschaft, getragen von Menschen Anfang dreißig, vornehmlich Adligen, die sich gleichsam auf exterritorialem Gebiet neu erfinden wollten: Wir sind zwar Deutsche, aber wir haben es satt, der Poet unter den Völkern zu sein! Aktion statt Traum!

Kerstin Decker erzählt mit viel Gespür für die Charaktere und die skurrilen Züge einer Zeit, in der es möglich war, die höchste Erhebung Afrikas auf den Namen Kaiser-Wilhelm-Spitze zu taufen.

Wir freuen uns auf eure Bewerbung in Form einer kurzen Einschätzung der Leseprobe!

Euer Berlin Verlag

Autor: Kerstin Decker
Buch: Meine Farm in Afrika - Das Leben der Frieda von Bülow

seschat

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Das Cover ist sehr ansprechend und macht sehr neugierig auf die Lektüre dieses Sachbuchs.
Ich kannte Frieda von Bülow vorher noch nicht. Erst durch die interessante Leseprobe habe ich sie kennen lernen dürfen. Es ist die spannende Lebensgeschichte einer unangepassten Frau.
Um sie herum ist der deutsche Kolonialismus in vollem Gange. Mit jeder Zeile und jeden Perspektivwechsel innerhalb des Buchs bekommt man als Leser ein Gefühl für die damalige Schnelllebigkeit der Zeit. Auch der Sprachstil passt hervorragend ins 19. Jh. Schön, dass der vielfältig informative Text, der alle Strömungen der Zeit einzufangen sucht, auch Fotos von Frieda Bülow enthält.
Mir hat die Leseprobe sehr gefallen und ich würde mich daher sehr freuen, mehr über Friedas Werdegang mithilfe eines Leseexemplars erfahren zu dürfen.
Besonders die erwähnte Herausbildung des deutschen Kolonialromans interessiert mich.

Nachtschwärmer

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Mir hat die Leseprobe gut gefallen. Sie ist trotz der etwas altertümlichen Sprache sehr flüssig zu lesen. Außerdem mag ich die Erzählweise, man kommt von einem zum anderen Thema und schließlich wieder zum Ausgangspunkt zurück. Dadurch, dass es real ist, bekommt man einen ganz anderen Bezug zur Geschichte.
Ich würde gerne mehr über diese Frau und ihr Leben in der Kolonialzeit erfahren und hoffe, dass ich mitlesen darf.

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Zmei

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 6: S. 321 – S. 380
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S. 326-327. In Deutschland ist Frieda jemand, für den ihre Mutter sich schämen muss. Ansonsten ist dieser Blick aus deutscher und mütterlicher Sicht schon spannend.
S. 337 unten. Undank ist der Welt Lohn muss Frieda gedacht haben. „Und nun ist ihr Name getilgt. Im Gedächtnis des Vereins, dessen Gründerin sie war, kommt sie nicht mehr vor.“ S. 338
S. 358. „Ist ihm jemals aufgefallen, dass die poetische Weltauffassung eine willenlose ist?“
„Es ruht ein Hauch süßer Poesie über der Landschaft und ladet den Geist zum träumerischen Sich-Versenken in sich selbst ein.“
S. 372-373. Bei diesen Zitaten bekomme ich wieder Lust, Friedas Romane zu lesen. Muss sehen, ob ich sie bekommen kann.

Zmei

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 7: S. 380 – S. 459
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S. 380 Lou ist schon eine schillernde Persönlichkeit. Sie ist auch schön hier präsentiert worden.
S. 390. „ES klingt, als würde sie nicht zum ersten Mal darüber nachdenken, wie dünn, wie brüchig diese Schicht ist, Zivilisation genannt. Sie wird mit Peters darüber gesprochen haben.“ Da wäre ich gerne bei dem Gespräch dabei gewesen. „Hätte er denn geglaubt, welcher Urmensch in einem Akademiker steckt, vorausgesetzt, er überlebt lange genug, um zu dieserart Selbstreflexion zu gelangen?“ Peters ist „der Mann mit den blutigen Händen.“ Tja. Das ist wohl der Preis.
S. 396. Herrlich! „Frauen sind ein eher dekoratives Geschlecht, und am Ende interessiert ihr Publikum an Afrika nichts so sehr wie die Farbe des Innenfutters der Sonnenschirme. Es ist grün!“ Wird Frieda auch mal so gedacht haben, nehme ich mal an.
S. 418. „Es ist mit den Häusern wie mit den Menschen. Sie biegen durch, ihre Seelen bekommen Dellen, manchmal geben sie sich selber keinen Tag mehr: Aber sie sind trotzdem fest, sie halten trotzdem aus. Wer wüsste das besser als sie.“ Nach all den Schilderungen glaube ich es ohne weiteres.
Diese eingewobenen Parallelen zu Friedas Romanen sind auch schön, ergänzen, bereichern das Leseerlebnis. S. 419.
Die Rolle der Frau in Afrika zu den Zeiten. S. 430. Vierter Absatz von oben. „Keine Tätigkeit, die mit Prestige und Ehre verbunden ist, kann eine Frau ausführen. Der Mann steht auf den Schultern der Frau. Sie trägt das Gewicht der Erde und das seine.“
„Zweimal Afrika. Zweimal seelischer Ausnahmezustand. Sie weiß, ein drittes Mal würde sie nicht überstehen.“ S. 448. Aber dort ging es ihr besser, da war sie nicht so depressiv wie in Deutschland.
Letztes Kapitel heißt „Sie werden und nicht lieben.“ Treffend. Aber warum denn auch? Baumwolle sollte zur Volkskultur werden. Finde interessant wie bezeichnend, dass Kartoffeln und Äpfeln doch zur Volkskultur geworden sind, obwohl erst gezwungenermaßen. Und in Afrika hat diese Zwangsbeglückung nicht funktioniert.
„Der moderne Mensch ist vor allem ein Steuerbürger.“ S. 454. Gut, das mal so klar gesagt vor Augen zu haben.
Die deutsche Verwaltung war also schlicht unfähig, mit den Afrikanern und ihren Eigenheiten umzugehen. Die Eroberer schon. Die Verwaltung nicht. Das liegt wohl an den Prioritäten und Anreizen. Aber naja. Es ist ein ganz anderes Thema.
Das Nachwort ist auch wunderschon, poetisch, menschlich wie philosophisch gesehen. Ein Werk von großer Klasse!
S. 458. Fast jeder Satz gehört in die Zitatenliste. Z.B. „Der Mensch ist das Tier ohne natürliche Mitte“, etc.
S. 459 brilliert weiter: „Denn was heißt Entwicklung? Es bedeutet nicht zuletzt, sich auf Abhängigkeiten einzulassen – sie es Abhängigkeit von Technologien, von Materialien oder Spezialisten. Entwicklung trägt das Doppelgesicht von zunehmender Isolation bei gleichzeitig wachsendem Eingewobensein in Kreisläufe, die den Einzelnen übersteigen und sich seinem Zugriff entziehen.“
Auch das ist herrlich und zu guter Letzt geht es nach wie vor um die Selbstfindung. „Denn ihr entgeht, was den jungen Usurpatoren meist das Primäre war: nicht Unterwerfung des Fremden, sondern Selbsterfindung in einem von der eigenen Herkunftswelt noch nicht vorgeprägten Raum. Es ging nicht lediglich darum, die Grenzen des Deutschen Reiches zu verrücken, sondern zuerst die eigenen.“ S. 459
Das Buch von Hans Paasche müsste ich mal lesen.

Zmei

vor 2 Jahren

Fazit / Rezensionen

Danke, dass ich das Buch wg. der LR lesen konnte. Ein wunderbares, ja grandioses Werk. Hat mir viele schöne Lesestunden geschenkt. Toll. Habe mit so einer Opulenz an tiefen Gedanken und schillernden Figuren erst gar nicht gerechnet.
Etwas viele zu Zitate in meiner Rezi, aber sie haben schon ihre Aussagekraft für all diejenigen, die sich dafür interessieren und machen neugierig auf das Werk.

LB: http://www.lovelybooks.de/autor/Kerstin-Decker/Meine-Farm-in-Afrika-Das-Leben-der-Frieda-von-B%C3%BClow-1126300970-w/rezension/1163678777/

Amazon: http://www.amazon.de/product-reviews/3827012376/ref=cm_cr_pr_top_recent?ie=UTF8&showViewpoints=0&sortBy=bySubmissionDateDescending

WLD: http://wasliestdu.de/rezension/ein-grandioses-werk-informativ-unterhaltsam-weise-absolut-lesenswert

Thalia: http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/meine_farm_in_afrika/kerstin_decker/ISBN3-8270-1237-6/ID41016096.html?jumpId=5016273#reviewsCustomer

Weltbild – erscheint oft spater.

Goodreads – musste den Titel erst anlegen. http://www.goodreads.com/book/show/25843842-meine-farm-in-afrika?from_search=true&search_version=service_impr#other_reviews

Hugendubel: http://www.hugendubel.de/shop/buecher/meine-farm-in-afrika/decker-kerstin/products_products/rating_done/prod_id/41857108/#rating_done

BuchNotizen

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 5: S. 262 – S. 319
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Diesen Abschnitt habe ich wieder schneller gelesen.
Erstaunlich, wie gut sich Frieda in Afrika eingelebt und sich an die afrikanischen Verhältnisse angepasst hat.
Einerseits frage ich mich, warum Frieda den deutschen Frauenbund nicht ignoriert und einfach auf ihrer Farm bleibt. Anderseits, wenn sie von dem Frauenbund finanziert wird, dann muss sie wohl das tun, was sie von ihr verlangen. Wovon lebt Frieda eigentlich? Sie hätte sich Sponsoren für die Apotheke und die Krankenstation suchen können.

Die Beschreibung des Schauri und der verschiedenen Bedeutungen fand ich sehr interessant.

BuchNotizen

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 6: S. 321 – S. 380
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Frieda ist sehr unzufrieden mir ihrer Situation und fängt an einen Roman über Afrika zu schreiben.
Sie macht Calr Peters zur Hauptfigur und idealisiert sich ihn, so wie sie ihn gerne hätte.
Peters ist wieder einmal in einer "unmöglichen" Mission unterwegs. Wunder, dass er aus allen seinen Missionen unversehrt zurückkehrt.

BuchNotizen

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 7: S. 380 – S. 459
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Die letzten Abschnitte, in denen es um Frieda geht, ließen sich wieder schneller gelesen.

Eigentlich war Frieda eine mutige, emanzipierte Frau. Sie fährt allen Widerständen zum Trotz wieder nach Afrika. Sie fährt allein in die Männerwelt, um das Erbe ihres Bruders anzutreten.

Ob Frieda glücklich war? Sie hat viele Schicksalschläge hinnehmen müssen. Die unglückliche Liebe zu Carl Peters hat sie sehr anspruchsvoll werden lassen, sodass andere Männer überhaupt keine Chance hatten.

Nach Afrika, wo sie sich so frei gefühlt hat, konnte sie auch nicht mehr zurück. Tragisch, dass sie so früh sterben musste. Zumindest hat sie noch die letzten Jahre in Lou eine Seelenverwandte gefunden.

Ich hätte gerne noch mehr über Frieda und ihre Familie erfahren. Auch ihr Wirken als Krankenschwester kam irgendwie zu kurz.

Das Buch wird als "Das Leben der Frieda von Bülow" angekündigt, dabei sind im Buch viele lange Passagen, die mit Frieda unmittelbar nichts zu tun haben.

Die Entstehung der deutschen Kolonie ist zwar interessant, würde aber eher zu einer Biografie von Carl Peters passen. Mir kam es vor, als wären es drei Bücher in einem. Die Entstehung der Kolonie, das Leben von Peters und der kleinste Teil das Leben von Frieda.

Ich weiß noch gar nicht, wie ich die Rezension schreiben soll.

Sick

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 7: S. 380 – S. 459
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BuchNotizen schreibt:
(...) Mir kam es vor, als wären es drei Bücher in einem. Die Entstehung der Kolonie, das Leben von Peters und der kleinste Teil das Leben von Frieda. (...)

Hast du gut ausgedrückt, so könnte man es tatsächlich sagen.

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