**** Mein Eindruck ****
In Nur ein Blick schafft die Autorin eine Kombination, die man wahrlich nur selten findet: eine Kurzgeschichte mit dystopischem Setting und einer queeren Liebesgeschichte. Da ich beide Aspekte sehr mag, war meine Vorfreude entsprechend groß – und sie wurde belohnt. Der Schreibstil ist wirklich wunderschön: fließend, gefühlvoll und auf das Wesentliche konzentriert. Die Autorin hat ein feines Gespür für ihre Figuren und versteht es, Relevantes angenehm und eindringlich zu erzählen. Die beiden Hauptfiguren sind grundverschieden und sich doch ähnlich. Beide spüren den inneren und äußeren Konflikt, entscheiden sich jedoch für unterschiedliche Wege. Aufgeben ist dennoch keine Option – und genau daraus entstehen berührende Begegnungen und tiefgehende Gespräche. Nur ein Blick spiegelt die Sehnsucht wider, die aus einem einzigen Moment entsteht: dem ersten Blick. Es geht um die Entscheidung für die Liebe auf der einen Seite und um Queerfeindlichkeit, Angst und Verurteilung auf der anderen. Um den Mut, in einer Welt ehrlich zu leben, die genau das bestraft.
Mein Herz hat für Nate und Sam geschlagen. Ihre Entwicklung hat mich trotz der Kürze der Geschichte zutiefst bewegt. Das Ende ist für mich perfekt gelungen – offen, emotional und lange nachhallend.
**** Empfehlung? ****
Ein Buch für alle, die kurze, aber intensive Geschichten lieben, die gesellschaftlich relevante Themen mit Gefühl, Tiefe und Hoffnung verbinden. Besonders geeignet für Leser*innen, die queere Literatur schätzen und sich von einer dystopischen Atmosphäre nicht abschrecken lassen, sondern genau darin starke Emotionen suchen.















