Kiran Desai

 3.6 Sterne bei 53 Bewertungen
Autor von Erbin des verlorenen Landes, Der Guru im Guavenbaum und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Kiran Desai

Der Guru im Guavenbaum

Der Guru im Guavenbaum

 (13)
Erschienen am 06.11.2006
Erbin des verlorenen Landes

Erbin des verlorenen Landes

 (25)
Erschienen am 01.12.2007
The Inheritance of Loss

The Inheritance of Loss

 (7)
Erschienen am 31.08.2006
Hullabaloo in the Guava Orchard

Hullabaloo in the Guava Orchard

 (0)
Erschienen am 01.09.2009
The Inheritance of Loss

The Inheritance of Loss

 (0)
Erschienen am 07.06.2007

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Rezension zu "Erbin des verlorenen Landes" von Kiran Desai

Kiran Desai | ERBIN DES VERLORENEN LANDES
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Indien, Mitte der 1980er Jahre. Hoch in den bengalischen Bergen, am Fuße des Himalaya, eingeklemmt zwischen Nepal und Bhutan, liegt die kleine Stadt Kalimpong. Dort lebt in einem alten schottischen Anwesen aus Kolonialzeiten der pensionierte Richter Jemubhai Patel mit seinem Koch, seiner Enkelin Sai und der Hündin Mutt, die er abgöttisch liebt und verehrt. Zu mehr Liebe ist Patel nicht fähig; er ist ein harter, rauher Mensch, zynisch und voller Hass auf alles Indische – und das, obwohl er selbst aus einfachen Verhältnissen stammt. Er hatte das Glück (und aus der Mitgift durch die Hochzeit mit der vierzehnjährigen Nimi auch das Geld) in England studieren zu können, wo er sich so stark anpasste, dass er seine Herkunft für den Rest seines Lebens völlig verdrängte. Er wurde zum Snob und konnte nach seiner Rückkehr mit der Heimat nichts mehr anfangen. Seine Ehe scheiterte, er verleumdete seine Familie und igelte sich ein.

Biju, der Sohn des Kochs, versucht sein Glück in New York City, wo er sich als Küchenhilfe und Kellner verdingt. Doch das Leben in den USA ist nicht (wie angenommen) ein leichteres. Er buckelt in miesen Jobs für jeden Dollar, muss sich immer wieder aufs Neue dem alltäglichen Rassismus stellen und dabei ständig auf der Hut vor der Einwanderungsbehörde sein, denn er ist illegal eingereist. Trotzdem berichtet er in seinem Briefen an den Vater von paradiesischen Zuständen und großen beruflichen Erfolgen. Wie lange er diese Fassade noch aufrecht halten kann, ist ungewiss. Irgendwann wird er sich seine Niederlage eingestehen und geschlagen heimkehren müssen.

Sai, die Tochterstochter Nimis, lebt seit dem Unfalltod ihrer Eltern bei dem Richter, ihrem Großvater, der sie eher zähneknirschend duldet als wirklich akzeptiert. Sie verbringt ihre Tage bei Lola und Noni, zwei alten Jungfern, die in ihrem alten Herrenhaus Brontë und Austen lesen und der Kolonialzeit nachtrauern. Sai blickt positiv in die Zukunft, denn sie hat unsterblich in ihren Privatlehrer Gyan verliebt, der mit ihr eine Beziehung eingeht. Das junge Glück währt jedoch nicht lange, denn Gyan schließt sich der Ghorka-Bewegung an, die für ihr Volk einen eigenen Staat innerhalb Indiens beanspruchen, und Sai steht auf der politisch anderen Seite.

Der Ghorkaland-Konflikt entwickelt sich zu einem Bürgerkrieg und mündet in einem Meer aus Gewalt, Korruption und Unterdrückung; und genau zu dieser wirren Zeit kehrt der verlorene Sohn des Kochs aus dem heiligen Westen zurück…

FORM: Kiran Desai gelingt in ERBIN DES VERLORENEN LANDES der Spagat zwischen klassisch-poetischer und modern-innovativer Sprache, was sehr gut zum interkulturellen Kontext passt. Dabei macht sie auch vor Lautmalerei, Spielereien mit der Schriftgröße und dem inflationären Gebrauch von Ausrufungszeichen nicht Halt (was mir allerdings manchmal zu verspielt war und meinen Lesefluss etwas hemmte). Die Handlung springt munter durch die Jahrzehnte zwischen den 1920ern und 1980ern, wobei der Ghorkaland-Konflikt (nach dreißig Jahren etwas in Vergessenheit geraten und eigentlicher Kern meines Interesses an dem Buch) erst in der zweiten Hälfte, und dort auch eher am Rande behandelt wird.

FAZIT: Vielleicht bin ich ja mit falschen Vorstellungen an das Buch herangegangen und war deshalb etwas enttäuscht, dass sich nur wenig Information über die politische Lage Indiens zu dieser Zeit finden ließ. Dennoch halte ich den Roman für lesenswert und vergebe guten Gewissens vier Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Der Guru im Guavenbaum" von Kiran Desai

Rezension zu "Der Guru im Guavenbaum" von Kiran Desai
sabatayn76vor 8 Jahren

Über Meermäuse, die Atheistische Gesellschaft und den Verein zur Aufspürung betrügerischer Heiliger Männer

Inhalt:
Bereits die Umstände von Sampath Chawlas Geburt sind wundersam: just an diesem Tage trifft nach einer halben Ewigkeit der lang ersehnte Monsun im nordindischen Shahkot ein und beendet die Periode schier unerträglicher Hitze und Trockenheit. Obwohl die Umstände seiner Geburt vielversprechend sind, entwickelt sich Sampath zu einem Faulpelz, der als junger Erwachsener in einem Postamt arbeitet, dort jedoch nicht seine Aufgaben bewältigt, sondern sämtliche Postkarten liest. Nachdem er sich schließlich auf einer Hochzeit entkleidet, verliert er seinen Job. Einer plötzlichen Eingebung folgend klettert Sampath auf einen Guavenbaum und ist 'endlich (...) am richtigen Ort'.

Mein Eindruck:
Die Autorin vermag es, dem Leser Indien näher zu bringen, und entwirft eine Geschichte voller Wunder und Magie. Neben der wunderlichen Geschichte um Sampath erfährt der Leser einiges über die indische Gesellschaft sowie über religiöse und moralische Vorstellungen. Nach dem wirklich gelungenen Anfang hat das Buch meiner Meinung nach in der Mitte ein wenig nachgelassen, und auch das Ende habe ich mir anders gewünscht und fand ich etwas enttäuschend.

Mein Resümee:
Sicherlich nicht das beste Buch, das je über Indien geschrieben würde, aber unterhaltsam und amüsant.

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Ginkgos avatar

Rezension zu "The Inheritance of Loss" von Kiran Desai

Rezension zu "The Inheritance of Loss" von Kiran Desai
Ginkgovor 8 Jahren

Der pensionierte Richter, seine verwaiste Enkelin und der Koch wohnen in einem heruntergekommenen Haus im indischen Himalaya. Keiner von ihnen hat es leicht, schon bevor Unruhen die Gegend erschüttern. Ein ungewöhnliches Buch mit dichter Atmosphäre und wenig Spannung. Es wird in kleinen, einzelnen Szenen erzählt, der Text ähnlich zerrissen wie die Figuren und ganz Indien. Eine gute Lektüre, wenn man genug Ruhe hat, sich darauf einzulassen.

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