Tausend strahlende Sonnen

von Khaled Hosseini 
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Tausend strahlende Sonnen
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Positiv (1018):
G

Eines der wenigen Bücher das mich zu Tränen gerührt hat, ein absoluter Schatz im Bücherregal!

Kritisch (19):
Beusts avatar

zuckersüß und bitterschwer zusammengerührter Klischeebrei. Dennoch bewegend.

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Inhaltsangabe zu "Tausend strahlende Sonnen"

Der Weltbestseller vom Autor von ›Drachenläufer‹ und ›Traumsammler‹

Mariam ist fünfzehn, als sie aus der Provinz nach Kabul geschickt und mit dem dreißig Jahre älteren Schuhmacher Raschid verheiratet wird. Jahre später erlebt Laila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Als ihre Familie bei einem Bombenangriff ums Leben kommt, wird sie Raschids Zweitfrau. Nach anfänglichem Misstrauen werden Mariam und Laila zu engen Freundinnen. Gemeinsam wehren sie sich gegen Raschids Brutalität und planen die Flucht…

Ein ergreifender Roman über das Schicksal zweier Frauen in Afghanistan, wie ihn nur einer schreiben kann: der große Geschichtenerzähler Khaled Hosseini.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596030934
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:03.02.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.02.2008 bei Steinbach sprechende Bücher erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    AnjaLG87s avatar
    AnjaLG87vor 2 Monaten
    Schockierender, aber gleichzeitig auch spannender und seltener Einblick in eine fremde Kultur

    Tausend strahlende Sonnen ist mein drittes Buch von Khaled Hosseini. Wieder beeindrucken mich seine Sprache, seine detailverliebten und trotzdem spannend zu lesenden Beschreibungen, sein Blick für die Umgebung und Kleinigkeiten rechts und links des Weges sowie das gewählte Thema. Hosseini schafft es, mir als Leserin einen Blick in eine mir doch so fremde Kultur zu gewähren und einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Im Vergleich zu "Drachenläufer" und "Traumsammler" empfinde ich dieses Buch jedoch als etwas schwächer (obwohl dieses Mal Frauen im Mittelpunkt der Erzählung stehen) und auch die politischen Themen wurden umfassender behandelt. Dies machte das Buch beim Lesen etwas "sperriger" als die anderen beiden; zumindest für mich, die sich mit der Politik im Nahen Osten bisher eher wenig beschäftigt hat. Nichtsdestotrotz ist dies "Meckern auf hohem Niveau", denn schon wieder hat mir der Autor tolle Lesestunden bereitet und ich freue mich auf weitere Bücher von ihm. 

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    -Tine-s avatar
    -Tine-vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Khaled Hosseini schildert die Rolle der Frau in Afghanistan auf eine sehr einfühlsame und ruhige Art.
    Kraftvoll, berührend, und erschütternd

    Mariam wächst als uneheliches Kind fernab der nächsten Stadt auf. Ihr einziger Kontakt sind ihre Mutter, die ihr immer wieder sagt, dass Männer Frauen schlecht behandeln, ihrem Vater Jalil, der viele freudige Stunden mit ihr verbringt, und dem Koranlehrer. Mit 15 fordert sie zu viel Aufmerksamkeit von ihrem Vater ein, der sie maßlos enttäuscht. Nachdem auch noch ihre Mutter gestorben ist, drängen die Frauen von Jalil ihn, Mariam zu verheiraten. So kommt sie nach Kabul zu Raschid, der reichlich veraltete Ansichten bezüglich des Frauenbildes hat.

    Vor dem Lesen habe ich eine schwere Kost erwartet, doch das Buch lässt sich sehr leicht und schnell lesen. Inhaltlich erschüttert es den Leser sehr, wie Frauen in Afghanistan von den 70ern bis Anfang des 21. Jahrhunderts behandelt werden und von ihrem Vater bzw. Mann abhängig sind. Der Schreibstil vermittelt dies jedoch auf eine sehr leichte und empathische Art, sodass man sich nicht zu sehr auf die Geschichte konzentrieren muss. Das Buch erzählt leise und eindringlich, wie Mariam und Laila von ihrem Mann unterdrückt und misshandelt werden und aufgrund der Kinder und ihrer Freundschaft ein kleines bisschen Glück erleben. Die Beziehung der beiden wurde sehr intensiv und nachvollziehbar dargestellt, sodass die Zuneigung der Frauen zwischen den Seiten spürbar war.

    Das Ende des Buches hat mich erschüttert und einige Tränen gekostet. Die Geschehnisse verlangen viel von Mariam und Laila, doch sie sind so starke und kluge Frauen, die auch dies aushalten werden. Obwohl  schlimme Dinge passieren, strahlt das Ende so viel Liebe und Hoffnung aus.


    Fazit:

    Tausend strahlende Sonne erzählt von einem entbehrungsreichen und abhängigen Leben der afghanischen Mariam. Durch Laila und die Kinder erfährt sie wieder Liebe. Khaled Hosseini erzählt die Erlebnisse der beiden Frauen auf eine sehr feinfühlige und leichte Art, sodass die Geschichte trotz der Thematik nicht zu schwer wird.

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    Lesiavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Beklemmende, hochinteressante Einblicke in das Leben zweier Frauen in Afghanistan, deren Weg sich kreuzt. Zum Teil sehr brutal.
    Bedrückend, lehrreich und teilweise anstrengend

    Das Buch ist in vier Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Teil lernen wir Mariam zunächst als Kind kennen, mit all ihren Hoffnungen und ihrem trostlosen Leben. Man schließt sie in ihrer unschuldigen Art sofort ins Herz und wünscht ihr etwas Besseres, fiebert mit und erlebt die Enttäuschungen mit

    Das Buch ist in vier Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Teil lernen wir Mariam zunächst als Kind kennen, mit all ihren Hoffnungen und ihrem trostlosen Leben. Man schließt sie in ihrer unschuldigen Art sofort ins Herz und wünscht ihr etwas Besseres, fiebert mit und erlebt die Enttäuschungen mit ihr, während sie älter wird.

    Im zweiten Abschnitt erfahren wir mehr über das Leben von Laila, Mariams junger Nachbarin, die zuvor nur nebenbei auftauchte. Es ist ganz anders als die Kindheit von Mariam (naturgemäß auch später), sodass man weitere, andere Einblicke in das Leben in Kabul erhält. Das empfand ich persönlich als sehr interessant.

    Im dritten Abschnitt kreuzen sich die Wege von Laila und Mariam. Die Entwicklung ihrer Beziehung ist sehr spannend zu lesen und nachvollziehbar geschildert. Hier wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, mal aus Mariams, mal aus Lailas Sicht beschrieben, sodass man verschiedene Sichtweisen erlebt.

    Über den vierten Teil möchte ich hier nichts sagen, um nicht zu spoilern.

    Die Entwicklung in den Büchern ist vor dem Hintergrund der Begebenheiten in Afghanistan nachvollziehbar, lässt den Leser aber nachdenklich und kopfschüttelnd zurück. Es ist zwar eine erdachte Geschichte, aber das Schicksal der beiden Frauen steht stellvertretend für tausende reale Frauen. Die jüngere Historie Afghanistans ist Teil des Romans, da die Umstände den Verlauf maßgeblich beeinflussen. Dementsprechend erfährt man viel über Hintergründe.

    Das Buch ist anstrengend zu lesen, weil es emotional bedrückend ist, weil viele Hintergrundinformationen verdaut werden müssen, und weil zum Teil von heftiger Brutalität die Rede ist, mit der man erstmal klarkommen muss. Das Ganze ist aus einer gewissen Distanz geschrieben, man erhält zwar Einblicke in Gedanken und Gefühle, kommt den Charakteren aber nicht zu nah (so ging es mir zumindest). Dadurch war das Ganze etwas besser „aushaltbar“.

    Fazit: Sehr interessant, aber schwere Kost und ganz sicher nichts für „nebenbei“.

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    Fornikavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Schockierend und bedrückend. Absolut lesenswert.
    Geht unter die Haut

    Nach dem Tod ihrer Mutter wird Mariam mit dem sehr viel älteren Raschid verheiratet. Mit gerade einmal 15 Jahren muss sie ihm nicht nur eine gute, sprich gehorsame Ehefrau sein, sondern auch mit dem Verlust ihrer Mutter und dem Umzug in die Stadt Kabul fertig werden. Dort spürt man die politischen Umbrüche und Konflikte hautnah. Nur wenige Häuser weiter wächst Laila auf, die noch eine große Rolle in Mariams Leben spielen soll.

     Khaled Hosseini hat mich mit seiner Geschichte über die zwei so unterschiedlichen Frauen wirklich sehr beeindruckt. Einerseits berichtet er von dem traurigen Schicksal der beiden, andererseits lässt er auch viele Infos über politische Gegebenheiten und Hintergründe einfließen. Diese Mischung geht nicht nur unter die Haut, sondern lässt einen auch viel Neues erfahren, was mir sehr gut gefallen hat. Die zwei Frauen könnten unterschiedlicher fast nicht sein, was natürlich auch an ihrer Herkunft liegt. Mariam wächst fast isoliert in der Provinz auf, Laila bei sehr weltoffenen Eltern in der Großstadt. Dass trotzdem beide unter der Fuchtel eines tyrannischen Mannes landen, ist umso bitterer und zeigt wie wenig Möglichkeiten Frauen in dieser Zeit geboten waren: keine nämlich. Die Verachtung, Gewalt gegen und auch die Hilflosigkeit der Frauen selbst zeigt der Autor schonungslos, viele Szenen sind unglaublich grausam und doch leider sehr authentisch. Da die Erzählperspektive zwischen den beiden wechselt, kann man die Gedanken und Gefühle beider gut nachvollziehen. Der Autor beschreibt aber nicht nur die Figuren, sondern auch ihre Umgebung sehr plastisch, sodass man Kabul und die Heimat der beiden sehr bildlich vor Augen hat. Er trifft immer den richtigen Ton, sodass schonungslos erzählt, aber nicht überdramatisiert wird. Ein kritischer und ergreifender Roman, der noch lange nachwirken wird.

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    Kettenleservor 5 Monaten
    Ein Buch, das noch lange nachwirkt

    Die Geschichte von Mariam und Laila beschreibt nicht nur das ergreifende Schicksal zweier Frauen, nein, sie deckt auch die Geschlechterarpartheid in der afghanischen Gesellschaft auf. Ein Roman, der den Leser verstört und traurig macht. Aber auch ein großes Stück Literatur von einem brillanten Geschichtenerzähler. 

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    wordworldvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Der Roman geht mit der grausamen Intensität der rücksichtslosen Unterdrückung und Verachtung gegenüber den beiden Frauen unter die Haut!
    Ein ergreifender Roman, der seinesgleichen sucht!

     Allgemeines:

    Titel: Tausend strahlende Sonnen
    Autor: Khaled Hosseini
    Verlag: FISCHER (3. Februar 2014)
    Genre: Historiendrama
    ISBN-10: 3596030935
    ISBN-13: 978-3596030934
    ASIN: B00HWMVMRE
    Seitenzahl: 400 Seiten
    Originaltitel: A Thousand Splendid Suns
    Preis: 9,99€ (Kindle-Edition)
    10,90€ (Taschenbuch)
    12€ (Gebundene Ausgabe)
     
     

    Inhalt:

    Mariam ist fünfzehn, als sie aus der Provinz nach Kabul geschickt und mit dem dreißig Jahre älteren Schuhmacher Raschid verheiratet wird. Jahre später erlebt Laila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Als ihre Familie bei einem Bombenangriff ums Leben kommt, wird sie Raschids Zweitfrau. Nach anfänglichem Misstrauen werden Mariam und Laila zu engen Freundinnen. Gemeinsam wehren sie sich gegen Raschids Brutalität. Während der Taliban-Herrschaft überstehen sie die Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt - und ihre Stärke wächst ins schier Unermessliche...



    Bewertung:

    Schon seit ich "Traumsammler" von ihm gelesen habe, gehört Khaled Hosseini für mich zu den Größen der Gegenwartsliteratur. Doch mit diesem ergreifenden Roman über das Schicksal zweier Frauen in Afghanistan lässt er den Vorgängerroman weit hinter sich zurück und geht mit der grausamen Intensität der rücksichtslosen Unterdrückung und Verachtung der Gesellschaft gegenüber Frauen unter die Haut und trifft mit der hoffnungsvollen Liebe der beiden Frauen, die ihnen die Stärke zum Überdauern verlieht, direkt ins Herz!

    Erster Satz: "Mariam war fünf, als sie zum ersten Mal das Wort "harami" hörte."


    Das Cover lässt mit der gelb-roten Farbgebung, der kahlen Landschaft und den vereinzelten Blättern im oberen Bereich auf die drückende Hitze Afghanistans schließen und greift mit der einsamen, leicht vornübergebeugten, verschleierten Frauensilhouette im Vordergrund das Hauptthema des Buches auf. Ganz besonders berührend finde ich jedoch den Titel "Tausend strahlende Sonnen", welcher von einem Gedicht von Saib-e-Tabrizi abgeleitet ist, welches in verschiedenen Zusammenhängen mehrmals im Buch zitiert wird. Sehr bald wird klar, wofür die strahlenden Sonnen stehen: für die Schönheit Afghanistans, die Liebe und die Hoffnung, die den Menschen über die schweren Zeiten hinweghelfen.


    „Nicht zu zählen sind die Monde, die auf ihren Dächern schimmern,
    noch die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken.“


    Die in vier Teile unterteilte Geschichte beginnt mit der Kindheit Mariams in einem kleinen Ort nahe Herat in der Mitte Afghanistans. Sehr sensibel, einfühlsam und mit großer Intensität erzählt Khaled Hosseini, wie die 15jährige Mariam nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater mit einem doppelt so alten Schuhmacher verheiratet wird und unterwürfig Missachtung, Misshandlung aushalten muss und auf ihrer Suche nach Liebe und Anerkennung nur Ablehnung, Schmerz und Unterdrückung findet.
    Auf dem Tiefpunkt ihres Lebens lassen wir sie vorübergehend alleine, wie die restliche Welt auch und widmen uns stattdessen der jungen Laila. Während Mariam als unehelicher Bastard in ärmlichen Verhältnissen in ländlichem Gebiet aufgewachsen ist, ist Laila Teil eines gut situierten Lehrers und kann im lebendigen Kabul zur Schule gehen und zur selbst bestimmten, gebildeten Frau heranwachsen. An ihrer Seite steht der einbeinige aber sonst lebensfrohe Tarik, mit dem sie seit Kindertagen ein Herz und eine Seele ist und der mit vorschreitendem Alter ganz neue Gefühle in Laila weckt. Als jedoch der Krieg losbricht, ihre Familie von einer Bombe zerfetzt wird und Tarik mit seiner Familie ins Ausland fliehen muss, bleibt sie alleine zurück - und schwanger. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zu heiraten und als sich ihr viel älterer Nachbar anbietet, sie zur Zweitfrau zu nehmen, zieht sie kurzerhand bei Raschid und Mariam ein.
    Im nun folgenden dritten Teil dürfen wir mit verfolgen, wie die beiden Frauen von Fremden, zu Rivalinnen, zu Geduldeten, zu Verbündeten werden und wie sich langsam eine Verbindung zwischen den beiden aufbaut, die auf tiefem Verständnis, Verbundenheit und Liebe fußt. Durch Laila findet Mariam endlich ihre Ankerkennung und Liebe und wird durch diese von ihrer Isolation befreit, bekommt die Kraft, Grenzen zu überwinden, ihre Verletzlichkeit zu entblößen und sich schließlich selbst zu opfern, damit Laila ein besseres Leben führen kann...


    "Sie würde im Herzen ihrer Mutter keinen solchen Eindruck hinterlassen wir ihre Brüder, denn Mamis Herz war wie ein fahler Sandstrand, auf dem Lailas Spuren von den Wellen des Kummers, die darüber hinwegbrandeten, immer wieder weggespült wurden."


    Während wir in der Erzählung um Mariam und Lailas Schicksal versinken, wird uns beiläufig die Geschichte Afghanistans von den 1970er Jahren bis zur Ära des 11. Septembers erzählt, wobei die persönliche Geschichte mit der historischen untrennbar verwoben wird. Dadurch sind die Aufruhr im Land, die Revolution, die Bombardierungen, die Machtergreifungen, die Unterdrückungen, die Gesetzesänderungen, die Kämpfe, eng mit Lailas und Mariams Geschichte verbunden, was Afghanistan, genauer Kabul, zu mehr als nur einer Kulisse macht. Ohne Fakten unter die Nase gerieben zu bekommen erhalten wir hier einen umfassenden Eindruck von dem Leid und der Ungerechtigkeit, die die Bevölkerung dieses Landes erdulden mussten und bauen nebenbei eine persönliche Beziehung zu dem stark gebeutelten Land auf, die weiteres Wegsehen eigentlich unmöglich macht! Das Auf und Ab, der von Fremdbestimmung, Unterdrückung, Gewalt aber auch aus Liebe entsprungener Willenskraft, geprägten Geschichte um die beiden Frauen, ist dabei repräsentativ für das Schicksal des gebeutelten Afghanistans. An jeder Kleinigkeit, Feinheit, scheinbaren Belanglosigkeit und in jedem Nebensatz, den der Autor über dieses Land schreibt, kann man seine Liebe und Faszination für die Kultur und Landschaft und die Menschen dort ablesen. Es werden gleichsam die schönsten und hässlichsten Seiten des Heimatlandes des Autoren präsentiert, die dunkle Zeit der Invasionen der Sowjets, der Amerikaner und der Taliban findet unkommentiert und objektiv einen Platz genau wie starke Frauenfiguren, der Nationalstolz und Traditionen. Doch das Land ist mehr als nur Kulisse, es ist Ursprung und Herzstück dieser Geschichte und das konnte selbst ich spüren, die mit der arabischen Welt keinerlei Verbindung habe.


    "Tja, meine jungen Freunde, das ist das Schicksal unseres Landes", sagte der Chauffeur und schnippte eine Zigarettenkippe aus dem Fenster. "Ein Eroberungsfeldzug nach dem anderen. Mazedonier, Sassaniden, Araber, Mongolen. Und jetzt die Russen. Aber wir sind wie die Festungsmauer da drüben. Ramponiert und kein schöner Anblick, aber immer noch stehend."



    Während "Drachenläufer" als Vater-Sohn-Geschichte verstanden wird, kann "Tausend strahlende Sonnen" als Mutter-Tochter-Geschichte gelesen werden, da die Beziehung der beiden Frauen, die vom Alter her Mutter und Tochter sein könnten, im Mittelpunkt steht. Bezeichnend ist, dass sie sich an mehreren Stellen im Buch als Mutter und Tochter ausgeben. Mit den beiden bekommen wir zwei sehr starke Frauenfiguren vorgesetzt, mit deren Träumen, Gefühlen und ihrem täglichen Kampf ums Überleben ich mich gut identifizieren konnte, auch wenn sie komplett anderen kulturellen Kreisen entstammen. Es ist ganz wundersam, wie viel Seele Hosseini seinen Figuren zuspricht und auf welche tiefgründige Art er es versteht, uns ihr Innersten darzubringen, ihre Ecken und Kanten, Runzeln und Falten wenn sie menschlich, grausam oder bemitleidenswert handeln und sie zutiefst verstanden darstellt.

    Dabei kreist der Roman um ein sehr aktuelles Thema. Berichte über Ehrenmorde, Genitalverstümmelungen, Steinigungen wegen Ehebruchs, die Zugangsverweigerung zu Bildung und Erziehung, Arbeit und Gesundheitsversorgung und die zwanghafte Verschleierung lassen keinen Zweifel an der bedrückenden Situation von Frauen in einigen muslimischen Staaten. Die Geschichte sensibilisiert für die Unterdrückung der Frauen, weist jedoch gleichzeitig die Forderung nach mehr Druck durch den Westen zurück. Denn durch äußeren Zwang für gleiche Rechte zu sorgen, missachtet die Komplexität der kritisierten Gesellschaft. Der Roman gibt allen hinter einer Burka versteckten Frauen ein Gesicht und lässt mich mein Weltbild neu überdenken. Ich muss zugeben, dass ich bis vor wenigen Tagen auch noch mit einer leisen Gefühlsmischung aus Mitleid und Missbilligung an komplett verschleierten Frauen vorbeigelaufen bin und nicht verstanden habe, was für ein kultureller Druck hinter diesem Thema steht - auch bei Familien in Deutschland. Ich für meinen Fall werde auf jeden Fall für immer einen anderen Blickwinkel auf die Frau in Burka am Straßenrand haben.


    "So wie eine Kompassnadel immer nach Norden zeigt, wird der anklagende Finger eines Mannes immer eine Frau finden. Immer. Denk daran, Mariam."



    Ganz besonders schön ist, dass wir es hier mit einer berührenden Liebesgeschichte zu tun haben, die trotz all der furchtbaren Grausamkeiten im Großteil der Handlung hoffnungsvoll, warmherzig und schön anmutet. Auch wenn die beiden Frauen in absolut unglücklichen Verhältnissen leben und keinerlei Perspektiven zu haben scheinen, ist es letztlich die Liebe, die bei Hosseini siegt. Der Autor schafft es, gleichzeitig sehr still und eindringlich; distanziert und emotional; dramatisch und ruhig zu sein und sich in jeder erdenklichen Situation an die Protagonisten anzupassen. Dabei zwingt er den Leser niemals in eine bestimmte Richtung oder beantwortet wertende Fragen nach Unterlassung, Schuld, Preis oder Sühne. Stattdessen erlebt er, beobachtet, fühlt, erkennt und beschreibt, überlässt es aber dem Leser, über das Erfahrene nachzudenken und zu urteilen. Immer wieder stößt man auf kluge Dialoge und liest Sätze, die einen noch lange beschäftigen, während man dieser Geschichte folgt, die zeitweise fast ungemütlich und teilweise schwer zu ertragen ist, so viel Schmerz und Wahrheit, wie sie enthält.

    Hosseinis Schreibstil ist wie seine Erzählweise einem Chamäleon gleich: er passt sich an. Mal leuchtend poetisch, mal sparsamer und farblich gedeckt, mal ausschweifend, mal aufs Wesentliche reduziert, aber immer sehr inhaltlich direkt und sprachlich dabei wundervoll verschachtelt und durchdacht. Dabei schafft er es die Geschichte auf eine Art und Weise zu erzählen, die klar macht, dass man einem Leben lauscht, welches genauso gelebt werden muss und auch bei schwierigem Inhalt ein gutes Gefühl zu vermitteln. Vor allem das Ende rührte mich zu Tränen, auch wenn uns hier kein typisches Happy End erwartet.

    "Sie ist hier, zwischen den frisch gestrichenen Wänden, in den neu gepflanzten Bäumen, in den Wolldecken, die die Kinder wärmen, in diesen Kissen und Büchern und Stiften. Im Lachen der Kinder. Vor allem aber ist Mariam in ihrem eigenen Herzen, wo sie so ell wie tausend Sonnen leuchtet."


    Fazit:

    Der Roman geht mit der grausamen Intensität der rücksichtslosen Unterdrückung und Verachtung gegenüber den beiden Frauen unter die Haut und trifft mit der hoffnungsvollen Liebe, die Mariam und Laila die Stärke zum Überdauern verlieht, direkt ins Herz! Ein ergreifender Roman, der seinesgleichen sucht!

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    Lesenodernichtvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Gesellschaftskritik ganz anders
    Aufgebrochene Vorurteile, persönliche Einblicke

    Gesellschaftskritik ganz anders: Hosseini gelingt es den Leser an die Menschen und die Geschichten heranzuführen und ermöglicht ihm sich ihnen nah und verbunden zu fühlen. So wird deren Verhalten nachvollziehbar und er durchbricht damit Vorurteile und gesellschaftliche Klischées. Hosseini regt zum Denken an und verbleibt dabei recht wertfrei. Er beschreibt, er beurteilt nicht.

    Auch in dieser Geschichte geht es um afghanische Schicksale. Protagonisten sind in diesem Buch aber zwei Frauen, die eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet. Hosseini beschreibt sehr beeindruckend das Schicksal der jungen Mariam, die mit einem Fremden, 30 Jahre älteren Mann verheiratet wird. Mariam muss Gewalt, Unterdrückung, Leid, Hilflosigkeit und Herabwürdigungen erleiden. Ihr Leben verändert sich als ihr Ehemann sich eine zweite Frau nimmt. Die Erlebnisse von den beiden Frauen sind mit den geschichtlichen Ereingnissen wie dem Sturz des Kommunismus, den Bürgerkriegen und der Taliban-Herrschaft verwoben. Dadurch gelingt dem Leser sich in die Zeit und das Leben der Figuren hineinzuversetzen. Auch gelingt es ihm herausragend, zwischen den grausamen Erlebnissen eine Liebeserzählung aufblühen zu lassen, die den Leser hoffnungsvoller aus dem Roman gehen lässt.


    http://www.lesenodernicht.de/2018/04/13/aufgebrochene-vorurteile-persoenliche-einblicke/

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    K
    kleinebuecherweltvor 5 Monaten
    Ergreifend

    Dieses Buch wurde mir von jemanden empfohlen, den das Buch sehr mitgenommen hat. Wir haben lange über den Inhalt geredet, so, dass ich letztendlich entschieden selbst das Buch zu lesen, da es mich von der Idee her sehr ansprach. Meine hohen Erwartungen wurden mehr als erfüllt, denn "Tausend Strahlende Sonnen" entpuppte sich als hoch emotionales und mitreißendes Meisterwerk, das einen nicht mehr loslässt. Gleichzeitig möchte ich jedoch nicht die Ernsthaftigkeit des Buches leugnen, denn es gibt vieles zu schlucken beim Lesen, was es einem trotz enormer Spannung unmöglich macht das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Oft brauchte ich eine Pause um die Schwere des gerade Gelesenen zu verarbeiten. Doch genau diese großen Emotionen machen das Buch so besonders und lassen einen komplett in der Welt untergehen, die so real wirkt.
    In seinem zweiten Roman beschreibt Khaled Hosseini das Schicksal zweier jungen Frauen in seiner Heimat Afghanistan und nähert sich während dem Erzählen Themen wie Krieg und Unterdrückung auf sensible Weise an. 
    Schon von der ersten Seite an, schafft es der Autor durch seinen flüssigen Schreibstil den Leser in den Bann zu ziehen. Er schafft es auf einmalige Weise seinen Figuren eine Stimme zu geben, so, dass man sich problemlos in sie hineinversetzen kann. Detailliert beschreibt er deren Innenleben und gleichzeitig auch deren Lebensraum. Er beschreibt Kabul so gut, dass man sich alles bildlich vorstellen kann. Genauso wie die ganze Atmosphäre. Damit transportiert er ein großes Stück seiner Heimat an den Leser.
    Die Charaktere werden alle wie bereits erwähnt sehr gut beschrieben und man leidet mehr als mit mit Mariam und Laila mit, die machtlos gegen ihren Ehemann sind. Ich möchte hier gar nicht genau auf den Inhalt eingehen, da es das Beste das Buch zu lesen ohne Genaueres darüber zu wissen, aber fest steht, dass der Autor seine Ideen perfekt umgesetzt hat. Vieles das passiert kann man gar nicht glauben und brutale Szenen schmerzen selbst den Leser beim Lesen. Es gibt gar keine Worte dafür um zu beschreiben was dieses Buch in meinem Inneren ausgelöst hat und mit mir anstellte.  Khaled Hosseini ist ein wirklich begabter Autor, von dem ich sicher noch mehr lesen werde.
    "Tausend Strahlende Sonnen" ist ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der gefühlvolle und bewegende Geschichten liebt und eins der besten Bücher, die ich gelesen habe. 

    Fazit: Eine ergreifende Geschichte, die zutiefst berührt und den Leser nicht mehr loslässt. Khaled Hosseini hat ein gefühlvolles Meisterwerk erschaffen.

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    Jisbonvor 7 Monaten
    Erschütternd

    "Tausend strahlende Sonnen" erzählt eine Geschichte, die in vielerlei Hinsicht einfach unfair ist. Der Autor zeigt die Entwicklung Afghanistans anhand des Schicksals von Mariam und Laila, zwei Frauen, die von verschiedenen historischen Ereignissen beeinflusst wurden und mit den Umständen zu kämpfen hatten. Es war beklemmend zu sehen, wie sich ihr Leben immer mehr einengte und verschlechterte. Die Einblicke in die afghanische Geschichte und Kultur fand ich sehr interessant, obwohl sie oft erschütternd waren. Das hat es manchmal etwas schwer gemacht, weiterzulesen, und "Tausend strahlende Sonnen" ist definitiv keine leichte Kost, sondern aufwühlend, in vielerlei Hinsicht tragisch und ergreifend.

    Zugleich war das Buch unglaublich fesselnd und ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, was noch passieren würde, gerade in Bezug auf die Protagonistinnen. Beide haben schon früh Verluste erlitten, mussten dann jahrelang unter ihrem Ehemann leiden... kurz gesagt, die beiden hatten es nicht leicht. Ich habe mit ihnen mitgelitten und gehofft, dass sie der Lage irgendwie entkommen würden, egal, wie unwahrscheinlich das zu sein schien. Gerade am Ende gab es dann Szenen, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben; Hosseini erzählt eindringlich und sehr realistisch, was fast schon grausam ist, da die Charaktere etwas besseres verdient hatten, das nicht bekommen konnten und stattdessen Opfer bringen mussten. Das Schicksal der Figuren konnte mich wirklich berühren und ich fand es bewundernswert, dass sie trotz allem nicht aufgegeben haben.

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    dominonavor 7 Monaten
    Wenn alles gegen dich spricht...

    Als Frau in Afghanistan kann man auf verschiedene Arten aufwachsen und die meisten sind nicht gerade positiv. Trotzdem kann man gestärkt aus der schlimmsten Situation hervorgehen und das zeigt dieses Buch. Ein Verfilmung wäre nichts für seichte Gemüter und ich musste einige Male schlucken, weil mir nie wohl dabei ist, wenn jemand so gemein, widerwärtig und unfair behandelt wird, weil das sich angeblich für Frauen so gehört.
    Ein kleiner Kritikpunkt waren manche Wiederholungen, aber das ist stilistisch gewollt.

    Der Autor kann Schicksale eindrücklich schildern und ich fand den Einblick in eine mir sehr fremde Kultur interessant. Ich werde wohl noch eine Weile über dieses Buch nachdenken.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Queenelyzas avatar
    Ihr Lieben,

    wird es nicht wirklich langsam Zeit für den Frühling, für wärmere Tage ohne Heizungsluft, ohne Handschuhe und ohne Pelzstiefel? Wir meinen "ja", und deswegen läuten meine liebe Lesefreundin Lissy und ich zu einem Frühlings-Marathon!

    Von Freitag, 6. bis Sonntag, 8. März darf nach Herzenslust gelesen werden - es wäre jedoch kein richtiger Themen-Marathon, wenn es nicht eine kleine thematische Einschränkung geben würde. Und zwar wollen wir den Frühling dadurch hervorkitzeln, dass wir "Sonnenbücher" lesen. Also einfach Lektüre, die uns so richtig auf dem Frühling einstimmt.

    Das können Bücher mit Sonne auf dem Cover oder im Titel sein, die am Strand oder in einem fernen warmen Land spielen, mit tropischen Blüten drauf oder einfach einem schönen Garten in der Sonne - das schlechte Wetter muss für dieses verlängerte Wochenende einfach draußen bleiben und wir tanken Sonne, Wärme und einfach "good feelings". Freundliche helle Cover, bitte nichts Schwarzes oder Dunkles - auch wenn da Blumen drauf sind. Sonst wollen wir Euch aber nur wenig Vorgaben machen, es soll ja auch Freude machen, den Frühling herbeizulesen!

    Um Euch einen kleinen Eindruck zugeben, was für Bücher gemeint sein könnten, haben wir einige angehängt. Ich bin mir sicher, dass die Regale da mehr als genug hergeben.

    Schön wäre es natürlich, wenn ihr hier rege teilnehmt und postet, was ihr gerne lesen wollt und werdet und wie Eure Fortschritte so sind beim Lesen, dann macht es nämlich noch viel mehr Spaß! Wir freuen uns auf zahlreiche Mitleserinnen und Mitleser!
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