Cover des Buches Ein Weg zurück (ISBN: 9789963523115)
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Rezension zu Ein Weg zurück von Kerstin Hohlfeld

Ein Weg zurück - eröffnet den Blick

von MiniBonsai vor 10 Jahren

Kurzmeinung: Gefühlvolle Lebensgeschichte verknüpft mit Deutschlands Geschichte - lesenswert!

Rezension

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MiniBonsaivor 10 Jahren
Irina, eine gestandene glückliche Frau, berufich erfolgreich... aber mit einer Vergangenheit, die nur sie selber kennt und eigentlich gar nicht kennen möchte.
Doch dann reist sie nicht nur gedanklich sondern real zurück zu den Menschen, die sie prägten und findet letztlich sich selber in den Ereignissen der Vergangenheit wieder und wird dadurch im jetzigen Leben "komplett".

Klingt kompliziert? ... ist es aber nicht!
Der Mensch ist was er ist durch seine Begegnungen und Erfahrungen. Wenn man diese verdrängt, so wie Irina, dann fehlt ein Stück der eigenen Identität.
Irina hat die Chance, dieses Stück eigener Identität neu zu entdecken und sich dadurch selber besser kennen zu lernen und dadurch sich selbst zu verändern.

Das Buch erzählt in Rückblenden von einer Kindheit in der DDR, vom Leben in einer Kleinstadt bis kurz vor der Wende. Es erzählt von einem Mädchen, das unglücklich aufwächst und viele Momente des Glücks erst in den Rückblenden erkennt. Die Verbitterung weicht der Erkenntnis, doch geliebt worden zu sein und viele Fehler aus der Verbitterung heraus gemacht zu haben.
Irina nutzt die Chance und fügt die Erfahrungen ihrer Kindheit als Katharina mit der Lebenswelt von Irina zusammen und wird dadurch ein anderer Mensch.

Das Buch liest sich sehr angenehm, hat einen guten Sprachstil. Der Szenenwechsel zwischen heute und früher, dabei im Damals mit weiteren Zeitsprüngen, lässt ein Persönlichkeitsbild von Irina/Katharina entstehen, das den Leser abwechselnd zwischen Bedauern und Unverständnis, teilweise Wut, teilweise Mitfühlen schwanken lässt.
Die Menschen, die sie in ihrer Kindheit und Jugend begleitet haben und dann neu wieder begleiten im Heute, werden gut beschrieben und man bekommt eine gute Vorstellung von allen Personen.
Dabei wird auch der Beginn der Wende mit in den Blick genommen und als Schritt zur Veränderung eingebaut.

Für mich als "Wessi" mit zahlreichen DDR-Besuchen war vieles nachvollziehbar, manches aber auch neu. Mein Eindruck ist, dass die DDR nicht verklärt sondern ziemlich realisitsisch dargestellt wird.

Danke für diese wunderbare Literatur!
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