Kilian Jornet

 3,4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Alles ist möglich, Lauf oder stirb und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kilian Jornet

Kílian Jornet ist professioneller Skyrunner, Trail Runner, Skibergsteiger und Langstreckenläufer. Er ist sechsmaliger Meister der Skyrunner World Series und hat einige der renommiertesten Ultramarathons gewonnen, darunter den Ultra-Trail du Mont-Blanc, den Grand Raid, den Western States Endurance Run und den Hardrock Hundred Mile Endurance Run. Jornet hält den Rekord für den schnellsten Auf- und Abstieg an Matterhorn, Mont Blanc, Denali und Everest.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kilian Jornet

Cover des Buches Alles ist möglich (ISBN: 9783711200150)

Alles ist möglich

 (4)
Erschienen am 19.09.2019
Cover des Buches Lauf oder stirb (ISBN: 9783492405768)

Lauf oder stirb

 (1)
Erschienen am 01.02.2016
Cover des Buches Uphill Athlete (ISBN: 9783742310323)

Uphill Athlete

 (0)
Erschienen am 13.11.2019

Neue Rezensionen zu Kilian Jornet

Cover des Buches Alles ist möglich (ISBN: 9783711200150)Sikals avatar

Rezension zu "Alles ist möglich" von Kilian Jornet

Sportliche Höchstleistung auf die Spitze getrieben
Sikalvor 8 Monaten

Geboren in den Alpen auf über 2000 Meter Seehöhe macht sich Kilian Jornet an die Herausforderung den Mount Everest zu besteigen. Schon in jungen Jahren, ist der Autor und Spitzensportler ausschließlich auf die Berge und deren Bezwingung fixiert. Wie weit ihn diese Leidenschaft treiben wird zeigt dieses Buch…

 

Der Autor beschreibt seinen Werdegang in beeindruckenden Szenen – dem Leser ist es fast möglich, einzelne Gegebenheiten zu erspüren und man fühlt mit jeder Zeile die Lust des Sportlers aber auch oft den Schmerz und die Endtäuschung.

 

Dennoch stellt sich immer wieder die Frage wie weit denn Spitzensport überhaupt gehen darf oder soll? Ist es wirklich noch zu verantworten, wenn andere Menschen mithineingezogen werden? Wo liegen die Grenzen des Sports und wo die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit?  Mit diesem Thema setzt sich der Autor in seinem Buch eingehend auseinander.

 

Menschen, die mit Leistungssport selbst nur wenige Berührungspunkte haben, werden bei so mancher Aktivität Kilian Jornets oftmals den Kopf schütteln und sich fragen, ob all das noch normal ist. Der Autor selbst hat seine Grenzen immer wieder weiter hinausgeschoben und zeigt damit auf, was möglich ist. Dennoch stellt sich die Frage, ob wirklich alles immer möglich gemacht werden muss – von den Folgen auf die Gesundheit ganz zu schweigen. 2 Sterne

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Cover des Buches Alles ist möglich (ISBN: 9783711200150)R_Mantheys avatar

Rezension zu "Alles ist möglich" von Kilian Jornet

Psychogramm eines Süchtigen
R_Mantheyvor einem Jahr

Früher war keineswegs alles besser. Aber die Aufgaben waren wenigstens klar definiert. Als die Menschen noch in Höhlen wohnten, war jedem klar, dass er sich mit den anderen um Nahrung kümmern muss. Man dachte noch nicht über den Zustand der eigenen Work-Life-Balance nach. Mit der Einführung der Arbeitsteilung verkomplizierte sich die Lage jedoch zunehmend. Immerhin verstanden es noch die meisten, dass sie irgendeinen nützlichen Beitrag für andere leisten mussten, um die eigene Existenz zu sichern.

Inzwischen scheint dieser Durchblick einigen Zeitgenossen abhandengekommen zu sein. Sie glauben, jedem stehe die Freiheit zu, machen zu können, wozu er gerade Lust hat. Und andere müssten ihn dabei durchfüttern. Zu solchen Leuten gehört auch Kilian Jornet. Von Kindesbeinen an wurde dem Katalanen angewöhnt, möglichst schnell im Gebirge herumzurennen. Man mag es nicht glauben, aber damit kann man auch Geld verdienen. Jornet ist "mehrfacher Weltmeister im Trailrunning und Skibergsteigen". Am Ende des Buches steht: "Er hält nicht nur die Bestzeit bei einigen der schwierigsten Ultramarathons, sondern schaffte es auch in Rekordzeit auf Matterhorn, Montblanc und Denali – und auch wieder hinunter." Und weiter: "Zweimal in einer Woche auf den Mount Everest – ohne zusätzlichen Sauerstoff. Ein Rekord, der Kilian Jornet weit über die Grenzen des Bergsteigens hinaus bekannt gemacht hat."

Nun bin ich der Letzte, der jemanden verurteilen würde, der das glaubt machen zu müssen. Lustig finde ich es nur, wenn sich solche Menschen beschweren, weil sie Zeit für diejenigen opfern müssen, die ihnen ihr ungezwungenes Leben erst ermöglichen. Wirklich interessant wird es jedoch, wenn solche Menschen ihr schizophrenes Innenleben offenbaren. Das macht Bücher wie dieses "über die Grenzen des Bergsteigens hinaus" lesenswert. Natürlich wurden sie nicht ausgerechnet dafür geschrieben. Vielmehr sollen sie die Fans und Nachahmer bedienen und Jornets Lebensunterhalt mitfinanzieren. Denn was leistet Jornet für andere Menschen? Er schafft Begeisterung bei einer relativ kleinen Gruppe, die ähnlich tickt wie er. Dafür muss er sich vermarkten. Und das passt ihm nicht, auch wenn es unumgänglich ist.

Natürlich weiß Jornet, dass der Titel seines Buches Unsinn ist. Schließlich geht er auch in die Berge, um "seine Grenzen auszutesten". Und Grenze ist Grenze. Auch des Möglichen. "Alles ist möglich" ist also eine Lüge. Aber sie dient der Begeisterung, aus der Umsatz bei den Sponsoren erwächst. Und im Lügen ist Jornet, wie fast alle seine Kollegen, großartig. Man kann ihnen dass zwar vorwerfen, und das tun Moralapostel gerne, ich jedoch registriere es nur ohne erhobenen Zeigefinger. Es ist nämlich nicht mein Problem, sondern das von Jornet. Und wenn man sein Buch aufmerksam liest, dann merkt man, dass er das genau weiß.

Er hat eine Freundin, die er vorgibt zu lieben. Aber er fährt zum Everest, wohl wissend, dass das seine letzte Reise sein könnte. Ist das nicht eine Zumutung für alle Menschen um ihn herum? Wie bei allen Bergsteigern ist auch bei Jornet die Sucht nach dem Aufstieg größer als alles andere. Als er dann in der Wand hängt, fragt er sich: "Ist das der letzte Gipfel, den ich besteige? Was zum Teufel mache ich hier eigentlich?" Menschen, die an der Flasche hängen, reagieren in lichten Momenten nicht anders. Allerdings gibt es zu ihnen einen gewaltigen Unterschied. Alkoholiker gelten als schwach, Bergsteiger werden bewundert, weil sie etwas machen, was nicht jeder kann. Dass sie mit ihrem Leben spielen, ist ihnen egal. Die Sucht ist größer.

Aber die größte Lüge ist eine andere. Auch Jornet betont immer wieder, wie sehr er die Einsamkeit und Stille der Berge genießt. Das glaubt jeder gerne, der es ähnlich erlebt hat. Allerdings trennen sich gleich danach die Ansichten. Warum, so fragen sich manche, die das Treiben von Jornet und Kollegen beobachten, muss man dann ständig neue Rekorde aufstellen? Nachdem nun alle Achttausender bestiegen sind, muss man es plötzlich ohne zusätzlichen Sauerstoff machen. Wenn auch das erreicht ist, kann man die Hilfsmittel minimieren. Danach dreht sich alles nur noch um die Zeit. Je schneller, desto besser. Dabei kann man dann die Stille und die Berge so richtig genießen.

Tatsächlich jedoch geht es immer und ausschließlich nur ums eigene Ego, das süchtig nach Größe ist. Selbst wenn man seine Pokale wegschmeißt oder verschenkt wie Jornet – das Ego braucht keine Pokale, es braucht die Gewissheit der eigenen Größe. Und die gibt es auch ohne Anerkennung von außen. Dazu reicht der Beweis, besser als andere zu sein. Koste es, was es wolle. Nur zugeben kann man das nicht öffentlich. Lügen helfen auch hier.

Als Jornet aus dem zu dieser Zeit von einem Erdbeben gezeichneten Nepal zurückkehrte, dachte er so: " … spürte ich tief in mir, die Heuchelei dieser parallelen Welten, und ich war mir sicher, dass alles von einem Moment auf den anderen zusammenbrechen, zu Ende gehen konnte. … ich wollte nicht von meinem Weg abkommen, um noch mehr Rennen zu gewinnen, noch mehr Ruhm, noch mehr Geld. Auf die Gefahr hin, dass diese Entscheidung das Bild zerstören würde, das ich mir von mir selbst geschaffen hatte, wollte ich diesen Kilian Jornet, diese 'Figur‘, töten." Da hat man sie, die ganze Schizophrenie. Lange hielt diese Einsicht jedoch nicht an, die Sucht war größer.

Übrigens liest sich dieses Buch nicht besonders gut. Jornets Stil ist chaotisch. Er springt selbst in einzelnen Abschnitten ungeordnet hin und her. Oft kann man ihm gar nicht wirklich folgen, weil er seine Touren nicht exakt beschreibt, sondern nur andeutet und sich mehr seinen Gedanken und Gefühlen widmet.

Für Bergsteiger sicher ein interessantes Buch. Für Psychologen auch.

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Cover des Buches Alles ist möglich (ISBN: 9783711200150)annlus avatar

Rezension zu "Alles ist möglich" von Kilian Jornet

Was muss alles möglich sein?
annluvor 2 Jahren

Killian Journet geht an seine Grenzen. In einer Woche besteigt er zweimal den Mount Everest und das ohne zusätzlichen Sauerstoff und bricht damit einen Rekord, der ihn an das Unmögliche glauben lässt. Seine Biografie zeigt die Schritte hin zu seinem großen Erfolg, das harte Training, wirft aber auch einen kritischen Blick auf den Extremsport. 



Was sind die Grenzen des Möglichen? Und müssen wir diese unbedingt sprengen? Das Buch wirft viele Fragen auf. Nicht immer waren sie nur konstruktiv und die Antworten, die sich Journet für sich selbst gibt, fanden nicht immer meine Zustimmung. So lernt der Leser Killian Journet bald schon als einen Sportler kennen, der sein Leben dem Training verschrieben hat. Hier wurde ich das erste Mal von vielen Lesemomenten damit konfrontiert, dass ich die Aussagen einerseits sehr interessant fand, dass dann aber wieder Aspekte auftraten, die für mich sehr negativ belastet waren. Im konkreten Beispiel fand ich die Ausführungen zu den Entscheidungen, denen sich ein Profisportler schon früh stellen muss, sehr reflektiert. Dann kamen die Beschreibungen, wie der Autor mit seinem Körper experimentiert um dessen Grenzen kennenzulernen – unter anderem dadurch, dass er tagelang intensiv trainiert aber nichts isst. Und schon kam dieses ambivalente Gefühl auf, das mich durch das Buch begleitet hat. 


Für Journet ist das Training und seine eigene Sicht auf seinen Körper und dessen Erfolge wichtig. Selten habe ich so sehr nachvollziehen können, mit wieviel Arbeit und mit welchem Verzicht der Profisport einher kommt. Trotz der Tatsache, dass der Autor für seinen Sport lebt, spricht er einige Aspekte kritisch an. So erwähnt er psychische Belastungen und Krankheiten unter Profisportlern ebenso wie Essstörungen und Doping. Er betrachtet den Wettbewerb mit der Zeit und den Druck immer „besser“ zu werden, als vorangegangene Sportlergenerationen, in Bezug auf das hohe Risiko, das neue Rekorde zwangsläufig mit sich bringen, da die Grenzen des Gesetzten nur unter diesen gebrochen werden können. Im Gegensatz zu seinen kritischen Äußerungen stellt er sich selbst aber als ungeduldige Person dar, die lieber Risiken eingeht, als eine langwierige Vorbereitung in Kauf zu nehmen. Besonders in den beschriebenen Situationen, in denen sich das Risiko auch auf andere ausweitet hat der Autor wieder Minuspunkte bei mir gesammelt. 


Das dritte Kapitel widmet sich einigen der vielen Wettbewerbe und Rennen an denen Journet teilgenommen hat. Zwar wird auch ihr Verlauf beschrieben, mehr noch werden die ausgewählten Momente zum Anlass genommen über den Sieg, das Verhältnis des Sportlers zu seinen Unterstützern und Konkurrenten aber auch zu den Zuschauern zu beleuchten. Auch hier werden Aspekte angesprochen, die nicht immer nur positiv gesehen werden können. So wird die Veränderung im Lauf- und Bergsport erwähnt ebenso wie Ethik im Sport aber auch das Privileg westlicher Sportler, die sich manche Überlegungen leisten können, die anderen verwehrt sind, die das verdiente Geld aus dem Sport brauchen. 


Das vierte Kapitel ist den Gefährten gewidmet. Wie bei den vorangegangenen Wettbewerben nimmt er hier exemplarisch einige Begegnungen heraus. Die Touren (Bergsteigen und Skibergsteigen) die er hier beschreibt, sind hier Anlass sich auf sich selbst und die Begleiter einzulassen. Manche von ihnen haben ähnliche Ansichten wie der Autor, andere sind das komplette Gegenteil und sie verbindet nur ihre Liebe zu den Bergen. Fast wie nebenbei wird der Unfalltod eines Begleiters erwähnt. Umso eindrücklicher zeigt er die Gefahren und das Risiko, das die extremen Touren bergen. 


Immer wieder gibt es einen eingeschobenen Abschnitt, der sich allein dem Mount Everest widmet. Besuche in den vier Jahreszeiten zeigen ein jeweils anderes Bild des Berges, neue Erfahrungen und Szenen, die der Autor mit dem höchsten Berg der Welt verbindet. Gefahren bieten sie ebenso wie Erfolge und Momente des Glücks, aber auch Nachdenklichkeit und Erkenntnisse, die sich abseits des Themas Berge bewegen. 


Fazit: Die sportliche Leistung will ich Killian Journet nicht absprechen – aber ihm selbst gegenüber war ich sehr zwiegespalten. Einerseits sprach seine Kritik mich an und zeigte einen reflektierenden Sportler, andererseits stellt er für sich selbst andere Regeln auf, in denen er sich an die Grenzen des (körperlich) Möglichen schickt, was ich nicht gutheißen konnte. 

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