Kerstin Groeper , James Ayers Im fahlen Licht des Mondes

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Inhaltsangabe zu „Im fahlen Licht des Mondes“ von Kerstin Groeper

Winter 1876. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss und dem Sieg über General Custer haben sich die Cheyenne wie gewohnt in ihre Winterlager zurückgezogen. Auch Moekaé, eine junge Frau, freut sich auf die Ruhe des Winters. Als eines Morgens Kugeln in ihr Tipi schlagen, beginnt für sie eine verzweifelte Flucht. Nach schweren Kämpfen werden die Cheyenne schließlich gestellt und ins Indianer-Territorium deportiert. Dort siechen die Menschen unter schrecklichen Bedingungen dahin. Sie sind das Klima nicht gewohnt, zudem reichen die gelieferten Lebensmittel kaum aus, um den ärgsten Hunger zu lindern. Mit einigen Entschlossenen bricht Moekaé auf, um wieder in ihre angestammte Heimat im Norden zurückzukehren. Mitten im Winter sind die Cheyenne so geschwächt, dass ein Teil der Menschen sich nach einem entbehrungsreichen Weg schließlich im Fort Robinson ergibt. Dort verschlimmert sich die Lage so sehr, dass die verzweifelten Menschen den Ausbruch wagen, unter ihnen auch Moekaé. Sie ist hochschwanger, als sie mitten im Schneesturm von einer Kugel getroffen wird … denn die Soldaten und weißen Siedler beginnen eine gnadenlose Hetzjagd auf die verhassten Indianer.

Ein gutes Buch, das lange in Erinnerung bleibt!

— Horst_Berger
Horst_Berger

Muß man gelesen haben!

— KleinerVampir
KleinerVampir

Historischer Roman, sehr schöne fiktive Geschichte in exaktem historischem Hintergrund.

— karatekadd
karatekadd

Flache Story im fahlen Mondlicht der nordamerikanischen Geschichte

— widder1987
widder1987

Ein beeindruckendes Buch, das mich nicht mehr loslässt.

— JoJansen
JoJansen

Ich bin einfach nur sprachlos und begeistert

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein großartiges Buch, das uns das Leben der Indianer näher bringt und eine Sogwirkung hat, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen.

— tinstamp
tinstamp

Tiefgründige Geschichte über den Untergang der Cheyenne!

— mabuerele
mabuerele

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der wissen will, was Flucht bedeutet ...

— gst
gst

Ein historischer Roman über das Schicksal der Cheyenne, der einen mitleiden und mitfiebern lässt, aber auch zum Lachen bringt.

— Lesestunde_mit_Marie
Lesestunde_mit_Marie

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  • Vom Untergang des freien Lebens der Cheyenne

    Im fahlen Licht des Mondes
    SiCollier

    SiCollier

    05. May 2017 um 18:23

    Der weiße Mann führte zwei Kriege. Einen, um uns zu töten. Und einen, um die Erinnerung daran auszulöschen.Black Kettle, Cheyenne Häuptling (1867, S. 7)„So ein Mist. Es ist doch nur ein Kind! Wer schießt denn auf Kinder?“Collins zuckte mit den Schultern. „Jeder, wenn es sich um Indianer handelt. Wir haben ja auch geschossen.“Josh sagte nichts mehr, denn sein Bruder hatte recht. Jeder schoss auf Indianer. Zumindest hier draußen.](Seite 274)Meine Meinung„Ich fand es beim Schreiben ganz schön, dass ich auch mal ‘nette’ Weiße hatte und nicht nur mordende Soldaten.“ So schreibt Kerstin Groeper im Nachwort (S. 582). Zu dem Zeitpunkt, da diese „netten Weißen“ auftauchten, war es allerdings allerhöchste Zeit für ein paar erfreuliche Gestalten. Denn bis dahin war schon so viel Leid, Schmerz und Tod passiert, daß mein Haß- und Wutpotential ins schier Unermeßliche gestiegen war. Dabei hat die Autorin die Kriegs-, eher Massakerszenen, weder unnötig ausgedehnt noch übermäßig detailgetreu beschrieben, sondern die genau richtige Balance zwischen Beschreiben und Weglassen gefunden, so daß man sich alles genau vorstellen konnte, ohne daß man als Leser horrormäßig „im Blut baden“ mußte. Schlimm genug war es dennoch. Und dieser Teil gehört, man werfe einen Blick in die Geschichtsbücher, eindeutig zum Bereich „Fakt“ und nicht zur Fiktion. Das Buch besteht eigentlich aus zwei Teilen, die im Verhältnis ungefähr ein Drittel zu zwei Drittel zueinander stehen. Viel länger hätte der erste Teil aber nicht sein dürfen, um nicht doch die Grenze des Ertragbaren zu überschreiten. Dabei sitzt der Leser möglicherweise gemütlich im Wohnzimmer, während die der Erzählung zugrunde liegenden Menschen das einstens durchleiden mußten. Sicher sind Moekaé und ihre Nichte Rotes Blatt fiktive Figuren, jedoch tauchen etliche historisch belegte auf und wenn man sich deren Lebensweg ansieht, wird man feststellen, daß die Autorin die damaligen Geschehnisse ziemlich zutreffend wiedergegeben hat. Und in diesem zweiten Teil, der beginnt, als die „netten Weißen“ endlich auftauchen, finden sich die für meine Begriffe beeindruckendsten Stellen; das sind nicht unbedingt die von Kampf und Krieg. Die ganze Kraft ihres Könnens zeigt die Autorin vor allem in den eher stillen, ruhigen und nachdenklichen Momenten, die auf mich am Ergreifendsten wirkten; etwa wenn Moekaé von mitleidigen Menschen versorgt wird und die Erinnerungen an frühere Zeiten hochkommen. (S. 213) Oder wenn sie nach langem Leidensweg wieder dem alten, einst so stolzen und nun nur noch müden, Häuptling Dull Knife gegenübersteht. „Ich dachte, Indianer weinen nicht.“ Offensichtlich ein Irrtum, und es mag durchaus sein, daß dann nicht nur im Buch die Tränen fließen, weil gerade in solch ruhigen Szenen eine Eindringlichkeit zutage tritt, die tief unter die Haut geht und berührt.„Ich möchte mit meinen Büchern unterhalten, aber auch Wissenswertes vermitteln. Am meisten möchte ich jedoch Betroffenheit auslösen.“, schreibt die Autorin im Nachwort (S. 581). Beides gelingt ihr in diesem Roman. Der Schreibstil ist dermaßen „unterhaltsam“, daß ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der „wissenswerte Teil“ besteht darin, daß zwar Moekaé und die Bronsons fiktive Figuren sind, an denen jedoch exemplarisch die Geschehnisse jener Zeit dargestellt werden. Denn der Überfall auf das Camp der Cheyenne, der Ausbruch aus Fort Robinson, die Verhältnisse in der Reservation und schließlich die Behandlung der Indianer durch die Armee - das ist historisch verbürgt und in den Geschichtsbüchern nachzulesen.Am Beispiel der Protagonisten erzählt Kerstin Groeper die Geschichte der Cheyenne, vom Untergang des freien Lebens und der erzwungenen Anpassung an den Lebensstil des „weißen Mannes“, die alles andere als leicht war. Denn, so möchte man sagen, Cheyenne und Weiße lebten in völlig verschiedenen Welten. Der „weiße Mann“ brach in die Lebenswelt der Cheyenne ein und walzte rücksichtlos alles nieder, was ihm in den Weg kam. Die Cheyenne konnten untergehen - oder sich anpassen und versuchen zu überleben. Genau das, nämlich Überleben, will Moekaé, die von den Weißen dann Monika genannt wird. Als sie verwundet und am Ende ihrer Kräfte, dem Tod näher als dem Leben, von den Bronsons aufgenommen wird, prallen zwei Welten aufeinander, was noch durch die fehlende Verständigungsmöglichkeit verschärft wird. In der Folge erleben wir das Zusammenleben und das sich langsam Annähern aus beiden Sichtweisen: der von Moekaé und auch aus der der aufnehmenden Familie Bronson. Eine besonders interessante Figur ist dabei der Vater Theodor, der zunächst mit allen üblichen Vorurteilen und Vorbehalten Indianern gegenüber behaftet und ein ewiger Griesgram ist, was beim Lesen für manchen Lacher gut ist. Seine Entwicklung im Buch ist wohl die deutlichste und macht die ganze Problematik des Aufeinandertreffens der Kulturen besonders anschaulich. Allerdings, es war zu befürchten, geht all das nicht ohne Probleme und Mißverständnisse vonstatten, und mehr als ein Mal habe ich die Luft angehalten, ob sich manche schwierige Situation denn noch gut auflösen würde. So wurde es auch in diesem zweiten Teil, obwohl der überwiegend dem harten Leben auf einer neu gegründeten Farm gewidmet war, nie langweilig. Längen konnte ich keine feststellen, handlungsbezogene und beschreibende Abschnitte sind gut ausgewogen und lassen das Kopfkino lebhaft anspringen. Sehr angenehm ist mir auch das langsame Ausklingen des Buches aufgefallen. Wenn dann die rund fünfhundertachtzig Seiten viel zu schnell gelesen sind, heißt es Abschied nehmen von Figuren, von denen ich kaum glauben kann, daß sie „nur“ fiktiv sind, so intensiv habe ich sie auf ihrem meist schweren Weg begleitet. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Welt verändert, nichts ist mehr wie es war, und wir können nur hoffen, daß den Überlebenden ein gutes Leben vergönnt ist.Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.Mein FazitDer schwere und leidvolle Weg der Cheyenne vom freien Leben in der Prärie in die Welt des weißen Mannes. Ein lesenswertes Buch, das den Cheyenne ein würdiges Denkmal setzt.

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  • Mythen, Legenden und Märchen der nordamerikanischen Indianer...

    Indianermärchen
    parden

    parden

    MYTHEN, LEGENDEN UND MÄRCHEN DER NORDAMERIKANISCHEN INDIANER... Das Bild der Indianer wurde jahrhundertelang nach den Vorstellungen der Weißen gezeichnet. Dabei kam es zu einer verzerrten, häufig klischeehaften Darstellung der indianischen Kultur. Ein wirkliches Verständnis ist aber nur möglich, wenn die Indianer aus ihrer eigenen Welt, ihren Mythen, ihren Traditionen und ihrem eigenen Bewusstsein heraus begriffen werden. Dazu können die hier gesammelten Märchen wichtige Anhaltspunkte und Hilfen geben.  Allerdings sind die Märchen bei den indianischen Stämmen immer nur mündlich tradiert worden. Eine Schriftsprache besaßen die nordamerikanischen Indianer nicht. Nach den Jesuiten im Jahr 1633 waren es vor allem Handlungs- und Forschungsreisende, in deren Aufzeichnungen  über ihre Erlebnisse im Indianerland sich sporadisch auch Elemente von Indianermärchen und -legenden fanden. Als im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts eine breitere Sammlung indianischer Folklore aufkam, neigten die Schreiber leider oft dazu, die indianischen Märchen ihrem eigenen persönlichen Geschmack entsprechend einzufärben und umzuformulieren.  Durch den Eifer verschiedener amerikanischer Universitäten kam schließlich eine immense Forscher- und Sammlertätigkeit auf. Es gibt mittlerweile kaum einen primitiven Kulturbereich, dessen Mythen, Legenden und Märchen so erschöpfend und genau notiert worden sind, wie derjenige der nordamerikanischen Indianer.  Die hier vorliegende Auswahl bietet höchstens eine kleine Kostprobe aus der inzwischen umfangreichen Sammlung. Dabei wurde sich bemüht, die Verfälschungen der ursprünglichen Erzählungen durch die Schreiber wieder rückgängig zu machen, um sich dem Original wieder anzunähern. Es wurden vor allem solche Texte ausgewählt, die etwas über die Lebensumstände der einzelnen Stämme, die magischen Vorstellungen und das Selbstverständnis der Indianer aussagen. Die Indianer können so ohne Verfälschung durch das Selbstverständnis der Weißen aus ihrer eigenen Tradition und Weltsicht heraus kennengelernt werden.  Auch wenn heute nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass ursprüngliche Überlieferungen vollkommen unverfälscht an uns herangetragen werden können, war ich neugierig darauf, was mich hier erwartet. Und tatsächlich gewährte diese Sammlung einen interessanten Einblick in die Vielfältigkeit der indianischen Stämme einerseits und das Verbindende der indianischen Kultur andererseits. Die Naturverbundenheit, der Aufbau einer indianischen Gemeinschaft, die Lebensgewohnheiten und die Mythen der Ureinwohner Amerikas werden hier glaubhaft präsentiert. Auch wenn die einzelnen Texte oft recht schmucklos und z.T. fast nüchtern daher kommen, hat mir die Lektüre gut gefallen. Manche Indianerstämme kannte ich  zuvor noch nicht einmal vom Hörensagen. Von anderen habe ich inzwischen ein viel umfassenderes Bild erhalten. In jedem Fall kommt solchen Sammlungen eine immense Bedeutung zu: die Bewahrung von vergänglichen kulturellen Schätzen.  ©parden 

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    • 10
  • Im fahlen Licht des Mondes

    Im fahlen Licht des Mondes
    KleinerVampir

    KleinerVampir

    15. August 2016 um 14:06

    Buchinhalt: Winter 1876: die Schlacht am Little Big Horn ist geschlagen, Custer ist besiegt und die Cheyenne bereiten sich auf den Winter vor. Dann jedoch kehrt der Feind zurück – und nach einer blutigen Schlacht werden die Cheyenne von ihrem Land in ein Reservat deportiert. Auch Moekaé, eine junge Indianerin, erfährt diesen Leidensweg: Hunger, Ausweglosigkeit und schreckliche Lebensbedingungen bestimmt im Reservat das Leben der Indianer. Bis eines Tages eine Gruppe sich auf den Weg macht, zurück in die alten Jagdgründe. Unter ihnen auch Moekaé…   Persönlicher Eindruck: Was für eine Geschichte! „Im fahlen Licht des Mondes“ erzählt vom stolzen Volk der Cheyenne, ihrem Leben im Einklang mit der Natur aber auch von den blutigen Kämpfen zwischen den Indianern und dem Weißen Mann – mitten drin Moekaé, die Protagonistin dieser Erzählung. Spannend und in eingängiger Sprache erzählt die Autorin erneut von den Ureinwohnern Amerikas, ein Roman mit realen Hintergründen. Vorzüglich recherchiert und mit viel Kopfkino taucht man als Leser nahezu sofort in das Buch ein und lebt und leidet mit der jungen Hauptfigur und ihrem Volk. Das Setting ist plastisch und anschaulich und auch die handelnden Figuren haben Profil und sind nachvollziehbar. Viel zu schnell kommt dann die letzte Seite – man merkt fast nicht, dass es sich durchaus um einen längeren Roman von über 500 Seiten handelt. Moekaé als Protagonistin bringt dem Leser das Leben in der Prärie nahe, die Kleinigkeiten des Alltags genauso, wie Hass und Gewalt, wie sie die Weißen dem indianischen Volk entgegenbringen. Es gibt durchaus härtere Stellen, man darf sich das Ganze nicht wie ein uneingeschränktes Abenteuer vorstellen. Aber genau das macht die Geschichte authentisch und man kann sich ihrer Aura kaum entziehen. Das Buch vereint Historienroman mit Fiktion, den Einblick in die Vergangenheit des amerikanischen Kontinents mit Lebensgeschichte und…. Ja, doch: auch Abenteuer. Obwohl das Buch viel mehr ist. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich für Indianer interessieren und einen guten historischen Roman abseits des Mainstreams zu schätzen wissen. Absolut verdiente volle Punktzahl!

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  • Historischer Roman - Nicht einfach ein Indianerbuch

    Im fahlen Licht des Mondes
    karatekadd

    karatekadd

    03. August 2016 um 14:26

    Die Schlacht am Little Bighorn ist geschlagen. Brevet General G.A. Custer ist tot. Es wird der letzte große Sieg der vereinigten Stämme der Lakota und Cheyenne sein, den die 7th. Cavalry schwört Rache. Die Cheyenne haben sich in ihr Winterlager zurückgezogen. Zu der Gruppe gehört auch Moekaé. Gerade verheiratet mit Hekovetse, einem jungen Krieger, der den Blue Soldiers angehört. Nein das sind nicht die Blauröcke, dies ist ein Kriegerbund. Plötzlich schlagen Kugeln in ihr Tipi. So beginnt die erste Flucht. Die Tochter von Moekaé´s Schwester, das kleine Mädchen Rotes Blatt muss sie mitnehmen. Doch bald werden sie gestellt und so beginnt der lange Marsch der Cheyenne, der in eine weit entfernte Reservation in ungewohntem Klima führt. Oklahoma legt sehr weit südlich von der Heimat entfernt. Die Häuptlinge Little Wolf und Dull Knife haben eine schwere Aufgabe. Als die Zustände immer schlimmer werden, insbesondere die Verpflegung der Indianer ist zu wenig, beschließen sie, zurückzukehren in den Norden. Doch in Fort Robinson, nördlich des North Platte River müssen sie sich ergeben. Doch auch dort geht es den Menschen schlecht. Die durch eine Vergewaltigung hochschwangere Moekaé wagt mit anderen erneut einen Ausbruch. Verfolgt von Soldaten und weißen Siedlern trifft sie eine Kugel im Schneesturm. Doch sie wird gerettet. Von weißen Farmern. Bei denen wird sie vorerst bleiben. Mit dem kleinen Mädchen Rotes Blatt und dem bald Neugeborenen…   * * * Historischer Roman steht auf dem Buchdeckel. Ja, es ist ein historischer Roman, auch wenn die Hauptfiguren fiktiv sind. Aber die grundlegende Geschichte beruht auf Tatsachen. Dies lässt sich sehr gut nachvollziehen, wenn man sich auf die Spuren von Dull Knife begibt. Die Geschichte seiner Familie hat Joe Starita nieder geschrieben in Häuptling Dull Knife – Die Geschichte einer Indianerfamilie. [1]  Darin ist die Geschichte erzählt, wie die beuden Häuptlinge den Zug ins sogenannte Indianer-Territorium nach Oklahoma nicht verhindern konnten und wie sie 1878 beschlossen, ihr Volk wieder in den Norden zu führen. Auch die Flucht aus Fort Robinson ist da so beschrieben, wie sie Kerstin Groeper aus Sicht ihrer Heldin erzählt. In der weiteren Geschichte sieht Moekaé die Häuptlinge wieder, sie bestärken sie, bei der Farmerfamilie zu bleiben. Die Gruppen der verfolgten und zerstreuten Cheyenne leiden Hunger. Bisons gibt es nur noch wenige. Dull Knife wird später in der Lakota Reservation Pine Ridge unterkommen, seine Frau ist eine Lakota und Verbindungen zwischen diesen beiden Stämmen gab es öfter. Als ich Im Licht des fahlen Mondes las, stutzte ich mehrmals und zog dann die genannte Familiengeschichte aus dem Regal. Manches kam mir bekannt vor. Von Dull Knife und seinen Nachkommen wird in diesem Blog noch zu sprechen sein.   * * * Kerstin Groeper erzählt also eine duale Geschichte. Die schwere Arbeit der Siedler, der Prärie ein Stück Farmland abzutrotzen um dort Rinder, Pferde und später Bisons zu züchten beschreibt sie genaus so präzise und bildhaft, wie das Schicksal derer, die von eben diesem Land auf Reservationen vertrieben wurden. Auch das Zusammentreffen der Religionen ist ein Thema, wenn es zum Beispiel um das Bestatten geht. Kerstin Groeper möchte mit ihren Büchern nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch Wissenswertes vermitteln, schreibt sie in einem historischen Abriss, den sie dem Roman angehängt hat. Dabei beschäftigte sie sich viel mit den Cheyenne. Die Tochter eines Schriftstellers lebte einige Jahre in Kanada und beschäftigte sich schon früh mit den indigenen Stämmen Nordamerikas. „Sie lernte Lakota, die Sprache der Teton-Sioux und ist aktives Mitglied einer Vereinigung, die sich der Unterstützung zum Fortbestehen der Sprache und Kultur der Teton-Sioux widmet und Mitarbeiterin beim Aufbau der Lakota Village Circle School auf der Pine Ridge Reservation in South Dakota. In Deutschland führt sie regelmäßig Referate und Seminare über die Sprache, Kultur und Spiritualität der Lakota-Indianer durch.“ [2] Ich lernte die sympathische Autorin am Stand des Traumfänger-Verlages auf der Buchmesse 2016 in Leipzig kennen. Der Verlag war mir damals noch unbekannt. Eigentlich seltsam. Im Programm stehen sehr verschiedene Arten von Indianerliteratur. Vom Krimi, über historische Romane, Jugendbücher und Sachliteratur zum Thema. Ein Verlag, den es im Auge zu behalten gilt.  Bebildert und vollständig unter Litterae-artesque ► DNB / Traumfänger-Verlag / Hohenthann 1.2015 / ISBN: 978-3-941485-48-8 / 582 S. © KaratekaDD [1] Siehe Starita, Joe: Häuptling Dull Knife… / Droemer Knaur / München 1996 / ISBN: 3-426-26758-6 [2] Vgl. http://www.traumfaenger-verlag.de/index.php/kerstin-groeper.html, 02.08.2016, 15:30 Uhr

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  • Beeindruckendes Buch

    Die Geschichte des Sitting Bull.
    mabuerele

    mabuerele

    „...Sie haben uns besiegt, aber sie konnten uns nicht vernichten...“ David besucht seinen Großvater im Reservat. Der Junge ist bedrückt, weil er in der Schule in Sport zu langsam ist. Daraufhin erzählt ihm der Großvater die Geschichte von Tatanka Iyotake, in die Geschichte eingegangen als Sitting Bull. Als Kind wurde er Hunkeshni genannt, das heißt „Langsam“. Der Autor hat eine beeindruckende Biografie über Totanka Iyotake geschrieben. Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil endet kurz nach der Todeszeremonie für Springender Büffel, Tatankas Vater. Der zweite Teil zeigt die Welt im Wandel und beginnt 1864. Darin beschreibt der Autor den Kampf der Lakota um ihre Selbstständigkeit und Freiheit. Abschluss bildet die letzte siegreiche Schlacht am Little Bighorn. Der dritte Teil beginnt mit der Flucht nach Kanada und beschreibt die letzten Jahre des Häuptlings bis zu seinem Tod. Am Ende greift der Autor nochmals die Rahmenhandlung auf. David begreift, dass in ihn das Blut der Lakota fließt und das dies kein Widerspruch zu seiner aktuellen Interessen in der digitalen Welt ist. Er möchte vom Großvater das Spielen der Flöte lernen. Es gilt, die Tradition nicht zu vergessen. Obiges Zitat fällt in diesem Abschnitt. Der Schriftstil des Buches weist etliche Feinheiten auf. Die Geschichte wird lebendig und spannend erzählt. Es sind wichtige Episoden aus dem Leben von Tatanka, die mir als Leser nahegebracht werden. Die Freude über den ersten geschossenen Büffel, die Trauer über den Tod des Vaters, die Achtung, die ihm als Häuptling entgegengebracht wird, seine Großzügigkeit und Freigiebigkeit sind nur einige der Themen, die berührt werden. Gleichzeitig werden die Lebensverhältnisse der Lakota ausführlich dargestellt, sei es der Inhalt eines Tipis, die vielfältige Verwendung der erlegten Büffel, der Sonnentanz, Aufbau und Funktionsweise einer Schwitzhütte und vieles mehr. Eingebettet in die Handlung sind Sagen und Mythen der Lakota. Besonderer Wert wird auf die Wiedergabe der wesentlichen Visionen von Tatanka gelegt. Die weißen Amerikaner werden durch ihr Tun charakterisiert. Zusätzlich äußern die Lakota ihre Meinung zu den neuen Mitbewohnern. Die eigentliche Erzählung ist aber nur ein Teil des Buches. In gelber Schrift sind zusätzliche Informationen in Randkästchen enthalten. Ich als Leser kann also entscheiden, wann ich die lese. Gleiches gilt für Zitate, die fett an der Seite eingefügt wurden. Lieder und Gedichte der Lakota werden in gelber Schrift im Text gekennzeichnet. Neben dem Text besticht das Buch durch die vielfältigen und anschaulich wiedergegebenen Zeichnungen. Es ist erstaunlich, wie gut die Bilder Stimmungen wiedergeben. Einige gehen über eine Doppelseite, sind in einer Grundfarbe gestaltet, die nur in geringfügig im Farbton variiert. Eine Büffeljagd und Kriegsgeschehen werden so dargestellt. Andere Illustrationen sprühen vor Farbe und zeigen selbst minimale Details. Das gilt auch für die malerische Darstellung der Personen. Meine Lieblingsbilder sind der Blick ins Gebirge auf den Seiten 100/101 und der Vogel auf Seite 90. Das Buch wird ergänzt durch den Stammbaum von Tatanka, eine Karte des den Lakota per Vertrag zugesicherten Landes und des Territoriums, was ihnen bis heute blieb, Zitate über Tatanka und eine Bibliografie. Das Cover zeigt Tatanka mit seinem Federschmuck während seiner Reise mit Buffalo Bill über den Heiligen Bergen der Lakota. Es passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich habe nicht nur die Biografie einer Persönlichkeit gelesen, sondern gleichzeitig den Untergang eines Volkes gedanklich miterleben müssen. Das Recht des Stärkeren hat für Leid und Trauer gesorgt. Die Folgen sind bis heute spürbar. Es geht aber auch um Freundschaft und gegenseitige Achtung, um Verrat und Gier.

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    • 8
  • Leserunde zu "Die Geschichte des Sitting Bull." von Erik Lorenz

    Die Geschichte des Sitting Bull.
    Palisander_Verlag

    Palisander_Verlag

    Liebe LovelyBooks-Freunde,wir, der Palisander Verlag und unser Autor Erik Lorenz, möchten euch zu einer Leserunde mit der illustrierten "Geschichte des Sitting Bull" einladen. Sitting Bull war ein Indianer vom Stamm der Lakota (Sioux), und er war der wahrscheinlich berühmteste aller Häuptlinge und Medizinmänner Nordamerikas. Er gilt als der Mann, unter dessen Führung vor 140 Jahren, im Juni 1876, General Custer und seine Reiterarmee in der Schlacht am Little Big Horn vernichtend geschlagen wurden. Sein Leben spiegelt die ganze Tragik der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents wider. Über das Buch:Der zehnjährige David vom Stamm der Sicangu Lakota kennt Tatanka Iyotake, besser bekannt als Sitting Bull, nur als eine mythische Gestalt seines Volkes. Als er seinen Großvater besucht, erfährt er von ihm die wahre Geschichte des berühmten Häuptlings und Medizinmanns der Lakota. Am Lagerfeuer des alten Mannes taucht er ein in eine längst vergangene Zeit, in die faszinierende Welt des amerikanischen Westens – die spannende Lebensgeschichte Sitting Bulls.In dieser großartig illustrierten, auf historischen Tatsachen beruhenden Erzählung für Jung und Alt wird die wechselvolle Geschichte des Jägers, Sonnentänzers, Kriegers, Geheimnismanns, Kriegshäuptlings und Showmanns Sitting Bull zu neuem Leben erweckt.

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    • 275
  • Lakota für Anfänger

    Indianisch für Anfänger
    Petersilie

    Petersilie

    Ein Buch, das einen gedanklich einmal um die halbe Welt reisen lässt und einen in eine vollkommen andere Kultur eintauchen lässt. Dieses Jugendbuch zeichnet sich vor allem durch die Protagonistin Kaja aus. Eine starke und selbstbewusste junge Frau, die mich mit ihrem kühlen Sarkasmus und ihrer scharfen Zunge ein ums andere Mal zum Lachen gebracht hat. Auch wenn man ihren eigentlichen Charakter erst nach einigen Kapiteln bemerkt, da man sie anfangs leicht für kindisch und überheblich halten kann. Die anderen Buchfiguren fügen sich ebenfalls realistisch in die Geschichte ein. Neben den Figuren lebt die Geschichte von den Einblicken, die die Autorin uns Lesern in eine andere Kultur gibt. Im Laufe der letzten Jahre gab es viele verschiedene Erwachsen- und Jugendlektüre zum Leben der amerikanischen Ureinwohner, „Indianisch für Anfänger“ jedoch schaffte es trotzdem mir neue Informationen zu vermitteln. Besonders wurde mein Interesse für die Sprache Lakota geweckt. Es gab viele Momente, wo ich Probleme mit der Wortwahl hatte. Die wirkte zum Teil etwas zu sehr an Jugendliche angepasst, was unteranderem zum falschen, ersten Eindruck über Kaja führte. Trotzdem konnte mich das Buch packen. Mein Hauptproblem bei diesem Buch war das Ende, ehrlich gesagt kann ich gar nicht sagen, wie es mir besser gefallen hätte (ich weiß, dann soll man auch keine Kritik ausüben), aber so bin ich jedenfalls nicht zufrieden. Trotzdem ist „Indianisch für Anfänger“ ein Buch, das ich allen empfehlen kann, die an der indianischen Kultur interessiert sind oder einfach an einem netten Jugendbuch für zwischendurch. Ich danke dem Traumfänger-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    • 2
  • Eine starke Frau

    Im fahlen Licht des Mondes
    JoJansen

    JoJansen

    Nach vielen Jahren habe ich wieder einmal ein Indianerbuch gelesen. Anders als bei Coopers Lederstrumpf oder den Büchern von Liselotte Welskopf-Henrich, steht hier eine junge Frau im Mittelpunkt des Geschehens. Moekaé ist Cheyenne und erlebt mit ihrer Familie die Vertreibung durch die Weißen Mitte / Ende des 19. Jahrhunderts. Die junge Frau ist zu Beginn der Geschichte gerade mal 17 oder 18 Jahre alt, verheiratet mit Heskovetse, einem Krieger. die Idylle aus Tipis, wärmenden Fellen und genug Vorräten für den Winter wird jäh zerstört durch einen brutalen Überfall weißer Soldaten, die auf alles schießen, was sich bewegt. Es beginnt eine verzweifelte Flucht der Überlebenden durch den beginnenden Winter, frierende, hungernd, immer wieder Tote zurücklassend. Es ist so traurig, zu lesen, wie hier ein ganzes Volk vernichtet werden sollte, wie Lebenseinstellungen aufeinander prallen. Die Cheyenne ehrten die Natur, fanden dort alles, was sie zum Leben brauchten, bevor die Weißen kamen und ihre Lebensgrundlage zerstörten. Wie krank das klingt: Die Büffelherden wurden abgeschlachtet, um Platz für Weideland für die gescheckten Kühe zu haben, die das raue Klima gar nicht vertrugen ... Die Indianer selbst wurden von den Soldaten wie Vieh behandelt, in Lagern zusammengepfercht, mit Essenentzug bestraft. Mir fielen immer wieder Parallelen zur heutigen Zeit auf, zu den Lagern im Zweiten Weltkrieg und zu den Flüchtlingen, die heute nach Europa kommen. Man kann das Buch nicht einfach lesen und denken 'schlimm, aber zum Glück lange her und vorbei'. Es ist leider nicht vorbei, weil es immer noch Menschen gibt, die andere als minderwertig betrachten. Damals wie heute werden Ängste geschürt, Unwahrheiten verbreitet ... Zurück zum Buch. Moekaé ist eine kluge Frau. Sie wählt für sich und ihre Kinder einen Weg, der ihnen das Überleben garantiert. Interessant fand ich das Zusammenwachsen und das Lernen der Familien voneinander. Gern hätte ich Moekaés Weg noch weiter verfolgt, die Entwicklung zum Ende des Buches ging ja rasant voran. Alles in allem umfasst die Geschichte aber nur einen Zeitraum von etwa drei bis vier Jahren. Ich denke, das wurde historisch etwas gerafft, oder passierte das Umdenken bei den Weißen wirklich so schnell? Alles in Allem haben mich das Buch und vor allem die Figur Moekaé sehr beeindruckt. Darum bin ich der Meinung, so ein Buch hätte ein besseres Lektorat verdient. Ich bin über recht viele Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert. Das Cover gefällt mir einerseits sehr gut, weil die Frau schön und stolz und kraftvoll wirkt. Andererseits habe ich von Moekaé ein etwas anderes Bild. Sie ist sehr jung in der Geschichte (17/18 bis 21/22 Jahre) Das Cover zeigt eine reifere Frau, die wohl ungefähr doppelt so alt ist. Vermisst habe ich eine Übersichtskarte. Die Cheyenne legten große Wegstrecken zurück. Es wäre schön, diese nachvollziehen zu können. Ebenso fehlte mir die genaue zeitliche Einordnung. Wenn ich einen historischen Roman lese, möchte ich nicht noch googeln müssen, wann die Ereignisse stattgefunden haben. Dieser kritische Absatz richtet sich eher an den Verlag als an die Autorin und schlägt sich nicht in meiner Sterne-Bewertung nieder. Fazit: Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Als historischen Roman, als Geschichte einer beeindruckend starken Frau, als Erinnerung daran, dass wir Menschen nur in Frieden miteinander leben und glücklich sein können. 5*****

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    • 7
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. March 2016 um 07:46
  • Leserunde zu "Im fahlen Licht des Mondes" von Kerstin Groeper

    Im fahlen Licht des Mondes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein packender Roman über den Leidensweg einer Cheyenne-Frau und die Besiedelung des Wilden Westens: Die Zeiten sind schwer für das Volk der Cheyenne. Sie werden umgesiedelt und siechen dahin. Als ihnen kein Ausweg mehr bleibt, beschließen sie, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Unter ihnen auch eine junge Frau. Ihr Schicksal mischt sich mit der Geschichte einer Siedlerfamilie, die lernen muss, ihre Vorbehalte gegen die "Rothäute" zu ändern. Wir laden ein zu einer interessanten Leserunde ...

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    • 505
  • Etwas fahles Licht im die nordamerikaische Geschicht gebracht...

    Im fahlen Licht des Mondes
    widder1987

    widder1987

    01. March 2016 um 15:34

    Inhalt: Winter 1876. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss und dem Sieg über General Custer haben sich die Cheyenne wie gewohnt in ihre Winterlager zurückgezogen. Auch Moekaé, eine junge Frau, freut sich auf die Ruhe des Winters. Als eines Morgens Kugeln in ihr Tipi schlagen, beginnt für sie eine verzweifelte Flucht. Nach schweren Kämpfen werden die Cheyenne schließlich gestellt und ins Indianer-Territorium deportiert. Dort siechen die Menschen unter schrecklichen Bedingungen dahin. Sie sind das Klima nicht gewohnt, zudem reichen die gelieferten Lebensmittel kaum aus, um den ärgsten Hunger zu lindern. Mit einigen Entschlossenen bricht Moekaé auf, um wieder in ihre angestammte Heimat im Norden zurückzukehren. Mitten im Winter sind die Cheyenne so geschwächt, dass ein Teil der Menschen sich nach einem entbehrungsreichen Weg schließlich im Fort Robinson ergibt. Dort verschlimmert sich die Lage so sehr, dass die verzweifelten Menschen den Ausbruch wagen, unter ihnen auch Moekaé. Sie ist hochschwanger, als sie mitten im Schneesturm von einer Kugel getroffen wird … denn die Soldaten und weißen Siedler beginnen eine gnadenlose Hetzjagd auf die verhassten Indianer. Fazit: Der histrorischen Roman "Im fahlen Licht des Mondes" der Autorin Kerstin Groeper bringt die 'Wilden Westen-Gesellschaft' vor rund 150 Jahre in emotionaler und handlungsreicher Story den Leser ans Herz aber nicht in den Kopf. Auf knapp 580 Seiten beginnt eine verhehrende Hetzjagd auf die Cheyenne (einen Stamm des Indianervolkes aus Nordamerika) und einen Versuch die 'Rothäuter' in die 'weißen Zivilisation' einzugleidern. Die Autorin, die sich viel und ausgiebig mit dieser Bevölkerungsgruppe unsere Erde beschäftigt, beschreibt lebhafte Kampf- und Fluchtszenen sowie auch herzberührende seeleische Momentaufnahmen der damiligen Zeit, Vegetation und Klimaverhältnisse unter den die Cheyenne ihren Überlebenswillen den 'Altenländer' oder 'weißen 'Siedler aus Europa' präsentieren und bis auf den letzten Atemzug verteiligen. Die Erzählweise Kertin Greopers ist eine echtzeitlich-detailtreue Handlungsschauplätze-, -szenerien- und -storyverfassung, die in Personifizierung und Emotionalität randvoll ausgefüllt ist und den Leser einen nicht all zu fesselenden Spannungsbogen packt, wie des die Thematik erhoffen lässt...2,75 Sterne

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  • Der nackte Kampf ums Überleben

    Im fahlen Licht des Mondes
    Lesestunde_mit_Marie

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    Schon lange wollte ich ein Buch der Autorin Kerstin Groeper, die vielen Lesern, die sich für die indianische Kultur und Geschichte interessieren, sicher bekannt sein dürfte, lesen. Nun durfte ich ihre neueste Veröffentlichung „Im fahlen Licht des Mondes“, im November 2015 erschienen im Traumfänger Verlag, rezensieren und bin schier weg begeistert. Kerstin Groeper besitzt nicht nur ein sagenhaft umfassendes Wissen über das Leben und die Kultur der Indianerstämme, sondern sie versteht es darüber hinaus, dieses Wissen in einen spannenden und mitreißenden Plot zu packen. Wir dürfen das Schicksal der Protagonistin dieses Historienromans, die junge Cheyenne Moekaé, was Grasmädchen bedeutet, über etwa zwei Jahre begleiten. Hierbei erfahren wir nicht nur zahlreiche Details über die Deportation in die Forts und Reservationen, sondern außerdem auch viel über die indianische Kultur und deren Riten sowie erhalten Einblicke in besonders bedeutsame Orte. Interessant sind auch die Vorurteile sowohl der Weißen gegenüber den Indianern, als auch die der Indianer gegenüber den Weißen, genau wie die unerwarteten Parallelen sowie Gegensätze in den Wertewelten. „Manchmal war ein Flüstern zu hören, nur die lauten Stimmen der Soldaten übertönten die Ruhe, wenn sie ihre Anweisungen brüllten. Die Kinder zuckten jedes Mal zusammen, denn ihre Eltern sprachen leise mit ihnen, um ihre jungen Ohren nicht zu beleidigen. Soldaten schienen zu glauben, dass die Cheyenne taub wären.“ Die Geschichte beginnt im Winter des Jahres 1876. Die Schlacht am Fluss Little-Bighorn ist vorüber, General Custer hat gesiegt. Die Cheyenne haben sich in ihre Winterlager zurückgezogen und ausreichend Vorräte angelegt. Der Leser erhält direkt einen Blick auf Moekaé, die Protagonistin dieses Buches, die sich auf die Winterruhe freut. Doch genau in diese Ruhe schlagen unerwartet Kugeln ein – direkt in ihr Tipi - und so beginnt für die noch nicht einmal 20 jährige, jung Verheiratete eine verzweifelte Flucht unter gnadenloser Hetzjagd der weißen Soldaten. Zahlreiche Verluste sind zu beklagen und dabei wird weder Rücksicht auf Kinder, Frauen oder Alte genommen. Wahllos wird gemeuchelt, geschändet und niedergemetzelt. Nach mehreren erbitterten Kämpfen werden die Cheyenne unausweichlich zunächst in Forts und schließlich in Indianer-Reservate im Süden deportiert. Dort sollen sie zivilisiert werden. Doch bar ihrer eigentlichen Aufgaben, siechen vor allem die Männer und Krieger vor sich hin. Die Lebensbedingungen sind schlichtweg untragbar. Viele verfallen dem Alkohol und verändern ihr Wesen. Daher bricht Moekaé mit ihrem Mann Heskovetse und einigen anderen Entschlossenen auf, um wieder in den Norden zurückzukehren. Doch auch diese Flucht ist hart und folgenschwer. Schutzlos mitten im Winter sind die meisten Cheyenne so geschwächt, dass sich ein Teil – unter anderem Moekaé und ihr Mann - ergibt und ins Fort Robinson bringen lässt. Und wieder sind die Bedingungen untragbar, so dass die Cheyenne einen weiteren verzweifelten Ausbruch unternehmen – auch die mittlerweile hochschwangere Moekaé. Sie folgt den Stimmen ihrer Ahnen und schleppt sich mit letzter Kraft auf geheiligtes Indianer Territorium, als sie eine Kugel eines weißen Siedlers trifft und sie beinahe tötet. Nun beginnt eine große Wende im Leben der Indianer Squaw und der weißen Siedler Familie … Ein Buch voller Weisheit und Wahrheit, das in bildhaftem Schreibstil alle Emotionslagen durchspielt und den Leser an die Handlungsorte versetzt. Ob Thriller taugliche Spannung gesteigert bis hin zum Grauen. Mystik, Romantik oder sogar Humor, dieses Buch enthält sämtliche Nuancen, die ein umfassendes Leseerlebnis garantieren. Dabei bleibt Kerstin Groeper aber stets glaubwürdig. Das Buch steckt voller Herzblut und erreicht die Seele des Lesers. Die fiktive Geschichte um Moekaé ist eingebettet in die tatsächlichen historischen Hintergründe der Indianer-Deportationen. Keine leichte Kost und auch keine Lektüre für zwischendurch, jedoch für mich ein echter Page-Turner, der mich in seinen Bann zog und mir die Indianer-Kultur wieder ein Stück näher brachte! Toll sind auch die Charakterzeichnungen. Natürlich fiebert man vom ersten Moment mit der beeindruckenden jungen Moekaé mit, die trotz ihres jungen Lebensalters solch eine Reife aufweist. Schonungslos wird der schwankende Charakter ihres indianischen Mannes Heskovetse aufgezeigt. Der stolze Krieger, der sich selbstlos vor Frauen, Kinder und Alte stellt, ohne den Tod zu fürchten; aber in den desaströsen Lagerbedingungen dem Alkohol zuspricht und sich sogar zu Schandtaten gegenüber unschuldigen Weißen hinreißen lässt und schließlich sein Gewissen spürt. „Heskovetse spürte die Scham, als er sich von dem Haus entfernte, und er fürchtete sich davor, in Moekaés Augen zu blicken.“ Hingegen ist das kleine, an Mutterstatt angenommene Mädchen „Rotes Blatt“, die Tochter von Moekaés getöter Schwester, ein Beispiel an Anpassungsfähigkeit, Unvoreingenommenheit und Lebensfreude. Toll werden zudem die stolzen, nachdenklichen Stammesältesten dargestellt. „"... Mahéo hat uns gelehrt, Mitleid zu empfinden und Großmut zu zeigen. Wir haben uns weit von dem entfernt, was es heißt, Cheyenne zu sein." Aber auch bei den weißen Siedlern und den Soldaten finden sich die unterschiedlichsten Charakter und Charakterentwicklungen, ob die gutherzige Klara, ihre ebenso sympathischen Söhne Josh und Collins oder ihr griesgrämiger, bärbeißiger und vorurteilsgeladener Mann Theodor, der im tiefsten Inneren - gut versteckt - einen feinen Kern trägt. Fazit: Grandiose historische Literatur über die Deportation der Cheyenne. Ein echtes Lese-Highlight, dass ich nur jedem empfehlen kann, der sich ein wenig für die Ureinwohner Amerikas interessiert.

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    • 8
    Lesestunde_mit_Marie

    Lesestunde_mit_Marie

    17. February 2016 um 07:53
    Floh schreibt wenn ich an dieses Buch denke, möchte ich es gleich erneut zur Hand nehmen und nochmals lesen. Ich glaube, das werde ich auch bald nochmals machen. Es war soooo wunderbar und so bewegend. Ich ...

    Da stimme ich mit Dir in allen Punkten überein!!!

  • In fahlen Licht des Mondes

    Im fahlen Licht des Mondes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Winter 1876. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss und dem Sieg über General Custer haben sich die Cheyenne wie gewohnt in ihre Winterlager zurückgezogen. Auch Moekaé, eine junge Frau, freut sich auf die Ruhe des Winters. Als eines Morgens Kugeln in ihr Tipi schlagen, beginnt für sie eine verzweifelte Flucht. Nach schweren Kämpfen werden die Cheyenne schließlich gestellt und ins Indianer-Territorium deportiert. Dort siechen die Menschen unter schrecklichen Bedingungen dahin. Sie sind das Klima nicht gewohnt, zudem reichen die gelieferten Lebensmittel kaum aus, um den ärgsten Hunger zu lindern. Mit einigen Entschlossenen bricht Moekaé auf, um wieder in ihre angestammte Heimat im Norden zurückzukehren. Mitten im Winter sind die Cheyenne so geschwächt, dass ein Teil der Menschen sich nach einem entbehrungsreichen Weg schließlich im Fort Robinson ergibt. Dort verschlimmert sich die Lage so sehr, dass die verzweifelten Menschen den Ausbruch wagen, unter ihnen auch Moekaé. Sie ist hochschwanger, als sie mitten im Schneesturm von einer Kugel getroffen wird … denn die Soldaten und weißen Siedler beginnen eine gnadenlose Hetzjagd auf die verhassten Indianer. Moekaé lebt mit ihrem Mann Heskovetse, mit dem sie noch nicht allzu lange verheiratet ist, bei ihrem Stamm, den Cheyenne. Sie bereiten sich auf den Winter vor. Doch plötzlich schlagen Kugeln in ihr Tipi ein und sie fliehen mit den wenigen Kleidern am Leib. So viele Menschen, auch darunter Moekaé’s Eltern und ihre Schwester werden bei diesem Überfall getötet. Moekaé kümmert sich, so gut sie kann, um die beiden Kinder ihrer Schwester. Doch bei der Eiseskälte, dem wenigen Essen und den kargen Kleidern am Leib ist es nur eine Frage der Zeit, wie lange die Überlebenden durchhalten werden. Sie werden von den Soldaten gejagt, in ein Fort gebracht, wo sie unter schlimmsten Bedingungen leben müssen. Moekaé, die inzwischen hochschwanger ist, flüchtet mit Heskovetse und anderen Indianern, weil sie es dort nicht mehr aushalten. Eine furchtbare Hetzjagd der Soldaten geht weiter und Moekaé, die halb verhungert ist, wird auch noch von einer Kugel getroffen. Kerstin Groeper hat mich als Leser dem Leben der Indianer unheimlich nah gebracht. Grausam, brutal und schockierend erzählt die Autorin vom Leben und dem Gejagdwerden der Cheyenne, aber auch die Indianer sind nicht ohne Gewalt dabei, es wird schonungslos und offen der Krieg zwischen Indianern und den Weißen berichtet. Die Geschichte begleitet die Protagonistin Moekaé, eine junge Cheyenne, die um das nackte Überleben kämpft, für sich, ihre Nichte Rotes-Blatt und ihr Baby. Sie muss unendliches Leid durchleben, bis sie von einer weißen Farmerfamilie gefunden und aufgenommen wird. Sie retten ihr das Leben. Es hat unheimlich Spaß gemacht, zu lesen, wie beiden Seiten aufeinander zugehen, voneinander lernen und sich respektieren. Theodor, der Farmer, ist ein alter Griesgram, will Moekaé und die Kinder ins Fort bringen, doch nach und nach erkennt man sein gutes Herz. Es geschehen so viele Grausamkeiten, aber auch schöne Phasen sind dabei, die Moekaé zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Dieser Roman hat mir den Atem geraubt, ich war völlig in dieser Geschichte, mitten im Leben von Moekaé dabei. Ich war fassungslos vor Angst, erschrocken von der Grausamkeit und Brutalität der Weißen, enttäuscht und traurig über die vielen Toten aus ihrem Stamm und glücklich über das Ende. In diesem Buch habe ich alle Emotionen durchlebt. Kerstin Groeper hat mir durch dieses Buch so viele nichtsahnende Dinge vor Augen gehalten, welche mich zum Nachdenken gebracht haben. Sie haben Bilder erzeugt, die noch lange in mir nachgehallt haben, und mir vor Augen geführt haben, wie hart und grausam das Leben der Indianer gewesen sein muss. Ich bin begeistert von diesem Buch, welches mich dermaßen berührt und ergriffen hat und ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Für jeden Indianerfan ein MUSS. Vielen Dank an die Autorin Kerstin Groeper sowie an den Traumfänger-Verlag für dieses wundervolle und außergewöhnliche Buch.

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    • 5
  • Ein bewegender Roman, ehrlich, tragisch, berührend und voller Schmerz. Ganz ohne Kitsch. WOW.

    Im fahlen Licht des Mondes
    Floh

    Floh

    Einigen Lesern, gerade denjenigen welchen, die sich für die indianische Kultur und Geschichte interessieren,  wird der Name der erfolgreichen und ambitionierten Schriftstellerin Kerstin Groeper bereits bekannt sein. In ihrer neuesten Veröffentlichung „ Im fahlen Licht des Mondes“ beweist sie wieder einmal ihr ganzes Können, ihr Herzblut und ihr weitreichendes Wissen um das Leben und den Wurzeln der Indianerstämme und dessen Kultur und Ursprung. Wie gewohnt emotional und aufwühlend verzaubert sie die Leser in ihrem Romanen mit einer sehr emotionalen Geschichte, welche die Autorin mit ihrem bildhaften Schreibstil und eigenen Erfahrungen zu einer sagenhaften Geschichte mit Spannung, Mystik und Entsetzen umgesetzt hat. Ein Sinnesrausch aus Emotionen, Hintergründen, Erlebten und landschaftlichen Traumbildern. Ein Buch voller Weisheit und Wahrheit... Erschienen im Traumfänger Verlag (http://www.traumfaenger-verlag.de/) Zum Inhalt: „Winter 1876. Nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss und dem Sieg über General Custer haben sich die Cheyenne wie gewohnt in ihre Winterlager zurückgezogen. Auch Moekaé, eine junge Frau, freut sich auf die Ruhe des Winters. Als eines Morgens Kugeln in ihr Tipi schlagen, beginnt für sie eine verzweifelte Flucht. Nach schweren Kämpfen werden die Cheyenne schließlich gestellt und ins Indianer-Territorium deportiert. Dort siechen die Menschen unter schrecklichen Bedingungen dahin. Sie sind das Klima nicht gewohnt, zudem reichen die gelieferten Lebensmittel kaum aus, um den ärgsten Hunger zu lindern. Mit einigen Entschlossenen bricht Moekaé auf, um wieder in ihre angestammte Heimat im Norden zurückzukehren. Mitten im Winter sind die Cheyenne so geschwächt, dass ein Teil der Menschen sich nach einem entbehrungsreichen Weg schließlich im Fort Robinson ergibt. Dort verschlimmert sich die Lage so sehr, dass die verzweifelten Menschen den Ausbruch wagen, unter ihnen auch Moekaé. Sie ist hochschwanger, als sie mitten im Schneesturm von einer Kugel getroffen wird … denn die Soldaten und weißen Siedler beginnen eine gnadenlose Hetzjagd auf die verhassten Indianer.“ Die Autorin: "Kerstin Groeper, als Tochter des Schriftstellers Klaus Gröper in Berlin geboren, lebte einige Zeit Kanada. In Kontakt mit nordamerikanischen Indianern entdeckte sie ihre Liebe zur indianischen Kultur. Sie spricht Lakota, die Sprache der Teton-Sioux, und ist aktives Mitglied einer Vereinigung, die sich der Unterstützung zum Fortbestehen der Sprache der Teton-Sioux widmet. Im engen Kontakt mit indianischen Freunden und Ratgebern vermittelt sie ein authentisches Bild der verschiedenen Stämme und unterschiedlichen Religionen. In Deutschland führt sie regelmäßig Vorträge und Seminare über die Sprache, Kultur und Spiritualität der Lakota-Indianer durch. Kerstin Gröper arbeitete als Journalistin für verschiedene Zeitschriften und schreibt heute Artikel zum Thema Indianer u.a. für das renommierte Magazin für Amerikanistik. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von München." Schreibstil: Ohne diesen besonderen Schreibstil der Autorin, wäre dieser Roman keine so bewegende und atemberaubende Geschichte geworden. Sie erzeugt Bilder, starke Gefühle, Entsetzen, Ungläubigkeit und Hoffnung. Der Leser befindet sich durch das schriftstellerische Geschick und dem enormen Herzblut der Autorin in einem Sog der Gefühle und ist stets mit der Protagonistin Moekaé und den vielen anderen Charakteren im ständigen Dialog. Auf der Suche nach Antworten, Hilfe und dem blanken Überleben erfahren wir einiges aus historischen Hintergründen und den Kulturen der Cheyenne. Keinesfalls wirkt dieser Roman schmalzig oder aufgesetzt. Kerstin Groeper ist es gelungen, eine wundervolle Gratwanderung aus Realität und Gedanken zu erschaffen. Sie nimmt kein Blatt vor dem Mund und begleitet uns durch ihr geschriebenes Wort mit allen Emotionen, wundervollen Erlebnissen und schlimmsten Ereignissen auf den Weg einer Indianerin und ihrem Schicksal. Jede einzelne Erkenntnis, jede einzelne Weisheit, jedes Wort dringt bis an das Innerste des Lesers durch. Sagenhaft! Der Roman liest sich sehr anspruchsvoll und ist keine schnelle Lektüre, befremdliche Namen, Orte und Bezeichnungen erschweren die Zusammenhänge etwas, doch was wäre dieses wunderbare Buch ohne seine Authentizität und den üblichen Namen und Bezeichnungen? Dieses Buch, diese von Herzblut und Ambition erschaffene Wortkunst dient der unglaublichen Zersteuung und des sagenhaften Lesegefühls. Charaktere: Die Charaktere sind das Kernstück des Romans. Unweigerlich stellt man sich als offener Leser an die Seite von Moekaé  und erlebt ihr Schicksal, ihre Stärke, ihre Niederschläge und ihren Kampf hautnah und mit jeder der menschlichen Sinneseindrücke. Durch Moekaé erleben wir einen Stamm, ein Land, eine Kultur und ein Lebensgefühl. Moekaé  steht stellvertretend für das Leben und Leiden vieler Indianer und Cheyenne. Dadurch bekommt ihre Person eine besondere Gewichtung und einen unglaublichen Fokus für diese bewegende und aufwühlende sowie wachrüttelnde Geschichte. Auch für unser heutiges Zeitalter werden Botschaften adaptiert und die Charaktere, ihre Charakterstudien und die wunderbare Darlegung regen zum Sinnieren an. Wir begegnen sehr toll formulierten Protagonisten, die Ureinwohner und einzelnen Stämme, das Leben der Weißen und die Gefahr daraus. Moekaé, eine junge Frau, die uns durch dieses Buch begleitet, mit der wir das Schicksal teilen und mit der wir die Hoffnung nie aufgeben. Eine sagenumwobene Geschichte aus Liebe, Hass, Verlust, Hoffnung und Mut. Eine Lebensweise aus Natur, Riten, Sitten und Glaube...Ein Leben, das den Cheyenne brachial genommen wird. Erschreckend, nah, grausam und unmenschlich. Die Autorin glänzt neben ihren Hauptcharakter auch mit vielen authentischen Nebenrollen. Die Bewohner der Stadt, die anderen Stämme, die Regierung und die Gefahr der Weißen, die Deportation, die Ausländerfeindlichkeit und der Kampf gegen Hunger und Kälte. Mittendrin ein heeranwachsendes neues Leben…  , all das wird authentisch zu einem runden und gelungenen Werk verflochten. Die Autorin setzt ihre ausgiebige Recherche und vielen Erfahrungen und Kontakte zu befreundeten Indianern in den Zügen der Protagonisten um, sodass ein sehr reales Bild entsteht und man gleich in das Leben der Ureinwohner zurück versetzt wird und sich dennoch live einfühlen kann. Meinung: In "Im fahlen Licht des Mondes" begegnen wir einer Frau, die um alles Kämpft, um ihr Lan, um ihr Leben und um ihr Dasein. Die Autorin K. Groeper schmückt das gesamte Buch mit realen Ereignissen aus und bringt ihre jahrelange Erfahrung mit ein. Historisch, fundiert, erschreckend und schonungslos offen und ehrlich präsentiert. Sie öffnet Augen, klärt auf und hält die ungeschminkte Wahrheit vor. Fremdenhass, Intoleranz und Hetze, all das wird thematisiert und lässt sich auf die heutige Gesellschaft adaptieren. Wir Leser dürfen uns freuen dabei zu sein, so schicksalhaft und schmerzlich die grausamen Ereignisse auch sind. In jeder Not gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer, einen Motor, der uns antreibt. Hier ist es das winzige neue Leben, was in Moekaé heranwächst und sie zu unglaublichen Entscheidungen bewegt…  Ich habe dieses Buch so sehr genossen. Alle Emotionen wurden bedient und es wirkt auf keinster Weise flach oder kitschig, gar klischeehaft. Nein, dieses Buch ist ehrlich, offen und atemberaubend nah. Die erzeugten Bilder hallen lange nach und ich bin sehr bewegt und zufrieden. Man liest in diesem Buch das gesamte Herzblut der Autorin Groeper, eine ganz besondere Verbundenheit! Gerade für Leser, die die Weiten des Landes lieben, die Natur, die Vegetationen und das besondere Licht der Reservate und Territorien, der wird sich mit Freude auf dieses Buch stürzen können. Viel Realität, Emotion und Stärke. Viele wunderbare Dialoge, Herzblut und tiefsinnige Weisheiten. Eine Lebenseinstellung die zu Herzen geht! Ein weiteres Buch der Autorin, was man nicht so schnell vergisst, da es einfach berührt! Schauplätze: Der Leser darf sich auf sehr ungewöhnlichen Schauplätzen wiederfinden. So bunt wie die Kultur selbst. Doch neben all der Harmonie, der Lebensfreude und des Zusammenhalts der Stammesmitglieder, ist das Leben der Cheyenne keinesfalls einfach und wird überschattet. Diese grausame Seite lernen wir hier ebenfalls unverblümt kennen, wie all die wunderbaren Eindrücke und Gepflogenheiten. Eine gelungene Darstellung. Lebendige Schauplätze mit viel Liebe zum Detail. Die Schauplätze überzeugen mich sehr und lassen das Buch zum Erlebnis werden! So sieht das Leben der Cheyenne aus, mit seinen Höhen und Tiefen. Die Autorin kann durch ihren sagenhaft bildhaften Schreibstil und die detailgenaue Beschreibung eine tolle Kulisse und Kopfkino erzeugen, nahe zu filmreif. Jedes noch so feine Muster, jede noch so natürliche Farbe, jedes noch so winzige Detail wird uns übermittelt und in das Geschehen integriert. Viel Können zeugt von dieser sehr grandiosen Umsetzung! Zudem die Weite des Landes, dann die Gefangenschaft und das Siechen, ein Kontrast, der den gebannten Leser einfach nicht mehr los lässt. Hier merkt man, dass die Autorin Groeper weiß wovon sie schreibt. Sie selbst hat viel gesehen und ausgiebig recherchiert. Cover: Das Cover könnte treffender nicht sein. Dass, was hier assoziiert wird, das wird dem Leser geboten. Sogar weit darüber hinaus. Einfach toll. Es bedient auch meine Einschätzung zum Inhalt: Eine junge Cheyenne, die verzagt aber auch hoffnungsvoll in die Ferne blickt… Harmonische und angenehme Farben, ein rundes Motiv. Fazit: Einfach nur bezaubernd und wundervoll. Trotz der Heftigkeit und der erschütternden Ereignisse. Ein Buch, was die Wahrheit ausspricht! Mehr als 5 verdiente Sterne +++!

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    • 8
  • Der letzte Weg der Cheyenne

    Im fahlen Licht des Mondes
    tinstamp

    tinstamp

    27. January 2016 um 17:04

    Meine Meinung: Bei der Leserunde auf Lovelybooks durfte ich den wunderbaren Roman von Kerstin Groeper, erschienen im Traumfängerverlag, mitlesen. Die Autorin befasst sich seit Jahren mit der Kultur der Indianer und spricht selbst Lakota. Dies bemerkt man in ihrem Buch "Im fahlen Licht des Mondes" um die junge Cheyenne Moekaé. Ihr Stamm wird, nachdem sie sich für den Winter vorbereitet haben, brutalst überfallen. Gemeinsam mit ihrem Mann Heskovetse flieht sie nur mit ihrem Kleid am Leib in die naheliegenden Wälder. Der bitterkalte Winter fordert schon zu Beginn viele Todesopfer. Nur wenige Cheyenne überleben und machen sich auf dem Weg zu den befreundeten Lakotas. Doch die Indianer sind nirgends mehr sicher, denn die Spirale der Gewalt zieht sich durch das ganze Land, welches die Weißen besiedeln möchten. Die wenigen, die die Flucht überleben, kommen ins Fort Robinson. Doch dort sind die Lebensmittel knapp und die Krankheiten der Weißen raffen besonders die Kinder und Schwachen dahin. Die Indianer werden wie Vieh gehalten und eingesperrt. Schon bald beginnen die ersten jungen Männer zu fliehen. Sie suchen nach Nahrung und einem neuen Lebensraum....den es für sie nicht mehr zu geben scheint.... Kerstin Groeper zeigt in ihrem Roman die systematische Ausrottung der Urweinwohner Amerikas auf. Mit der Geschichte rund um Moekaé verfolgt der Leser die Ereignisse der damaligen Zeit. Sie beschönigt hier nichts und beschreibt manchmal in einem eher sachlichen Schreibstil die Vorkommnisse. Im Gegenzug sind die bildhaften Beschreibungen der Landschaft, der Rituale der Indianer und ihre besondere Lebensweise im Einklang mit der Natur ganz wunderbar geschildert. Ebenso gibt sie die Gedankenwelt der Cheyenne realistisch wieder und man fühlt sich in der Geschichte richtig hineingesogen. Die Autorin betreibt hier jedoch keine schwarz-weiß Malerei. Die Spirale der Gewalt dreht sich auf beiden Seiten. In den jungen Indianern, die das Kämpfen gewöhnt sind, beginnt der Hass auf die Soldaten zu schwelen und sie sinnen auf Rache. So beginnt ein Teil von ihnen ebenso Frauen und Kinder zu überfallen, die laut Indianerkodex tabu sind, und gleichen sich den weißen Männern an. Doch der Rest der Indianer sucht den Frieden. Dies gestaltet sich aber gar nicht so einfach, denn die Soldaten und auch die meisten weißen Siedler sehen in ihnen keine Menschen und folgen nur blind den Anweisungen der Regierung. Diese will das Land der Indianer für ihre Zwecke nutzen und die eigentlichen Ureinwohner sollen die Lebensart des weißen Mannes annehmen...was nicht gut gehen kann. Mit Moekaé erleben wir unendliches Leid, aber treffen auch auf eine weiße Farmerfamilie, die sie vor dem Tode rettet. Es war wunderschön zu lesen, wie die weißen Siedler, die unweit des Indianer Territoriums ihren Grund und Boden von der Regierung gekauft haben, von Moekaé verschiedene Indianerlebensarten annehmen. Sie versuchen voneinander lernen und in Frieden zu leben, wobei die Autorin die beiden Glaubensvorstellungen des öfteren vergleicht und Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden. Gleichzeitig wird aber auch verdeutlich, wie Vorurteile zu Hass und Ablehnung führen können. Schreibstil: Wie schon oben beschrieben, versteht es Katrin Groper hervorragend uns die Gedankenwelt der Indianer näher zu bringen. Die bildhaften und lebensnahen Beschreibungen der Rituale und die Erzählungen, die Moekaé versucht an ihre Kinder weiterzugeben, werden großartig geschildert und als Leser lebt man ganz einfach in diesem Buch mit. Durch den großen Part der Vertreibung und Flucht von Moekaé.....ein Ereignis, welches wir auch heute wieder vor Augen haben, ist die Atmosphäre des Romans anfangs etwas bedrückend. Doch im Laufe der Geschichte gibt es auch viel zum schmunzeln und lachen. Der Roman ist keine Lektüre, die man schnell weglesen kann! Dieses Buch wird einem besonderen Platz in meinem Bücherregal einnehmen!    Fazit: Ein bewegender Roman über den Leidensweg der letzten Indianer. Die fiktive Geschichte verwoben mit historischen Fakten ergänzen sich perfekt und lassen den Leser nachdenklich zurück. Ein großartiges Buch, das uns das Leben der Indianer näher bringt und eine Sogwirkung hat, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Meine Leseempfehlung!

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  • Im fahlen Licht des Mondes

    Im fahlen Licht des Mondes
    Gelinde

    Gelinde

    Im fahlen Licht des Mondes, von Kerstin Groeper Der lange Weg der Cheyenne Cover: Das Cover finde ich total klasse: Eine stolze Frau, die sich ihren Schmerz nicht anmerken lassen will. Inhalt: Winter 1876. Moekaé eine junge Cheyenne Indianerin wird in ihrem Dorf, mitten in der erhofften Winterruhe nach der Schlacht am Little-Bighorn-Fluss, von Soldaten überfallen, sie kann jedoch fliehen. Nach schweren Kämpfen werden die Cheyenne schließlich gestellt und ins Indianer-Territorium deportiert. Dort siechen die Menschen unter schrecklichen Bedingungen dahin. Mit einigen Entschlossenen flüchtet Moekaé wieder und wieder, um in ihre angestammte Heimat im Norden zurückzukehren. Doch das Wetter und die Soldaten verfolgen sie erbarmungslos und verlangen unglaubliches von den Menschen ab. Als Moekaé hochschwanger, alleine in einem Schneesturm frühzeitig Wehen bekommt und auch noch von einer Kugel getroffen in eine Ohnmacht fällt, scheint ihr Schicksal besiegelt zu sein. Meine Meinung: Das Buch beginnt sehr dramatisch und irgendwie halte ich gleich von Anfang an den Atem an und muss mit Moekaé, der jungen Indianerfrau, leiden, hoffen und bangen. Es ist unglaublich was diese Menschen erdulden und erleiden mussten. Aber ich war auch immer wieder sprachlos was sie alles durchgemacht und auf sich genommen haben und wie zäh sie waren. Das ganze Leiden wird sehr intensiv und emotional beschrieben. Aber auch das Alltagsleben und das Wissen um die Natur, ihre Kultur und Spiritualität werden sehr schön und detailliert beschrieben. Die Rituale und Lebensweisen werden im Einklang mit der Natur dargestellt. Man kann sogar Parallelen zu unserem christlichen Glauben ziehen. Auch sonst lassen sich immer wieder Parallelen zu „Heute“ finden. Schön ist es auch zu lesen wie langsam ein Umdenken einzelner Weißer stattfindet und somit neue Wege (wenn auch viel zu wenige) gefunden werden. Hier noch drei Zitate: …. als wenn Indianer echte Menschen wären. Der Fortschritt kam wie ein Feuerross. Sie hatte das Gefühl den Mond besser zu kennen als die Sonne. PS: und doch finde ich, dieses Buch kommt nicht ganz an ihr Buch: „Der scharlachrote Pfad“, das eines der besten Bücher ist, die ich ever gelesen habe, heran. Ich kann es nicht richtig in Worte fassen, aber im letzen Drittel fehlt mir etwas. (die Intensität?). Autorin: Kerstin Groeper lebte einige Zeit in Kanada. In Kontakt mit nordamerikanischen Indianern entdeckte sie ihre Liebe zu dieser Kultur. Sie sprich Lakota und führt regelmäßig Vorträge und Seminare über die Kultur und Spiritualität der Indianer durch. Mein Fazit: Ein tolles Buch über den Leidensweg der Cheyenne am Beispiel einer Frau. Sehr berührend, ich war mehr als einmal sprachlos. Auch die Rolle der weißen Siedler, hier einer Familie die sehr menschlich agiert, wird ausführlich beschrieben. Von mir 4,5 Sterne.

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    • 4
    Gelinde

    Gelinde

    25. January 2016 um 15:57
    Ein LovelyBooks-Nutzer schreibt Danke! Und danke auch für den Vergleich mit dem "Der scharlachrote Pfad"!

    Bitte schön. Der scharlachrote Pfad ist meiner Meinung nach einfach ein wahnsinns Ausnahmebuch.

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