New York 2140

von Kim Stanley Robinson 
4,2 Sterne bei9 Bewertungen
New York 2140
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Tolle Geschichte gepaart mit interessanten Charakteren in einer faszinierenden Zukunft. Das Ende ist ab einem gewissen Punkt vorhersehbar.

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Eine insgesamt großartige, wenn auch teilweise langatmige 800-Seiten-Story, der etwas mehr „Action“ gut getan hätte.

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Inhaltsangabe zu "New York 2140"

New York, einhundert Jahre später. Der Meeresspiegel ist angestiegen, und die Straßen des Big Apple haben sich in Kanäle verwandelt und aus den einstigen Wolkenkratzern sind hoch aufragende Inseln geworden. Aber noch hat New York sich nicht aufgegeben. In einem Haus treffen so unterschiedliche wie ergreifende Schicksale aufeinander – Schicksale, die von der Zukunft nach dem Ökokollaps erzählen. Da ist zum Beispiel ein nimmermüder Detektiv, und da ist das Internet-Sternchen. Auf dem Dach leben die Coder. Ihr Verschwinden setzt schließlich eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben aller New Yorker für immer beeinflussen werden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453319004
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:816 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:14.05.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Babschas avatar
    Babschavor einem Monat
    Das Szenario mal zu Ende gedacht

    In 2140 ist die Klimakatastrophe bereits lange gelebte Realität. Nachdem sich seit dem 21. Jahrhundert ungeheure Mengen abgebrochenes Eis der Arktis verflüssigt haben, ist der Meeresspiegel kontinuierlich um 15 Meter gestiegen und hat damit weltweit alle küstennahen Städte ganz oder teilweise unter Wasser gesetzt. New York, die zentrale Stadt des Buches, hat es natürlich auch mit zwei riesigen Flutwellen massiv erwischt. Lower Manhattan steht bis hoch nach Midtown permanent vier Stockwerke unter Wasser. Die Menschen verkehren auf den Avenues und Straßen mit Booten, mittels zwischen den Hochhäusern errichteter Brücken und Röhren oder direkt über Fluzeuge und Luftschiffe. Das Kapital hat sich ins trockene Uptown zurückgezogen und dort neue Superwolkenkratzer im Dubaistil errichtet. Nichtsdestotrotz haben sich die Menschen auch in den südlichen Stadtteilen mit der Situation arrangiert und eine Art Supervenedig konstruiert; jeder Fleck Wohnraum ist dort nach wie vor - legal wie illegal- bewohnt.

    So weit, so gut. Beeindruckend am Buch ist, wie ideenreich und ausgefeilt der Autor hier am Beispiel New Yorks seine Vision eines Lebens in den Küstenmetropolen unter völlig neuen Rahmenbedingungen präsentiert. Gleiches gilt für seine streckenweise sehr interessanten und von offensichtlich hoher geologischer Sachkenntnis geprägten Ausführungen und wie er das Thema Umwelt hier gekonnt in ein immer mehr eskalierendes Spannungsverhältnis zu den unverändert skrupellos agierenden Mahlsteinen aus politischen und wirtschaftlichen Interessenvertretern setzt. Die stetigen Wechsel zwischen zum einen elaborierter und dann plötzlich wieder ziemlich drastisch-ordinärer Sprache sind eigenwillig, passen aber durchaus. Highlights des Werkes sind die immer wieder eingestreuten Kapitel, in denen ein fiktiver klugscheißender "Bürger" losgelöst vom eigentlichen Buch zynisch rückblickend die Menschheit in ihrer ganzen Unvollkommenheit, Unfähigkeit und korrumpierten Geldgeilheit (siehe die Geschehnisse von 2008) vorführt, die trotz der ganzen Warnschüsse der Vergangenheit zum Thema Klima einfach immer weiter gemacht hat und sich insofern jetzt nicht zu wundern braucht.

    Was stört, ist der sich nach schwungvollem Beginn leider immer mehr einschleichende Ermüdungseffekt beim Lesen. Das Ding ist mit 800 Seiten für die eher banalen Handlungsstränge, in die sich hier etwa zwei Handvoll Protagonisten verstricken, eindeutig zu lang geraten. Endlos erscheinende, offensichtlich auf den ortskundigen, amerikanischen Leser zugeschnittene Stadtbeschreibungen in Verbindung mit bis in tiefste Tiefen erläuterte wirtschaftliche und politische Sachzusammenhänge (zumindest nimmt man mit, wie Hedgefonds funktionieren und deren Manager ticken) lassen irgendwie überhaupt keine echte Spannung aufkommen. Belebende action ebenfalls Fehlanzeige. So bleibt eigentlich insgesamt eher ein zugegebenermaßen fundiert und zielgerichtet geschriebenes "Öko-Sachbuch" in Erinnerung, jedoch kein spannender ausgewogener Zukunftsthriller. Aber vielleicht hat der Autor den ja auch gar nicht im Sinn gehabt. Keine Ahnung.  

    Kommentare: 2
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    angeltearzs avatar
    angeltearzvor 2 Monaten
    New York 2140

    Zwischendurch lese ich sehr gerne einen Roman, der mich aus meiner Wohlfühlzone herausholt. Das Thema in “New York 2140” hat mich direkt begeistert. Ich mag Katastrophen-Geschichten unheimlich gerne. Wenn sie dann auch noch nah an der Realität sind bzw. sogar passieren könnten, mag ich es noch lieber. Dieses Buch schiebt sich somit in die Utopie. Der Nordpol ist geschmolzen und New York steht unter Wasser. Die meisten Bewohner sind noch dort und beschützen ihr Hab und Gut. Im “Met” leben noch viele Menschen, die wir hier verfolgen dürfen.
    Ich finde die Geschichte großartig. Es ist schön zu lesen, wie die Menschen füreinander da sind. Und auch wie sie leben, wie sie sich Lebensmittel beschaffen und selber anbauen. Wie die Wirtschaft funktioniert. Und natürlich auch die Finanzlage, was ein recht großes Thema ist. Das finde ich persönlich etwas langweilig, aber es war zu erwarten, dass mir nicht alles gut gefällt in diesem Buch.

    816 Seiten umfasst das Buch und es ist in Episoden erzählt. Wir begleiten die verschiedenen Charaktere, wie sie teilweise ihr eigenes Leben führen, aber auch zusammen in der Wohngemeinschaft oder auch nur mit den anderen Charakteren agieren. Ich mag Episoden sehr gerne lesen. Es ist so schön, wenn man einen Charakter besonders gerne mag und ihn begleiten darf oder er dann irgendwo anders wieder auftaucht. Die einzelnen Episoden wurden dann noch mal in Kapitel unterteilt. Das klingt jetzt vielleicht viel, aber die Kapitel waren eher zweitrangig oder eher gar nicht nötig. Durch die Sprünge zwischen den Charakteren war es ganz angenehm zu lesen.

    Der Schreibstil des Autors ist leider recht schwer. Ich habe lange gebraucht bis ich drin war und dem Buch folgen konnte. Ich hatte auch leider immer wieder Probleme rein zu kommen, wenn ich das Buch zur Seite gelegt habe.

    Die Charaktere fand ich alle richtig gut gemacht. Ich hätte hier aber gerne etwas mehr Tiefe erwartet. Die Charaktere waren alle durchweg oberflächlich. Einer hat über die Zeit vor den Wellen erzählt, die New York getroffen haben. Aber direkt über ihn selber hat man auch wieder wenig erfahren. Aber dafür kommt dann doch noch eine ganz süße Liebesgeschichte vor. Mit der hätte ich am Wenigsten gerechnet. Ich muss sie einfach erwähnen, weil sie einfach süß ist.
    Ich glaube, hier geht es eher um New York selbst als über die Charaktere, die dort leben. Es geht um die Stadt, wie sie sich gewandelt hat und weiterhin existiert. Die Charaktere sind einfach da, um die Stadt lebendig zu machen. Es ist schwierig zu erklären.
    Der beste Charakter war allerdings “Der Bürger”, dessen Namen wir nie erfahren werden. Er hat Hintergrundwissen geliefert und das in einem Humor, der vollkommen meiner ist. Die beiden Zitate stammen von ihm. Am Liebsten hätte ich nur von ihm gelesen.

    Neben New York war eben auch unser Planet ein ganz großes Thema in diesem Buch und das zu recht. Das Buch ist, als würde ein ganz großer Zeigefinger auf uns zeigen und uns wachrütteln wollen. Was passiert, wenn wir nicht endlich anfangen unseren Planeten zu beschützen.

    Von mir gibt es eine dicke Lesempfehlung.

    Das Cover: Mich hat das Cover sofort angesprochen. Ich mag Katastrophen-Geschichten sehr gerne und das Cover verspricht es ja regelrecht.

    Fazit: Der Schreibstil des Autors ist sehr schwer, was das Lesen nicht sehr einfach gemacht hat. Aber sonst ist einfach alles genial. Die Geschichte, der Hintergrund und auch die Charaktere.

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    Janolds avatar
    Janoldvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine insgesamt großartige, wenn auch teilweise langatmige 800-Seiten-Story, der etwas mehr „Action“ gut getan hätte.
    Welt unter Wasser.


    Mit aufwändiger Detailgenauigkeit schildert der Autor in „New York 2140“ die Auswirkungen des Klimawandels und verbindet die global stattfindenden Ereignisse mit nachempfindbaren Shicksalen von Menschen, die in „New Venedig“  ihr Leben zu meistern versuchen. Beeindruckemd auch die Darstellung der gierigen Finanzwelt-Eliten, die vor wirklich nichts zurückschrecken. Eine insgesamt großartige, wenn auch teilweise langatmige 800-Seiten-Story, der etwas mehr „Action“ gut getan hätte.

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    Haverss avatar
    Haversvor 3 Monaten
    Eine kritische und äußerst spannende Zukunftsvision

    Da sie dem Klimawandel keine besondere Beachtung schenken, sind die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Welche Konsequenzen die kontinuierliche Erderwärmung auch für die Vereinigten Staaten haben könnte, scheint in Washington offenbar niemand auf dem Schirm zu haben. Zumindest genießt dieser Fakt keine besondere Priorität. Klima ist Nebensache, im Mittelpunkt des Interesses stehen ausschließlich monetäre Interessen. Soweit die Realität.

    Kommen wir zur Fiktion. In seinem Science-Fiction Roman „New York 2140“ führt uns der amerikanische Autor Kim Stanley Robinson vor Augen, was passieren könnte, wenn der Meeresspiegel unkontrolliert ansteigt. New York, wie wir es kennen, liegt zum großen Teil unter Wasser. Zwei große Flutwellen haben dafür gesorgt, dass sich das Leben in der Metropole drastisch verändert hat, ein „Supervenedig“ ist entstanden, in dem die Bewohner ihren Alltag an die geänderten Bedingungen anpassen müssen. Fortbewegung ist nur noch per Boot möglich, die Lebensräume konzentrieren sich auf Wolkenkratzer, die noch nicht komplett überspült wurden. Das tägliche Leben wird weitestgehend genossenschaftlich organisiert, die Versorgung mit Lebensmitteln erfolgt über den Anbau auf den Dachterrassen. Mahlzeiten werden gemeinsam zubereitet und verzehrt, es gibt mehr Miteinander als vor der Flut. Dennoch, die Welt ist zwar neu, aber nicht uneingeschränkt schöner. Es gibt noch immer Menschen, die unterhalb der Wasserlinie leben und für ihren Unterhalt in den toxischen Gewässern sorgen müssen. „Wasserratten“, obdachlose Kinder, die zum Überleben auf das Wohlwollen ihrer Mitmenschen angewiesen sind. Und langsam aber sicher kriechen auch die Spekulanten wieder aus ihren Löchern. Wie Franklin, aalglatter Investmentbanker, der sich über persönliche Beziehungen Informationen über bevorstehende Gentrifizierungen innerhalb der Metropole verschafft. Er ist ein Bewohner des Met Life Tower, auf den Robinson sein besonderes Augenmerk richtet.

    Der Autor lässt wechselweise insgesamt acht Personen zu Wort kommen: Mutt und Jeff, Programmierer ohne festen Wohnsitz, die spurlos verschwinden. Gen, eine Inspektorin beim NYPD, die mit den Ermittlungen zu diesem Fall betraut wird. Franklin, der bereits erwähnte Banker mit dem besonderen Interesse an Immobilienpreisen in den überfluteten Gebieten. Stefan und Roberto, zwei Jungs ohne Familie, die einen Schatz in der Bronx heben wollen. Amelia, die Videobloggerin, mit ihren Reportagen aus einem Zeppelin die Menschen für Umweltthemen sensibilisieren möchte. Charlotte, Sozialarbeiterin mit Schwerpunkt Einwanderer und im Verwaltungsrat des Met Life Tower vertreten. Vlad, Hausmeister, der sich im Tower um die anfallenden Arbeiten kümmert. Und schließlich der „Bürger“ mit seinen Kommentaren zur Historie von New York sowie der Gegenwart.

    Es ist eine kritische und äußerst spannende Zukunftsvision, die Robinson in „New York 2140“ entwirft, denn die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten sorgen für eine immense Themenvielfalt, aus der sich im Laufe der Lektüre immer stärker die Zusammenhänge bzw. Einflüsse zwischen Wirtschaftslage und Klimaveränderung herauskristallisieren. Lesen!

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    TheBookAndTheOwls avatar
    TheBookAndTheOwlvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Einfach genial!
    Eine spannende Geschichte mit starken Helden!

    Okay, let's get straight to the point - 


    Ich liebe, liebe, liebe dieses Buch. Es wird zwar nicht eines meiner absoluten All-Time-Favoriten, aber es war dennoch unglaublich Klasse!

    Die Mars-Trilogie habe ich von KSR leider noch nicht gelesen, deswegen kann ich zu ihrem früheren Sci-Fi-Werk keinen Vergleich ziehen. (Ich werde mir die Bücher aber definitiv zulegen!)

    Okay, dann fangen wir mal an!

    Was hat mit gefallen?

    1. Die verschiedenen Erzählperspektiven/-sichtweisen/you name it.
    2. Es ist ziemlich... optimistisch erzählt? Ich weiß nicht, wie genau ich das formulieren soll. Jedenfalls wird einem die Ansicht vermittelt, dass die Menschheit als solche - als Spezies - durchaus in der Lage ist, ihre schlechten Gewohnheiten abzulegen und... ja... erwachsen zu werden im universellen Sinne? Call it utopia, wobei das Buch an sich in keinster Weise utopisch ausgelegt ist. Es ist ein wirklich interessanter Widerspruch, der das Buch so faszinierend gemacht hat. 
    3. Das Core-Element der Menschheit wird quasi zum Mittelpunkt der Geschichte gemacht. So viele Dinge passieren in New York (Buch natürlich), aber dennoch bleibt der Mensch im Inneren ein Mensch. Also auch wenn die Umgebung sich verändern mag, behält man doch noch die Dinge, die "Menschlichkeit" ausmachen. Also, die guten Dinge, nicht die schlechten. Bspw. Freundschaft, Liebe etc. Ich hoffe, ihr wisst, worauf ich hinaus will. 
    4. Der Schreibstil war wirklich sehr erfrischend und erinnerte mich teilweise an "Die steinernen Götter", ein Buch, bei dem ich den Schreibstil auch hart gefeiert hatte.

    Definitiv die 5 Sterne wert!




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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor 4 Monaten
    Rezension zu "New York 2140"

    Der Meeresspiegel hat sich weltweit gehoben. Fast alles steht unter Wasser. Gerade in den Städten haben sich autarke Komplexe gebildet. Hochhäuser die in sich abgeschlossene kleine Städte bilden.

    In solch einem Komplex arbeitet Vlade als Hausmeister. Bei einem Rundgang entdeckt Vlade, dass die Versiegelung gegen das ständige Wasser beschädigt ist. Und das wurde auch noch durch Absicht herbeigeführt.

    Hat es etwa damit zu tun, dass ein horrendes Kaufangebot auf das Gebäude abgegeben wurde? Doch zu welchem Zweck sollte dann Wasser in den Komplex laufen?

    Doch wer blickt schon wirklich hinter die Geldgier der einzelnen Menschen und was sie tun um an noch mehr Geld zu kommen.

    „New York 2140“ ist ein Science Fiction Roman aus der Feder des Autors Kim Stanley Robinson.

    Das Cover hat mich gleich in den Bann gezogen. Die Stadt im Wasser hat für mich eine erschreckende Anziehungskraft. Trotzdem finde ich das Bild wunderschön.

    Die Story selbst ist sehr interessant gestaltet. Der Autor hat eine große Fantasie, was die Fortbewegungsmittel und Lebensarten für dieses Buch betrifft. Es war immer wieder spannend zu lesen, was sich der Autor noch hat einfallen lassen.

    Auch die verschiedenen Handlungsstränge fand ich sehr gut gewoben und alle ergaben am Ende dann auch ein passendes Ende.

    Bei einem Buch mit 810 Seiten brauchte ich schon meine Zeit, um es durchzulesen. Selbst bei einem so guten Buch, kann ich nur eine bestimmte Zeit am Tag lesen. So hatte ich dann recht lange an dem Buch und fand es trotzdem klasse.

    Es war auch für mich wieder einmal eine etwas neue Story, der ich mit Spannung gefolgt bin. Im Grunde ist es zwar die typische menschliche Geschichte aus Geld- und Machtgier. Trotzdem kann ich das Buch wirklich weiter empfehlen. Mir hat es richtig gut gefallen.

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    M
    michael_lehmann-papevor 5 Monaten
    Spannend und mit (selten direkt) erhobenem Zeigefinger

    Spannend und mit (selten direkt) erhobenem Zeigefinger

    Vlade, Hausmeister im „Metropolien“, eine der noch stehenden “Hochhausburgen“ in Downtown Manhattan, entdeckt schwieriges, noch nie Erlebtes, gefährliches bei einem seiner Rundgänge durch die Kellerzone des Hauses, in dem über 2000 Menschen in einer Art autarken Genossenschaft leben.

    Die Versiegelung gegen das ständig anlaufende Wasser ist beschädigt. Und zwar gezielt, wie Vlade sieht. Steht das im Zusammenhang mit einem irrwitzigen Kaufangebot für das Gebäude? Vier Milliarden Dollar durch einen nicht genannten Bieter über eine Kanzlei?

    Oder steht es in Zusammenhang mit den beiden jungen, begabten „Quads“, Programmieren, die in die Highend Finanzwelt des „neuen New Yorks“ ein kleines Programm eingeschleust haben und umgehend danach verschwunden sind? Auch diese übrigens Bewohner des „Met“.

    Ein Verschwinden, dem sich Inspektorin Gen vom NYPD zuwendet. Eine Ex- Wassersumo-Ringerin mit damals beträchtlichem Erfolg und heute noch legendenhaftem Ruf.

    Gemeinsam mit Amanda, eine der führenden Persönlichkeiten des Wohnturms, der dieses Angebot schwierige Zeiten prophezeit. Denn was, wenn die Versammlung aller Bewohner sich vom Geld blenden lassen?

    Wie Franklin etwa, Hedgefonds, kühl, professionell, erfolgreich. Der einen eigenen Index entwickelt hat und nun wohl „short“ gehen muss, um, wie immer, viel Geld zu erlösen. Bits im Kasino der Börse, mehr nicht. Auch wenn er sich gerade wohl in Jojo verliebt hat und damit etwas kennenlernt, was ihm bisher nicht gegeben war: Ein gewisses Interesse für einen anderen Menschen.

    Klar, Franklin rettet, und das nicht nur einmal, zwei halbwüchsige Jungs auf Schatzsuche in gefährlichen Gefilden, aber das eher gezwungenermaßen, Interesse weckt das nicht groß bei ihm.

    In diesem New York nach der „zweiten Welle“, innerhalb derer sich der Meeresspiegel um 15 Meter weltweit erhoben hat und das, was früher den Kern New Yorks ausmachte nun einige Meter unter Wasser versetzt hat.

    Wobei einerseits sich das Gefüge des sozialen Miteinanders geringfügig veränderte (immerhin gibt es nun solche Wohngenossenschaften), im Großen und Ganzen aber ist alles beim Alten. Außer dass die Politik im Zuge der Verwüstungen endgültig die Segel gestrichen hat und die Finanzwelt übernommen hat. Mit ihrer Zentrale in Denver, aber natürlich ist und bleibt Macht, Reichtum, Geld der höchste Wert. Für die da oben.

    Eine Welt, die Robinson detailliert und kleinteilig zu beschreiben weiß, von Wasser-Omnibussen über Hochbrücken bis zum Sandabbau für neue Strände, von der gefährlich und dennoch Abenteuer anlockenden „Gezeitenzone“ bis hin zur Schatzsuche unter einer Taucherglocke in 6 Meter Tiefe auf den ehemaligen Straßen New Yorks.

    In denen Robinson seine Figuren mit ebenso viel Liebe und Geduld überaus differenziert entwickelt, wie die Welt, in der diese nun zurechtkommen müssen. Und dabei mehrere, in sich spannende, Fäden zu einem Gesamtbild mit Überraschungen und Wendungen zusammenführt.

    Dass Robinson dabei mit ironischer Verzweiflung in der Gegenwart auf die Gattung Mensch blickt, auf den Umgang mit der Natur und miteinander, auf die reine Auswertung auf (eher fiktives) Geld, das erschließt aus klar abgegrenzten „Zwischenkapiteln“, in denen der Autor selbst das Wort direkt an den Leser richtet.

    Ein lehrreiches, interessantes, spannendes, flüssig und gut erzähltes Lesevergnügen, dass sich durchaus zur kritischen Reflexion des Lesers zudem noch eignet.

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    DrWarthrops avatar
    DrWarthropvor einem Monat
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte gepaart mit interessanten Charakteren in einer faszinierenden Zukunft. Das Ende ist ab einem gewissen Punkt vorhersehbar.
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    Julialiciouuss avatar
    Julialiciouusvor 4 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

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