Der weiße Affe

von Kerstin Ehmer 
4,2 Sterne bei30 Bewertungen
Der weiße Affe
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Nicht ganz die Bestnote ... manchmal habe ich einfach den roten Faden kurz verloren ...

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Fesselnder, historischer Kriminalroman, der uns ins Berlin der Goldenen 1920er entführt – unterhaltsam und atmosphärisch dicht portraitiert!

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Inhaltsangabe zu "Der weiße Affe"

Berlin in den Goldenen Zwanzigern

Ein jüdischer Bankier wird erschlagen im Hausflur seiner Geliebten aufgefunden. Kommissar Ariel Spiro ist gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen und übernimmt direkt seinen ersten Fall. Zunächst deuten die Ermittlungen auf ein politisches Motiv hin. Doch auch die wohlhabende und exzentrische Familie des Toten gibt Spiro Rätsel auf.
Schon bald gerät der junge Kommissar in den Sog der Metropole, getrieben vom schnellen Rhythmus und mitgerissen vom rauschenden Berliner Nacht­leben. Als er sich von der faszinierenden Tochter des Toten magisch angezogen fühlt, muss Spiro aufpassen, dass ihm der Fall nicht entgleitet.

Kerstin Ehmer zeigt das Berlin der Weimarer Republik in all seinen Facetten. Schillernde Bars und sexuelle Freiheit charakterisieren die Großstadt genauso wie Antisemitismus und die schwelenden Vorboten des Nationalsozialismus.
Der Autorin gelingt es auf überzeugende Weise, die brodelnde Atmosphäre dieser widersprüchlichen Zeit spürbar zu machen. Dabei bedient sie sich einer Sprache, deren Schönheit das Flair der Goldenen Zwanziger lebendig einfängt und gleichzeitig modern daherkommt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783865325846
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:280 Seiten
Verlag:Pendragon
Erscheinungsdatum:30.08.2017

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    ManuelaBes avatar
    ManuelaBevor 7 Monaten
    Berliner Luft

    Der weiße Affe ist ein Kriminalroman der Autorin Kerstin Ehmer. Sie fängt darin das Flair und die Szenerie von Berlin in den zwanziger Jahren ein. Der junge Kommissar Ariel Spiro ist kaum in Berlin eingetroffen als er sich um die Ermordung eines jüdischen Bankiers kümmern muss. Seine Ermittlungen führen in quer durch Berlin und alle Schichten. Er lernt zwielichtige Lokale kennen, gerät in die Homosexuellen Szene und erlebt das rauschende Berliner Nachtleben.


    Die Autorin erzeugt ein schillerndes Bild der damaligen Zeit und des herrschenden Zeitgeistes, teilweise gerät die eigentlich Kriminalgeschichte in den Hintergrund und die Auflösung des Falles ist alles andere als spektakulär. Gerade erst aufkommende Ermittlungsmethoden werden angerissen und gut in die Geschichte eingebettet. Die Charaktere sind in Teilen recht flach und als Leser dringt man nur knapp unter die Oberfläche. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven wobei der Hauptfokus auf Ariel Spiro liegt, der es als Neuling in der Abteilung nicht immer einfach hat. Wer Geschichten mag die in den Zwanziger Jahren spielt, wird das Buch interessant finden, wer sich eher einen spannenden Krimi wünscht kommt nicht so ganz auf seine Kosten.

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    Patnos avatar
    Patnovor 8 Monaten
    Zeitreise in die wilden Zwanziger

    Das Cover zog mich magisch an und nachdem die ersten Leserstimmen vielversprechend klangen, war meine Neugier auf den historischen Krimi von Kerstin Ehmer, welcher im August 2017 beim Pendragon Verlag erschienen ist, geweckt.


    Ungewöhnlich auch der Buchtitel „Der weiße Affe“, der sofort mein Kopfkino in Bewegung versetzte. 


    Kommissar Ariel Spiro kommt aus Wittenberge nach Berlin, ist voller Tatendrang und ehe er es sich heimelig machen kann, landet er bereits in seinem ersten Mordfall. Eduard Fromm, ein jüdischer Bankier, wird im Hausflur seiner Geliebten erschlagen aufgefunden. 
    Ein politisches Motiv käme genauso in Betracht, wie eine Beziehungstat innerhalb seiner exzentrischen Familie. Verdächtige gibt es mehr als genug. Trotzdem tappt Spiro im Dunkeln und wird schon bald in den Strudel des rauschenden Berliner Nachtlebens gerissen. Auch von seinen Kollegen bekommt er heftig Gegenwind. Zu allem Übel fühlt er sich von der Tochter des toten Bankiers angezogen. Benebelt das seine Sinne, entgleiten ihm dabei die Ermittlungen und muss er erfolglos in die Provinz zurückkehren?


    Die Atmosphäre des Buches ist einzigartig. Kerstin Ehmer passt ihren poetisch-literarischen Schreibstil perfekt dem Puls der damaligen Zeit an. Sie entführt den Leser in die Goldenen Zwanziger und beschreibt die Metropole Berlin detailgetreu und facettenreich. Es ist die Zeit der sexuellen Freiheit, der schillernden Bars, aber auch die Zeit des beginnenden Antisemetismus. Ehmers Beschreibungen wirken so lebendig, dass man meint, in einer Zeitmaschine zu sitzen und direkt in die Zwanziger Jahre zu fliegen. Nur selten habe ich ein solche Symbiose aus Schreibstil und Zeitgeschehen gelesen. Beeindruckend! Besonders gefallen hat mir der unterschwellige, staubtrockene Humor, der die Geschichte zwischendurch auflockerte. 
    Mysteriös-gruslig empfand ich die Kapitel in denen „Er- der Junge“ zu Wort kam und dem Leser häppchenweise sein Martyrium offenbarte. 
    Nur der eigentliche Mordfall und die Ausführungen am Ende konnten mich nicht ganz zufriedenstellen. Aber das ist oft eine Frage des persönlichen Geschmacks. 


    „Der weiße Affe“ ist ungewöhnlicher und beeindruckender Kriminalroman, der nachklingt. Ein wunderbar bebilderter Spaziergang durch das Berlin der Weimarer Republik. Lesenswert!

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    tinstamps avatar
    tinstampvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein etwas anderer Krimi, der durch seine Sprache und das hervorragend dargestellte Sittengemälde der damaligen Zeit in Berlin, glänzt
    Nicht immer leicht zu lesen, aber empfehlenswert!

    Der historische Krimi "Der weiße Affe" hat mein Interesse geweckt, als ich auf einigen Blogs sehr positive Bewertungen gesehen habe. Als es vor kurzem eine Leserunde bei Lovelybooks dazu gab, habe ich mich beworben und hatte Glück.

    Berlin in den Goldenen Zwanzigern. Als der junge Kommissar Ariel Spiro von Wittenberg in die Metropole Berlin kommt, wird er sofort zu seinem ersten Mordfall gerufen. Der jüdische Bankier Eduard Fromm wird erstochen im Hausflur eines Wohnhaues entdeckt. In einer der Wohnungen lebt seine Geliebte, eine deutsche Walküre, namens Hildegard Müller. Fromm hat sich bei ihr ein typisches deutsches Biedermayerleben eingerichtet. Hat das Doppelleben, das er führte, ihm den Tod gebracht?

    Gemeinsam mit seinem Kollegen Ewald Bohlke versucht Spiro seinen guten Ruf gerecht zu werden und den Fall so schnell wiemöglich zu lösen. War der Mord politisch angesiedelt? Oder geschah er aus Eifersucht? Schließlich hat das Fräulein Hilde auch noch einen Verlobten....
    Aber auch die wohlhabende Familie des Toten gibt einige Rätsel auf. Fürchtete der Sohn Ambros, der nicht das beste Verhältnis zum Vater hatte, um sein Erbe? Oder hat die schöne Tochter Nike, die auch Spiro den Kopf verdreht, ein Geheimnis? Aber auch zwichen Fromm und seinen Stellvetreter in der Bank, Moses Silberstein, kam es erst vor kurzem zu Unstimmigkeiten...

    An Verdächtigen mangelt es also nicht wirklich. Kommissar Ariel Spiro, der vom Land in die Metropole Berlin kommt, stürzt sich bei seinen Ermittlungen eher unbewusst in das wilde Berliner Nachtleben. Von seinen neuen Kollegen wird er deshalb skeptisch beäugt. Hat Spiro etwas zu verbergen? Ist er Jude oder keiner? Ist er homosexuell, weil er in der "Zauberflöte", einem Bund für Männer, gesehen wurde? Spiro ist ein sympathischer junger Mann, der sich bei seinen Ermittlungen durch nichts aufhalten lässt. Er ist intelligent, aber auch chaotisch. Das Stadtleben ist ihm noch fremd und so tritt er auch des Öfteren von einem Fettnäpfchen ins nächste. Als ein weiterer Mord passiert, ahnen Spiro und Bohle nicht, dass die beiden Mordfälle zusammenhängen...

    Neben dem Kriminalfall steht das lebenslustige Berlin der 20iger Jahre im Mittelpunkt. Die aufgekratzte Stimmung nach dem Ende des ersten Weltkrieges wird von Kerstin Ehmer wunderbar eingefangen. Auf der einen Seite haben die Menschen das Gefühl ihr Leben nach dem großen Krieg einfach genießen zu wollen. Das Vergnügen und das Ausleben der Sexualität steht bei den gehoben Schichten an erster Stelle. Hier scheint es kaum Grenzen zu geben. Auf der anderen Seite steht die Armut der Kriegsverlierer und Invaliden, der Waisen und Witwen. Kerstin Ehmer gelingt es ein äußerst authentisches Bild dieser Zeit zu vermitteln.
    Auch der Berliner Dialekt, den die Autorin immer wieder einstreut, bringt noch mehr Lokalkolorit in die Geschichte und macht sie identisch.

    Dazwischen gibt es immer wieder verwirrende Passagen, die in kursiver Schrift geschrieben sind. Diese Abschnitte erzählen von einem Jungen und einer grauen Königin, wilden Geistern und Affen, jungen Kriegern auf einer Südseeinsel... Immer wieder fragt man sich als Leser, was diese Passagen mit dem Rest des Krimis zu haben soll. Erst nach und nach erkennt man wohin diese Abschnitte führen und wie sie sich langsam, Puzzlestück um Puzzlestück, zueinanderfügen.

    Im Allgemeinen dauerte es ebenfalls eine Weile bis ich in die Geschichte fand. Danach empfand ich aber das Konstrukt, das die Autorin hier aufgebaut hat, wirklich beeindruckend.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil von Kerstin Ehmers ist poetisch und der Zeit angepasst. Trotzdem hatte ich anfangs ein bisschen Probleme damit. Das typische Berlinerische war für mich als Österreicherin manchmal schwer zu verstehen. Das lag aber weniger an die im Dialekt geschrieben Dialoge, sondern eher an den Gesamtbild, dem Lokalkolorit.

    Fazit:
    Ein etwas anderer historischer Krimi, der durch seine Sprache und das hervorragend dargestellte Sittengemälde der damaligen Zeit in Berlin, glänzt. Nicht immer leicht zu lesen, aber empfehlenswert.

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    Gulans avatar
    Gulanvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Beim Plot gibt es noch Luft nach oben, aber das starke Setting und die überzeugende Hauptfigur macht das mehr als wett.
    Die Berliner Luft.

    „So sehr hast du versucht ein echter Deutscher zu sein, Shylock“, flüstert sie. „Ich könnt's nicht glauben, würd ich's nicht sehn. Dein Traum vom Deutschsein, das ist das hier, das alles. Deutscher, nicht Jude, nicht staatenlos herumgejagt durch die Jahrhunderte, sondern Ordnung, Anstand, Frieden, Ruhe, Heimat, Herkunft, Scholle, das haste dich was kosten lassen.“ Sie sinkt auf einen Sessel. „Ich wusste, dass er den Mut hatte für solche Träume. Und ich wusste nicht, dass wir ihm so gar nicht ausreichten, dass er sich wegstehlen musste in sein Privattheater.“ Sie weint jetzt haltlos, als könne sie nie wieder aufhören. „Es ist, als hätte ich ihn gar nicht gekannt. Plötzlich ist mein Vater ein Fremder und wird es immer bleiben, denn er ist ja tot und kann nichts mehr erklären.“ (S.76)


    Berlin in den Goldenen Zwanzigern: Kommissar Ariel Spiro aus dem beschaulichen Wittenberge tritt seinen neuen Job bei der Kripo an. Auf seinen ersten Fall muss er nicht lange warten. In einem Mietshaus wird die Leiche des jüdischen Bankiers Fromm gefunden. Offenbar führte Fromm ein Doppelleben mit einer Geliebten in einer Wohnung im Haus. Spiro ermittelt sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld des Toten und wird dabei vom Großstadtleben gehörig mitgenommen.


    Seine Ermittlungen führen den jungen Kommissar nicht nur in dunkle Hinterhöfe, Schwulenbars und Bankiersvillen, sondern auch zur Tochter des Toten, Nike Fromm, die Spiro prompt den Kopf verdreht und seine Ermittlungsarbeit deutlich erschwert. Hierbei ergeben sich verschiedene Ansätze. Verdächtig sind vor allem Ambros Fromm, der Sohn, der seine Homosexualität sehr zum Verdruss des Vaters ausschweifend auslebt, und Moses Silberstein, Vizedirektor der Bank, der sich offenbar in Anlagefragen mit Fromm uneinig war.


    Doch dem Leser wird noch ein zweiter Handlungsstrang dargeboten. Dieser beleuchtet die Perspektive des 14jährigen Alexander, der von seiner Mutter, einer exzentrischen Kostümschneiderin, von der Außenwelt abgeschirmt wird. Er darf nicht zur Schule, wird tagelang eingesperrt. Ein Besuch auf einem progressiven Internat wird von der Mutter schnell wieder abgebrochen, so verliert der Junge seinen einzigen Freund aus den Augen. Alexander flüchtet sich mehr und mehr in Fantasien, in denen er im Mittelpunkt von Initiationsriten eines Eingeborenstammes in Neuguinea steht. Man ahnt bereits, dass es irgendwann zur Katastrophe kommen muss. Diese Absätze sind deutlich kürzer gehalten, kursiv geschrieben und ihre Bedeutung ergibt sich erst nach und nach. Auch stilistisch ergibt sich ein deutlicher Bruch zu den übrigen Abschnitten, kaum Dialog, bildhafte Beschreibungen, ein enger Blickwinkel eines zunehmend in den Wahn abgleitenden Jungen. Irgendwie konnten mich diese Abschnitte nicht völlig überzeugen. Anfangs war ich sogar geneigt, sie zu überfliegen, da ich den Bruch zur übrigen Geschichte als zu deutlich und störend empfand, was sich nur teilweise besserte. Am Ende werden die zwei Stränge zusammengeführt. Wie befürchtet geschieht dies aber eher nach dem Zufallsprinzip, was in der Realität vielleicht sogar nicht abwägig wäre, aber hier als Krimiplot mich nicht ganz zufriedenstellt.


    Dass ich am Ende dennoch zu einem ziemlich positiven Eindruck komme, liegt vor allem an zwei Faktoren. Zum einen ist da die Atmosphäre im Berlin der Zwanziger Jahre. Spiro ermittelt an vielen verschiedenen Ecken der brodelnden Hauptstadt und dies wird hervorragend transportiert. Sei es die Arbeiterkneipe, das ostjüdische Leben im Scheunenviertel oder die Schwulen-Tanzbar „Zauberflöte“. Außerdem lässt die Autorin Kerstin Ehmke so einige Einheimische berlinern, verwendet zeitgenössische Begriffe und bringt auch humorvolle Momente unter. Sehr interessant und mir bis dato unbekannt war das Institut für Sexualwissenschaft von Dr. Magnus Hirschfeld, das prominenten Raum im Buch einnimmt. Auch wenn die Ermittlungen nicht unbedingt in die politische Richtung gehen, schwingen die gesellschaftlichen Verhältnisse und zukünftige bedrohliche Entwicklungen im Hintergrund immer ein wenig mit. Gerade die Identitätsfrage der deutschen Juden spielt eine nicht unerhebliche Rolle im Roman. Dies deutet auch der Titel an, handelt es sich bei dem weißen Affen doch um ein vermeintliches Stück „Judenporzellan“. Insgesamt also ein wirklich überzeugendes Setting.


    Zum anderen ist Ariel Spiro eine sehr gelungene Hauptfigur. Sein Vorname sorgt für allerlei Aufsehen, wird er doch direkt für einen Juden gehalten, obwohl sein Name der Figur aus einem Shakespeare-Drama entliehen ist. Der junge Mann kommt zwar vom Lande, doch völlig ahnungslos ist er nicht. Er hat sich in Wittenberge an der Elbe bereits als Kommissar bewiesen, zeigt auch in Berlin direkt großen Einsatz. Dennoch ist Berlin ein anderes Kaliber, das muss er sehr schnell feststellen. Er verliert sich ein wenig im Großstadtdschungel – und in den grünen Augen von Nike Fromm. Spiro ist intelligent, ehrgeizig und ein wenig verbissen, aber fehlbar und gerade dadurch eine sympathische Figur. Ich weiß zwar nicht, ob die Autorin weitere Bücher mit ihm geplant hat, aber Ariel Spiro taugt als Protagonist durchaus für mehrere Bände.


    Autorin Kerstin Ehmer hat jahrelang als Fotografin gearbeitet und betreibt inzwischen seit zehn Jahren eine Bar in Berlin. „Der weiße Affe“ ist ihr erster Kriminalroman und wurde auch für den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie „Debüt“ nominiert.

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    Bibliomarievor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr gut getroffene Stimmung der fiebrigen Zwanziger in Berlin mit interessanten Charakteren.
    Großstadtdschungel

    Ariel Spiro kommt aus der tiefsten Provinz nach Berlin in die „Burg“. Er hat bereits einen gewissen Ruf und möchte nun in der Hauptstadt als Kommissar reüssieren. Aber sein Einstand wird nicht ganz so einfach. Ein jüdischer Bankier wird im Treppenhaus vor der Wohnung seiner Mätresse erschlagen. Seine Familie ist über die Enthüllungen nicht grade glücklich, aber so ganz koscher scheinen auch die familiären Verhältnisse nicht zu sein. Seine Tochter ist eine kapriziöse junge Frau, die an Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft arbeitet, der Sohn, seinem eigenen Geschlecht zugeneigt und die Ehefrau liebt nicht nur das Klavier, sondern auch die Pianisten.

    Spiro scheint fast unter die Räder zu kommen, wenn er in Berlins Nachleben recherchiert. Bars, Herrentanzclubs, Alkohol und Rauschgift und nicht zuletzt Nike, sorgen dafür, dass er fast den Boden unter den Füssen verliert.

    Der Roman schlägt ein hohes Tempo an. Kurze lakonische Sätze, manchmal Berliner Jargon und eine tolle Beschreibung der fiebrigen Atmosphäre der Zwanziger Jahre in Berlin haben mir auf Anhieb gefallen. Das Bild dieser Zeit ist toll getroffen und hat in mir sofort ein Kopfkino ausgelöst. Ich bin richtig in das zügellose Nachtleben eingetaucht – in Büchern gibt es ja keine Nebenwirkungen – und gleich danach von der grauen, kalten Wirklichkeit eingeholt worden. Mietskasernen, dunkle Hinterhöfe, unterernährte, verschorfte Kinder, neben späten Nachtschwärmern in Frack oder Smoking. Immer wieder musste ich an Zilles Milieustudien denken.

    Ein spannender Krimi, mit einem facettenreich skizziertem Ermittler, einem sehr genau gezeichnetem Zeit- und Sittenbild und bis in die Nebenfiguren detailliert und stimmig ausgearbeiteten Charakteren. Empfehlenswert.



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    Diana182vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Atmosphärischer Krimi im Stile der 20er
    Der weiße Affe - Berlin in den 20ern...

    Das Cover zeigt eine Frau im kurzen Kleid, welche die Beine nach oben an die Wand lehnt. Es wird deutlich, dass es sich um einen Roman aus längst vergangenen Zeiten handeln muss, denn die Kleider der Dame sind im Stile der 20er einzuordnen. Darüber ist der Titel des Buches vermerkt. Ich gebe zu, dass ich mit diesem Gesamtbild auf Anhieb nicht direkt etwas anfangen konnte.


    Davon neugierig geworden, wollte ich die enthaltene Geschichte natürlich schnell erkunden.


    Der Einstig gelingt recht schnell. Der Schreibstil ist flüssig, detailliert, teils anspruchsvoll und entführt den Leser in das frühere Berlin. Hier hatte ich mitunter wirklich das Gefühl, in die Zeit zurück versetzt worden zu sein- dazu noch an den Schauplatz eines Mordfalles.


    Die Autorin facht hier schnell eine Spannung an, welche gekonnt durch die Geschichte führt. In mehreren Strängen erfahren wir hier, wie sich alles entwickelt und erst auf den letzten Seiten ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Ich habe sehr lange im Dunkeln getappt und hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wer hier als Täter infrage kommen könnte. So war die letztendliche Überraschung sehr gelungen.


    Mein Fazit:
    Ein wunderbar atmosphärischer Roman, welcher die damalige Zeit gekonnt einfängt. Hier fühlte ich mich wirklich mitten im Geschehen und konnte mir die damaligen Geschehnisse sehr gut vorstellen.


    Für Fans historischer Krimis ein pures Lesevergnügen!

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    booklovingvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnder, historischer Kriminalroman, der uns ins Berlin der Goldenen 1920er entführt – unterhaltsam und atmosphärisch dicht portraitiert!
    Überzeugendes Krimidebüt

    INHALT
    Berlin in den Goldenen Zwanzigern. Der junge Kommissar Ariel Spiro frisch aus dem Provinznest Wittenberge zur Kriminalpolizei nach Berlin gewechselt. Gleich sein erster Fall gibt viele Rätsel auf. In einem ziemlich runtergekommenen Wohnviertel wurde der jüdische Bankier Eduard Fromm mit eingeschlagenem Schädel vor der Wohnung seiner blonden Geliebten aufgefunden. Verdächtige gibt es einige, so der Verlobte mit seinem zwielichtigen Kumpel, der Stellvertreter im Bankhaus bis hin zu den etwas exzentrischen Mitgliedern der gutsituierten Familie des Mordopfers, der Ehefrau Charlotte und den erwachsenen Kindern Nike und Ambros. Auch ein politisches Motiv ist zunächst nicht auszuschließen. Während der junge Spiro schon bald Bekanntschaft mit dem wilden, zügellosen Berliner Nachtleben macht, scheinen seine Ermittlungen immer mehr auf der Stelle zu treten. Wird ihm der Fall nach einer großen Blamage endgültig entgleiten?

    MEINE MEINUNG
    Der fesselnde, historische Kriminalroman »Der weiße Affe« ist das äußerst gelungene Debüt der deutschen Autorin Kerstin Ehmer.
    Hierin entführt sie uns ins Berlin der Goldenen 1920er Jahre, eine pulsierende Metropole im Wandel der Zeiten und voller Kontraste zwischen Luxus, Reichtum, Existenzkampf, Kriminalität und Armut. Gekonnt und atmosphärisch dicht portraitiert Ehmer das facettenreiche Alltagsleben in der damaligen Hauptstadt der Weimarer Republik. Sie lässt uns am Schicksal der Menschen teilhaben, vermittelt ein sehr stimmiges, authentisches Bild der damaligen Zeit und gibt uns sogar Einblick in die kriminalistische Ermittlungsarbeit.
    Der Krimi lebt neben den unglaublich lebendig geschilderten Schauplätzen vor allem von seinen interessanten, vielschichtig angelegten Figuren. Hervorragend gefallen hat mir der sympathische „Neuling“ Spiro als Protagonist, der sehr gebildet und eloquent ist, manchmal gerne mit verdeckten Karten spielt, aber in einigen Situationen auch sehr unbedarft wirkt. Gemeinsam mit dem aus der Provinz ganz frisch nach Berlin gekommenen Kommissar Ariel Spiro tauchen wir ein in diese faszinierende Welt und begleiten ihn bei seiner rastlosen Ermittlungsarbeit zu seinem komplizierten Mordfall, bei dem sich trotz zahlreicher Verdächtiger keine heiße Spur auftun will. Mit ihm lernen wir das schillernde, dekadente Nachtleben kennen, in dem die Reichen sich amüsieren und nach Alkohol- und Drogenkonsum ungehemmt ihre sexuellen Neigungen ausleben. Doch Spiros Ermittlungen führen uns auch zu den vielen dunklen Seiten der Gesellschaft, dorthin wo Elend, Armut, Alkoholismus und Verbrechen allgegenwärtig sind, lassen uns bei Gesprächen den aufkommenden Antisemitismus spüren und konfrontieren uns schließlich bei der Aufklärung des Falls mit den Abgründen der menschlichen Existenz.
    Zunächst verwirrend, aber sehr spannend sind die eingeschobenen, kursiv gedruckten Passagen, die uns einen zweiten Handlungsstrang aus einer völlig anderen, eindringlichen und recht bizarren Perspektive erleben lassen. Erst allmählich wird die Bedeutung dieser verstörenden Passagen immer klarer, wodurch die Geschichte eine besonders fesselnde Note und überraschende Wendung erhält.
    Sehr gelungen ist auch Ehmers außergewöhnlicher und zugleich anspruchsvoller Erzählstil, der eine ganz eigenwillige, pointiert eingesetzte Sprache verwendet, wodurch man sich auch sprachlich in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn es bald einen neuen Fall für Kommissar Spiro gäbe.
    FAZIT
    Ein fesselnder, atmosphärisch dichter historischer Kriminalroman mit interessanten Charakteren, der uns gekonnt ins quirlige Berlin der 1920er Jahre abtauchen lässt. Sehr lesenswert!

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    dreamlady66vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Berlin in den goldenen 20zigern - kein leichter dafür aber interessantspannender Krimistoff
    Berlin in den goldenen 20zigern - kein leichter dafür aber interessantspannender Krimistoff

    (Inhalt, übernommen)
    Berlin in den Goldenen Zwanzigern

    Ein jüdischer Bankier wird erschlagen im Hausflur seiner Geliebten aufgefunden. Kommissar Ariel Spiro ist gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen und übernimmt direkt seinen ersten Fall. Zunächst deuten die Ermittlungen auf ein politisches Motiv hin. Doch auch die wohlhabende und exzentrische Familie des Toten gibt Spiro Rätsel auf.
    Schon bald gerät der junge Kommissar in den Sog der Metropole, getrieben vom schnellen Rhythmus und mitgerissen vom rauschenden Berliner Nacht­leben. Als er sich von der faszinierenden Tochter des Toten magisch angezogen fühlt, muss Spiro aufpassen, dass ihm der Fall nicht entgleitet.

    Kerstin Ehmer zeigt das Berlin der Weimarer Republik in all seinen Facetten. Schillernde Bars und sexuelle Freiheit charakterisieren die Großstadt genauso wie Antisemitismus und die schwelenden Vorboten des Nationalsozialismus.
    Der Autorin gelingt es auf überzeugende Weise, die brodelnde Atmosphäre dieser widersprüchlichen Zeit spürbar zu machen. Dabei bedient sie sich einer Sprache, deren Schönheit das Flair der Goldenen Zwanziger lebendig einfängt und gleichzeitig modern daherkommt.

    Zur Autorin:
    Kerstin Ehmer arbeitete viele Jahre als Mode- und Porträtfotografin. Seit 16 Jahren betreibt sie mit ihrem Mann die legendäre Victoria Bar in Berlin.
    Sie verfasste das Buch "Die Schule der Trunkenheit", das sich zu einem Longseller entwickelte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. "Der weiße Affe" ist ihr erster Kriminalroman.

    Schreibstil/Fazit:
    DANKE an den Pendragon-Verlag für Eure Zusage und schnelle Belieferung dieses aussergewöhnlichen Krimis im einprägsamen Glanzlook bei 279 Seiten und 12 Kapiteln.

    Ich freute mich, in das goldene Berlin der Zwanziger Jahre ein-, gar ab- aber auch untertauchen zu können und wurde keinesfalls enttäuscht.
    Der Schreibstil ist besonders, direkt aber auch herausfordernd.
    Ich fühlte mich sogleich mittendrin im vielschichtigen Geschehen, in dessen Mittelpunkt uneingeschränkt der junge und sehr akribische Provinzkommissar stand - eine schillernde Persönlichkeit mit Ecken und Kanten in einer rauschenden Großstadt voller Reize und Überflüsse. Hier wurde es schwer, noch einen klaren Kopf zu behalten...

    Der Plot ist spannend und skurril, mehrschichtig, düster, abgrundtief abstossend aber macht neugierig und ich habe ihn Seite um Seite eingesogen und genossen. Auch mein Ermittlerinstikt war hier gefordert und sehr gefragt.

    Begleitet in Kursivschrift die Inputs des Mörders, was einfach herausforderte.

    Überzeugt Euch gerne selbst...denn, worin liegt das Geheimnis des "weissen Affens"?

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    thelauraversevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Krimi in 20er-Jahre-Atmosphäre. Manchmal ein bisschen zu viel Zeitgeist.
    Mordermittlung in den Goldenen Zwanzigern

    Der Schauplatz: Berlin in den 1920er-Jahren. Besonders momentan, in Zeiten von Serien wie „Babylon Berlin“ und dessen literarischer Vorlage, dem Kriminalroman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher, hat sich fast schon ein regelrechter Hype um die „Goldenen Zwanziger“ und den damit zusammenhängenden Zeitgeist entwickelt. In diesem Kontext passt Kerstin Ehmers Kriminalroman „Der weiße Affe“, der 2017 im auf Krimis spezialisierten Pendragon Verlag erschienen ist, wie die Faust aufs Auge.

    Und in genau diesem Duktus geht die Erzählung auch schon los: Der Kommissar Ariel Spiro, der gerade erst aus der Provinz in die Großstadt gekommen ist, wird gleich in seiner ersten Woche in Berlin nicht nur in Kneipenschlägereien, sondern auch in einen ungewöhnlichen Mordfall verwickelt. Der jüdische Bankier Eduard Fromm wird erschlagen in einem eher ärmlichen Mehrparteienhaus aufgefunden. Auf der Suche nach dem Mörder stößt Spiro, der seinen Vornamen, wie er seinen Zeitgenossen gegenüber mehrmals betonen muss nicht etwaigen jüdischen Vorfahren, sondern einem Shakespeare-Stück verdankt, auf zahlreiche Verdächtige: Die Geliebte des Mordopfers, die in einer von eben diesem bezahlten konservativ-deutsch eingerichteten Wohnung lebt und ihm mehrmals in der Woche eindeutig nicht-koschere Wurst serviert hat, der Sohn, dessen Hauptbeschäftigung im Ausgeben des väterlichen Vermögens zu bestehen scheint, sowie der neidische Bankier, der im Bankgeschäft Karriere machen will. Die Liste scheint endlos, was Spiro neben der Tatsache, dass er seine ländlich geprägten Wertvorstellungen in zwielichtigen Nachtlokalen gleich mehrere Male über den Haufen werfen muss, ganz schön zu schaffen macht.

    Parallel zu den Ermittlungen im Berliner Nachtleben wird auch noch ein zweiter Handlungsstrang erzählt, der durch eine kursive Schrifttype von Spiros Geschichte abgetrennt ist. Es ist eine tragische Erzählung von einem Jungen, der von der eigenen Mutter sowohl emotional als auch körperlich gequält und misshandelt wird. Seine Mutter empfängt zudem in seinem Beisein nahezu täglich Männerbesuch und scheint immer wieder auch leicht inzestuöse Züge zu zeigen. Als Außenstehende endlich eingreifen und dem Jungen einen Platz an einer Schule außerhalb von Berlin verschaffen, scheint sich alles zum Guten zu wenden…

    So viel zur Handlung. Natürlich „lebt“ der Roman zweifellos von der Atmosphäre der „Goldenen Zwanzigerjahre“ in Berlin und ihren Facetten. Die Konfrontation mit verschiedenen Arten von Sexualität und alkoholgeschwängerten Nächten lässt nicht nur den unbedarft wirkenden Kommissar, sondern auch den Leser manchmal ein wenig ratlos zurück. Manchmal war mir die Beschreibung der ausschweifenden Nächte doch manchmal ein wenig zu viel, insbesondere dann, wenn sie einen sensationslüsternen, voyeuristischen Beigeschmack bekamen. Auch die bewusste Verwendung von für uns ungewohnten, zeitgenössischen Ausdrücken war für mich hin und wieder zu viel Lokalkolorit und Zeitgeist.

    Nichtsdestoweniger ein sehr kurzweiliger Kriminalroman, der sowohl Spannung als auch geschichtlich interessante Einblicke in eine Zeit bieten kann, die mittlerweile nahezu hundert Jahre zurückliegt. Alles scheint sehr durchdacht und recherchiert. (Lediglich einmal, als Gerhart Hauptmann mit einem „d“ geschrieben wurde, schmerzte das Germanistenherz ein wenig…).

    Dennoch: Für jeden, der entweder die bereits genannte Serie, Literatur oder Ähnliches gefeiert hat, oder der sich für historische Krimis interessiert, mit Sicherheit ein Garant für eine unterhaltsame Lektüre!

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht ganz die Bestnote ... manchmal habe ich einfach den roten Faden kurz verloren ...
    Im Strudel der Großstadt lebt es sich gefährlich ...

    Genauso rasant wie der Klappentext, ist auch das Buch geschrieben. Man bewegt sich als Leser in zwei verschiedenen Lesesträngen. Als sei er nicht von dieser Welt, erzählt ein zunächst namenloser Junge seine Geschichte. Nein, das wäre falsch ausgedrückt … in wirren Gedankengängen, scheinbar wie im Rausch, lässt er uns an seinem gequälten Leben teilhaben. Im wahren Leben dagegen merkt der junge Kommissar Spiro sehr schnell, dass sein verschlafenes Wittenberge weit von Berlin entfernt ist und das nicht nur in Kilometern! Man kann nur hoffen, dass das Abenteuer ihm nicht zum Verhängnis wird …
    Der Autorin Kerstin Ehmer gelingt mit diesem Debutroman ein toller Einstieg in die düstere weite Krimiwelt. Sie schildert uns ihr Berlin in den schillerndsten Farben aber auch in den miesesten Abgründen. Sie zeigt uns Glitz und Glamour, scheut aber auch nicht davor zurück auch noch den letzten Schuppen und Hinterhof auszuleuchten. Ihr Schreibstil ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich eingelesen hat, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ein paar Bemerkungen am Ende lassen auf eine Fortsetzung hoffen, ich bin gespannt. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Ihr Lieben!

    Wir vom Pendragon Verlag möchten euch gerne zu einer Leserunde einladen. Und zwar zu einem Buch, dass euch in das schillernde Berlin der 20er Jahre entführen wird: „Der weiße Affe“ von Kerstin Ehmer.

    Der Krimi ist gerade in der zweiten Auflage erschienen und wir verlosen 15 Exemplare. Um an der Verlosung teilzunehmen, beantwortet uns einfach kurz folgende Frage:

    Warum möchtet ihr gerne an der Leserunde teilnehmen/was interessiert euch an dem Kriminalroman besonders?


    Die Bewerbungsfrist endet am 22.01.2018 und danach losen wir bei mehr als 15 BewerberInnen aus.

    Die Leserunde wird von Fiona und Julia vom Pendragon Verlag betreut. Wir beantworten euch gerne alle Fragen rund um den Arbeitsprozess an diesem Roman und natürlich auch alle weiteren, die ihr vielleicht zu unserem Verlag habt.

    Aber worum geht es nun eigentlich in „Der weiße Affe“?

    Berlin in den Goldenen Zwanzigern. Ein jüdischer Bankier wird erschlagen im Hausflur seiner Geliebten gefunden. Kommissar Ariel Spiro ist gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen und übernimmt direkt seinen ersten Fall. Zunächst deuten die Ermittlungen auf ein politisches Motiv hin. Doch auch die wohlhabende und exzentrische Familie des Toten zieht Spiros Aufmerksamkeit auf sich. Der junge Kommissar ist getrieben vom schnellen Rhythmus der Stadt und mitgerissen vom rauschenden Berliner Nachleben. Als auch noch die faszinierende Tochter des Toten seine Nähe sucht, muss Spiro aufpassen, dass ihm der Fall nicht entgleitet.

    Nach und nach fallen die Masken und nicht jeder ist das, was er vorgibt zu sein.

    Kerstin Ehmer zeigt das Berlin der 20er Jahre in all seinen Facetten. Schillernde Bars und sexuelle Befreiung charakterisieren die Hauptstadt der Weimarer Republik genauso wie Antisemitismus und die schwelenden Boten des Nationalsozialismus.


    Wir freuen uns auf den Dialog mit euch und sind gespannt auf eure Bewerbungen.

    Ganz herzlich
    Fiona & Julia

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