Kevin Power Die letzte Nacht des Sommers

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Inhaltsangabe zu „Die letzte Nacht des Sommers“ von Kevin Power

Alle kennen die Mörder. Keiner ihr Motiv. Auch sie selbst nicht. Stephen, Barry und Richard sind mit Conor zur Schule gegangen, jetzt besuchen sie das College, sie spielen Rugby und gehen zusammen aus. Bis sie ihn töten. In der Nacht des 31. August verlassen die vier einen Club in Dublin. Plötzlich erhält Conor einen Tritt. Dann noch einen. Er fällt zu Boden und wird weiter getreten. Um die Schläger stehen junge Männer und Frauen, entsetzt von dem nur sekundenlangen Spektakel und fasziniert. Dann ist er tot. So beginnt Kevin Powers Roman, der mit allen Regeln des Spannungsromans bricht. Gleich am Anfang erfährt der Leser, wer das Opfer ist, wer die Täter, wie der Prozess endet und wie die Urteile lauten. Die Frage, die die Handlung unerbittlich vorantreibt, ist die nach dem Warum. Der Erzähler erforscht die Ereignisse der Nacht und geht von da aus weiter, er schildert das Leben der vier jungen Männer, ihrer Freundinnen, ihrer Eltern. Er gräbt in der Vergangenheit, begegnet Freunden, Lehrern, Priestern, Rugbytrainern. Dabei nähert er sich der Nacht aus immer neuen Perspektiven und lässt eine unerhörte psychologische Spannung entstehen. Inspiriert von einer wahren Geschichte, hat "Die letzte Nacht des Sommers" bei seinem Erscheinen in Irland sofort für erheblichen Wirbel gesorgt. Der Debütroman von Kevin Power fragt in einer ungewöhnlichen Weise nach dem, was Menschen antreibt und was sie niemals aussprechen würden. Das Buch ist eine beunruhigende Suche nach Wahrheit, die den Leser an das Innerste seines Selbst führen wird.

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  • Rezension zu "Die letzte Nacht des Sommers" von Kevin Power

    Die letzte Nacht des Sommers

    Clari

    21. August 2010 um 14:39

    Schicksalhaft, traurig und super spannend! Die letzte Nacht des Sommers verbringen viele Studenten in einem Club. Als vier von ihnen spät in der Nacht den Club in Blackrock, County Dublin, verlassen, sind sie mehr oder weniger betrunken. Bei einer folgenden Schlägerei töten drei von ihnen ohne ersichtlichen Grund einen vierten. Mit ein paar harten Tritten und Faustschlägen haben sie Conor Harris umgebracht. Niemand begreift, wie es zur Tat kommen konnte. Schon beim ersten Tritt ist Conor Harris tot. „Die drei Studenten, die wegen schwerer Körperverletzung ins Gefängnis kamen, heißen Stephen O’Brien, Barry Fox und Richard Culhane“. Lakonisch und einfach beginnt der Bericht über ein Verbrechen, für das es in der Wirklichkeit ein Vorbild gab. Der Autor Kevin Power zieht diesen Krimi anders als üblich auf. Der Tathergang wird detailliert beschrieben, die Schuldigen sind ausgemacht und die Strafen verhängt. Im weiteren Verlauf geht es um die Herkunft und das soziale Gefüge,aus dem die Mörder und der Tote kommen. Streng katholisch, reich und privilegiert ist Richard Culhane, der als Haupttäter ausgemacht wurde, der Sohn einer wohlhabenden Familie. Er ist ein schöner junger Mann, der seine Herkunft zu schätzen weiß. Alle jungen Männer haben zusammen eine Privatschule besucht, das Brookfield College in Blackrock. Sie sind die Söhne erfolgreicher Väter, die ebenfalls dieses College besucht haben und führen die Schultradition fort. Immer wieder rollt die Szene der Todsnacht ab: der unbekannte Icherzähler, von dem wir erst sehr spät erfahren, wer er ist, berichtet aus verschiedenen Perspektiven, beschreibt die Mädchen und Jungen, die bei der Prügelei dabei gewesen sind, und erläutert ihre Herkunft. Sie stammen alle aus der oberen Mittelschicht. Es geht ihnen gut, die Jugendlichen sind wohl versorgt und leben ein leichtes und zufriedenes Leben. Nur langsam nähert sich der Autor seinem Plot: der Erforschung der Gründe, die zu Conors Tod geführt haben. Mit seiner Erzählweise entwickelt er eine psychosoziale Studie der Gesellschaftsschicht, aus der die Jugendlichen kommen. Alle Mädchen und Jungen dieser Schicht sind standesbewusst und selbstsicher. In der Tradition von Reichtum, Bildung, Herkommen und beruflich gesicherter Zukunft kommt ein Verbrechen wie das geschehene einfach nicht vor. Die Schockstarre, unter der betroffene Mitschüler, Mitstudenten, Eltern und Lehrer leiden, ist merklich spürbar. Sie kennen sich alle, sind Kollegen oder Mitglieder gemeinsamer Clubs und Sportmannschaften. Spannend und penibel umkreist der Autor in seiner erzählten Recherche alle Freunde, Bekannten und Verwandten des Toten. Man weiß, wer der Mörder ist. Doch Verschleierung und Aufklärungsfehler bringen die Untersuchungsbehörden nur schwer voran. Kevin Powers geht den einzelnen Schicksalen nach und findet zuletzt Worte für die Tat und ihre Folgen, die schwer ans Gemüt rühren. Ohne Rührseligkeit beschreibt er ein Milieu, das durch Tradition und Herkunft verbunden ist, bis einer von ihnen durch seine Tat aus allen gesellschaftlichen Bezügen gerissen wird. Erschüttert und schmerzlich berührt erfährt man, wie das Schicksal jene bestraft, die sich gegen das Gesetzt stellen und die Kontrolle über das eigene Handeln verlieren. Kevin Powers ist ein hervorragender irischer Autor, dessen Debütroman mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

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