Kerstin Ehmer Der weiße Affe

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Inhaltsangabe zu „Der weiße Affe“ von Kerstin Ehmer

Berlin in den Goldenen Zwanzigern Ein jüdischer Bankier wird erschlagen im Hausflur seiner Geliebten aufgefunden. Kommissar Ariel Spiro ist gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen und übernimmt direkt seinen ersten Fall. Zunächst deuten die Ermittlungen auf ein politisches Motiv hin. Doch auch die wohlhabende und exzentrische Familie des Toten gibt Spiro Rätsel auf. Schon bald gerät der junge Kommissar in den Sog der Metropole, getrieben vom schnellen Rhythmus und mitgerissen vom rauschenden Berliner Nacht­leben. Als er sich von der faszinierenden Tochter des Toten magisch angezogen fühlt, muss Spiro aufpassen, dass ihm der Fall nicht entgleitet. Kerstin Ehmer zeigt das Berlin der Weimarer Republik in all seinen Facetten. Schillernde Bars und sexuelle Freiheit charakterisieren die Großstadt genauso wie Antisemitismus und die schwelenden Vorboten des Nationalsozialismus. Der Autorin gelingt es auf überzeugende Weise, die brodelnde Atmosphäre dieser widersprüchlichen Zeit spürbar zu machen. Dabei bedient sie sich einer Sprache, deren Schönheit das Flair der Goldenen Zwanziger lebendig einfängt und gleichzeitig modern daherkommt.

Ein Kriminalroman, der lebt, der den Leser detailstark und sprachgewaltig in die 1920er Jahre in die verruchten Bars nach Berlin entführt.

— DieLeserin

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    Der weiße Affe

    DieLeserin

    29. September 2017 um 22:45

    "Der weiße Affe" entführt den Leser in eine andere Welt nach Berlin in die 1920er Jahre. Authentisch, detailstark, sprachlich ein Genuss!Ariel Spiro kommt aus der Provinz nach Berlin, wo er sogleich als Kriminalkommissar mit einem Mord konfrontiert wird. Schnell wird er mit dem bunten, verruchten Stadtleben vertraut, denn in den Gassen Berlins tummeln sich nicht nur Pferdedroschken und Einbeinige von Bar zu Bar, sondern auch Männer, die Männer lieben, und Männer, die Kinder kaufen, und Männer, die in Frauenkleidern stecken. Und Frauen, die sich von Männern weiße Affen schenken lassen. So eine ist das Fräulein Hilde, eine Tänzerin. Ihr Geliebter, ein Bankier, wird erschlagen vor ihrer Wohnungstür gefunden. Der erste Hauptverdächtige ist schnell gefunden, der Freund von Fräulein Hilde. Aber auch die Familie des Getöteten hätte Motive, besonders der Sohn. Und in die Tochter verguckt sich unser ehemalige Provinzpolizist auch noch. Ganz schön viel für den Herrn Spiro, der sich von der Stadt verführen lässt und so langsam seinen Anfangsbonus bei seinem Vorgesetzten verspielt.Zwischendurch verwirren ein paar wahnsinnige Fantasietexte den Leser. Von Königinnen mit bösen Mündern ist da die Rede, dann wieder ist der Text klar verfasst, ein Junge, der in einer Schule gemobbt wird und nur schwer Anschluss findet. Wie im Drogenwahn wirken die Texte, die sich erst gegen Ende erklären.Sprachlich ist der Text ein Genuss. Mit Berliner Dialekt wird da zwischendrin aufgepeppt und ist überraschenderweise gut zu lesen und macht die Geschichte noch authentischer. Überhaupt beleben die vielen kleinen, eingeflochtenen Details die Zeit der 1920er und das Stadtleben Berlins, das von Künstlern bevölkert wird, aber auch von hungernden Kindern, "Kriegerwitwen" und Einbeinigen. Schranken werden übergangen, aufgehoben, denn die sexuelle Befreiung ist spürbar, sie wird gelebt in den verruchten Bars und in den Zeilen.Die Figuren sind nicht überladen, so ist Spiro derjenige, der sich wie der Leser auf in unbekanntes Terrain begebt. Derjenige, der dieses Stadtleben erst kennenlernen muss, der lernen muss, damit zurecht zu kommen. Denn eigentlich ist er ein einfacher, geradliniger Mann aus Wittenberge.Sein Kollege Bohlke hat den Krieg, in dem er war, nie hinter sich gelassen. Auch die Zeit nach dem Krieg ist in dem Roman spürbar, die Probleme, die diese Zeit mitbringt. Die Folgen. Aber ebenso sind diese schillernden Figuren, die ihre Sexualität ausleben wollen, ein Zeichen der Änderung, das durch sie erst lebendig wird.Und zu guter Letzt gibt es einen Krimiplot mit vielen Verdächtigen, so dass bis zum Schluss gerätselt werden darf, wer war es und was hat es mit diesen rauschhaften Zwischenstücken auf sich."Der weiße Affe" entführt den Leser in die 1920er Jahre Berlins, in all der geräuschvollen, verruchten Pracht, in die Bars, die Theaterszene, den sexuellen Aufbruch. Das Buch ist ein Krimi mit dem gewissen Etwas. Sprachlich ein Genuss, aber aufgrund der Zwischenkapitel, die man anfangs schwer einordnen kann, wohl eher für anspruchsvolle Leser geeignet. Aber die werden dieses Buch genießen.

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