Kerstin Michelsen Frau Berger wird unsichtbar

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Inhaltsangabe zu „Frau Berger wird unsichtbar“ von Kerstin Michelsen

Eine zufällige Begegnung führt die alte Frau Berger und den Studenten David zusammen. Unwahrscheinlich eigentlich, dass die beiden sich etwas zu sagen hätten, und doch brauchen sie einander auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Ganz nebenbei deckt David ein lange gehütetes Familiengeheimnis auf… Der Rückblick auf ein langes Leben ist wie ein Mosaik, an dem viele Menschen mitgewirkt haben; die Teile passen nicht exakt zueinander und dennoch bilden sie ein unverwechselbares Muster. Je nach dem Standpunkt des Betrachters ergibt sich ein anderes Bild, und so ist auch dieser Roman aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.

Ein emotionsvoller und nachdenklicher Roman übers Älterwerden

— janaka
janaka

Ein leicht zu lesender Roman, der mitfühlen lässt und auf schöne Art und Weise die Krankheit Demenz vorstellt

— Topolina92
Topolina92
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  • Ein emotionsvoller und nachdenklicher Roman übers Älterwerden

    Frau Berger wird unsichtbar
    janaka

    janaka

    23. September 2014 um 22:21

    Die Begegnung der 89 jährigen Hannelore Berger und dem Studenten David verändert nachhaltig das Leben der beiden. David genießt sein Leben als Student in vollen Zügen, er macht Party, nimmt Drogen und lässt sein Studium schleifen. Hannelore lebt allein, ihre Tochter ist mit der Familie nach Südafrika ausgewandert. So langsam wird der Alltag für sie beschwerlicher, die Freunde sterben weg, jeder Gang wird zur einer Tortur und für ihre Umwelt wird die alte gebrechliche Frau langsam unsichtbar. David bietet ihr seine Hilfe an und bei den gemeinsamen Gesprächen entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden. Die Autorin Kerstin Michelsen hat mit "Frau Berger wird unsichtbar" einen wunderbar einfühlsamen aber auch schonungslos realistischen Roman übers Älterwerden und über das Übernehmen von Verantwortung geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd, trotz des "schweren" Themas konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, zum einen sind da die Erinnerungen von Hannelore. Sie hatte ein ausgefülltes Leben mit allen Höhen und Tiefen. Aber auch Rosemarie, Hannelores Tochter kommt zu Wort und natürlich erfahren wir auch etwas aus Davids Leben. Dieser ständige Perspektivwechsel stört absolut nicht den Lesefluss, sondern sie harmonieren perfekt miteinander. Die einzelnen Protagonisten sind wunderbar ausgearbeitet und ich hatte sie gleich vor Augen. Hannelores geistige Verfall schreitet rapide voran, die Autorin beschreibt die hilflose Situation mit sehr viel Gefühl. Es muss schrecklich sein, so nach und nach alles zu vergessen. Und auch Davids Zerrissenheit ist für mich nachvollziehbar, auf der einen Seite möchte er gerne Hannelore helfen, aber auf der anderen Seite will er auch keine Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen. Die Autorin beschreibt authentisch die Entwicklung von dem sorglosen David zu einem erwachsenen Mann, der Verantwortung übernehmen kann. Dieses wunderbare Buch kann ich jedem empfehlen. Es ist eine Geschichte mit sehr viel Gefühl und sie regt zum Nachdenken an.

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  • Wie eine alte Dame das Leben von David verändert...

    Frau Berger wird unsichtbar
    Topolina92

    Topolina92

    20. August 2014 um 22:24

    Frau Berger und David, ein junger Student, leben im selben Haus, doch kennen sich nicht. Doch wie der Zufall so will, lernen sie sich kennen und es entsteht eine Art Freundschaft, die beiden zu neuen Einsichten und einem anderen Lebensweg führen. Das Buch erzählt aus verschiedenen Perspektiven vom Leben der Hannelore Berger und des Studenten David. Im Laufe des Buches erfährt man viel über Frau Bergers Leben und die Umstände, in denen sie aufgewachsen ist. Auch wird vermittelt, was es heißt, unter Demenz zu leiden. David, der eigentlich nichts mit alten Leuten zu tun hat, sondern lieber feiern geht, bietet Frau Berger eines Tages seine Hilfe an, woraus sich sporadische Besuche entwickeln. Durch die Gespräche, die sich zwischen ihnen entwickeln, kommt David ins Grübeln, über sich, seine Familie und den Zwist innerhalb seiner Familie. Ich persönlich finde das Buch sehr ergreifend. Es ist eine schöne und schnelle Lektüre für zwischendurch. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven sowie den Gebrauch unterschiedlicher Tempi erhält man einen guten Einblick in die Köpfe der Hauptcharaktere. Es zeigt zudem, wie einfache Begegnungen das eigene Leben nachhaltig verändern können.

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  • Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, aber trotzdem Spaß macht!

    Frau Berger wird unsichtbar
    Bookilicious

    Bookilicious

    18. February 2014 um 20:15

    Inhalt Dies ist die Geschichte zweier Menschen, die in völlig unterschiedlichen Zeiten aufgewachsen sind und einander trotzdem brauchen, um den Schritt in eine neues Leben wagen zu können. Die Geschichte von David, dem blutjungen Studenten und Hannelore, der hochbetagten alten Dame, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben und einander nur zufällig begegnen - und doch das Leben des anderen nachhaltig beeinflussen. Zitate "Einmal sagte sie, das endlose Überlegen bringe ihrer Erfahrung nach nichts - gerade bei wichtigen Entscheidungen sei es manchmal das Beste, dem Bauchgefühl zu folgen." Erster Satz des Buches ">Kann ich Ihnen helfen<, fragte ich und so lernte ich Frau Berger aus dem zweiten Stock kennen." Fazit "Frau Berger wird unsichtbar" ist ein Roman der Autorin Kerstin Michelsen, die dem aufmerksamen Leser meines Blog's schon das ein oder andere mal aufgefallen sein dürfte - denn bisher habe ich jedes ihrer Bücher gelesen (auch wenn ich eines davon nie öffentlich rezensiert habe).  Im Grunde genommen geht es in dieser Geschichte hauptsächlich um Hannelore Berger (wie sie nach ihrer Hochzeit heißt), deren Leben in verschiedenen Lebensabschnitten und durch verschiedene Personen durchleuchtet wird. So lernen wir die alte Dame deutlich besser kennen und können uns ein gutes Bild davon machen, wer sie einmal war und auch ein wenig davon, wer sie heute ist. In den Abschnitten, in denen sie uns in der "heutigen Zeit" begegnet, lernen wir eine alte Dame kennen, die überaus sympathisch zu sein scheint, wenn auch - mal mehr, mal weniger - zerstreut. Alles was sie tut, ist für sie wahnsinnig anstrengend, alles ist eine Last und auf Grund ihres fortgeschrittenen Alters fällt ihr vieles schwer. Dazu kommt, dass ihre einzige Tochter und deren Familie in Südafrika lebt und ihr deswegen nicht mal für kleinste Tätigkeiten zu Hand gehen kann. Dementsprechend einsam fühlt sich Hannelore und selbst über diese große Distanz hat sie oft das Gefühl, nur zur Last zu fallen und für ihre Tochter mehr Ballast zu sein, als nützlich. Trotzdem lebt sie scheinbar nur für die Anrufe ihrer Tochter, auch wenn diese zugegebenermaßen recht spärlich stattfinden.  Die junge Hannelore lernen wir als Mädchen der Kriegszeit kennen, in der sie sich scheinbar heftig in den verheirateten Nachbar verliebt, der als Soldat an der Front ist. Als er für einige Zeit nach Hause zu Frau und Kindern zurückkehrt, beginnen die beiden eine heimliche Liebschaft, die jedoch nur von kurzer Dauer ist - mit gravierenden Folgen. Als der Nachbar dann zurück an der Front ist, ist Hannelore im Glauben, dass er zurückkommen wird und hofft, voller Naivität, dass er dann seine Frau und seine Kinder im Stich lässt und ein neues Leben mit ihr beginnt.  Wir lernen vieles über Hannelores Leben und erfahren viel über ihre Gefühlswelt, sowohl in der heutigen Zeit, als auch damals. Manchmal kam ich mir beim Lesen so vor, als ob mir eine Frau, die meine Oma sein könnte, ihre persönliche Geschichte gibt, oder mich in ihren geheimen Tagebüchern blättern lässt. Man taucht ein in eine Welt, die sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart umfasst und fühlt sich dort als Zuschauer wahrhaftig wohl. Auch Hannelores Gefühle kann man wahnsinnig gut nachvollziehen, sowohl ihre naive und kindliche Art (vorallem weil man bedenken muss, in welcher Zeit sie aufgewachsen ist!), als auch ihre tattrige Art, ihre Einsamkeit und das Gefühl, jedem und immer zur Last zu fallen. Mir persönlich war Hannelore überaus sympathisch, sie wirkt, wie die nette Omi von nebenan und ehrlich gesagt würde ich mir wünschen, dass ich solch eine Oma hätte. Durch meine Arbeit im Krankenhaus habe ich jeden Tag mit einer Menge alten Menschen zu tun und ich muss zugeben, dass das Bild, das die Autorin von Hannelore entworfen hat, perfekt auf viele der Menschen zutrifft, die ich tagtäglich sehe. Überall die Einsamkeit, das Gefühl zur Last zu fallen und die Freude, wenn sich jemand doch mal wirklich Zeit nimmt, für ein kurzes Gespräch. Hannelores Tochter Rosemarie lebt seit vielen Jahren in Südafrika und hat sich dort ein eigenes Leben und eine Familie aufgebaut. Durch ihre Gedankengänge, an denen wir hin und wieder teilhaben dürfen, erkennen wir recht deutlich, dass sie sich in einem Zwiespalt befindet, bezüglich der Gefühle gegenüber ihrer Mutter. Einerseits vermisst sie sie schrecklich und hat Sehnsucht nach ihrer Zuneigung, andererseits empfindet sie Verachtung. Die Verachtung rührt daher, da sie als Kind sehr oft alleine gelassen wurde und "nur" Oma Clara zur Verfügung stand. In einer Episode erleben wir dann auch hautnah, wie Rosemarie ihre Kindheit sogar "schöndenkt" und sich einbildet, ihre Mutter wäre da gewesen, statt Oma Clara. Mir persönlich war Rosemarie zwar nicht unsympathisch, ich konnte ihre Abneigung gegenüber ihrer Mutter durchaus nachvollziehen, genauso aber auch die Sehnsucht und der Zwiespalt, in dem sie sich stets wiederfinden muss, trotzdem kam sie eigentlich zu wenig vor, um sich ein richtiges Bild von ihr zu machen. Student David, der uns direkt im zweiten Kapitel begegnet ist zu Beginn ein Mensch, der in den Tag hinein lebt, viele Liebschaften pflegt und sein Studium vernachlässigt. Von Verantwortung will er nichts wissen und sucht für sich selbst wohl immer den angenehmsten und schönsten Weg. Als er durch Zufall unserer Hannelore Berger begegnet und durch eine seltene Anwandlung plötzlich Hilfsbereit wird (wobei ich nicht glaube, dass er das vorher nicht war, es trat nur nicht zum Vorschein!), erkennt er, dass die Gegenwart älterer Menschen durchaus angenehm sein kann! Bald darauf werden ihm die Besuche bei Frau Berger jedoch wieder zur Pflicht und er bekommt das Gefühl, Verantwortung zu übernehmen - was er aber scheut. Einerseits empfindet er ein gewisses Pflichtbewusstsein, der alten Dame gegenüber, sowie eine gewisse Zuneigung, andererseits liebt er sein Lotterleben und möchte dies auch nicht aufgeben. Innerhalb des Romanes macht David jedoch eine Verwandlung durch, einen Sprung in der Entwicklung und bemerkt, dass ihm das doch ganz gut tut. David war mir von Anfang an sympathisch, denn irgendwie war mir klar, das kein schlechter Kerl hinter dem feierwütigen Studenten steckt, auch wenn er die neu gewonne Freiheit, weitab des Elternhauses, genießt. Als David dann erkennt, was in ihm steckt, wurde er mir sogar noch ein Stück sympathischer und ich bin froh, dass er sich tatsächlich so weiterentwickeln konnte! Insgesamt vermittelt diese Geschichte gleichermaßen eine gewisse Niedergeschlagenheit, wie auch eine Lebhaftigkeit, die man in meiner Rezension nun vielleicht nicht besonders gut erkennen kann, die das Buch aber trotz der eher nachdenklicheren Thematik bunt und interessant gestaltet. In den verschiedenen Kapiteln wechseln die Erzähler-Protagonisten, sodass man in jeden der wichtigen Charaktere (Rosemarie, Hannelore und David) hinein"schauen" kann und das zu verschiedenen Zeiten. Man macht wahre Jahrzehnt-Sprünge und erlebt zwar verschiedene Personen zu verschiedenen Zeiten, jedoch nie die gleiche Situation aus verschiedener Sicht (was ich gut so finde). Ich persönlich kann euch, aus meiner Sicht, diesen Roman wärmstens ans Herz legen, denn er regt zum Nachdenken an, macht Spaß beim Lesen und lässt uns unsere ältere Generation vielleicht mal mit ganz anderen Augen sehen - was nie verkehrt sein kann. Wertung: 5 von 5 Sterne!

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  • "Tabu-Thema" ?!?

    Frau Berger wird unsichtbar
    bs1958

    bs1958

    04. February 2014 um 01:04

    In dem Buch oder besser gesagt, in der Geschichte ist ein Dreh-, und Angelpunkt das "Alter". Sehr feinfühlig, aber trotzdem äußerst wirkungsvoll führt uns die Autorin an dieses "Tabu-Thema" heran. Keiner möchte darüber sprechen, doch es betrifft uns alle eines Tages. Die Lebensgeschichte der "unsichtbaren Frau Berger" erfahren wir aus 3 Perspektiven. Die Gliederung zeigt uns immer die Zeiträume und Personen an, von denen wir dann etwas erfahren. Dies ist, außer dem guten Schreibstil, ein weiterer Grund warum sich dieses Buch sich flüssig und ohne Verwirrung, durch die verschiedenen Zeitebenen, lesen lässt. 1. Durch die Erzählungen und die vielen, meist wunderbaren Erinnerungen von Frau Berger. Diese kann sich viel klarer an das "Damals" als an das "Heute und Gestern" erinnern. Sie hatte ein ausgefülltes Leben, das mit einigem an Höhen und Tiefen gespickt war. Sie hadert aber nicht mit dem Schicksal, dass ihr eine uneheliche Tochter beschert hat. Im Gegenteil, sie empfand es als Glück, ihre Tochter Rosemarie bekommen zu haben. Selbst mit dem Umstand, dass Rosemarie ihre eigene Familie mit Kindern und Enkelkindern im fernen Kapstadt aufgebaut hat, hat sich Frau Berger gut arrangiert. Sie freut sich über die monatlichen Anrufe ihrer Tochter und die "Familienneuigkeiten" die sie dadurch erfährt. 2. Durch die Tochter erfahren wir, wie wenig Zeit ihre Mutter eigentlich für sie hatte. Nach dem Krieg befand sich ja alles noch im Wiederaufbau. Frau Berger musste nicht nur für sich und Rosemarie den Lebensunterhalt verdienen, sondern auch noch für ihre eigene Mutter sorgen, die Witwe mit einer viel zu kleinen Rente war. Rosemarie lässt uns also an ihren Gedanken über ihre Mutter, ihre eigene Kindheit und ihr jetziges Leben, fernab der Mutter teilhaben. 3. Durch den Studenten David, der eines Tages Frau Berger im Hausflur beim Treppen steigen hilft. Ab diesem Zeitpunkt besucht er die nette, tüttelige ältere Dame in unregelmäßigen Abständen. Anfangs eigentlich immer wenn er mal wieder "Zoff" in seiner WG hat. Dieser allmählich doch intensiver werdende Kontakt zu Frau Berger verändert den jungen Mann auf eine positive Art und Weise. Sie verhilft ihm sogar zu erweitertem Wissen über die Vergangenheit seiner eigenen Familie. Kerstin Michelsen öffnet uns durch ihre runde und sehr realitätsnahe Geschichte die Augen und unsere Wahrnehmung für/über das "Älterwerden/Altern". Man spürt oder sieht aber nie den erhobenen Zeigefinger, aber ganz ganz weit hinten sieht man einen angedeuteten "Wink mit dem Zaunpfahl". Nach dem Lesen des Buches wird einem ganz deutlich, dass hinter jedem älteren Menschen dem wir begegnen eine ganz eigene Geschichte steht, die vielleicht sogar erzählt werden will, damit diese Person nicht auch "unsichtbar" wird. Wir sollten uns wieder mehr Zeit zum Zuhören nehmen. Dieses Buch lässt einen erstmal nachdenklich zurück. Die Autorin hat ein schwieriges Thema in eine wundervolle Geschichte verpackt und durch Self-Puplishing veröffentlicht, eigentlich sollte durch dieses Buch ein guter Verlag auf sie aufmerksam werden. Kerstin Michelsen hat sich bei mir nicht nur eine Leseempfehlung sondern auch 5 von 5 Sternen verdient.

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  • Leserunde zu "Frau Berger wird unsichtbar" von Kerstin Michelsen

    Frau Berger wird unsichtbar
    KerstinMichelsen

    KerstinMichelsen

    Einladung zur eBook-Leserunde von „Frau Berger wird unsichtbar“ Klappentext: Eine zufällige Begegnung führt Frau Berger und David zusammen. Unwahrscheinlich eigentlich, dass die hochbetagte Dame und der Student sich etwas zu sagen hätten, und doch brauchen sie einander auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Ganz nebenbei deckt David ein altes Familiengeheimnis auf … Der Rückblick auf ein langes Leben ist wie ein Mosaik, an dem viele Menschen mitgewirkt haben; die Teile passen nicht exakt zueinander und dennoch bilden sie ein unverwechselbares Muster. Je nach dem Standpunkt des Betrachters ergibt sich ein anderes Bild, und so ist auch dieser Roman aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.   Liebe Leserinnen & Leser, Ganz frisch aus der digitalen Druckpresse biete ich euch 10 eBook-Exemplare von „Frau Berger wird unsichtbar“ für eine von der Autorin begleitete Leserunde an. In meinem neuen Roman geht es um ein Thema, das die meisten von uns gern aus dem Bewusstsein verbannen und das uns dennoch alles angeht: das Alter. Wie ist das, wenn die Kräfte schwinden, wenn um einen herum alle wegsterben, die man vielleicht ein Leben lang gekannt hat, und wenn man am Ende ganz allein zurückbleibt? Wenn der Gang zum Bäcker um die Ecke zum Wagnis wird und wenn einem Dinge nicht mehr einfallen wollen, die man neulich doch noch gewusst hat? So lange wir jung sind hegen wir die unbestimmte Vorstellung, das Leben sei endlos, aber wenn wir erst das mittlere Alter erreicht haben, wenn die eigenen Eltern alt und gebrechlich werden, dann wird uns bewusst, dass wir gar nicht so weit davon entfernt sind, dort zu stehen, wo sie bereits sind. Frau Bergers Geschichte ist frei erfunden, aber die Emotionen in diesem Roman sind es nicht. Wer Lust hat, aus wechselnden Perspektiven einen Blick in das Leben von Frau Berger zu tun, der sei herzlich eingeladen! Bewerbungen werden bei mir wie immer in der Reihenfolge angenommen, in der sie eingehen. Bitte mit angeben, welches Format benötigt wird: mobi, PDF oder epup, und dann bitte eine PN mit eurer eMail-Adresse an mich schicken! Weiterhin bitte ich, dass ihr euch nur anmeldet, wenn ihr das Buch auch einigermaßen zeitnah lesen und rezensieren könnt. Danke schön! Wer vorab Fragen hat, darf mich gern löchern, ab sofort stehe ich dieser Runde zur Verfügung! Und hier geht es zur Leseprobe. Ich freue mich auf einen regen Austausch!

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    • 160
    marielu

    marielu

    23. January 2014 um 16:16
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    KerstinMichelsen schreibt Vielleicht auf ein nächstes Mal? Ich würde mich freuen :-)

    Mich würde es auch sehr freuen. ;-)

  • Ein gefühlvolles Buch

    Frau Berger wird unsichtbar
    marielu

    marielu

    22. January 2014 um 10:55

    Das Cover zeigt einen alten leeren Sessel in einem Raum, was traurig wirkt. Der Student David begegnet im Treppenaufgang der alten 89-jährigen Frau Berger und bietet ihr seine Hilfe an. Bewusst hat er Frau Berger, die einen Stock unter ihm wohnt bisher noch nicht wahrgenommen. Wozu auch, hat er doch mit seinem ungeliebten Studium, seinen Partys, Drogen und Bettgeschichten genug zu tun. Doch die Begegnung geht ihm nicht mehr aus dem Kopf und so besucht er Frau Berger, die sich freut endlich mal wieder mit jemanden reden zu können. Endlich ist sie mal nicht alleine, wie sonst, denn alle Freunde sind gestorben oder vegetieren in einem Altenheim vor sich hin und Ihre Tochter Rosemarie lebt seit 40 Jahren samt Kinder und Enkel in Südafrika. Doch auch vor Frau Berger macht die beginnende Demenz nicht halt. David, der das mitbekommt weiß nicht so recht wie er damit umgehen soll, teilweise ekelt er sich davor und vermeidet ein Zusammentreffen andererseits macht er sich Sorgen um Frau Berger und besucht sie dann doch wieder. Frau Berger erzählt viel aus ihrem aufregenden, früheren Leben bei einem Filmstudio und David hört vermeintlich den Namen seines Großvaters fallen. Diesen hat David nie kennengelernt und er wird in der Familie totgeschwiegen. Gibt es eine Verbindung zwischen Frau Berger und seinem Großvater? Von da an besucht David Frau Berger regelmäßig und kümmert sich um sie, gleichzeitig erfährt er einiges über seinen Großvater und gewinnt selbst eine neue Lebenseinstellung. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Charaktere geschildert, einmal von der jungen Hannelore Berger, von David und von Rosemarie und dann noch von Frau Berger im Alter. In ihrem flüssigen Schreibstil setzt sich Kerstin Michelsen in diesem wundervollen Buch mit dem Älter werden auseinander. Gefühlvoll und realistisch beschreibt die Autorin die einzelnen Charaktere, so dass man nicht nur Frau Bergers Einsamkeit spürt, sondern viel über ihr aufregendes Leben erfährt, von dem man immer mehr lesen möchte. Auch in Davids Zweifel, seine Abscheu und seinen inneren Zwiespalt kann man sich sofort hinein versetzen. Somit sind sie dem Leser nicht nur sehr nahe sondern man erkennt stellenweise Passagen aus seinem eigenen Leben wieder. Der Fazit: Ein wundervolles realistisches Buch, das sich nicht nur mit dem Älterwerden auseinandersetzt sondern uns auch mitteilt, dass hinter jedem alten Mitmenschen ein bewegtes Leben steckt. „Frau Berger wird unsichtbar“ von Kerstin Michelsen erhält von mir eine ganz klare Kaufempfehlung

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  • Frau Berger wird unsichtbar

    Frau Berger wird unsichtbar
    Sarlascht

    Sarlascht

    12. December 2013 um 19:04

    Inhalt: Manchmal bedeuten die kleinen Begegnungen, die große Welt. Der Student David, trifft ihm Stiegenhaus zufällig auf seine 89-jährige Nachbarin Frau Berger. Augenscheinlich haben sie nichts gemeinsam und doch verspürt der Student eine Anziehung, nicht Liebe, sondern eher Fürsorge. Zwischen den beiden entwickelt sich eine respektvolle Beziehung, aus der jeder für sich einen Nutzen zieht. Meine Meinung: Wir alle werden alt, viele fürchten sich davor und „Frau Berger wird unsichtbar“, es trägt dazu bei, dass die Furcht berechtig ist, wenn nämlich langsam alle, die in deinem Leben Bedeutung hatten, sterben und du alleine zurückbleibst, dann ist es eine traurige Angelegenheit, aber Trauer, sie kann durch kleine Dinge im Leben etwas ihrer Schwere verlieren. Zuerst dachte ich, es ginge konkret um das Alter, wir erleben mit Frau Berger, mit welcher Schwere es belastet ist, aber das ist nur ein kleiner Teil, wir lernen ein gelebtes Leben kennen, mit vielen Stolpersteinen, aber auch den glitzernden Glücksmomenten. Frau Berger, ihre Tochter wohnt in der Ferne von Südafrika und ihre Freundinnen sind zumeist alle schon verstorben. So lebt sie einsam und alleine, wobei man die Einsamkeit nicht wirklich spürt, die alte Damen scheint sich damit arrangiert zu haben und doch würde man sie einfach gerne an die Hand nehmen, wieder in die Welt ziehen. Hier folgt der Auftritt von David, eine zufällige Begegnung veranlasst ihm, sich dieser Frau anzunehmen. Sein Leben, es ist auch mit Schwierigkeiten angefüllt, doch wenn er mit der alten Dame zusammen ist, dann bekommt alles eine andere Bedeutung. Dinge, von denen man glaubt, sie sind unüberwindbar, werden plötzlich machbar, weil am Ende, da zählt nur noch das Wesentliche. Erzählt wird das Buch aus drei Sichten: Frau Berger, David, aber auch die Tochter Rosemarie kommt zu Wort. Durch diese Blickwinkel formt sich ein rundes Bild, was einen guten Überblick erschafft. Im Vordergrund steht natürlich Hannelore Berger, ihr Leben wird seziert und näher betrachtet. Das Leben einer alten Dame, viel hat sie erlebt, viel zu erzählen, doch manchmal, da ist niemand da, der zuhört, doch ist genau dieses wichtig – Geschichte muss lebendig bleiben. Manchmal scheint sie zu resignieren, doch wenn David sie besuchen kommt, da blüht sie auf, freut sich darüber, dass es doch noch jemanden gibt, der sich für ihr Leben interessiert.Die beiden Leben, sie scheinen nichts gemeinsam zu haben, doch genau Davids Familiengeheimnis ist es, was sie miteinander teilen. Langsam, wie ein Detektiv nähert man sich dieser Situation an und bekommt eine Menge Gedanken präsentiert. Wie oft regieren wir uns über die Alten auf: Sie blockieren das Wartezimmer beim Arzt, kommen an der Kasse nicht weiter und meckern doch sowieso nur rum. Nicht alle kann man in einem Topf werfen, doch die meisten, sie suchen nur nach jemanden, der sich noch für sie interessiert, weil, wenn niemand mehr zuhört, was man zu sagen hat, ist man dann nicht lebendig tot? Fazit: Das große Thema Alt sein, es ist in eine traurige Form gepackt, die einem Angst davor machen könnte, aber es wird auch viel Hoffnung gesät, dass nicht alles so sein muss, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag.

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  • Wenn die Erinnerung und der Alltag verblasst!

    Frau Berger wird unsichtbar
    Samy86

    Samy86

    10. December 2013 um 21:16

    In "Frau Berger wird unsichtbar" schildert die noch recht unbekannte Autorin Kerstin Michelsen sehr realistisch und feinfühlig die Facetten des Älter werdens! Handlung: Der junge und unerfahrene Student David trifft gedankenverloren im Treppenhaus auf Fr. Berger, eine ältere und zerbrechliche Dame. Sehr verantwortungsvoll hilf er der alten Lady zurück in ihre Wohnung und erkennt die doch wohl so offensichtlichen Defizite von Frau Berger. Aus einem harmlosen zusammentreffen entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden. So geschieht es, dass der partywüdige David eine riesen Entwicklung zu einem verantwortungsbewussten und fürsorglichen Mann durchmacht und an seiner Herausforderung zu wachsen beginnt. Er sorgt sich sehr um seine neue Freundin, die immer mehr in ihre Vergangenheit entgleitet und den Blick für die Gegenwart verliert . Gemeinsam mit Frau Bergers Tochter Rosemarie, die über tausende von Kilometern in Kapstadt mit ihrer Familie lebt, organisiert David eine qualitativ besser Zukunft und Betreuung für Frau Berger, statts sie ihren gedanklichen und körperlichen Verfall in der Einsamkeit zu überlassen... Meinung: Der Autorin ist ein sehr realistischer und feinfühliger Roman gelungen über ein Thema, dass jeden von uns im Alter treffen könnte. Was wünscht man sich da nicht sehnlicher, als das sich jemand um einen kümmert und sorgt, so wie es David sehr vorbildlich in diesem wunderschönen Roman macht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies in der heutigen Gesellschaft leider nicht selbstverständlich ist und mir dadurch auch der Roman so sehr gefallen hat, da man sieht wie es auch in einem guten Fall laufen kann. Die einzelnen Charaktere erzählen in unterschiedlichen Formen ihre Sicht der Erlebnisse, was den Roman sehr abwechslungsreich gestaltet. Der Schreibstil der Autorin ist einfach nur faszinierend und man liest die Seiten im Nu und wundert sich, wenn das Ende erreicht ist. Fazit: Ein wundervoller Roman der ans Herz geht. Über die Entwicklung eines Menschens von der man am Anfang nicht ausgeht und die Rettung für eine älter Dame darstellt, die sonst in Einsamkeit ihrer Demenzerkrankung unterlegen wäre. Ich werde diesen Roman sehr gerne weiterempfehlen, denn ich bin einfach nur sehr begeistert über die Herangehensweise der noch jungen Autorin an eine Thematik die uns alle treffen kann!

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  • Wenn man alt wird….

    Frau Berger wird unsichtbar
    Sonjalein1985

    Sonjalein1985

    08. December 2013 um 20:35

    Inhalt: Eines schönen Tages sieht der Student David, der eigentlich nur Drogen, Sex und Partys im Kopf hat, seine ältere Nachbarin Frau Berger hilflos und leicht verwirrt im Treppenhaus stehen. Kurzerhand bringt er sie in ihre Wohnung und trinkt einen Kaffee mit ihr. Ab da kreuzen sich die Wege der beiden immer wieder und der junge Mann und der Leser erfahren viel über das Leben von Frau Berger.   Meinung: Dies ist die Geschichte der alten Frau Berger, die das Gefühl hat als Person selbst unsichtbar zu werden und nur noch als alte Frau gesehen zu werden und nicht mehr als der Mensch, der sie einmal war. Das ändert sich erst als der Student David in ihr Leben tritt. David selber ist eher ein selbstsüchtiger Partygänger, zumindest am Anfang des Buches. Aber das Treffen dieser beiden so unterschiedlichen Menschen verändert ihn sehr und lässt ihn reifer und verantwortungsbewusster werden. Erzählt wird hierbei die Geschichte aus mehreren Sichtweisen. Sowohl aus der der Frau Berger, in verschiedenen Lebensabschnitten, als auch aus der von David und Rosemarie, Hannelores Tochter. Kerstin Michelsen erzählt diese verschiedenen Erzählstränge einfach super. Man kann sich in die verschiedenen Figuren und Lebensgefühle super hineinversetzen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es bringt einen zum Nachdenken übers Älterwerden und über sein eigenes Leben. Ausserdem frage ich mich jetzt welche Geschichten sich wohl hinter den Menschen auf der Strasse verbergen.   Fazit: Ein wundervolles Buch über das Älterwerden und alt sein, dass einen zum Nachdenken bringt. Sehr gelungen.

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  • Berührende Geschichte zu einem Thema, das uns alle angeht

    Frau Berger wird unsichtbar
    VampirFionn

    VampirFionn

    06. December 2013 um 10:09

    Die fast neunzigjährige Hannelore Berger lebt einsam 'zwischen Erinnerungen' in einer kleinen, mit Möbeln und Nippes vollgestopften Wohnung. Nachbar David, ein Student in seiner Sturm- und Drangphase, bietet Frau Berger seine Hilfe an und erhält so Einblick in das Leben der alten Dame. Es ist nicht schön, wenn körperliche Gebrechen die Beweglichkeit einschränken, selbst der Gang zum Bäcker zur großen Herausforderung wird. Wenn man gegen das Vergessen und das Vergessen werden ankämpft. Alle Freunde wegsterben, und man an manchen Tagen den Mund bloß zum Essen und Trinken öffnet. Die Autorin hat sich eines schwierigen Themas angenommen. Einfühlsam und realitätsnah schildert sie alle Unbill des hohen Alters. Diese schwere Kost wird immer wieder wohltuend aufgelockert durch Rückblicke auf Frau Bergers Leben. Sehr schön gelungen, wie Kerstin Michelsen die Aufbruchstimmung der Fünfzigerjahre beschreibt. Im Laufe der Geschichte wird zudem ein altes Familiengeheimnis aufgedeckt. In Perspektivwechseln erfährt der Leser von Frau Bergers Tochter Rosemarie, die in Südafrika lebt, und von Davids Entwicklung vom sorglosen faulen Studenten zum verantwortungsvollen jungen Mann. Ein sehr berührender Roman zu einem Thema, das uns alle angeht, und ein schönes Beispiel für einen selbstverlegten Titel. 

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  • Wird man im Alter noch wahrgenommen?

    Frau Berger wird unsichtbar
    claude20

    claude20

    02. December 2013 um 18:32

    Der Student David begegnet im Hausflur der 90 jährigen Nachbarin Hannelore Berger und bietet seine Hilfe an. Schon in ihrer Wohnung ist David sich nicht mehr sicher, warum er überhaupt gefragt hat. Es will nur noch schnell wieder verschwinden, würde sein Angebot am liebsten rückgängig machen und sich nicht um die alte Dame kümmern. Am Anfang dieser Geschichte scheint es als hätten die beiden nichts gemein und als hätten sie sich nichts zu sagen, aber dann kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sie sich gegenseitig helfen können. Zusätzlich kommt David einem lang verschwiegenden Familiengeheimnisses auf die Spur. Diese Geschichte zeigt uns, wie alte Menschen sich fühlen, wenn sie nicht mehr so schnell können, sich nicht mehr so gut erinnern können und auch von den anderen Menschen nicht mehr wahrgenommen werden. So geschieht es auch Frau Berger. Sie wird für die meisten Menschen unsichtbar. Ihre besten Freunde und Weggefährten sind schon lange tot oder befinden sich in Pflege. Sie ist einsam und allein, denn ihre einzige Tochter lebt in Kapstadt und kommt eher unregelmäßig vorbei. Es ist schön und ergreifend zu lesen, wie sich der Nachbar David Stück für Stück mit Frau Berger anfreundet und ihr hilfreich zu Seite steht, obwohl er selbst mit seiner Lebenssituation überfordert zu sein scheint. Aber schließlich bringt Hannelore Berger Ruhe, Gelassenheit und auch gesuchte Antworten in sein Leben. Kerstin Michelsen schafft es in diesem Buch auf sehr schöne und unkomplizierte Art dem Leser Einblicke in das lange und turbulente Leben von Hannelore Berger zu gewähren. Sie zeigt die immer weiter anwachsende Verwirrung und Gebrechlichkeit des Alters, ohne kitschig oder ermahnend zu wirken. Mit gut platzierten und fast schon philosophischen Sätzen bringt sie den Leser zum Nachdenken: "Je älter sie wird, umso kürzer wird der Weg in die Vergangenheit" und "Schnell ist sie nur noch wenn sie fällt." Mir hat diese Geschichte über David, Frau Berger und auch ihrer Tochter Rosemarie sehr gut gefallen. Volle Punktzahl für dieses ergreifende und auch nachdenklich machende Buch und ich gebe hier gerne auch eine Leseempfehlung, denn das interessante Leben von Hannelore Berger ist eine Reise in ihre Vergangenheit, aber auch in ihre Gegenwart wert. © claude 

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  • Überzeugend!

    Frau Berger wird unsichtbar
    silberfischchen68

    silberfischchen68

    30. November 2013 um 17:22

    Auch dieses Buch von Kerstin Michelsen hat mich wieder absolut überzeugt, ich möchte sie inzwischen als meine "Lieblings-Indie-Autorin" bezeichnen, der ich von Herzen wünsche, dass langsam mal ein Verlag auf ihre warmherzigen Geschichten aufmerksam wird. Nun aber mal zu "Frau Berger". Dieses Buch erzählt von der Zufallsbekanntschaft zwischen dem leicht orientierungslosen Studenten David, der sein gespanntes Verhältnis zu seinen Eltern und sein Studienfach, an dem er zweifelt mit Alkohol und Bettgeschichten zu kompensieren sucht und der alten Hannelore Berger, deren Erinnerung an ihre langjährige und aufregende Arbeit in den Hamburger Filmstudios ihr näher ist als die Gegenwart, in der ihre einzige Tochter Rosemarie seit 40 Jahren weit entfernt in Kapstadt lebt mit Ehemann, Kindern und Enkeln. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, da sind zum einen David als Ich-Erzähler und Tochter Rosemarie, aus deren Sicht in der dritten Person berichtet wird - und zum anderen sind da die junge Hannelore und die alte, fast 90-jährige Frau Berger: eine Person und doch scheinen Welten zwischen ihren Leben zu liegen. Während David und Rosemarie zurückblicken, wird aus der Sicht von Hannelore Berger im Präsens erzählt. Gerade diese Tempus-Wechsel geben dem Buch noch ein gewisses Etwas und betonen eindrucksvoll, dass für die alte Dame nur noch der Augenblick zählt und die Vergangenheit mit der Gegenwart verschwimmt. Die Gefühle und die jeweiligen Situationen von David und Frau Berger werden sehr anrührend und mit viel Fingerspitzengefühl erzählt. Die Personen sind dem Leser nicht nur sehr nahe, man erkennt sich oder andere teilweise wieder und kann ohne Mühe nachvollziehen und mitfühlen, was die beiden bewegt. Auch handwerklich finde ich das Buch sehr gut gemacht, Vergangenheit und Gegenwart sind aus jeder Sicht logisch und folgerichtig. Wichtiges wird vertieft, nebensächliches nicht unnötig breitgewalzt. Mich hat das Buch jederzeit zum Weiterlesen animiert und motiviert. Es war wunderschön zu lesen, wie David seinen Weg findet und seinen von der Familie verstoßenen Großvater und sehr berührend, aber nicht traurig, die alte Frau Berger im Späterherbst ihres Lebens zu begleiten. 5 Sterne und ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin!

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  • ältere und jüngere Menschen können sich gegenseitig helfen

    Frau Berger wird unsichtbar
    gusaca

    gusaca

    29. November 2013 um 12:46

    Mit Frau BErger wird unsichtbar, ist der Autorin ein gelungener Roman über die PRobleme des ÄLterwerdens gelungen. FRau BErger ,die vergessliche Seniorin und DAvid , der unschlüssige Student, wohnen beide in einem MIetshaus. EInes TAges hilf DAvid aus einer LAune heraus der älteren hilflosen Frau BErger wieder in ihre Wohnung zu kommen und erkennt sofort, dass die Seniorin eigentlich nicht mehr alleine zurechtkommt. Zuerst weigert DAvid sich VErantwortung zu übernehmen. Aber mit der ZEit kommen die beiden sich immer näher und DAvid erfährt viel über die VErgangenheit der alten Frau. Und erstaunt erkennt er, dass sie beide mehr als nur der Zufall verbindet. Der Roman wird wechselseitig aus verschiedenen Sichten erzählt und auch unterschiedliche Rückblicke in die VErgangenheit eröffnen dem LEser das LEben der Frau BErger. Die Charaktere machen im LAufe des ROmans eine große Entwicklung durch. DAvid reift vom vergnügungssüchtigen , verantwortungslosen Studenten zum fürsorglichen, zielgerichteten MAnn und Frau BErger verliert sich immer mehr in ihren Erinnerungen, weil ihr die GEgenwart immer mehr entgleitet. David versöhnt sich sogar mit seiner FAmilie und führt seinen VAter zu seinem verstoßenen GRoßvater zurück. Frau BErgers Tochter Rosemarie wird durch DAvid auf den VErfall der Seniorin aufmerksam gemacht und gemeinsam sorgen sie für die Zukunft der alten Frau. Einige PRobleme aus der Vergangenheit beider Protagonisten werden in diesem ROman aufgearbeitet. Der Roman hat mich gut unterhalten, aber auch zum NAchdenken angeregt.

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