Killen McNeill Am Strom

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Inhaltsangabe zu „Am Strom“ von Killen McNeill

Ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, eine sinnvolle Arbeit, die wahre Liebe und das große Glück: Kann man das haben? Das ganze Paket? 1968, in einer bewegten Zeit des Aufbruchs, als alles möglich scheint, verbringen vier Jugendliche idyllische Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch. Die Aktivität in der Linken Schülerfront verbindet Jens, Erwin, Jelly und Else, und nun, da die Abiprüfungen hinter ihnen liegen, zelten sie am Fluss, spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, genießen die freie Zeit – und die Liebe. Zwei von ihnen werden heiraten, ihr Heil in Ehe und Familie suchen. Einer wird alles daran setzen, seinen linken Idealen treu zu bleiben. Und einer wird auf der Insel sterben. Es wird fünfundvierzig Jahre dauern, Lebensträume werden zerrinnen und Beziehungen scheitern, bis die anderen drei sich auf der Donauinsel wieder treffen. Erst jetzt wird offenbar, was damals wirklich geschah. Ein Roman über die Liebe, das Älterwerden, den Versuch, das Leben mit Anstand zu führen. Und über einen bayerisch-fränkischen Jedermann mit seinem hartnäckig und listenreich geführten Kampf gegen das Scheitern.

Einblick in das Leben der 68er Generation

— Bokmal

Langatmig und ohne Höhepunkt...

— Line88

Ein Buch über Liebe, Ehe, Jugend und die 68er Generation.

— amazingbookworld

der Alltag einer Ehe und des Älterwerdens glaubwürdig und fesselnd erzählt

— Gwenliest

Ein tolles, teilweise intensives und ehrliches Buch, das zum Nachdenken anregt. Aber auch manchmal mit kleinen Längen.

— SteffiKa

Ein sehr gutes und zugleich nachdenkliches Buch!

— Lesezeichen16

Ein Buch über Liebe, das Leben und vorallem über das Älterwerden

— steffiZDF

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— disadeli

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  • Leserunde zu "Am Strom" von Killen McNeill

    Am Strom

    ars-vivendi-Verlag

    »Jelly, ich hab das Gefühl, aus uns könnt' vielleicht was werden«, sagte sie zu mir. Später. »Was hältst du davon, wenn wir zusammenbleiben?« »Klar.« »Auch auf der Uni, meine ich. Eigentlich meine ich: das ganze Leben. Was hältst du davon, Jelly?« Wie viel Wahrheit braucht die Liebe? Jelly, Jens, Erwin und Else: Alle glauben an ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, die wahre Liebe und das große Glück - und spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, während sie ihre freien Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch genießen. Und dann verbringen Jelly und Else fast ihr ganzes Leben miteinander und Erwin versucht seinen linken Idealen treu zu bleiben, wobei er seine Freunde aus den Augen verliert. Einzig Jens bleibt in der Nacht nach dem Abitur, in der noch alles offen und möglich erscheint, für immer auf der Donauinsel zurück: Tot wird er aus dem Wasser geborgen - Unfall oder Mord? Zunächst gibt es keine Zeit für Antworten, denn der Strom des Lebens zieht die Freunde in einen Strudel, durch die Zeit ins heutige Jetzt, in dem die bittere Wahrheit wie saurer Regen auf sie niederprasselt und für Jelly stellen sich mit den Jahren immer dringlicher die Fragen: Was ist schon Schuld und was Unschuld? Ist in der Liebe Beständigkeit wichtiger als Abenteuer? Und: Was geschah vor fünfundvierzig Jahren wirklich? Na, neugierig geworden? Wir laden Dich nun herzlich dazu ein, einer von 20 Testlestern zu werden, die das Buch gemeinsam in der Leserunde lesen, sich zeitnah dazu in allen Leseabschnitten austauschen und abschließend eine Rezension verfassen. Sehr gerne kannst du natürlich auch mit deinem eigenen Buch an der Leserunde teilnehmen, Fragen stellen und mitdiskutieren. Und das Beste: Auch der Autor Killen McNeill ist bei der Leserunde dabei! Bitte bewirb Dich bis zum 31. Mai 2015, indem du folgende Frage beantwortest: An welchen Ort hast du dich in deiner Kindheit oder Jugend besonders gern zurückgezogen?

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    • 466
  • Ein Leben

    Am Strom

    Zimtwolke

    Ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, eine sinnvolle Arbeit, die wahre Liebe und das große Glück: Kann man das haben? Das ganze Paket? 1968, in einer bewegten Zeit des Aufbruchs, als alles möglich scheint, verbringen vier Jugendliche idyllische Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch. Die Aktivität in der Linken Schülerfront verbindet Jens, Erwin, Jelly und Else, und nun, da die Abiprüfungen hinter ihnen liegen, zelten sie am Fluss, spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, genießen die freie Zeit – und die Liebe. Zwei von ihnen werden heiraten, ihr Heil in Ehe und Familie suchen. Einer wird alles daran setzen, seinen linken Idealen treu zu bleiben. Und einer wird auf der Insel sterben. Es wird fünfundvierzig Jahre dauern, Lebensträume werden zerrinnen und Beziehungen scheitern, bis die anderen drei sich auf der Donauinsel wieder treffen. Erst jetzt wird offenbar, was damals wirklich geschah. Ein Roman über die Liebe, das Älterwerden, den Versuch, das Leben mit Anstand zu führen. Und über einen bayerisch-fränkischen Jedermann mit seinem hartnäckig und listenreich geführten Kampf gegen das Scheitern. Dieses Buch ist eine Reise. Eine Reise durch ein Leben. Das Leben von Hans Jellineck, genannt Jelly. Diese Reise beginnt mitten im Aufbruch. Den Schulabschluss in der Tasche. Eine Zeit in der man so unbedingt jemand sein möchte, ohne dabei zu wissen wer man eigentlich ist. Man möchte weltgewandt, aber vor allem anders sein. Anders als die Eltern, anders als „das Normale“, anders als der Alltag, anders als die Mehrheit. Man hält unfassbar viel auf seine eigene Meinung, breitschultrig und mit gerecktem Kinn. Aber eigentlich schaut man doch verunsichert links und rechts von sich, auf der Suche nach Vorbildern, denen man nacheifern kann. Man durchlebt mit Jelly die Phasen seines Lebens bis er ein Rentner ist. Ein alter Mann, dem man über die Straße hilft oder dem man im Bus seinen Platz anbietet. Und während des Lesens fragt man sich wie das passieren konnte? Wie konnte aus diesem jungen Jelly, in dem man so viel von sich selbst wiedererkannt hat ein alter Mann werden? Was ist passiert? Das Leben! Killen McNeill zeigt mit leisen Tönen wie laut sich ein Leben verändern kann, wie man selbst manchmal verzweifelt versucht in seinem eigenen Kosmos zurechtzukommen und seinem eigenen Leben immer ein paar Schritte hinter her hinkt. „Am Strom“ zeigt, dass man sich verändert, sich verliert und sucht. Die zentrale Figur in „Am Strom“ ist Jelly, der als Ich-Erzähler die Rechnung seines Lebens schreibt. Was hatte ich, was habe ich, was ging verloren, was musste ich teilen, was hat mich vervielfältigt. Eine Haben- und eine Hatte-Spalte. Und am Ende, unterm Strich erhält er eine Summe. Beim Lesen habe ich mit Jelly ein Tauziehen geführt. Von Zeit zu Zeit hatte er eine solche Kraft, dass er mich zu sich gezogen hat. Angezogen. Aber dann habe ich mich wieder von ihm distanziert, habe Boden zurück gewonnen und bin wieder auf mein Terrain zurück gewichen. Verständnis und Unverständnis. Akzeptanz und Wut. Jelly ist wie eine Medaille mit zwei Seiten. Eine Seite, die strahlt und auf Hochglanz poliert ist. Auf dieser Seite ist er unglaublich charmant, er hat diesen bissigen Humor, der ziemlich entwaffnend und irgendwie anziehend ist. Dieser analytische Blick mit dem er die Kleinstadtidylle und ihre ganzen Protagonisten wie ein Ikea Regal auseinander legt. Ich mag ihn in den Momenten, in denen er einfach brutal ehrlich ist. Das schockiert, aber es ist so aufrichtig, so echt, so unbeschönigt! Die Rückseite ist abgestumpft, hat schon ein paar Macken und Kratzer. Wenn Jelly diese Seite von sich zeigt, dann habe ich ihn manchmal als sehr anstrengend empfunden, er neigt zur Übertreibung im positiven wie im negativen und für mich ist er unglaublich unsicher. Müsste ich Jellys Leben einen Titel geben, dann würde ich es mit „Die Suche nach Anerkennung“ umschreiben. Und wenn das gierige Verlangen von Anerkennung in einem lodert, dann ist es meistens nicht weit mit der Eifersucht. Mit "Am Strom" ist es wie mit einem guten Whiskey. Je länger man wartet, desto besser schmeckt er. Ich glaube ich muss wie der Whiskey noch etwas reifen, um mich von dem Buch vollkommen angesprochen zu fühlen. Die Geschichte ist reif. Der Protagonist ist reif an Erfahrungen, reif an Alter, reif an Enttäuschungen und Fehlern. Im Moment fehlt mir diese Reife, der Erfahrungsschatz und das Alter, um in Jelly und seiner Geschichte vollkommen abtauchen zu können.

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    • 2

    PaulTemple

    25. July 2015 um 16:20
  • Am Strom

    Am Strom

    JessicaLiest

    24. July 2015 um 20:06

    Inhalt: Ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, eine sinnvolle Arbeit, die wahre Liebe und das große Glück: Kann man das haben? Das ganze Paket? 1968, in einer bewegten Zeit des Aufbruchs, als alles möglich scheint, verbringen vier Jugendliche idyllische Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch. Die Aktivität in der Linken Schülerfront verbindet Jens, Erwin, Jelly und Else, und nun, da die Abiprüfungen hinter ihnen liegen, zelten sie am Fluss, spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, genießen die freie Zeit - und die Liebe. Zwei von ihnen werden heiraten, ihr Heil in Ehe und Familie suchen. Einer wird alles daran setzen, seinen linken Idealen treu zu bleiben. Und einer wird auf der Insel sterben. Es wird fünfundvierzig Jahre dauern, Lebensträume werden zerrinnen und Beziehungen scheitern, bis die anderen drei sich auf der Donauinsel wieder treffen. Erst jetzt wird offenbar, was damals wirklich geschah. Ein Roman über die Liebe, das Älterwerden, den Versuch, das Leben mit Anstand zu führen. Und über einen bayerisch-fränkischen Jedermann mit seinem hartnäckig und listenreich geführten Kampf gegen das Scheitern. Meine Meinung: Das Cover gefällt mir gut. Es passt zu der Geschichte und ist in seinen Farben eher schlicht und ruhig gehalten. Schreibstil: Das Buch hat sich flüssig und angenehm lesen gelassen. Vor allem die Ich-Perspektive aus Jelly’s Sicht hat vor gut gefallen. Charaktere: Die Charaktere haben mir gut gefallen. Sie waren gut dargestellt und konnten mich im ganzen überzeugen. Die Geschichte der Charaktere war emotional, die Reise mit ihnen hat mir gefallen. Die Auflösung erfolgte am Ende, bis dahin blieb es spannend. Alles in einem hat mir das Buch gefallen. 

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  • Das Leben und seine Widrigkeiten

    Am Strom

    sosha

    18. July 2015 um 15:38

    "Am Strom" handelt von der Lebensgeschichte von Hans Jelinek, genannt Jelly. Der Leser begleitet ihn bei verschiedenen Stationen und Wendepunkten seiner Geschichte, beginnend in seiner Jugend. Er heiratet seine Jugendfreundin Else, einer seiner Freunde stirbt auf der Donauinsel. Erst viele Jahrzehnte später kommen die vergangenen Erlebnisse ans Tageslicht. Die Geschichte spielt sich vornehmlich in Franken ab. Ich hatte hin und wieder etwas Schwierigkeiten, die Orte in eine geographische Relation zueinander zu bringen, da ich mich in dieser Region nicht auskenne. Hin und wieder findet sich geschriebener Dialekt im Buch, aber meiner Meinung nach angenehm wenig und vor allem in passenden Situationen. Die Kapitel spielen in unterschiedlichen Zeiträumen, die aber nicht chronologisch aufeinander folgen. Es ist vielmehr so, als würde der Protagonist die Stationen seines Lebens Revue passieren lassen - was zur Folge hat, dass in die Erinnerungen an seine Jugend auf einmal Erinnerungen an seine eigenen Kinder mit hineinfließen. Das war für mich als Leser hin und wieder irritierend, sorgt aber andererseits dafür, dass man mitdenkt ;-) Als ich mich einmal dran gewöhnt hatte, fand' ich es gar nicht so schlecht und vor allem passt es zur Geschichte. Der Protagonist Jelly wird im Klappentext als "bayerisch-fränkische[r] Jedermann" bezeichnet. Ob er nun ein Jedermann ist, wer weiß. Er ist auf jeden Fall einer, der gegen die Widrigkeiten seines Lebens anzukämpfen versucht. Er gewinnt Liebe, Familie, Beruf - und verliert auch all das wieder. Aber er versucht immer wieder, etwas neues aufzubauen, etwas neues zu finden. Ich fand ihn grundsätzlich sehr sympathisch, zumindest sein älteres Ich. Mit seinem jugendlichem Ich konnte ich nicht viel anfangen. Er hat eine gewitzte, charmante Art, mit der er Situationen und Personen beschreibt. Viele kleine Details, die die Figuren sehr greifbar und real machen. Man sieht seine Schwierigkeiten, sich mit dem eigenen Älterwerden abzufinden. Damit, dass die eigene Wahrnehmung sich irgendwann um sovieles von der der anderen unterscheidet. Ich bin noch lange nicht in seinem Alter, konnte aber seine Schwierigkeiten damit durchaus nachvollziehen. Auch seine Frau Else und ihre gemeinsamen Kinder - da gibt es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern sehr reale und beklemmende Probleme. Man sieht an Jellys Sohn Thomas und wiederum dessen Sohn, wie sich bestimmte Dinge über mehrere Generationen auswirken können. Die Männer von Jellys Liebschaften fallen irgendwie etwas hinten runter, beziehungsweise finden kaum Erwähnung - das fand' ich manchmal etwas eigenartig. Auf den Stationen seines Lebens finden sich einige markante Stationen wie Liebschaften oder sein beruflicher Werdegang. Immer wieder finden sich witzige, charmante Situationen, die auch immer wieder mit den Erwartungen der Figuren - und des Lesers - spielen. Und nicht zuletzt gibt es einige sehr wirkungsvoll eingesetzte Cliffhanger. Die Kapitel sind angenehm kurz und durchaus unterschiedlich gestaltet. Das heißt statt Fließtext findet man zum Beispiel einmal eine To-Do-Liste oder Internetseiten. Dadurch wird der Text angenehm aufgelockert. Einen Kritikpunkt hab' ich dann doch noch ;-) Es werden in den Nebengeschichten um Annes Mann oder um Jutta Themen angeschnitten, die meiner Meinung nach etwas zu plakativ in den Raum geworfen wurden. Um etwas Schreckliches anzudeuten, dass dann aber doch kaum eine Rolle spielt. Das fand' ich eher ungünstig - da hätte ich mir Hintergründe gewünscht, die weniger Bild-Schlagzeilen-erregend sind, sondern vielleicht kleiner. Sie wären deswegen ja nicht weniger schlimm für die betreffenden Personen gewesen ;-) Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen - vielen Dank dafür! Denn es ist ein Buch, dass ich vermutlich ohne diese Leserunde nie gelesen hätte. Weil es keines der Themen oder Genren ist, die mich normalerweise reizen. Umso besser dass ich hierfür mal meine comfort zone verlassen habe ;-) Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und war angenehm zu lesen - ich kann mir gut vorstellen, wieder einmal etwas von dem Autor zu lesen.

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  • Lebenswege

    Am Strom

    Bokmal

    14. July 2015 um 04:45

    Das Cover von "Am Strom" von Killen McNeill hat mich besonders angesprochen. Ich vermute, dass die im Buch als ein Schauplatz beschriebene Donauinsel angebildet ist. Ein blattloser Baum im Licht der Abenddämmerung. Mit der Abbildung assoziiere ich einen Lebensweg, symbolisiert durch Bäume und Wasser. Und letztendlich schildert das Buch ja auch den Lebensweg von verschiedenen Personen. Da sind die vier Freunde, die kurz vor ihrem Abitur stehen. Politisch engagiert und mit verschiedenen Träumen und Vorstellungen vom Leben. Else und Jelly werden heiraten, Erwin fällt absichtlich durch's Abi, um weiterhin in der Jugend politisch aktiv zu bleiben und Jens kehrt an jenem Abend, auf dem sie sich das letzte Mal auf der Donauinsel treffen, nicht mher zurück. Seine Leiche wird am nächsten Tag gefunden... Im weiteren Verlauf des Buches wird hauptsächlich das Leben von Jelly und Else geschildert. Die Darstellung der Charaktere erscheint mit gelungen. Beide leben nebeneinander her, sind sich nicht besonders treu und erleben keine spektakulären Dinge. Doch darum geht es in dem Buch auch gar nicht. Man bekommt einen Eindruck davon, wie ein "Durchschnittsehepaar", das in dieser Zeit gelebt hat, hätte sein können. Erschreckt haben mich die Gefühlskälte und Abgeklärtheit der beiden. Die Liebe, die sie einst füreinander empfunden haben mögen, sucht man vergeblich. Ich bewundere hier, wie es der Autor schafft, diese Charakterzüge so deutlich werden zu lassen. Gut gefallen hat mir die Verwendung von Dialekt, das hat die ganze Geschichte authentischer gemacht. Über eine stilistische Sache bin ich jedoch mehrfach gestolpert (und in der Hinsicht bin ich wirklich sehr empfindlich) Im mündlichen Sprachgebrauch hat sich ja nun sehr eingebürgert, dass man nach Nebensatzkonjunktionen einen Hauptsatz bildet. Dass es schon im schriftlichen Sprachgebrauch angekommen ist, ist mir allerdings neu, leider hat mich das tatsächlich ein wenig gestört. Insgesamt ist "Am Strom" meiner Meinung nach ein lesenswerter Roman, der einen darüber nachdenken lässt, wie die eigene Ehe vielleicht verlaufen wird, wenn diese oder jene Dinge geschehen. 

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  • Langatmig und ohne Höhepunkt

    Am Strom

    Line88

    13. July 2015 um 01:14

    Es ist das Jahr 1968, in dem die vier Jugendlichen Else, Jelly, Jens und Erwin ihren Schulabschluss machen. Bevor sie unterschiedliche Wege gehen, verbringen sie gemeinsam viel Zeit auf der Donauinsel, wo Jens am Tag der Abschlussfeier stirbt. Erst 45 Jahre später sehen sie sich an diesem Ort wieder und erst dann wird sich der mysteriöse Tod aufklären. Während Erwin ein Leben lang versucht seinen politischen Idealen treu zu bleiben, heiraten Else und Jelly und bekommen Kinder. Anders als der Klappentext vermuten lässt, dreht sich das Buch aber nicht um alle vier Personen, sondern fast ausschließlich um die Ehe von Jelly und Else, deren Affären, das Verhältnis zu ihren Kindern und den langweiligen Job. Im Mittelpunkt steht Jellys unerfülltes Berufsleben und seine Unzufriedenheit im Privatleben. Alle anderen Personen stehen im Hintergrund. „Am Strom“ ist ein nachdenkliches Buch über das älter werden in einer gutbürgerlichen Welt mit all ihren Schattenseiten, die Stimmung ist eher deprimierend. „Am Strom“ ist glücklicherweise weniger politisch als ich vermutet hätte, dafür aber langatmig und ohne jeden Höhepunkt. Die Sprache ist angenehm flüssig, aber eine wirkliche Geschichte kann ich nicht erkennen. Das Ende war zwar besser als der Rest des Buches, konnte mich aber dennoch nicht überzeugen.

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  • Roman einer Ehe

    Am Strom

    kleinegrauewolke

    12. July 2015 um 20:00

    Von vier Jugendfreunden ist im Klappentext die Rede, von politischen bewegten Zeiten, doch eigentlich geht es nur um sie beide, Jelly und Else, um ihre Liebe, ihre Ehe, um Lügen und Wahrheiten, um Affären und Treue, um Schuld und Sühne. Die beiden anderen im Bunde – Jens, der Frühverstorbene, dessen Potential für Gut und Böse unrealisiert bleibt, und Erwin, der vielleicht als einziger der vier seinen Idealen die Treue hält, wirken wie Gegenentwürfe, Andeutungen dessen, was hätte sein können. Wir beobachten die Jelly und Else, wie sie altern und älter werden, sich dagegen wehren und es doch akzeptieren. Eingerichtet haben sie sich in ihrer gutbürgerlichen Welt, doch die Risse werden breiter, sind nicht länger zu verleugnen, und Entscheidungen sind gefragt. Beide tun sie Dinge, die man selbst nicht tun und auch einem Partner kaum verzeihen würde, und dennoch kommt man nicht umhin, Mitleid zu empfinden, die falschen Abzweigungen im Leben der beiden zu bedauern und auf ein versöhnliches Ende zu hoffen. „Am Strom“ ist ein nachdenkliches Buch, das zum Bewerten eigener Entscheidungen und Hinterfragen eigener Kompromisse einlädt, aber kein deprimierendes. Dem stehen schon die Situationskomik einiger fast absurder Szenen und die amüsant beschriebenen Kleinstadtklüngeleien entgegen. „Am Strom“ liefert vielleicht nicht, was der Klappentext verspricht – lesenswert ist es allemal.

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  • Eher „Bächlein“ als „Strom“

    Am Strom

    Clari_214

    12. July 2015 um 13:12

    1968 ist das Jahr, in dem Else, Jelly, Jens und Erwin ihren Schulabschluss machen. Bevor es die vier in die Welt hinaustreibt, verbringen sie ein paar gemeinsame Tage auf einer Donauinsel, um sich danach erst 45 Jahre später dort wiederzusehen. Jeden von ihnen erwartet etwas anderes im Leben: Else und Jelly heiraten und bekommen Kinder, Erwin bleibt seinen (politischen) Idealen treu – und Jens stirbt auf mysteriöse Weise am Tag der Abschlussfeier auf der Insel. Entgegen den Erwartungen, die der Klappentext weckt, dreht sich die Geschichte aber nicht um alle vier Charaktere, sondern vordergründig um das Leben und die Erfahrungen von Jelly: eine mehr oder weniger unglückliche (auf jeden Fall aber ziemlich pragmatische) Ehe, die teils angespannte Beziehung zu seinen Kindern, Affären – und einen mehr oder weniger langweiligen Job. Jelly ist (in meinen Augen) so etwas wie der Prototyp des Durchschnittsmannes. Sowohl sein Privat- als auch sein Berufsleben erfüllen ihn nicht und machen ihn nicht glücklich, im Großen und Ganzen ist er wohl aber nicht unzufrieden – die Charakterisierung ist gut gelungen und überzeugt auf ganzer Linie. Schade ist nur, dass die anderen Persönlichkeiten neben Jelly in den Hintergrund treten beziehungsweise überhaupt erst zum Ende des Romans wieder relevant werden.  Killen McNeil überzeugt mit einer angenehmen, flüssigen Schreibweise; oft sind Einwürfe im Dialekt integriert. Kleine Mankos in der Story sind meiner Meinung nach die teilweise langgezogenen Beschreibungen Frankens sowie das sehr ausführliche Eingehen auf Jellys Job. Auch das Fehlen eines konkreten Themas oder einer konkreten Fragestellung, die das Buch im Laufe der Zeit beantworten könnte, mag manchem vielleicht unangenehm aufstoßen. Die Auflösung des „Rätsels“ um Jens’ Tod am Ende hat mich persönlich nicht überzeugt. Möglicherweise war aber auch genau das die Intention des Autors: den Lauf der Zeit und das gleichmäßige, unaufgeregte Dahinplätschern des Lebens in den Mittelpunkt zu stellen – so, wie es der Titel „Der Strom“ bereits suggeriert. „Das Bächlein“ würde das Buch in diesem Sinne aber besser beschreiben. Im Großen und Ganzen ist der Roman ein solides, angenehm zu lesendes und auf sprachlicher Ebene durchaus überzeugendes Werk ohne großartige Höhepunkte. 

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  • Am Strom

    Am Strom

    Mone97

    11. July 2015 um 23:17

    Inhalt (übernommen): Ein aufrechtes Leben, eine intakte Familie, eine sinnvolle Arbeit, die wahre Liebe und das große Glück: Kann man das haben? Das ganze Paket? 1968, in einer bewegten Zeit des Aufbruchs, als alles möglich scheint, verbringen vier Jugendliche idyllische Tage auf einer Insel beim Donaudurchbruch. Die Aktivität in der Linken Schülerfront verbindet Jens, Erwin, Jelly und Else, und nun, da die Abiprüfungen hinter ihnen liegen, zelten sie am Fluss, spinnen Zukunftspläne am Lagerfeuer, genießen die freie Zeit – und die Liebe. Zwei von ihnen werden heiraten, ihr Heil in Ehe und Familie suchen. Einer wird alles daran setzen, seinen linken Idealen treu zu bleiben. Und einer wird auf der Insel sterben. Es wird fünfundvierzig Jahre dauern, Lebensträume werden zerrinnen und Beziehungen scheitern, bis die anderen drei sich auf der Donauinsel wieder treffen. Erst jetzt wird offenbar, was damals wirklich geschah. Ein Roman über die Liebe, das Älterwerden, den Versuch, das Leben mit Anstand zu führen. Und über einen bayerisch-fränkischen Jedermann mit seinem hartnäckig und listenreich geführten Kampf gegen das Scheitern. Meine Meinung: Das Cover gefällt mir persönlich nicht ganz so gut. Mir ist es leider etwas zu braun geraten. Im Buchladen wäre ich deshalb wahrscheinlich nicht daran hängen geblieben. Trotzdem passt es meiner Meinung nach wunderbar zum Inhalt. Das liegt daran, dass ein Fluss abgebildet ist. Außerdem verbinde ich mit der Farbe braun auch ein bisschen das Altern, und darum geht es schließlich auch im Buch. Das Buch ist in relativ kurze Kapitel unterteilt (49 Kapitel bei 294 Seiten). Das finde ich super, so kann man auch einmal zwischendurch ein ganzes Kapitel lesen. Außerdem ist das Buch in verschiedene größere Abschnitte unterteilt. In jedem dieser Abschnitte wird aus einem anderen Jahr erzählt. So erhält man einen guten Einblick über das gesamte Leben der Charaktere. Erzählt wird in der Ich-Perspektive (Jelly). Das finde ich gut, mir fällt es so leichter, mich in Jelly hineinzuversetzen. Es ist mir unglaublich leicht gefallen, das Buch schnell und flüssig zu lesen. Dabei gab es überhaupt keine Verständnisprobleme. Das liegt an dem tollen Schreibstil. Er gefällt mir wirklich sehr gut! Die Handlung hat mich dagegen überhaupt nicht angesprochen. Für mich ist einfach zu wenig passiert, teilweise fand ich es auch etwas langweilig. Diese Alltagsgeschichten von Beziehungen, Affären, der Arbeit etc. konnten mich leider nicht fesseln. Ich hätte etwas mehr Spannung erwartet, v.a. da einer der vier Freunde auf der Insel gestorben ist. Diese Geschichte hätte man etwas mehr ausbauen können und vielleicht etwas spektakulärer gestalten können... Fazit: Meiner Meinung nach war es leider etwas zu langweilig. Trotzdem: Der Schreibstil ist toll und deshalb gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen! Ich kann das Buch jedem empfehlen, der nachdenkliche Romane über die Liebe, das Leben und das Älterwerden mag.

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  • Vom Abitur bis zur Rente

    Am Strom

    amazingbookworld

    07. July 2015 um 21:58

    Meinung: "Am Strom" ist eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Älterwerden, die ich sofort von Anfang an genossen habe. Killen McNeill schreibt außergewöhnlich schön, ruhig, mit vielen Details und schafft es, eine wunderbare Atmosphäre mit glaubhaften Charakteren und Situationen zu erschaffen. Zuerst werden dem Leser alle wichtigen Personen vorgestellt, in dem er in die Vergangenheit der Protagonisten, das Jahr 1968, zurück geführt wird. Jelly, Else, Erwin und Jens sind vier Abiturienten, deren Wege in die Zukunft offen sind. Später erfährt der Leser, was aus den Protagonisten geworden ist. Hauptsächlich spielt der Roman dann im Jahr 2010. Die Geschichte fokussiert sich auf Jelly und Else, die von jungen Jahren an zusammen sind, und noch immer eine Ehe führen.  Aus der Sicht von Jelly wird die Geschichte erzählt, was ich sehr angenehm fand. Er hat mich schon von Anfang an am meisten interessiert, er ist witzig und humorvoll, und hat einen vielseitigen Charakter. Auch wenn ich nicht alle seine Verhaltensweisen gut fand oder nachvollziehen konnte, war er für mich ein toller Charakter, an den ich mich sicher noch lange erinnern werde. Besonders gut fand ich, dass Probleme von früher, 45 Jahre später aufgeklärt werden, und dass sich die Hauptpersonen wieder finden. So schließt sich der Kreis und der Leser wird zufrieden zurück gelassen. Außerdem hat mich beeindruckt, dass in dem Roman so viele schwierige Themen angesprochen wurden, die alle auf eine angemessene Weise behandelt wurden. Leider hat mich Stellenweise der Verlauf der Geschichte gestört; manchmal wurde zu lang auf einer Sache beharrt, obwohl mich andere Dinge viel mehr interessiert hätten. Aber insgesamt ist "Am Strom" ein toller Roman, der das Leben, die Beziehungen und das Glück seiner Hauptfiguren toll darstellt und mich zufrieden zurück gelassen hat.

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  • Lebensgeschichte von Jelly

    Am Strom

    Monalisa73

    06. July 2015 um 20:48

    Im Buch "Am Strom" vom Autor Killen McNeill wird der Leser an die Donau geschippert. In zwei Erzählsträngen wird die Lebensgeschichte von Jelly erzählt. Der eine Strang ist das Jahr 1968 und der andere Erzählstrang geht bis in die Gegenwart. Jelly, Erwin, Jens und Else glauben an die Zukunft und ans ganz große Glück als sie ihre Abifeier auf der Donauinsel ausklingen lassen. Jens wird Wochen später tot aus der Donau gezogen. Jelly ist unsterblich in Else verliebt. Diese liebt eigendlich Jens, ist aber mit Jelly zusammen und sie heiraten und bekommen Kinder. Im Buch erzählt Jelly wie es ihm in der Ehe so geht, was aus ihm beruflich wurde und wie alles so kommt. Am Ende des Buches wird der Tod von Jens aufgeklärt. Ganz anders als es der Beginn vermuten läßt. Die Geschichte fängt sehr politisch an, was aber nachher fasst außen vorgelassen wird. Der Schreibstil ist etwas schwerer zu lesen und ziemlich sprunghaft. Es wurden zwar gute Themen aus der Ehe und von den Beziehungen zwischen Eltern und Kindern angeschnitten, aber nicht wirklich vertieft. Nach meiner Meinung, plätschert die Geschichte vor sich hin, aber wird zu keinem stärkeren Strom. Nur der allerletzte Teil ist etwas spannender. Darum bekommt es auch nur einen gut gemeinten Punkt. Es konnte mich nicht wirklich überzeugen.

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  • Der Strom des Lebens

    Am Strom

    bookgirl

    01. July 2015 um 15:14

    Inhalt 1968: Die Jugendlichen Jens, Erwin, Jelly und Else sind durch ihre Aktivitäten in der Linken Schülerfront verbunden. Ihre freie Zeit genießen die vier nach den Abiprüfungen am Donaudruchbruch und machen Zukunftspläne. Keiner ahnt, wie anders diese verlaufen werden. 2013: Jelly und Else sind seit über 40 Jahren verheiratet und leben mehr schlecht als recht nebeneinander her. Die Liebe, die sie einst verband, ist schon lange durch Enttäuschungen, Affären und Lügen getrübt.  Meine Meinung "Am Strom" zu rezensieren fällt mir erstaunlich schwer. Dies ist mein xter Versuch passende Worte zu finden. Bisher habe ich alles, was ich geschrieben habe, wieder gelöscht und von vorne angefangen. So richtig zufrieden bin ich zwar immer noch nicht, aber ich fürchte, dass es nicht besser wird ;-) Killen McNeill nimmt uns in seiner Geschichte zunächst mit in das Jahr 1968, in dem die vier Protagonisten jeder für sich Zukunftspläne hatten und mit mehr oder weniger großem Idealismus in die Welt hinausgegangen sind. Einer der vier kam jedoch noch zu der Zeit ums Leben – viel zu früh und aus Gründen, die sich erst spät in dem Buch aufklären. Hauptsächlich spielt die Geschichte jedoch im Jahr 2010 und 2013 und nimmt Jelly und Else in den Fokus, die mittlerweile seit über 40 Jahren ein Paar und verheiratet sind. Die beiden leben schon seit langem nebeneinander her und gerade Jelly tut sich mit dem Älterwerden schwer. Hier und da hat er immer mal wieder Affären und auch Else nimmt es mit der Treue nicht allzu genau. Mit diesem Fortschreiten der Handlung hatte ich nach der Kurzbeschreibung nicht gerechnet und war erstaunt, dass sich die Geschichte primär um die beiden dreht. Von den anderen beiden Freunden erfährt man erst im letzten Abschnitt mehr, was ein wenig schade ist.  Der Autor hat einen ruhigen, aber von Grund auf ehrlichen Schreibstil, auf den man sich einlassen muss, damit er nicht als dröge oder gar langweilig empfunden wird. Ich habe selbst eine gewisse Zeit gebraucht, um in die Geschichte zu finden, habe dann jedoch sehr gerne das Buch gelesen. Es macht nachdenklich, ist gleichzeitig jedoch auch unterhaltsam und ganz sicher keine Einheitskost, die man schon in dieser oder ähnlichen Art gelesen hat. Fazit "Am Strom" ist ein Roman über die Liebe, das Leben und das Älterwerden. Unterhaltsam und nachdenklich stimmend. 

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  • Älterwerden ist nichts für Feiglinge

    Am Strom

    Gwenliest

    23. June 2015 um 21:04

    1968 eine wilde Zeit viele sind politisch aktiv, aus den unterschiedlichsten Gründen, Jelly zb um ein Mädchen rumzukriegen, Else. In der linken Schülerfront in Kelheim, Niederbayern waren neben den beiden auch noch Jens, Elses Exfreund und Erwin, der zum Wohl der Sache freiwillig durchs Abi rasselt. Gemeinsam feiern die vier dem letzten Schultag auf der Donauinsel… Jens wird an diesem Abend auf der Insel sterben. Jelly und Else bleiben 42 Jahre lang ein Paar, beide werden studieren, heiraten, zwei Kinder bekommen und so nimmt das Leben seinen Lauf. Nach einigen Enttäuschungen und Ehebruch hält die Ehe nach 42 Jahren nicht mehr Stand … all das erfährt man schon auf den ersten Seiten, die im Jahre 2013 spielen, also 45 Jahre später, als Jelly und Erwin noch einmal gemeinsam die Donauinsel besuchen. Deshalb ist hiermit auch nicht zu viel verraten. Denn worauf es in dem Roman „Am Strom“ ankommt ist nicht zu erfahren, wie es ausgeht, oder wie Jens umgekommen, sondern aus Sicht von Jelly wird hier die Geschichte einer Ehe und des Älterwerdens erzählt. Mit allem was dazugehört: Liebe, Entscheidungen, Schuld, Alltag, Fehler, Reue. Das ist natürlich eine sehr einseitige Sicht, die der Leser hier mitbekommt und so fragt man sich häufig, wie sieht Else das eigentlich oder wie sehen es die Kinder… aber andererseits kann man sich auch völlig auf Jelly konzentrieren. Killen McNeil hat die Handlung sehr spannend strukturiert… man muss sich sehr konzentrieren, da es einige Zeitsprünge gibt, einiges schon angesprochen wird und erst später die Geschichte dazu erzählt wird. Sehr komplex, aber logisch und schlüssig konstruiert. Der Aufbau hat mir sehr gut gefallen. Der Sprachstil ist locker, knapp, sachlich, kurze Sätze und sehr Dialoglastig. Was mir nicht so gut gefallen hat, es werden häufiger Sätze im Dialekt eingeflochten, das mag einen gewissen Grad an Authentizität darstellen, ich mag es persönlich einfach nicht, denn ich finde Dialekt ist dem Sprechen vorbehalten ;). Auch der Schluss des Romans hat mich nicht völlig überzeugt, auch wenn er die Handlung gut abrundet. Was für mich das Stärkste an dem Buch war, dass das Leben innerhalb der Ehe, die alltäglichen Probleme mit dem Job, den Kindern, dem Älterwerden sehr interessant, fesselnd und glaubwürdig mit viel Herz, Humor und Liebe zum Detail & Lokalkolorit erzählt wird. Das Buch hat mir alles in allem gut gefallen und ich denke jeder kann für sich etwas daraus mitnehmen auf dem Weg des Älterwerdens.

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  • Der Kreis schließt sich

    Am Strom

    c-bird

    Es ist das Jahr 1968. Eine Zeit, in der alles in Bewegung war, linksgerichtete Studenten und Bürgerrechtler demonstrieren, alles ist im Aufbruch. Dazwischen vier Jugendliche, die gerade ihr Abitur in der Tasche haben. Sie verbringen viel Zeit auf einer kleinen Insel beim Donaudurchbruch. Jens, Erwin, Jelly und Else. Letztere werden heiraten, Erwin wird versuchen seinen Idealen sein Leben lang gerecht zu werden. Der Vierte, Jens stirbt noch auf der Insel. Erst fünfundvierzig Jahre später, wenn die verbliebenen drei Freunde wieder auf der Insel zusammentreffen, lüftet sich das Geheimnis, was damals wirklich geschah. Na, neugierig geworden? Ein Krimi? Nein, definitiv nicht. Eher ein Buch, dass eine kleine Zeitreise von 1968 bis heute darstellt. Ein Buch über das Älterwerden und den Umgang damit, aber auch darüber wie sich die Träume und Ideale mit der Zeit verändern. Politisch ist der Roman eigentlich nicht, er regt eher zum Nachdenken an. Interessante Betrachtungen über das Leben an sich und die Liebe und wie viel Unwahrheit sie verträgt. Besonders schön fand ich, dass sich am Ende „der Kreis schließt“. Der Autor Killen McNeill stammt aus Nordirland und lebt und unterrichtet seit 1976 Englisch in Deutschland. „Am Strom“ ist sein erster in deutscher Sprache geschriebener Roman. Dabei beweist er viel Feingefühl, aber auch Humor. Ein wirklich schön geschriebener Roman, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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  • Am Strom...

    Am Strom

    Helles_Leuchten

    21. June 2015 um 21:40

    In Killen McNeills Roman „Am Storm“ geht es um die Geschichte von vier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein können. Sie nimmt ihren Anfang im Jahr 1968, als die Freunde gerade das Abitur machen und - von linken Revolutionsgedanken beseelt - Pläne schmieden, die Welt zu verändern. Nur drei von ihnen bleibt dafür auch die Möglichkeit. Der Vierte verunglückt tödlich unter mysteriösen Umständen unmittelbar nach dem Schulabschluss. Wenig später trennen sich auch die Wege der anderen mehr oder minder. Erst 45 Jahre danach treffen sie erneut aufeinander und die Frage, was im Sommer 1968 tatsächlich geschah, rückt erneut in den Mittelpunkt. Ich mag vorweg nehmen, dass ich nach dem Lesen des Klappentextes des Buches mit einer Erwartungshaltung in die ersten Kapitel gestartet bin, die erkennbar abweichte von dem, was ich tatsächlich vorfand. Wobei das keineswegs weniger gut ist, nur eben anders. Neben besagtem Sommer 1968 und dem Bogen, der von dieser Zeit in das Jahr 2013 geschlagen wird, nimmt insbesondere das Leben eines der Protagonisten viel Raum ein – Jelly, verheiratet mit Else, die ihrerseits zum „festen Stamm der Vier“ gehörte. Jellys Leben ist nicht unbedingt spektakulär, doch weist es die zahlreichen typisch menschlichen Höhen und Tiefen auf. Dem Autor gelingt es mit einer gewissen Spur Gelassenheit, einer zarten Distanziertheit und dennoch, ohne die Handlung an Intensität verlieren zu lassen, einen klaren Abriss einer Biographie zu skizzieren, wie sie auf so viele Menschen in dieser oder ähnlicher Form zutreffen könnte. Hinein spielt dabei eine Altersweisheit, die Killen McNeill seinem Protagonisten zuschreibt, und die ihrerseits auf den Leser abfärbt, dafür sorgt, dass er nicht nur ein Nachsehen in Hinblick auf die Verfehlungen Jellys entwickelt, sondern sogar dazu tendiert, dieses zunehmend gegen Ende des Buches auszuweiten. Im Nachgang fühle ich mich – gerade aufgrund der „Altersnachsicht“ ein wenig an das letzte Werk von Milan Kundera („Das Fest der Bedeutungslosigkeit“) erinnert, das bei mir ähnliche Gedanken und Gefühle hervorrief, wobei ich hier keineswegs ganz unterschiedliche Schreibstile vergleichen möchte. Erstaunlich gut gelungen ist der starke regionale Bezug, den Killen McNeill als geborener Nordire, in seinem Roman aufbaut. Die Geschichte las sich zügig weg, bewegte an manchen Stellen zur (Selbst-)Reflektion. Alles in allem ein Buch, dass mich zwar eher peripher streifte, aber durchaus lesens- und empfehlenswert ist.

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