Kim Leine Die Untreue der Grönländer

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Inhaltsangabe zu „Die Untreue der Grönländer“ von Kim Leine

Sind Grönländer untreu? Die Bewohner der kleinen Siedlung in Ostgrönland, wo es gut acht Monate im Jahr dunkel ist, sind jedenfalls keine Kinder von Traurigkeit: Sie feiern und genießen, lieben und betrügen einander. Hierher verschlägt es den Dänen Jepser aus Kopenhagen. Völlig unvorbereitet auf das, was auf ihn zukommt, beginnt er mit seiner Arbeit als Leiter der örtlichen Krankenstation. Er behandelt alkoholisierte Tuberkulosekranke genauso wie fiebrige Kinder und zieht auch mal einen Backenzahn. Vor allem behandelt er der Reihe nach die Spielerinnen des örtlichen Fußballvereins – und erlebt mit ihnen sein blaues Wunder. Arktische Stürme, Bären im Keller und Schüsse aus dem Dunkeln, Orgien in Salomons »Diskutek« und ein Pokalsieg der Frauenfußballmannschaft – der dänische Schriftsteller erzählt schaurig-schöne Geschichten von ausgelassenen Grönländerinnen, die es mit der Treue nicht so ernst nehmen.

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  • Rezension zu "Die Untreue der Grönländer" von Kim Leine

    Die Untreue der Grönländer
    milasun

    milasun

    13. January 2013 um 11:36

    Was zunächst wie eine Sammlung von Kurzgeschichten erscheint, entpuppt sich nach und nach als ein Roman über eine Siedlung in Grönland und deren Bewohner. Jedes Kapitel wird aus der Sicht eines anderen Einwohners erzählt, die Personen tauchen dann später als Nebenfiguren in den Geschichten der jeweils erzählenden Figur auf, so dass das Bild der Siedlung und des Lebens dort Stück für Stück wie ein Puzzle zusammengesetzt wird. Einzige "Konstante" ist der Krankenpfleger Jesper, ein Däne, der nicht nur kleine Wehwehchen heilt, Medikamente verteilt, Amputationen durchführt, Zähne zieht, sondern auch als Seelentröster und - durch seine E-Mails und Telefonate mit dem Bezirkschefarzt - Kontaktperson mit dem Festland fungiert und nebenbei die Frauenwelt der Siedlung "beglückt". In einer nüchternen, unverblümten, oft sogar abstoßend direkten Sprache erzählt Kim Leine hier von dem kargen Leben im Eis, das von Kälte, Alkohol, Sex, der Jagd und dem Warten auf den Frühling bestimmt wird. Untreue steht an der Tagesordnung und ansonsten vertreibt man sich halt die Zeit mit Kartenspielen, deutschen Pornofilmen oder der ein oder anderen "Limonade" in der "Diskutek". Ein faszinierend direktes, ehrliches Buch, das mich sehr gut unterhalten hat. Einziges Manko war für mich die fast ausschließlich männliche Sichtweise auf das Leben in der Siedlung. Ich hätte mir ein paar mehr weibliche "Erzähler" gewünscht. Was treibt die Frauen der Siedlung an, ihr gesamtes Geld beim Kartenspiel zu verlieren oder ihre Ehemänner zu betrügen? Was macht sie glücklich? ...

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  • Rezension zu "Die Untreue der Grönländer" von Kim Leine

    Die Untreue der Grönländer
    AdsonVonMelk

    AdsonVonMelk

    11. July 2011 um 18:17

    Die europäische Literatur der Gegenwart lässt sich an immer entlegeneren Orten nieder. Vorläufiger Höhepunkt dieser Reise zu den Extremen ist des Dänen Kim Leines Roman "Die Untreue der Grönländer" - eine Art literarisches Kaleidoskop. In mehr oder weniger losen Geschichten und Anekdoten wird der Zustand einer kleinen Siedlung am Rande des Packeises beschrieben, in der die Ureinwohner mit Dänen und Isländern zusammentreffen, deren persönliches Schicksal sie an den Rand der Zivilsation getrieben hat. Als Klammer für die einzelnen Geschichten dient das Leben des Krankenpflegers Jesper, der die Siedler "medizinisch" versorgt und von dunklen Winternächten und paarungswilligen Damen gleichermaßen eingenommen wird. Seine Mails an seinen direkten Vorgesetzten sind Vorausdeutungen und Erklärungen gleichermaßen. Der Leser reagiert bisweilen mit kontinentalem Unverständnis auf die Indifferenz der Grönländer gegenüber den Fährnissen des Daseins, ebenso wie die dänischen Protagonisten, die entweder dem Insellleben entfliehen wollen oder sich darin zu verlieren scheinen. Leines Sprachduktus ist leicht verdaulich, geradezu ungezwungen und liebevoll. Er weckt Sympathien für die promiskuitive, dem Alkohol und dem Trübsinn verfallene Kultur, die zwischen Traditionen (wie der Robbenjagd) und den "Segnungen" der Moderne (deutsche Pornofilme) aufgerieben wird. Ein Roman, der Einblicke gewährt; ein Lesebuch im besten Sinne!

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  • Rezension zu "Die Untreue der Grönländer" von Kim Leine

    Die Untreue der Grönländer
    goldfisch

    goldfisch

    24. May 2011 um 10:36

    Welch ein Buch!....Grönland, irgendwo am Ende der Welt...und am Ende von Grönland leben Leines Protagonisten.Ein bunter Haufen aus Dänen und Grönländern.Vom Ende der Welt in die Nächste Stadt zu kommen ist schwer.Mal ist es der Sturm, dann der Schnee oder Eis auf dem Flugplatz oder Wellengang.Man ist sehr einsam dort, zwischen all den Menschen.Zum Glück gibt es einen Sanitäter aus Dänemark, der schon bald seine Leidenschaft für die Frauen im Ort entdeckt.Es gibt eine Frauenfußballmannschaft, einen Laden mit wenigen Waren, Alkohol,Robben und den "Klubben".Man vertreibt sich die Zeit mit Untreue und Kinderzeugen,mit der Jagd und dem Warten auf besseres Wetter.Jesper der Sanitäter und die anderen Bewohner könnnen viel erzählen von dem Leben, dort am Rande der Welt.Das Leben ist traurig und heiter.Es bietet alle Höhen und tiefen der Menschlichen Gefühlswelt.Ein sehr lesenswertes Buch.

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