Kim Frank

 3,7 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von 27.

Lebenslauf

Kim Alexander Frank wurde am 24. Mai 1982 in Flensburg geboren. Größere Bekanntheit erlangte er 1998 als Frontmann der Band »Echt« die im selben Jahr ihr gleichnamiges Album veröffentlichte. Nach der Auflösung der Band im Jahr 2002 engagierte sich u.a. als Fotograf verschiedener deutscher Bands, lieh den Sportfreunden Stiller seine Stimme oder sprach in Hörspielproduktionen wie »Die drei Fragezeichen«. Über seine Bekanntschaft zu Detlev Buck kam Kim Frank zu seiner Rolle im 2005 veröffentlichten Film »NVA« von Leander Haußmann. Im Mai 2011 veröffentlichte Kim Frank sein Debütroman »27« im Rowohlt Verlag.

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Cover des Buches 27 (ISBN: 9783499215773)

27

(29)
Erschienen am 02.05.2011

Neue Rezensionen zu Kim Frank

Cover des Buches 27 (ISBN: 9783499215773)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "27" von Kim Frank

Tilman_Schneider
WOW, ich fand es großartig

Mika hat keinen Plan für sein Leben. Er lässt sich treiben. Bei seinen Spaziergängen trifft er einen neuen Freund der auf dem Friedhof arbeitet. Mit ihm trinkt er sein erstes Bier, raucht seinen ersten Joint. So nah mit dem Tod konfrontiert interessiert er sich immer mehr am Leben seines verstorbenen Onkels. Sein Zimmer unterm Dach ist immer noch unberührt und Mika findet eine riesige Plattensammlung und hört Musik und findet einen Bericht des Onkels über den Club 27. Viele große Musiker starben mit 27. Mika hat sowieso einen Tick mit Zahlen und entdeckt plötzlich überall die 27. Die Angst wächst in ihm und er weiß, der Tod wird ihn mit 27 holen. Was kann er tun? Seine Mutter vermittelt ihm ein Praktikum bei einem Musikproduzenten und was mit einer Verwechslung beginnt, soll Mikas ganzes Leben auf den Kopf stellen. Mikas Gedichte sind ideal als Songtexte und dann entdeckt man auch noch seine einzigartige Stimme. Eine Rockband ist gegründet und Mika versucht die Angst vor dem frühen Tod mit 27 in Drogenexzessen und schnellem Sex zu vergessen. So einfach ist das nicht und nicht nur der Ruhm steigt Mika immer mehr zu Kopf.

Kim Frank war Frontmann, Sänger und auch Texter der sehr erfolgreichen Band Echt. Er arbeitete als Schauspieler und nach einem fantastischen Soloausflug widmet er sich wieder ganz dem Schreiben. Sein erster Roman 27 lies aufgrund der großartigen musikalischen Texte viel erwarten. Der Beginn des Buches ist ausgereift, brilliant und man spürt die Leere und Planlosigkeit von Mika. Als dann der Teil mit der Rockband beginnt wird das Buch immer schneller, hektischer und wirkt oft wie ein Rausch. Das verstörte mich anfangs, denn der fast schon melancholische Beginn hatte einen ganz anderen Klang. CDs, Hitparade, Tourneen, Preise, Frauen, Sex, Drogen. Es kam immer mehr und die Zeit verging immer schneller. Nach einigen sehr rasanten Seiten verstand ich aber das Ziel von Kim Frank. Diese hektische, ruhelose Zeit, dieses aneinander Reihen von Ereignissen, das Schnelle, dass passierte ja in Mikas Leben genauso. Dieses Stilmittel ist wunderbar gewählt und gibt einen rastlosen Einblick in das oft auch zerstörende Leben eines Rockstars. Dann kommt quasi der Schluss, der dritte Teil, eine weitere Veränderung und wieder eine andere Melodie des Erzählens. Kim Frank beweist mit diesem Buch, dass er ein großartiger Schreiber ist und ich bin gespannt, was noch alles folgen wird. Das Buch würde ich für gute Leser ab 16 Jahren einstufen, denn es steckt sehr viel in dem Text und es rattert, arbeitet und rechnet im Kopf. 27 klingt noch ganz lange nach.

 

Cover des Buches 27 (ISBN: 9783499215773)
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Rezension zu "27" von Kim Frank

Ati
Rezension zu "27" von Kim Frank

27 – das ist nicht nur der Titel von Kim Franks Debütroman, das ist auch das Alter des 1982 in Flensburg geborenen und Hamburg lebenden Autors, in dem 27 entsteht. Was autobiografische Züge trägt und was davon schriftstellerischer Freiheit entspringt, wird vermutlich immer sein Geheimnis bleiben. Denn Frank kennt sich in der Musikbranche durchaus aus. Von 1994 bis 2002 war er Mitbegründer, Sänger und Frontmann der Band Echt. Wer sich nicht mehr daran erinnert, dem hilft vielleicht der Titel „Denn du trägst keine Liebe in dir“ oder Textstellen wie „Sag mal weinst du oder ist es der Regen“ auf die Sprünge. Mit dem eben genannten Titel gelang der Band und Frank Ende der 1990er der Durchbruch in Deutschland. Nur vier Jahre später zerbrach die Band dann allerdings. Auch danach beschäftigte sich Frank weiter mit Musik, startete eine Solokarriere, lieh seine Stimme verschiedenen Bands, verdiente sich seine Brötchen jedoch beispielsweise auch als Sprecher von Hörspielen. Außerdem war und ist er als Schauspieler, Fotograf sowie Kameramann und Regisseur von Musikvideos tätig.

Doch zurück zu seinem Debütroman. Er handelt von dem jungen Mika, der über Nacht zum Star aufsteigt. Ein Traum? Nur bedingt, denn Mika lebt bereits vor seiner steilen Karriere in der Überzeugung, zum Klub der 27 zu gehören.

Zitat Klappentext:
Mika hat Angst. Angst vor dem Tod. Dem Tod mit 27. Die Zahl verfolgt ihn, so wie sie die meisten großen Musiker verfolgt hat, die dann zu Mitgliedern des Klub 27 wurden, doch Mika hat nichts mit Musik zu tun. Das Bewusstsein niemand zu sein, treibt ihn dazu, jemand gewesen sein zu wollen, und er tut alles, um seinen selbst auferlegten Fluch zu erfüllen. Er wird einer der Großen, eine Ikone, lebt ein Leben, das er nicht mehr kontrollieren kann, das unaufhaltsam auf sein Ende zusteuert.

Ist es ein Segen oder eher ein Fluch, dass Frank selbst den einen oder anderen musikalischen Erfolg in seinem Lebenslauf vorweisen kann? Faktisch dürfte zumindest seine Fangemeinde mit einigen Erwartungen und Hoffnungen auf spektakuläre Outings und knallharte Abrechnungen an die Sache herangegangen sein. Manch einer dürfte sich auch gefragt haben, was er als Autor wirklich kann oder ob er lediglich mithilfe von Ghostwritern auf einen an sich gemütlich dahinfahrenden Zug aufspringen würde, um mit mehr oder weniger erfundenen Storys wieder weiter nach vorn ins Rampenlicht zu gelangen. 27 hat Frank dann auch prompt sowohl Lob als auch Tadel eingebracht.

Obwohl ich nicht gerade behaupten kann, ein Echt- und damit Kim Frank-Fan gewesen zu sein, lag das Buch irgendwann auf meinem SUB-Stapel. Nicht nur, aber doch auch aufgrund zahlreicher überaus enthusiastischer und fast genauso zahlreicher negativer Kommentare lag es dann allerdings sehr lange dort, bis ich mich endlich daran machte. Von amüsant und interessant, über langweilig und bedrückend, bis hin zu absolut enttäuschend war da alles dabei. Und nachdem ich es in mehreren Anläufen gelesen hatte, hatte ich auch prompt Probleme, es einzuordnen. Vielleicht weil ich weiblich bin? Vielleicht weil ich die anvisierte Altersgruppe deutlich überschreite? Ich weiß es nicht. Was ich jedoch weiß ist, dass ich es niemandem aus dieser Altersgruppe „0 – 16“ und nur bedingt denen aus der Gruppe „junge Erwachsene“ empfehlen möchte. Vielleicht bin ich altmodisch, doch ich habe etwas dagegen, 16Jährigen die Beschreibung von Blowjobs mit Zimmermädchen oder vom Onanieren unter Zuhilfenahme des Porno-Kanals ans Herz zu legen.

Franks Geschichte des über Nacht (aufgrund einer Verwechslung) zum gefeierten Rockstar avancierenden Mika birgt keine großen Geheimnisse. Sprache und Schreibstil sind einfach bis vulgär (Zitat S. 161: „Auf drei fickt gerade ein schwarzer Riesenschwanz in Großaufnahme das Arschloch einer schreienden Weißen mit Hängetitten und Zahnlücke.“). Passend zum Klischee der Branche? Ich denke ja. Man muss vielleicht wirklich Musiker sein, um sie wirklich zu genießen, denn sie ist auch mit musikalischen Begriffen durchsetzt. Die gewählte Schriftgröße lässt einen an und für sich schnell durch die 256 Seiten gleiten, der Inhalt selbst jedoch sorgt dafür, dass kein rechter Lesefluss aufkommt. Das Cover passt zum Inhalt, da es bekannte Gesichter von früh verstorbenen 27er-Klub-Mitgliedern darstellt. Und auch der Klappentext verrät gut, worum es geht.

Oder vielmehr um wen - Mika, der bereits vor seinem steilen Aufstieg von Todessehnsucht, Einsamkeit und der Neurose gequält wird, die ihn dazu zwingt, aus allen Zahlen irgendwie die 27 zu lesen, da er davon ausgeht, dass in diesem Alter sein Leben endet. Die steile Karriere befreit ihn davon nicht, im Gegenteil es wird alles immer schlimmer.

Frank unterteilt seine Geschichte. Der erste Teil beinhaltet die Heranführung an Mika und den Beginn seiner Karriere, der Zweite geht nach einem Zeitsprung einige Jahre später weiter. Dabei nimmt sein gefühlsmäßiger Abstieg genauso schnell Fahrt auf, wie seine Karriere. Im dritten Teil schließlich erlebt seine Hauptfigur eine Veränderung, wobei sein Ende offenbleibt. Auf Mika geht Frank sehr detailliert ein, was durch den Erzählstil (Mika erzählt in der Ich-Form) bedingt und gleichzeitig verstärkt wird. Die Nebenfiguren erscheinen sehr blass dagegen. Fast zu unsichtbar, andererseits zeichnet sich Mikas Einsamkeit so noch stärker ab und die Seelen raubende Schattenseite seiner an sich traumhaften Karriere wird so umso deutlicher.

Sympathischer wird Franks Hauptfigur dadurch nicht. Mika wirkt eher selbstmitleidig als bemitleidenswert in seiner gleichermaßen lebensgierigen wie todessehnsüchtigen Art. Oberflächlich und egoistisch. Seine Neurosen wirken dabei gleichermaßen glaubwürdig wie nervig. Als Schutzmechanismus kann das durchaus echt wirken, allerdings – da wir nur Mikas Seite sehen – kommt dieser vermutete Schutzmechanismus nicht wirklich zum Vorschein.

Doch obwohl es schwerfällt, die zunehmend abstoßend werdende, teils melodramatische Romanfigur zu ertragen, bleibt man dabei. Denn immer deutlicher wird, wie zerbrechlich nicht nur der Erfolg, sondern vor allem Mika ist. Man möchte ihn schütteln und aufrütteln. Das Umfeld (Presse und Management) aufhalten, die zu seinem Zerfall beitragen. Gleichzeitig stellt man sich tatsächlich die Frage, ob und welches der Schlag auf Schlag erzählten und die Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit der Branche widerspiegelnden Ereignisse wohl den tatsächlichen Erfahrungen des Autors entspricht. Wie Frank selbst erklärte, sind darin tatsächlich Erinnerungen verarbeitet. Hoffen wir mal, dass es nicht die beschriebene unschöne Erinnerung an Koks und Erbrochenes ist, denn bekanntermaßen und bekennenderweise hat der einstige Mädchenschwarm Frank selbst jahrelang täglich Drogen konsumiert und stand an manchen Tagen gar nicht mehr auf, bevor er sich gefangen hat und seine Solokarriere startete.

Fazit:

Wie bereits erwähnt, bislang gut gehütete Geheimnisse oder sonderlich Positives findet man in 27 sicherlich nicht. Bahnbrechend neu ist Franks Grundidee auch nicht, sie wurde zudem schon besser umgesetzt. Ich hatte auch Probleme, mich wegen der für mich unsympathischen Figur durch das Buch zu arbeiten. Wirklich abgrundtief schlecht empfinde ich 27 jedoch im Nachhinein nicht. Denn auch wenn die Thematik und die Figur mir das eine oder andere Hindernis im Lesefluss bereitet haben, muss ich doch Respekt zollen, für die Art und Weise, wie Frank seinen Mika herausgearbeitet hat. Seine Zerrissenheit, seine Einsamkeit, seine Ruhelosigkeit, seine Selbstzerstörung. Obwohl ich anfangs dachte, dass Franks Debütroman mir nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleibt oder mich nicht zum Nachdenken anregt, war letztlich das Gegenteil der Fall. Warten wir mal ab, ob Frank ein Onehit-Wonder-Autor bleibt, oder noch einmal nachlegt. Für seinen Debütroman möchte ich ihm jedenfalls drei von fünf Punkten geben.

Copyright © 2012 Antje Jürgens (AJ)

Cover des Buches 27 (ISBN: 9783499215773)

Rezension zu "27" von Kim Frank

Ein LovelyBooks-Nutzer
Rezension zu "27" von Kim Frank

In "27" glaubt ein perspektivloser Jugendlicher, der seinen Platz in der Welt noch nicht gefunden hat und ziellos in den Tag hinein lebt, er werde mit 27 sterben. So wie die großen Rockstars Kurt Cobain, Jim Morrison, Janis Joplin etc.
Eine für einen Musikfan begeisternde Ausgangslage und so ist auch die Auseinandersetzung mit diesen Idolen und deren Musik interessant und lesenswert. Die Geschichte selbst nimmt eine Wendung, die den Zauber dieses von Kim Frank -bekannt als Frontmann der Band "Echt" ("Du trägst keine Liebe in dir") - geschriebenen Buches schmälert und meine anfängliche Begeisterung verpuffen lies. So wird nämlich eben dieser Jugendlicher selbst zu einem gefeierten Rockstar und die Selbstüberschätzung und unbegründete Angst, die der Geschichte ihren Humor und ihre Leichtigkeit verleiht, zu einer Realität, die "27" zu einer vorhersehbaren und langweiligen Lektüre über einen unsympathischen Junkie werden lässt. Vielleicht verbirgt sich dahinter ja eine tiefsinnigere Aussage, doch die blieb mir gegenüber verborgen.
"27" ist ein Buch, das ich allen voran Lesern weiterempfehle, die mindestens 4 von 5 der auf dem Cover abgebildeten Musiker erkennen. Der Schreibstil Franks ist auf interessante Weise sperrig, trägt aber nicht unbedingt zu einem hohen literarischen Niveau bei.

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Zusätzliche Informationen

Kim Frank wurde am 23. Mai 1982 in Flensburg (Deutschland) geboren.

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