Der Geschmack der Sehnsucht

von Kim Thúy 
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Der Geschmack der Sehnsucht
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Eine berührende Geschichte, die in die Kultur und Küche Vietnams entführt

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So lernt man ein Land anders kennen

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Inhaltsangabe zu "Der Geschmack der Sehnsucht"

In den Wirren des vietnamesischen Bürgerkriegs wird ein junges Mädchen weitergereicht; erst bei der dritten 'Mutter', einer Lehrerin, findet Mãn ein Zuhause. Doch dann entscheidet sich auch die neue Mutter, sie in die Ferne zu schicken: in eine arrangierte Ehe mit einem älteren Mann, der nach Kanada ausgewandert ist. Zuerst nimmt die junge Frau die neue Heimat nur durch die Luke der kleinen Suppenküche wahr, die dem ungleichen Paar den Lebensunterhalt sichert. Doch dann besinnt sie sich auf ein Vermächtnis, das ihr die Mutter mitgegeben hat: die Kunst des Kochens, die Sprache der Gewürze, die zugleich die der Sehnsucht ist und in der jedes Kraut, jede Zutat eine besondere Bedeutung hat, eine Geschichte erzählt. Bald werden sie und ihre Kunst entdeckt – und mit dem Erfolg entdeckt sie sich selbst, findet eine neue Sprache, in der auch Wünsche und Sehnsüchte zu Wort kommen dürfen. Bis sie schließlich einem anderen 'Fremden' begegnet und eine so überraschende wie unbedingte Liebe ihr die Möglichkeit eines neuen Lebens aufzeigt. In Kim Thúys berührendem Exilroman verbindet sich der Duft der Gewürze mit der Sehnsucht nach einem Leben, das die Möglichkeit der Liebe einschließt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783888979286
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:143 Seiten
Verlag:Kunstmann, A
Erscheinungsdatum:26.02.2014

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    SarahVvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine berührende Geschichte, die in die Kultur und Küche Vietnams entführt
    Eine berührende Geschichte, die in die Kultur und Küche Vietnams entführt

    Nach ihrem Überraschungs-Beststeller "Der Klang der Fremde" ist Kim Thúy auch mit "Der Geschmack der Sehnsucht" ein außergewöhnliches Werk gelungen. In ihrem zweiten Roman schildert die in Saigon geborene, inwischen aber in Montréal lebende  Autorin die Geschichte einer Vietnamesin, die durch eine Zwangsheirat nach Kanada geschickt wird, um sie so vor dem Unheil des Bürgerkrieges in ihrer Heimat zu bewahren.

    Der Roman setzt sich aus kurzen Abschnitten zusammen, die sich fragmentartig aneinderreihen. Dadurch ergeben sich einige Gedankenprünge, die den Leser oftmals dazu zwingen, dem Verlauf der Geschichte aufmerksam folgen zu müssen. Dennoch bilden die einzelnen Fragmente, die Erinnerungen der Protagonistin sowie gegenwärtige Erlebnisse enthalten, schließlich eine abgeschlossene Geschichte, die die Freuden der Protagonistin im Exil und die Sehnsucht nach der Heimat eindrucksvoll gegenüber stellen.

    Besonderen Charme verleihen die vietnamesischen Wörter, die sich am Rande eines jeden Abschnitts finden lassen und als Art Titel der jeweiligen Textpassage dienen.

    Der Roman bietet darüber hinaus einen tollen Einblick in die vietnamesische Kultur. Durch die Protagonisten erhalten die Leser zudem einen Blick auf die Mentalität einer Vietnamesin - zurückhaltend, duldsam, wenig emotional, bescheiden und feißig. Als Kochbegeisterte fand ich es zudem eindrucksvoll, wie sich die Vietnamesin mit großer Hingabe dem Vermächtnis ihrer Mutter - der hohen Kunst des Kochens - widmet.

    "Der Geschmack der Sehnsucht" ist eine außergwöhnliche und zauberhafte Geschichte über eine Frau, die die Liebe kennenlernt und deren Exil zu einer neuen Heimat wird.


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    Carlosiavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: So lernt man ein Land anders kennen
    Vietnam anders kennen lernen

    Klappentext:
    In den Wirren des vietnamesischen Bürgerkriegs wird ein junges Mädchen weitergereicht; erst bei der dritten »Mutter«, einer Lehrerin, findet Mãn ein Zuhause. Doch dann entscheidet sich auch die neue Mutter, sie in die Ferne zu schicken: in eine arrangierte Ehe mit einem älteren Mann, der nach Kanada ausgewandert ist. Zuerst nimmt die junge Frau die neue Heimat nur durch die Luke der kleinen Suppenküche wahr, die dem ungleichen Paar den Lebensunterhalt sichert. Doch dann besinnt sie sich auf ein Vermächtnis, das ihr die Mutter mitgegeben hat: die Kunst des Kochens, die Sprache der Gewürze, die zugleich die der Sehnsucht ist und in der jedes Kraut, jede Zutat eine besondere Bedeutung hat, eine Geschichte erzählt. Bald werden sie und ihre Kunst entdeckt und mit dem Erfolg entdeckt sie sich selbst, findet eine neue Sprache, in der auch Wünsche und Sehnsüchte zu Wort kommen dürfen. Bis sie schließlich einem anderen »Fremden« begegnet und eine so überraschende wie unbedingte Liebe ihr die Möglichkeit eines neuen Lebens aufzeigt. In Kim Thúys berührendem Exilroman verbindet sich der Duft der Gewürze mit der Sehnsucht nach einem Leben, das die Möglichkeit der Liebe einschließt.

    Über den Autorin:
    (Wikipedia)
    Kim Thúy verbrachte ihre ersten zehn Lebensjahre in Vietnam, bevor sie 1978 mit ihren Eltern und zwei Brüdern als boat people nach Kanada floh und sich in Montreal in der Provinz Québec niederließ. Hier begann Thúy ihre Studien an der Université de Montréal in den Fächern Recht (Abschluss 1983), sowie in Sprachwissenschaften und Übersetzung, die sie 1990 abschloss. Sie arbeitete als Übersetzerin und Rechtsanwältin und war Gastronomin und Gastrokritikerin für Radio und Fernsehen. Heute lebt Kim Thúy als Schriftstellerin französischer Sprache mit ihrem Mann und zwei Kindern in Montreal.

    Ihr erstes Buch "Ru" (2009) – der Titel bedeutet auf Vietnamesisch "Wiegenlied" und auf Französisch "Bächlein" – war ein internationaler Erfolg und brachte ihr zahlreiche Preise ein. Auf Deutsch erschien es unter dem Titel "Der Klang der Fremde" in der Übersetzung von Andrea Alvermann und Brigitte Große im Verlag Antje Kunstmann. In diesem assoziativ erzählten autobiografischen Werk schildert sie ihre Erlebnisse als Kind einer wohlhabenden Familie in Vietnam während der Tet-Offensive, Vertreibung und Flucht, das Grauen in einem malaysischen Flüchtlingslager und schließlich ihre Ankunft im Wunderland Kanada, das sich dann doch nicht als ganz so wunderbar erwies. In einer schönen, sinnlichen Sprache und kostbaren Bildern stellt sie immer wieder die beiden Welten gegenüber, ganz ohne Bitterkeit und mit sehr viel Humor.

    2011 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem französisch-slowakisch-schweizerischen Autor Pascal Janovjak "À toi": Die beiden trafen sich eines Abends in einem Hotel in Monaco, erzählten einander beim Frühstück ihre Geschichte, und anschließend reiste sie nach Montréal, er nach Ramallah zurück. Das entstandene Werk ist das Ergebnis eines literarischen Blitzschlags: ein intensives Gespräch über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg - über das, was die Schönheit der Welt und die Verletzlichkeit der Menschen ausmacht.

    2013 erscheint ihr neues Buch "mãn" in ihrem kanadischen Verlag "Libre Expression". Es ist die – ebenfalls autobiografisch gespeiste – Liebesgeschichte einer Frau, zunächst zu den drei Frauen, die sie unter teils widrigen Umständen zur Welt gebracht, aufgenommen und erzogen haben, und schließlich zu dem Mann, den sie im kanadischen Schneegestöber kennenlernte.

    Ihr Verlag beschreibt ihr bisheriges Werk auf diese Weise: "Mãn" beschreibt die Lehrjahre der Liebe, in "À toi" geht es ums Leben, "Ru" erzählt vom Überleben.

     

    Erster Satz:
    Mama und ich, wir ähnelten einander nicht.

    Gestaltung:
    Die Gestaltung ist einer Seite sehr schlicht, aber zeigt und einfach unheimlich viel. Doch um wirklich das Cover zu verstehen muss man wirklich das Buch gelesen haben.


    Inhalt:
    Als sie klein war, hat sie alles was sie kannte zurück gelassen, um ein neues Leben zu leben, ohne Gefahr vor den Aufständen im Vietnam. Durch ihr Kochkünste wird sie berühmt, und durch jedes Gericht das sie zubereitet, denkt sie an ihre Heimat.


    Meine Meinung:
    Es ist eine wirklich sehr schöne Geschichte die vor allem über die Liebe zum Kochen und Backen handelt. Denn durch das Kochen sieht die Protagonisten sozusagen die Vergangenheit. Sie erinnert sich daran wie sie es im Vietnam erlernt hat.
    Die Geschichte ist sehr realistisch und gefühlvoll geschrieben. Es zeigt sehr gut wie kompliziert es ist im Leben Dinge hinter sich zu lassen und wie schön es ist in Erinnerungen zu schwelgen.  Zudem sind an den Ränder der Seiten immer ein paar Vokabel die man lernen kann wenn man Sprachlich sehr gut ist bzw. wenn einem so etwas leicht fällt – ich bin leider nicht so der Typ.
    Zudem finde ich das man ein klein wenig über den Vietnam lernen kann, durch dieses Buch.
    Einziger Kritikpunkt ist das die Geschichte teilweise sehr eintönig geschrieben ist und dadurch die ganze Geschichte etwas monoton ist.

    Bewertung:
    ∞∞∞∞

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    badwomans avatar
    badwomanvor 3 Jahren
    Eine neue Heimat

    Mãn ist eine junge Vietnamesin, das während des vietnamesischen Bürgerkriegs von einer "Mutter" zur nächsten weiter gereicht wird. Erst die dritte wird für sie zur wirklichen Mutter. Von ihr lernt sie viel über das Kochen und über Kräuter und deren Verwendung. Später wird Mãn mit einem älteren Mann verheiratet, der nach Kanada ausgewandert ist und dort eine Suppenküche betreibt. Sie arbeitet dort mit, anfangs schüchtern und mit kaum Kontakt zur Außenwelt. Doch als sie anfängt, nach ihren eigenen traditionellen Rezepten zu kochen, ändert sich die Situation. Sie wird mutiger, knüpft Kontakte, unter anderem zu Julie, die ihr hilft, Mitarbeiter zu finden, und sich überhaupt als Freundin erweist. Ihr Restaurant wird immer bekannter, sie bekommt Einladungen zu Koch-Events, u.a. nach Frankreich. Dort lernt sie Luc kennen... Das Buch ist in kurzen Absätzen geschrieben, die einen Titel in Deutsch und in der vietnamesischen Übersetzung haben. Eine schöne Idee, wie ich finde. Die Kapitel sind recht flüssig zu lesen, wenn auch manchmal Gedankensprünge da sind, denen ich nicht immer folgen konnte. Die Speisen werden liebevoll beschrieben, was eine sehnsüchtige Stimmung aufkommen lässt. Mãn scheint sich ein Stück Heimat zu "kochen". Gerne hätte ich noch mehr über das Leben in Vietnam erfahren, doch es geht wohl mehr um das Finden einer neuen Heimat. An manchen Stellen ist die Geschichte etwas langatmig, aber insgesamt nett geschrieben. Das Cover wie auch der Titel passen perfekt zum Buch.

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    Wuschelchen99s avatar
    Wuschelchen99vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Kurz und gut
    Poetischer Blick auf Vietnam

    Drei Mütter, ein Kind! Heftig. Wie kann so ein kleines Kind mit diesem Schicksal durchs Leben kommen? Das regelt die vietnamesische Kultur, die uns in Europa sehr fremd ist.
    Das Mädchen heißt Mãn und der Roman erzählt ihre Geschichte von den Wirren des vietnamesischen Bürgerkriegs bis hin zu ihrem Leben in Kanada mit einem viel älterem Mann. Ihre Kultur ist ihr wichtig, das von ihrer Mutter Gelernte kann sie erfolgreich umsetzen. Aber viele Dinge kommen auf sie zu, Bekanntes und Neues. Und ein Ende, das viele Fragen offen läßt, aber den Leser noch lange über das Buch nachdenken läßt.
    Ich war erstaunt über das kleine Büchlein und die kurzen und knappen Kapitel, die aber sehr viel der vietnamesischen Kultur vermitteln können. Eine sehr schöne Idee sind die vietnamesischen Wörter am Rand und die deutsche Übersetzung dazu. Sie passen haargenau zum Kapitel.
    Kim Thúy hat ein sehr poetisches, kleines Buch verfasst. Ihr Schreibtisch ist sehr ruhig, aber doch recht klar.Das romantische Cover reizt, das Buch in die Hand zu nehmen, aber die sehr authentisch geschriebene Geschichte reizt es auch zu lesen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Schönes Buch ... aber nichts für mich

    Wie in Vietnam oft üblich, wird auch für die junge Mãn eine Ehe arrangiert. Sie heiratet einen Vietnamesen, der nach Quebec ausgewandert ist und dort eine vietnamesische Suppenküche betreibt. Mãn übernimmt dort das Kochen und alles verändert sich. Für Mãn ist Kochen eine Kunstform, sie versucht mit jedem Gericht etwas auszudrücken und vor allem Erinnerungen zu wecken. So kommen zuerst immer mehr Vietnamesen in das – nun vergrößerte – Restaurant und nach und nach wird es zu einem der angesagtesten Restaurants Quebecs. Dabei hilft ihr auch ihre Freundin Julie, die das Gegenteil der introvertierten Mãn ist. Und als Mãn immer berühmter wird und auch ein Kochbuch veröffentlicht, geht sie auf Reisen und lernt Luc kennen – und zum ersten Mal in ihrem Leben auch die Liebe…

    Das Buch besteht aus vielen kurzen Abschnitten, oft nur eine halbe Seite lang, in denen Mãns Leben geschildert wird, dazwischen kommen Erinnerungen an ihre Kindheit und an die Kindheit ihrer Mutter, da deren Erinnerungen Mãn auch geprägt haben und da sie von ihr Kochen gelernt hat. Und immer wieder kommen Beschreibungen der Gerichte, die Mãn kocht und Erklärungen, warum sie sie so kocht und was ihre Bedeutung ist. Die Zeiten springen also hin und her und es gibt keine Überschriften oder irgendetwas, woran man am Anfang eines neuen Abschnittes sehen könnte, ob es um Mãns derzeitiges Leben oder um Erinnerungen gehen wird.

    "Der Geschmack der Sehnsucht" ist an sich ein wunderschönes Buch. Es ist sehr poetisch geschrieben und Mãns Gedanken zu den verschiedenen Gerichten, die sie kocht, und deren Zutaten sind sehr interessant. Auch ihre Geschichte und die ihrer Mutter haben mir gefallen.

    Trotzdem war es kein Buch für mich; mir hat zuviel gefehlt. Ich will einfach mehr wissen: Wie haben Mãn und Julie sich kennengelernt und wie wurde diese Freundschaft so eng? Wie ist Mãns Ehe, welche Beziehung hat sie zu ihren Kindern? Ihre Familie wird in wenigen Sätzen nebenbei abgehandelt. Einerseits schafft sie es immer, mit ihrer Kochkunst und mit kleinen Gesten auf Menschen einzugehen, sie hilft Paaren, zueinander zu finden, sie hilft einer Frau, die von ihrem Mann misshandelt wird, und doch bleibt sie mir als Mensch völlig fremd.

    Trotz aller Poesie und schönen Gedanken hat mich dieses Buch sehr unbefriedigt zurückgelassen, da meine Erwartungen, die ich an einen Roman stelle, nicht erfüllt wurden. Aber ich kann auch die Leser verstehen, die diesem Buch fünf Sterne geben. Wenn man mit anderen Erwartungen darangeht, kann es sicher eine sehr schöne Lektüre sein.

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    A
    Alice91vor 5 Jahren
    Der Geschmack der Sehnsucht

    Das Buch zeigt einem, dass das Leben in Vietnam ganz anders ist als bei uns.
    Die kleine Man wurde als Baby ausgesetzt und letztendlich von einer Lehrerin aufgenommen und großgezogen. Als sie größer war, wurde sie verheiratet und zog zu ihrem Mann nach Kanada. In seinem Restaurant half sie dann oft aus. Sie entwickelte eine Leidenschaft für's Kochen, was sie sehr gut kann und lockt so immer mehr Gäste in das Restaurant. Später gibt sie sogar Kochkurse und schreibt ein eigenes Kochbuch. Weil das Buch in Frankreich ein echter Hit ist, reist sie dort hin und trifft dabei die Liebe ihres Lebens.
    Es hat mir gut gefallen und war sehr sprunghaft geschrieben.

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    lord-byrons avatar
    lord-byronvor 5 Jahren
    Nicht einfach zu lesen

    Das junge Mädchen Mán wird während des vietnamesischen Bürgerkrieges von Mutter zu Mutter gereicht, bis sie schließlich bei ihrer Mama landet. Diese ist sehr gut zu ihr und bringt ihr die Geheimnisse des Kochens bei, um einen späteren Ehemann glücklich machen zu können. Als Mán im heiratsfähigen Alter ist, arrangiert sie eine Ehe mit einem wesentlich älteren Mann, der in Montreal eine Suppenküche unterhält. Mán lebt dort sehr isoliert, pendelt immer nur zwischen Küche und Schlafzimmer, das sie von der Küche aus über eine Wendeltreppe erreichen kann. In ihrer Ehe gibt es keine Liebe und so lebt die junge Frau vor sich hin. Die einzige Freude in ihrem Leben ist das Kochen. Und dann lernt sie Julie kennen, die wieder Lachen und Freude in Máns Leben bringt...

    Dieses kleine Büchlein hat es in sich. Auf nur 143 Seiten erzählt die Autorin eine Geschichte voller Gefühl, voller Gerüche und Rezepte. Eine Geschichte die geprägt ist von der Liebe zum Kochen, von der Liebe zu den unterschiedlichsten Gewürzen. Und eine Geschichte die uns zeigt, dass es im Leben nie zu spät ist sein Glück zu finden.

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch und nicht immer einfach zu lesen. Auch die Zeitsprünge machen es nicht leicht immer der Handlung zu folgen. Man muss sich wirklich auf dieses Buch konzentrieren und kann es nicht mal eben so schnell zwischendurch lesen. Aber wer sich die Zeit nimmt, der wird mit einer ungewöhnlichen Geschichte belohnt. Allerdings fand ich die Story manchmal auch regelrecht zerhackt und sprunghaft, so dass ich so manches mal den roten Faden verlor.

    Ich denke ich vergebe für dieses Buch 4 von 5 Punkten, denn ich empfand es schon als anstrengend zu lesen und verstand nicht immer worauf die Autorin hinaus wollte. Andererseits fand ich die Sprache einfach zauberhaft. "Der Geschmack der Sehnsucht" ist auf jeden Fall ein Buch über das man sich selbst eine Meinung bilden sollte.

    Ich schenke dir
    Das Leben, das ich nicht lebte
    Den Traum, von dem ich nur träumen konnte
    Eine Seele, die ich leer ließ
    In den weißen Nächten des Wartens
    Zu dir trage ich als Geschenk
    Das Gedicht, das ich nicht schrieb
    Den Schmerz, zu dem ich strebe
    Die Farbe der Wolke, die ich nicht kannte
    Die Sehnsüchte des Schweigens

    (Viet Phuong, Cua da mo Seite 17)

    © Beate Senft

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    Wortweltens avatar
    Wortweltenvor 5 Jahren
    Über die Stille unbekannter Sehnsucht

    Zwei Mütter reichen die junge Vietnamesin Mãn weiter, bis sie bei ihrer dritten Mutter landet, nicht ihrer leiblichen, aber ihrer richtigen. Immer mal verschwindet diese für längere Zeit, arbeitet als Spionin für die Kommunisten in sich im Umbruch befindenden Vietnam. Nur ein Grund mehr, ihrer Tochter ein anderes Leben zu bieten, vor allem jedoch Sicherheit. Im Rahmen einer arrangierten Ehe wird die junge Mãn mit einem nach Kanada emigrierten Vietnamesen verheiratet. Sie lebt gut dort, bekommt Kinder und arbeitet in der Küche des Restaurants ihres Mannes. Ihre Kochkunst lockt immer mehr Gäste an und dank der Förderung ihrer Freundin Julie erlangt Mãns Küche zu immer mehr Berühmtheit. Es ist ein gut strukturiertes Leben, das sie führt, jeder hat seinen festen Platz darin. Bis Mãn Luc kennenlernt und damit ein Gefühl, von dem sie nie gedachtet hätte, es könnte ein Teil von ihr sein: Liebe.

    Kim Thúys Sprachstil wirkt einfach, mit klaren, meist kurzen Sätzen, präzisen Beobachtungen. Zwischen dieser Schlichtheit verbirgt sich jedoch ein hoher Symbolgehalt. Sie braucht nicht viele Worte, um Mãns Geschichte zu erzählen, in Bruchstücken ihr Leben anzureißen, das auf eine Weise ebenso schlicht und strukturiert ist wie die Sprache, in der es geschildert wird.

    Dabei umfasst dieser handliche Roman jedoch viel mehr als ein Auszug aus Mãns Leben und in wenigen Abschnitten das ihrer Mutter. Fast zärtlich geht es sehr viel um das Essen, um die Zubereitung von Mahlzeiten, die in ihrer Vorbereitung schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen können, ganz anders als wir es in unserer schnelllebigen Welt gewohnt sind. Sie beschreibt Zutaten und Gerüche, die Komposition von Lebensmitteln und das, was sie symbolisieren oder bewirken. Wie nebenbei wird dabei auch die Geschichte Vietnams angerissen, vor allem die des Krieges und die nachfolgenden Veränderungen, denn Speisen sind in diesem Roman immer auch Erinnerung an eine ferne Heimat, die Sehnsucht aus dem Exil, während das, was man kannte, sich verändert und nur im Essen weiterlebt.

    Wahrnehmung wird sehr viel durch Sprache bestimmt, und so werden in die Erzählung eingewoben auch immer wieder einzelne Begriffe analysiert, sowohl vietnamesische als seltener auch französische. Gerade jedoch das Vietnamesische mit seiner Bildhaftigkeit spielt eine große Rolle. Am Rand eines jedes Abschnitts, die selten mehr als eine Seite umfassen, wird jeweils ein für diesen Teil wichtiger Begriff auf Vietnamesisch und in der deutschen Übersetzung aufgeführt. So karg der Roman an manchen Stellen auch wirkt, ist es eben vor allem die Sprache, die Geschichten festhält.

    Auch wenn Mãns Leben scheinbar klar und einfach verläuft, wird es sehr liebevoll dargestellt. Trotz der sprachlichen Sparsamkeit bekommt man ein Gefühl dafür, wie Mãn mit ihrem Mann, ihren Kindern, ihrer Mutter und der Familie ihrer besten Freundin Julie in stiller Zufriedenheit zusammenlebt, wie ihre Tage in der Küche verlaufen, wie all ihr Leben eigentlich vor allem durch die Bedürfnisse anderer bestimmt ist. Sie selbst löst sich darin auf, ohne das selbst wirklich zu bemerken oder umfassend zu reflektieren. Es gibt nichts, was ihr fehlt, weil ihr persönliches Glück eigentlich nie von Bedeutung und vor allem dem Glück ihres Mannes abhängig ist.

    Damit ist das Buch auch weit entfernt von einem Liebesroman, denn die Liebesgeschichte kommt erst im letzten Drittel des Romans. Sie bewirkt eine Veränderung in der zurückhaltenden Mãn, eine Selbstbewusstwerdung, das Bedürfnis nach etwas, das in der Lage ist, ihr so sorgfältig erschaffenes Leben zu vernichten. Liebe kann man das nennen. Leidenschaft. Sehnsucht. Eine Vollkommenheit, die alles jenseits davon nahezu unerträglich werden lässt, ihr aber gleichzeitig die Kraft gibt, sich selbst und ihr eigenes Leben intensiver wahrzunehmen.

    Scheinbar schlicht, gleichzeitig aber mit symbolischer Kraft erzählt Kim Thúy in Der Geschmack der Sehnsucht von dem Schicksal einer in Kanada gestrandeten Vietnamesin, die eine gute, aber leidenschaftslose Ehe und ein ebensolches Leben führt, deren gesamte Kraft sich auf das Kochen konzentriert. Sie erzählt davon, wie leicht auch die sorgsamste Ordnung durcheinandergeraten kann, wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht. All das verwebt sie wunderbar anschaulich mit Einblicken in die vietnamesische Geschichte und vor allem kulinarische Kultur. Ein kurzer, ein wenig melancholischer, sehnsüchtiger Roman, der irgendwie ein kleines bisschen traurig macht. Und glücklich.

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    MissRose1989vor 5 Jahren
    Sehnsucht hat viele Farben...

    Zunächt erst einemal ein großes Dankeschön an das liebe Team des Antje Kunstmann Verlags für die Zusendung des Rezensionsexemplares. 
    Eigentlich wirkt das Buch von Kim Thùy recht unscheinbar, aber in den Seiten des Buches schlummert ein Roman, der von einer Sehnsucht nach der Heimat, der Liebe zum Kochen und einer heimlichen Liebe erzählt, die einen in den Bahn zieht und von der man als Leser nicht mehr loskommt.    Mãn, die in diesem Buch erst in Vietnam nach der Tradition von "Mutter" zu "Mutter" gereicht wird und später durch eine arrangierte Ehe nach Kanada kommt, ist eine junge Frau, die eigentlich heimatlos ist. Sie versucht sich an die Umstände anzupassen, aber es wird nie eine wirkliche Heimnat für sie.  Doch sie hat eine große Gabe, sie kann kochen und schafft sich und ihrem Mann so eine Existenz in Form eines Restaurants, das sehr gut läuft, weil sie ihre Kochkünste anweden kann.  Doch sie lebt erst richtig auf, als sie erfährt, was Liebe bedeutet und wie man Beziehungen zu seine Mitmenschen eingeht.    Man wechselt immer mal wieder zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, aber diesen Wechseln kann man gut folgen, weil ganz klar abgegrent wird, wo man sich gerade befindet. Somit fällt es dem Leser leicht, der Handlung zu folgen. 
    Besonders schön fand ich die Gestaltung der Buchseiten. In jedem Abschnitt wird ein wichtiges Wort des Abschnittes in vietnamesisch übersetzt, so lernt man auch die Sprache etwas kennen. Eine sehr schöne Idee, die mir sehr gefallen hat.   Die sprachliche Gestaltung des Buches ist einfach, aber sehr passend. Mich hat nach der ersten Seite schon der Schreibstil gefangen genommen, man kommt einfach nicht mehr von ihm los. Der Schreibstil ist an sich nichts aufregendes, aber er strahlt eine Ruhe und auch eine gewisse Art von Romanik aus, die beim Lesen immer wieder hervorkommt. Man erwartet das bei der Aufmachung des Buches eigentlich nicht.  Kim Thùy zeichnet mit Worten Bilder und gerade das fesselt einen. Trotzdem geht diesen Bilder die Melancholie nicht verloren, die manchmal auch als eine Art Trostlosigkeit erscheint.   Fazit: Ein besonderes Buch, nicht nur über das Leben, die Liebe und das Kochen, sondern auch über das Finden von Glück in einfachen Verhältnissen. Aber gleichzeitg ist es auch ein Buch über die Sehnsucht nach der Heimat, die man vielleicht nicht mehr wiederfindet, aber trotzdem nicht vergisst.  

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    Herbstrosevor 5 Jahren
    Sehnsucht wonach?

    Von ihrer leiblichen Mutter abgegeben wächst die Vietnamesin Mán bei einer Lehrerin auf, die ihr immer eine liebevolle Mama ist. Sie ist es auch, die dem Kind die Liebe zum Kochen und die Kunst des perfekten Würzens beibringt. Um sie vor den Wirren des Krieges zu schützen, arrangiert Mama die Ehe mit einem älteren Mann, einem Vietnamesen der seit Jahren in Kanada lebt. In Montréal hilft Mán zunächst in der Suppenküche ihres Mannes mit, besinnt sich aber dann auf ihre Kochkünste und macht mit ihren vietnamesischen Rezepten aus der ehemaligen Suppenküche ein angesehenes Restaurant. Zusammen mit Freundin Julie schreibt sie ein Kochbuch, eröffnet eine Kochschule und gibt Kochsendungen im Fernsehen. Jahre später, inzwischen hat Mán zwei Kinder, holt sie Mama zu sich. Auf einer Reise zur Buchmesse lernt sie in Paris Luc kennen. Sie verliebt sich in ihn …

    Ich habe dieses Büchlein jetzt zweimal gelesen – und ich bin immer noch ratlos. Ist es ein Roman, eine Biographie oder Auszüge aus einem Tagebuch? Wohl eher eine Mischung aus allem. Die Protagonistin erzählt nicht chronologisch, sondern springt in sehr kurzen Kapiteln ständig zwischen den Zeiten und zwischen den einzelnen Schauplätzen hin und her. Alles wird nur kurz angerissen, einen roten Faden sucht man vergebens. Obwohl ihr Schicksal berührend ist, berichtet Mán eher sachlich und in kurzen, abgehackten Sequenzen über Gefühle und erzählt Episoden aus ihrem Leben.

    Interessant ist über die vielen vietnamesischen Sitten und Gebräuche, über die andersartige Zubereitung der Speisen und über die Vielseitigkeit von Gewürzen zu lesen. Sehr schön auch die zu Beginn jeden Kapitels am Rand eingefügten Schlagwörter mit ihrer vietnamesischen Übersetzung und die ab und an eingefügten Gedichte und Sinnsprüche.   Leider erfährt man über das Familienleben und den Ehemann der Protagonistin so gut wie Garnichts. Was hält er z.B. davon, dass seine zuvor schüchterne und weltfremde Frau plötzlich überall Vorträge hält und alleine nach Paris fliegt? 

    Um diese Geschichte lieben zu können sollte man vielleicht mit der vietnamesischen Mentalität vertraut sein. Da mir diese fremd ist, wird mir diese Lektüre wohl auch immer fremd bleiben.

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