Kiran Millwood Hargrave

 4,4 Sterne bei 311 Bewertungen
Autorin von Vardo – Nach dem Sturm, Der Winter des Bären und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kiran Millwood Hargrave (©)

Lebenslauf

Kiran Millwood Hargrave ist eine mehrfach ausgezeichnete Bestsellerautorin von elf Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, und Theater- sowie Filmadaptionen sind in Planung.

Neue Bücher

Cover des Buches Fast ein Leben (ISBN: 9783036950907)

Fast ein Leben

(24)
Neu erschienen am 11.05.2026 als Gebundenes Buch bei Kein & Aber.

Alle Bücher von Kiran Millwood Hargrave

Cover des Buches Vardo – Nach dem Sturm (ISBN: 9783453361058)

Vardo – Nach dem Sturm

(95)
Erschienen am 13.09.2021
Cover des Buches Der Winter des Bären (ISBN: 9783458178811)

Der Winter des Bären

(60)
Erschienen am 16.09.2020
Cover des Buches Julia und der Hai (ISBN: 9783743213777)

Julia und der Hai

(36)
Erschienen am 08.02.2023
Cover des Buches Fast ein Leben (ISBN: 9783036950907)

Fast ein Leben

(24)
Erschienen am 11.05.2026
Cover des Buches Gruselige Stunden (ISBN: 9783755805908)

Gruselige Stunden

(8)
Erscheint am 15.09.2026
Cover des Buches Leila und der blaue Fuchs (ISBN: 9783743217430)

Leila und der blaue Fuchs

(7)
Erschienen am 10.01.2024
Cover des Buches Der Tanz der Frauen (ISBN: 9783453292680)

Der Tanz der Frauen

(4)
Erschienen am 28.06.2023

Ans Ende der Welt mit ...

Kiran Millwood Hargrave, die uns in ihrem neuen Roman Vardø auf eine Zeitreise ins Norwegen des 17. Jahrhunderts mitnimmt und uns mitten hineinwirft in eine Gesellschaft, in der Frauen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ein freies und selbstbestimmtes Leben kämpfen müssen. Wir durften anlässlich der Veröffentlichung mit der Autorin über ihr neues Buch, die Rolle der Frau und die schönsten Orte Oxfords plaudern...

Liebe Kiran, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und mit uns über dein neues Buch “The Mercies” oder wie es im Deutschen heißt “Vardø - Nach dem Sturm” zu sprechen. Gestern habe ich dein neues Buch beendet und muss sagen, es war wahnsinnig intensiv und bereichernd. Kannst du uns ein bisschen über deine Inspiration zu diesem Buch erzählen?

Der erste Impuls zu Vardø stammt von einem Kunstwerk meiner Lieblingskünstlerin Louise Bourgeois und einen Artikel über ihre letzte Installation: Einen Metallstuhl, der permanent in Flammen steht und umgeben ist von Spiegeln und einem Käfig aus Rauchglas. Ich wollte diese Installation unbedingt mit eigenen Augen sehen, musste jedoch feststellen, dass sich das Kunstwerk auf einer winzigen norwegischen Insel am Polarkreis namens Vardø befindet! Die Installation ist Teil eines Denkmals für einundneunzig Männer und Frauen, die im 17. Jahrhundert, während der größten Hexenjagd im skandinavischen Raum, an dieser Stelle verbrannt wurden. Ich begann nachzuforschen und stieß auf einen Sturm im Jahr 1617, bei dem auf einen Schlag vierzig Fischer ertranken. Zurückblieben nur die Frauen des Ortes. Dies war der Moment, in dem ich wusste, dass sich dahinter eine Geschichte verbarg, die ich schreiben musste.

Vardø spielt in einer rauhen, unzugänglichen Gegend am östlichsten Punkt Norwegens. Was hat diese Gegend in dir ausgelöst?

Die Landschaft ist außergewöhnlich, das Wetter brutal, die Insel winzig. Sie weckt dieses sofortige Gefühl der Klaustrophobie in einem. Perfekt, um die Aufmerksamkeit eines Lesers auf sich zu ziehen. Die Handlung findet auf so kleinem Raum statt, dass sie hervorragend dazu geeignet ist, Konflikte zu erzeugen und Charaktere aus nächster Nähe zu zeigen.

Besonders beeindruckt haben mich deine weiblichen Hauptfiguren. Kirsten, Maren, aber auch Ursa sind starke, sich unabhängig entwickelnde Frauen. Kannst du uns erzählen, was dir beim Schreiben über die Frauen von Vardø durch den Kopf ging?

Die Frauen von Vardø wären fast verhungert, sind Analphabetinnen und auf eine Weise zur Zähe gezwungen worden, wie ich es niemals sein werde. Das unterscheidet uns voneinander und dennoch gibt es Dinge, die sich niemals ändern: Liebe, Angst, Verlangen, Hunger. Diese Gefühle sind Fäden, die es mir ermöglichten, meine Charaktere zusammenzufügen und sie zu Menschen zu machen, die eine zeitgenössische Frau wiedererkennt oder sogar mag. Ich schrieb daher aus meiner eigenen Perspektive und fragte mich, wie es sich angefühlt hätte, an diesem Ort zu leben, diese Dinge zu sehen, dieses oder jenes zu berühren und zu schmecken. Auf diese Weise ist es mir gelungen glaubwürdige Charaktere zu erschaffen, mit denen sich Frauen auch in der heutigen Zeit noch identifizieren können.

Du bist bereits eine sehr erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin. Nun erscheint mit “Vardø” dein erstes Buch für erwachsene Leser. Was hat dich dazu bewegt, eine bisher neue Richtung einzuschlagen?

Ich selbst habe mich immer als Geschichtenerzählerin verstanden, ob ich nun Geschichten für Kinder oder für Erwachsene schreibe, macht für mich keinen Unterschied. Ich habe Vardø geschrieben, weil ich nicht anders konnte. Es war ein Zwang, den ich nicht kontrollieren konnte.

Wo schreibst du am liebsten? Bist du eine Autorin, die eher die Ruhe beim Schreiben bevorzugt oder schreibst du lieber in Cafes und Parks?

Früher habe ich das Schreiben ziemlich zelebriert: Mein Schreibtisch, Kerzen, mein Lieblingsbecher voller Kräutertee, ein Soundtrack. Mittlerweile muss ich flexibler sein. Ich erstelle mir immer noch Wiedergabelisten für jedes Buch, aber solange ich meinen Laptop und meine Kopfhörer habe, kann ich überall schreiben. Mein Lieblingsort bleibt aber mein Schreibtisch zu Hause mit Blick auf den Garten und meiner Katze auf dem Schoß.

Du lebst gemeinsam mit deinem Mann in Oxford. Was ist dein Lieblingsort dort und wo sollten wir bei einem Besuch in Oxford unbedingt einmal vorbeischauen?

Es gibt so viele großartige Orte in Oxford! Das Story Museum zum Beispiel ist ein wunderbare Ort für Familien. Das Rusty Bicycle macht die beste Pizza der ganzen Stadt, das Blackwells ist ein brillanter Buchladen. Aber nichts geht über einen Spaziergang entlang des Flusses von Iffley Lock in die Stadt. Die Aussicht auf dem Weg nach St. Aldates ist der Inbegriff von Oxford.

Ein Satz über “Vardø”:

Über Vardø kann man viele Dinge sagen: Es ist ein Thriller, ein Drama, eine Liebesgeschichte - aber für mich geht es um die Menschen, was sie ausmachte und wie sie lebten.

Ein Satz aus deinem Buch:

She keeps herself together by filling her belly until it aches, and by placing as much of herself as possible in the warmth from the fire – everywhere it touches, she tells herself, she is real.

Falls du bereits an einem weiteren Buch schreibst, kannst du uns schon ein wenig verraten?

Ich kann nicht all zu viel verraten, aber es spielt im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa, im heißesten Sommer, den eine Stadt jemals gekannt hat. Ähnlich wie bei Vardø basiert auch die neue Geschichte auf wahren Begebenheiten.

Zu guter Letzt: Welchen Buchcharakter würdest du gerne einmal treffen und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Ich würde liebend gern Lyra Belacqua aus Philip Pullmans His Dark Materials treffen. Wir würden zusammen auf den Dächern von Oxford herumklettern und über Dämonen, Staub und sprechende Bären diskutieren.

Neue Rezensionen zu Kiran Millwood Hargrave

Cover des Buches Fast ein Leben (ISBN: 9783036950907)
Karin_50s avatar

Rezension zu "Fast ein Leben" von Kiran Millwood Hargrave

Karin_50
Eine Liebe, die nie ganz vergangen ist

Schon das wunderschön gestaltete Cover wirkt ruhig und zugleich voller Sehnsucht. Die feinen Illustrationen passen wunderbar zu der melancholischen Stimmung der Geschichte und verleihen dem Buch eine besondere Eleganz.
Kiran Millwood Hargrave erzählt von zwei Frauen, deren Wege sich immer wieder kreuzen und die doch nie ganz zueinanderfinden. Dabei entsteht eine Geschichte, die nicht laut oder dramatisch sein muss, um tief zu berühren.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre der einzelnen Jahrzehnte. Paris wirkt lebendig und sinnlich, später verändern sich die Schauplätze ebenso wie die Figuren selbst. Erica und Laure werden mit all ihren Zweifeln, Hoffnungen und Fehlern sehr glaubwürdig dargestellt. Gerade diese Unvollkommenheit macht beide so menschlich.

Der Schreibstil liest sich weich, poetisch und gleichzeitig angenehm klar. Viele Szenen wirken beinahe wie kleine Gemälde, die lange im Kopf bleiben. Auch die kunstvollen Details und kulturellen Anspielungen fügen sich harmonisch in die Handlung ein.

Trotz der vielen Seiten entstand nie das Gefühl von Belanglosigkeit, denn jede Begegnung zwischen den beiden Frauen trägt neue Emotionen in sich. Besonders die stillen Momente zwischen Sehnsucht und Erinnerung haben eine große Wirkung entfaltet.

Mich hat dieses Buch sehr bewegt. Es erzählt von Liebe, Zeit und den Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können. Eine eindrucksvolle und sehr gefühlvolle Geschichte, die noch lange nachhallt.

Cover des Buches Fast ein Leben (ISBN: 9783036950907)
lili_1302s avatar

Rezension zu "Fast ein Leben" von Kiran Millwood Hargrave

lili_1302
Irgendwie schön traurig, aber leider nicht ganz meins

Fast ein Leben von Kiran Millwood Hargrave erzählt die Geschichte von Erica und Laure, die sich Ende der 70er Jahre in Paris kennenlernen. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Verbindung, die sie über viele Jahre begleitet, obwohl das Leben sie immer wieder auseinanderbringt. Dabei geht es viel um Liebe, Sehnsucht und verpasste Chancen.


Hm ich weiß nicht… irgendwie war das einfach nicht mein Buch. Das Buch ist sehr poetisch geschrieben und die Wortwahl wirklich schön gewählt. Man merkt beim Lesen total, wie viel Gefühl in den Sätzen steckt und manche Stellen haben es geschafft, die Liebe und Nähe zwischen den Figuren richtig spürbar zu machen. Trotzdem war die ganze Stimmung für mich einfach dauerhaft traurig. Themen wie Alkohol, Liebeskummer und dieses ständige Gefühl von Verlust ziehen sich sehr durch die Geschichte und das war einfach nicht so meins – vor allem nicht in diesem Ausmaß.


Außerdem hatte das Buch für meinen Geschmack etwas zu wenig Handlung. Vieles wurde sehr lang gezogen und ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig vorankommt. Trotzdem gab es immer wieder schöne Momente, in denen man genau verstanden hat, was die Autorin vermitteln wollte. Besonders dieses Gefühl, dass die beiden sich lieben, aber immer irgendetwas dagegenspricht, wurde sehr emotional beschrieben.


Das Ende hat bei mir dann ein richtig unschönes Gefühl hinterlassen. Es war mehr als traurig und genau so ein Ende wünscht man sich eigentlich nicht. Insgesamt also ein poetisch und gefühlvoll geschriebenes Buch mit wirklich schöner Sprache, aber einfach zu traurig für meinen Geschmack.


Cover des Buches Fast ein Leben (ISBN: 9783036950907)
Lesehonigs avatar

Rezension zu "Fast ein Leben" von Kiran Millwood Hargrave

Lesehonig
Getrennte Liebe

Ende der 70er Jahre ist Erica gerade mit der Schule fertig. Bevor sie ihr Studium in England beginnt, möchte sie das süße Leben in Paris kennenlernen, ihren Horizont erweitern und sich endlich erwachsen fühlen. Zufällig trifft sie auf Laure, eine Studentin der Kunsttheorie. Sie verlieben sich ineinander und genießen zwei unvergessliche Monate in Paris. Laure hatte nie vor sich zu verlieben und schon gar nicht in eine Touristin, doch als Erica zurück nach England geht, ist sie am Boden zerstört und bleibt mit gebrochenem Herzen zurück. Anfang der 80er Jahre ist es für Erica nicht denkbar sich vor ihrer Familie zu Laure zu bekennen und so wählt sie ein heterosexuelles Leben und träumt dennoch von Laure. Die beiden begegnen sich auf ihrem Lebensweg noch einige Male. Diese Treffen sind hoch emotional und strahlend und dennoch von viel Schmerz umrahmt. Die Liebe zwischen den beiden Frauen hatte zu Beginn etwas Reines, entwickelte sich im Laufe der Jahre aber zu einer Belastung. Den Beginn des Romans empfand ich als wirklich schön und besonders. Im Laufe der Geschichte stellte sich jedoch eine Vorhersagbarkeit ein, sodass Überraschungen ausblieben. Und das Ende empfand ich als zu gewollt. Es ist eine schöne tragische Liebesgeschichte, geprägt von Gesellschaftlichen Zwängen der 80er und 90er Jahre und ihren Auswirkungen, mit viel französischem Flair und britischem Understatement.

Gespräche aus der Community

Die preisgekrönte Autorin Kiran Millwood Hargrave ist bekannt für ihre berührenden Romane und Kinderbücher. Ihr neuer Roman "Fast ein Leben" fängt die Sehnsucht danach ein, wie anders das eigene Leben mit anderen Entscheidungen verlaufen wäre, und ist perfekt für alle, die "Normal People" und "Zwei an einem Tag" geliebt haben. Für unsere Premiere suchen wir 50 Leser*innen, die "Fast ein Leben" vor Erscheinungstermin auf LovelyBooks und mindestens drei weiteren Seiten rezensieren möchten.

300 BeiträgeVerlosung beendet
Syltfreundins avatar
Letzter Beitrag von  Syltfreundin

Endlich habe ich Urlaub - in Frankreich und endlich kann ich das Buch am Stück lesen. Ich hatte vorm Urlaub soviel zu tun, dass ich mich sehr auf den Urlaub und Lesezeit gefreut habe. Jetzt genieße ich diese schöne Geschichte.


Liebe LB-Leser*innen, die von wahren historischen Begebenheiten fasziniert sind! Habt Ihr schon von der jungen, talentierten Autorin gehört? Und von ihrem allerneuesten Bestseller aus UK? Der jetzt in Deutschland erscheint? "Vardø. Nach dem Sturm" ist ein unfassbar dicht geschriebener Roman über starke Frauen. Die wahre Geschichte der Frauen dieser Insel wird jetzt zum ersten Mal erzählt!

168 BeiträgeVerlosung beendet
nellsches avatar
Letzter Beitrag von  nellsche

Herzlichen Dank für das tolle Buch!

https://www.lovelybooks.de/autor/Kiran-Millwood-Hargrave/Vardo-Nach-dem-Sturm-2436761271-w/rezension/2576636507/

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