Kiran Millwood Hargrave

 4,4 Sterne bei 260 Bewertungen
Autorin von Vardo – Nach dem Sturm, Der Winter des Bären und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kiran Millwood Hargrave (©)

Lebenslauf

Bridget Collins, Imogen Hermes Gowar, Kiran Millwood Hargrave, Andrew Michael Hurley, Jess Kidd, Elizabeth Macneal, Natasha Pulley, Laura Purcell sind vielfach ausgezeichnete und allesamt ins Deutsche übersetzte Autor*innen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kiran Millwood Hargrave

Cover des Buches Vardo – Nach dem Sturm (ISBN: 9783453361058)

Vardo – Nach dem Sturm

 (88)
Erschienen am 13.09.2021
Cover des Buches Der Winter des Bären (ISBN: 9783458178811)

Der Winter des Bären

 (59)
Erschienen am 14.09.2020
Cover des Buches Julia und der Hai (ISBN: 9783743213777)

Julia und der Hai

 (31)
Erschienen am 08.02.2023
Cover des Buches Leila und der blaue Fuchs (ISBN: 9783743217430)

Leila und der blaue Fuchs

 (7)
Erschienen am 10.01.2024
Cover des Buches Der Tanz der Frauen (ISBN: 9783453292680)

Der Tanz der Frauen

 (2)
Erschienen am 28.06.2023
Cover des Buches Der Winter des Bären (ISBN: B086R43CPN)

Der Winter des Bären

 (1)
Erschienen am 14.09.2020
Cover des Buches Vardo – Nach dem Sturm: Roman (ISBN: B07ZTH1XPM)

Vardo – Nach dem Sturm: Roman

 (0)
Erschienen am 02.03.2020

Ans Ende der Welt mit ...

Kiran Millwood Hargrave, die uns in ihrem neuen Roman Vardø auf eine Zeitreise ins Norwegen des 17. Jahrhunderts mitnimmt und uns mitten hineinwirft in eine Gesellschaft, in der Frauen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ein freies und selbstbestimmtes Leben kämpfen müssen. Wir durften anlässlich der Veröffentlichung mit der Autorin über ihr neues Buch, die Rolle der Frau und die schönsten Orte Oxfords plaudern...

Liebe Kiran, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und mit uns über dein neues Buch “The Mercies” oder wie es im Deutschen heißt “Vardø - Nach dem Sturm” zu sprechen. Gestern habe ich dein neues Buch beendet und muss sagen, es war wahnsinnig intensiv und bereichernd. Kannst du uns ein bisschen über deine Inspiration zu diesem Buch erzählen?

Der erste Impuls zu Vardø stammt von einem Kunstwerk meiner Lieblingskünstlerin Louise Bourgeois und einen Artikel über ihre letzte Installation: Einen Metallstuhl, der permanent in Flammen steht und umgeben ist von Spiegeln und einem Käfig aus Rauchglas. Ich wollte diese Installation unbedingt mit eigenen Augen sehen, musste jedoch feststellen, dass sich das Kunstwerk auf einer winzigen norwegischen Insel am Polarkreis namens Vardø befindet! Die Installation ist Teil eines Denkmals für einundneunzig Männer und Frauen, die im 17. Jahrhundert, während der größten Hexenjagd im skandinavischen Raum, an dieser Stelle verbrannt wurden. Ich begann nachzuforschen und stieß auf einen Sturm im Jahr 1617, bei dem auf einen Schlag vierzig Fischer ertranken. Zurückblieben nur die Frauen des Ortes. Dies war der Moment, in dem ich wusste, dass sich dahinter eine Geschichte verbarg, die ich schreiben musste.

Vardø spielt in einer rauhen, unzugänglichen Gegend am östlichsten Punkt Norwegens. Was hat diese Gegend in dir ausgelöst?

Die Landschaft ist außergewöhnlich, das Wetter brutal, die Insel winzig. Sie weckt dieses sofortige Gefühl der Klaustrophobie in einem. Perfekt, um die Aufmerksamkeit eines Lesers auf sich zu ziehen. Die Handlung findet auf so kleinem Raum statt, dass sie hervorragend dazu geeignet ist, Konflikte zu erzeugen und Charaktere aus nächster Nähe zu zeigen.

Besonders beeindruckt haben mich deine weiblichen Hauptfiguren. Kirsten, Maren, aber auch Ursa sind starke, sich unabhängig entwickelnde Frauen. Kannst du uns erzählen, was dir beim Schreiben über die Frauen von Vardø durch den Kopf ging?

Die Frauen von Vardø wären fast verhungert, sind Analphabetinnen und auf eine Weise zur Zähe gezwungen worden, wie ich es niemals sein werde. Das unterscheidet uns voneinander und dennoch gibt es Dinge, die sich niemals ändern: Liebe, Angst, Verlangen, Hunger. Diese Gefühle sind Fäden, die es mir ermöglichten, meine Charaktere zusammenzufügen und sie zu Menschen zu machen, die eine zeitgenössische Frau wiedererkennt oder sogar mag. Ich schrieb daher aus meiner eigenen Perspektive und fragte mich, wie es sich angefühlt hätte, an diesem Ort zu leben, diese Dinge zu sehen, dieses oder jenes zu berühren und zu schmecken. Auf diese Weise ist es mir gelungen glaubwürdige Charaktere zu erschaffen, mit denen sich Frauen auch in der heutigen Zeit noch identifizieren können.

Du bist bereits eine sehr erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin. Nun erscheint mit “Vardø” dein erstes Buch für erwachsene Leser. Was hat dich dazu bewegt, eine bisher neue Richtung einzuschlagen?

Ich selbst habe mich immer als Geschichtenerzählerin verstanden, ob ich nun Geschichten für Kinder oder für Erwachsene schreibe, macht für mich keinen Unterschied. Ich habe Vardø geschrieben, weil ich nicht anders konnte. Es war ein Zwang, den ich nicht kontrollieren konnte.

Wo schreibst du am liebsten? Bist du eine Autorin, die eher die Ruhe beim Schreiben bevorzugt oder schreibst du lieber in Cafes und Parks?

Früher habe ich das Schreiben ziemlich zelebriert: Mein Schreibtisch, Kerzen, mein Lieblingsbecher voller Kräutertee, ein Soundtrack. Mittlerweile muss ich flexibler sein. Ich erstelle mir immer noch Wiedergabelisten für jedes Buch, aber solange ich meinen Laptop und meine Kopfhörer habe, kann ich überall schreiben. Mein Lieblingsort bleibt aber mein Schreibtisch zu Hause mit Blick auf den Garten und meiner Katze auf dem Schoß.

Du lebst gemeinsam mit deinem Mann in Oxford. Was ist dein Lieblingsort dort und wo sollten wir bei einem Besuch in Oxford unbedingt einmal vorbeischauen?

Es gibt so viele großartige Orte in Oxford! Das Story Museum zum Beispiel ist ein wunderbare Ort für Familien. Das Rusty Bicycle macht die beste Pizza der ganzen Stadt, das Blackwells ist ein brillanter Buchladen. Aber nichts geht über einen Spaziergang entlang des Flusses von Iffley Lock in die Stadt. Die Aussicht auf dem Weg nach St. Aldates ist der Inbegriff von Oxford.

Ein Satz über “Vardø”:

Über Vardø kann man viele Dinge sagen: Es ist ein Thriller, ein Drama, eine Liebesgeschichte - aber für mich geht es um die Menschen, was sie ausmachte und wie sie lebten.

Ein Satz aus deinem Buch:

She keeps herself together by filling her belly until it aches, and by placing as much of herself as possible in the warmth from the fire – everywhere it touches, she tells herself, she is real.

Falls du bereits an einem weiteren Buch schreibst, kannst du uns schon ein wenig verraten?

Ich kann nicht all zu viel verraten, aber es spielt im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa, im heißesten Sommer, den eine Stadt jemals gekannt hat. Ähnlich wie bei Vardø basiert auch die neue Geschichte auf wahren Begebenheiten.

Zu guter Letzt: Welchen Buchcharakter würdest du gerne einmal treffen und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Ich würde liebend gern Lyra Belacqua aus Philip Pullmans His Dark Materials treffen. Wir würden zusammen auf den Dächern von Oxford herumklettern und über Dämonen, Staub und sprechende Bären diskutieren.

Neue Rezensionen zu Kiran Millwood Hargrave

Cover des Buches Julia und der Hai (ISBN: 9783743213777)
Kirstin-testets avatar

Rezension zu "Julia und der Hai" von Kiran Millwood Hargrave

Kein Buch für Kinder
Kirstin-testetvor 16 Tagen

Anhand des Klappentextes kann man nicht erkennen, um was es in diesem Buch geht und das finde ich bei einem Buch mit einer Leseempfehlung seitens des Verlags für Kinder ab 11 Jahre nicht gut. Da die Hauptprotagonistin erst 10 Jahre alt ist wird dieses Buch ältere Jugendliche wohl nicht so sehr interessieren. "Ich heiße Julia. Diese ist die Geschichte jenes Sommers, in dem ich beinahe meine Mum verlor und einen Hai fand, der älter als die Bäume war. Keine Sorge, das Ende verrate ich noch nicht..."

In diesem Buch geht es um Julia die mit ihren Eltern für einen Sommer in einen Leuchtturm auf einer Shetlandinsel zieht. Ihr Vater soll dort ein Computerprogramm schreiben, damit das Leuchtfeuer im Leuchtturm automatisch an- und ausgeht. Julias Mutter ist Meeresbiologin und möchte in dieser Zeit ihren großen Traum verwirklichen und den großen Grönlandhai suchen, der älter sein soll, als alles was wir kennen und von dem die Mutter erhofft Antworten für die Forschung auf ein längeres Leben der Menschheit zu bekommen.

Julia lernt auf der Insel Kin (Kinshuk) kennen und freundet sich mit ihm an. Kin und seine Familie haben einen Migrationshintergrund und kommen nicht aus Schottland. Der Junge wird von anderen Jungs der Insel gemoppt. Dadurch gerät auch Julia ins Visier dieser Kinder. Die Freundschaft wird kompliziert.

Julia hat ein enges Verhältnis zu ihrer Mutter undbewundert sie und ihre Arbeit. Leider werden der Mutter keine Forschungsgelder zur Verfügung  gestellt was die Mutter in ein Gefühlschaos treibt. Phansen von überschwänglichen Glücksgefühlen in denen die Mutter sich ein altes Boot kauft um allein und ohne Förderung nach dem Hai zu suchen, abgewechselt von tiefsten Depressionen in denen sie sich am Ende der Geschichte, nach all den Förderabsagen der Universitäten und nachdem keiner mehr hinter ihrer Suche steht, mit Tabletten das Leben nehmen will. Während die Mutter im Krankenhaus liegt macht sich Julia allein mit dem Boot auf die Suche nach dem Hai und verliert im Sturm auf dem offenen Meer fast selbst ihr Leben. 

𝙈𝙚𝙞𝙣 𝙀𝙞𝙣𝙙𝙧𝙪𝙘𝙠 Am Anfang habe ich mich echt schwer getan in die Geschichte hineinzukommen. Auch weil ich nicht wusste, ob die Mutter im Laufe der Geschichte stirbt. Auch wenn der Klappentext dies nicht aussagt, hatte ich dieses Gefühl. 

Nach der Hälfte der Seiten fragte ich mich immer wieder, ob dies eine Nacherzählung einer wahren Begebenheiten ist. Die ist es nicht direkt, haben aber die Schriftstellerin und der Illustrator selbst oder oder Kontakt zu Menschen mit Bipolaren Störungen. Denn diese Krankheit hat Julias Mutter, es geht weiterhin um Depressionen, um Ablehnungen, komplizierte Freundschaften. All diese Themen, am Ende mit dem Versuch der Selbsttötung der Mutter finde ich für ein Kinderbuch ab 11 Jahren sehr bedenklich. 

Dies hätte auch mindestens im Klappentext erwähnt werden müssen. 

Diese Krankheiten sind schlimm und es ist wichtig darüber aufzuklären. Aber bitte nicht so.

Julia wird von ihrem Eltern nicht über die Erkrankung der Mutter aufgeklärt. Am Ende verläuft die Geschichte viel zu schnell. Der Vater weckt das Kind mitten in der Nacht, ist hektisch und bringt sie ohne Erklärung zu Gin, dem Besitzer des kleinen Gemischtwarenladens im Dorf. Sie erfährt vom Suizidversuch der Mutter erst über Adrian, dem Enkelkind von Gin und wird mit ihren Gedanken und Gefühlen allein gelassen. 

Nach ihrem Alleingang auf das offene Meer im Boot der Mutter und ihrem Überbordgang bei dem Sturm kommt Julia ebenfalls ins Krankenhaus und erfährt nun endlich welche Krankheit die Mutter hat. Es scheint alles ganz einfach. Ein längerer Krankenhausaufenthalt, Medikamente und schon ist die Mutter wieder zu Hause. Fröhlich, unbekümmert und wieder ganz die Alte. Aber so einfach ist das alles nicht, das darf man auch einem Kind so nicht vermitteln, gerade wenn es evtl. familiär mit diesen Krankheiten konfrontiert sein sollte. Auch nicht mit einem Suizid, der anscheinend mit einer Handvoll Tabletten schnell vollzogen werden kann.

Ein sehr langes Fazit zu einer Geschichte die eigentlich, wenn man sich erst einmal eingelesen hat, sehr fesselnd geschrieben wurde. Mit einigen Höhepunkten, mit denen man so nicht gerechnet hat. Mit Themen wie Familie, Umweltschutz, Klimawandel, Tierliebe, Freundschaft. 

Wäre dies ein Buch für Erwachsene, ohne Kinder als Hauptprotagonisten, würde ich diesem Buch ⭐⭐⭐⭐/5 geben. 

Für ein Kinderbuch ab 11 Jahre erhält dieses Buch von mir keine Kaufempfehlung und somit nur ⭐⭐/5 

Cover des Buches Leila und der blaue Fuchs (ISBN: 9783743217430)
mesus avatar

Rezension zu "Leila und der blaue Fuchs" von Kiran Millwood Hargrave

Eine Expedition ins Innere
mesuvor einem Monat

Leilas Mutter ist Wissenschaftlerin. Sie begibt sich auf eine wunderbare und anstrengende Reise in die Arktis,  auf den Spuren eines Polarfuches der unglaubliche Weiten zurücklegt. Leila ist diesmal mit dabei und findet nicht nur eine faszinierende und fremde Welt vor, sondern sie erlebt eine Expedition die in ihr Innerstes führt, tief hinein wo die versteckten Gefühle auf Entdeckung warten.

Sehr gefühlvoll und verständlich erzählt die Autorin von  Familie, Migration, Ängsten und Sorgen, aber auch den kleinen Freuden des Lebens. Aufbereitet für die jüngeren Leser. Ein besonderes Buch, das zum Nachdenken und Handeln anregt.

Cover des Buches Leila und der blaue Fuchs (ISBN: 9783743217430)
Tiffits avatar

Rezension zu "Leila und der blaue Fuchs" von Kiran Millwood Hargrave

Wunderschön
Tiffitvor 3 Monaten

"Leila und der blaue Fuchs" ist ein Kinderbuch von der Autorin Kiran Millwood Hargrave. Die Geschichte handelt von Leila, einemMädchen, das einen geheimnisvollen blauen Fuchs trifft und mit ihm eine ungewöhnliche Freundschaft schließt. Gemeinsam erleben sieAbenteuer und entdecken die Magie der Natur. Das Buch ist wunderbar einfühlsam erzählt  und sehr schön illustriert. Es ist eine berührende Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und die Kraft der Natur. Ein Buch in dem Leila Dinge erlebt die ein Kind nicht erleben soll, durch Freundschaft und Vertrauen aber viele Hürden meistert. Sehr empfehlenswert.

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