Kira Jarmysch

 3,8 Sterne bei 72 Bewertungen
Autor*in von DAFUQ und DAFUQ.

Lebenslauf

Kira Jarmysch, geboren 1989, ist Schriftstellerin und heute die Sprecherin von Julija Nawalnaja. Sie war von 2014 an enge Vertraute und Sprecherin Alexej Nawalnys, bis zu dessen Tod. Als Gesicht der wichtigsten russischen Oppositionsbewegung steht sie seit langem international im Fokus. In Russland wurde Jarmysch mehrfach verhaftet, ihre Bücher sind dort verboten, 2022 wurde sie als «ausländische Agentin» eingestuft, 2024 als «Extremistin» und «Terroristin». Sie lebt im Exil im Westen, an unterschiedlichen Orten, und ist für die Presse eine gefragte Gesprächspartnerin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kira Jarmysch

Cover des Buches DAFUQ (ISBN: 9783499008122)

DAFUQ

(67)
Erschienen am 14.03.2023
Cover des Buches DAFUQ (ISBN: 9783732457205)

DAFUQ

(5)
Erschienen am 14.09.2021

Neue Rezensionen zu Kira Jarmysch

Cover des Buches DAFUQ (ISBN: 9783499008122)
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Rezension zu "DAFUQ" von Kira Jarmysch

wacaha
Einblicke in ein russisches Gefängnis

Anja Romanowa wird zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt, da sie an einer Demonstration teilgenommen hat. Sie teilt sich die Zelle mit fünf weiteren Frauen, die verschiedener nicht sein könnten. Im tristen russischen Gefängnisalltag teilen sich die sechs Gefangenen Details über ihr Leben und ihre Haftgründe mit und es stoßen Welten aufeinander. Und Anja beginnt, über ihr Leben zu reflektieren.

Kira Jarmysch ist an sich schon eine interessante Persönlichkeit und gerade durch ihre Hintergrundgeschichte und ihre Nähe zum Systemkritiker Alexej Nawalny erwartet man von ihr eine schonungslose Abrechnung mit den aktuellen Gegebenheiten in Russland. Leider kommt diese Kritik in ihrem Buch „DAFUQ“ nur sehr indirekt und weichgespült zum Vorschein, bissige ehrliche Worte sucht man leider vergebens.

Die Beschreibungen aus dem russischen Gefängnis sind in Teilen sehr interessant, nämlich dann, wenn die fünf Frauen aus unterschiedlichen Schichten und Hintergründen ihre jeweilige Story erzählen. Hier hatte ich wirklich den Eindruck, authentische Einblicke in verschiedene russische Lebensweisen zu erhalten. Auch Anjas Erinnerungen an früher lassen den Alltag junger Russinnen lebendig werden. Der Gefängnisalltag wird zwar ebenfalls realitätsnah beschrieben, allerdings ist dieser genauso wie erwartet: Sehr monoton und langweilig. Es kommt zu sehr vielen Wiederholungen und zähen Längen, was nicht besonders angenehm zu lesen ist. Die Geschichte nimmt dann auch noch einen skurrilen Zug an, als Anja zu halluzinieren beginnt. Diesen Handlungsstrang habe ich so gar nicht verstanden und empfang ihn auch als ziemlich unnötig. Und auch den Schluss fand ich sehr seltsam, er hat mich etwas ratlos und verwirrt zurückgelassen. Insgesamt habe ich mir leider mit der Handlung etwas schwer getan, da ich mir intensivere und kurzweiligere Einblicke versprochen hatte. Die Story kratzt leider nur an der Oberfläche und traut sich nicht wirklich, offen zu kritisieren.

Cover des Buches DAFUQ (ISBN: 9783499008122)
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Rezension zu "DAFUQ" von Kira Jarmysch

noelle_cath
Wie aus dem Leben gegriffen

Dafuq von Kira Jarmysch war von Anfang bis Ende fesselnd und kam dabei ohne typische Spannung erzeugende Ereignisse oder Cliffhänger aus.

Sie beschreibt das Leben in der Arrestzelle dieser 5 Frauen, deren Geschichten und die Gedanken und Erinnerungen ihrer Protagonistin mit einer derartigen Leichtigkeit, dass es beim Lesen abfärbt. Auch schwierige Erlebnisse und traumatisierende Erfahrungen, an die Anja zurück denkt, wirken nicht bedeutungsschwanger aufgeladen, sondern werden mit der genau angemessenen Ernsthaftigkeit behandelt, wodurch ein Eindruck entsteht, als sei die Erzählung direkt aus dem Leben gegriffen.

Es war erfrischend und ermutigend, eine realistische Repräsentation einer Frau zu erleben. Ich habe mich nicht selten beim Lesen dabei ertappt, zustimmend zu nicken, zu lachen, oder das Gesicht zu verziehen, da ich die Gedanken und Erfahrungen nur zu gut nachvollziehen kann und teile.

Ich denke, deshalb war die Lektüre auch umso frappierender. Die Nüchternheit, mit der die Realität des Frauseins, dargestellt wird, holt die Leser:innen nur allzu hart auf den Boden der Tatsachen zurück. 

Cover des Buches DAFUQ (ISBN: 9783499008122)
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Rezension zu "DAFUQ" von Kira Jarmysch

alicii
10 Tage hinter Gittern

10 Tage Arrest, die durch die Mahlzeiten, die Handyzeit und den Hofgang eine Struktur bekommen, an die man sich als Leser schnell gewöhnt. Auch wenn der titelgebende Ausdruck erst kurz vor Schluss zum Sprache kommt, eignet er sich gut als Überschrift für die komplette Zeit.

Anjas Mitinsassinnen bilden ein buntes Kaleidoskop mit ihren Lebensläufen und -entwürfen, das beginnt schon bei den individuellen Gründen für den Arrest. Mindestens genauso bunt sind die Einblicke, die der Leser in das Russland von heute (und gestern) erhält, sei es durch die Gespräche der Insassen, das Verhalten der Wärter, die Gerichtsbesuche oder Anjas Erinnerungen an ihre Studienzeit.

Obwohl ich beim Lesen mitunter etwas Mühe hatte, ist es ein interessantes und wichtiges Buch. Leider hat die Autorin der insgesamt sehr realistisch scheinenden Handlung eine meiner Meinung nach unnötige Erzählebene hinzugefügt, die mit vermeintlichen Halluzinationen Anjas beginnt und am Schluss des Buches in eine fast schon philosophische Betrachtung der Macht der Frauen über Leben und Tod mündet.

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