Ketil Bjoernstad Der Fluß

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Inhaltsangabe zu „Der Fluß“ von Ketil Bjoernstad

Elven, der Fluß, ist das Leitmotiv in Aksel Vindings Leben, er trennt die beiden Welten, zwischen denen sich der junge Pianist zu entscheiden hat, und er ist Inspiration zur eigenen Musik - Ketil Bjørnstad hat einen mitreißenden Entwicklungs- und Künstlerroman geschrieben, der die Themen Liebe und Tod, Selbstzweifel und Angst und immer wieder die Musik spannend und überzeugend gestaltet, radikaler noch als Vindings Spiel.

Eine Segelyacht zerschellt an der Südküste Norwegens. Unter Lebensgefahr gelingt es Aksel Vinding, die Schiffbrüchigen zu retten. Unter ihnen befindet sich Marianne Skoog, die Mutter seiner früheren Freundin Anja, die wie Aksel zu dem Kreis junger Osloer Pianisten gehört hatte. Anja hatte dem Druck, dem die Debütanten ausgesetzt waren, nicht standhalten können und war an Magersucht gestorben. Aksel aber, angetrieben von seiner strengen Klavierlehrerin Selma Lynge, hat den Mut, sich dem Auftritt als Pianist zu stellen. Während der Konzertvorbereitungen lernt er Marianne Skoog näher kennen, er verliebt sich in die ältere Frau. Hin und her gerissen zwischen seinen Gefühlen, dem Wunsch nach einem normalen Leben und der Besessenheit durch die Musik, der er sich verschrieben hat, versucht er, seinen eigenen Weg zu finden. Am Abend des Debüts läuft alles glatt. Aksel spielt hinreißend, muß etliche Zugaben geben und führt eine eigene Komposition auf, die er »Elven«, der Fluß, genannt hat. Doch da erreicht ihn eine erschütternde Nachricht.

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  • Rezension zu "Der Fluß" von Ketil Bjoernstad

    Der Fluß

    Gruenente

    24. December 2010 um 13:32

    Der zweite Band über das junge Leben von Aksel Vinding. Nach den schweren Schicksalsschlägen verbringt Aksel den Sommer mit einer Freundin am Meer. Doch auch da passieren schreckliche Dinge. Das Klavierspiel vernachlässigt er. Er wird Untermieter bei Anjas Mutter. Sein Debüt soll in neun Monaten stattfinden. Bis dahin erlebt er aber noch sehr viel, was ihn immer wieder fast vom Weg abbringt. Auch lernt er moderne Musik kennen und zum Teil auch lieben. Das Schicksal von Aksel lässt mich kaum das Buch aus der Hand legen. Irgendwie ist mir alles was passiert vollkommen fremd, aber die Sprache lässt mich nicht los. Und die wundervollen Musikbeschreibungen. So kann ich mich wunderbar fürs Klavierüben motivieren, obwohl ich die angesprochenen Werke wohl niemals spielen kann. Schön, dass es noch einen dritten Band gibt!

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  • Rezension zu "Der Fluß" von Ketil Bjoernstad

    Der Fluß

    yoko

    29. March 2009 um 15:43

    Und wieder habe ich wie bei seinem Vorgänger - "Vindings Spiel" - am Ende das Buch zur Seite gelegt und war ergriffen von einer wunderschönen Traurigkeit. Dieser Roman packt den Leser erneut an den empfindsamsten Stellen, schnürt ihm manchmal die Luft ab, lässt das Herz in den Himmel ziehen, weil es einfach alles so wahrhaftig und gut ist. Ein Buch, das aufrüttelt, zum Nachdenken einlädt und bei jedem Leser auf besondere Art und Weise zurückbleiben wird.

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  • Rezension zu "Der Fluß" von Ketil Bjoernstad

    Der Fluß

    HeikeG

    29. March 2009 um 12:27

    "O Mensch! Gib acht!" (aus "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche) . Gustav Mahlers 3. Sinfonie ist für extreme Maße und ihren geradezu kosmischen Anspruch bekannt. In einem Brief an seine Verlobte Anna von Mildenburg, beschreibt er selbst euphorisch die entstehende Sinfonie als "ein so großes Werk, in welchem sich in der Tat die ganze Welt spiegelt - man ist sozusagen selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt". In Ketil Bjørnstads neuem Roman "Der Fluß" erhält diese Sinfonie nicht nur eine tragende Rolle, sondern das Buch weißt gleichfalls Züge selbiger auf: eine erschütternde Geschichte, ein "Kampf auf Leben und Tod, zwischendurch mit unendlich schönen Partien, eine Art verzweifelter Sehnsucht." . Aksel Vinding, 18-jähriger Protagonist und außerordentlich begabter und hoffnungsvoller Pianisteneleve, schätzt und beunruhigt diese Sinfonie besonders sehr. "Weil sie soviel Unheimliches und Brutales enthält, jedenfalls am Anfang. Zugleich reicht sie höher in den Himmel als alle anderen Sinfonien, die ich kenne, als wollte Mahler Beethoven übertreffen, das Leben selbst, und das Geheimnis des Daseins in einer einzigen Tonmalerei erfassen.", erklärt er Marianne Skoog, der Mutter seiner an Magersucht gestorbenen Freundin Anja, einem jungen Mädchen, das an dem Druck, dem die Debütanten ausgesetzt waren, zerbrach. . Dem aufmerksamen Leser mögen die Namen bekannt vorkommen. "Der Fluß" ist nach dem 2006 auf Deutsch erschienenes Buch "Vindings Spiel", der zweite Teil einer Trilogie (ein abschließender dritter Teil erscheint im Frühjahr 2009 in Norwegen), die offensichtlich viel Autobiografisches enthält und dessen Titelfigur, eben jener Aksel Vinding, unverkennbar die Züge des Autors trägt. Bjørnstad, der neben seiner erfolgreichen literarischen Karriere gleichfalls Pianist und Komponist ist, hat lange Jahre gescheut, seine Erfahrungen als Musiker in seine Bücher zu integrieren und zum Thema zu machen. "Ich wollte Musik und Literatur auseinanderhalten, damit es nach außen nicht wirkt, als verzettelte ich mich!", erläutert er in einem Interview. Doch inzwischen, mit über fünfzig, sagt er, sehe er das entspannter. . Der Roman knüpft nahtlos da an, wo "Vindings Spiel" endet. Der, durch den Tod seiner Mutter und seiner Freundin, früh erwachsen gewordene, jedoch voller Selbstzweifel behaftete Klavierschüler Aksel Vinding verbringt den Sommer im Ferienhaus seiner besten Freundin Rebecca, die ihm lernt, dass "es eine Art von Glück gibt, ohne Sinn und Zweck, ohne Leidenschaft, beinahe ohne Musik." Doch erneut wird er mit der Tragik des Lebens konfrontiert. Eine Segelyacht kentert vor seinen Augen und lässt einen Toten zurück. Unter den Geretteten befindet sich eben jene Marianne Skoog. "Daß das mehr als ein Zufall sein sollte, daß ich nie mehr von ihr loskommen sollte, so wie eine Katastrophe auf die andere folgt, so wie Menschen miteinander verbunden werden, wieder und wieder, um sich gemeinsam zu ergründen." Aksel verliebt sich in die siebzehn Jahre ältere Frau. . Obwohl er ständig hin- und hergerissen wird, zwischen dem harten Alltag aus stundenlangem Üben und den anstrengenden Stunden bei seiner Klavierlehrerin Selma Lynge zum einen und einem normalen Leben an der Seite der geliebten Frau zum anderen, lässt gerade die Liebe zu der reifen Frau ihn vom Knaben zum Mann wachsen. Sie gibt ihm innere Kraft, um sich der Musik noch weiter zu öffnen. Der Fluss, Elven, stellt dabei eine symbolische Trennlinie zwischen zwei Welten dar, über die Aksel immer wieder springen muss. "Auf der einen Seite die Welt der Marianne Skoog. Eine schöne, gefährliche und befreiende Welt. Die andere Welt gehört Selma Lynge. Eine fordernde, anstrengende und verpflichtende Welt." Zusätzlich ist Elven jedoch auch Inspiration und führt ihn zu seiner ersten eigenen Komposition. . Puzzleteilchen für Puzzleteilchen setzt Bjørnstad seine Geschichte aus Bruchstücken aneinander. Die Erzählung zieht den Leser in einen magischen Sog, dem er sich, einmal begonnen, nicht mehr entziehen kann. Letztendlich kumuliert alles in einem tragischen Finale. Wiederum weißt die Geschichte Parallelen zu Mahlers 3. Sinfonie auf, in der die anfängliche Idylle auch nicht von Dauer ist, etwas Fürchterliches geschieht und den Hörer erschreckt, wirkungsvoll durch den Mezzosopran, der Nietzsches berühmten Text aus "Also sprach Zarathustra" singt, in Szene gesetzt: "O Mensch! Gib acht! Was spricht die tiefe Mitternacht? "Ich schlief, ich schlief -, Aus tiefem Traum bin ich erwacht: - Die Welt ist tief, Und tiefer als der Tag gedacht, Tief ist ihr Weh -, Lust - tiefer noch als Herzeleid: Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will Ewigkeit -, - will tiefe, tiefe Ewigkeit!" . Fragen werden aufgeworfen: Ist Kunst wichtig? Wie definiert man Glück? Kann Glück Kunst hervorbringen? Sehnen wir uns nach einem Sinn? Muss man von Zeit zu Zeit Grenzen überschreiten, Regeln übertreten und unerwartete Situationen riskieren? Lauert irgendwo im Grunde eines jeden Lebens vielleicht gar das Grauen? Und immer wieder der verrückte und störende Drang nach Liebe. . Mit kurzen klaren Sätzen erzeugt der Autor, ähnlich einem virtuos eingespielten Musikstück, eine "undefinierbare Innigkeit im Ausdruck", Schönheit und ein unvergleichlich hohes Reflexionsniveau, ja, farbige Töne im Kopf. Lothar Schneider, der Übersetzer aus dem Norwegischen, hat diese wunderbare literarische Musik dem deutschsprachigen Leser ohne Verluste zugängig gemacht. . Fazit: Ketil Bjørnstad ist mit "Der Fluß" ein dichter und intensiver, ein faszinierender, die Sinne berauschender und fesselnder Roman gelungen. Auf der einen Seite enthält er spannungsgeladene Momente voller Tragik, auf der anderen tiefsinnige Passagen, in denen Aksel Vinding über sich und das Leben sinniert. Ein ständiger Wechsel zwischen Trauer und hoffnungsvoller Sehnsucht, der das Seelenleben des 18-jährigen Klaviervirtuosen großartig wiedergibt und die Macht der Musik einfängt. Ein Buch, das sich intensiv und voller Spannung ins Bewusstsein des Lesers drängt. . "Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit." (aus "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche)

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