Kevin Wilson

 3,3 Sterne bei 21 Bewertungen
Autorenbild von Kevin Wilson (© Leigh Anne Couch)

Lebenslauf

Kevin Wilson erhielt entscheidende Inspirationen zu seinem Debütroman während seines ersten herausfordernden Jahres als junger Vater. "Was denkt diese seltsame Kreatur eigentlich wirklich von mir?" Vor dem Überraschungserfolg von "Die gesammelten Peinlichkeiten ..." hat er einen vielgelobten Erzählband geschrieben. Er lebt mit seiner Familie in Sewanee, Tennessee, wo er an der Universität Schreiben lehrt.

Alle Bücher von Kevin Wilson

Neue Rezensionen zu Kevin Wilson

Cover des Buches Hier gibt’s nix zu sehen (ISBN: 9783442772667)
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Rezension zu "Hier gibt’s nix zu sehen" von Kevin Wilson

Hier gibt's nix zu sehen
Mira123vor einem Jahr

Bei diesem Buch hatte ich keine Ahnung, was ich erwarten sollte. Alles, was ich darüber wusste, ist, dass ich gemixte Reaktionen darauf gesehen habe und dass es den silbernen "Selection"-Sticker auf dem Cover hat, nach dem ich in der Zwischenzeit bewusst Ausschau halte. Bücher mit diesem Sticker sind nie einfach, nie eine leichte Lektüre, aber immer spannend und was ganz Besonderes und oft sogar Lesehighlights.

Dieses Buch handelt von Lillian, die durch ein Stipendium die Möglichkeit hatte, eine Privatschule zu besuchen, aber nach einem Skandal von dieser verwiesen wurde. Deswegen musste sie wieder zurück zu ihrer Mutter, die sich nicht wirklich für sie interessiert, in Armut lebt und sich ständig auf neue, ungesunde Beziehungen einlässt. Von Madison, ihrer besten Freundin an der Schule, hört sich kaum mehr etwas. Bis sie erwachsen sind und Madison mal wieder Lillians Hilfe braucht: Madison hat einen reichen Politiker geheiratet und dieser Politiker hat Kinder aus einer vorherigen Ehe, die nach dem Tod ihrer Mutter nun zu ihnen ziehen sollen. Ablehnen können sie nicht wirklich, das würde gegen das politische Programm des Politikers verstoßen. Zusagen wollen sie aber auch nicht, denn die Zwillinge haben die Gewohnheit, immer wieder einfach in Flammen aufzugehen, und wenn das herauskommt, wäre das ebenfalls ein Skandal. Deswegen möchte Madison, dass Lillian sich um die Kinder kümmert, natürlich gegen Bezahlung. Und weil Lillian bei so viel Geld nicht "Nein" sagen kann und Madison sowieso nie einen Wunsch abschlagen konnte, stimmt sie zu und hat deswegen plötzlich zwei brennende Kinder am Hals.

Wie gesagt: Ich wusste nicht, was ich erwarten sollte. Wird das hier lustig? Traurig? Locker-flockig oder ernst? Ich hatte keine Ahnung und bin überrascht, dass ich diese Frage auch jetzt nicht beantworten kann. Während dem Lesen erlebte ich so viele Gefühle auf einmal: Manche Stellen brachten mich zum Schmunzeln, manche schockierten mich, bei manchen musste ich heimlich Tränen aus den Augen wischen, denn da saß ich gerade im Zug nach Italien, der sehr voll war und vor so vielen Menschen wollte ich wirklich nicht weinen. Die Geschichte hat mich tief berührt und so aufgewühlt, dass ich zwischendurch mal einen Monat lang nicht weiterlesen konnte. Zwischen den Zeilen steht hier einfach so vieles, das mich zum Nachdenken dachte und mich auch jetzt noch nicht wieder loslässt. Die Geschichte war verstörend und gleichzeitig so unglaublich fesselnd. Es geht um Traumata und Wege, damit umzugehen, lieblose Eltern-Kind-Beziehungen in verschiedensten Varianten, unerwiderte Liebe und ungesunde Freundschaften, Einsamkeit, Klassismus und um so, so viele andere Dinge. Definitiv keine einfache Lektüre, aber wenn ihr mit diesen Themen umgehen könnt, dann kann ich euch dieses Buch nur ans Herz legen.

Mein Fazit? Ich fand es großartig und habe diese Lektüre genossen. Dieses Buch hat so viele unterschiedliche Ebenen, hat mich zum Nachdenken gebracht und sehr viele Gefühle in mir ausgelöst.

Cover des Buches Das Beste, was Izzy Poole passieren konnte (ISBN: 9783442718207)
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Rezension zu "Das Beste, was Izzy Poole passieren konnte" von Kevin Wilson

Manchmal werden Träume wahr, auch wenn man sie als solche gar nicht hatte!
porte-bonheurvor 2 Jahren

Izzy Poole erlebt in ihrem Leben nicht gerade einen Regen an Glückssternen: ihre Mutter ist früh verstorben, ihr Vater kämpft mit seinem eigenen Leben, sie schuftet in ihren jungen Jahren bereits in der Küche eines Restaurants und führt ein eher eintöniges Leben. Da begegnet sie Hal, der aber auch ein komischer Typ ist und mit seinen Depressionen kämpft. Naja, sie sind sich irgendwie ähnlich, mögen sich, ja, lieben sich und Izzy denkt, sie könnten es schaffen, zusammen. Da wird sie von Hal schwanger, er möchte das Kind aber nicht, sie hingegen will es unbedingt haben. Sie trennen sich und Hal bringt sich in einer seiner depressiven Momente um. Über die Familie von Hal bekommt Izzy die Gelegenheit, sich für ein Projekt des Entwicklungspsychologen Dr. Grind zu bewerben und sie wird auch tatsächlich genommen.

Die Stiftung der reichen Mrs Acklen bringt junge Familien zusammen, denen es in ihrem bisherigen Leben nicht allzu gut geht, die zu kämpfen haben. Sie sollen, unter wissenschaftlicher Begleitung, alle nur denkbare Unterstützung bekommen, um ein besonders gutes Leben zu führen, aus ihren Kindern das Beste zu machen, unter der Bedingung, gemeinsam als große Familie auf einem abseits gelegenen Gelände zu leben. Wie gelingt den Beteiligten ihr Zusammensein, das Abstellen der eigenen Egoismen zugunsten des großen Ganzen? Wie nutzen sie die Teilnahme an diesem Projekt, was gewinnen sie und was verlieren sie?

Es handelt sich wahrlich um ein merkwürdiges Experiment, aber doch um nichts anderes als das Zusammengehen erwachsener Menschen für eine gemeinsame Zukunft, die sie so und allein auf keinen Fall hätten.

Ich habe die Entwicklung über die Jahre - und als solche wird sie in diesem Roman in Etappen beschrieben - sehr neugierig verfolgt. Die Erkenntnis von Izzy am Ende des Buchs ist zwar irgendwie banal, gewinnt aber, nachdem man die Geschichte der Beteiligten mitverfolgt hat, doch eine große Bedeutung:
"Izzy wusste nun, wie man es anstellte weiterzuleben, wenn die Welt zerbricht, wenn die Wände rissig werden und einfallen. Man hielt sich an dem Menschen fest, den man liebte, an dem Menschen, der hinterher da wäre, und man baute sich ein neues Heim auf."

Das aber muss einem erst mal gelingen und man kann sicher auch von Glück reden, wenn es passiert. Izzy findet dieses Glück und beschert damit auch dem Leser am Ende einen glücklichen Moment!

Cover des Buches Das Beste, was Izzy Poole passieren konnte (ISBN: 9783442718207)
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Rezension zu "Das Beste, was Izzy Poole passieren konnte" von Kevin Wilson

Leben und leben lassen – Kevin Wilson – Das Beste, was Izzy Pole passieren konnte
thursdaynextvor 5 Jahren

Wenn John Irving ein Buch empfiehlt gibt es für mich kein Halten mehr. Über dieses meinte er, es wäre eine gut erzählte Geschichte, die man lesen müsse, weil man unbedingt erfahren möchte wie sie ausgeht und damit hat er recht.

„Das Beste, was Izzy Pole passieren konnte“ ist eine außergewöhnliche  Erzählung, die quasi aus der scheußlichen Kindheit des Sohnes eines Psychologen – Ehepaars entstand, das ihn als Testobjekt für seine Erziehungstheorie zur Resilienz missbrauchte.

Allein dieser Part ist herzzerreißend. Hauptperson der Story ist aber die junge Isabelle Pole. Hochintelligent, versucht sie, nach Abschluss der Highschool aus ihrem bis dahin deprimierenden Leben etwas zu machen. Freude, Liebe zu (er)leben. Bisher kann sie bei Tests gut abschneiden, hervorragendes Barbecue herstellen und hat einen Freund, ihren ältereren Kunstlehrer, der jedoch seine eigenen Probleme hat. Es ist eine leichtfüßig und sehr gut verknüpfte Geschichte über Resilienz, Mut Lust zu und am Leben und besonders über Familie(n).

Leben bedeutet Entscheidungen zu treffen, permanent, mehr oder weniger wichtige oder weichenstellende. Wilson beschreibt diese Entsdchedungen und wie sie getroffen wurden. Er beleuchtet Hintergründe, stellt Ratio und Bauchgefühl einander gegenüber, lässt an der Entstehung der Überlegungen der Protagonisten teilhaben und so bleibt es nicht aus, dass die Leserinnen (Männer mitgemeint, thanks Alex *G*) urteilen, den Kopf schütteln, ins Grübeln kommen. Es stimmt, man möchte unbedingt wissen, wie Izzys Leben sich entwickelt. Wie sie sich ihrem Leben stellt und wie das soziale Experiment des unglücklichen Professors ausgeht.

Stilistisch und besonders sprachlich ist, verglichen mit John Irving, natürlich noch Luft nach oben. Aber „Das Beste, was Izzy Pole passieren konnte“ lässt die Leserinnen (Männer: s. o. ) nicht los. Es ist ein kluger, spannender, kontrovers zu lesender Roman über Menschen und die beste Art sie auf ein erfülltes Leben vorzubereiten. Wilson arbeitet deutlich heraus, worauf es wirklich ankommt, um glücklich zu leben. Das ist nicht neu, aber immer wieder wichtig zu erinnern.

Von Kevin Wilsons gleichnamigem Buch „Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern in der Reihenfolge ihrer Erstaufführung“ gibt es eine Verfilmung. Nett, ab und an witzig, eigentlich tieftraurig, sicher kein Mainstream, aber ebenfalls eine gute, solide erzählte Geschichte zum Thema Familienleben. Kann man gut sehen.

Das Coming of Age der Isabelle Pole ist nicht nur tiefgründig, skurril, und charmant beobachtet, es ist auch ein großes, spannendes Experiment zum mitfiebern und, was ich besonders schätze, es hebt sich wohltuend aus der oft gleichförmigen Masse anderer Geschichten vom Erwachsenwerden heraus. Leseempfehlung.

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Zusätzliche Informationen

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