Kerstin P. Hofmann

Lebenslauf von Kerstin P. Hofmann

Die Archäologin Kerstin P. Hofmann ist seit 2016 Zweite Direktorin der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt am Main. Zuvor studierte sie Ur- und Frühgeschichte mit den Nebenfächern Informatik sowie Mittlere und Neuere Geschichte in Kiel und Köln. Sie war als Auslandsstipendiatin in Rom und anschließend beim Berliner Exzellenzcluster Topoi beschäftigt. Neben dem rituellen Umgang mit dem Tod beschäftigt sie sich unter anderem mit Fragen der Identität sowie Grenzen und Raumerschließung.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kerstin P. Hofmann

Cover des Buches Spuren des Menschen (ISBN: 9783806239911)

Spuren des Menschen

 (3)
Erschienen am 28.10.2019

Neue Rezensionen zu Kerstin P. Hofmann

Cover des Buches Spuren des Menschen (ISBN: 9783806239911)L

Rezension zu "Spuren des Menschen" von Eszter Bánffy

Menschheitsgeschichte von Anfang an bis in die Gegenwart
Lesefreund6203vor 3 Jahren

Menschheitsgeschichte von Anfang an bis in die Gegenwart


Jahrzehnte lang, mit immer feineren Methoden, weiterhin Fleiß und Wissbegier hat die Archäologie, was das Wissen um die Entwicklung (nicht nur) Mitteleuropas angeht, vielfache Erkenntnisse und ein relativ klares Bild erstellt.


Was in diesem schweren, umfassenden und wunderbar illustrierten Bildband aus dem Hause Theiss nun in ganzer Breite dem Leser und Betrachter vor Augen geführt wird.


Ein Bogen, der von der Alt- und Mittelsteinzeit, über Bonze- und Eisenzeit hin zur Herrschaft Roms, zur Völkerwanderung, zum Mittelalter bis hin zur Neuzeit reicht.


Mit einem besonderen Augenmerk, und das sei jedem Leser zum konzentrierten Wahrnehmen empfohlen, was auch die kulturelle Entfaltung und Entwicklung und, vor allem, den Wissenstransfer angeht.


Dass Migration und Immigration am Ende die Kulturen je wie mit einem „Nachbrenner“ versehen nach vorne gebracht, teils getrieben hat, dass geht in Zeiten der Rückbesinnung nur „auf den eigenen Vorgarten“ manches Mal an manchen Orten zu sehr verloren.


Dass dabei auch der Einstieg in die Darstellung nicht zu vernachlässigen ist, in der die Archäologie als Wissenschaft mitsamt ihren Methoden und chronologischen Möglichkeiten der Einordnung von Fundstücken differenziert vorgestellt wird, versteht sich dabei von selbst.


Dass die Archäologie dabei aber auch als „gesellschaftliche Praxis“ zu verstehen ist und zu würdigen wäre, das sind wichtige Hinweise darauf, dass nur der die Gegenwart zu deuten weiß und fundierte Schlüsse ziehen kann, der die Geschichte kennt und versteht.


Und wie vor zigtausend Jahren gilt dabei genauso für das Heute, , was Thomas Terberger in seinem klugen und verständlichen Kapitel im Buch vorlegt:


„Schon Forschern wie Hugo Obermaier war vor 100 Jahren die Schlüsselrolle der Klima- und Umweltbedingungen für die Erforschung des eiszeitlichen Menschen bewusst“.


Nur geeignete Klima- und Umweltbedingungen gewährleisten einerseits basal das „nackte Überleben“ für eine evolutionär signifikante Anzahl an Menschen, und ebenfalls nur diese gewährleisten auch die Chancen für kulturelle Entfaltungen, die über das reine Überleben des Körpers hinausgehen.


Gerade für diese kulturelle Entwicklung bietet der Band vielfache fotografische Einblicke in religiöse und profane Kunstgegenstände, die verdeutlichen, dass der Mensch von Beginn seiner gesellschaftlichen Entwicklung an Fragen über sich hinaus gestellt hat und Ideale und Visionen, Erklärungen des Lebens und des Miteinanders dinglich greifbar dargestellt hat.


Wobei es, nicht nur im Buch, sondern auch in der Geschichte selbst, natürlich dauert, bis feste Ansammlungen entstehen (Dörfer), dann aber, zur Neuzeit hin, sich der Prozess der Vergemeinschaftung des Lebens und damit der Verstädterung intensiv an Tempo und Fahrt aufgenommen hat.


Warum das so war und was das für die hoch-Tempe Gegenwart austrägt und welcher Blick in die Zukunft sich gar dadurch eröffnet, das kann dann in Ruhe während der Lektüre sich erschlossen und angeeignet werden.


Eine sehr zu empfehlende, fundierte Lektüre, die in bester Weise illustriert daherkommt.

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Cover des Buches Spuren des Menschen (ISBN: 9783806239911)wschs avatar

Rezension zu "Spuren des Menschen" von Eszter Bánffy

Alles andere als langweilig.
wschvor 3 Jahren

Wie bekommt man 800.000 Jahre kulturelle, wirtschaftliche, religiöse Entwicklungen in Europa in rund 550 Seiten zusammen gefasst?

So.

Der aufwändig gestaltete und reich illustrierte Band verdeutlicht den Stellenwert der Archäologie für das Verständnis vieler auch heutzutage noch wichtiger Zustände. Die wie im ganzen Buch gut zu lesenden und damit gut verständlichen Texte über die Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit informieren über die damaligen Lebensumstände der Menschen. Diese haben auf die Gegenwart wenig Auswirkung. Anders hingegen die Entwicklungen während der Nazi-Zeit mit den Versuchen, die vermeintliche Existenz des 'Germanentums' in der damaligen Sowjetunion nachzuweisen. Zitat Seite 16: "Unter dem Deckmantel des Kunstschutzes wurden zudem während des Krieges in den besetzten Gebieten systematisch Kulturgüter geraubt und mitunter Kriegsgefangene als Grabungshelfer eingesetzt.".

Wer nicht weiss, welche Methoden, welche Hilfsmittel für die Arbeiten der Archäologen eingesetzt werden, erfährt dies im ersten Kapitel mit dem Titel "Was ist Archäologie? Spuren, Menschen, Dinge". 

Natürlich in chronologischer Reihenfolge wird die europäische Geschichte der Menschheit von den bereits genannten Epochen der Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit, dem Römischen Kaiserreich samt Völkerwanderung, dem Mittelalter bis hin zur Neuzeit dargelegt.

Auf aussereuropäische Gegenden wird in dem Kapitel betitelt mit "Eine englische Kolonie in Virginia" Bezug genommen. Im Kapitel "Wo liegt Troja" wird versucht, eine Antwort auf diese Frage zu geben. Wie stark der Einfluss der Archäologie auf Kino-Ereignisse wie "Indiana Jones und der Tempel des Todes" und zahlreiche aktuelle TV-Sendungen ist, wird ebenso erläutert.

Das bedeutet, Archäologie ist alles andere als eine tote Wissenschaft, die sich nur um sich selbst dreht.

Was dem Verständnis des Buchinhaltes sehr förderlich ist und die Lektüre durchaus spannend macht, sind nicht nur die zahlreichen Fotos grossteils in Farbe. Sondern auch die Karten, auf die mittels eingetragener Kennziffern im Text Bezug genommen wird.


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