Bis nächstes Jahr im Frühling hat die für japanische Literatur typische nüchterne Schreibweise, bei der insbesondere in diesem Buch auch viele Banalitäten eingefangen werden.
Es wird aus der Sicht von Noyuri erzählt. Sie ist seit einigen Jahren verheiratet, hat aber ein überraschend enges Verhältnis zu ihrem Onkel, mit dem sie auch über ihr Leben spricht.
Bis nächstes Jahr im Frühling erzählt aus dem stumpfen Alltag einer Frau in Japan, deren Mann fremd geht. Durch den Schreibstil wirkt sie abgestumpft und distanziert und braucht viel Zeit um diese Tatsache zu verdauen.
Das Ganze kommt in einem Schreibstil, der für mich etwas gewöhnungsbedürftig war, und auch ein bisschen wirr. Leider gab es auch keinen Spannungsbogen, der mich zum weiterlesen bewegt hätte. Dafür bekommt man aber eine Gesellschaftskritik zu einem Land, in dem Frauen sich nicht selbst finanzieren können, und das Fremdgehen der Männer eine Normalität zu sein scheint.
Und so zieht sich die Partnerschaft zäh vor sich hin. Und irgendwie hat der Autor es geschafft, das Buch in einem leichten und zugleich mühsamen Schreibstil zu schreiben.
So gerne ich dieses Buch auch weiterempfehlen möchte... bitte nur, wenn ihr japanische Literatur über alles liebt und es kaum erwarten könnt, eine Studie der Gesellschaftskritik zu lesen.




