Kim Thúy Der Klang der Fremde

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(4)
(2)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Klang der Fremde“ von Kim Thúy

'Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente umschließen …' Die kleine Kim ist zehn, als ihre Familie aus Vietnam fliehen muss. Auf einer abenteuerlichen Odyssee gelangen sie übers Meer, vegetieren in überfüllten Flüchtlingslagern, finden schließlich im Westen, im fernen Kanada eine neue Heimat. Wenn der Schock der Fremdheit überwältigend ist, lässt sich die Welt nur über die Sinne erschließen. An Klängen, Farben, Gerüchen entfalten sich deshalb die Erinnerungsbilder, an denen Kim Thúy dreißig Jahre später der Spur ihres Lebens nachgeht – eine lose Kette, mäandernd zwischen Einst und Jetzt, Krieg und Frieden, Verstörung und überraschendem Glück. Da ist die Kindheit im goldenen Käfig einer großbürgerlichen Familie in Saigon. Die Flucht im lichtlosen Unterdeck eines maroden Schiffes. Ein Kinderarmband aus rosa Plastik, in dem die Eltern Edelsteine schmuggelten. Der erste Anblick von Schnee in Québec, der Krach, den fremde Stimmen machen, auch wenn sie freundlich sind. Die Komik zahlloser Missverständnisse. Die Wiederbegegnung mit der alten Heimat, in die man als Fremde zurückkehrt. Mit selbstverständlicher Meisterschaft hat Kim Thúy einen überraschenden, ganz und gar persönlichen Lebensroman einer Emigration geschrieben. In unvergesslichen, sinnlichen Bildern erzählt er von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Lust der Erinnerung und dem täglichen Glück, sein Leben zu wagen.

Kurze, poetische Erinnerungsstücke einer Frau, die mit ihren Eltern als Kind aus Vietnam flüchtete und in Kanada ein neues Zuhaus fand.

— Xirxe
Xirxe

Beeindruckende Sprache. Voller Exotik und Gerüche.

— lesemaus
lesemaus

Stöbern in Romane

Und jetzt auch noch Liebe

Turbulente Liebeskomödie mit sehr skurrilen Charakteren, um eine junge Frau, die durch eine ungewollte Schwangerschaft erwachsen wird.

schnaeppchenjaegerin

Und es schmilzt

Erschreckende, schonungslose Erzählweise einer mehr als tragischen Kindheit!

Caro2929

Palast der Finsternis

Spannende Ausgangsgeschichte, die mit Sicherheit noch mehr zu bieten hätte.

Kaaaths

Die Phantasie der Schildkröte

Ein Buch mit einer sehr schönen Botschaft, aber auch mit einem Ende, was ein wenig vorhersehbar war. Bleibt im Herzen ♥

schokokaramell

Vintage

Rasanter Rockroman, mit vielen Fakten rund um den Mythos Gitarre. Eine unterhaltsame Lektüre!

liesdochmaleinbuch

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Poetische Rückblicke

    Der Klang der Fremde
    Xirxe

    Xirxe

    11. January 2015 um 18:04

    Als Zehnjährige floh die Autorin gemeinsam mit ihren Eltern aus Vietnam und gelangte über Malaysia nach Kanada. In kurzen Stücken, die selten mehr als eine Seite umfassen, blickt die nunmehr 40jährige in diesem Buch in nicht chronologischer Reihenfolge zurück auf ihre Vergangenheit und die ihrer Familie. Viele dieser Erinnerungen bergen den Ansatz für den Sprung zu einer anderen in sich. Ein Beispiel: Sie berichtet von Kindern der GIs in Vietnam, die zumeist Waisen und/oder Obdachlose wurden. Einem dieser ehemaligen Kinder, einer mittlerweile jungen, obdachlosen Frau, begegnet sie in New York ohne ihr helfen zu können. Dabei erinnert sie sich an einen Onkel, der in Princeton seinen Doktor in Statistik machte und sie fragt sich, ob er die Anzahl der Risiken und Hindernisse berechnen könnte, denen diese junge Frau ausgesetzt war. Davon ausgehend überlegt sie, ob ihm dies auch mit der Berechnung der Wahrscheinlichkeit des Überlebens von Herrn An möglich wäre. Auch Herr An, ein früherer Richter und Universitätsprofessor, ist ein Flüchtling, der Grauenvolles durchmachte und ihr 'die Nuancen gelehrt' hat so wie Herr Minh in ihr den Wunsch zu schreiben weckte. Der Herr Minh, der an der Sorbonne französische Literatur studiert hatte. Und so weiter... Menschen und Geschehnisse aus der Vergangenheit wecken Erinnerungen an Bekannte aus jüngerer Zeit und andersherum. Und so entsteht nach und nach ein Bild eines vielschichtigen, bunten Lebens, das neben Leid und Schmerz auch viel Wärme und Freude erlebt hat. Besonders eindrucksvoll empfand ich die Liebe und Dankbarkeit zum Dasein, die immer wieder durch die poetischen Sätze hervorklingen trotz all der entsetzlichen Dinge, die Kim Thúy erlebt hat. Ein berührendes Buch!

    Mehr
  • Der Klang der Fremde

    Der Klang der Fremde
    lesemaus

    lesemaus

    Nguyen An Tinh flieht gemeinsam mit ihren Eltern aus Vietnam auf einem Boot nach Malaysia. Sie werden später als "boat people" bezeichnet. Das Lager in Malaysia beherbergt viele Familien aus Vietnam. Aber die Zustände dort sind miserable, aber alle hoffen, dass sie bald dort rauskommen und in einem Land landen, welches ihre Träume verwirklicht. Tinh's Familie landet nach langem Warten in Kanada und dort bauen sie sich, trotz Schwierigkeiten und sprachlichen Barrieren, eine glückliche Zukunft auf. Über die Jahre kommt Tinh mit vielen Menschen zusammen, auch welche aus Vietnam, und diese Begegnungen versetzt sie zurück in ihre Kindheit, in ihre Heimat. Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam und mit viel Liebe ihre Geschichte, wie es für sie war, aus Vietnam zu fliehen. Ich habe im Februar das zweite Buch von der Autorin gelesen und war begeistert. Man spürt in den Seiten die asiatische Seele. Auch ein Besuch der Lesung mit ihr in München war beeindruckend und lustig. Da ich mir die Autorin ganz anderes vorgestellt habe. Ruhig und besonnen, aber sie war frisch und voller Energie. Ich kann das Buch mit gutem Gewissen und mit einer Hand auf dem Herzen weiterempfehlen. Lasst dich in eine andere Welt entführen. Die doch auch zu uns gehört.

    Mehr
    • 2
  • Der Klang der Fremde

    Der Klang der Fremde
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    16. March 2014 um 19:06

    Ein kleines, ein zartes Buch, das doch so viel Leid und Schicksalsschläge enthält. Es erzählt von einem vietnamesischen Mädchen, eng angelehnt an die Autorin selbst, das als Tochter einer reichen und auch politisch einflussreichen Familie in allem Luxus aufwächst. Nach dem Abzug der Amerikaner wird die Familie von den siegreichen Nordvietnamesen verfolgt und drangsaliert bis ihnen schließlich die Flucht nach Malaysia gelingt. Sie sind jene Boat People, die Ende der Siebziger Jahre in Massen die gefährliche Fahrt über das Meer wagten und sie oft nicht überlebten. Die Familie der Erzählerin schafft es, lebt unter unsäglichen Bedingungen in einem Flüchtlingslager bis ihnen die Weiterfahrt nach Kanada gelingt, nicht zuletzt durch geschmuggelte Reichtümer. Hier gelingt es besonders den Jüngeren, ein neues Leben aufzubauen. Die Erzählerin erzählt ihre Geschichte nicht linear und chronologisch, sondern montiert kleine Erinnerungssplitter, oft nur wenige Sätze lang, zu Prosaskizzen zusammen, die hin und her springen von der Kindheit in Vietnam, der Flucht, dem Einleben in Kanada und ihrem Leben als Mutter, u.a. eines autistischen Kindes. Sie schildert die kulturellen Differenzen nicht nur zu den Mitbürgern im Zufluchtsland, sondern auch zu den bäuerlich geprägten Landsleuten aus dem Norden, Angst und Not der Flucht und zahlreiche auch recht dramatische Schicksale dicht, bildstark und intensiv. Dabei zeichnet sie auch Schicksalsschläge und schreckliche Zeiten mit leichter Hand und zartem Humor. Besonders auffallend ist der warmherzige, dankbare Blick auf die neue Heimat Kanada. Ein Land, von dem man in Sachen Integration anscheinend so manches lernen könnte. Kim Thúy ist mit ihrem Debüt ein ebenso präzises wie poetisches kleines Kunststück gelungen, das trotz seiner Knappheit sehr berührt.

    Mehr