Nach Onkalo

von Kerstin Preiwuß 
4,2 Sterne bei14 Bewertungen
Nach Onkalo
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Positiv (11):
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Ein Protagonist, der die Geschichte lebendig werden lässt mit einem ganz eigenen und besonderen Erzählton- anspruchsvoll, lebendig-fesselnd.

Kritisch (2):
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Langweilig und voller Klischees. Sehr schade, denn sprachlich ist das Buch sehr gut gelungen!

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Inhaltsangabe zu "Nach Onkalo"

Matuschek ist vierzig, als seine Mutter stirbt, mit der er das Haus teilte. Ohne ihre Fürsorge weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Eine Frau hat er nicht und von dort, wo er wohnt, geht man weg, wenn man kann. Aber Matuschek ist einer, der bleibt, Bewohner des Hinterlands, einer längst von allen aufgegebenen Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn. Igor, der Russe, wird zum Freund. Den alten Witt kennt er seit seiner Jugend. Und dann sind da die Tauben, die Matuschek als Junge bekam und seitdem züchtet. Brieftauben haben einen inneren Kompass und kehren stets nach Hause zurück. Das kann schon reichen fürs Leben. Als Matuschek Irina kennenlernt, winkt das Glück. Aber dann geht etwas schief und er beginnt von neuem.
»Nach Onkalo« zeigt eine Welt am Rand, in der sich die großen Fragen nicht weniger deutlich stellen: was einen zusammenhält und wie man glücklich wird. Matuschek stellt sich diese Fragen nicht, er will nur seinen Alltag meistern. Doch vielleicht befähigt ihn genau das zur Erkenntnis »ob das Leben die Mühe lohnt«.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783827013149
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Berlin Verlag
Erscheinungsdatum:01.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Protagonist, der die Geschichte lebendig werden lässt mit einem ganz eigenen und besonderen Erzählton- anspruchsvoll, lebendig-fesselnd.
    Intensiv-lebendig-individuelle lebendige Figuren

    Matuschek ist 40. Er lebt bei seiner Mutter, liebt und umsorgt seinen Tauben. Dann eines Morgens ist die Mutter verstorben und Matuschek muss sein Leben allein gestalten. Er pflegt nur wenig soziale Kontakte.
    Das Buch hat eine klare Sprache und hat dennoch ein Schwere in der Erzählung. Durch diese wird der Figur eine Lebendigkeit eingehaucht, die mir sehr gefallen hat. Es sind kurze und knappe Dialoge im Buch enthalten. Die wörtliche Rede ist nicht extra gekennzeichnet. Im Lauf der Geschichte tauchen immer wieder Figuren auf, die mit Matuschek interagieren.
    Es taucht auch mal eine Frau auf, die mir aber eher blass blieb. Distanziert und geheimnisvoll, so kam sie mir vor und so verhält sie sich auch gegenüber Matuschek und weckt dadurch aber auch die Neugier des Lesers.
    Die Geschichte empfand ich als ruhig. Aber im Laufe der Geschichte nimmt eine Anspannung zu, die man zwischen den Zeilen spüren kann und die sich dann auch im Verhalten der Figur äußert.
    Die Tauben nehmen einen recht großen Raum ein, das zeigt für mich, wie wichtig sie für die Figur sind. Es ist eine Art Liebe zu Tauben, die der Vater ihm damals vermittelt hat. Aber auch hier zeigt sich ein Wechsel im Laufe der Geschichte.
    Ein paar Sätze im Buch fielen mir auf, weil das Lesen ein wenig innehielt und sie mir so auffielen. Versteckte kleine Sätze, zum Nachdenken, Innehalten, die ein wenig aus der Reihe fallen, weil sie nicht so zur Figur passen.
    Durch die Lebendigkeit der Figuren, auch der Nebenfiguren und der Tauben bekommt die Geschichte eine Lebendigkeit. Sympathisch müssen sie mir als Leser nicht sein, aber dennoch lassen sie einen gefesselt ihre Geschichte lesen.
    Die Geschichte entwickelt eine Art Spirale, die sich immer schneller windet und wo ich mich als Leser fragte, wo sie mich hinführen wird. Es war manchmal fast ein wenig skurril.
    Intensiv-lebendig-individuelle lebendige Figuren-sehr stark dar gestellt , die hier ihre eigene literarische Welt bewohnen und mir ein wenig wie aus der Zeit gefallen vorkamen.
    Ein Protagonist, der die Geschichte lebendig werden lässt mit einem ganz eigenen und besonderen Erzählton- anspruchsvoll, lebendig-fesselnd.

    Kommentare: 1
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    buecher-beas avatar
    buecher-beavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Buch, das von Verlierern erzählt, die Helden sein wollen und uns sagt, was alle Menschen suchen : Respekt.
    von einem, der kämpft

    Der 40-jährige Hans Matuschek wohnt in Mecklenburg-Vorpommern bei seiner Mutter. Er lebt ein unaufgeregtes Leben, gibt Wetterdaten an einen kleinen Flughafen, züchtet Tauben mit Hilfe des alten Witt und fährt mit dem Nachbarn Igor angeln.
    Aber eines Morgens liegt seine Mutter tot in ihrem Bett. Damit beginnt eine Phase seines Lebens, in der sich alles verändert.
    Er verwahrlost und wird nur durch Igor in der Bahn gehalten. Ihm verdankt seine einzige Beziehung zu einer realen Frau, der ihm die Cousine seiner Frau vorstellt. Doch bald ändert sich auch dieser Zustand, an den sich Matuschek gerade angepasst und gewöhnt hat ...

    Es scheint, als würde dem sehr einfach gestrickten Matuschek nichts gelingen. Beim Lesen ist man gespannt, ob er vielleicht irgendwann ausrastet oder sich radikalisiert. Die vielen Veränderungen und Schicksalsschläge, an die er sich hilflos anzupassen versucht, lassen das Leben in der ostdeutschen Provinz nicht gerade angenehm erscheinen. 

    Die moderne Geschichte eines Woyzek wird in der Sprache eines sehr einfachen Mannes erzählt, dem die Triebe manchmal über den Kopf wachsen und der scheinbar Treibgut ist ohne seine Mutter. Trotz der derben Sprache und der kauzigen Figuren spürt man die Faszination und Liebe der Autorin für diese Landschaft und deren Bewohner.
    Auf den Titel gehe ich nicht ein, da dieser erst im letzten Kapitel eine Rolle spielt und man den Plot verraten würde.

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Kerstin Preiwuß | NACH ONKALO

    INHALT: Hans Matuschek hat’s nicht leicht. Seit dem Tod seiner Mutter ist er auf sich allein gestellt. Bislang bestand das Leben aus seinem Beruf als Wetterbeobachter auf einem Provinzflughafen und seinem Hobby, dem Taubenzüchten. Ab und zu mal mit Nachbar Igor zum Angeln auf den See – mehr brauchte er nicht, um glücklich zu sein. Nun aber ist Mutter tot und Matuschek erfährt schmerzlich wieviel mehr dazugehört, ein gutes Leben zu führen. Matuschek ist schon vierzig, hat aber nie gelernt, was zu den grundsätzlichen und alltäglichen Arbeiten gehört, das hat Mutter immer alles geregelt.

    Doch der Muttertod ist nicht einzige Schlag, den das Schicksal für Matuschek bereit hält. Auch mit dem Nachbarn Igor und seinem Taubenzüchterfreund Witt muss er harte Prüfungen bestehen. Und die Frauen versteht Matuschek erst recht nicht. Nichts weniger als das echte Leben also erwischt Matuschek mit voller Breitseite und bringt ihn bis an die Grenzen seiner Kräfte und in die völlige Verwahrlosung, aus der es wieder herauszufinden gilt.

    FORM: Kerstin Preiwuß (*1980), von Hause aus Lyrikerin, hat in NACH ONKALO auf alles Lyrische verzichtet und schreibt Matuscheks Geschichte in kurzen, klaren Sätzen herunter. Eine Sprache also, die sehr gut zum nordischen Gemüt des Personals passt. Sicher, Matuschek ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber Preiwuß hütet sich davor, ihn ihren Lesern billig vorzuführen, geschweige denn, sich über ihn lustig zu machen. Nein, die Autorin hat ein aufrichtiges und ernsthaftes Verhältnis zu ihrer Figur. Damit verleiht sie Matuschek eine Authentizität und Tiefe, die in jeder Zeile spürbar ist.

    Matuscheks Abstieg in die Verwahrlosung, die ihn letztlich fast tötet, habe ich mit atemloser Spannung gelesen. Einzig hier und genau zum richtigen Zeitpunkt zeigt Preiwuß ihr poetisches Können. Diese Szenen zwischen körperlichem Zerfall und delirendem Geist sind dermaßen intensiv, dass ich sie wohl nicht so schnell vergessen werde. Allein diese Seiten sind Grund genug, das Buch zu lesen.

    FAZIT: Eine ganz klare Empfehlung also und fünf blank polierte Sterne!

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    Angie*s avatar
    Angie*vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine sehr menschliche, traurige Geschichte,,,,,
    Matuschek und seine Tauben,,,,


    INHALT: Hans Matuschek, ein vierzigjähriger  einfacher , bodenständiger Mann , der noch immer bei seiner Mutter lebt und dort von ihr fürsorglich betreut wird, treffen einige schwere Schicksalsschläge. Seine Mutter stirbt plötzlich und er vermisst sie sehr - zwar nicht in jeder privaten Lebenslage ( beim Telefonsex verwünschte er oft ihre Anwesenheit im Haus, da sie ihn wegen der Kosten gern kontrolliert hat und schweigende Vorwürfe tätigte ) - aber da sind noch seine geliebten Tauben, um die er sich seit Kindertagen  verantwortungsvoll und mit Hingabe kümmert und die russischen Nachbarn Galina und sein Angelfreund Igor, der Matuschek  oft nachsichtig und belehrend mit dem Kosenamen Towarischtsch anspricht. Auch der alte, eigenbrötlerische Taubenzüchter Witt, ein ehemaliger Mitarbeiter im Kernkraftwerk Lubmin, hat immer ein Auge auf den unpraktischen Junggesellen Matuschek. Hans Matuschek ist zwar ein ungelernter Arbeiter, hat aber einen Job als fleissiger Wetterbeobachter auf einem russischen Flugplatz. Sein kleines, privates Glück findet er in seiner Liebe zu Irina. Doch als sie ihn verlässt (die Nachbarn verlassen ihn auch, Igor stirbt, Galina zieht fort und der windige Internethändler Lewandowski zieht in deren Haus ein) , bricht für ihn die Welt zusammen und er gibt sich verwahrlosend seiner Trauer und Verzweiflung hin. Zu allem Unglück verliert er auch noch seinen Arbeitsplatz, auf den er immer  sehr stolz war,,,,
    Zitat auf Seite 104 über die Heimkehr von Matuschek's Tauben: Aber darum geht es ihm nicht, sondern da ist dieses Gefühl , das sich stumm in ihm ausweitet und ihn für alles entschädigt, was sonst fehlt. Wenn sie aus dem Himmel stürzen. Wenn sie die Flügel anlegen und zack, einfach da sind. Zu wissen, dass die Tauben kommen, dass sie immer wieder kommen , egal von wo, und sein Haus ist das Zentrum der Welt. Solange er sie fliegen lässt, kommen sie zurück. Das ist es, was er braucht, dafür kriegt er das Flattern, und langsam wird er nervös, weil Witt sich noch nicht gemeldet hat. 
    MEINE MEINUNG: Die fast lyrisch anmutende, sprachgewaltige Ausdrucksweise von Kerstin Preiwuß hat mich ausserordentlich gepackt und mit einem unwiderstehlichem Sog immer wieder schnell zum Buch greifen lassen. Sie beschreibt ergreifend wie Matuschek unaufhaltsam in eine Depression abgleitet, sich selber nicht mehr wertschätzt , verwahrlost und sich auch noch vom neuen aggressiven  Nachbarn Lewandowski manipulierten lässt. Es macht eigentlich keine Freude diesen Absturz zu beobachten und zu lesen, aber das Buch beiseite legen oder gar zu vergessen, funktioniert überhaupt nicht. Kerstin Preiwuß versteht es meisterhaft die Einsamkeit, Hilflosigkeit und den Zweifel an sich selber bei Hans Matuschek zu beschreiben. Das Buch ist ein starkes Psychogram vom Hauptprotagonisten und seiner Mitmenschen , auch von der abgeschiedenen , ländlichen Umwelt an einem See. Die Idylle dieser Landschaft steht in krassem Gegensatz zum Denken und Handeln dieses zurückgelassenen, einsamen Menschen in Ostdeutschland. Ich empfand ihn nicht als sympathischen oder anziehenden Mann, aber seine naive Verzweiflung und Denkweise haben sehr an mein Mitleid appelliert. Er ist EINFACH NUR EIN MENSCH mit allen möglichen und unmöglichen Fehlern und Verhaltensweisen, die man sich nur vorstellen kann. Aber er hat auch Stärken und wie er es schafft, diese wieder zu aktivieren - das ist ein spannendes und am Ende doch wieder ein erschreckendes Erlebniss für den Leser…..
    Meine Bewertung : Fünf *****Sterne für ein grossartiges Buch!
     Ein herzliches Dankeschön an die Autorin und den Berlin Verlag bei Piper für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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    wandablues avatar
    wandabluevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr gut gemacht! Man sollte gut drauf sein, wenn man das Buch angeht, denn es könnte einen runterziehen! Trotzdem: Leseempfehlung!!
    Meisterhafte Machart!

    Meisterhaft gemacht.
    Hans Matuschek ist ein einfacher Mensch mit einem einfachen Leben: er hat seine Tauben, er hat seine Mutter und er hat seine Arbeit als Wetterbeobachter auf dem Flugplatz. Es ist ein „kleines Leben“, aber Matuschek ist zufrieden, er hat durchaus auch ein Gespür für das Glück, das in den kleinen Dingen liegt: „Sein Glück steht so hoch wie die Mittagsonne und macht ihn ganz benommen.“

    Als seine Mutter stirbt, für ihn höchst unerwartet, doch mag es Anzeichen gegeben haben, die er übersehen hat, scheint er den Verlust zunächst gut wegzustecken. Doch das täuscht. Allmählich greift die Depression nach ihm oder besser gesagt, gibt er ihr nach.

    Es ist kein Vergnügen Matuschek dabei zuzusehen, wie er immer mehr und mehr in die Depression abgleitet, wie ihm erst das eine, dann das andere und schließlich alles, einschließlich seiner selbst und seines Körpers gleichgültig wird. Dabei sind wir, die Leser, immer in Matuscheks Kopf. Wir verstehen alles und obwohl wir kein Vergnügen empfinden, wie könnten wir, konstatieren wir, dass die Autorin Kerstin Preiwuß alles nachvollziehbar und in seiner Simplizität meisterhaft entwickelt. Vielleicht hätte sich ein weniger einfach strukturierter Mensch wie Matuschek mehr aufgelehnt, es darf jedoch bezweifelt werden, die Depression wäre nur anders verlaufen.

    Das Lesen des Romans "Nach Onkalo" ist deprimierend und machmal empfindet man Ekel. Es tauchen noch andere Menschen auf, am Rande, die ebenfalls kein leichtes Schicksal leben. Aber was sollen sie machen? Das Leben ist kein Ponyhof. Die Protagonisten sind oft neben der Spur, doch wie sagt Matuschek: „Wo kämen denn alle hin, wenn für die Verrückten nicht auch Platz wäre?“

    Liebe ist oft desillusionierend, Freundschaft auf die eine oder andere Art erfahrbar, außerdem lebensnotwendig, unverzichtbar, und ob man eine Therapie macht oder nicht, nach drei Jahren, sagt man, sei der Stand der einen sowie der anderen Gruppe genau derselbe. Es geht wieder, irgendwie, oder man ist tot. Matuschek macht keine Therapie.

    „Nach Onkalo“ ist eine deprimierende Leseerfahrung, dennoch eine sehr eindrückliche Schilderung einer Depression ohne dass das Wort ein einziges Mal fällt! Die verwendete Sprache ist einfach, da auch Matuschek einfach ist, aber auch einfache Menschen reflektieren gelegentlich und die Studierten haben kein Monopol auf Weisheit: „In der Kindheit liegt alles begraben, was man heute nicht mehr bekommt“.

    Fazit: Kerstin Preiwuß hat ihre Sache sehr gut gemacht. Die Lektüre ihres Romans „Nach Onkalo" ist nicht im üblichen Sinne ein Vergnügen, bringt dem Leser aber eine Grenzerfahrung so nah, dass er heftig durchschnaubt! 

    Ich gebe eine Leseempfehlung für alle, die sich für Depressionen interessieren und sich dieser Schilderung gewachsen fühlen.

    Kategorie: Anspruchsvolle Literatur
    Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017,
    Verlag: Berlin Verlag, 2017

    Kommentare: 7
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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kein Sympathieträger, dafür authentisch geschildert.
    Kerstin Preiwuß - Nach Onkalo

    Sie hat ihn einfach verlassen. Ist morgens nicht mehr aufgewacht, nicht mehr aufgestanden und hat ihm sein Frühstück nicht vorbereitet. Matuschek ist empört über seine Mutter, die ihn, wo er gerade einmal vierzig ist, alleine lässt. Und er ist überfordert, so sehr, dass sein russischer Nachbar Igor sich um die Angelegenheit kümmern muss. Der Alltag ist für Matuschek so allein kaum zu bewältigen, außer seinen Tauben und dem alten Skatfreund Witt hat er niemanden; aber Galina und Igor kennen da jemanden, der vielleicht die Lücke schließen kann. Und tatsächlich findet Matuschek Gefallen an Irina aus dem fernen Sibirien, die immer wieder über das Leben in Deutschland verwundert ist. Langsam nähern sie sich an, doch Matuscheks Neugier zerstört alles und bald schon steht er wieder alleine da. Am Boden zerstört nimmt der Verfall nun unaufhaltsam seinen Lauf.

    Onkalo – finnisch für Höhle und Name eines atomaren Endlagers. In so einem Endlager der nicht mehr gebrauchten Menschen scheint sich Matuschek zu befinden. Es hat sich mit seiner Situation vielleicht nicht ganz abgefunden, aber doch wenigsten arrangiert. So ist das Leben eben. Er wohnt in diesem Haus, weil er immer da gewohnt hat. Er hat Kontakt zu den Nachbarn, weil die eben direkt daneben leben. Und die Tauben kommen ja immer wieder zurück, da kann man sich auch um sie kümmern. Eine Frau hätte er ja gerne, aber die muss irgendwie auch automatisch kommen, allzu viel Energie kann er dafür nicht aufbringen, wo man eine finden könnte, scheint ihm auch nicht so ganz klar zu sein. Ein Leben wie in einem 80er Jahre Endzeitdrama – ausharren bis der Tod kommt.

    Matuschek ist schon ein sehr spezieller Protagonist. Passiv reagiert er eigentlich nur, aktiv handeln kommt selten vor und wenn – wie im Falle von Irinas Geburtstag – ist er dann doch haarscharf an dem vorbei, was gut und sinnvoll gewesen wäre. Ein Zeichen dafür, nicht in zu viel Aktionismus auszubrechen. Als Igor stirbt, wird der neue Nachbar derjenige, der ihn in die gewünschten Bahnen lenkt, auch wenn Matuschek das offenbar gar nicht möchte, aber in seiner Passivität gefangen, kann er nicht wirklich ausbrechen. Es folgt der völlige Niedergang, die Verwahrlosung schlimmster Vorstellung, die man auch beim Lesen kaum mehr erträgt. Er wäscht sich nicht, er putzt das Haus nicht, die Klamotten stinken und die Tauben verkoten ihren Forst. Der absolute Tiefpunkt kann eigentlich nur noch durch den Tod abgelöst werden.

    Auch wenn man Matuschek verabscheut, widerlich findet und eigentlich nichts aus seinem Leben wissen will – genau darin liegt die erzählerische Kunst von Kerstin Preiwuß, die dem Roman eine Nominierung auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017 eingebracht hat. Nach mehreren Gedichtbänden ist dies der zweite Roman der Journalistin, der in die deutsche Provinz abtaucht und einen Typen Menschen skizziert, den es wohl immer geben wird. Nicht die ganz großen weltbewegenden Fragen treiben Matuschek um, sondern der die Alltagssorgen, das unmittelbare Umfeld. So ist auch die Sprache des Romans, nicht verschnörkelt abgehoben, sondern auf den Punkt treffend und die Dinge beim Namen nennend – auch wenn man bisweilen gerne darauf verzichtet hätte. Hieraus entsteht ein in sich stimmiges Bild einer Welt, die da ist, auch wenn man sie nicht sehen will.

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Geschichte über Landflucht, Außenseitertum und die ungeschönte Härte des Lebens, hier wird "Dunkeldeutschland" seinem Namen gerecht
    Geschichte über Landflucht, Außenseitertum und die ungeschönte Härte des Lebens

    Der 40-jährige Hans Matuschek wohnt in einem Ort im Norden Ostddeutschlands, der einen trostlosen, verlassenen Eindruck macht. Seine Mutter, die sich bisher um alles im Haushalt und das Wohlergehen ihres Sohnes gekümmert hat, ist gerade verstorben. Hätte Matuschek nicht seinen hilfsbereiten Nachbarn,m den Russen Igor und den "Alten" Witt, wäre Matuschek hilflos auf sich allein gestellt. 
    Matuschek züchtet seit seinem 14. Lebensjahr als Geschenk seines Vaters Brieftauben und arbeitet als Wetterbeobachter an einem ehemaligen Militär-Flugplatz der DDR. Mit Igor geht er regelmäßig einen trinken und bekommt von ihm seine Verwandte Irina aus Irkutsk vermittelt, die in Deutschland als Änderungsschneiderin arbeitet. Doch die Affäre mit Irina währt nur kurz, sie lässt den sozial wenig empathischen Matuschek nicht an sich heran. Als Matuschek dann auch noch seine Arbeitsstelle und Igor verliert, geht "alles den Bach runter". Passend zur ohnehin schon gedrückten Stimmung, flüchtet sich Matuschek in den Alkohol, hat keine Kontakte mehr zu anderen Menschen, kümmert sich nicht einmal mehr um seine geliebten Tauben und lässt sich selbst bis zur Verwahrlosung gehen. 
    Der Titel "Nach Onkalo" bezieht sich auf das Atommüll-Endlager Onkalo in Finnland. Der alte Witt, der unter seinem Haus einen Bunker angelegt hat, um sich vor bürgerkriegsähnlichen Szenarien zu schützen, hat bis zur Stilllegung des Atomkraftwerks Lubmin dort gearbeitet und panische Angst vor einem atomaren Unfall. 
    "Nach Onkalo" steht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017, wodurch ich erst auf die Autorin und ihren Roman aufmerksam geworden bin. 
    Es ist ein Roman über einen langjährigen, etwas sonderbaren Single in der ostdeutschen Provinz, dem sein Leben nach dem Tod seiner Mutter entgleitet. Der Ort, in dem Matuschek wohnt, ist von der Abwanderung der jungen Menschen, insbesondere der Frauen, in die Städte geprägt. schulen wurden geschlossen, Bahnstrecken stillgelegt und übrig ist nur noch eine Tankstelle und ein Supermarkt. Und auch Matuschek wird hier nicht bleiben, sondern sein Zuhause an Investoren aus Berlin verkaufen. 
    Matuschek ist wie der Russe Igor und Witt ein Außenseiter, der kaum in der Lage ist, seinen Alltag zu bewältigen. Erst als er ganz am Boden ist und alles verloren erscheint, rafft er sich auf und schafft sich selbst eine neue Perspektive. 
    Der Roman ist literarisch hochwertig und bildhaft geschrieben. Matuschek ist ein Antiheld, der nüchtern und aus der Distanz betrachtet wird. Auch die Sprache ist passend dazu, die Dialoge bestehen aus knappen Sätzen und können ohne Kennzeichnung als direkte Rede leicht überlesen werden. Die Geschichte über Landflucht, Außenseitertum und das persönliche Scheitern ist nicht ganz eingängig geschrieben und schildert ungeschönt die Härte des Lebens. Auch wenn es für Matuschek nach seinem Absturz wieder aufwärts geht, war mir der Roman mit der Aussparung von etwas Freude und Glück zu brutal realistisch und nicht im eigentlichen Sinne unterhaltsam."Nach Onkalo" war interessant zu lesen, aber ich war froh, als ich den Roman, in dem irgendwie alles grau war, beendet hatte. 

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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor einem Jahr
    Tristesse mit Atmosphäre

    “Nach Onkalo” ist eine Romanperle, die mich an ganz besondere, ansprechende Independent-Filme erinnert. Ruhig erzählt, es passiert wenig! Schräge Figuren, originell und manchmal liebenswert, manchmal weniger. Dazu ein trister Schauplatz in der Provinz, fernab der Hektik und des Komforts. Doch auch hier zeigt sich in den Naturbeschreibungen eine raue Schönheit. Das alles ist jenseits der gängigen Lesegewohnheiten.

    Neben der ziemlich ziellosen Hauptfigur Matuschek, der nach dem Tod seiner Mutter nahezu bindungslos alleine lebt, gibt es auch ein paar bemerkenswerte Nebenfiguren. Allen voran Matuscheks Nachbar Igor, der zum Freund wird oder den alten Rentner und Taubenzüchter Witt. Ein ungemütlicher Typ ist Lewandowski, der offenbar windige Geschäfte macht.

    Matuscheks Alltag ist Tristesse ohne Höhepunkte, mit wenig Abwechslung, außer gelegentlichen Angelausflügen und Gesprächen mit Igor.

    Dann trifft er Irina, mit der er eine Beziehung beginnt. Ein möglicher Ausweg aus der Einsamkeit.

    Kerstin Preiwuß schreibt detailgenau, in manchen Szenen kann das empfindlichen Lesern zu viel werden. Doch der Detailreichtum wird auch gezielt und ökonomisch eingesetzt. Überflüssiges und unnötig ausschmückendes wird ausgespart, dennoch erzeugen ihre Sätze aussagekräftige Bilder beim Lesen.

    Die Momente der Stille wechseln mit plötzlichen Ausbrüchen, z.B. auf einer Autofahrt bei starken Regen mit Unfall oder wenn Matuschka die Nerven verliert, rumschreit und wütet. Dazu die Bedrohung des fiesen Lewandowski. Auch das sind Elemente, die den Roman mitbestimmen. Das Leben von Matuschek ist nicht erfüllt, er bleibt ein Sonderling und lebt in seinen Begrenzungen, die er eher unfreiwillig akzeptiert. Ein Thema ist somit auch die Einsamkeit.

    Kerstin Preiwuß ist eine begabte Autorin, die von der Lyrik kommt und gekonnt mit Sprache umgeht. Diese Sprache spricht mich sehr an, da sie Überfrachtung vermeidet und viel Atmosphäre erzeugt.

    Kommentare: 1
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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Entweder man mag die Protagonisten, oder nicht...

    Rezension Kerstin Preiwuß - Nach Onkalo

    Klappentext:
    Matuschek ist vierzig, als seine Mutter stirbt, mit der er das Haus teilte. Ohne ihre Fürsorge weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Eine Frau hat er nicht und von dort, wo er wohnt, geht man weg, wenn man kann. Aber Matuschek ist einer, der bleibt, Bewohner des Hinterlands, einer längst von allen aufgegebenen Welt. Zum Glück gibt es Nachbarn. Igor, der Russe, wird zum Freund. Den alten Witt kennt er seit seiner Jugend. Und dann sind da die Tauben, die Matuschek als Junge bekam und seitdem züchtet. Brieftauben haben einen inneren Kompass und kehren stets nach Hause zurück. Das kann schon reichen fürs Leben. Als Matuschek Irina kennenlernt, winkt das Glück. Aber dann geht etwas schief und er beginnt von neuem.

    Meinung:
    Matuschek ging es immer gut, denn seine Mama war immer für ihn da. Er brauchte sich nicht ums Essen zu kümmern, die Wohnung hielt seine Mutter sauber und sein Leben war einfach, aber für ihn erfüllend. Doch als seine Mutter stirbt, kann Matuschek erst gar nicht begreifen, was geschehen ist. Gut, dass sein Nachbar, der Russe Igor, Matuschek zur Hand geht und ihm hilft. Doch das Leben ohne Mutter gestaltet sich für den 40-jährigen nicht so einfach, hat er sich doch nie groß um Haushalt, Finanzen und ähnliches kümmern müssen. Doch auch Igor kann nicht immer für Matuschek da sein, und er muss lernen, sein Leben selber in die Hand zu nehmen.
    Matuschek ist ein sehr spezieller Charakter. Allein von der Inhaltsangabe merkt man, dass man es hier mit einem sehr schwierigen, eigenbrötlerischen Menschen zu tun hat. Und so fiel es mir nicht immer leicht, Sympathien für ihn aufzubauen. Natürlich tat mir Matuschek sehr leid, seine Art und Weise aber stieß mich doch sehr ab. Auch die Nebenfiguren waren nicht ganz so mein Fall und ich tat mich mit den Charakteren im Buch sehr schwer.
    Da konnte auch Kerstin Preiwuß schöner Erzählstil nicht viel wett machen, denn wenn man die Figuren nicht so mag, fällt es einem leider nicht so leicht, mit Begeisterung am Buch zu bleiben. Dementsprechend oft merkte ich, wie ich das Buch immer wieder zur Seite legte und mich dazu aufraffen musste, weiterzulesen. Zwar hat mir die Thematik an sich gut gefallen, ganz überzeugt hat mich das Buch mit seinen schwierigen Figuren leider nicht. Und so klappte ich das Buch mit einem Gefühl zu, es endlich hinter mir zu haben.

    Fazit:
    Mit Nach Onkalo habe ich mich sehr schwer getan. Schuld waren die zumeist eher unsympathischen Charaktere, mit denen ich einfach nicht warm wurde. Zwar haben mir der Schreibstil und die Grundthematik sehr gefallen, leider reichte das für mich aber nicht aus, um mich mit den Figuren auszusöhnen.
    Von mir gibt es 2 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    M
    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    In intensiver, lyrischer Sprache

    In intensiver, lyrischer Sprache

    Auch wenn dies, natürlich, kein Gedichtband ist (von denen Preiwuß bereits zwei veröffentlicht hat), die Nähe zur Lyrik, die feine Sprache, die gut gesetzten, ruhige und dennoch nachwirkenden Sprachbilder, die sie um ihren Protagonisten Hans Matuschek webt, zeigen deutlich die vielfältigen sprachlichen Möglichkeiten der Autorin auf.

    Wie es ihr auch gelingt, die Atmosphäre im Buch immer wieder zu setzten und beizubehalten. Am Rande der Melancholie, doch nicht depressiv. Wie es eben so ist, das Leben „auf dem Lande“ hinter aller „Großstadt“. Wo einerseits das Umfeld überschaubar ist, aber innerlich in gleicher Weise Wichtigkeiten passieren, wie überall.

    „Mutter ist weg. Stimmt nicht, sie liegt noch im Bett, aber Matuschek kann nichts Anderes mehr denken“.

    Klar, wo die Mutter gerade gestorben ist, mit der der 40jährige Mann eng zusammenlebte, die den Alltag für ihn mitgeregelt hat und die ihn nun allein im zuvor gemeinsam bewohnte n Haus zurücklässt. Und allein, bei aller Genügsamkeit, auf Dauer ist das nichts für den Mann.
    Was sich nicht lange danach herausstellen wird, als eine Frau in sein Leben tritt. Leider nicht ganz so eng und nah, wie er es sich wünschen würde.

    „Matuschek macht das alles zu schaffen. Er ist betrunken und müde obendrein, so dass es beim Aufreißen der Lider immer nur für einen kurzen Blick zum Fernseher reicht“.

    Irgendwie holpert und stolpert Matuschek, trotzdem es ihm gelungen ist, einen neuen Job zu ergattern, mehr durch das Leben, als das er nun eine klare Richtung aufzuweisen hätte. Ein Eindruck von Leere, Mattigkeit, von Orientierungslosigkeit, den Preiswuß durch ihre lakonische Form der Erzählung und die knappen, ohne Anführungszeichen gesetzten, wie im Einerlei des Lebens verrinnenden Dialoge hervorragend unterstreicht. Ohne jemanden, der das Leben für ihn regelt, verliert dieser Matuschek jeden Boden unter den Füßen. Was erschreckend in dieser Konsequenz zu lesen ist.

    „Es geht darum, den Kopf über Wasser zu halten, sagt Igor“. Igor, der Bekannte, der, mit dem Matuschek Zeit verbringt, wie mit Witt, dem „Alten“. Aber genau das gelingt im Verlauf des Romans dem Mann immer weniger. Ein bitteres Erleben, dem sich der Leser kaum entziehen kann, das fesselt und zugleich abstößt, das Gefühle hervorruft und ein banges, eigenes Fragen. Denn nicht nur die Mutter stirbt gleich zu Beginn des Romans, auch Igor wird sich „aus dem Staub machen“ (in fast wörtlicher Art und Weise), und was dann folgt, ist eine düstere Beschreibung dessen, was das moderne Leben mit sich ziehen kann, wenn man einmal den ganzen Lärm der Städte und des Gewusels im eigenen Leben abzieht:

    „—aber die Lücke, die Igor hinterlässt, wirft Fragen auf. Da ist keiner, der ihn zum Arzt schickt, wenn er krank wird, und dann wissen will, was das ist. Da kann kommen, wer will. Aber wo bleibt man dann?

    Was die Kernfrage des Mannes und des Buches ist. Wo bleibt man dann, wenn selbst die fragilen, eher rudimentären Beziehungen wegbrechen? Wenn man, ein stark gewähltes Symbol im Buch, sich reduziert auf einen Verschlag, eine kleine Bootshütte als Lebensraum später. Wenn jeder Rahmen später wegbricht, man ganz auf sich geworfen ist? Was Preiwuß präzise und dicht als „Zustand“ aus immer anderen Richtungen zu beschreiben versteht.

    Einfach, klar, nicht im eigentlichen Sinne unterhaltsam, aber überaus unbequem und letztlich mit harten Wahrheiten des Lebens versehen ist dies ein Roman, den man sich eher erarbeiten denn „einfach lesen“ kann. Allzu einfach macht es Preiwuß dem Leser nicht, weder mit ihrer Sprache noch mit dem bedrängenden Zustand, den sie intensiv als „nach unten rutschen“ zu schildern versteht.

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