Kestutis Kasparavicius

 4 Sterne bei 3 Bewertungen

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Rezension zu "Florentius der Gärtner" von Kestutis Kasparavicius

Das Buch hat mehr Potenzial
Chris_86vor 4 Monaten

Florentius ist ein begnadeter Gärtner, der seine Blumen hegt und pflegt. Jede Woche verkauft er Rosen auf dem Wochenmarkt, als eines Tages die Königin zu seinem Stand kommt. Diese hat von schwarzen Rosen gehört, aber nie welche gesehen. Florentius schwindelt, indem er behauptet, dass diese erst in eine Woche blühten. Gleichzeitig macht er sich auf die Suche nach einer Anleitung, mit der man schwarzen Rosen züchten kann. Diese sind aber bei weitem nicht so harmlos, wie man glauben mag.

Umsetzung

Gut hat mir die blumige Sprache gefalle, in der das Buch verfasst ist. So gibt es unter anderem “Sonnenaufgang farbige“, „hasennasenfarbige“ und „Walderdbeertortenrosafarbige Rosen“ (S. 8, Z. 16f.)

An manchen Stellen allerdings ist die Übersetzung holprig, beziehungsweise machen Aussagen wenig Sinn. Der Bäcker möchte den Landstreicher davon überzeugen Polizist zu werden. Sprachlich wird das im Buch so ausgedrückt „Der Bäcker aber drang in ihn, Polizist zu werden.“ Hier dring niemand in niemanden ein. Vielleicht hätte es besser „Der Bäcker aber drängte ihn, Polizist zu werden“ heißen sollen. Es gibt immer wieder Formulierungen, die befremdlich wirken. So heißt es zum Beispiel „Aus ihr stieg die Königin in höchsteigener Person […].“ S.14 Z.24f.)Kann sie die Persönlichkeit wechseln und als jemand anderes aussteigen? „[…] rief die Königin begeistert aus“ (S. 19 Z.7f.). Warum muss sie etwas ausrufen? Ist sie ein Marktschreier? In der Geschichte sind mir etliche Stellen aufgefallen, die meiner Meinung nach anders hätten formuliert werden sollen.

Die Bilder selber sagen mir vom Stil her leider gar nicht zu. Sie wirken in meinen Augen statisch. Die Bäume im Wald sehen aus, wie mit dem Lineal gezeichnet. Freude und Kummer kann man in den Gesichtern nur anhand des Mundes erkennen. Mimik oder Gestik geben dies nicht wieder. Andererseits fehlen mir auch ein wenig die Details. Der Bäcker hat laut Text Vanillezucker an seinem Fell, aber man sieht es nicht. Der Imker wird von Bienen umflogen, aber es ist keine abgebildet. Auf der Verlagsseite könnt ihr euch einen Teil der Bilder ansehen und selbst entscheiden.

An manchen Stellen passen Beschreibungen und tatsächliche Handlungen nicht überein. Die Bienen werden als aggressiv und gefährlich beschrieben, als Florentius diesen aber begegnet sind sie freundlich und hilfsbereit. Der Stadtstreicher interagiert nur wenig mit den Dorfbewohnern und umgekehrt, plötzlich bezeichnet Florentius diesen aber als seinen Freund.

An anderer Stelle beginnen die Augen des Landstreichers bei einer Unterhaltung zu strahlen und Florentius muss die Hand vor Augen nehmen, um nicht geblendet zu werden. Diese Stelle hat sich mir nicht erschlossen.

Und hier die Kurzzusammenfassung
+ blumige Sprache
– statische Bilder
– holprige Übersetzungen
– Beschreibungen und Handlungen passen nicht zueinander

Fazit

Ich persönlich kann dieses Buch leider nicht empfehlen. Die Bilder wirken statisch auf mich und haben mich nicht überzeugt. Darüber hinaus finde ich die Übersetzung der Geschichte nur zum Teil gelungen. Es gibt immer wieder Formulierungen, die einem im Alltag nicht begegnen.

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