Kerstin Ekman Tagebuch eines Mörders

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Inhaltsangabe zu „Tagebuch eines Mörders“ von Kerstin Ekman

Am Sonntag, dem 6. April 1919, fügt der Stockholmer Arzt Pontus Revinge seinen Aufzeichnungen letzte Notizen hinzu: Wie kann man, ohne Verdacht zu erregen, einen Menschen mittels Zyankali töten? Später ermordete er seinen verhassten Arbeitgeber und heiratete dessen Witwe. Damit aber setzt Revinge folgenschwere Ereignisse in Gang. Als plötzlich von einer Obduktion des Toten die Rede ist, packt ihn die Angst …

Eine Geschichte zwischen Krimi, Gesellschaftsroman und Tagebuch. Gut, aber nicht vollends überzeugend.

— TinaLiest
TinaLiest

Psychogramm eines Mörders, sprachlich und dramaturgisch gelungen, aber trotzdem nicht so ganz mein Buch.

— Barbara62
Barbara62

Aufgegeben, das Buch kann ich nicht lesen.

— Katinka17
Katinka17

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  • Krimi und psychologischer Roman

    Tagebuch eines Mörders
    Barbara62

    Barbara62

    19. July 2016 um 09:39

    Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, weil Doktor Glas, der schwedische Klassiker von Hjalmar Söderberg aus dem Jahr 1905, auf den sich Kerstin Ekman bezieht, für mich ein großartiger Roman ist. Darin träumt ein junger, einsamer und melancholischer Arzt von einer großen Tat und bringt einen verhassten Patienten, einen Pastor, mit Zyankalipillen um. Der perfekte Mord bleibt ungesühnt. Kerstin Ekman geht in Tagebuch eines Mörders der Frage nach, woher ein Autor die Ideen für seine Mordmethoden nimmt und was nach der Tat im Inneren eines Mörders passiert. Wie also kam Hjalmar Söderberg auf den raffinierten Einfall mit den Zyankalipillen? Pontus Revinge ist ein junger Arzt aus ärmlichen Verhältnissen, vom Schicksal gebeutelt und emotional verarmt. Er ist für die Prostituierten in Stockholms zuständig, kann sich selbst aber keiner Frau nähern. Da lernt er den von ihm bewunderten Schriftsteller Hjalmar Söderberg kennen, der ihn nach einer perfekten Mordmethode fragt. Revinge schlägt ihm nicht nur einen Mord mit Zyankalipillen vor, er stellt auch welche her, zeigt sie ihm und beweist, dass er ein Mann der Tat ist. Doch anders als bei Doktor Glas hegen wird Verdacht gehegt... Tagebuch eines Mörders ist wie Doktor Glas in Form eines Tagesbuchs und ganz im alten Stil geschrieben und wirkt auf mich selbst wie ein Klassiker. Dies und die detaillierte Beschreibung der Stadt Stockholm und der schwedischen Gesellschaft um 1900 haben mir sehr gut gefallen. Ansonsten habe ich leider keinen rechten Zugang zu diesem Buch, das halb Krimi, halb psychologischer Roman ist, gefunden.

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  • Rezension zu "Tagebuch eines Mörders" von Kerstin Ekman

    Tagebuch eines Mörders
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    18. March 2011 um 12:28

    Kopfkino par excellence „Frieda war 11 Jahr alt, als er ihr Stiefvater wurde. Ich mochte nicht, wie er sie ansah“. Er, dass ist der Arzt Skade, Arbeitgeber und Dienstherr von Pontus Revinge. Schon vorher war Skade ihm nicht angenehm und die Blicke des Lüstlings auf die Stieftochter sind nur ein weiterer Puzzlestein für das, was späterhin passieren wird. Ein Puzzlestein neben dem tiefen Eindruck des Pontus Revinge, dass es das Leben nicht gut mit ihm meint. Verarmt durch Schulden seiner Mutter, die er abzuzahlen hat, allein ohne gesellige oder gesellschaftliche Kontakte, ganz sich selbst und seinem Inneren mitsamt seiner Fantasien, seinem eigenen Kopfkino überlassen. Bemitleidenswert durchaus, wie dieser Pontus fast kriecherisch dem von ihm bewunderten, ansonsten aber sehr zwiespältig gesehenen, Autor Södergerg hinterher schaut und versucht, diesem dienlich zu sein. Und dann den fast kühlen Entschluss fast, all dieses „unten sein“ im Leben hinter sich zu lassen. Pontus, dessen fiktive Tagebuchaufzeichnungen als Rückschau auf sein Leben in der Form das Buch bilden, ist auch ein Mann vorschneller Rückschlüsse. Seine Gedanken rasen bereits in alle Richtungen, bevor er eine Situation ganz erfasst hat. So, als er es wagt, ein Treffen mit dem bewunderten Autor anzustreben und nach einigen Zeilen des Antwortbriefes, nur lesend, dass der Autor das Treffen wohl absagt, überlesend, dass es nur um eine Zeitverschiebung des Treffens geht, sich bereits in der Vermutung einer Demütigung durch den Autor ergeht. So gibt das Buch von Ekman nun Seite für Seite mehr Zeugnis darüber ab, wie sehr sich Pontus in sich selbst verstrickt und ganz eigenen inneren Pfaden folgt. Da Söderberg ihm bei einem Randgespräch einmal mitgeteilt hatte, er suche für einen seiner Romane die perfekte und nicht nachweisbare Art des Mordes, macht sich Pontus Revinge stellt Pontus einige Zyankalikapseln her, die genau den gewünschten Effekt nach sich ziehen. Und tatsächlich, Söderberg wird diese Methode in einem seiner bis heute bekanntesten Bücher nutzen. Doch nirgends stand im Raum, dass sich diese Idee verselbstständigen und in die Tat umgesetzt werden sollte. Das nun gebührt Kerstin Ekman, eine mögliche Umsetzung des literarischen Vorbildes ebenso fiktiv literarisch vor Augen zu führen Endlich handeln, dass wird die Devise des Pontus Revinge. Kühl, mörderisch und ohne Reue. Pontus tötet seinen Arbeitgeber. Er heiratet die Witwe des Mannes, wird damit selber zum Stiefvater Friedas und sieht sich in der Folge mit einer drohenden Obduktion des Todes und einer genaueren Untersuchung des Todesfalles konfrontiert. Schon von Natur aus voller Fantasien über das, was um ihn herum geschieht, verliert er nun die innere Contenance, trotz seiner nun endlich erreichten Ankunft im anerkannten, bürgerlichen Leben der Stadt.. Eine Entwicklung, die Kerstin Ekman dicht und emotional treffend zu beschreiben versteht. Von der ersten Seite an nimmt sie den Leser mit hinein in dieses ständig fiebrig vor sich hin arbeitende und denkende Innenleben ihrer Hauptfigur. Mit dieser gewählten Form des Tagebuches gelingt es ihr, Schritt für Schritt die innere Entfaltung einer ganz eigenen, Weltsicht mit kruder Logik vor die Augen des Lesers zu stellen, der sich bald vorsehen muss, sich nicht mit in diese wortreiche und fantasievolle Welt zu verlieren. Eine Welt, die aus Fantasien zu kühlen Überlegungen und Handlungen sich entfalten wird. Eine Welt, die Kerstin Ekman mit nüchterner Sprache, bildreicher Darstellung und umfangreichem Sprachschatz darzustellen versteht und in ganz ungewohnter Form darlegt.

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