Das Ende der Geduld

von Kirsten Heisig 
4,2 Sterne bei81 Bewertungen
Das Ende der Geduld
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Rpunkt99s avatar

Gelungenes Fachbuch über Jugendkriminalität in unserer Hauptstadt Berlin und deren Bezirke. Absolut lesenswert!

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Bis jetzt erzählt sie mir wirklich nicht viel neues, nur dass es von einer Berlinerin Jugendirichtern berichtet wird, wertet das ganze erheb...

Alle 81 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Ende der Geduld"

Jugendliche Gewalttäter – sie werden immer brutaler und jünger. Viele Menschen meiden mittlerweile bestimmte Straßen, Plätze und Stadtviertel sowie nächtliche Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eltern und Lehrer fürchten die Gewalt in ihren Schulen, Polizei und Sozialarbeiter kommen an ihre Grenzen. Die unbequeme und mutige Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig war schon lange nicht mehr bereit, dies hinzunehmen: "Wenn wir nicht rasch und konsequent handeln, wenn wir unsere Rechts- und Werteordnung nicht entschlossen durchsetzen, werden wir den Kampf gegen die Jugendgewalt verlieren." In den letzten Jahren haben sich die von ihr zu Recht angeprangerten Zustände republikweit nicht verbessert, sondern verschärft. Der unkontrollierte Zustrom von unbegleiteten jungen Flüchtlingen in den letzten zwei Jahren wird die Situation weiterhin verschärfen.
»Seit zwanzig Jahren arbeite ich in der Berliner Strafjustiz. Die längste Zeit war und bin ich als Jugendrichterin tätig. Meine Aufgabe besteht darin, Strafverfahren gegen junge Menschen zu bearbeiten. Ich übe meinen Beruf nach wie vor mit Überzeugung aus und möchte sinnvolle Entscheidungen treffen, die einerseits zur Reduzierung der Jugendkriminalität beitragen und andererseits dem Menschen, der sich vor Gericht zu verantworten hat, die Chance eröffnen, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Seit längerer Zeit habe ich nicht mehr den Eindruck, beiden Zielen gerecht werden zu können." (Kirsten Heisig)
Das ebenso provokante wie sachkundige Buch von Kirsten Heisig erschien bereits im Jahr 2010 und war ein Bestseller. Doch ist es heute aktueller denn je. Ergänzt mit einem Vorwort von Oberstaatsanwalt Rudolf Hausmann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783451069123
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Verlag Herder
Erscheinungsdatum:13.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.10.2010 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Sonnenwinds avatar
    Sonnenwindvor 3 Jahren
    Lange überfällig!

    Das Manuskript dieses Buches lag vor, die Bearbeitung war abgeschlossen, als die Autorin, Jugendrichterin Kirsten Heisig, ermordet wurde. Man kann da einen Zusammenhang vermuten, aber nachdem die Ermittlungen boykottiert wurden, kann man nichts beweisen.

    Das ist allerdings auch ein deutliches Zeichen dafür, daß die Autorin etwas zu sagen hatte. Was kristallklar wird, wenn man es selbst liest: Kirsten Heisig kannte nicht nur die Probleme aus ihrem Berufsalltag, sie hat sich auch ihrer Verantwortung gestellt und Problemlösungen erarbeitet, in weit größerem Ausmaß als man von ihr verlangen konnte.

    In diesem  kleinen Buch steckt nicht nur die Kompetenz einer erfahrenen Richterin, sondern auch das Einfühlungsvermögen einer Mutter und das Gerechtigkeitsempfinden einer gesetzestreuen Bürgerin. Wenn wir die Entwicklung in unserem Staat noch in eine positive Richtung treiben wollen, sollten wir auf das Vermächtnis von Kirsten Heisig hören und nicht die Augen für das verschließen, was sie mit ihrem geschulten Auge schon vor Jahren auf uns hat zukommen sehen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Schockierendes Tatsachenbuch. Sie beschönigt hier nichts und nennt die Probleme ( Kriminalität bei Migrantenkindern) beim Namen. Schade, daß Frau Heising selbstmord begangen hat nach Veröffentlichung. Aber nach diesem Buch hätte Sie bestimmt in Berlin auch kein sehr schönes Leben mehr haben können.

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    Kathi69s avatar
    Kathi69vor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Informativ erschreckend

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    palegreeneyesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Das macht Angst. Angst vor der Entwicklung unserer Gesellschaft.
    Und die Frage bleibt: kann man die momentane Entwicklung überhaupt noch rumreissen?

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Erschreckend, befremdlich und Angst schürend: die Realität in manchen Familien und Stadtbezirken ist extrem destruktiv und eine Möglichkeit der positiven Beeinflussung erscheint aussichtslos. Hinzu kommen der Einfluss von Medien und Internet, die eine immer mehr nur noch vor dem Computer hockende Jugend scheinbar ohne Gegenmittel immer weiter negativ beeinflussen (Counter-Strike, Hass schürende Musik, entsprechende Filme u.ä.). Hinzu kommt der hohe Anteil an nicht integrierbaren Familien ausländischer Herkunft, in denen sich kritische Jugendliche scheinbar häufen – beides ist jedoch nicht zwangsläufig; es gibt auch viele deutsche Biographien, die entgleisen. Gesamtgesellschaft ist jedoch eine erschreckende zersetzende Grundentwicklung unter Jugendlichen zu beobachten. Hinzu kommen alle anderen Probleme unserer Gesellschaft – eine sehr, sehr trübe Aussicht auf unsere Zukunft!

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    bogis avatar
    bogivor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Als Anti-Sarrazin Werk habe ich mich für das Buch entschieden. Wirklich direkt vergleichen kann man die beiden natürlich nicht, wenngleich es gewisse Berührungspunkte gibt. Für mich zusätzlich entscheidend war, dass mit Kirsten Heisig eine Autorin antrat, die nun wirklich etwas von der Sache über die sie schrieb verstand. Bei Sarrazin hab ich da ganz gewaltige Zweifel (gelesen hab ich und werde ich sein Pamphlet allerdings nicht).
    Frau Heisig beschreibt einerseits ihren Alltag als Jugendrichterin, andererseits Ihre Vorstellungen was sich im Umgang mit straffällig gewordenen Jugendlichen ändern muss bzw. wie ein sinnvoller Umgang aussehen muss damit diese nicht dauerhaft auf der schiefen Bahn verbleiben. Sie verbleibt für meine Begriffe im gesamten Buch schlüssig, immer sachlich und nachvollziehbar authentisch. Warum sie das Stigma Richterin Gnadenlos bekam ist für mich jedenfalls nicht nachvollziehbar. Dies würde voraussetzen dass es Ihr um jeden Preis und egal bei welcher Sache um die Durchsetzung des Rechts mit Verhängung der höchstmöglichen Strafe geht. Dies zu behaupten wäre, nach Lektüre des Buches jedenfalls, kompletter Unsinn. Man merkt in jedem Kapitel, dass es Ihr einzig darum ging, den Jugendlichen, wenn sie denn schon straffällig geworden sind, trotzdem eine Perspektive aufzuzeigen und Ihnen einen vernünftigen Weg zu ebnen.
    Ich habe den Eindruck, Deutschland hat mit Kerstin Heisig (die tatsächlichen Hintergründe Ihres Selbstmordes kurz nach Vollendung aber noch vor Veröffentlichung des Buches sind ja nach wie vor ziemlich rätselhaft) eine engagierte, immer an der Sache orientierte und eben überhaupt nicht dogmatische Rechtssprecherin verloren.

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    verena83vor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    kirsten heisig, die bis zu ihrem tod ende juni 2010 jugendrichterin am amtsgericht berlin-tiergarten war, schildert in ihrem buch diejenigen ursachen, die ihrer meinung nach für die entstehung von jugendkriminalität maßgeblich sind… sie geht dabei vor allem auf das soziale umfeld der jungen täter ein und zeigt den zusammenhang zwischen fehlender erziehung, bildung und straftaten auf (ein problem das nicht nur, aber zu einem erschreckend großen teil vor allem menschen mit migrationsgrund betrifft).

    darüber hinaus werden von kirsten heisig vorschläge zur (zumindest teilweisen) problemlösung aufgezeigt (neuköllner modell) und präventive maßnahmen präsentiert, welche gewalt von kindern und jugendlichen verhindern sollen…

    auch wenn viele tatsachen betreffend jugendkriminalität heutzutage den meisten menschen bekannt sein dürften, war es doch wieder erschreckend und schockierend dieses buch zu lesen… vor allem weil es eben von einer jugendrichterin geschrieben wurde, die unmittelbar mit den problemen der jungen leute konfrontiert war… außerdem macht kirsten heisig mit ihrem buch unmissverständlich deutlich, dass dringend etwas geschehen muss, um diesem problem irgendwie doch noch einhalt gebieten zu können

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    Buecherwurm1973vor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Kirsten Heisig erklärt in ihrem Buch, wie es soweit kommen konnte, dass die Jugendgewalt zu einem riesigen Problem wurde. Jugendgewalt gab es schon immer. Das Problem ist, dass die Täter immer jünger, ihre Taten immer brutaler werden und immer mehr Intensivtäter (mehr als 10 Taten in einem Jahr). Wie konnte das soweit kommen? Die Autorin erklärt, dass viele Faktoren, wie z.B. Erziehung, Schule, die lange Zeitdistanz zwischen Tat, Verurteilung und Strafe, eine Rolle spielen. Sie zeigt auch auf, wie man die Probleme nach ihrer eigenen Meinung lösen könnte und wie es Berlin mit dem „Modell Neukölln“ versucht wird.

    Ich bin Schweizerin. Viele Jahre haben wir Schweizer nach Deutschland geschaut und den Kopf geschüttelt. Denn wir kannten das Problem nicht so extrem. Klar, wir hatten ein paar Migranten aus dem Ex-Jugoslwawien, die auffielen durch Gewalttaten. Aber mehr auch nicht. Inzwischen haben dieselben Probleme wie in Deutschland. Natürlich nicht im gleichen Ausmass, denn wir haben 10mal weniger Einwohner. Auch unsere Justiz gibt sich hilflos und überfordert.

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    Vanes avatar
    Vanevor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Frau Heisig beschreibt kein neues Phänomen der Jugend- und Familienkriminalität. Seit Jahrzehnten wird in der Sozialarbeit darüber diskutiert, wie Heranwachsenden zu helfen ist, die in einer Familiendynastie heranwachsen, in der bereits die Großeltern von Staatshilfe leben und das Lebensgefühl lautet: Anstrengen lohnt sich nicht und der Ehrliche ist immer der Dumme.
    Neu aber ist die verständliche, populärwissenschaftliche Darstellung des Themas mit einem engen örtlichen Bezug, der die Probleme konkret werden lässt. Was empfindet man beim Lesen? Wut? Hilflosigkeit? Vielleicht auch ein:Sarrazin hat also doch Recht!? Dass Frau Heisig gelesen wird hat auch mit ihrem Selbstmord zu tun. Hat sie sich zu lange aufgerieben an einem Amt, das sie nicht verändern konnte - wo sie doch gute Ideen hatte? Kirsten Heisig hat ein wichtiges Buch geschrieben, das zur Meinungsbildung beitragen kann. Wir sollten aber nicht vergessen, dass es nur einen ganz speziellen kleinen Ausschnitt unserer Bevölkerung zeigt.

    Kommentare: 1
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    nilsbooks avatar
    nilsbookvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig

    Top Buch. Viele Worte muss man dazu glaube ich nicht verlieren. Kirsten Heisig vermittelt dem Leser einen guten Überblick über die Tücken unseres Rechtssystems und macht deutlich, dass es so nicht weitergehen kann. Schockierend und überwältigend zugleich hat mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert.
    Absolut zu empfehlen :)

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