Wenn man als Frührentner bzw. als alter Mann ein junges Ding verführen will, gibt dir das Buch einen Tipp, der hundertprozentig funktionieren wird: Misch ziemlich viel Alkohol in ihr Getränk rein und sobald sie betrunken ist, spring sie an. Garantiert keine Vergewaltigung, weil die Autorin ihrer Figur keinen Vorwurf macht.
Ich weiß, in so ein Buch sollte man nicht viel interpretieren und auch nicht ernst nehmen und doch spielt das Buch diese Situation soweit herunter, als gäbe es nach so einem Angriff keine Konsequenzen. Es ist zwar ein Buch, das nur existiert, um die notgeile Seele zu befriedigen, aber ich kann mich einfach nicht mit der Idee anfreunden, dass die Autorin sich für so eine ekelhafte Lösung eines Konfliktes entscheidet.
Dann denke ich mir, was soll’s, ich nehme es hin, ignoriere einfach alle Alarmglocken, lese weiter. Natürlich kommt sofort eine Bemerkung, bei der ich mich übergeben möchte:
» Ein Skandal. Sicher konnte man ihm keinen Vorwurf machen. Sie war reif genug und er musste keine Gewalt anwenden. Alles war in seinen Augen freiwillig verlaufen. «
Wie kann man bloß so blöd sein? Hier spiegelt zwar die Autorin die Meinung ihrer Figur, aber das ist so schrecklich beschrieben, so grauenhaft falsch formuliert, dass ich der Autorin einen Vorwurf machen muss!
Wieso kann der Typ so etwas getrost denken, ohne sich mehr Gedanken zu machen? Wo bleibt das Gewissen? Wo bleiben die Gedanken, die Vorwürfe? Nach dem Abflauen der Notgeilheit sollte er doch klar genug sehen und verstehen, dass man nicht vor dem Gesetz geschützt ist, weil man keine Gewalt anwenden musste, da das Opfer vorher betäubt war! Betäubt! Verstehst du?
Das heißt, wenn ich in ein Krankenhaus gehe und einen komatösen Patienten missbrauche, gilt das nicht als Vergewaltigung, sondern das ist völlig in Ordnung, weil ich keine Gewalt angewendet habe und der Patient sowieso nichts gefühlt hat!
» Wie du wohl nackt aussiehst?", fragt er sich selbst. Warum sollte er es nicht ausprobieren. Er hatte sie schließlich schon gefickt und besamt. Da war es sein gutes Recht, wenn er nun mehr von ihr zu sehen bekam. «
Oh, ja, jeder Vergewaltiger hat ein Recht darauf, seine Opfer nackt zu betrachten. Das Buch ist ekelhaft und wird mit jeder Seite nur noch schlimmer. Es wäre anders, wenn die Autorin dem Protagonisten Vorwürfe machen würde oder wenn sie überhaupt in der Lage wäre, das Buch so zu formulieren, dass man ihr keine Vorwürfe machen könnte, würde ich es vielleicht akzeptieren. Doch sie schreibt so, als wäre sie selbst dieser Meinung!
Gleichzeitig vermarktet sie es als ein Erotikroman! Stattdessen werde ich Zeuge einer Vergewaltigung, die besonders ekelhaft ist, weil das Opfer sich gar nicht wehren kann! Hätte sie es anders formuliert, anders vermarktet, würde ich die Klappe wegen solchen Bemerkungen halten.
» Wie sollte er ihr klar machen, dass er, der vom Alter leicht ihr Vater sein konnte, sie liebte. «
Am Anfang wird er als notgeiler Perverser beschrieben und dann behauptet die Autorin auch noch, er würde sie lieben. Wieso macht sie das? Und woher kommt das Gefühl? Wie fühlt sich die Liebe an? Es genügt nicht, einfach zu behaupten, dass er bei ihrem Anblick einen Harten kriegt, sondern ich will das Zusammenspiel der Gefühle auch fühlen, merken, verstehen!
Immerhin achtet die Autorin auf die Formatierung, trennt alles brav mit Zeilenumbrüchen und sorgt dafür, dass man die Dialoge versteht. Dennoch ist das Buch übersät mit Logik- und Rechtschreibfehlern. Die Sexszenen sind ziemlich lasch und schrecklich beschrieben. Sie kann über Sex nicht schreiben, sondern konzentriert sich auf ekelhafte Männerfantasien, die sich nicht entfalten können, weil die Vorarbeit nicht existiert! Die Handlung ist schrecklich und der Protagonist ein Ekel, dem ich die Pest an die Hals gewünscht habe.











