Kerstin Michelsen einfach so

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Inhaltsangabe zu „einfach so“ von Kerstin Michelsen

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    einfach so
    Fami

    Fami

    22. June 2013 um 20:07

    Klappentext: Manchmal ist die Normalität nur einen Wimpernschlag entfernt von einer Katastrophe. Dies erfährt die zehnjährige Melanie, genannt Melli, auf schmerzliche Weise. Eines Tages geschieht das Unfassbare: ihre Schwester Annika verunglückt tödlich. Für Melli und ihre Familie ist von einem Tag auf den anderen nichts mehr, wie es war. Das Mädchen erlebt den Abschied am Totenbett, die Beerdigung und die schwere Rückkehr in den Alltag. Um die Mutter zu entlasten verbirgt Melli ihre eigene Trauer. Doch nach einem weiteren Todesfall bricht ihre mühsam aufrecht erhaltene Fassade zusammen ... Aus der Sicht der heranwachsenden Melanie erzählt dieser Roman von der Schwierigkeit des Weiterlebens nach einem schmerzlichen Verlust. Der erste Satz: "Wisst ihr, wie es sich anfühlt, wenn die Welt zerbricht?" Meine Meinung: Ich denke die meisten haben schon mal erlebt wie man sich fühlt wenn man einen geliebten Menschen verliert und einige wahrscheinlich auch in jungen Jahren, genau wie Melli.  Melli ist die kleine/große Hauptprotagonistin mit der ich, das ganze Buch lang, so mitgefühlt habe, das ich stellenweise Tränen in den Augen hatte. Wenn ich es in der Bahn gelesen habe musste ich mich echt zusammenreißen das ich nicht heulend da sitze.  Der Schreibstil bringt, wie ich finde, die Emotionen so absolut ehrlich rüber das man einfach nicht anders kann als dieses Buch zu lieben, vor allem wenn man selber in so jungen Jahren schon jemanden verloren hat.  Die Geschichte wird von der älteren Melli erzählt, die ihr Leben nach dem Tod ihrer großen Schwester nochmal Revue passieren lässt. Deshalb hat man zwischendurch kleine Zeitsprünge drin, weil Melli (als Erwachsene) einen Gedanken zwischen schiebt. Dies fand ich aber im Gegensatz zu anderen Lesern nicht störend sondern eher so das mein Interesse geweckt wurde was noch passieren wird.  Was auch wunderbar umgesetzt wurde war wie eine komplette Familie mit so einem Verlust umgeht. Vor allem die Emotionen von Melli´s Mama wurden so klasse beschrieben das man auch mit ihr mitfühlen musste und ich glaube wenn man selber schon Kinder hat werden diese Emotionen einem noch mehr zu Herzen gehen. Wunderbar war auch wie die Großeltern (mütterlicherseits) als riesige Stütze dargestellt wurden. Fazit: Dies war mein erstes Buch von einer Indie-Autorin und ich bin so was von begeistert. Ich habe schon lange kein so emotionales Buch mehr gelesen. Ich würde es jedem empfehlen der Geschichten liebt, die einem so richtig zu Herzen gehen und all denjenigen die sich mal interessieren wie ein Kind so einen Verlust miterlebt und auch verarbeitet.

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  • Rezension zu "einfach so" von Kerstin Michelsen

    einfach so
    Nadja_13

    Nadja_13

    22. January 2013 um 21:07

    Einfach So - Kerstin Michelsen zum Inhalt: Einfach so erzählt die Geschichte von einem jungen Mädchen namens Melli welches sich schon früh mit dem Tod auseinandersetzten muss, als ihre ältere Schwester bei einem Unfall stirbt. Niemand ist darauf vorbereitet und die ganze Familie wird stark getroffen von diesem tragischen Verlust. Sie müssen lernen mit ihrer Trauer fertig zu werden, denn für sie geht das Leben weiter. Doch für Melli ist dies besonders schwierig, sie kann nicht verstehen weshalb ihre Schwester schon so früh sterben musste und sie macht sich selbst Vorwürfe obschon sie keinerlei Schuld trifft. Als dann gar nicht so lange später eine ihre nahe stehende Person stirbt, bricht ihre Welt endgültig zusammen... meine Meinung: Einfach so ist ein sehr trauriges Buch, denn eines der Hauptthemen mit denen sich das Buch beschäftigt ist der Tod. Im Buch erzählt Melli wie sie den Tod ihrer Schwester erlebt hat und wie sie danach mit der Trauer fertig geworden ist. Das Buch ist so geschrieben, als würde wirklich ein junges Mädchen ihre Geschichte aufschreiben, dadurch wirkt die Geschichte sehr authentisch und sehr berührend. Auch regt die Geschichte zum Nachdenken an, denn die ganze Geschichte startet an einem ganz normalen Tag, doch dann wird Mellis ganze Welt auf den Kopf gestellt, und eigentlich könnte dies jedem von uns geschehen. Die Geschichte ist eigentlich nie besonders spannend, da man eigentlich von Anfang an weiss was geschehen wird. Dennoch habe ich mit Melli mitgefiebert, mitgehofft und mitgetrauert. Ich musste das Buch aber manchmal auch zur Seite legen, denn das Thema ist, wie schon gesagt sehr traurig und bedrückend. Da man eigentlich alles aus der Sicht von Melli erzählt bekommt und eigentlich noch mal mit ihr erlebt lernt man sie auch am besten kennen. Ich fand sie sehr sympathisch und auch authentisch, sie denkt genau so, wie man es sich von einem 10-jährigen Mädchen vorstellt. Man begleitet sie durch die Geschehnisse und schliesst sie sofort ins Herz. Ihre Reaktion auf den Tod ihrer Schwester war vollkommen nachvollziehbar und auch bei allem was danach kommt, konnte ich sie immer gut verstehen. Es hat mich auch zum Nachdenken gebracht, wie schwierig ein solches Ereignis für die direkt betroffenen und auch für das weitere Umfeld ist. Es ist schwierig abzuschätzen wie man sich verhalten soll. Solche und noch viele weitere Gedanken habe ich mir während dem Lesen gestellt. Dadurch das man wirklich das Gefühl hat ein 10-jähriges Mädchen erzählt die Geschichte, erlebt man alles nochmals viel intensiver und durch die ungewohnte Sichtweise auf den Tod, stellt man sich auch Fragen, die man sich sonst vielleicht nicht direkt so stellen würde. Was mich bei Lesen teilweise wirklich sehr gestört hat war, dass es im Buch immer wieder Zeitsprünge gibt. Im einen Moment erzählt Melli was zu einem gewissen Zeitpunkt geschah und dann wieder irgendeine Geschichte die vorher geschah und irgendetwas was erst danach noch geschehen wird. Oftmals hat mich das wirklich irritiert und ich konnte Geschehnisse zeitlich gar nicht einordnen. Auch ansonsten hat mir der Schreibstil teilweise nicht so gefallen. Der Autorin ist es zwar super gelungen die Geschichte so zu erzählen, dass die Sicht des 10-jährigen Mädchens toll herüber kommt und dass die Geschichte auch so klingt, als würde dieses Mädchen sie erzählen, doch darunter hat die Satzkonstruktion leider gelitten. Manchmal waren die Sätze wirklich lang und verschachtelt, teilweise waren auch noch Bemerkungen in Klammern eingefügt, oder dann waren sie sehr kurz und einfach, so wie sie ein 10-jähriges Mädchen vielleicht in einem Aufsatz schreiben würde. Etwas, das mich zwar nicht gross gestört hat, was für mich aber auch nicht nötig gewesen wäre, waren die Tagebucheinträge von Melli, die es immer zwischen den einzelnen Kapiteln noch zusätzlich gab. Dadurch dass Melli die Geschichte ja erzählt, wusste man eigentlich meistens fast alles schon was darin stand und es hat eigentlich nichts zur Geschichte beigetragen. Für mich waren die Tagebucheinträge eigentlich überflüssig. Das Cover des Buches ist leider ziemlich nichts sagend und hat eigentlich nichts mit der Geschichte zu tun. Der Titel gefällt mir hingegen aber sehr gut, da er super zur Geschichte passt. Denn einfach so und ohne jegliche Vorwarnung ändert sich das Leben von Melli von der einen Sekunde auf die andere. Fazit: Ein wirkliches berührendes Buch, welches die Geschichte eines 10-jährigen Mädchens erzählt, das innerhalb relativ kurzer Zeit zwei Menschen verliert, die ihr sehr nahe standen. Die Geschichte dreht sich um Tod und Trauer und regt zum Nachdenken an. Leider machen es einem die vielen Zeitsprünge manchmal schwer sich in der Geschichte zurecht zu finden.

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  • Rezension zu "einfach so" von Kerstin Michelsen

    einfach so
    Jemasija

    Jemasija

    05. January 2013 um 17:57

    Produktinformationen: Autor : Kerstin MichelsenVerlag: Serie: Einzelband Format: Taschenbuch Genre: Roman/Drama Seiten: ISBN: 1480237124 Preis:06,98(D) Inhalt: Von dem einem auf den anderen Tag hat sich alles geändert , Melanies Schwester verunglückt. Ein Autofahrer war zu schnell gefahren , er nahm keine Rücksicht was für Folgen das Tempo haben für andere haben könnte . Melanie muss mit der Trauer in ihrem Leben , leben müssen . Anfangs gibt ihre Familie ihr stärker doch dann passiert ein weiteres Unglück in ihrer Familie , Melanie ist am Boden zerstört & kann das alle nicht mehr . Wird Melanie es schaffen je nur noch einmal das Gefühl von "einmal Glück gehabt " haben oder wird sie in ihrer eigenen Trauer versinken ? Fazit+ Meinung : Zu den Charakteren: Melanie ist so ein Starker Mensch , man merkt total wie sie aufeinmal wenn es ihr schlechter geht sich verändert .Die Wendung die sie nimmt mal fröhlich & dann plötzlich wieder am Boden zerstört. Die Interpretatzion hat mir so (...) gut gefallen ! Tiefen&Höhen : Es war so traurig wie Melanie all dies durchmachen musste , ich habe mir einfach nur das beste für Melanie gewünscht & hoffte das es ihr besser bald wieder besser geht... Die absolute Höhe war für mich wie Sie das ganze gemeistert hat , man konnte sich immer in die Situation hinein versetzten . Zum Cover: Wenn man die Geschichte kenn , dann brauch man nicht mehr viel zum Cover sagen . Einfach "passend" Zur Geschichte : Mitfühlen & Atemberauben & gleichzeitig Spannend auf jeder Seite. Meine Meinung : Die Geschichte hat mich so mitgenommen , ich konnte Melanie total verstehen . Die Autorin hat es so geschrieben das man auf jeder Seite eine Gänsehaut hatte . Ich wollte garnicht mehr aufhören zu lesen weil mich die Geschichte so mitgenommen hat .Ich hätte nicht gedacht das mir das Buch so gut gefällt . Die ganze Geschichte & die Personen wachsen einen schnell ans Herz . Unglaublicher Schreibstil der Autorin , der einzigste negative Punkt war .. dieser schneller Punkt zwischen denn Zeiten,man musste wirklich denn Überblick berhalten "wo war ich jetzt ?". Informationen über das Buch / Schreibstil : Der Roman wurde in der Sicht eines 10 Jährigen Mädchen geschrieben (Melanie) Die Zeitsprünge gingen mir zu schnell (etwas unübersichtlich). Von mir bekommt "einfach so" 4 1/2 von 5 Herzen <3 <3 <3 <3 <

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  • Rezension zu "einfach so" von Kerstin Michelsen

    einfach so
    Malibu

    Malibu

    27. December 2012 um 17:58

    Wer hat noch nie richtige Trauer kennengelernt? Bestimmt ist es jedem von uns schon so gegangen und oftmals auch schon in frühem Kindheitsalter. Doch wie gehen wir damit um? Wie verarbeitet man so etwas, wenn ein geliebter Mensch von einem geht? Mit dieser Thematik setzt sich die Autorin Kerstin Michelsen in ihrem Roman “einfach so” auseinander, in welchem die 10-jährige Melanie über ihre Gefühlswelt schreibt nach dem Tod ihrer größeren Schwester. An einem normalen Tag, an dem keiner dachte, dass etwas passiert, passierte es doch – Melanies Schwester verunglückt tödlich durch einen Autofahrer, der unachtsam und zu schnell gefahren ist. Schnell muss Melanie lernen, mit ihrer Trauer im Alltag umzugehen. Immer wird sie wieder an ihre Schwester erinnert, der Alltag gestaltet sich schwer. Nur um ihre Mutter und andere nicht zu belasten, mitm sie die Starke. Als jedoch ein weiterer Todesfall innerhalb der Familie geschieht, scheint die Fassade zu bröckeln… Die Autorin schafft es wirklich meisterhaft, den Roman in Sicht einer 10-jährigen zu schreiben. Man hat wirklich vor Augen, wie hier ein kleines Mädchen “redet”. Melanie ist im Grunde genommen eine starke Persönlichkeit, die jedoch immer wieder in sich zusammen fällt. Das kann man ihr wiederum wirklich nicht verübeln – wer würde so etwas gleich wegstecken? Die Geschichte ist aus Sicht von Melanie geschrieben, die nun um einiges älter ist und in der Vergangenheit schwelgt. Punkt für Punkt geht sie das Chaos in ihrer kleinen Welt mit dem Leser durch, er wird regelrecht in den Sog der Trauer und Gedanken des Mädchens gezogen. Auch wenn es dem Rest der Familie nicht besser geht, Melanie ist in diesem Roman die Protagonistin und ihr fühlt man sich am ehesten verbunden. Durch die einfache Schreibweise und sehr gefühlvollem Stil, lässt es den Leser fast nicht mehr los. Man wünscht sich, dass es Melanie bald besser gehe, doch ein Verlust bleibt ein Verlust und dies wird auch nichts ersetzen können. Leider springt die Autorin manchmal etwas zu zügig in der Zeit herum, da wird oftmals von Jetzt und Hier viel weiter zurück in die Vergangenheit gesprungen, nur um gleich wieder viel mehr in der Zukunft zu landen. Das war etwas zuviel des Guten und verwirrt einen beim Lesen, woraufhin man sich erst einmal wieder orientieren muss, in welcher Zeitspanne man nun ist. Alles in allem war das Buch eine gute – wenn auch traurige, Unterhaltung. Man konnte es sich gemütlich auf der Couch machen und in der Welt versinken, die sich rund um Melanie einfach weiterdrehte!

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    einfach so
    Bookilicious

    Bookilicious

    24. December 2012 um 23:13

    Inhalt Manchmal verändert sich das Leben von der einen auf die andere Sekunde - das muss auch die zehnjährige Melanie "Melli" erfahren, denn ihre zwölfjährige Schwester Anni kommt bei einem Unfall ums Leben und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Melli erlebt alles aus nächster Nähe mit, versucht aber für ihre Mutter stark zu sein und verbirgt so ihre eigene Trauer. Verdängen, heißt hier das Zauberwort. Als jedoch ein erneuter Todesfall die Familie erschüttert, bricht ihre Fassade zusammen und Melli muss lernen, mit Verlusten umzugehen... Zitate "Von der schweinchenblauen Tapete sah man kaum noch etwas. Ich nannte es schweinchenblau, weil es ein blau war, das genauso gut rosa hätte sein können. Vielleicht versteht ihr, welche Art blau ich meine." ">Nein. Nein. Nein. Nicht mein Kind!< Danach hörte ich nichts mehr. Ich sah nur den Mund des Arztes auf und zu klappen. Zwei weitere Gestalten in Weiß schwebten um uns herum. Ich starrte in das verzerrte Gesicht meiner Mutter. Hinter ihr stand mein Opa, der seine Hände auf ihre Schultern presste. Unter seinen Randlosen Brillengläsern tropfte es nass heraus. Er suchte meinen Blick, während ich nur starrte und mein Mund sich anfühlte, als könnte ich ihn niemals wieder öffnen. Ich sah auch, wie sich die Lippen meines Großvaters bewegten und er auf mich deutete. Das alles ist nun schon so viele Jahre her, fast mein halbes Leben und trotzdem kann ich mich an bestimmte Dinge ganz genau erinnern. Anderes liegt im dunkeln." Erster Satz des Buches "Wisst ihr, wie es sich anfühlt, wenn die Welt zerbricht?" Fazit "Einfach so" ist ein Roman der Autorin Kerstin Michelsen. Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch, da die Autorin vor einiger Zeit bei mir anfragte, ob ich gerne ihren Roman rezensieren würde, was ich dankend annahm. Gerade die Thematik des Todes und der Trauer, die damit einhergeht, empfinde ich als "spanndend" und "interessant", vermutlich hängt dies auch damit zusammen, dass ich bisher keinen wirklichen Todesfall miterleben musste. Auf gewisse Weise hoffe ich manchmal, mich durch das Lesen solcher Romane vielleicht irgendwie besser darauf vorbereiten zu können, eigentlich weiß ich jedoch, dass einen nichts auf solch eine Situation vorbereiten kann. Melli begegnet uns zu Anfang als ganz normales, 10 - jähriges Mädchen, das Nesthäkchen der Familie. Sie schreibt gerne Tagebuch und versteht sich wunderbar mit ihrer großen Schwester Anni. Ihr Bruder Nick, der auf Grund seines Alters (14) ganz andere Interessen hegt, zieht sich momentan eher etwas von ihr zurück, was Melli jedoch, nach eingehenden Gesprächen mit ihrer Mutter, einfach mal so hinnimmt. Trotzdem fragt sie sich natürlich, ob ihr Bruder sie vielleicht nicht mehr so lieb hat, da er ihr stellenweise eher aus dem Weg geht und sie nichtmal mehr so einfach in den Arm nimmt, wie früher. Erzählt wird die Geschichte von Melli selbst, allerdings ist sie schon etwas älter und erlebt die "Geschichte" nicht gerade erst. Im Verlauf des Buches fragt sich Melli immer und immer wieder, was sie während des tödlichen Unfalls ihrer Schwester getan hat, wie sie sich beschäftigt hat, was in jeder einzelnen Minute passiert ist, während ihre Schwester um ihr Leben gekämpft hat. Dies fand ich einen sehr interessanten Aspekt, vorallem weil ich mir gut vorstellen kann, dass es wohl den meisten Menschen so geht - sie fragen sich, welche normalen Bahnen ihr Leben genommen hat, während ein lieber Mensch sein Leben lassen muss. Melli hat große Probleme den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten, ihr bester Freund ist die Verdrängung.Während der Planung für die Beerdigung, der Beerdigung selbst und der Zeit nach Annis Tod versucht sie nach wie vor stark zu bleiben und nichts zu sehr an sich heran zu lassen. Sie ist der Meinung, dass sie ihrer Familie und besonders ihrer Mutter nicht auch noch ihre Trauer zumuten kann und zieht sich innerlich doch ziemlich zurück. Als der nächste Todesfall einige Jahre später wieder Mellis Gefühle in Aufruhr bringt, kann sie das ganze nicht mehr verdrängen und ihre ganze Gefühlswelt gerät gefährlich ins wanken. Mellis Verhalten ist durchaus menschlich und ich für meinen Teil wartete bis zu diesem Zeitpunkt hin dauerhaft darauf, dass Melli zusammenbricht. Ihr Verhalten, ihr Verdrängen und das "nicht-zulassen" der Gefühle konnte erfahrungsgemäß einfach nicht dauerhaft gut gehen und nun muss sie sich mit etwas auseinandersetzen, dass sie seit Jahren verdrängt - dass das nicht ganz einfach ist, kann sich wahrlich jeder von uns vorstellen. In diesem Roman laufen die Ereignisse nicht immer ganz nach einer logischen Reihenfolge ab, durch das Springen innerhalb der Zeitschiene werden manche Informationen erst später gegeben, andere etwas früher. Zu Beginn fand ich das etwas verwirrend, nach und nach konnte ich mich jedoch gut damit arrangieren - auch wenn dies nach wie vor ein kleiner Kritikpunkt meinerseits sein wird. Insgesamt war ich jedoch von diesem Buch mehr als überzeugt, die Gefühle sprechen aus diesem Buch und als Leser kann man sich in jede einzelne Situation, jede einzelne Gefühlsregung der kleinen Melli hineinversetzen. Manchmal möchte man sie einfach in den Arm nehmen und lieb haben, manchmal möchte man sie aber auch einfach mal schütteln und sie dazu bringen ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Dieser Roman überzeugt mit einer wundervollen, traurigen und realistischen Geschichte und lässt uns in das Leben und die Gefühlswelt eines 10 jährigen Mädchens eintauchen, dass stellenweise eine Stärke besitzt, von der andere kaum zu träumen wagen - zumindest für ein so junges Mädchen.

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    einfach so
    LiebezuBuechern

    LiebezuBuechern

    17. November 2012 um 22:30

    Zwischen der Normalität und einer Katastrophe liegt oft nur ein Wimpernschlag. Die zehnjährige Melli muss das an ihrem eigenen Leib erfahren. Als ihre zwei Jahre ältere Schwester Annika auf einem Ferienausflug mit Freunden unterwegs ist, geschieht das Unfassbare. Sie verunglückt tödlich, weil ein Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit in die Menschenmenge rast. Von einem Tag auf den anderen ist das Leben von Melli und ihrer Familie ein anderes. Sie erlebt den Abschied von ihrer geliebten Schwester, das Verhalten von den Mitmenschen, die Hilflosigkeit und die mühsame Rückkehr in den Alltag. Um ihre Mutter nicht weiter zu belasten, verbirgt sie ihre Trauer um die Schwester hinter einer Fassade. Aber als zwei Jahre später auch noch der geliebte Großvater stirbt, bricht Melli zusammen und muss sich dem Verlust und der Trauer nun endgültig stellen. Verlust, Tod und Trauer sind ein schwieriges Thema, wollen die meisten Menschen dieses immer ganz gerne aus dem Leben ausklammern und nicht weiter darüber nachdenken. Melli ist zehn Jahre alt und hat ganz andere Dinge im Kopf, als die unfassbare Tragödie geschieht und die zwölfjährige Schwester bei einem tragischen Unfall stirbt. Die Autorin erzählt nun aus der Sicht von Melli die Geschichte und Geschehnisse. Wie Melli den Tag der Todesnachricht erlebt hat, wie das Leben danach weiterging und wie es ihr die Jahre nach dem tragischen Unfall ergeht. Sie erzählt aber auch, wie ihre anderen Familienmitglieder damit klargekommen sind und wie es beispielsweise der Mutter erging. Kerstin Michelsen zeichnet hier ein einfühlsames Bild und hat besonders Mellis Mutter, die ihr ihre geliebte Tochter verliert, sehr authentisch dargestellt. Wie schwer es wirklich ist, sein eigenes Kind zu begraben, kann man wohl nur nachfühlen, wenn man es selbst erlebt hat. Als die Familie sich allmählich vom schweren Schicksalsschlag erholt hat und so etwas wie Normalität in den Familienalltag einkehrt, erleidet der geliebte Großvater einen Schlaganfall und stirbt schließlich im Krankenhaus. Diesen Schock kann Melli jedoch nicht verarbeiten und resigniert nun vollkommen. Nur mit Hilfe ihrer Psychologin Frau Carius kann sie aus der Spirale von Trauer und Verzweiflung entkommen und lernt nun anders damit umzugehen. Die neu überarbeitete E-Book-Fassung enthält nun keine Rechtschreibfehler mehr und ist gut lesbar. Während der Erzählung springt die Autorin jedoch auch gerne einmal kurzzeitig von der Vergangenheit in die Gegenwart oder andersherum, was den Lesefluss teilweise stört bzw. mitunter ziemlich verwirrend war. War Melli gerade noch zehn ist sie plötzlich bedeutend älter. Auch an der Satzkonstruktion könnte noch gefeilt werden, was aber bestimmt nicht jeden stören wird. Zusammenfassend zeigt dieses Buch, dass der Tod zum Leben dazu gehört und das Leben auch nach so einer schweren Tragödie weitergeht. Die einfühlsame und stille Erzählweise von Kerstin Michelsen haben dieses Buch zu einem besonderen Leservergnügen gemacht. Fazit: Ein gefühlvolles E-Book über den Tod, das Leben und die Kunst nach einem schweren Schicksalsschlag das Leben weiter zu meistern. Eine geordnetere Satzkonstruktion und weniger Wechsel zwischen den Zeiten hätten dem Buch sicherlich gut getan. Dennoch hat mir dieses Buch gefallen und deswegen vergebe ich hier 3 Punkte mit Tendenz nach oben.

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  • Rezension zu "einfach so" von Kerstin Michelsen

    einfach so
    rory77

    rory77

    26. October 2012 um 21:34

    Inhalt in meinen Worten Mellie verliert durch einen tragischen Autounfall ihre grosse Schwester Annika und erzählt, wie sie diesen Verlust versucht zu verkraften, wie ihre Familie damit umgeht und wie sie alle versuchen, in den Alltag zurück zu kehren. Meine Meinung Eine traurige und ergreifende Geschichte, aus der Sicht der Hinterbliebenen geschrieben. Ich muss sagen, dass sie mich ganz besonders angesprochen hat, weil ich selber erst vor drei Monaten meine Mutter viel zu früh verloren habe. Viele der beschriebenen Gefühle habe ich selber so empfunden und ich kenne auch dieses schlechte Gewissen, wenn man wieder lacht ... obwohl man doch einen geliebten Menschen verloren hat. Auch das mit den Mitmenschen, die nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen, kenne ich nur allzu gut! Allerdings bin ich mit der Stelle, wo steht, dass die Trauer um ein Kind schwärzer und unmöglicher zu ertragen ist, nicht ganz zufrieden gewesen. Meine Mutter war erst 58 Jahre alt als sie an einer schweren Krankheit starb und auch dies war für uns alle unbegreiflich und viel zu früh, viel zu überraschend. Ich denke, wenn ein Mensch alt und vom Alter her gebrechlich wird und stirbt, dann gehört es zum Lauf des Lebens ... es ist natürlich!!! Stirbt ein Mensch durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit ... egal wie alt er ist, dann ist dies unnatürlich und sicher noch viel schwerer zu verkraften. Aber generell ist jeder Tod ein Verlust, solange man zu dem Toten eine enge Beziehung hatte. Dies mal aus der Sicht eines 10-jährigen Kindes zu sehen/lesen ist interessant. Sie trauert um ihre grosse Schwester, sieht, wie ihre Mutter zusammenbricht und schlittert selber in eine Depression hinein, weil sie mit der Zeit einen grossen Hass auf den Autofahrer entwickelt, der ihre Schwester getötet hat.Erst bei einer Psychotherapie lernt sie mit ihrem ganzen Gefühlschaos fertig zu werden. Die Geschichte ist toll ... ein trauriges Thema, aber es gehört nunmal zum Leben dazu! Allerdings hatte ich ein bisschen Probleme mit dem Hin- und Her der Zeiten aus denen geschrieben wurde. Es wurde oft viel aus der nahen Zukunft vorweg genommen, um dann etwas später nochmal genauer darauf einzugehen. Und meine Version hatte noch ziemlich viele Rechtschreibfehler.Es fehlten Buchstaben und manchmal sogar ganze Wörter.Dies nahm mir ein bisschen den Lesespass! Bis auf die Rechtschreibfehler könnte man die anderen Mängel mit dem Alter des Mädchens erklären, aus dessen Sicht erzählt wurde. Aber ich hatte es eigentlich so verstanden, dass Mellie diese Geschichte erst als junge Frau aufschrieb. Nicht schlecht, hätte aber noch etwas besser sein können ;-)

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