Kevin Kuhn

 3.6 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Hikikomori und Liv.
Kevin Kuhn

Lebenslauf von Kevin Kuhn

Kevin Kuhn, geboren 1981 in Göttingen, hat Philosophie, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft in Tübingen studiert und ist heute Dozent am Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Immer wieder hat er im Ausland gelebt, darunter längere Zeit in Alaska und drei Jahre in Mexico City. Mit seinem Romandebüt »Hikikomori« (2012) wurde er von der FAS zu den 20 besten deutschsprachigen Autoren unter 40 gezählt. 2015 erhielt er das Literaturstipendium des Landes Niedersachsen. Im Herbst 2017 erscheint sein zweiter Roman »Liv«. Er lebt in Berlin.

Alle Bücher von Kevin Kuhn

Hikikomori

Hikikomori

 (23)
Erschienen am 10.09.2012
Liv

Liv

 (19)
Erschienen am 01.09.2017

Neue Rezensionen zu Kevin Kuhn

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DaniB83s avatar

Rezension zu "Liv" von Kevin Kuhn

Zwei Geschichten, zwei Leben
DaniB83vor 7 Monaten

Liv und Franz, um die beiden Personen geht es überwiegend im Roman "Liv" von Kevin Kuhn. Die Leseprobe sowie die Charaktere hatten mich überzeugt: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Als ich anfing, war alles noch im grünen Bereich. Wir lernen Liv und Franz kennen, wobei Livs Passagen textlich länger und gehaltvoller sind. Allerdings kam mir während der Lektüre, die durchaus flüssig war, immer wieder ein Social Media-Begriff unter, der mir absolut nicht gefiel und ich den auch nicht so gerne im Roman lese. Es war die Rede von 24K (eine x-beliebige Zahl), die einem folgen, und diese Aussage war für mich mit dem Rest des Schreibstils absolut nicht konform. Das stach heraus und ich musste mich immer ärgern, wenn ich diese Art von Angabe las.


Mit der Zeit wurde auch das Geschehen immer undurchsichtiger beziehungsweise auch etwas langatmiger, sodass ich mich dazu entschloss, doch eine größere Seitenanzahl ungelesen hinter mir zu lassen und mich gleich dem Ende zu widmen. Viel zu oft musste ich während des Lesens wieder zurückblättern oder auch pausieren und was anderes zur Hand nehmen, da ich einfach nicht weiterkam. Ich habe zwischen 2 und 3 Sternen bei der Bewertung geschwankt, bin dann aber auf 3 Sterne gegangen, da die Thematik absolut zeitgemäß und wichtig ist, außerdem das Ende dann doch wieder überzeugt hat. 


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M

Rezension zu "Liv" von Kevin Kuhn

Die Helden bleiben fremd
maren_schuetzvor 10 Monaten

Die junge Israeli Liv flieht vor ihrem Militärdienst auf eine klassische Backpackerreise, zunächst nach Mexiko. Mit dabei: ihr Smartphone. Sie teilt und textet alles. Zunächst lieben sie ihre Follower, mit dem zunehmenden Entgleiten ihrer Reise stellt sich auch noch der Shitstorm ein. 


Im parallelen Erzählstrang reist der junge Franz mit seiner Leica- wohl die Parallele zum Instagramaccount- durch das pulsierende Berlin der 20er Jahre. Beide lassen sich treiben und die Ereignisse passieren mit ihnen. Soweit die Story und die Parallelen der Geschichte, ohne zu viel vorweg zu nehmen.


Ich fand das Buch schon auf den ersten Seiten anstrengend. Es gibt sehr viel Detail, ohne das ich irgendwann wirklich in die Story hineingefunden hätte. Auch die Charactere blieben mir fremd. Vielleicht ist das der gewünschte Effekt. Bei Liv habe ich das fast nicht anders erwartet, da mich Social Media schon live nervt, und es mich fast überrascht hätte, wenn mir eine Geschichte darüber gefallen hätte. Bei Franz hat es mich aber wirklich enttäuscht, da ich bis jetzt das Pulsieren der 20er immer sehr mochte...  ein empfehlenswertes Beispiel ist hier Cafe Berlin von Harold Nebenzal.


Zusammenfassend habe ich mich - nicht zuletzt aufgrund des, wie ich immer noch finde, sehr gelungenen Covers- sehr auf das Buch gefreut und wurde dann etwas enttäuscht. Vielleicht bin ich aber einfach nicht die richtige Zielgruppe...

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W

Rezension zu "Liv" von Kevin Kuhn

Gestern und heute
Waschbaerinvor 10 Monaten

Das vorliegende Buch "Liv" von Kevin Kuhn wurde in 2 Erzählsträngen verfasst.

Das  Leben von Franz spielt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ab, als er mit seiner Leica bewaffnet durch Berlin schwirrt und alles fotografiert, was sich nicht dagegen wehrt. Dabei wirkt Franz auf mich fahrig, ganz so, als habe er keinen blassen Schimmer wohin das Leben ihn führt. Die Zielgeber sind andere Menschen. Aber was will Franz? Was mir in diesen Teilen allerdings gut gefällt ist, dass der Autor den damaligen Zeitgeist dem Leser bildlich nahe bringt. Es ist, als wäre man selbst in diesen pulsierenden Jahren zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg zu Hause. An manchen Stellen war ich an das Musical und den Film "Cabaret" mit Liza Minelli in der Hauptrolle erinnert. Auch dort stand das pulsierende und grenzenlos erscheinende (Nacht)Leben in Berlin im Blickpunkt.

In der Neuzeit, dem 21. Jahrhundert steht Liv im Mittelpunkt dieses Romans. Eine Israelin, die durch Flucht ihrem Militärdienst in ihrer Heimat entgehen will. Moderne Medien machen es ihr möglich immer neue follower im Netz zu finden, die sie auf ihrer manchmal viel zu waghalsigen Reise begleiten. Es ist eine moderne Art unterwegs, dabei aber nie ganz abwesend zu sein. Liv lässt sich treiben, hat kein erkennbares, gestecktes Ziel das sie erreichen möchte. Es kommt wie es kommt, scheint ihr Motto zu sein. Und so reist sie durch die Welt und durch das Netz, immer ihre follower - darunter auch persönliche Freunde von früher - im Blick.

Ist Liv eine typische Vertreterin der neuen und jungen Generation? Hoffentlich nicht. Sie macht auf mich den Eindruck als wüsste sie lediglich, dass sie dem Militärdient in ihrem Heimatland Israel entgehen will - der Rest wird sich irgendwie finden. Sie befindet sich in Mexiko ohne genau zu wissen wo und wie das Leben dort funktioniert. Hat sich nicht einmal vorher Gedanken über die Gefahren gemacht, die außerhalb der geschützen Räume auf Reisende wie sie warten. Blauäugiger geht es nicht mehr. Auch als sie es endlich bis in die USA geschafft hat, scheint sie kein Gespür für Risiko entwickelt und nichts dazu gelernt zu haben, was Gefahren anbelangt. Ohne sich vorher über die genauen Örtlichkeiten zu informieren lässt sie sich auf einen Fußmarsch durch die Wüste ein. Da fragte ich mich wirklich, was geht in diesem wirren Gehirn vor sich? Legt es LIv vielleicht darauf an, bei einer ihrer Aktionen das Leben zu verlieren?

Ich muss gestehen, ich ging mit großen Erwartungen an diesen Roman heran. Die Beschreibung gefiel  mir und ich erwartete etwas, das mich fesselt. Leider geschah das nur an ganz bestimmten Passagen. Viel zu oft verlor sich die Geschichte in banalen Beschreibungen, die mir zu langatmig waren. Auch bekam die Person "Liv" kein genaues Gesicht, egal wie viel ich von ihr las.

Vielleicht bin ich von der Möglichkeit, dank neuer und digitaler Medien immer präsent sein zu können nicht genügend begeistert, weshalb das Buch auf mich eher befremdlich wirkte. In einigen Wochen werde ich es erneut zur Hand nehmen und nochmals lesen. Vielleicht sehe ich dann eher den Sinn dieses Romans.

Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, dass die Zielgruppe des Autors ein eher junges Publikum ist, das sich von Livs Lebenseinstellung "durch Tag und Zeit treiben", eher ansprechen lassen wird. Allerdings denke ich, wird da Franz und sein Zeitgeist wiederum auf mäßige Gegenliebe stoßen.

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Gespräche aus der Community

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Berlin_Verlags avatar
Liebe Lovelybooker!

Wir freuen uns, Euch zur Leserunde zu Kevin Kuhns »Liv« einzuladen.

Kevin Kuhns zweiter Roman ist ein Reiseführer für unsere hypermoderne Welt – so wie Homers Odyssee ein Reiseführer für die Antike war. Eine junge Frau aus Tel Aviv bereist unsere gegenwärtige Welt, um sich selbst zu finden. Ein junger Mann aus Berlin betrachtet die Welt im Jahr 1928, wie sie niemand vor ihm gesehen hat. Doch obwohl bald 100 Jahre zwischen ihnen liegen, gehen sie gemeinsam durch dieselbe Wirklichkeit.

Der junge Franz streift mit seiner Clique durch das überbordende Berlin der 1920er Jahre und ist hin- und hergerissen zwischen den ungeahnten Möglichkeiten und den Gefahren einer Stadt im Rausch. Liv reist wie viele junge Israeli durch die Welt. Sie hat ihren Militärdienst allerdings nicht bereits absolviert, sondern flieht vor ihm – und einem unerträglichen Gefühl der Enge – ins Ausland. Während ihrer Reise erobert sie einen neuen Kontinent: Sie wird zu einer Social-Media-Ikone, deren Posts viele Tausende lesen. Zwischen Liv und Franz liegen beinahe 100 Jahre, aber sie gehen wie Geschwister durch dieselbe Welt. Beide suchen nach einer Perspektive abseits der Euphorie ihrer Epochen, nach Autarkie in der Masse. Kevin Kuhn stellt sich den drängenden Fragen unserer Zeit und zeigt uns überraschende Wege durch die Fremde, die längst zu unserer Wirklichkeit geworden ist.

Kevin Kuhn, geboren 1981 in Göttingen, hat Philosophie, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft in Tübingen studiert und ist heute Dozent am Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Immer wieder hat er im Ausland gelebt, darunter längere Zeit in Alaska und drei Jahre in Mexico City. Mit seinem Romandebüt »Hikikomori« (2012) wurde er von der FAS zu den 20 besten deutschsprachigen Autoren unter 40 gezählt. 2015 erhielt er das Literaturstipendium des Landes Niedersachsen. Er lebt in Berlin.

Wenn Ihr Lust habt auf unsere Leserunde, dann schreibt uns bitte in wenigen Sätzen, was Euch neugierig macht auf »Liv«.

Wir sind gespannt und wünschen Euch viel Spaß mit Liv und Franz.

Euer

Berlin Verlag

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