Kerstin Viering , Roland Knauer Wie viel Tier steckt in dir?

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Inhaltsangabe zu „Wie viel Tier steckt in dir?“ von Kerstin Viering

Wissenschaftler haben bei Tieren viele Fähigkeiten entdeckt, die man lange nur dem Menschen zugetraut hatte. Wer hätte gedacht, dass Bienen zählen können? Auch Krabben gelten nicht gerade als geistige Überflieger, sind aber in der Lage, politische Allianzen zu schmieden. Elefanten erkennen sich im Spiegel, Gazellen gehorchen demokratischen Regeln und Wale haben komplizierte Sprachen, deren Dialekte sich so stark unterscheiden wie Deutsch und Chinesisch. Ganz so einzigartig, wie wir denken, sind wir also nicht. Wie viel Tier steckt in dir? erzählt von dem erstaunlichen Verhalten der Tiere - und wie nah sie uns damit sind.

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  • Rezension zu "Wie viel Tier steckt in dir?" von Kerstin Viering

    Wie viel Tier steckt in dir?

    HeikeG

    04. July 2012 um 17:31

    Der nackte Affe . Jahrhundertelang saß der Mensch ganz bequem auf seinem Thron und sonnte sich in seiner Überlegenheit. Denn auf dem Mond landete bis dato weder Schimpanse, Delfin noch Elefant. Auch in Konzertsälen tummeln sich keine Löwen oder Bienen. Und den wenigsten Ochsen gelingt es, mit einem Schraubenzieher umzugehen. Durch all seine großen Errungenschaften wie Landwirtschaft und Sprache, Alphabet und kleines Einmaleins kann er sich also nicht zu Unrecht haushoch über allen anderen Lebewesen überlegen fühlen. Dachte man zumindest. Doch "die moderne Verhaltensforschung kratzt immer mehr am Bild von der 'Krone der Schöpfung'", wie Kerstin Viering und Roland Knauer treffend feststellen. Die Biologin und der freie Journalist, der Chemie studiert und in Molekularbiologie, Virologie und Immunbiologie promoviert hat, zeigen Kindern ab 12 Jahren anhand vieler Beispiele, dass Tiere zuweilen Dinge fertigbringen, die man lange nur dem Menschen zugetraut hatte. . Dabei sind es nicht nur unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen und Gorillas, die ein ungewöhnliches Erfindungsreichtum an den Tag legen und ein ausgefeiltes Sozialleben führen. "Selbst Bienen können zählen, Ameisen haben die Landwirtschaft lange vor den zweibeinigen Bauern erfunden und Krabben gehen beim Schmieden politischer Allianzen ähnlich raffiniert vor wie Politiker mit einem Parteibuch in der Tasche.", wissen die beiden Autoren. In elf Kapiteln werfen sie spritzig-aufgeweckt, amüsant-anregend, gleichzeitig jedoch immer hochinformativ, unsere alleinige Vormachtstellung über den Haufen. Beginnend mit einem Blick auf unseren Stammbaum erfährt der junge Leser etwas über Reflexe, Instinkte und andere Erbstücke oder über Teamwork, Essgewohnheiten, Hygiene und "medizinisch geschultes Fachpersonal" im Tierreich. So wurden zum Beispiel in der Nähe von Bangkok Makaken beobachtet, die sich menschliche Haare durch die Zahnlücken fädeln, um sich damit ihr Gebiss zu reinigen. Interessant ist auch, dass Hühner zuweilen Kindern beim Rechnen den Schneid abkaufen. Und wer meint, dass nur der Mensch eine künstlerische Ader hat, sollte einmal versuchen, Tauben einen Expressionisten vor einem Impressionisten vorzumachen. Fehlanzeige! Musikalisch sind einige Arten allemal. Die lautstarken Soloauftritte, Duette und Chöre der Gibbons in Südostasien halten manche Forscher gar für eine Vorstufe der menschlichen Musik. Wertvoll ergänzt wird der Text durch eingestreute Steckbriefe. In diesen wird eine Tierart ganz speziell mit interessanten Detailinformationen vorgestellt. Zudem tragen die witzigen und lustvollen Illustrationen der preisgekrönten Bilderbuchkünstlerin Antje von Stemm in nicht unerheblichem Umfang zur gelungenen Umsetzung des wunderbaren Buches bei. . Fazit: Nach der Lektüre erkennt wohl jeder, dass von der Einmaligkeit des Menschen nicht mehr viel übrig bleibt. "In jedem Kind und Erwachsenen stecken (...) sehr viele Eigenschaften, die zwar das Etikett 'typisch Mensch' tragen, tatsächlich aber auch bei einigen Tierarten gang und gäbe sind." Kerstin Viering und Roland Knauer zeigen recht deutlich, dass Tiere keine Automaten sind, die in bestimmten Situationen immer gleich reagieren und Menschen ihre Verhaltensweisen durchaus von ihren "tierischen" Urahnen in grauer Vorzeit geerbt haben. "Wie viel Tier steckt in dir?" offenbart sich als äußerst lesenswertes Kinderbuch, das auch von manchem "Ochsen" aufgeblättert werden sollte. Vielleicht erkennt er dann umso mehr, dass es gute Gründe gibt, die Natur und alle dort lebenden Arten zu erhalten: "Es handelt sich schließlich um die mehr oder weniger entfernte Verwandtschaft, die einem doch ziemlich ähnlich sieht.", so Kerstin Viering und Roland Knauer. Und die, so schließen die beiden Autoren, bedroht man schließlich auch nicht, sondern hilft ihnen.

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