Killen McNeill

 3.8 Sterne bei 39 Bewertungen
Autor von Am Schattenufer, Am Strom und weiteren Büchern.
Killen McNeill

Lebenslauf von Killen McNeill

Killen McNeill wurde 1953 in Nordirland geboren. Er studierte Germanistik und kam 1973 als Austauschstudent nach Franken. Seit 1976 arbeitet er als Englischlehrer an der Hauptschule Scheinfeld. Sein erster Roman "Trains & Boats & Planes" erschien 2003 unter dem Titel "Damals in Irland" in deutscher Übersetzung. 2012 wurde McNeill mit dem 1. Fränkischen Krimipreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Unterlaimbach.

Alle Bücher von Killen McNeill

Am Schattenufer

Am Schattenufer

 (20)
Erschienen am 01.04.2013
Am Strom

Am Strom

 (17)
Erschienen am 21.04.2015

Neue Rezensionen zu Killen McNeill

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Schlehenfees avatar

Rezension zu "Am Schattenufer" von Killen McNeill

Ein Blick zurück auf den Nordirlandkonflikt
Schlehenfeevor einem Monat

Im Jahr 1973 befindet sich der blutige Konflikt in Nordirland auf dem Höhepunkt und auch das kleine Städtchen Mitchellstown wird nicht verschont. Der junge John Dalzell ist in die Katholikin Teresa verliebt, kann ihr jedoch nicht näherkommen. Um seine Ausbildung als Deutschlehrer abzuschließen, kommt er für ein Jahr nach Deutschland in den Steigerwald. Unerwartet trifft er in Bamberg auf Teresa, die ebenfalls dort studiert. In Deutschland können sie sich ihre Liebe zueinander endlich gestehen und leben miteinander, als sie die Gewalt der „troubles“ einholt.

„Am Schattenufer“ enthält ein paar autobiografische Elemente des Autors Killen McNeill und bietet einen guten Einblick in die Auswirkungen des Nordirlandkonflikts auf das Alltagsleben der Bevölkerung. Eindringlich schildert der Autor die Beklemmung beim Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen bzw. die Einschnitte, die die Angst mit sich bringt. Auch die Trennung der Religionen geht so weit, dass jeder seine eigenen Pubs, Schulen oder sogar Sportarten und Automarken hat. So konnte man Protestanten daran erkennen, dass sie britische Autos fuhren, während die Katholiken eher deutsche oder japanische besaßen. Was für uns vielleicht verrückt klingt, war für die Menschen in Nordirland bitterer Ernst.

Durch John und Teresa bekommt der Leser beide Perspektiven mit. Der Höhepunkt des Buches hat lebenslange Folgen für die beiden, wie man im letzten Abschnitt, der 2007 spielt, erfährt. Auch der Kontrast zu Deutschland und der Vergangenheit, die wir mit uns tragen, hat der Autor in seinen Roman mit aufgenommen, wenn auch nur kurz angerissen.

Im letzten Abschnitt werden außerdem die Veränderungen, die das Karfreitagsabkommen von 1998 und der Friedensprozess mit sich gebracht haben, angesprochen. Für mich hätten die Schilderungen der Auswirkungen auf Teresa und ihre Familie oder die Motive, die ihr Familienmitglied hatte, bei der Gewalt mitzumachen, noch ausgiebiger ausfallen können.
Ansonsten ein gutes Buch!

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AnjaFriedas avatar

Rezension zu "Am Schattenufer" von Killen McNeill

Von einem der auszog...
AnjaFriedavor 3 Jahren


Dieses Buch war ein Blind-Date, welches ich auf der Buchmesse am Stand der Hochschulen beim Memory gewonnen habe. Auf dem Paketpapier stand "Was geschah im September ´73", weshalb ich es für einen Krimi hielt und auswählte. Aber es kam dann doch ganz anders. Trotzdem hat mich die Geschichte gefesselt.


John wächst in Mitchelstown auf, einer Kleinstadt, die sich mitten im Nordirlandkonflikt befindet. Seine gesamte Kindheit ist davon geprägt ständig Angst vor Anschlägen und vor Katholiken zu haben, denn John ist protestantisch.
Er ist mitten im Studium und kurz vor seinem Auslandsjahr in Deutschland, als der Konflikt auch seine unmittelbare Umgebung in Mitleidenschaft zieht. Das Bekleidungsgeschäft seiner Familie wird in die Luft gesprengt, wie viele andere Geschäfte und Plätze in der Stadt. Das Kino, einige Pubs, liegen bereits in Schutt und Asche. Während des Bombenanschlags wir die Freundin seines Bruders durch einen herumfliegenden Ziegelstein getötet, woraufhin sein Bruder in Depressionen verfällt.
Da ist es verständlich, dass ihm Deutschland wie ein Paradies vorkommt. In Oberfranken ist er als Englisch-Lehrer tätig und soll seine Zulassungsarbeit schreiben. Dann lernt er bei einem Dubliners-Konzert Teresa (wieder)kennen. Sie entstammt ebenfalls aus Mitchelstown und sie kennen sich aus dem Schulbus. Schon damals war John hin und weg von ihr. Doch das Problem: Teresa ist katholisch. Allerdings stört sie das in Deutschland nicht im Geringsten. Sie verlieben sich, treffen sich zunächst heimlich, streiten sich über Politik, bis sie sich offiziell zueinander bekennen - nur vor ihren Familien halten sie es geheim, denn diese sind untereinander verfeindet. John beginnt mit seiner Zulassungsarbeit über die Nazis in seinem Ort, und mit Teresas Hilfe wird er richtig fleißig. Nebenbei arbeitet er in einem Fotogeschäft und entdeckt seine Liebe zur Fotografie. Teresa und John ziehen zusammen und machen Pläne für die Zukunft, bis es zum großen Knall kommt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von John erzählt, der verzweifelt seine Ruhe sucht. Er will nichts mehr mit den Konflikten in Nordirland zu tun haben und will in Deutschland bleiben. Aber selbst in diesem Paradies entdeckt er Risse. Bei seinen Recherchen zu seiner Zulassungsarbeit deckt er Geheimnisse auf, die niemand hören will. Die ganze Zeit steht zwischen Teresa und John die Frage, wie es nach dem Auslandsjahr weitergehen soll. Sie lieben sich, aber das reicht nicht aus. Der Leser lernt John und seine Ansichten sehr genau kennen. Die Konflikte seines Landes verfolgen ihn und er wird von ihnen eingeholt.

Ganz besonders gut haben mir die Landschaftsbeschreibungen beider Länder gefallen. Die zerklüftete Landschaft Nordirlands, das Meer, die Klippen, der Wind. Und der Wald in Deutschland, die Wiesen, das Licht, der Fluss. Es ist herrlich wie der Autor die so ganz unterschiedlichen Landschaften so lebendig beschreibt, dass man sie ganz genau vor seinem inneren Auge sieht.

"Ich liebe den Wald. Ich denke, für die Franken ist der Wald das, was für die Iren das Meer ist."

Ich habe dieses Buch wirklich ungern aus der Hand gelegt. Es hält durchweg ein Spannungsniveau, dass es einem nahezu unmöglich ist das Buch zuzuklappen und wegzulegen. Es handelt sich hierbei kaum um keine Liebesgeschichte. Die Unruhen und Auseinandersetzung mit der Zukunft in einer, durch Konflikte geteilten und zerstören, Heimat, stehen im Vordergrund. Beide Protagonisten müssen sich entscheiden und abwägen. Das ist nicht einfach. Gerade weil beide ganz unterschiedliche Sichtweisen dazu haben. Dabei werden häufig Parallelen zur Nazizeit in Deutschland gezogen, in der Personen aufgrund ihrer Religion verfolgt wurden, genau wie in Irland, wo sich die Parteien über ihre Religionen bekriegen.

Man weiß als Leser schon ganz genau, wie es ausgehen wird, wenn man mit diesem Buch beginnt. Das kann doch nicht gut gehen! Und der große Knall kommt wirklich. Allerdings hat der Autor das Geschick die Geschichte so spannend und unterhaltsam zu gestalten, dass es weder vorhersehbar, noch langweilig wird. Er schreibt in einer klaren Sprache, schnörkellos und sehr eindeutig, was mir sehr gut gefällt. Der Autor selbst ist Ire und kam 1973 als Austauschstudent nach Deutschland - und er blieb.

Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen und bin froh, dass ich es auf der Buchmesse gewonnen habe.

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JessicaLiests avatar

Rezension zu "Am Strom" von Killen McNeill

Am Strom
JessicaLiestvor 3 Jahren

Inhalt:
Ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, eine sinnvolle Arbeit, die wahre Liebe und das große Glück: Kann man das haben? Das ganze Paket? 1968, in einer bewegten Zeit des Aufbruchs, als alles möglich scheint, verbringen vier Jugendliche idyllische Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch. Die Aktivität in der Linken Schülerfront verbindet Jens, Erwin, Jelly und Else, und nun, da die
Abiprüfungen hinter ihnen liegen, zelten sie am Fluss, spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, genießen die freie Zeit - und die Liebe. Zwei von ihnen werden heiraten, ihr Heil in Ehe und Familie suchen. Einer wird alles daran setzen, seinen linken Idealen treu zu bleiben. Und einer wird auf der Insel sterben. Es wird fünfundvierzig Jahre dauern, Lebensträume werden zerrinnen und Beziehungen scheitern, bis die anderen drei sich auf der Donauinsel wieder treffen. Erst jetzt wird offenbar, was damals
wirklich geschah. Ein Roman über die Liebe, das Älterwerden, den Versuch, das Leben mit Anstand zu führen. Und über einen bayerisch-fränkischen Jedermann mit seinem hartnäckig und listenreich geführten Kampf gegen das Scheitern.

Meine Meinung:
Das Cover gefällt mir gut. Es passt zu der Geschichte und ist in seinen Farben eher schlicht und ruhig gehalten.

Schreibstil: Das Buch hat sich flüssig und angenehm lesen gelassen. Vor allem die Ich-Perspektive aus Jelly’s Sicht hat vor gut gefallen.

Charaktere:
Die Charaktere haben mir gut gefallen. Sie waren gut dargestellt und konnten mich im ganzen überzeugen. Die Geschichte der Charaktere war emotional, die Reise mit ihnen hat mir gefallen.

Die Auflösung erfolgte am Ende, bis dahin blieb es spannend.


Alles in einem hat mir das Buch gefallen. 

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Gespräche aus der Community

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ars-vivendi-Verlags avatar

»Jelly, ich hab das Gefühl, aus uns könnt' vielleicht was werden«, sagte sie zu mir. Später. »Was hältst du davon, wenn wir zusammenbleiben?«

»Klar.«

»Auch auf der Uni, meine ich. Eigentlich meine ich: das ganze Leben. Was hältst du davon, Jelly?«


Wie viel Wahrheit braucht die Liebe?

Jelly, Jens, Erwin und Else: Alle glauben an ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, die wahre Liebe und das große Glück - und spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, während sie ihre freien Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch genießen.

Und dann verbringen Jelly und Else fast ihr ganzes Leben miteinander und Erwin versucht seinen linken Idealen treu zu bleiben, wobei er seine Freunde aus den Augen verliert. Einzig Jens bleibt in der Nacht nach dem Abitur, in der noch alles offen und möglich erscheint, für immer auf der Donauinsel zurück: Tot wird er aus dem Wasser geborgen - Unfall oder Mord?

Zunächst gibt es keine Zeit für Antworten, denn der Strom des Lebens zieht die Freunde in einen Strudel, durch die Zeit ins heutige Jetzt, in dem die bittere Wahrheit wie saurer Regen auf sie niederprasselt und für Jelly stellen sich mit den Jahren immer dringlicher die Fragen: Was ist schon Schuld und was Unschuld? Ist in der Liebe Beständigkeit wichtiger als Abenteuer? Und: Was geschah vor fünfundvierzig Jahren wirklich?


Na, neugierig geworden? Wir laden Dich nun herzlich dazu ein, einer von 20 Testlestern zu werden, die das Buch gemeinsam in der Leserunde lesen, sich zeitnah dazu in allen Leseabschnitten austauschen und abschließend eine Rezension verfassen. Sehr gerne kannst du natürlich auch mit deinem eigenen Buch an der Leserunde teilnehmen, Fragen stellen und mitdiskutieren.

Und das Beste: Auch der Autor Killen McNeill ist bei der Leserunde dabei!

Bitte bewirb Dich bis zum 31. Mai 2015, indem du folgende Frage beantwortest:

An welchen Ort hast du dich in deiner Kindheit oder Jugend besonders gern zurückgezogen?

Zur Leserunde
ars-vivendi-Verlags avatar

John Dalzell wächst in einer protestantischen Familie im konfliktreichen Nordirland auf. Es ist die Zeit plötzlicher Bombenangriffe der IRA, streng nach Religionszugehörigkeit getrennter Schulen und Wohnviertel. Obwohl sich John als Jugendlicher in die hübsche Teresa verguckt ist klar, dass es für die beiden keine Chance auf Freundschaft geben kann: Teresa ist Katholikin und somit tabu.

Als das Geschäft von Johns Eltern in die Luft gesprengt wird, kehrt der junge Mann seiner Heimatstadt den Rücken und geht im Rahmen seines Germanistikstudiums für ein Auslandsjahr nach Deutschland. Bei einem Konzertbesuch begegnet er überraschend seinem Jugendschwarm Teresa, die wie John ihr Auslandsjahr in Franken verbringt, und verliebt sich erneut in sie.

Die junge Liebe wird jedoch rasch von beunruhigenden Ereignissen in ihrer Heimat eingeholt, die schleichend Vorwürfe und Missverständnisse mit sich bringen. Das Paar muss sich fragen: Ist die Kluft ihrer Herkunft größer, als sie es wahrhaben wollten? Und: Ist ihre Liebe deshalb zum Scheitern verurteilt?

 

»Am Schattenufer ist toll zu lesen, ein gut ausbalancierter Roman, der sich nicht mit der Politik des Konflikts befasst, sondern mit seiner Idiotie. Die tragende Liebesgeschichte ist dankenswerterweise kein bisschen aufgesetzt,  genau so wie die stimmigen Dialoge.« Bayerischer Rundfunk

Die ausführliche Buchbesprechung findest Du unter folgenden Link: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/frankenschau-aktuell/buchtipp-mcneill-schattenufer-kruse-100.html

 

 

Wir laden Dich nun herzlich dazu ein, einer von 20 Testlesern zu werden, die das Buch gemeinsam in der Leserunde lesen, sich zeitnah dazu in allen Leseabschnitten austauschen und abschließend eine Rezension verfassen.

Wie wärs, möchtest Du dich mit Killen McNeill auf eine Reise begeben und herausfinden was es mit dem Schattenufer auf sich hat? Dann bewirb Dich bis zum 23. Juni 2013, indem Du folgende Frage beantwortest:

 

Was kommt Dir als Erstes in den Sinn, wenn du an Irland denkst?

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Killen McNeill im Netz:

Community-Statistik

in 62 Bibliotheken

auf 13 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 2 Lesern gefolgt

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