Kim Slater

 3.9 Sterne bei 13 Bewertungen

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Smart oder Die Welt mit anderen Augen

Smart oder Die Welt mit anderen Augen

 (14)
Erschienen am 19.02.2016
Smart

Smart

 (0)
Erschienen am 05.06.2014

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AnneMayaJannikas avatar

Rezension zu "Smart oder Die Welt mit anderen Augen" von Kim Slater

Wie bei CSI
AnneMayaJannikavor 3 Monaten

Cover:
Fluss Trent, die Menschen im Park und der Tatort. Das Bild sieht wie ein Lowry Gemälde aus.

Zum Buch:

Spastie, Freak, Mongo, Downy, Volltrottel
Alles hat Kieran Woods schon gehört. Meist hat er sogar eine Antwort für diese Menschen, denn er ist eigentlich ganz normal, nur manchmal etwas langsam und auch sehr besonders.
Kieran hat schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, er mal lieber. Er ist neugierig und möchte später (nach der Schule) für die Evening Post arbeiten.
Außerdem ist er ein Fan von L.S.Lowry und seine Bildern. So einer kann doch eigentlich kein Spasty sein.
Eines Tages findet er die Leiche eines Obdachlosen im Fluss. Eine Freundin des Toten sagt, er hatte Angst gehabt und es war Mord. Die Polizei interessiert das nicht sonderlich, sie gehen davon aus, das ein Obdachloser im Suff ertrunken ist. Kieran aber nicht, er beginnt zu ermitteln, genau wie bei CSI - der Fernsehserie und er setzt sie einzelne Puzzlestücke zusammen. Er malt die Szenen, die um ihn passieren, bis er die Lösung vor Augen und auf Papier hat.

Meine Meinung:
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Es fordert die Kinder, es hält ihnen vor Augen, was sie vielleicht jeden Tag machen oder sehen. Kieran braucht im Leben Unterstützung und Halt, von seiner Lehrerin/Betreuerin, von seiner Mutter, seiner Oma und auch von der Obdachlosen, die ihren Freund verloren hat.

"Ich fühlte mich komisch. Glücklich, dass ich es geschafft hatte, diese Riesensache ohne Hilfe zu schaffen. Und traurig, dass Grandma so krank und allein war." (Seite 197)

Man leidet mit Kieran und möchte ihm helfen, wenn wieder sein "Stiefvater" kommt und ihn schlägt oder seine Mutter dem hilflos gegenübersteht, denn sie ist froh ein Dach über dem Kopf zu haben.

"Es war dunkel und still am Fluss. Das Wort <> ist ein Adjektiv. Ein Adjektiv beschreibt ein Substantiv: Der gruselige Fluss." (Seite 198)

Kim Slater hat ein sehr interessantes Buch geschrieben, gerade weil auch Kierans Gedanken (siehe oben) ausgesprochen werden, das er erklärt, womit er Schwierigkeiten hat. Außerdem ist es keine Fantasiewelt, es ist im hier und jetzt. Kieran beklagt sich über das Schulessen, denn seit Jamie Oliver ist es nicht besser geworden, nur anders.

Es gibt dutzende kleiner Zitate in diesem Buch, die man herausstellen kann, weil sie einem aus dem Herzen sprechen, weil sie so sind wie das Leben, weil sie so sind, wie ein Jugendlicher denkt, mal gut und mal beschissen.

"Ich schaute auf die Haustür. Ich erinnerte mich, wie der Taxifahrer immer die EInkaufstüten mit Lebensmitteln vor der Tür abgestellt hatte. Wir mussten zwischen der Küche und Haustür hin und herlaufen, um alles rein zu holen. Es war keine lästige Pflicht - es war einfach super. Mir wurde jedes Mal innerlich ganz warm dabei, als wären Grandma und ich ein perfektes Team." (Seite 99)

"Ich zeichnete Menschen und Schiffe auf dem Fluss. Ich zeichnete Industriegebäude wie Butler's Wharf, wo früher die großen Lagerhäuser waren. Es gab Hunde, Enten und rauchende Schornsteine in meinem Bild. Lowrys Gemälde zeigten mir, wie man alles miteinander mischte, nicht anders als im wirklichen Leben. In Bildern kannst du malen, was du willst. Malen läßt deine Gedanken zu Ruhe kommen und macht, dass du nicht mehr depressiv ist." (Seite 139)

"Es war wie in einem Spiel, aber es war die Wirklichkeit. Wenn sie mich erwischten, würden sie mir etwas Schlimmes antun. Ich hatte meine ganzen kostbaren Sachen im Ranzen. Sie hatten für niemanden einen Wert, nur für mich, aber dese Schlägertypen würden sie trotzdem klauen und kaputt machen. Der Fall wäre nichts weiter als ein weiterer Kringel auf der Verbrecherkarte der Polizei. Ich weiß nicht, warum die Jugendlichen hier so einen Spaß daran haben, Leuten etwas anzutun." (Seite 199)

Fazit:
Realistisch traurig. Ich bin froh es gelesen zu habe.


Nachtrag:
Lawrence Stephen Lowry: Lowry ist berühmt für seine Gemälde, die Szenen aus dem Leben in den industriellen Gegenden Nordenglands am Anfang des 20. Jahrhunderts darstellen. Er hatte eine sehr ausgeprägte Art zu malen und ist vor allem für die naive Darstellung von Stadtlandschaften bekannt, die vorwiegend in Grautönen gehalten und mit einer Vielzahl kleiner Figuren (matchstick men = Streichholzmännchen) bevölkert sind (Wikipedia).

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susiunis avatar

Rezension zu "Smart oder Die Welt mit anderen Augen" von Kim Slater

Wie Kieran seine Welt sieht
susiunivor 2 Jahren

Mit seinen 15 Jahren ist Kieran anders als der Rest seiner Mitschüler und Mitmenschen. In der Schule muss er Spott erdulden. Doch seine Lehrerin für Sozialverhalten, Miss Crane, hilft ihm die Stimmungen und Regungen anderer korrekt interpretieren zu können und darauf zu reagieren, so wie es meist erwartet wird. Doch leider kann die Lehrerin nicht auch zu Hause aushelfen. Hier widerfährt Kieran durch seinen Stiefvater und –bruder viel Schlechtes. Er besitzt ein ausgezeichnetes Zeichentalent, ein Gespür für Details und liebt Kriminalstories und –serien. Als sich eines Tages am Flussufer ein toter Obdachloser findet, ist Kieran ganz in seinem Element und beginnt die Ermittlungen.

Ein recht nachdenkliches Buch, das mich schnell fesseln konnte. Es blickt auch hinter die Fassade und erzählt so u.a. die tragische Lebensgeschichte eines Obdachlosen. Gut gefallen hat mir wie Kieran die Welt sieht und Dinge beschreibt. Eine meiner Lieblingsszenen war die Beschreibung von Wissenschaftlern: "sie glauben nichts, bevor sie es nicht sehen oder messen können; und doch gibt es viele Dinge, die Wissenschaftler nicht verstehen, z.B. wie sehr Menschen jemanden lieben oder woher die Liebe kommt". Im Buch wurde er so oft erwähnt: Laurence Stephen Lowry. Sodass ich doch glatt einmal ein paar seiner Arbeiten angeschaut habe. Am liebsten mag ich die Jahrmarktszene und ja, es sind oft Hunde dabei, das hat Kieran sehr gut beobachtet. Ich fand es erstaunlich, dass ich mir die Bilder genauso vorgestellt hatte. Dies zeigt wie gut Kieran Dinge beobachten und beschreiben kann. Wirklich faszinierend, wie gut Kim Smart sich in ihre Figuren hineinversetzt und deren Gedankengänge zu Papier bringt. Ein gelungenes Jugendbuch!

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MosquitoDiaos avatar

Rezension zu "Smart oder Die Welt mit anderen Augen" von Kim Slater

Smart. Oder die Welt mit anderen Augen / Kim Slater
MosquitoDiaovor 2 Jahren

Verstehst du, deshalb schreibe ich gern in mein Notizbuch. Ich kann dort über alles sprechen, was je erfunden wurde, und niemand kann mich deswegen schimpfen.

Inhalt

Auch wenn Kieran Woods von seinen Mitmenschen oft als „Downy“ oder „Spasti“ bezeichnet wird, ist das einfach nicht zutreffend. Er sieht die Welt lediglich mit anderen Augen und kann die meisten Verhaltensweisen einfach nicht nachvollziehen. Wieso besucht ihn seine geliebte Grandma nicht mehr? Wieso untersucht die Polizei nicht den Todesfall von Collin, dem Obdachlosen? Wieso bleibt seine Mum bei Tony, obwohl er sie schlägt?
Doch eins ist ihm bewusst: er muss etwas ändern.
Er verspricht Collins Geist und seiner Freundin Jean, auch wenn sie von sonst allen anderen als verrückt bezeichnet wird, den Mord aufzuklären. Er wird einen Weg finden, zu seiner Grandma zu kommen, egal was für Wege er dafür einschlagen muss. Und für das Problem mit Tony findet sich sicher auch noch eine Lösung…

Meinung

Ich bin Anfang des Jahres schon bei einer Pressebörse für Kinder- und Jugendbücher über dieses Werk gestolpert, als ich es nun von meiner Buchhandlung als Reziexemplar bekommen hab, war die Freue groß. Allerdings muss ich gestehen, dass es so ganz anders war, als ich es vermutet hab. Mir hat sich regelmäßig das Herz zusammengezogen, wegen all dem Schmerz und Leid in dieser Geschichte. Deswegen fällt es mir schwer, es wirklich schon einer Zielgruppe von 10 Jahren in die Hand zu drücken. Aber vielleicht empfindet und sieht man manche Sachen später auch einfach anders und sieht, wie im Titel so schon erläuter, als Kind die Welt mit anderen Augen. Hier werden so viele Themen angesprochen, die sonst gern verschwiegen werden. In meinen Augen eine absolute Meisterleistung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

4/5 Herzen
♥♥♥♥♥


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