Kim Paffenroth

 4.2 Sterne bei 35 Bewertungen

Alle Bücher von Kim Paffenroth

Vom Überleben unter Toten

Vom Überleben unter Toten

 (27)
Erschienen am 01.04.2010
Die Traurigkeit der Zombies

Die Traurigkeit der Zombies

 (7)
Erschienen am 01.03.2011
Dying to Live - Die Traurigkeit der Zombies

Dying to Live - Die Traurigkeit der Zombies

 (0)
Erschienen am 16.03.2012
Dying to Live: Last Rites

Dying to Live: Last Rites

 (1)
Erschienen am 20.03.2011
Augustine And Liberal Education

Augustine And Liberal Education

 (0)
Erschienen am 15.03.2008
Dying to Live

Dying to Live

 (0)
Erschienen am 30.03.2011

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fremdweltens avatar

Rezension zu "Vom Überleben unter Toten" von Kim Paffenroth

Von der Menschlichkeit in der Apokalypse
fremdweltenvor 5 Jahren

Ein Jahr ist vergangen seit dem “Ausbruch”, dem Tag, an dem die Untoten die Herrschaft übernahmen. Die beständig weniger werdenden Lebenden kämpfen seitdem verzweifelt um das Überleben der Menschheit.

Jonah Caine war Lehrer, nun ist er wie so viele auf der Flucht vor den Toten. Ziellos zieht er durch das Land, immer auf der Suche nach einem Versteck, das ihm eine weitere Nacht das Überleben sichert und ihm einen weiteren trostlosen Tag ermöglicht. Die Suche nach seiner Familie hat er aufgeben. Seitdem bewegt er sich ständig am Rande der Resignation, das Töten der Toten ist zur grausigen Routine geworden. Jeder weitere Kampf mit einer untoten Kreatur kann sein letzter sein.

Das Leben von Jonah wendet sich zunächst zum Guten, als er sich einer Gruppe von Menschen anschließt, die sich in einem Museum verbarrikadiert und dort auf Dauer eingerichtet haben. Diese Gemeinschaft der Überlebenden hat inmitten der Apokalypse zurückgefunden zu einer gesellschaftlichen Ordnung, die jedem einzelnen ein Mindestmaß an Schutz und Sicherheit bietet. Doch in ihrem Leben mit dem alltäglichen Horror haben die Überlebenden eines vergessen: die Untoten folgen einem ebenso unbewußten wie seelenlosen Verlangen. Der Mensch dagegen tötet mitunter aus reiner Mordlust. Eines Tages kommt es zu einer Konfrontation mit dem wahren Bösen in Gestalt einer anderen anderen Gruppe Überlebender …

Dying To Live ist kein typischer Vertreter des Zombie-Genres. Anders als sonst üblich werden explizite Schilderungen von Gewalt vom Autor in sparsamer Dosierung eingesetzt. Bezeichnenderweise ist es die Begegnung mit anderen Überlebenden, die in extremste Gewalt ausartet. Hier hält sich Paffenroth dann auch nicht zurück, so dass gegen Ende des Buches – der Höhepunkt der Eskalation wird erst spät erreicht – auch die bis dahin zu kurz gekommenen Freunde der härteren Gangart versöhnt werden dürften. Bis dahin jedoch ist Dying To Live ein eher langsames Buch – langsam, aber nicht langweilig. Paffenroth nimmt sich Zeit, die gegensätzlichen Charaktere überzeugend – mitunter ein wenig stereotyp auch in der Gestaltung der Dialoge – herauszuarbeiten und dem Leser die Trostlosigkeit der apokalyptischen Welt anschaulich zu machen.

Das zentrale Thema des Buches ist die Frage nach der Menschlichkeit angesichts des größten vorstellbaren Grauens. Wiederholt werden wir daran erinnert, dass selbst die wandelnden Toten in ihrem Leben menschliche Individuen waren. Scheinbar nebensächliche Symbole wie das Familienfoto in des Zombies Brieftasche entfalten eine starke Wirkung. Ein letzter Rest von Achtung vor den Toten steht im Gegensatz zum blanken Hass auf die Monster, die nun Jagd auf die Überlebenden machen. Diesen Gegensatz vermitteln die Figuren des Jonah Caine und der Ex-Soldatin Tanya. Während der eine die durch seine Hand endgültig Gestorbenen um Vergebung bittet, ist die andere voller Hass und Verachtung für die seelenlosen Hüllen.

Ein anderes Protagonistenpaar steht für die Frage, auf welche Weise Menschen in dieser Extremsituation erfolgreich geführt werden können. Da ist auf der einen Seite Jack, der Ex-Soldat und Pragmatiker, der von der Überlebenswichtigkeit klarer und mitunter harter Regeln überzeugt ist. Auf der anderen Seite der eher sanfte alte Milton, den eine spezielle Gabe in den Augen der Menschen zu einer Art spirituellen Führer macht. Ein Gespräch zwischen Jonah und Milton, das sich zwischen Shakespeare, lackierten Fußnägeln und Dantes Inferno bewegt, gehört zu den überzeugenden leiseren Passagen des Buches. Diese machen die sadistische Gewalt, die ausgerechnet von Mit-Menschen ausgeht, umso verstörender.

Dying To Live ist ein für das Genre wohltuend intelligentes Buch mit glaubwürdigen Charakteren und schlüssiger Handlung. Zwar gibt es nichts, was nicht spätestens seit The Walking Dead zur “Standardhandlung” gehört, doch die Beschäftigung mit dem Aspekt der Menschlichkeit in der Apokalypse macht die Geschichte zu etwas Besonderem. Die Tatsache allerdings, dass die Geschichte komplett von einer Handvoll leicht klischeehafter Figuren getragen wird und die weiteren Überlebenden praktisch nicht stattfinden, stellt einen der wenigen nicht allzu schwerwiegenden Kritikpunkte dar.

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lord-byrons avatar

Rezension zu "Vom Überleben unter Toten" von Kim Paffenroth

Rezension zu "Dying to Live" von Kim Paffenroth
lord-byronvor 6 Jahren

Jonah Caine lebt in einer Welt, die ich niemals kennenlernen möchte. Alles ist verwüstet, die Städte teilweise abgebrannt, lange Autoschlangen verstopfen die Straßen, kein Strom, kein fließendes Wasser dafür aber massenhaft Zombies. Der Tag besteht aus reinem Überleben und der Suche nach Nahrung. Schon lange sind alle Konserven aufgebraucht oder nur noch schwer zu finden. Als er vor einer großen Gruppe Untoter flieht wird er von einer kleinen Menschengruppe aufgenommen, die sich in einem Museum verschanzt hat und versucht, sich ein einigermaßen normales Leben aufzubauen. Doch schnell muss die Gruppe erkennen, dass die Zombies nicht die schlimmsten Feinde sind, denn den Menschen kann an Grausamkeit nichts und niemand mehr überbieten.

"Dying to Live" wird mir mit Sicherheit noch lange im Gedächtnis bleiben, denn der Roman zeigt auf, wie brutal und unberechenbar der Mensch doch sein kann. Und wer sagt uns, dass es nicht irgendwann zombieartige Wesen geben wird und die Welt nur noch einer Wüste gleicht. Wir sind ja schon fleißig dabei unseren einst so wunderschönen Planeten zu zerstören.

Kim Paffenroth hat mich mit seinem Roman tief beeindruckt, denn es geht nicht nur um Splatter, viel Blut und metzelei, sondern man merkt deutlich, dass der Autor eine Botschaft überbringen möchte. "Seid doch einmal zufrieden mit dem was ihr habt und benehmt euch nicht schlimmer als die Tiere" Besonders beeindruckt war ich von folgendem kleinen Textabschnitt:

Die meisten waren Weiße, aber es gab auch ein paar Schwarze, Latinos und Asiaten. Normalerweise taumelten sie nur durch die Gegend, ohne Notiz voneinander zu nehmen, aber ihr Hunger hatte sie in einer Weise vereint, die, wären sie alle noch am Leben gewesen, wirklich erstaunlich gewesen wäre. Die Gattung Mensch hatte endlich den Rassismus überwunden. Zu dumm, dass wir unseren Intellekt verlieren und uns in hirnlose Kannibalen verwandeln mussten, um das zu erreichen. (Seite 29)

Ich war wirklich überrascht wie tiefsinnig dieser Roman doch ist, denn das hatte ich nicht erwartet. In Rückblenden wird von den Anfängen der Katastrophe erzählt und man erfährt einiges über Jonah und seine Familie.
Durch die teilweise philosophischen und sozialkritischen Aspekte ging leider etwas die Spannung verloren, darum vergebe ich 4 von 5 Punkten.

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Sineouss avatar

Rezension zu "Die Traurigkeit der Zombies" von Kim Paffenroth

Rezension zu "Dying to Live" von Kim Paffenroth
Sineousvor 7 Jahren

Siebzehn Jahre nach dem Geschehen im ersten Band (Vom Überleben unter Untoten) ist die ehemals kleine Gemeinschaft um Milton, den 'Zombiebändiger', stark gewachsen und konnte ihr Wohngebiet dank ihm ausweiten. Die Zombies sind keine akute Bedrohung mehr. Hier stellt sich - ganz wie im ersten Band - vielmehr die Frage, ob nicht der lebende Mensch die eigentliche Bedrohung ist ...

Der zweite Band der Reihe hat mir rein von der Handlung weniger gut gefallen als der erste. Trotzdem hing ich wie gebannt an der Erzählung, weil diesmal Teile aus Sicht eines Untoten erzählt werden. Der andere Teil wird parallel durch Zoey wiedergegeben, die wir aus dem ersten Band als Kleinkind kennen lernen durften.

Der Untertitel "Die Traurigkeit der Zombies" bezieht sich auf Truman, der inmitten einer Menge aufwacht, sie seine Eingeweide essen. Er hat einen Großteil seiner Erinnerung verloren und versucht sich in der neuen Welt zurechtzufinden. Nachdem er das erste Mal von einem Menschen gegessen hat, weiß er, dass er etwas Schlechtes getan hat. Und dann sind da Milton und Will, die ihn und die anderen einsperren. Ist er ein schlechter Mensch?

Mühsam versucht er, seine Erinnerung und die kleinen Freuden des Lebens trotz der Unzulänglichkeiten seines Körpers und seiner Sinne wiederzugewinnen. Ihm bei dem Prozess zu folgen, ist sehr spannend und gibt eine vollkommen neue Sicht auf die Untoten und deren Schicksal. Das Ende lässt vermuten, dass es im dritten Teil der Reihe mit unseren neuen Helden weitergehen wird.

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Kim Paffenroth wurde am 07. März 1966 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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