Kia Vahland

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Alle Bücher von Kia Vahland

Kia VahlandMichelangelo & Raffael
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Michelangelo & Raffael
Michelangelo & Raffael
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Erschienen am 21.12.2012
Kia VahlandLeonardo da Vinci und die Frauen
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Leonardo da Vinci und die Frauen
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Erschienen am 11.03.2019
Kia VahlandLorbeeren für Laura
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Lorbeeren für Laura
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Erschienen am 19.11.2011
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Erschienen am 11.03.2018

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Rezension zu "Michelangelo & Raffael" von Kia Vahland

Rezension zu "Michelangelo & Raffael" von Kia Vahland
HeikeGvor 6 Jahren

Bilderschöpfer oder Das Spiel mit Kontrasten
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"Gemeinsam ist Michelangelo und Raffael etwas Großes gelungen: Sie wollten beide lieber den Rivalen und alle Künstler und Kenner der Nachwelt beeindrucken als ihre Arbeitgeber. Die trieben die Maler in Wettkämpfe, wollten teilen und herrschen - und erreichten doch nur, dass die beiden Renaissance-Meister bei allen Intrigen ein gemeinsames Ziel durchsetzten: eine Kunst des Übermuts, die Vorgaben nur scheinbar erfüllt und sich ihnen dann immer wieder entzieht." Diese abschließenden Worte von Kia Vahland fassen letztendlich den Inhalt des Buches noch einmal treffend zusammen. Die Autorin, die das Kunstressort im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung verantwortet und an der Universität München unterrichtet, stellt die beiden Ausnahmekünstler in ihrem Buch nebeneinander und verfolgt ihren Werdegang im aufstrebenden Rom des 16. Jahrhunderts.
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In sechs Kapiteln nähert sich Kia Vahland dem Florentiner und Urbinaten behutsam an, um beide am Ende - so verschieden sie waren - künstlerisch zu vereinen. Sie beginnt mit der "Erschaffung der Welt" oder dem "Himmel vollendeter Schönheit", als den man Michelangelos grandiose Ausmalung der Sixtinischen Kapelle bezeichnen könnte. Die Autorin schildert den mühsamen Prozess des Handwerks, erläutert die unterschiedlichsten Motive der Fresken, stellt aber zugleich auch den Widerstreit zwischen Auftraggeber - Papst Julius II - und seinem "raubeinigen, einsamen und übermenschlichen Genie" heraus. Sie beschreibt Anfänge, Werdegänge sowie entscheidende Schnittpunkte und Weggabelungen des jungen Michelangelo und Raffael und befasst sich ausführlich mit Raffaels großartigen Ausmalungen der Stanzen im Vatikan. Schlussendlich kumuliert sie das "gemeinsame" Wirken der beiden in ihrer Begegnung im Vatikan und dem jahrelangen Wettstreit, der erst mit Raffaels Tod endet. Zwei Jahrzehnte später wird sich Michelangelo mit seinem Jüngsten Gericht jeder Konkurrenz entwinden und - davon handelt das letzte Kapitel - zum unübertroffenen Ideal aller Künstler aufsteigen.
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Kia Vahland lässt die so spannungsreiche wie produktive Beziehungsgeschichte zweier Künstler wieder lebendig werden: Hier die energiegeladene Kunst Michelangelos, dort Raffaels feinfühliger Stil. Geschickt vermeidet sie dabei Glorifizierung, Legendentendenzen oder Stilisierungen. Sie erwähnt zwar die vorherrschenden Ressentiments über den mal wehleidigen, mal arroganten Michelangelo - den Prototypen aller Künstler überhaupt - oder den als Kopisten, Schmeichler und "Maler der Lieblichkeit" verschrieenen "Netzwerker" Raffael, stellt jedoch wohltuend immer mehrere Meinungen gegeneinander und ergreift auch niemals Partei für eine Richtung. In geraffter, aber keineswegs oberflächlicher Art, sondern sachkundig, spannend, informativ und verständlich versetzt sie den Leser in eine Zeit, in der in Rom gerade einmal 40 000 Einwohner lebten, "kaum mehr als die Zahl der Herdentiere, die zwischen den Ruinen grasen, auch auf dem Forum Romanum": in die künstlerisch äußerst spannungsreiche Zeit der Renaissance.
Zahlreiche Abbildungen und ein farbiger Mittelteil mit den bedeutendsten Gemälden der beiden Künstler werten das Buch zudem optisch auf und zeugen in den Emotionen der dargestellten Figuren, ihrem Schmerz, ihrer Hoffnung, ihrer Freude und ihrem Ärger, von all den verschiedenen, oft widersprüchlichen Seinsformen, die in dieser Malerei nebeneinander existieren dürfen.
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Als Quintessenz bleibt die Erkenntnis, dass Raffael und Michelangelo, trotz ihrer Zwietracht, "mitten im Zentrum der Herrschaft eine Kunst des Zweifels und der Debatte, des Nachdenkens und der Ambivalenz" etablierten und die Malerei zum Leitmedium ihrer Epoche machten. Dies ist nicht zuletzt auch Kia Vahlands Verdienst, die diesen Prozess feinfühlig und kenntnisreich aufzeigt. "Ein Maler alleine wäre vielleicht vor den Forderungen der Propaganda zurückgewichen. Zu zweit aber waren sie unschlagbar."

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