Kerstin Groeper , Howard Terpning Der scharlachrote Pfad

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Inhaltsangabe zu „Der scharlachrote Pfad“ von Kerstin Groeper

„Ein Volk ist unbesiegt, solange die Herzen seiner Frauen nicht bezwungen sind.“ Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen. Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten.

Sympathisches Buch. Kein herausragender Schreibstil, aber spannend.

— EFST79

Ein großartiges, ergreifendes Buch! Episch, spannend, mutig, tragisch! Absolute Leseempfehlung!

— Maggi

Macht euch auf eine lange Lesenacht gefasst! Dieses Buch folgt in die Träume!

— Scharlatan

Einfach phantastisch! Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und einen auf jeder Seite emotional mitnimmt, eine absolute Leseempfehlung!

— KleinerVampir

Emotional in allen Richtungen! Ein Buch was bewegt und für dem es mir die Worte fehlen! Bezaubernd und real! Lesezwang!!!

— Floh

Die Autorin zeichnet ein genaues und beeindruckendes Bild des Lebens der Indianer in den letzten Jahren ihrer Freiheit!

— mabuerele

Die Autorin zeichnet ein genaues und beeindruckendes Bild des Lebens der Indianer in den letzten Jahren ihrer Freiheit!

— mabuerele

Möglichkeit einer Zeitreise in eine Kultur, die die Menschen von heute fasziniert und deren Leben hier fast hautnah erlebbar wird-Indianer

— Buchraettin

Wunderbar geschriebenes Buch über die Lakota, deren Flucht vor der Armee. So einfühlsam und beeindruckend wird dieses Vok dargestellt.

— Saphir610

Eines der schoensten Buecher, welches ich in der letzten Zeit gelesen habe. Sehr einfuehlsam geschrieben. Klare Leseempfehlung!

— realsilverstar

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Hervorragende Fortsetzung der Reihe - eine Geschichtsstunde mit Genuss

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Sehr schön geschrieben,machte sehr viel Freude zu lesen und in die Zeit ein zu tauchen!

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Zwar spannend, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck

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Dieses Buch ist wieder einmal der Beweis, dass es keine 500 Seiten braucht, um eine berührende und tiefgehende Geschichte zu erzählen. Toll!

Ladyoftherings

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  • Themen
  • Mythen, Legenden und Märchen der nordamerikanischen Indianer...

    Indianermärchen

    parden

    MYTHEN, LEGENDEN UND MÄRCHEN DER NORDAMERIKANISCHEN INDIANER... Das Bild der Indianer wurde jahrhundertelang nach den Vorstellungen der Weißen gezeichnet. Dabei kam es zu einer verzerrten, häufig klischeehaften Darstellung der indianischen Kultur. Ein wirkliches Verständnis ist aber nur möglich, wenn die Indianer aus ihrer eigenen Welt, ihren Mythen, ihren Traditionen und ihrem eigenen Bewusstsein heraus begriffen werden. Dazu können die hier gesammelten Märchen wichtige Anhaltspunkte und Hilfen geben.  Allerdings sind die Märchen bei den indianischen Stämmen immer nur mündlich tradiert worden. Eine Schriftsprache besaßen die nordamerikanischen Indianer nicht. Nach den Jesuiten im Jahr 1633 waren es vor allem Handlungs- und Forschungsreisende, in deren Aufzeichnungen  über ihre Erlebnisse im Indianerland sich sporadisch auch Elemente von Indianermärchen und -legenden fanden. Als im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts eine breitere Sammlung indianischer Folklore aufkam, neigten die Schreiber leider oft dazu, die indianischen Märchen ihrem eigenen persönlichen Geschmack entsprechend einzufärben und umzuformulieren.  Durch den Eifer verschiedener amerikanischer Universitäten kam schließlich eine immense Forscher- und Sammlertätigkeit auf. Es gibt mittlerweile kaum einen primitiven Kulturbereich, dessen Mythen, Legenden und Märchen so erschöpfend und genau notiert worden sind, wie derjenige der nordamerikanischen Indianer.  Die hier vorliegende Auswahl bietet höchstens eine kleine Kostprobe aus der inzwischen umfangreichen Sammlung. Dabei wurde sich bemüht, die Verfälschungen der ursprünglichen Erzählungen durch die Schreiber wieder rückgängig zu machen, um sich dem Original wieder anzunähern. Es wurden vor allem solche Texte ausgewählt, die etwas über die Lebensumstände der einzelnen Stämme, die magischen Vorstellungen und das Selbstverständnis der Indianer aussagen. Die Indianer können so ohne Verfälschung durch das Selbstverständnis der Weißen aus ihrer eigenen Tradition und Weltsicht heraus kennengelernt werden.  Auch wenn heute nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass ursprüngliche Überlieferungen vollkommen unverfälscht an uns herangetragen werden können, war ich neugierig darauf, was mich hier erwartet. Und tatsächlich gewährte diese Sammlung einen interessanten Einblick in die Vielfältigkeit der indianischen Stämme einerseits und das Verbindende der indianischen Kultur andererseits. Die Naturverbundenheit, der Aufbau einer indianischen Gemeinschaft, die Lebensgewohnheiten und die Mythen der Ureinwohner Amerikas werden hier glaubhaft präsentiert. Auch wenn die einzelnen Texte oft recht schmucklos und z.T. fast nüchtern daher kommen, hat mir die Lektüre gut gefallen. Manche Indianerstämme kannte ich  zuvor noch nicht einmal vom Hörensagen. Von anderen habe ich inzwischen ein viel umfassenderes Bild erhalten. In jedem Fall kommt solchen Sammlungen eine immense Bedeutung zu: die Bewahrung von vergänglichen kulturellen Schätzen.  ©parden 

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    • 10
  • Beeindruckendes Buch

    Die Geschichte des Sitting Bull.

    mabuerele

    „...Sie haben uns besiegt, aber sie konnten uns nicht vernichten...“ David besucht seinen Großvater im Reservat. Der Junge ist bedrückt, weil er in der Schule in Sport zu langsam ist. Daraufhin erzählt ihm der Großvater die Geschichte von Tatanka Iyotake, in die Geschichte eingegangen als Sitting Bull. Als Kind wurde er Hunkeshni genannt, das heißt „Langsam“. Der Autor hat eine beeindruckende Biografie über Totanka Iyotake geschrieben. Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil endet kurz nach der Todeszeremonie für Springender Büffel, Tatankas Vater. Der zweite Teil zeigt die Welt im Wandel und beginnt 1864. Darin beschreibt der Autor den Kampf der Lakota um ihre Selbstständigkeit und Freiheit. Abschluss bildet die letzte siegreiche Schlacht am Little Bighorn. Der dritte Teil beginnt mit der Flucht nach Kanada und beschreibt die letzten Jahre des Häuptlings bis zu seinem Tod. Am Ende greift der Autor nochmals die Rahmenhandlung auf. David begreift, dass in ihn das Blut der Lakota fließt und das dies kein Widerspruch zu seiner aktuellen Interessen in der digitalen Welt ist. Er möchte vom Großvater das Spielen der Flöte lernen. Es gilt, die Tradition nicht zu vergessen. Obiges Zitat fällt in diesem Abschnitt. Der Schriftstil des Buches weist etliche Feinheiten auf. Die Geschichte wird lebendig und spannend erzählt. Es sind wichtige Episoden aus dem Leben von Tatanka, die mir als Leser nahegebracht werden. Die Freude über den ersten geschossenen Büffel, die Trauer über den Tod des Vaters, die Achtung, die ihm als Häuptling entgegengebracht wird, seine Großzügigkeit und Freigiebigkeit sind nur einige der Themen, die berührt werden. Gleichzeitig werden die Lebensverhältnisse der Lakota ausführlich dargestellt, sei es der Inhalt eines Tipis, die vielfältige Verwendung der erlegten Büffel, der Sonnentanz, Aufbau und Funktionsweise einer Schwitzhütte und vieles mehr. Eingebettet in die Handlung sind Sagen und Mythen der Lakota. Besonderer Wert wird auf die Wiedergabe der wesentlichen Visionen von Tatanka gelegt. Die weißen Amerikaner werden durch ihr Tun charakterisiert. Zusätzlich äußern die Lakota ihre Meinung zu den neuen Mitbewohnern. Die eigentliche Erzählung ist aber nur ein Teil des Buches. In gelber Schrift sind zusätzliche Informationen in Randkästchen enthalten. Ich als Leser kann also entscheiden, wann ich die lese. Gleiches gilt für Zitate, die fett an der Seite eingefügt wurden. Lieder und Gedichte der Lakota werden in gelber Schrift im Text gekennzeichnet. Neben dem Text besticht das Buch durch die vielfältigen und anschaulich wiedergegebenen Zeichnungen. Es ist erstaunlich, wie gut die Bilder Stimmungen wiedergeben. Einige gehen über eine Doppelseite, sind in einer Grundfarbe gestaltet, die nur in geringfügig im Farbton variiert. Eine Büffeljagd und Kriegsgeschehen werden so dargestellt. Andere Illustrationen sprühen vor Farbe und zeigen selbst minimale Details. Das gilt auch für die malerische Darstellung der Personen. Meine Lieblingsbilder sind der Blick ins Gebirge auf den Seiten 100/101 und der Vogel auf Seite 90. Das Buch wird ergänzt durch den Stammbaum von Tatanka, eine Karte des den Lakota per Vertrag zugesicherten Landes und des Territoriums, was ihnen bis heute blieb, Zitate über Tatanka und eine Bibliografie. Das Cover zeigt Tatanka mit seinem Federschmuck während seiner Reise mit Buffalo Bill über den Heiligen Bergen der Lakota. Es passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich habe nicht nur die Biografie einer Persönlichkeit gelesen, sondern gleichzeitig den Untergang eines Volkes gedanklich miterleben müssen. Das Recht des Stärkeren hat für Leid und Trauer gesorgt. Die Folgen sind bis heute spürbar. Es geht aber auch um Freundschaft und gegenseitige Achtung, um Verrat und Gier.

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    • 8
  • Leserunde zu "Die Geschichte des Sitting Bull." von Erik Lorenz

    Die Geschichte des Sitting Bull.

    Palisander_Verlag

    Liebe LovelyBooks-Freunde,wir, der Palisander Verlag und unser Autor Erik Lorenz, möchten euch zu einer Leserunde mit der illustrierten "Geschichte des Sitting Bull" einladen. Sitting Bull war ein Indianer vom Stamm der Lakota (Sioux), und er war der wahrscheinlich berühmteste aller Häuptlinge und Medizinmänner Nordamerikas. Er gilt als der Mann, unter dessen Führung vor 140 Jahren, im Juni 1876, General Custer und seine Reiterarmee in der Schlacht am Little Big Horn vernichtend geschlagen wurden. Sein Leben spiegelt die ganze Tragik der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents wider. Über das Buch:Der zehnjährige David vom Stamm der Sicangu Lakota kennt Tatanka Iyotake, besser bekannt als Sitting Bull, nur als eine mythische Gestalt seines Volkes. Als er seinen Großvater besucht, erfährt er von ihm die wahre Geschichte des berühmten Häuptlings und Medizinmanns der Lakota. Am Lagerfeuer des alten Mannes taucht er ein in eine längst vergangene Zeit, in die faszinierende Welt des amerikanischen Westens – die spannende Lebensgeschichte Sitting Bulls.In dieser großartig illustrierten, auf historischen Tatsachen beruhenden Erzählung für Jung und Alt wird die wechselvolle Geschichte des Jägers, Sonnentänzers, Kriegers, Geheimnismanns, Kriegshäuptlings und Showmanns Sitting Bull zu neuem Leben erweckt.

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    • 275
  • Lakota für Anfänger

    Indianisch für Anfänger

    Petersilie

    Ein Buch, das einen gedanklich einmal um die halbe Welt reisen lässt und einen in eine vollkommen andere Kultur eintauchen lässt. Dieses Jugendbuch zeichnet sich vor allem durch die Protagonistin Kaja aus. Eine starke und selbstbewusste junge Frau, die mich mit ihrem kühlen Sarkasmus und ihrer scharfen Zunge ein ums andere Mal zum Lachen gebracht hat. Auch wenn man ihren eigentlichen Charakter erst nach einigen Kapiteln bemerkt, da man sie anfangs leicht für kindisch und überheblich halten kann. Die anderen Buchfiguren fügen sich ebenfalls realistisch in die Geschichte ein. Neben den Figuren lebt die Geschichte von den Einblicken, die die Autorin uns Lesern in eine andere Kultur gibt. Im Laufe der letzten Jahre gab es viele verschiedene Erwachsen- und Jugendlektüre zum Leben der amerikanischen Ureinwohner, „Indianisch für Anfänger“ jedoch schaffte es trotzdem mir neue Informationen zu vermitteln. Besonders wurde mein Interesse für die Sprache Lakota geweckt. Es gab viele Momente, wo ich Probleme mit der Wortwahl hatte. Die wirkte zum Teil etwas zu sehr an Jugendliche angepasst, was unteranderem zum falschen, ersten Eindruck über Kaja führte. Trotzdem konnte mich das Buch packen. Mein Hauptproblem bei diesem Buch war das Ende, ehrlich gesagt kann ich gar nicht sagen, wie es mir besser gefallen hätte (ich weiß, dann soll man auch keine Kritik ausüben), aber so bin ich jedenfalls nicht zufrieden. Trotzdem ist „Indianisch für Anfänger“ ein Buch, das ich allen empfehlen kann, die an der indianischen Kultur interessiert sind oder einfach an einem netten Jugendbuch für zwischendurch. Ich danke dem Traumfänger-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    • 2
  • Eine starke Frau

    Im fahlen Licht des Mondes

    JoJansen

    Nach vielen Jahren habe ich wieder einmal ein Indianerbuch gelesen. Anders als bei Coopers Lederstrumpf oder den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich, steht hier eine junge Frau im Mittelpunkt des Geschehens. Moekaé ist Cheyenne und erlebt mit ihrer Familie die Vertreibung durch die Weißen Mitte / Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Frau ist zu Beginn der Geschichte gerade mal 17 oder 18 Jahre alt, verheiratet mit Heskovetse, einem Krieger. die Idylle aus Tipis, wärmenden Fellen und genug Vorräten für den Winter wird jäh zerstört durch einen brutalen Überfall weißer Soldaten, die auf alles schießen, was sich bewegt. Es beginnt eine verzweifelte Flucht der Überlebenden durch den beginnenden Winter, frierende, hungernd, immer wieder Tote zurücklassend. Es ist so traurig, zu lesen, wie hier ein ganzes Volk vernichtet werden sollte, wie Lebenseinstellungen aufeinander prallen. Die Cheyenne ehrten die Natur, fanden dort alles, was sie zum Leben brauchten, bevor die Weißen kamen und ihre Lebensgrundlage zerstörten. Wie krank das klingt: Die Büffelherden wurden abgeschlachtet, um Platz für Weideland für die gescheckten Kühe zu haben, die das raue Klima gar nicht vertrugen ... Die Indianer selbst wurden von den Soldaten wie Vieh behandelt, in Lagern zusammengepfercht, mit Essenentzug bestraft. Mir fielen immer wieder Parallelen zur heutigen Zeit auf, zu den Lagern im Zweiten Weltkrieg und zu den Flüchtlingen, die heute nach Europa kommen. Man kann das Buch nicht einfach lesen und denken 'schlimm, aber zum Glück lange her und vorbei'. Es ist leider nicht vorbei, weil es immer noch Menschen gibt, die andere als minderwertig betrachten. Damals wie heute werden Ängste geschürt, Unwahrheiten verbreitet ... Zurück zum Buch. Moekaé ist eine kluge Frau. Sie wählt für sich und ihre Kinder einen Weg, der ihnen das Überleben garantiert. Interessant fand ich das Zusammenwachsen und das Lernen der Familien voneinander. Gern hätte ich Moekaés Weg noch weiter verfolgt, die Entwicklung zum Ende des Buches ging ja rasant voran. Alles in allem umfasst die Geschichte aber nur einen Zeitraum von etwa drei bis vier Jahren. Ich denke, das wurde historisch etwas gerafft, oder passierte das Umdenken bei den Weißen wirklich so schnell? Alles in Allem haben mich das Buch und vor allem die Figur Moekaé sehr beeindruckt. Darum bin ich der Meinung, so ein Buch hätte ein besseres Lektorat verdient. Ich bin über recht viele Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert. Das Cover gefällt mir einerseits sehr gut, weil die Frau schön und stolz und kraftvoll wirkt. Andererseits habe ich von Moekaé ein etwas anderes Bild. Sie ist sehr jung in der Geschichte (17/18 bis 21/22 Jahre) Das Cover zeigt eine reifere Frau, die wohl ungefähr doppelt so alt ist. Vermisst habe ich eine Übersichtskarte. Die Cheyenne legten große Wegstrecken zurück. Es wäre schön, diese nachvollziehen zu können. Ebenso fehlte mir die genaue zeitliche Einordnung. Wenn ich einen historischen Roman lese, möchte ich nicht noch googeln müssen, wann die Ereignisse stattgefunden haben. Dieser kritische Absatz richtet sich eher an den Verlag als an die Autorin und schlägt sich nicht in meiner Sterne-Bewertung nieder. Fazit: Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Als historischen Roman, als Geschichte einer beeindruckend starken Frau, als Erinnerung daran, dass wir Menschen nur in Frieden miteinander leben und glücklich sein können. 5*****

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    • 7
  • Im fahlen Licht des Mondes ... das Schicksal der Cheyenne

    Im fahlen Licht des Mondes

    Thunderdreamer

    Auch der neueste Roman der Schriftstellerin Kerstin Groeper, der gerade erst unter dem Titel „Im fahlen Licht des Mondes“ erschienen ist, nimmt uns mit auf eine Reise in die Geschichte. Diesmal zu den Cheyenne, einem Indianerstamm, der ebenso wie die vielleicht etwas bekannteren Lakota (Sioux) und Comanchen einst über die unendlichen Weiten der nordamerikanischen Prärien streifte. Die Cheyenne galten als stolze und tapfere Krieger, sie lebten in Tipis aus Büffelhaut und zogen frei und ungehindert über die weiten Prärien des Landes. Sie verkörperten somit genau das, was man sich gemeinhin unter einem „Indianer“ vorstellt ... Doch zu der Zeit, in der Kerstin Groeper ihren Roman ansiedelt (im Jahr 1876) beginnt all das bereits zu verblassen. Die einstmals riesigen Büffelherden schwinden zusehends dahin, immer mehr weiße Siedler strömen ins Land der Indianerstämme und nehmen es unter dem Schutz der Armee für sich in Besitz. Das Leben der Indianer ist schwer und von Kämpfen geprägt. Man verfolgt sie fast unablässig und vertreibt sie aus ihren angestammten Gebieten, sodass sie immer weniger Zeit für die Jagd finden, die es ihnen erlauben würde, Vorräte für den Winter anzulegen und ihre Kleidung und Zelte herzustellen. Ihre Lebensweise verändert sich dadurch schrittweise, oftmals herrscht Hunger und Not in ihren Dörfern. Die Weißen hingegen kennen nur wenig Mitleid und Verständnis. Sie wollen das Land der Indianer für ihre Zwecke nutzen, die ehemals stolzen Herren der Prärie sollen statt dessen in trostlose Reservationen umgesiedelt werden und dort den Weg des Weißen Mannes erlernen ... Oder untergehen. Man betrachtet sie als minderwertig und will ihnen alles nehmen ... Ihre Kultur, ihre Sprache, ihre Kinder ... und nicht zuletzt ihren Stolz. In diesem Umfeld lernen wir die junge Moekaé kennen und nehmen fast sofort an ihrem Leben teil. Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch schon von der ersten Zeile an so gefesselt hat, dass ich es kaum geschafft habe, es zwischendurch aus der Hand zu legen. Erst nach fast dreihundert Seiten musste es sein, sonst hätte ich vermutlich auf meinen Schlaf verzichten müssen. Man taucht tief ein, in das Leben dieser jungen Frau vom Volke der Cheyenne, lernt ihren Ehemann kennen, ihre Familie, die Umstände ihres Lebens. Ja, die Umstände ihres Lebens! Gleich zu Beginn ein erster Überfall auf das Dorf ... es wird nicht der einzige bleiben. Tod und Trauer lassen einen Anteil nehmen, Flucht und Vertreibung ... Komisch, manches kommt einem sehr bekannt vor, wenn man gerade heutzutage die Berichte in Zeitungen und Medien verfolgt. Immer wieder sind es die Frauen und Kinder, die Alten und Kranken, die leiden müssen und vollkommen sinnlos sterben. Moekaés Geschichte geht weiter, sie lässt einen fast atemlos werden, man leidet mit ihr, erfährt ganz nebenbei viel über die Sitten und auch die Ansichten ihres Volkes. Ansichten, die uns Europäern vielleicht manchmal seltsam und fremd vorkommen, aber in Anbetracht der Umstände und der damaligen Lebensweise durchaus sinnvoll und nachvollziehbar erscheinen. Kerstin Groeper webt ihre Geschichte geschickt um reale historische Ereignisse herum. Ereignisse, die man vielleicht aus Geschichtsbüchern oder auch aus Western kennt, oder von denen man zumindest einmal gehört hat. Moekaé nimmt uns dorthin mit. Der Leser erlebt mit ihr den Transport ins Indianerterritorium nach Oklahoma, die dortigen Bedingungen, die Hoffnungslosigkeit, die sich unter den Cheyenne ausbreitet, und zu Alkoholismus und dem Verfall der alten Sitten führt. Man spürt hautnah ihre Verzweiflung darüber, dass sich ihr Ehemann vollkommen verändert, weil es ihm unmöglich ist, seine neue Rolle zu akzeptieren. Und man kann schließlich nachvollziehen, weshalb die Cheyenne die Flucht von dort wagen ... Eine Flucht, die scheinbar nur mehr Elend bedeutet, wieder Verfolgung, Kampf und Tod ... Und vielleicht die Freiheit! Moekaé überlebt, viele andere nicht. Schließlich begleiten wir sie nach Camp Robinson, den Ort, an den man die von der Armee aufgegriffenen, geschwächten und zu Tode erschöpften Indianer schließlich bringt und dort interniert. Die Lage ist verzweifelt, doch noch geben die Cheyenne nicht auf ... Eine letzte Flucht wird vorbereitet ... Es gibt keine andere Option: Freiheit oder Tod! Und Moekaé, die inzwischen schwanger ist, muss eine schwere Entscheidung treffen! Doch ich will an dieser Stelle nicht mehr verraten ... Nur soviel: Ich habe bisher fast alle Bücher von Kerstin Groeper verschlungen, zuletzt den Roman „Der scharlachrote Pfad“, der mir bis dahin am besten gefallen hat. Nun, jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher ... Ein tolles Buch, das viele historische Fakten und sehr viel Detailwissen über die Lebensweise der Cheyenne vermittelt. Aber dennoch ein Roman, in dem das nie aufdringlich wirkt, oder künstlich eingefügt. Alles wird stimmig mit der Lebensgeschichte dieser jungen Cheyenne verwoben, die einem gleich zu Beginn ans Herz wächst. Ein Schicksalsroman vom Feinsten, den wirklich jeder lesen kann ... und sollte. Und noch ein Tipp: Unbedingt einige Päckchen Tempo parat legen! Wieder einmal sehr überzeugend, vielen vielen Dank! Leider viel zu kurz ... „Der weiße Mann führte zwei Kriege. Einen, um uns zu töten. Und einen, um die Erinnerung daran auszulöschen.“ Black Kettle, Häuptling der Cheyenne, 1867

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    • 3
  • Leserunde zu "Im fahlen Licht des Mondes" von Kerstin Groeper

    Im fahlen Licht des Mondes

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein packender Roman über den Leidensweg einer Cheyenne-Frau und die Besiedelung des Wilden Westens: Die Zeiten sind schwer für das Volk der Cheyenne. Sie werden umgesiedelt und siechen dahin. Als ihnen kein Ausweg mehr bleibt, beschließen sie, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Unter ihnen auch eine junge Frau. Ihr Schicksal mischt sich mit der Geschichte einer Siedlerfamilie, die lernen muss, ihre Vorbehalte gegen die "Rothäute" zu ändern. Wir laden ein zu einer interessanten Leserunde ...

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    • 505
  • Warum soll Maggie sterben?

    Maggie Yellow Cloud- Mord auf Pine Ridge: Eine Lakota-Ärztin in Gefahr

    mabuerele

    "...In unserer Mythologie ist der Adler ein heiliges Tier...Ich wünsche dir seinen Stolz, über allen schlechten Dingen im Leben zu stehen, seine Kraft, alle Schwierigkeiten zu überwinden, seine Stärke, niemals müde zu sein, um zu kämpfen und die Weisheit, immer das Richtige für die Zukunft zu tun..." Henry Yellow Cloud, ein junger Lakota, ist mit dem Auto unterwegs. Als ihn ein fremder Wagen verfolgt, hat er keine Chance zu entkommen. Beim Verlassen seines Autos wird er erschossen. Er hinterlässt zwei Waisenkinder. Im Krankenhaus von Pine Ridge liegt Kath Yellow Cloud. Sie wurde von ihrem Mann zusammengeschlagen. Mit dem Alkohol will er den Tod des Sohnes vergessen. Maggie Yellow Cloud, Kaths Schwiegertochter und Henrys Schwägerin, arbeitet als Ärztin im Krankenhaus. Ihr fällt auf, dass immer wieder Medikamente und Verbandsmaterial fehlen. Henry war am Tage seines Todes mit Maggies Auto unterwegs. War er zur falschen Zeit am falschen Ort? Die Autorin hat einen fesselnden Ethno-Roman geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Im Mittelpunkt steht Maggie. Die junge Frau lebt in zwei Welten. Einerseits hat sie durch ihr Medizinstudium die amerikanische Lebensweise kennengelernt, andererseits möchte sie weiterhin das Erbe ihres Volkes bewahren. Als Praktikant arbeitet ein junger Assistenzarzt mit ihr. Eine Praktikantenstelle im Reservat kann für amerikanische Mediziner das Sprungbrett für eine Karriere sein. Ihre Zeit im Reservat ist begrenzt. Simon aber möchte nicht nur seine Zeit absitzen, er möchte sich mit seinem Können einbringen. Dazu muss er das Vertrauen der Lakota erringen. Der Schriftstil des Buches ist abwechslungsreich. Rasante Kampfszenen sorgen für den hohen Spannungsbogen. Die ermittelnden Polizisten wirken eher gelangweilt, sodass die Lakota eigene Ermittlungen anstellen. Doch das ist nur eine Seite des Buches. Detailgenau beschreibt die Autorin das heutige Leben der Lakota. Die neue, ihnen aufgezwungene Lebensweise, führt versteckt zu Zivilisationskrankheiten. Laut Vertrag hat die Regierung für eine kostenlose Krankenversicherung zu sorgen. Das kann man so oder so handhaben. Um jedes wirksame Medikament, um fortschrittliche Gerätetechnik muss gekämpft werden. Indianer sind immer noch amerikaner zweiter oder sogar dritter Klasse. Der Zusammenhalt in der Reservat dagegen wirkt berührend. Ray und Sharon, Henrys Kinder, werden liebevoll im Familienverband aufgenommen. Immer wieder gibt es Hinweise auf die Riten und Traditionen der Lakota. Eine bildhafte Sprache und aussagekräftige Metapher werden dafür genutzt. Obiges Zitat ist ein Beispiel dafür. Viel Wert legt die Autorin auf die Emotionen der Protagonisten. Rays und Sharons Trauer ist genauso mit den Händen zu greifen wie Roberts Angst um seine Frau Maggie. Dem Buch vorangestellt ist eine Widmung in Form eines Gedichtes. Dann gibt die Autorin kurze Informationen zur Ernährungslage und zur medizinischen Versorgung. Das Cover passt zur Handlung. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. In einer spannenden Handlung habe ich viel über das Leben der Lakota gelernt.

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    • 5
  • Klasse!

    Der scharlachrote Pfad

    unclethom

    28. February 2015 um 12:55

    Der Klappentext: Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen. Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten. Quelle: http://www.traumfaenger-verlag.de/index.php/artikeldetails/kategorie/AlleArtikel/artikel/Der_scharlachrote_Pfad.html Die Autorin: Kerstin Groeper als Tochter des Schriftstellers Klaus Gröper in Berlin geboren, verbrachte einen Teil ihres Lebens in Kanada. In Kontakt mit nordamerikanischen Indianern entdeckte sie ihre Liebe zur indianischen Geschichte, Kultur und Sprache. Sie lernte Lakota, die Sprache der Teton-Sioux und ist aktives Mitglied einer Vereinigung, die sich der Unterstützung zum Fortbestehen der Sprache und Kultur der Teton-Sioux widmet und Mitarbeiterin beim Aufbau der Lakota Village Circle School auf der Pine Ridge Reservation in South Dakota. In Deutschland führt sie regelmäßig Referate und Seminare über die Sprache, Kultur und Spiritualität der Lakota-Indianer durch. Kerstin Groeper arbeitete als Autorin für Omni und Penthouse und schreibt heute Artikel zum Thema Indianer u.a. für das renommierte Magazin für Amerikanistik. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von München Quelle: http://www.traumfaenger-verlag.de/index.php/artikeldetails/kategorie/AlleArtikel/artikel/Der_scharlachrote_Pfad.html Die Rezension: Ich habe lange keinen historischen Roman gelesen in dem es um Indianer und ihre Vernichtung durch die weißen Amerikaner geht. Ich wusste also nicht was mich erwartet und ich wusste nicht welche Erwartungen ich an das Buch habe. Was ich jedoch vorgefunden habe hat alles weit übertroffen. Es ist ein Buch das zu Herzen geht, es entführte mich in eine fremde Welt die so schön aber auch so schrecklich war. Ich fühlte mich beim Lesen wieder ein wenig wie ein Kind, wie damals als ich Winnetou und andere Romane von Karl May gelesen habe. Es ist ein Buch, dem man anmerkt, dass die Autorin lange Jahre in Kanada gelebt hat und dort intensiven Kontakt zu Indianern hatte. Der Schreibstil der Autorin ist schön flüssig, so dass es nicht schwer fällt durch die Seiten zu fliegen. Bedingt durch ihre bildhafte Sprache scheint es dass man nicht nur dabei ist, sondern mitten im Geschehen steht. Ich konnte mir jeden der Indianer bildlich vorstellen, ebenso wie die Schauplätze der Story. Es ist ein Buch in das ich mich verliebt habe, ein Buch das ich jedem der Karl May liebt an Herz legen möchte, denn stellenweise fühlte es sich an als hätte Karl May ein neues Buch geschrieben. Ich möchte mich bei der Autorin bedanken für diese tolle Story, für dieses tolle Erlebnis. Hochverdiente 5 von 5 Sternen.

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  • Eine Sioux-Saga...

    Der scharlachrote Pfad

    Federchen

    Wah-bo-sens ist in Trauer. Ihr geliebter Mann ist tot. Jetzt ist sie allein, allein in einem Winter des Jahres 1870/71. Es ist kalt und die Nahrungsvorräte werden knapp. Da wird das Dorf von einer Gruppe Lakotakrieger überfallen. In Panik nimmt sie ihre kleine Tochter und flieht in die eisige Kälte der harten Jahreszeit. Doch Tschetan-withko findet sie und will in seiner Wut das kleine Mädchen und ihre Mutter töten. Etwas hält ihn zurück, als er in die angsterfüllten Augen der jungen Absarokee blickt. Er entschließt sich, sie am Leben zu lassen, nimmt sie mit zu seinem Stamm. Tschetan-withko ist einsam, macht Wah-bo-sens zu seiner Frau und adoptiert ihre Tochter. Anfänglich fühlt die Absarokee sich als Gefangene, doch nach und nach überwindet sie ihre Angst und fasst Vertrauen, wird ein Teil der Lakota. Sie lernt ihre Sprache, ihre Bräuche und ist ihrem neuen Mann eine gute Frau. Wah-bo-sens ist froh, ein Teil der Gemeinschaft zu sein und wird als vollwertiges Mitglied akzeptiert. Nur die andauernden Überfälle der verfeindeten Stämme kann und will sie nicht verstehen. Als die Indianer denken, es wäre relativ sicher, stürmen Goldgräber das Land. General Custer führt einen Feldzug gegen die Lakota und nichts scheint ihn aufzuhalten. Wieder muss Wah-bo-sens um das Leben ihrer Familie bangen. "Der scharlachrote Pfad" von Kerstin Groeper ist, wie auf dem Cover ersichtlich wird, ein Roman der eigentlich eine Saga ist. Wir begleiten verschiedene Lakotafamilien eines Stammes über einen Zeitraum von ca. 9 Jahren. Kerstin Groeper beschreibt ihr Leben, ihre Gefühle, ihre Kämpfe gegen die Weißen und gegen sich selbst. Sie zeigt die Zerrissenheit entführter Indianerinnen. Vor allem wird auch die Veränderung in der Zeit deutlich. Die ersten Stämme leben in Reservationen, die Weißen überfluten das Land. Nehmen sich was sie wollen ohne Rücksicht auf die First Nation. Kerstin Groeper erzählt von der Liebe der Lakota zu ihren Familien genauso wie von der Spiritualität, dem Glauben an Wakan-tanka. Kerstin Groeper schreibt nicht nur von der Brutalität der Krieger untereinander, sie zeigt auch, wie brutal die weißen Soldaten besonders gegenüber indianischen Frauen und Kindern vorgingen. Die Figuren, die sie dabei zeichnet sind authentisch und vor allem kann man mit ihnen fühlen. Man leidet, wenn sie einen Verlust erleiden. Man lächelt, wenn sie eine neues Familienmitglied begrüßen. Man ist wütend, wenn sie rücksichtslos behandelt werden. Ist die Vielzahl an Figuren zu Beginn vielleicht leicht verwirrend so ändert sich das im Laufe der Geschichte. Sehr hilfreich ist hierfür auch die am Anfang des Buches stehende Liste der handelnden Figuren. Kerstin Groepers Schreibstil ist wie immer flüssig und vor allem bildhaft. Als Leser hat man das Gefühl, man könne den Duft der weiten Prärie wahrnehmen, hört die kriegerischen Schreie bei einem Kampf oder nimmt am planschenden Spiel der Lakotakinder im Fluss teil. Der Plot umfasst knapp 800 Seiten, doch jede Seite ist es wert sie zu lesen. Man begleitet die Lakotagruppe über mehrere Lesetage und möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Gern hätte ich noch einige Seiten weitergelesen, denn wie schon bei vorherigen Romanen der Autorin, fällt es mir schwer, mich aus ihren erzählten Welten zu lösen. Selbstverständlich liegt das vor allem an der sehr guten Recherchearbeit von Kerstin Groeper und ihre Verbindung zum wirklichen Leben der Native People, denn nur so kann sie einen Roman schreiben, der in allem stimmig, informativ und trotzdem fesselnd ist. "Der scharlachrote Pfad" bekommt eine volle Leseempfehlung und ist hier aber ausschließlich für Erwachsene geeignet. Es beinhaltet Szenen, die nicht jugendfrei sind und sollte somit nicht im Kinder- und Jugendbuchsektor geführt werden.

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    • 2
  • ein wunderbarer historischer Roman

    Der scharlachrote Pfad

    loewe

    Verlagsinfo, Klappentext “Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen. Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten. Historischer Roman.” ISBN: 9783941485235 Traumfänger Verlag Mein Eindruck Hier darf ich euch einen wunderbaren historischen Roman vorstellen der ganz sicher Abseits des gewohnten liegt. Ich denke wer gerne und viel Historisch liest sollte sich diesem Thema und diesem Buch auf alle Fälle nähern. Wir begleiten in diesem sehr gut recherchierten Roman einen kleinen Stamm der Lakota über einige Jahre. Ich persönlich kannte eigentlich auch eher die üblichen Klischees die uns meist in den Sinn kommen wenn wir über Indianer  sprechen. Daher ist dieser Roman auch für mich en ganz besonderes Highlight für dieses Lesejahr geworden. Kerstin Groepper schreibt so flüssig und locker und doch so eindringlich, dass man das Buch eigentlich keinen Moment aus den Händen legen möchte. Man will einfach immer weiter lesen. Mir sind  Wah-bo-sehns und Tschetan-withko wirklich ans Herz gewachsen. Man spürt förmlich Tschetan-withkos Liebe und erlebt ganz nah wie sich aus  der jungen ängstlichen Frau ein neues Mitglied des Stammes entwickelt. Stück für Stück oder vielleicht besser Seite für Seite lernen wir den Stamm und das tägliche Leben der Gruppe besser kennen. Gefühlvoll beschreibt die Autorin das Leben und wirken der Frauen. Jeder einzelne Charakter wurde so innig und liebevoll ausgearbeitet, das man als Leser wirklich das Gefühl hat im Zelt nebenan zu wohnen und jeden einzelnen persönlich zu kennen. So viel Tiefgang findet man selten bei den Protagonisten. Dieses Buch bietet wirklich alles was ein gutes historisches Buch braucht. Wir habenHauptfiguren die uns sehr ans Herz wachsen, es gibt Kämpfe, es fließt Blut, aber wir finden auch ganz viel Gefühl und Liebe. Die  Geschichte ist in den Jahren 1870 /71 angesiedelt. Eine Zeit in der es viele Veränderungen  für die   Urvölker Amerikas gab. Der Untertitel “Eine Siux-Saga”  wurde in meinen Augen gut gewählt. Eine Saga ist genau die richtige Beschreibung für das was uns hier erwartet. Ich finde man spürt die Liebe der Autorin für diese Nationen und das Land in jedem Satz. Hier schreibt jemand der sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt hat und sich wirklich auskennt. Man kann wirklich viel lernen aber keine Angst, man  wird nebenbei ganz sicher wunderbar unterhalten.    Mit seinen 805 Seiten hat Kerstin Groepper hier ein ganz besonderes Leseerlebnis geschaffen. Keine einzige Seite ist zuviel und ich glaube auch im Namen vieler anderer begeisterter Leser sagen zu dürfen das wir gerne noch die eine oder andere Seite mehr gehabt hätten  5 Sterne und mehr

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  • Leserunde zu "Der scharlachrote Pfad" von Kerstin Groeper

    Der scharlachrote Pfad

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Leserunde zum Buch "Der scharlachrote Pfad- eine Sioux Saga" Ich habe ja noch nie eine Leserunde gemacht ...aber bei diesem Thema bietet es sich vielleicht an, weil die Leser eventuell doch so einige Fragen haben. Ich möchte mit euch über indianische Etikette und Spiritualität philosophieren und über die historischen Ereignisse diskutieren. Ich beantworte auch Fragen zur Sprache der Lakota und was ihr sonst so wissen wollt. Das Buch basiert auf historischen Tatsachen, obwohl die Hauptprotagonisten frei erfunden sind. So hatte ich mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Handlung. Kann mich jemand beraten, wie so eine Leserunde abläuft? Freu mich auf euch!

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  • Der scharlachrote Pfad

    Der scharlachrote Pfad

    Blaustern

    10. May 2014 um 19:26

    Nordamerika 1870/71: Wah-bo-sehns Dorf, der Stamm der Crow, wird von den Lakota angegriffen. Die junge Witwe trauert noch um ihren Mann, als sie mit ihrem Baby verschleppt wird. Fortan lebt sie im Stamm der Lakota, und der Krieger Tschetan heiratet sie. Ihr alltägliches Leben besteht nicht nur aus Kochen und Kleidung herstellen und den unterschiedlichen Riten. Es wird gejagt, gekämpft, Dörfer werden überfallen, und die Weißen rücken immer näher. Sie müssen ihr Gebiet verlassen und machen sich auf den Weg nach Kanada. Doch sind sie dort sicher? Kerstin Groeper erzählt hier auf fast 800 Seiten eine beeindruckende Geschichte über die Indianer in Nordamerika. Gleich zu Beginn wird man von der Geschichte gepackt und fühlt sich in diese Zeit hineinversetzt, in den Alltag der stolzen Indianer, den man bildlich vor Augen hat. Man bemerkt auf Anhieb die ausgezeichnete Bildung und Recherche der Autorin auf diesem Gebiet. Wir begleiten den Stamm bei seiner täglichen Routine, bei den Bräuchen und Sitten, wie dem Sommertanzritual oder auch der Schwitzzeremonie. Und wir leiden mit ihnen, wenn die Mitglieder ihres Stammes ihr Leben lassen müssen in all den Kriegen und Kämpfen. Man ist aufgebracht, und es stimmt sehr nachdenklich, wenn der weiße Mann über sie herfällt und ihnen das Land streitig macht. Man kann ihren Schmerz und ihre tiefen Wunden spüren und verstehen, und man ist selbst unendlich davon ergriffen. Ein Buch mit viel Tiefgang und Spannung, die bis zum Ende hin nicht abreißt. Das Personenregister und die Landkarte am Anfang haben mir auch sehr gut gefallen. So kann man schnell mal nachschlagen, wenn man einen Namen nicht auf Anhieb zuordnen kann.

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  • Eine Sioux-Saga

    Der scharlachrote Pfad

    mama2009

    26. April 2014 um 19:31

    Inhalt: Winter in Nordamerika zum Jahreswechsel von 1870/71 - hier beginnt die Sioux Sage rund um Wah-bo-sehns und Tschetan-withko. Das Crow-Dorf von Wah-bo-sehns wird von den Lakota angegriffen und sie wird von Tschetan-withko geraubt und lebt von da an im Stamm der Lakota. Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Fazit: Dieses Buch ist sehr vielfältig, so dass ich kaum meine ganzen Eindrücke in dieser Rezension beschreiben kann. Eins ist sicher, es hat mich tief beeindruckt, nachdenklich und auch wütend gemacht. Was hat der weiße Mann dem Volk der Indianer, den Native American, angetan? Mit welcher Rechtfertigung hat sich der weiße Mann, das Land der Indianer angeeignet und die ganze Zeit von Wilden gesprochen? Kerstin Groeper beschreibt sehr eindrucksvoll das alltägliche Leben im Stamm von Tschetan-withko. Als Leser ist man dabei, wenn die Frauen Holz holen, Beeren sammeln, die Felle der erlegten Büffel zu tragbarer Kleidung bearbeiten oder das Kochen übernehmen. Man nimmt als Leser an den Bräuchen teil, z.B. dem Sommertanz, Schwitzzeremonie, der Weg der Jungen zum Krieger. Ich habe mich beim Lesen als Teil der Gemeinschaft gefühlt und somit ist es mir im Verlauf der Geschichte sehr schwer gefallen, weiter zu lesen. Warum? Weil man beim Kampf dabei ist, beim sinnlosen Abschlachten und dem Vergehen der us-amerikanischen Soldaten an der Bevölkerung. Viele Stammesmitglieder mussten so ihr Leben lassen und man hat den Schmerz der Überlebend gespürt, konnte nachvollziehen, warum sie in Trauer ihre Haare abgeschnitten und sich tiefe Wunden zugefügt haben. Mich haben die Episoden so unheimlich wütend gemacht, weil ich es so ungerechtfertigt finde und einfach nicht verstehe, ja verstehen werde. Besonders hat mir auch gefallen, dass eingangs ein Personenregister vorhanden ist, auch eine Landkarte, so dass man sich als Leser immer sicher war, wo gerade die Streifzüge stattfanden und die historische Nachbetrachtung. Mich hat das Buch gefangen genommen und ich werde alle weiteren Indianerbücher von Kerstin lesen, sie hat mich überzeugt. Für mich ein Leseerlebnis und hier gibt es 5 Sterne mit einem großen Plus!

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  • Der scharlachrote Pfad

    Der scharlachrote Pfad

    KleinerVampir

    Buchinhalt: Amerika, 1870: die junge Wah-bo-sehns vom Stamm der Crow ist bereits Witwe und trauert um ihren toten Ehemann. Als ihr Dorf von Lakota angegriffen wird, wird die junge Frau verschleppt, zusammen mit ihrem Baby. Angst und Verzweiflung machen sich in ihrem Herzen breit, doch der Krieger Tschetan – der Falke - nimmt sich Wah-bo-sehns an und heiratet sie, entgegen aller Spötteleien seiner Stammesbrüder. Wa bo-sehn lebt fortan das Leben einer Lakota und ihr Kind wächst als Tochter ihres neuen Ehemannes auf, erlebt Kämpfe, Raubzüge, aber auch das alltägliche Leben im Dorf der Lakota. Schließlich aber nimmt die Flut der Weißen und das Ausbleiben der Bisons immer mehr zu und der Stamm ist gezwungen, sein Gebiet zu verlassen. Eine beschwerliche und entbehrungsreiche Reise beginnt – nach Kanada. Ob sie dort in Freiheit ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen dürfen, steht allerdings in der Sternen… Persönlicher Eindruck: Was für ein großartiges Buch! Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber jedes Weitere überrascht und fesselt mich aufs Neue. Der Kampf und das Streben nach Freiheit der stolzen Indianervölker des amerikanischen Kontinents beschreibt Kerstin Groeper so detailreich und packend, dass man bereits nach wenigen Seiten das Gefühl hat, mitten in ein verhangenes Jahrhundert gesogen worden zu sein. Schließt man die Augen, kann man förmlich das Gras der weiten Prärien im Wind rauschen und den Hufschlag der Büffel in der Ferne hören. Frau Groeper besitzt ein detailliertes Wissen über Lebensweise, Spiritualität und Leben der Lakota der damaligen Zeit. Der Alltag im Indianerdorf, Riten und das tägliche Leben geben einen spannenden und bildgewaltigen Einblick; besonders gefällt mir die Einstreuung von Namen und Begriffen aus der Lakotasprache, die den Leser noch näher an die Handlung bringen. Wah-bo-sehns als weibliche Hauptfigur hatte durchweg Identifikationspotential und ich versetzte mich augenblicklich in die junge Frau, auch Tschetan, der dann von seinen Stammesbrüdern Tschetan-withko, „der verrückte Falke“ , genannt wird, war für mich plastisch und nachvollziehbar, die beiden haben mich auf den 800 Seiten der Saga durch 10 Jahre ihres Lebens begleitet und teilhaben lassen an Liebe und Leid, Licht und Schatten und so flogen die Seiten des Buches nur so dahin. Der Spannungsbogen hat nie nachgelassen, im Gegenteil. Landraub, Büffeljäger und die schonungslose Zurückdrängung der Siouxvölker durch die Weißen wurden genauso zur Sprache gebracht wie das alltägliche Miteinander; das Buch hat mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt und emotional wirklich berührt. Ein fantastischer Roman, der Erzählung, geschichtliche Fakten, Gefühl und Lebensweise der Lakota gekonnt und wissensfundiert miteinander verknüpft und dessen Seiten beim Lesen wie im Flug verfliegen. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich auf eine Reise in vergangene Zeiten entführen lassen möchten und ein tiefgängiges Buch mit viel Stoff zum Nachdenken suchen. Einfach klasse, absolut volle Punktzahl!

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    KleinerVampir

    12. April 2014 um 16:07
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