Kerstin Preiwuß Restwärme

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Inhaltsangabe zu „Restwärme“ von Kerstin Preiwuß

Mariannes Vater ist gestorben. Aus ihrer eigenen, erwachsenen Existenz kehrt die junge Geologin dahin zurück, wo Mutter und Bruder noch leben, in ein altes Haus am See, tief in der mecklenburgischen Provinz. Nur ein paar Tage will sie bleiben, bis nach der Beerdigung. Doch was sie glaubte, lange hinter sich gelassen zu haben, holt sie wieder ein. Eine Familiengeschichte voller stummer Tragödien. Ihr Vater war ein gebrochener Tyrann, ihre Mutter duldete und schwieg. Schicht um Schicht trägt Marianne ab. Zum Vorschein kommt, wie Verletzungen durch Krieg und Unfreiheit persönliche Schicksale prägen. Kerstin Preiwuß lässt dabei nicht der Bitterkeit das letzte Wort. Mit großem Verständnis für das menschliche Drama erzählt sie von Verletzungen, die Generationen überdauern. Ein Debüt wie lange nicht – sprachmächtig, klug und mit nachhallenden Bildern.

Unfassbar, wie bedrückend und hoffnungslos die von der Autorin erzeugte Stimmung ist! Definitiv ein interessantes Buch, nicht immer einfach!

— Code-between-lines

Das Cover ist sehr hübsch, und die Leseprobe verspricht sehr viel und mahct mich Neugierig wie es wieter geht...

— KingDuke2007

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4,5 Sterne. Bewundernswert, wie nüchtern, distanziert und ganz ohne Wut und Selbstmitleid die Autorin über Ihre Kindheit und Jugend schreibt

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  • Vom menschlichen Scheitern

    Restwärme

    Babscha

    15. May 2015 um 01:09

    Immer, wenn sie nach ihrer Kindheit gefragt wurde, sagte sie, dass diese in einem anderen Land lag und von dort nicht einfach hervorgeholt werden konnte. Man brauchte einen Pass, um in dieses Land zu kommen, weil es seine Grenzen so scharf bewachte wie kein anderes. Dass man aber, selbst wenn man noch über einen Pass verfügte, nicht mehr dorthin reisen konnte, weil es bereíts eingegangen war, eingegangen in das Land, in dem sie jetzt lebten. Marianne heißt sie und sie ist unterwegs zu ihrer Familie. Genauer gesagt, zu denen, die davon noch übrig sind, Ihrem Bruder und ihrer Mutter, die beide noch wie damals in ihrem Elternhaus leben, einer Bruchbude an einem See irgendwo im mecklenburgischen Outback. Sie reist zum Begräbnis ihres Vaters. Und sie reist mit schwerem Gepäck, nämlich der ganzen Bürde einer verpfuschten Jugend in einer Familie, in der der Vater, ein traumatisierter Kriegsheimkehrer und gefühlloser Sadist, seine ganze eigene Scham und Verzweiflung permanent in Alkohol ertränkt und seine Minderwertigskeitskomplexe durch unkontrollierte verbale und körperliche Gewaltattacken an der Familie abreagiert, während die Mutter, schwach und phrasendreschend, ihre Kinder vollständig im Stich lässt und in Schweigen und Duldung der Geschehnisse erstarrt. Nichts verbindet sie seit Jahren mehr mit dieser Familie, nicht mal mehr mit ihrem Bruder, der von seinem Vater so lange zusammengeschlagen wird, bis er geistig deformiert und handlungsunfähig zurück bleibt, während seine Schwester irgendwann, wenn auch unter schwersten Begleitumständen, den Absprung aus dieser Hölle schafft. Und dennoch führt sie ihr Weg nochmal zurück in diese verdrängte, aber nie vergessene Welt. Der Autorin ist ein aus meiner Sicht überwältigend gut geschriebenes, tief und ehrlich, wie autobiografisch empfundenes Buch gelungen, das mich mit seiner mal lakonischen, harten, dann wieder völlig emotionalen, feinen Sprache sofort in Beschlag genommen hat. Wie gebannt verfolgt man die Geschichte dieser völlig kaputten Familie, empfindet mit, wie diese mehr und mehr unter den widerlichen Machenschaften eines einzelnen Menschen zerbricht. Der zum Schluss, wenn er alles kaputtgetreten und am Boden hat, endlich selbst in die Rolle des Schwachen, Passiven abrutscht. Die so traurigen wie realistischen Geschehnisse in einer Not- und Zweckgemeinschaft, wie sie sich in den Wirren der Nachkriegszeit wohl zu abertausenden so oder ähnlich abgespielt haben mag. Geschickt und permanent wechselt Preiwuß zwischen den Zeitebenen, rollt hier die ganze Jugend der bedauernswerten Geschwister von hinten auf, lässt den Leser bis ins Mark teilhaben an deren Angst und Verzweiflung, an ihrer hilflosen Wut auf ihren Erzeuger, und erlaubt ihm dann die Begleitung einer erwachsenen Frau auf ihrer Reise in ihre Vergangenheit, die sich vor Ort dem ganzen Erlebten noch mal stellt, in sich hineinhört, versucht, zu verstehen und zu begreifen, ganz tief im Innern vielleicht sogar hofft, mit sich und ihren ungeliebten Blutsverwandten endlich ins Reine zu kommen, inneren Frieden für sich zu finden. Aber es ist ihr nicht vergönnt. Nichts hat sich verändert. Was sie vorfindet, ist Gleichgültigkeit, Leere und Unverständnis, sogar beim eigenen Bruder, der gebrochen vor sich hin vegetierend seiner Schwester deren Stärke missgönnt und neidet. Schlimmer kann keine Familie zerbrechen. Ein intensives, irgendwie todtrauriges Buch mit einer Wortkraft, die es schafft, dem Leser streckenweise die Luft abzuschnüren.

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  • Buchverlosung zu "Restwärme" von Kerstin Preiwuß

    Restwärme

    Berlin_Verlag

    Ihr Lieben, Auch heute gibt es über unseren "Adventskalender" #24BerlinerBuchhandlungen ein Buch zu gewinnen, Kerstin Preiwuß' Debütroman RESTWÄRME: http://bit.ly/adventskalender-02 Mariannes Vater ist gestorben. Aus ihrer eigenen, erwachsenen Existenz kehrt die junge Geologin dahin zurück, wo Mutter und Bruder noch leben, in ein altes Haus am See, tief in der mecklenburgischen Provinz. Nur ein paar Tage will sie bleiben, bis nach der Beerdigung. Doch was sie glaubte, lange hinter sich gelassen zu haben, holt sie wieder ein. Eine Familiengeschichte voller stummer Tragödien. Ihr Vater war ein gebrochener Tyrann, ihre Mutter duldete und schwieg. Schicht um Schicht trägt Marianne ab. Zum Vorschein kommt, wie Verletzungen durch Krieg und Unfreiheit persönliche Schicksale prägen. Kerstin Preiwuß lässt dabei nicht der Bitterkeit das letzte Wort. Mit großem Verständnis für das menschliche Drama erzählt sie von Verletzungen, die Generationen überdauern. Ein Debüt wie lange nicht – sprachmächtig, klug und mit nachhallenden Bildern. Ein zweites Exemplar verlosen wir unter allen LovelyBookern, die obigen Link in einem ihrer sozialen Netzwerke teilen und dies hier belegen. (Screenshot, Link)

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  • Ein sehr überzeugendes Romandebüt

    Restwärme

    WinfriedStanzick

    29. October 2014 um 10:09

      Nach zwei Gedichtbänden legt die 1980 in der mecklenburgischen Provinz geborene und aufgewachsene Schriftstellerin Kerstin Preiwuß mit „Restwärme“ ihren ersten Roman vor, der mit seiner sensiblen und dichten Auseinandersetzung mit dem Phänomen von Heimatverbundenheit und der als ambivalent erlebten Zugehörigkeit zu einer Familie gleich von den ersten Seiten an zu überzeugen weiß. In einer Sprache, in der die Lyrikerin in Kerstin Preiwuß immer wieder durchscheint, lässt sie ihre Ich-Erzählerin Marianne, eine junge Frau, erzählen, wie sie nach dem Tod des Vaters in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Es sind die stark autobiographischen Züge dieses Romans, die seine Prosa und Poesie so dicht und überzeugend wirken lassen.   Die junge Frau bleibt mehrere Tage in dem Haus ihrer Kindheit zusammen mit der Mutter und dem Bruder. Diese Erfahrung bringt sie immer wieder zurück in das innere Haus ihrer Kindheit. Erinnerungen überschwemmen sie an eine Kindheit, die schwer war. Ein alkoholabhängiger, gewalttätiger Vater setzt vor allem dem Bruder mit Schlägen arg zu. Der mutiert zu einem unsicheren und gestörten Menschen, der die Schule abbricht und Spaß daran findet, eire zu quälen.  Die Mutter steht dem allem hilflos gegenüber, sie ist schwach und ohne eigene Persönlichkeit. Immer wieder wird sie in diesen Tagen sagen: „Aber es war doch nicht alles schlecht.“   Im Gegensatz zu ihrem Bruder ist es Marianne gelungen trotz einer sehr frühen Schwangerschaft sich mit Abitur und Studium in der Hauptstadt Berlin ein neues Leben zu schaffen. Trotz aller Erinnerungen, die nun  hochkommen, auch Wut  auf die Mutter und den Bruder und sogar Hass auf den Vater, spürt sie immer wieder: irgendetwas ist da noch zusätzlich in ihr: Restwärme. Ein sehr überzeugendes Romandebüt.

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