Der scharlachrote Pfad

von Kerstin Groeper und Howard Terpning
4,7 Sterne bei27 Bewertungen
Der scharlachrote Pfad
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LitteraeArtesques avatar

Die letzten Jahre der freien Plainsindianer. Ein hervorragendes Buch aus dem Traumfängerverlag.

EFST79s avatar

Sympathisches Buch. Kein herausragender Schreibstil, aber spannend.

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Inhaltsangabe zu "Der scharlachrote Pfad"

„Ein Volk ist unbesiegt, solange die Herzen seiner Frauen nicht bezwungen sind.“

Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen.
Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783941485235
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:800 Seiten
Verlag:TraumFänger Verlag GmbH & Co. Buchhandels KG
Erscheinungsdatum:07.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    unclethoms avatar
    unclethomvor 4 Jahren
    Klasse!

    Der Klappentext:

    Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen.
    Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten.
    Quelle: http://www.traumfaenger-verlag.de/index.php/artikeldetails/kategorie/AlleArtikel/artikel/Der_scharlachrote_Pfad.html



    Die Autorin:

    Kerstin Groeper als Tochter des Schriftstellers Klaus Gröper in Berlin geboren, verbrachte einen Teil ihres Lebens in Kanada. In Kontakt mit nordamerikanischen Indianern entdeckte sie ihre Liebe zur indianischen Geschichte, Kultur und Sprache. Sie lernte Lakota, die Sprache der Teton-Sioux und ist aktives Mitglied einer Vereinigung, die sich der Unterstützung zum Fortbestehen der Sprache und Kultur der Teton-Sioux widmet und Mitarbeiterin beim Aufbau der Lakota Village Circle School auf der Pine Ridge Reservation in South Dakota. In Deutschland führt sie regelmäßig Referate und Seminare über die Sprache, Kultur und Spiritualität der Lakota-Indianer durch. Kerstin Groeper arbeitete als Autorin für Omni und Penthouse und schreibt heute Artikel zum Thema Indianer u.a. für das renommierte Magazin für Amerikanistik. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von München
    Quelle: http://www.traumfaenger-verlag.de/index.php/artikeldetails/kategorie/AlleArtikel/artikel/Der_scharlachrote_Pfad.html



    Die Rezension:

    Ich habe lange keinen historischen Roman gelesen in dem es um Indianer und ihre Vernichtung durch die weißen Amerikaner geht. Ich wusste also nicht was mich erwartet und ich wusste nicht welche Erwartungen ich an das Buch habe.
    Was ich jedoch vorgefunden habe hat alles weit übertroffen. Es ist ein Buch das zu Herzen geht, es entführte mich in eine fremde Welt die so schön aber auch so schrecklich war.
    Ich fühlte mich beim Lesen wieder ein wenig wie ein Kind, wie damals als ich Winnetou und andere Romane von Karl May gelesen habe. Es ist ein Buch, dem man anmerkt, dass die Autorin lange Jahre in Kanada gelebt hat und dort intensiven Kontakt zu Indianern hatte.
    Der Schreibstil der Autorin ist schön flüssig, so dass es nicht schwer fällt durch die Seiten zu fliegen. Bedingt durch ihre bildhafte Sprache scheint es dass man nicht nur dabei ist, sondern mitten im Geschehen steht. Ich konnte mir jeden der Indianer bildlich vorstellen, ebenso wie die Schauplätze der Story.
    Es ist ein Buch in das ich mich verliebt habe, ein Buch das ich jedem der Karl May liebt an Herz legen möchte, denn stellenweise fühlte es sich an als hätte Karl May ein neues Buch geschrieben. Ich möchte mich bei der Autorin bedanken für diese tolle Story, für dieses tolle Erlebnis.
    Hochverdiente 5 von 5 Sternen.

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    Federchens avatar
    Federchenvor 4 Jahren
    Eine Sioux-Saga...

    Wah-bo-sens ist in Trauer. Ihr geliebter Mann ist tot. Jetzt ist sie allein, allein in einem Winter des Jahres 1870/71. Es ist kalt und die Nahrungsvorräte werden knapp. Da wird das Dorf von einer Gruppe Lakotakrieger überfallen. In Panik nimmt sie ihre kleine Tochter und flieht in die eisige Kälte der harten Jahreszeit. Doch Tschetan-withko findet sie und will in seiner Wut das kleine Mädchen und ihre Mutter töten. Etwas hält ihn zurück, als er in die angsterfüllten Augen der jungen Absarokee blickt. Er entschließt sich, sie am Leben zu lassen, nimmt sie mit zu seinem Stamm. Tschetan-withko ist einsam, macht Wah-bo-sens zu seiner Frau und adoptiert ihre Tochter. Anfänglich fühlt die Absarokee sich als Gefangene, doch nach und nach überwindet sie ihre Angst und fasst Vertrauen, wird ein Teil der Lakota. Sie lernt ihre Sprache, ihre Bräuche und ist ihrem neuen Mann eine gute Frau. Wah-bo-sens ist froh, ein Teil der Gemeinschaft zu sein und wird als vollwertiges Mitglied akzeptiert. Nur die andauernden Überfälle der verfeindeten Stämme kann und will sie nicht verstehen. Als die Indianer denken, es wäre relativ sicher, stürmen Goldgräber das Land. General Custer führt einen Feldzug gegen die Lakota und nichts scheint ihn aufzuhalten. Wieder muss Wah-bo-sens um das Leben ihrer Familie bangen.

    "Der scharlachrote Pfad" von Kerstin Groeper ist, wie auf dem Cover ersichtlich wird, ein Roman der eigentlich eine Saga ist. Wir begleiten verschiedene Lakotafamilien eines Stammes über einen Zeitraum von ca. 9 Jahren. Kerstin Groeper beschreibt ihr Leben, ihre Gefühle, ihre Kämpfe gegen die Weißen und gegen sich selbst. Sie zeigt die Zerrissenheit entführter Indianerinnen. Vor allem wird auch die Veränderung in der Zeit deutlich. Die ersten Stämme leben in Reservationen, die Weißen überfluten das Land. Nehmen sich was sie wollen ohne Rücksicht auf die First Nation. Kerstin Groeper erzählt von der Liebe der Lakota zu ihren Familien genauso wie von der Spiritualität, dem Glauben an Wakan-tanka. Kerstin Groeper schreibt nicht nur von der Brutalität der Krieger untereinander, sie zeigt auch, wie brutal die weißen Soldaten besonders gegenüber indianischen Frauen und Kindern vorgingen. Die Figuren, die sie dabei zeichnet sind authentisch und vor allem kann man mit ihnen fühlen. Man leidet, wenn sie einen Verlust erleiden. Man lächelt, wenn sie eine neues Familienmitglied begrüßen. Man ist wütend, wenn sie rücksichtslos behandelt werden. Ist die Vielzahl an Figuren zu Beginn vielleicht leicht verwirrend so ändert sich das im Laufe der Geschichte. Sehr hilfreich ist hierfür auch die am Anfang des Buches stehende Liste der handelnden Figuren. Kerstin Groepers Schreibstil ist wie immer flüssig und vor allem bildhaft. Als Leser hat man das Gefühl, man könne den Duft der weiten Prärie wahrnehmen, hört die kriegerischen Schreie bei einem Kampf oder nimmt am planschenden Spiel der Lakotakinder im Fluss teil. Der Plot umfasst knapp 800 Seiten, doch jede Seite ist es wert sie zu lesen. Man begleitet die Lakotagruppe über mehrere Lesetage und möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Gern hätte ich noch einige Seiten weitergelesen, denn wie schon bei vorherigen Romanen der Autorin, fällt es mir schwer, mich aus ihren erzählten Welten zu lösen. Selbstverständlich liegt das vor allem an der sehr guten Recherchearbeit von Kerstin Groeper und ihre Verbindung zum wirklichen Leben der Native People, denn nur so kann sie einen Roman schreiben, der in allem stimmig, informativ und trotzdem fesselnd ist. "Der scharlachrote Pfad" bekommt eine volle Leseempfehlung und ist hier aber ausschließlich für Erwachsene geeignet. Es beinhaltet Szenen, die nicht jugendfrei sind und sollte somit nicht im Kinder- und Jugendbuchsektor geführt werden.

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    loewes avatar
    loewevor 4 Jahren
    ein wunderbarer historischer Roman

    Verlagsinfo, Klappentext

    “Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen.

    Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten. Historischer Roman.”

    ISBN: 9783941485235

    Traumfänger Verlag


    Mein Eindruck

    Hier darf ich euch einen wunderbaren historischen Roman vorstellen der ganz sicher Abseits des gewohnten liegt. Ich denke wer gerne und viel Historisch liest sollte sich diesem Thema und diesem Buch auf alle Fälle nähern.

    Wir begleiten in diesem sehr gut recherchierten Roman einen kleinen Stamm der Lakota über einige Jahre. Ich persönlich kannte eigentlich auch eher die üblichen Klischees die uns meist in den Sinn kommen wenn wir über Indianer  sprechen. Daher ist dieser Roman auch für mich en ganz besonderes Highlight für dieses Lesejahr geworden.

    Kerstin Groepper schreibt so flüssig und locker und doch so eindringlich, dass man das Buch eigentlich keinen Moment aus den Händen legen möchte. Man will einfach immer weiter lesen. Mir sind  Wah-bo-sehns und Tschetan-withko wirklich ans Herz gewachsen. Man spürt förmlich Tschetan-withkos Liebe und erlebt ganz nah wie sich aus  der jungen ängstlichen Frau ein neues Mitglied des Stammes entwickelt. Stück für Stück oder vielleicht besser Seite für Seite lernen wir den Stamm und das tägliche Leben der Gruppe besser kennen. Gefühlvoll beschreibt die Autorin das Leben und wirken der Frauen.

    Jeder einzelne Charakter wurde so innig und liebevoll ausgearbeitet, das man als Leser wirklich das Gefühl hat im Zelt nebenan zu wohnen und jeden einzelnen persönlich zu kennen. So viel Tiefgang findet man selten bei den Protagonisten.

    Dieses Buch bietet wirklich alles was ein gutes historisches Buch braucht. Wir habenHauptfiguren die uns sehr ans Herz wachsen, es gibt Kämpfe, es fließt Blut, aber wir finden auch ganz viel Gefühl und Liebe.

    Die  Geschichte ist in den Jahren 1870 /71 angesiedelt. Eine Zeit in der es viele Veränderungen  für die   Urvölker Amerikas gab.

    Der Untertitel “Eine Siux-Saga”  wurde in meinen Augen gut gewählt. Eine Saga ist genau die richtige Beschreibung für das was uns hier erwartet.

    Ich finde man spürt die Liebe der Autorin für diese Nationen und das Land in jedem Satz. Hier schreibt jemand der sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt hat und sich wirklich auskennt. Man kann wirklich viel lernen aber keine Angst, man  wird nebenbei ganz sicher wunderbar unterhalten.   

    Mit seinen 805 Seiten hat Kerstin Groepper hier ein ganz besonderes Leseerlebnis geschaffen. Keine einzige Seite ist zuviel und ich glaube auch im Namen vieler anderer begeisterter Leser sagen zu dürfen das wir gerne noch die eine oder andere Seite mehr gehabt hätten 

    5 Sterne und mehr


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    Blausterns avatar
    Blausternvor 4 Jahren
    Der scharlachrote Pfad

    Nordamerika 1870/71: Wah-bo-sehns Dorf, der Stamm der Crow, wird von den Lakota angegriffen. Die junge Witwe trauert noch um ihren Mann, als sie mit ihrem Baby verschleppt wird. Fortan lebt sie im Stamm der Lakota, und der Krieger Tschetan heiratet sie. Ihr alltägliches Leben besteht nicht nur aus Kochen und Kleidung herstellen und den unterschiedlichen Riten. Es wird gejagt, gekämpft, Dörfer werden überfallen, und die Weißen rücken immer näher. Sie müssen ihr Gebiet verlassen und machen sich auf den Weg nach Kanada. Doch sind sie dort sicher?
    Kerstin Groeper erzählt hier auf fast 800 Seiten eine beeindruckende Geschichte über die Indianer in Nordamerika. Gleich zu Beginn wird man von der Geschichte gepackt und fühlt sich in diese Zeit hineinversetzt, in den Alltag der stolzen Indianer, den man bildlich vor Augen hat. Man bemerkt auf Anhieb die ausgezeichnete Bildung und Recherche der Autorin auf diesem Gebiet. Wir begleiten den Stamm bei seiner täglichen Routine, bei den Bräuchen und Sitten, wie dem Sommertanzritual oder auch der Schwitzzeremonie. Und wir leiden mit ihnen, wenn die Mitglieder ihres Stammes ihr Leben lassen müssen in all den Kriegen und Kämpfen. Man ist aufgebracht, und es stimmt sehr nachdenklich, wenn der weiße Mann über sie herfällt und ihnen das Land streitig macht. Man kann ihren Schmerz und ihre tiefen Wunden spüren und verstehen, und man ist selbst unendlich davon ergriffen. Ein Buch mit viel Tiefgang und Spannung, die bis zum Ende hin nicht abreißt. Das Personenregister und die Landkarte am Anfang haben mir auch sehr gut gefallen. So kann man schnell mal nachschlagen, wenn man einen Namen nicht auf Anhieb zuordnen kann.

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    mama2009s avatar
    mama2009vor 4 Jahren
    Eine Sioux-Saga

    Inhalt:

    Winter in Nordamerika zum Jahreswechsel von 1870/71 - hier beginnt die Sioux Sage rund um Wah-bo-sehns und Tschetan-withko. Das Crow-Dorf von Wah-bo-sehns wird von den Lakota angegriffen und sie wird von Tschetan-withko geraubt und lebt von da an im Stamm der Lakota. Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes.

    Fazit:

    Dieses Buch ist sehr vielfältig, so dass ich kaum meine ganzen Eindrücke in dieser Rezension beschreiben kann. Eins ist sicher, es hat mich tief beeindruckt, nachdenklich und auch wütend gemacht.
    Was hat der weiße Mann dem Volk der Indianer, den Native American, angetan? Mit welcher Rechtfertigung hat sich der weiße Mann, das Land der Indianer angeeignet und die ganze Zeit von Wilden gesprochen?

    Kerstin Groeper beschreibt sehr eindrucksvoll das alltägliche Leben im Stamm von Tschetan-withko. Als Leser ist man dabei, wenn die Frauen Holz holen, Beeren sammeln, die Felle der erlegten Büffel zu tragbarer Kleidung bearbeiten oder das Kochen übernehmen. Man nimmt als Leser an den Bräuchen teil, z.B. dem Sommertanz, Schwitzzeremonie, der Weg der Jungen zum Krieger. Ich habe mich beim Lesen als Teil der Gemeinschaft gefühlt und somit ist es mir im Verlauf der Geschichte sehr schwer gefallen, weiter zu lesen. Warum? Weil man beim Kampf dabei ist, beim sinnlosen Abschlachten und dem Vergehen der us-amerikanischen Soldaten an der Bevölkerung. Viele Stammesmitglieder mussten so ihr Leben lassen und man hat den Schmerz der Überlebend gespürt, konnte nachvollziehen, warum sie in Trauer ihre Haare abgeschnitten und sich tiefe Wunden zugefügt haben. Mich haben die Episoden so unheimlich wütend gemacht, weil ich es so ungerechtfertigt finde und einfach nicht verstehe, ja verstehen werde.

    Besonders hat mir auch gefallen, dass eingangs ein Personenregister vorhanden ist, auch eine Landkarte, so dass man sich als Leser immer sicher war, wo gerade die Streifzüge stattfanden und die historische Nachbetrachtung.

    Mich hat das Buch gefangen genommen und ich werde alle weiteren Indianerbücher von Kerstin lesen, sie hat mich überzeugt. Für mich ein Leseerlebnis und hier gibt es 5 Sterne mit einem großen Plus!

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    Marapayas avatar
    Marapayavor 5 Jahren
    Blutiger Pfad in die Freiheit

    Während in Europa die industrielle Revolution eine neue hungernde Klasse Arbeiter schuf, tobte nach dem Unabhängigkeitskrieg in den nun Vereinigten Amerikanischen Staaten ein neuer alter Kampf gegen die Ureinwohner des Landes. Ströme von Einwanderer aus Europa wollten sich ein neues Leben aufbauen und betrachteten die Indianer als gefährliche Wilde, die keiner Schonung bedurften und erbarmungslos bekämpft wurden. Kerstin Groeper erzählt die Geschichte eines Lakota-Stammes aus dem Mittleren Westen, welcher danach strebt in Freiheit nach den Traditionen seines Volkes zu le-ben. Doch die Übernahme ihres Territoriums durch den Weißen Mann zwingt die Indianer neue Wege zu gehen, um ihr eigenes Überleben zu sichern.

    Die Hauptcharaktere der umfangreichen Handlung sind Wah-bo-sehns und Tschetan-withko. Die junge Indianierin Wah-bo-sehns gehört zum Stamm der Crow. Sie trauert um den Tod ihres an einer schweren Krankheit verstorbenen Mannes und muss sich zwingen ihr neugeborenes Kind in der tiefen Trauer nicht zu vernachlässigen. Ihr Dorf ist von der Krankheit und dem Winter stark geschwächt, so schlägt den feindlichen Lakotas kaum Widerstand entgegen, als diese das Dorf angreifen und die Pferde stehlen. Ein junger Krieger verfolgt die flüchtende Wah-bo-sehns und will ihrem Leben ein Ende setzen. Tschetan-withko weiß nicht, wie ihm geschieht, aber er verschont ihr Leben und das ihres Neugeborenen. Noch auf dem Ritt zurück zum Winterdorf der Lakota nimmt er das Mädchen aus dem verfeindeten Stamm zu seiner Frau und erklärt das noch namenlose Baby zu seiner Tochter. Wie Wah-bo-sehns taucht der Leser langsam ein in die Welt der Lakota-Indianer. Er freundet sich mit den vielen Kindern, Frauen und Kriegern des Stammes an. Fiebert mit, wenn sie auf Kriegszug sind, zittert aufgeregt um die Familien, wenn andere feindliche Stämme oder Soldaten angreifen, ist zugleich fasziniert und empört, als Indianerinnen geraubt werden und erstaunt, als selbst ein weißes Mädchen in den Stamm aufgenommen wird. Das Leben der Indianer ist stark an den Rhythmus der Natur und den Zug der Büffel gebunden. Die erfolgreiche Büffeljagd im Sommer ermöglicht dem Indianerstamm das Überleben in den langen, kalten Wintermonaten. Die Lakota leben nicht lange an ein und dem selben Ort, sie ziehen durch ein weites Territorium, um der Natur Möglichkeit zur Erholung zu geben. Die Jagdgründe müssen sich nach dem Aufenthalt eines ganzen Indianerdorfes erst wieder erholen, ebenso wie die Wiesen und die Flüsse.

    So romantisch die Szenerie anfänglich erscheint, der Fortschritt lässt sich auch im tiefen wilden Westen nicht aufhalten. Die weißen Siedler rücken immer weiter vor, der Bau der Eisenbahn wird vorangetrieben, Goldvorkommen rufen Glücksritter auf den Plan und die USA will die Indianer am liebsten alle sicher verwahrt in zugewiesenen Reservaten wissen. Das Tragen von Waffen ist den Kriegern dort untersagt, die Jagd verboten und die Kinder werden nach der Kultur der Weißen unterrichtet und erzogen. Alkohol wird für viele stolze Krieger zum letzten Ausweg, er vernebelt die Sinne und betäubt kurzzeitig den Verlust der Freiheit. Tschetan-withkos Stamm kämpft um seine Unabhängigkeit und damit um seine Freiheit. Doch die amerikanische Regierung setzt verstärkt Soldaten ein und betitelt die freien Indianer als Aufständische. Sie werden gejagt und abgeschlachtet, kein Unterschied wird zwischen Krieger, Frau oder Kind gemacht. Der Stamm muss eine folgenschwere Entscheidung treffen, die möglicherweise den Verlust der Heimat bedeutet. Nun stellt sich die einstige Aufnahme des weißen Mädchens Jenny als Glücksgriff heraus. Längst hat der rothaarige Wildfang die Lakota als ihre Familie akzeptiert, doch ihre Kenntnisse um das Land des Weißen und die Sprache ihrer weißen Eltern rettet dem Stamm in der dunkelsten Stunde möglicherweise das Leben.

    Kerstin Roepers Roman ist fast 800 Seiten stark. Detailliert schildert sie den Alltag der Indianer. Gibt Einblicke in die unterschiedlichen, zum Teil miteinander verfeindeten Stammesgruppen, erläutert aber auch am Beispiel von Jennys Vater das Leben im Soldatenfort oder auf der Ranch. Selbst wer nur wenig Wissen um die Indianer mitbringt, verspürt doch zumindest beim Lesen der klangvollen Namen wie Sitting Bull oder Crazy Horse ein leichtes historisches Erinnern an die großen Indianerhäuptlinge, die sich gegen die Übernahme der Weißen zur Wehr setzten. So verknüpft die Autorin durchaus überzeugend historische Persönlichkeiten, Begebenheiten und politische Entwicklungen mit ihrer fiktiven Geschichte um den Stamm der Lakota. Sie ermöglicht ein Eintauchen in eine Welt, die in der amerikanischen Geschichtsdarstellung eigentlich zu kurz kommt und sich gerade im deutsch-europäischen Raum eher an den Mythen von Karl May orientiert als an der damaligen Wirklichkeit.
    Ein großes Manko dieses Buches ist leider der Erzählstil der Autorin. Viel zu viel packt sie zwischen die Buchdeckel und wiederholt sich zudem in immer wiederkehrenden Formulierungen ohne sprachliche Schönheit. Was sich anfänglich noch als Anlehnung an die native Sprechweise der Indianer interpretieren lässt, wird spätestens dann hinfällig, wenn die Handlung in den Siedlungsraum der Weißen springt. Eine Vielzahl von Figuren bevölkert die Geschichte, mich persönlich spricht dies eher an, andere Leser mag es abschrecken. Vielleicht aber hätte auch ein etwas ausgedünnter Hauptstamm an Charakteren mehr Raum für eine komplexere Figurengestaltung gelassen. Die Figuren wachsen ans Herz, aber dieser Umstand ist eher dem Umfang der Geschichte geschuldet und nicht der ausgewogenen Darstellung der Charaktere. Ich hätte mir hier wirklich mehr Tiefe gewünscht, Innenansichten, die über das bloße Nachdenken zur aktuellen Situation hinausgehen und so mehr von der jeweiligen Figur preisgeben. Tschetan-withko liebt seine Familie, er macht keinen Unterschied zwischen leiblichen und angenommen Kindern. Das spricht in jedem Fall für ihn, auf den knapp 800 Seiten aber fällt kein Wort darüber, warum er so empfindet, was ihn bewegt und welche Zweifel oder Sorgen er in sich wälzt.
    Solch ein umfangreiches Buch liest sich auch als geübter Leser nicht in wenigen Stunden herunter, die sprachliche wie literarische Nichtgestaltung des Romans verlängert die eigentliche Seitenzahl allerdings um ein Vielfaches. Das ist schade, denn so verpasst die Autorin die Chance mit ihrem gründlich und liebevoll recherchierten Buch an Karl May vorbeizuziehen und die wahre Geschichte der Indianer zahlreich zu verbreiten.

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    S
    Starbucksvor 5 Jahren
    Die traurige Wahrheit


    Kerstin Groepers „Der scharlachrote Pfad – eine Sioux-Saga“ schildert auf fast 800 Seiten das Leben der Indianer im Schatten der historischen Ereignisse, die hier ungeschönt beschrieben werden und das Leben der Indianer sehr beeinträchtigt.

    Schon das Cover mit der traurigen, ernsthaften Indianerin ist sehr aussagekräftig. Die Indianer selbst tragen im Buch sehr komplizierte Namen, z.B. Pedschi-sla-wakpa, die für mich eher unangenehm, eher schwierig waren. Aber das hat das Lesevergnügen natürlich kaum beeinträchtigt.

    In den Jahren 1870/71 ist das Schicksal der Indianervölker in den Prärien quasi besiegelt. Die Weißen in den USA kennen keine Gnade, sie drängen die Indianer immer weiter zurück. Wah-bo-sehns ist eine Lakota, die in einem Kampf mit ihrer Tochter aus dem Dorf fliehen kann. Sie kehrt aber zurück und nimmt den Leser mit in eine spannende Indianerwelt mit Riten und Traditionen, mit einer für uns fremden Lebensweise, die von der Autorin exzellent recherchiert wurde und so spannend erzählt wird, dass man sich ganz in den Bann der Geschichte und der Details zum Indianerleben ergeben kann.

    „Der scharlachrote Pfad“ ist ein Buch, das sicher jeden Leser zu Tränen rührt. Es ist aber auch ein Buch, das Geschichte sehr lebendig werden lässt. Dabei erfährt der Leser auch, dass die Indianer, die durch Western und erzählte Geschichten bei uns meist als die „Guten“ oder die Opfer angesehen werden, auch untereinander in den Krieg zogen.

    Insgesamt verfliegen die über 700 Seiten ganz schnell, und man darf sich ruhig an diese große Buch wagen. Eine Landkarte und ein Verzeichnis der historischen Personen runden das Buch ab, das mich so gefesselt hat. Nach „Kranichfrau“ ist „Der scharlachrote Pfad“ mein zweites Buch der Autorin Kerstin Groeper. Die Autorin versteht es einfach, uns in die Welt der Indianer Nordamerikas zu entführen. Ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter verfolgen und freue mich sehr, dass ich hier dabei sein durfte!

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    irismarias avatar
    irismariavor 5 Jahren
    Leben und Kampf eines Indianerstammes

    „Der scharlachrote Pfad“ von Kerstin Groeper hat den Untertitel „Eine Sioux-Saga“ und es ist wirklich eine Saga, eine große Geschichte eines Indianerstammes um 1870, die die Autorin auf 800 Seiten erzählt. Ich hatte bisher noch keinen Roman über die Prärievölker Nordamerikas gelesen und so waren zu Beginn viele der beschriebenen Denk- und Handlungsweisen für mich fremd und kaum nachzuvollziehen. Nach und nach habe ich mich dann eingelesen und war fasziniert von der fremden Welt, in die ich entführt wurde. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Wah-bo-sehns, eine junge verwitwete Crow-Indianerin, die von einem feindlichen Lakotakrieger verschleppt und in seinen Stamm integriert wird. Man erlebt mit ihr das Leben im Stamm, den Umgang mit Fremden, Liebe, Kampf und Ehre. Das Leben der Indianer wird durch das Vordringen der weißen Siedler, Jäger und Goldsucher und der Soldaten irreversibel verändert. Es stellt sich die Frage nach Kampf oder Rückzug in die Reservationen. Kerstin Groeper hat ein Stück amerikanischer Geschichte spannend erzählt und lebendig gemacht, mit vielen Charakteren, die mir ans Herz gewachsen sind.

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    S
    Samtpfotevor 5 Jahren
    Überzeugende Handlung und leider nicht so starker Schreibstil

    Der scharlachrote Pfad - Kerstin Groeper

    Beschreibung (von ExLibris.ch):
    Der Winter des Jahres 1870/71 ist hart und die Lebensmittel sind knapp. Wah-bo-sehns, eine junge Frau vom Stamme der Crow, trauert um ihren Ehemann, als ihr Dorf von einer Gruppe Lakota (Sioux) angegriffen wird. Sie fällt mit ihrem Kind in die Hände der Feinde und sieht voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch Tschetan-withko, genauso einsam wie sie, nimmt sie zur Ehefrau und adoptiert das kleine Mädchen.
    Dieses Buch erzählt das Schicksal einer Gruppe Lakota in der letzten Phase des Freiheitskrieges ihres Volkes. Es erzählt von ihrem täglichen Leben, ihrer Liebe und ihrem Hass, ihrer Ohnmacht und ihrem Kampf. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss werden die Indianer gnadenlos gejagt und auch die Gruppe von Tschetan-withko und Wah-bo-sehns zieht sich unter unmenschlichen Entbehrungen und schweren Verlusten mitten im Winter nach Kanada zurück. Besonders die Frauen werden mit ihren Kindern zu Opfern eines Vernichtungsfeldzuges der weißen Soldaten.

    Meine Meinung:
    Ich muss anmerken, dass ich bereits eine Menge Unterhaltungs- und auch Fachliteratur zum Thema Indianer gelesen habe, weil mich deren Geschichte und vor allem die Grundhaltung zur Natur schon immer fasziniert haben. Somit bin ich wohl besonders kritisch, wenn ich einen Indianerroman lese und es ist mir sehr wichtig, wie die Indianer, ihre Gebräuche und ihre ganze Geschichte in Romanen dargestellt werden, die als "historische Romane" untertitelt werden.
    Kerstin Groeper hat da aber wirklich sehr gute (Recherche-)Arbeit geleistet und wenn die Indianer in ihrer Erzählung manchmal sehr linkisch, wenn nicht sogar primitiv daher kommen, so hat dies in erster Linie mit ihrem teilweise eher unbeholfenen Schreibstil und nicht mit ihrer Darstellung dieser Menschen zu tun. Aber dazu später. Sofort aufgefallen sind mir auch die unzähligen Fehler, die sich in den Roman geschlichen haben und die nicht mit der Autorin, sondern vor allem mit dem Verlag zu tun haben. Dies aber nur eine Bemerkung am Rande.
    Generell hat mir die Handlung, der Inhalt, die Beschreibungen von Personen, ihrer Kultur, ihren Erlebnissen und ihrer Geschichte sehr gefallen. Nur mit dem Schreibstil konnte ich mich so gar nicht anfreunden, was aber wirklich auch Geschmacksache ist.

    Die Handlung:
    Es passiert viel auf diesen knapp achthundert Seiten, sehr viel sogar. Und man fragt sich, ob es vielleicht sinnvoller gewesen wäre, das Buch in zwei bis drei Teile aufzusplitten und dafür vertiefter auf gewisse Ereignisse einzugehen. An der Handlung selber kann ich aber wirklich nichts aussetzen. Ein Gesamtkonzept, welches sich von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht, klare Strukturen und eine sinnvolle Vermischung historischer und romanesker Elemente machen die Geschichte spannend und lesenswert. Leider wurden meiner Meinung nach wichtige Personen zu sehr in den Hintergrund gedrängt und manchmal hat es mich auch erstaunt, wie schnell die Zeit verstrich. Kaum hatten sich die Indianer in ihrem Winterquartier eingerichtet, kam auch schon wieder der Frühling und der nächste Winter.
    Weil dieser Roman zudem verspricht, die Rolle der Frau sehr ins Zentrum zu stellen, muss ich auch hier eine kleine Kritik anbringen: die Frauen, ihre Rechte und Pflichten und vor allem die Gedanken und Träume, die sich mit sich herum trugen waren mir viel zu wenig beleuchtet. Natürlich kamen die Frauen bereits sehr viel häufiger zu Wort, als in anderen Indianerromanen, aber ich hätte mir da noch einige Details mehr gewünscht.

    Schreibstil:
    Neben den vielen Fehlern, die das Lesen teilweise sehr erschwert haben, hat mich zuweilen auch der Schreibstil irritiert. Aufzählungen endeten konsequent in Aneinanderreihungen, die teilweise gar nicht zusammen passten, in denen Komma an Komma gefügt wurde und in denen ohne ein letztes "und" dann irgendwann ein Punkt folgte. Extreme Gedankensprünge innerhalb von einzelnen Sätzen verwirrten zusätzlich. Lange, durchdachte und korrekt gebaute Sätze wiesen darauf hin, dass es die Autorin durchaus beherrscht, mit der Sprache zu spielen. Warum aber wurden so viele kurze, fast schon kindliche Sätze verwendet, die die Qualität ganzer Aussagen und Abschnitte zunichte machten?

    Personen:
    In diesem Buch wimmelt es nur so von Personen und auch wenn man gewisse davon, wie zum Beispiel Wah-bo-sehns und Tschetan-withko, von Anfang an begleitet, so ist es doch schwer, Hauptpersonen zu bestimmen, was mir auch gut gefallen hat und was durchaus in der Absicht der Autorin gelegen hat.
    Leider rückten dann doch einige Personen, die ich eigentlich wichtig gefunden hätte, für meinen Geschmack zu schnell und zu häufig in den Hintergrund. Das ist natürlich auch wieder Geschmacksache, aber auf mich wirkte dass dann so, als würde die Geschichte mit jeder weiteren eingeführten Figur oberflächlicher. Dies ist sehr schade, weil die Autorin am Anfang des Romans überzeugend gezeigt hat, dass sie es sehr gut beherrscht, Figuren, deren Aussehen und Charakter zu beschreiben.

    Meine Empfehlung:
    Aufgrund der teilweise hohen Brutalität und der sinnlich beschriebenen Sexualität wird dieses Buch erst ab sechzehn Jahren empfohlen, was ich für angemessen Empfinde.
    Generell denke ich, dass dieses Buch allen Menschen gefallen könnte, die sich für die Indianer, ihre Rituale und ihre Geschichte interessieren, die einen nicht zu hohen literarischen Anspruch an ein Buch haben und die ein wenig Zeit mitbringen.

    Zusätzliche Infos:
    Autorin: Kerstin Groeper
    Taschenbuch: 789 Seiten
    Sprache: Deutsch
    Verlag: TraumFänger Verlag
    ISBN 978-3-941485-23-5

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    KleinerVampirs avatar
    KleinerVampirvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach phantastisch! Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und einen auf jeder Seite emotional mitnimmt, eine absolute Leseempfehlung!
    Der scharlachrote Pfad

    Buchinhalt:

    Amerika, 1870: die junge Wah-bo-sehns vom Stamm der Crow ist bereits Witwe und trauert um ihren toten Ehemann. Als ihr Dorf von Lakota angegriffen wird, wird die junge Frau verschleppt, zusammen mit ihrem Baby. Angst und Verzweiflung machen sich in ihrem Herzen breit, doch der Krieger Tschetan – der Falke -  nimmt sich Wah-bo-sehns an und heiratet sie, entgegen aller Spötteleien seiner Stammesbrüder. Wa bo-sehn lebt fortan das Leben einer Lakota und ihr Kind wächst als Tochter ihres neuen Ehemannes auf, erlebt Kämpfe, Raubzüge, aber auch das alltägliche Leben im Dorf der Lakota. Schließlich aber nimmt die Flut der Weißen und das Ausbleiben der Bisons immer mehr zu und der Stamm ist gezwungen, sein Gebiet zu verlassen. Eine beschwerliche und entbehrungsreiche Reise beginnt – nach Kanada. Ob sie dort in Freiheit ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen dürfen, steht allerdings in der Sternen…

     

    Persönlicher Eindruck:

    Was für ein großartiges Buch! Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber jedes Weitere überrascht und fesselt mich aufs Neue. Der Kampf und das Streben nach Freiheit der stolzen Indianervölker des amerikanischen Kontinents beschreibt Kerstin Groeper so detailreich und packend, dass man bereits nach wenigen Seiten das Gefühl hat, mitten in ein verhangenes Jahrhundert gesogen worden zu sein. Schließt man die Augen, kann man förmlich das Gras der weiten Prärien im Wind rauschen und den Hufschlag der Büffel in der Ferne hören.

    Frau Groeper besitzt ein detailliertes Wissen über Lebensweise, Spiritualität und Leben der Lakota der damaligen Zeit. Der Alltag im Indianerdorf, Riten und das tägliche Leben geben einen spannenden und bildgewaltigen Einblick; besonders gefällt mir die Einstreuung von Namen und Begriffen aus der Lakotasprache, die den Leser noch näher an die Handlung bringen.

    Wah-bo-sehns als weibliche Hauptfigur hatte durchweg Identifikationspotential und ich versetzte mich augenblicklich in die junge Frau, auch Tschetan, der dann von seinen Stammesbrüdern Tschetan-withko, „der verrückte Falke“ , genannt wird, war für mich plastisch und nachvollziehbar, die beiden haben mich auf den 800 Seiten der Saga durch 10 Jahre ihres Lebens begleitet und teilhaben lassen an Liebe und Leid, Licht und Schatten und so flogen die Seiten des Buches nur so dahin. Der Spannungsbogen hat nie nachgelassen, im Gegenteil.

    Landraub, Büffeljäger und die schonungslose Zurückdrängung der Siouxvölker durch die Weißen wurden genauso zur Sprache gebracht wie das alltägliche Miteinander; das Buch hat mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt und emotional wirklich berührt.

    Ein fantastischer Roman, der Erzählung, geschichtliche Fakten, Gefühl und Lebensweise der Lakota gekonnt und wissensfundiert miteinander verknüpft und dessen Seiten beim Lesen wie im Flug verfliegen. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich auf eine Reise in vergangene Zeiten entführen lassen möchten und ein tiefgängiges Buch mit viel Stoff zum Nachdenken suchen. Einfach klasse, absolut volle Punktzahl!

    Kommentare: 2
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Leserunde zum Buch "Der scharlachrote Pfad- eine Sioux Saga"

    Ich habe ja noch nie eine Leserunde gemacht ...aber bei diesem Thema bietet es sich vielleicht an, weil die Leser eventuell doch so einige Fragen haben. Ich möchte mit euch über indianische Etikette und Spiritualität philosophieren und über die historischen Ereignisse diskutieren. Ich beantworte auch Fragen zur Sprache der Lakota und was ihr sonst so wissen wollt. Das Buch basiert auf historischen Tatsachen, obwohl die Hauptprotagonisten frei erfunden sind. So hatte ich mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Handlung. Kann mich jemand beraten, wie so eine Leserunde abläuft? Freu mich auf euch!

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    Ihr lieben Fans, 

    soeben ist mein neues Buch erschienen. Es handelt von einer Gruppe Lakota, die nach der Schlacht am Little Bighorn bis nach Kanada flieht und sich dort anpassen muss. Der Roman basiert auf historischen Tatsachen und soll aufzeigen, wie diese Menschen auf die Bedrohung und die Veränderung reagiert haben. Im Vordergrund stehen hier die Frauen und ihre Schicksale, weil es mich immer aufregt, wenn in Geschichtsbüchern oder in der Fachliteratur nur steht "Frauen und Kinder ergriffen die Flucht". Ich wollte beschreiben, wie diese Frauen sich gefühlt haben müssen, wenn Familienangehörige starben und Soldaten ihnen auf den Fersen waren. Die Geschichte handelt von den letzten Kämpfen dieser Menschen um ihr Land und um ihre Lebensweise. Es kann nur eine Annäherung sein ...aber ich war vor Ort und habe mit Nachfahren gesprochen. Trotzdem soll dieses Buch einfach nur ein spannender Roman sein, der kein Fachbuch ist, sondern über die Charaktere und eine spannende Handlung und natürlich "Liebe" ein breiteres Publikum anspricht.
    Um ein Buch zu gewinnen, müsst ihr folgende Frage beantworten: Wie nennen die Lakota "Kanada" in ihrer Sprache ... und warum?
    Natürlich bekommt ihr es signiert!

    Eure Kerstin
    Lua23s avatar
    Letzter Beitrag von  Lua23vor 5 Jahren
    Mein Buch ist mittlerweile angekommen.
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